
RISING PHOENIX
Die NR.1 PRE-SHOW im
Wrestling Business!
Exklusives Material von VENDETTA 83!
Nur für ECHTE Fans!

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K&G/PCWA ––––––––––––
Die Dunkelheit hat sich über die Stadt gelegt, bedeckt die Häuser mit ihrem
Schatten, verschluckt die Geräusche in ihrem Inneren. Auf dem großräumigen
Gelände der PCWA hat auch an diesem Abend die Kälte gesiegt – behutsam reibt er
die Hände aneinander, versucht sie ein wenig zu wärmen, bevor er sich zu einem
späteren Zeitpunkt erneut in die warme Umgebung seines wrestlerischen zu Hauses
begibt, denn heute zählt es. Viertelfinale. Quest 4 the Best. Leicht wird es
nicht, doch soll es das überhaupt? Eine Nacht die viel verändern kann, viel
verändern wird. Doch noch will er alleine sein und seinen Gedanken freien Lauf
lassen. Die Gedanken die ihn, teilweise schon so lange - fragmentarisch erst
seit kurzem, beschäftigen. Und dazu andauernd diese Melodien, die sich in
seinem Kopf abspielt, diese Texte, die sich auf sein Gemüt gelegt haben, wie
eine böse, vielleicht auch schützende Dämmerung.
Manchmal in
der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers,
der
mich unsichtbar berührt.
Die Augen blicken von hier aus, von seiner Bank auf der er Platz genommen
hat, über das weitläufige Gelände. Das Theater – Der Dome – die ganzen anderen
Gebäude… und erneut wieder diese Frage, nach dem Sinn seines Hierseins. Hat es
sich wirklich gelohnt vor einigen Monaten hier aufzutauchen? Doch der Gedanke
wird genauso schnell wieder verworfen, wie er aufkam – natürlich hat es sich gelohnt,
natürlich ist es gut, so wie es ist. Zumindest ansatzweise gut, oder?
Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer
der mich führt und beschützt
Der Blick wandert über den riesigen Banner, der an den Toren befestigt ist
und das nun so richtig anlaufende Turnier promotet. Deshalb ist er hier, das
war sein Ziel, das IST sein Ziel – er will es schaffen, einer der Großen werden
in diesem Unternehmen, beweisen, dass er mit den Größen dieser Liga mithalten
kann, will zeigen dass er sein Handwerk versteht. Und er will geliebt werden.
Die Fans lieben ihn, chanten jedes Mal aufs Neue seinen Namen, unterstützen
ihn und wollen ihn sehen. Ja, genau das wollen sie, das haben sie in den
vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen. Jedes Mal wenn sein Name aus dem
Munde eines anderen gefallen ist setzten die Chants ein, wann immer er die
Stage betrat schlug ihm die Zuneigung entgegen… Pavus…Pavus…Pavus…
Zuerst haben sie ihm zum Match um den Cryption verholfen, nur kurz danach
waren es wieder die Fans, seine Fans, die ihn gegen Alistair um den Tribune
antreten sehen wollten. Und auch heute wird es nicht anders sein. Sobald der
Vorhang zurückgeschlagen wird, werden sie sich wieder die Kehlen aus dem Leibe
schreien. Für ihn. Nur für ihn.
Er hat hier viele neue Leute kennen gelernt, die er als Freunde bezeichnet.
Er hat eine wundervolle zeit mit Hate hinter sich, hat in Azrael einen Mentor
und echten Freund gefunden und auch in Caleb Yuma hat er jemanden gefunden, der
ihm zur Seite steht. Er hat die Liebe zum Menschen wieder entdeckt, zu allen
Menschen. Und wie er die Menschen liebt – manche mehr, manche weniger, doch
sobald er einen Zweibeiner entdeckt legt er den Kopf etwas schräg und
begutachtet diesen Menschen, diesen wundervollen Menschen – wie er es bei Hate
tat, ebenso wie er Azrael begutachtet hat, auch wenn es ihm glücklicherweise
nicht so direkt aufgefallen ist. Genau wie er es genossen hat diesen
wunderbaren und wohl geformten Körper von Alistair zu sehen bei der letzten
Show.
Manchmal in
der Nacht möcht ich Verbotenes erleben
und die Folgen sind mir ganz einerlei.
Doch die Kehrseite der Medaille ist nicht rosig, eher rostig – denn bei
genauerem Betrachten dieser Fakten ist festzustellen, dass alles, so gut es
auch angefangen hat, so wunderbar es vorherbestimmt war, doch wieder nur der
Höhenflug vor dem Aufprall war. Alles fing immer so gut an und wurde dann ins
Gegenteil umgekehrt, durch unbeeinflussbare Umstände in den krassen Kontrast
verwandelt.
Während er die tiefen Lungenzüge der so geliebten Tabakstängel inhaliert,
gibt Pavus sich selbst die Antworten auf die von ihm gestellte Problematik.
Pavus: „Ins Cryption Crown Match gevotet
und versagt. Verloren, nicht zuletzt wegen des *treuen* Freundes Caleb Yuma.
Erneut den Zuspruch der Fans bekommen und gegen Alistair gewonnen. Durch
Disqualifikation. Ein Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt.“
Die Handflächen streichen über die kalten Finger.
Pavus: „In Azrael den Mann gefunden,
nachdem ich gesucht habe, den Mann gefunden der mich unterstützen kann um dann
durch die Erkenntnis seiner Vergangenheit wieder auf dem Boden der Tatsachen zu
landen.“
Das Gesicht des Nordmanns verzieht sich zu einer hässlichen Grimasse, immer
noch ist er angewidert ob der Taten seines „Mentors“ und vor allem die Tatsache
dass Azrael ihn regelrecht verstoßen hat macht ihn sauer, macht ihn traurig.
Aber vielleicht kann das Stück Papier, dass er just in diesem Moment aus der
Tasche kramt etwas ändern.
Manchmal in
der Nacht denk ich, ich sollte lieber fliehn vor dir
solang ich es noch kann
Als er vorhin schon einmal in seiner Kabine war fand er diese
zusammengerollte Botschaft vor, gelesen hat er sie noch nicht – dafür wollte er
seine Ruhe haben, nicht abgelenkt sein von irgendwelchen Tatsachen. Wer allerdings
hätte einen Grund ihm etwas mitzuteilen außer dieser einen Person? Er rollt die
Epistel auseinander und liest sie sich selber vor.


Der Hamburger wird recht nachdenklich und irgendwie, ja irgendwie kann er
Rage verstehen. Seine Taten waren wahre Gräueltaten, jedoch gibt es für so was
doch immer einen Auslöser.
Pavus: „In Freundschaft… mhm…“
Der Hamburger rollt das Stück Papier wieder zusammen, blickt es noch einmal
an und verstaut es wieder in seiner Tasche. Azrael hat Recht, jeder muss seine
Konsequenzen ertragen, vielleicht ist Azrael damit schon genug gestraft.
Vielleicht meint er diese Worte wirklich ehrlich. Pavus wünscht es sich, er
wünscht es sich so sehr. Pavus möchte Rage glauben, denn wen hat er denn noch außer
ihm? Auf wen kann er sich wirklich verlassen und wer steht wirklich hinter ihm,
wenn es darauf ankommt?
Doch rufst
du dann nach mir, bin ich bereit dir blind zu folgen.
Selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir.
Unweigerlich muss Pavus an Hate denken und es huscht sogar ein kleines
Lächeln über seine Lippen, während er immer noch ungläubig den Kopf schüttelt.
Pavus: „Was für ein kleiner Bastard.“
Kurzes auflachen.
Pavus: „Und doch fühle ich mich Hate
immer noch irgendwie verbunden. Irgendwie fühle ich mich ihm immer noch näher,
als ich es mir wohl selber eingestehen will…“
Die Ruhe wird durch ein paar leise Schritte gestört und der Hüne hebt den
Kopf um den Ursprung zu erhaschen. Erneut dieses kurze Auflachen, nicht zu
laut, denn er möchte unbemerkt bleiben, wie er Ihnen
hinterher schaut. Von seinen Blicken, die den Körper absuchen, ihn abtasten und
genau studieren, soll keine Notiz genommen werden.
Ich hab mich
gesehnt danach mein Herz zu verliern jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis - ein Meer von Gefühl und kein Land.
Hand in Hand schlendern die Beiden über das Gelände, genau wie Pavus um ein
Teil dieser Vendetta zu sein. Genau wie Pavus und er es selbst vor noch einiger
Zeit taten. Hate und Love. Der seinerzeit so geliebte Körper
wieder an der Hand einer Frau, er einstmals geliebte Mensch so nah und doch so
fern.
Wieder wird der Kopf gesenkt, diese Blicke haben gereicht um sich genau
diese eine Tatsache vor Augen zu führen.
Pavus: „Das ewig unbeständige scheint mir
ein treuer Begleiter zu sein. Vielleicht ist es einfach so, dass ich mich nicht
entscheiden kann, nicht entscheiden will was wichtig, was gut für mich ist.
Vielleicht bin ich der Ursprung dieser Zerrissenheit die mich zu dem macht was
ich gerade bin.“
Der Nordmann erhebt sich, nimmt einen letzten Zug von seiner Zigarette und
erneut steht er an einem dieser Punkte, wo er sich nicht recht entscheiden
kann. Den Weg links entlang oder doch lieber rechts. Beide führen zum Ziel,
beide führen in die Katakomben und damit auch zu seinem Match. Denn hier und
heute ist es nur das was zählt. Das Match. Sein Match. Der Quest.
Pavus: „John Smith… Blaze… zwei Gegner
und dann doch nur dieses eine Ziel. Ich will diesen Sieg, ich will beweisen,
dass ich nach der Niederlage im Cryptionmatch und dem Rückschlag gegen Alistair
trotzdem wieder aufstehen kann, wieder aufgestanden bin. Ich will meinen Fans
endlich das geben, wofür sie mich schon vorgesehen haben. Sie verlangen nach
mir.“
Die Fäuste werden geballt und in die Hosentaschen gesteckt.
Pavus: „Vielleicht noch nicht reif genug
für einen Titel, aber definitiv vollendet genug um meinen Fans zu zeigen, dass
ihre Unterstützung nicht umsonst ist. Quest fort the Best… Vielleicht bin ich
nicht der Beste, aber ich bin in der Lage dieses Match zu gewinnen. Für mich,
für meine Fans… für die Menschen…“
Sich verliern heißt sich befrein.
Du wirst dich in mir erkennen,
was du erträumst wird Wahrheit sein.
Nichts und niemand kann uns trennen
Weder rechts, noch links – einfach quer Beet ein, durch die Mitte. Ein Fuß
nach dem anderen wird geradeaus gesetzt, der Blick fest auf den Eingang
gerichtet der ihn anzieht, hinter dessen Tür es heute für ihn um so viel geht.
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Dunkelheit. Der Latex spannt
auf Höhe des Mundes. Er streckt die Zunge raus und befeuchtet den Stoff…
„HAR HAR.“
Ein Bluttropfen ziert seine
Brust. Hier ist Nelson Friedrich Töle, groß geworden auf den Straßen Berlins,
hat er gesagt. Neuster Fan des Schlächters, ein Jünger des Gerasys.
NFT: „Was denkt ihr von mir? Ihr lacht mich aus? Wie geht das
zusammen, frag ich mich.“
Erbost hebt er die Arme und
hämmert sich mit beiden Fäusten auf den Bluttropfen.
NFT: „WOOOOAHHAHHAHHHA!“
Nelson stellt sich demonstrativ
auf die Zehenspitzen.
NFT: „Ich bin Nelson Friedrich Töle und heut gibt es mein erstes
Opfer! Dann vergeht euch euer Lachen, ihr Schwachmaten.“
Eine Stacheldrahtrolle wälzt er
hinter sich her und im Dunkel des Backstagebereiches funkelt sein Messer auf.
NFT verschwindet hinter der nächsten Ecke. Allein seine Worte sind noch zu
hören.
NFT: „Am Morgen weint die Töle sehr – ein toter Tag rückt immer
näher! Har Har… Ein toter Tag rückt immer näher! Am Morgen weint die Töle sehr
– ein toter Tag rückt immer näher. Har… Har… GRRR!“
Der tote Tag = ihr erstes
Opfer? Was hat das zu bedeuten? Noch nicht viel: Denn es ist nur der Anfang ihrer
Geschichte, welche der geneigte Leser verfolgen sollte, um zu verstehen.
N
F
T
Am
Morgen weint die Töle sehr
Ein
Toter tag rückt immer näher
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Ein
dunkler Panoramablick über das leere PCWA Theater. Keine Menschenseele ist hier
gerade, die Lichtanlage ist bis auf einige, wenige Scheinwerfer komplett
ausgeschaltet und selbst diese verbreiten nur gedimmtes Licht. Stille überzieht
die Schatten. Kaum zu glauben, dass in weniger als drei Tagen hier wieder
tausende von Menschen ihren Idolen zujubeln oder sie ausbuhen werden, die laute
Musik der Entrancetemes aus den zahlreichen Boxen preschen wird und hunderte
Scheinwerfer die Halle in grelles Weiß tauchen, während sich die Wrestler im
Ring bekriegen. Nein, in diesem Moment ist dieses Bollwerk an Beton nicht mehr
als eben das, ein graues, schlafendes Monstrum auf dem Gelände des erlahmten
Phoenix Centers.
Langsam
nähert sich das Bild jetzt der Rampe, durch die die Wrestler die Halle zu ihren
Matches betreten werden. Dort stehen am Rande – auf einem kreisrunden Podest –
einsam und verloren drei etwa zwei Mal mannshohe, metallene Fackeln mit dünnen
Hälsen, in deren schalenförmigen Spitzen knisternde Flammen die Umgebung in ein
warmes, rötliches Licht tauchen. Von leicht unterschiedlicher Höhe stehen die
drei Fackeln in einem Dreieck zueinander, die niedrigste Fackel vorne, rechts
hinter ihr die mittelhohe und zur Linken dann die höchste. Ihre Machart mutet gotisch an. Das Feuer an
den Spitzen der metallenen Fackeln brennt noch schwach, reicht aber doch aus,
um genug Licht zu spenden, dass ein Mensch auch unter dem Dach der Halle aus
der Vogelperspektive die drei großen Fackeln noch genau erkennen würde. Das
Bild wechselt jetzt in eine andere Perspektive – seitlich des Podests und der
Fackeln.
Ganz
aus der Nähe, vielleicht einige Meter von ihnen entfernt, sieht man die
versetzt stehenden Fackeln auf der Höhe ihrer Spitzen vor sich hin lodern. Ein
Zeichen ist auf mittlerer Höhe in jede ihrer Seiten auf runden Steinplatten
eingelassen. Das Logo des Quest 4 The Best Turniers. Plötzlich scheint
stürmischer Wind die Flammen zu erfassen, züngelnd kämpfen sie darum, nicht zu
erlöschen. Flackernd verlieren sie Augenblick um Augenblick an Stärke und
Größe. Schließlich geschieht das Unausweichliche und die drei Flammen vergehen.
Weißer Rauch steigt langsam in die Höhe und auch die letzten Scheinwerfer in
der Halle gehen aus. Zurück bleibt finsteres Schwarz. Schwarz, auf dem das Logo
des Quest 4 The Best Turniers erscheint.

--------------------K&G/PCWA--------------------
KILL EACH OTHER / LIVE FOREVER
VENDETTA
THEME by Scars on Broadway.
Strg+Click for YOUTUBE!

owned by

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I am the one that's calling inside
of your brain
I am the one that makes you feel
all the shame
Never mind my name
We don't wanna believe
That the world can still move on
We don't wanna believe
That the sun can still shine on
If we gonna kill each other, how
we gonna live forever?
If we gonna live forever, how we
gonna kill each other?
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LIVE
Aus dem PCWA THEATER, Phoenix Center!
BERLIN, Deutschland.
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Cause the GCWF
will never die!
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Stille.
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proudly presents

VENDETTA 83
- The end of the world begins -
Today with:
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Wer ist der Beste? – Zu allermeist
Hüt' dich, zu glauben, daß du es sei'st, –
Wenn du es wärest, sieh, ich mein':
Wie schlecht müßten dann wohl die andern sein!
Johann Meyer
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Opener
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 1
Triple Threat Match

vs.

vs.

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee:
Sven Nitzschke)
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2nd Match
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 2
Triple Threat

vs.

vs.

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee:
Johannes Ullrich)
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Main Event
-Schlacht vor dem Schlächter-
Number #1 Contender for the Undisputed Gerasy Title
Singles Match

vs.

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee:
Nelson Frider)
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Vendetta 83 |
Vendetta 84 |
PCWA Core |
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VF1: Mad Dog vs. Jamie Hudson vs. Patricia Selladore VF2: John Smith vs. Pavus Maximus vs. Blaze |
VF3: Caleb Yuma vs. Alistair Brunswick vs. ??? VF4: Elroy Schmidke vs. Diego Alejandro Sanchéz vs. ??? |
HF1: Sieger VF1 vs.
Sieger VF2 HF2: Sieger VF3 vs.
Sieger VF4 Finale: Sieger HF1
vs. Sieger HF2 |
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Außerdem angekündigt: |
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… und viele mehr! . . . Nur noch 2 Shows bis . . . |
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Flashback – Vendetta 82 Mike Garland: „Tatsächlich kann der deutlich
größere Rage Milton ausheben und hochstemmen. Wie eben trägt er ihn zu den
Seilen.“ Vincent Craven: „Nun kann ihn keiner davon
abhalten den Security zu übernehmen.“ Mike Garland: „Mad Dogs Zögling zappelt wie
ein Hund!“ Vincent Craven: „RAGE HEBT IHN ÜBERS DRITTE
SEIL! BLAKE IST BALD DRAUSSEN!“ Mike Garland: „NOCH NICHT! NOCH NICHT!“ Vincent
Craven: „HEADLOCK… HEADLOCK!“ Mike Garland: „BLAKE ZIEHT… UND RAGE… RAGE…
FÄLLT… ER FÄLLT!!!“ Vincent Craven: „MIT MILTON… MIT MILTON!
BEIDE… BEIDE! RAUS… RAUS…“ Mike Garland: „BEIDE SIND RAUS? WAS IST
NUN???“ ‚Schlächter‘: „Ist das deren Ernst? Double
Elimination? Da wollten wohl beide gleichzeitig aus dem Ring flüchten, um
nicht gegen mich antreten zu müssen.“ Verwundert starren Blake Milton und Azrael Rage zu den
Ringrichtern, die gleich neben ihn stehen. Charly Swanson hebt den Arm des
Regenläufers in die Höhe – er glaubt anscheinend, dass Milton zuerst auf dem
Boden war. Doch nun hebt Nelson Frider den Arm der Security in die Höhe.
Frider sieht es wohl umgekehrt wie sein Kollege. Vincent Craven: „Die Referees scheinen sich
auch nicht ganz entscheiden zu können…“ Mike Garland: „Was nun?“ ‚Schlächter‘: „Ich weiß nicht, ob ich traurig
sein oder mich freuen soll. Zwar fehlt mir durch dieses Ergebnis eine echte
Herausforderung, aber gleichzeitig ist das Gefühls dieses Gürtels um die
Hüften verdammt gut.“ Vincent Craven: „Frider und Swanson besprechen
sich noch einmal. Sie scheinen aber auch nicht zu einem anderen Ergebnis zu
kommen, als wir…“ Mike Garland: „Keiner hat gewonnen…“ Vincent Craven: „Oder beide…“ Mike Garland: „Mit diesem Ergebnis kann wohl
keiner so recht zufrieden sein…“ |
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K&G/PCWA ––––––––––––
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Vincent Craven: „Mit diesen
Bildern heißen wir sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von
Vendetta!“
Mike Garland: „Nummer
dreiundachtzig liegt unmittelbar vor uns.“
Vincent Craven: „Das heißt
allerdings auch, dass wir uns mit großen Schritten dem nächsten PPV nähren.
PCWA Core – hier steht das reine Wrestling im Vordergrund.“
Mike Garland: „Richtig… und dafür
werden heute bereits die ersten Weichen gestellt. Nach der großen Battle Royal
bei Vendetta 82 beginnt heute das Quest for the Best Turnier.“
Vincent Craven: „Und außerdem
müssen wir noch einen Number One Contender küren. Nach der doppelten
Elimination, die wir gerade nochmal sehen konnten, werden Rage und Milton heute
in einem Single Match aufeinandertreffen. Der Gewinner wird bei Core gegen
unseren PCWA Gerasy Champion, Robert Barker, antreten… müssen.“
Mike Garland: „Der Schlächter…“
Vincent Craven: „Wir werden
abwarten müssen, welche Rolle er und seine ANGST heute spielen werden.“
Mike Garland: „Ich denke, dass es
ihm im Grunde egal ist, wer heute Abend gewinnt. Bei Core dürfte er so oder so
der Favorit sein.“
Vincent Craven: „Nun ja, Rage
wäre auf jeden Fall ein ernst zu nehmender Gegner als Milton. Aber Azrael ist
momentan wohl eher mit sich beschäftigt, als mit dem Gerasy, oder?“
Mike Garland: „Du sagst es. Aber
das könnte gerade die Chance für Blake Milton sein, heute Abend erneut zu
überraschen und sogar eine Sensation zu schaffen.“
Vincent Craven: „Das ist
sicherlich seine Möglichkeit, ja. Ansonsten sehe ich aber in der Tat Azrael
Rage vorne. Und wir müssen auch im Hinterkopf behalten, dass er noch kein
Rematch bekommen hat, nachdem ihm sein Gerasy aberkannt wurde.“
Mike Garland: „Vielleicht wäre
Core der richtige Zeitpunkt?“
Vincent Craven: „Vielleicht ist
Core aber auch der richtige Zeitpunkt, um einen neuen Star am PCWA Himmel zu
etablieren!?“
Mike Garland: „Oder es regiert
weiterhin die ANGST!?“
Vincent Craven: „Die Antworten
liegt in der Ferne. Heute bekommen wir aber eine kleine Auflösung, wie gesagt.
Milton oder Rage gegen den Schlächter.“
Mike Garland: „Außerdem werden
heute die ersten Halbfinalisten im QftB-Turnier ausgekämpft.“
Vincent Craven: „Nachdem Blaze
und Mad Dog laut Klausel nicht am Rennen um den Number One Contender teilnehmen
durften, ist das Turnier wohl eine gute Möglichkeit für sie den Anschluss ans
Titelrennen zu halten.“
Mike Garland: „Sie gelten in
ihren Kämpfen als Favoriten, aber es wäre sicherlich nicht das erste Mal, wenn
wir einen Favoriten fallen sehen.“
Vincent Craven: „Mit Patricia
Selladore und Jamie Hudson sind im Opener auf jeden Fall zwei heiße Eisen im
Feuer. Der Schlächter sagte selbst – wenn einer so verrückt ist, wie Patricia,
sollte sie eindeutig ins Titelrennen. Der Schlächter will sie ja geradezu als
Gegnerin. Und seine Flamme will es auch.“
Mike Garland: „Hudson dürfte nach
seiner Niederlage gegen Lucifer beim Impact sicherlich angeschlagen sein. Aber
er wurde schon ein paar Mal in die Ecke gedrängt und war in diesen Phasen
eigentlich immer am stärksten.“
Vincent Craven: „Im zweiten
Viertelfinale dürfte das gleiche für John Smith gelten. Nach seinem Comeback
hagelte es vor allem Niederlagen für ihn.“
Mike Garland: „Das Turnier ist
für ihn die ultimative Chance in der PCWA wieder anzukommen. Als ehemaliger
Gerasy will er sicherlich wieder dorthin zurück…“
Vincent Craven: „Und als dritter
im Bunde gesellt sich der Hamburger Jung dazu. Pavus hat mit Smith und dem
Vorjahressieger Blaze sicherlich nicht das beste Los gezogen…“
Mike Garland: „Aber auch ihn
sollte man nicht unterschätzen. Sein Talent hat er mehrmals aufblitzen lassen
und ich traue ihm durchaus zu, dass er heute über sich hinauswächst.“
Vincent Craven: „Und wenn er das
schafft, kann ich aus Erfahrung sagen, dass dann der Anschluss nach oben
gefunden ist. Wer einmal Blut geleckt hat, hört so schnell nicht wieder auf.“
Mike Garland: „Vielleicht hat
Pavus auch genau das vor Augen – wir werden es heute erfahren.“
Vincent Craven: „…erfahren werden
wir jetzt auch etwas Interessantes aus dem Backstagebereich. Ich glaube da
bahnt sich Ärger an…“
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K&G/PCWA ––––––––––––
Der
Backstage-Bereich des PCWA Theatres.
Wir
sehen Patricia Selladore, die durch den Kabinentrakt schlendert. Obwohl sie
heute im Opener steht, scheint sie sich noch nicht sonderlich auf den Kampf
vorzubereiten. Statt ihrer Ringkleidung trägt sie eine zerschlissene Jeans und
einen etwas zu groß geratenen Kapuzenpullover, die kastanienbraunen Haare hat
sie zu einem Zopf zusammengebunden. Als sie eine der Türen erreicht hat, zieht
sie einen dosenförmigen Gegenstand aus der Tasche.

… steht
kurze Zeit später in großen, leicht krakeligen Buchstaben an der Wand.
Zufrieden tritt Patricia einen Schritt zurück und betrachtet ihr Werk. Die rote
Farbe trocknet schnell an, der Schriftzug „Mad Dog“, der dort ursprünglich
stand, ist kaum noch zu erkennen. Ein Grinsen huscht über das oftmals so
verbissen wirkende Gesicht der schlanken Frau, verliert sich in den zahlreichen
Blessuren und feinen Narben, die an vielen Stellen ihre Haut überziehen.
Trotzdem schüttelt das „Living Dead Girl“ die Sprühdose noch einmal, um ihr
Werk weiter zu verschönern...
„Das würde ich nicht machen, wenn ich du
wäre.“
Patricia
wirbelt herum. In ihrem Eifer hat sie nicht bemerkt, dass genau neben ihr die
Tür aufgegangen und eine Person auf den Flur getreten ist. Und genau diese
Person blickt sie jetzt von oben bis unten an.
Mad
Dog.
Eigentlich
wollte der verrückte Hund jeder Konfrontation vor dem Match aus dem Weg gehen
und Konzentration für das anstehende Match sammeln, doch die Geräusche vor
seiner Kabine haben in ihm Misstrauen gesät. MD, der letzte Show kurz davor
stand seine Maske abzulegen und einen neuen Weg einzuschlagen, trägt den
bekannten Identitätsschmuck und versteckt damit seine Wut auf die störende
Patricia. Das Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden. Und es ist der Weg
der unbekannten Konstante, den er weiter gehen will! Der Quest for the Best
bietet ihm die Möglichkeiten dafür. Die Chance, den Weg zu vollenden, sich
endlich zu offenbaren.
Der
Fighter atmet aus. Er trägt bereits seine dunkle Ringhose. Ein T-Shirt aber
verdeckt seinen von geschichtsträchtigen Narben gezeichneten Oberkörper. Lange
hat er für das Gerasy-Match gekämpft, um schließlich erneut zu scheitern. Der
Schlächter, der für die Stacheldrahtnarben auf seinen Armen verantwortlich ist,
hat gewonnen. Die Niederlage hat Zweifel hervorgerufen. Die ewigen Zweifel. Die
Maske sitzt wieder, doch wie lange wird er sie noch ertragen können? Welche
Niederlage wird den Glauben an das Erreichen des Zieles brechen? Wann wird MD
aufgeben müssen?
Mad Dog: „Verschwinde und lass mich in Ruhe,
du Göre!“
Patricia
legt den Kopf leicht schief und grinst ihr Gegenüber frech an. Da er maskiert
ist, bleibt ihr seine Mimik verborgen, und auch wenn Patricia sich dieses
vermutlich niemals eingestehen würde, bereitet ihr dieser Zustand leichtes
Unbehagen. Dafür aber weiß sie, dass MD angeschlagen ist. Er braucht einen
Sieg… und der geht allein über sie.
“No
entiendo, señor. Sólo soy una niña inocente!”
Mit gespieltem Erschrecken hebt sie beide Hände, so als
gelte es, sich vor Schlägen zu schützen. Mad Dog greift entschlossen nach der
Sprühdose. Er will die Sache beenden, ehe sie eskaliert. Es sind nur noch
wenige Minuten bis zum Opener.
Mad Dog:
“Spiel nicht die Dumme... du verstehst mich genau. Gib...”
Weiter kommt er nicht, denn in diesem Moment sprüht ihm
Patricia einen satten Stoß aus der Spraydose mitten ins Gesicht. Die Farbe
brennt sofort in seinen Augen und er macht einen Satz zurück.
Mad Dog:
“AARGH... VERFLUCHTER MIST!!!”
Patricia:
“Ups.”
Er kann zwar momentan nichts sehen, aber sein Gehör macht
Mad Dog doch keinen Strich durch die Rechnung. Ein schneller Satz. Patricia hat
scheinbar ihre Position gewechselt. Warum? Um ihn nun zu attackieren?
In Erwartung eines Angriffs spannt der verrückte Hund
sämtliche Muskeln in seinem Körper an. Er zwingt sich, die Augenlider zu
öffnen. Wieder dieses Brennen, aber nun kann er das Geschehen um sich herum wie
durch einen Schleier sehen. Immerhin.
Mad Dog:
“Versuche es ja nicht. Eine Attacke würde dir nicht gut bekommen und wir wollen
doch beide das Publikum nicht enttäuschen, indem du die nächste Zeit in der
Krankenstation verbringst. Wie ich hörte, hast du diesen Ort in letzter Zeit
häufiger besuchen müssen...”
Patricia
lacht leise. Aber es ist ein bitteres Lachen. Nur zu gut kann sie sich noch an
die Attacke von Rebel called Hate und seinen Schergen erinnern, aber diesen
Punkt auf ihrer To-Do-Liste würde sie später noch abhaken. Stattdessen blickt
sie Mad Dog belustigt an. Seine rot eingefärbte Maske steht ihm überhaupt
nicht.
Patricia: „Atrapados! Das würdest du tun? Du
würdest wirklich eine… Frau schlagen?“
Plötzlich
steht sie ganz dicht vor ihm – dichter, als Mad Dog eigentlich lieb ist. Ihr
rechter Arm streift kurz seinen muskulösen Brustkorb, eine kleine Berührung,
die aber einen winzigen Augenblick zu lange dauert, um tatsächlich nur Zufall
zu sein. Patricia blickt zu dem fast einen Kopf größeren Mad Dog auf, fixiert
ihn mit ihren stahlblauen und mit dunklem Kajal umrahmten Augen.
Patricia: „Eine kleine… unschuldige… Frau?“
Für
einen Moment hat MD die Augen geschlossen. Aufgrund des immer noch anhaltenden
Brennens in den Augen oder hat die zärtliche Berührung etwas in sein
Körpergedächtnis gerufen, was er bereits verdrängt hatte? Lautes Ausatmen.
Mit
einem heftigen Stoß entflieht MD den schönen Augen der deutlich
leichtgewichtigeren Selladore und damit den Gedanken an die Frauen in seinem
Leben. Er hat sie alle verlassen… hinter sich gelassen. Für seinen Traum. Für
sein Ziel. Sogar sein Kind, seine Tochter, hat er verstoßen.
Mad Dog: „Ich lass mich nicht um den Finger
wickeln!“
Der
Satz kommt nicht überzeugend daher. Doch muss er ihn sagen, um sich nicht
einzugestehen, dass ihm Zärtlichkeit und Liebe fehlen. Denn allein das Wrestling
blieb. Das Wrestling und das Ziel, erneut World Champion zu werden. Vielleicht
ist das der tiefste Grund dafür, dass die Maske wieder am rechten Fleck
sitzt... dass er allein die Maske… liebt.
Mad Dog: „Hör mir zu und das kannst du auch
dem sagen, bei dem dein Bezirzen geklappt hat: Mein Weg ist noch nicht am Ende.
Ich bin noch nicht am Ende, verstehst du? Ich habe vieles gesehen. Kommen und
gehen. Meistens blieb eines und das war ich! ICH! Ich habe es satt der Zweite
zu sein… MIR GEBÜHRT DIE NUMMER EINS! Und wäret ihr nicht gewesen, wäre ich es
schon, denn IHR HABT MEIN ZIEL ZERSTÖRT! Doch es gibt den Quest, Patricia. Es
gibt dieses verdammte Turnier. ICH KOMME WIEDER… ich werden den Quest gewinnen!
Daran wirst du mich nicht hindern, daran wird mich niemand hindern, denn ich
bin die unbekannte Konstante! Ich bin die einzige Konstante, die die PCWA im
letzten Geschäftsjahr hervorgebracht hat. Ich trage diese Liga bereits auf
meinen Schultern, die Liga, in der ich IMMER DAS FINALE ERREICHE! Du hast die
längst überfällige Vollendung beim Impact zerstört, meinen Ziel verschoben. Du
hast den Krieg begonnen, Selladore… was juckt mich deine Weiblichkeit?“
Patricia
zieht eine Augenbraue hoch.
Patricia:
„Oh, hablador, qué horror! Du also willst also die Nummer eins sein, der
Wolf im Wildgehege? Und nun stehst du hier vor mir und heulst dir deine kleinen
Äuglein aus, weil jemand anderes dir dein tolles Ziel kaputt gemacht hat. Wie
entwürdigend! Ist das etwa das Verhalten, das dich an die Spitze bringen soll?
Würde ein Robert Barker hier sich so verhalten, ein Valkos Heritage oder ein
Azrael Rage? Würden sie sich auch wie Kleinkinder benehmen, denen man ihre
Rassel weggenommen hat? Nein. Sie alle würden über deine albernen Spielchen
lachen.”
Patricias
Miene wird auf einmal ernst.
Patricia: „Also hören wir doch einfach auf
damit. Keine weiteren Spielereien mehr. Auch ich habe nicht vor, gleich dieses
Match zu verlieren. Ich weiß, dass die Wetten da draußen schlecht für mich
stehen. Du bist der große Mad Dog, der gefeierte Liebling der Massen, der ewige
Zweite. Du hängst als Poster in den Zimmer pubertierender Mädchen. Dich haben
kleine Jungs als Actionfigur zu Weihnachten unter dem Tannenbaum. Wie toll wäre
es, wenn du einmal ganz oben stehen würdest, wenn du dieses verdammte Turnier
gewinnen könntest, um dann Robert Barker um den Gerasy Title heraus zu fordern?
Scheiße, diese Wichser von Kerry & Gaelic träumen doch schon von dem
Vermarktungsmöglichkeiten, die du ihnen bieten könntest. Wer bin ich denn schon
im Vergleich zu dir? Eine abgefuckte Schlampe, die sich in den letzten Wochen
häufiger für einen Caleb Yuma hinlegen musste als eine dreckige Bahnhofsnutte
für ihre nächste Dosis Crack. Niemand will mich in diesem Turnier sehen. KEINE
EINZIGE MENSCHENSEELE! Und genau deswegen werde ich dafür kämpfen, dass es
anders kommt.“
MD
schüttelt genervt mit dem Kopf.
Mad Dog: „Ich zittere, ich zittere…“
Der
Fighter führt seine Hand vor und vibriert sie leicht.
Mad Dog: „Wieso erzählst du mir so einen
Müll? Glaubst du ich weiß das nicht, huh!? Du willst der Angst beweisen, dass
du sie fickst und nicht umgekehrt. Ist es nicht so? Das, was du im Bett bereits
bekommst, willst du auch hier – ist doch klar! Natürlich willst du ihm den
Dolch in den Rücken jagen und was böte sich da mehr an, als eine Chance auf den
Gerasy jederzeit und überall? Bis dahin rennst du wie ein kleines Kind durch
die Gegend und machst ein bisschen Ärger, huh!?“
MD
schaut kurz auf seine Kabinentür und zeitgleich berührt seine Hand die nun rot
besprenkelte Maske. Sie hat ihn beschmutzt und daher gehört Selladore in Fetzen
gerissen. Gleich…
im Match.
Mad Dog:
„Das Living Dead Girl… Tzz… Das ich
nicht lache. Mich schüchterst du mit deiner billigen Sandkastenschaufel
Klauerei nicht ein, vielmehr hast du wohl Angst vor mir – oder warum wartest du
nicht auf das Match, verschwindest endlich und lässt mich in Gottes Namen
in Ruhe?“
Aber
sie denkt gar nicht daran.
Patricia: „So leicht wirst du mich nicht
los. Ebenso wenig wie du die Wahrheit abschütteln kannst. Guck dich doch einmal
an, Mad Dog. Du versteckst dein Gesicht hinter einer Maske, weil du sie als
Schutz brauchst. Als Schutz vor der bitteren Realität, die gerade vor dir
steht. Natürlich warte ich darauf, Robert Barker den Dolch in den Rücken zu rammen
– und zwar in genau dem Moment, in dem er einmal so werden sollte wie du. Mad
Dog, wann ist das Feuer in dir erloschen? Wann wurdest du zu dem angepassten
Versager, der du heute bist? Damals hätte ein Dolchstoß dem allen ein Ende
bereiten können. Glaube mir, ein Robert Barker würde das gleiche auch für mich
tun und genau das macht die ANGST aus. Wir machen uns nichts vor. Wir leben
ohne Maske, wir sehen der Wirklichkeit ins Gesicht und ziehen unsere Schlüsse
daraus, so grausam diese auch erscheinen mögen. Bald schon, da wird die
Wirklichkeit dich einholen und du wirst erkennen müssen, dass am Ende immer das
Schlechte gewinnt. Es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen.“
Sie
schlägt dreimal in die Hände, um das Zählen des Referees beim Pinfall zu
simulieren.
Patricia: „Höre dir das gut an, Mad Dog.
Gleich im Ring wirst du es ebenfalls hören und dann werde ich es sein, die
triumphiert.“
Mit
einem wuchtigen Hieb schlägt Mad Dog Patricia die Dose aus der Hand. Aggressiv
fletscht er die Zähne, während die hohlen Klänge der Dose im Hintergrund zu
hören sind. Die coole Fassade bröckelt.
Mad Dog: „DU GLAUBST MIT MIR SPIELEN ZU
KÖNNEN, HUH!? MICH VERUNSTALTEN ZU KÖNNEN? FICK DICH…“
Wieder
fasst sich der Fighter an die Maske. Sie hat ihn berührt. Er ballt die Faust.
Mit bitterem Unterton spricht der Hund die folgenden Worte. Noch einen Schritt
und er beißt zu. Noch ein Schritt und er vergisst den Opener.
Mad Dog: „Mach das Geschmiere weg, sonst
zerreiß ich dich auf der Stelle!“
Patricia
explodiert förmlich.
Patricia: „ACH JA? Ist das der Moment, in
dem das zahme Hündchen auf einmal dem Wolf Platz macht, der doch noch ganz tief
in ihm steckt? IST DAS JETZT DER WAHRE MAD DOG?“
Ihre
Augen funkeln vor Wildheit.
Patricia: „Nun, dann lass es uns gleich
austragen. Hier und jetzt!“
Sie
zieht sich die Ärmel hoch und macht sich bereit, auf Mad Dog loszugehen, aber
eine Stimme unterbricht sie.
„Pssst. Aller
Güter höchstes sei Besonnenheit.“
Irritiert
wandert ihr Blick zur Seite, wo in diesem Moment ein großgewachsener Mann in
unser Blickfeld tritt.
Adam
Reynolds.
Ernst
blickt der athletische, aber inzwischen graumelierte und von deutlichen Falten
gezeichnete ehemalige „Last Warrior“
seine Tochter an. Er trägt einen eleganten schwarzen Anzug, aber der
Dreitagebart und das zu einem kurzen Zopf zusammen gebundene Haar wollen
irgendwie nicht so recht dazu passen. MD atmet aus und rollt mit den Augen.
Adam: „Sophokles hat das vor über
zweitausend Jahren gesagt, aber in die Köpfe der heutigen Jugend will es
offenbar immer noch nicht hinein.“
Patricia: „Dad!“
Patricia
will noch etwas entgegnen, aber eine kurze Geste reicht aus, um sie zum
Verstummen zu bringen. Stattdessen wendet sich Adam nun Mad Dog zu.
Adam: „Es tut mir leid, wenn dir
Unannehmlichkeiten entstanden sind. Töchter, egal wie alt sie auch sein mögen,
bereiten einem doch immer Kopfzerbrechen. Du kennst das, right? Ich werde das
da…“
Er
deutet kurz mit dem Zeigefinger auch die Schmierereien an der Wand und die
eingefärbte Maske. Nur kurz und kaum zu erahnen blitz ein gewisses Amüsement in
seiner Mimik auf.
Adam: „… selbstverständlich in Ordnung
bringen lassen. Ich möchte nicht, dass etwas zwischen uns steht, so unter
alten… Freunden.“
Das
kurze Zögern vor dem letzten Wort sagt alles aus. Patricia stößt einen ungläubigen
Laut aus und murmelt dann etwas in sich hinein.
Patricia: „Mir wird gleich schlecht…“
Wieder
atmet MD aus. Die Wut kocht in ihm, da kommt sein alter Weggefährte nicht
besonders gelegen. Zumal ihn die Rückkehr Reynolds‘ so oder so nicht besonders
fröhlich stimmte.
Mad Dog: „Alte Freunde? Wann, Adam, wann
waren wir je Freunde? In der PWC war ich, wie nanntest du es noch gleich… ein
kleines Licht… ja, so nanntest du es. Ein kleines Licht. Zu klein für den
großen Last Warrior, huh!?“
MD
rollt mit den Augen. Man merkt deutlich den ironischen Unterton seines letzten
Satzes.
Mad Dog: „Und in der GCW standen wir auf
zwei unterschiedlichen Seiten. Was soll dieser Mist? Alter Freund – willst du
mich ebenfalls provozieren? Da hat dir dein verzogenes Gör doch tatsächlich
etwas voraus…“
Seine
Maske hat noch niemand besprüht. Wütend leuchten seine Augen das Living Dead
Girl an. Dann widmet er sich wieder Reynolds.
Mad Dog: „…bis sie die Unberechenbarkeit der
unbekannten Konstante erkennen wird bleibt noch ein bisschen Zeit. Sei’s drum…
Was soll der Aufmarsch, Adam? Was willst du hier?“
Adam
stößt kurz ein Seufzen aus.
Adam: „Oh, c’mon. Du wirst doch nicht
nachtragend sein, oder? Was so viele Jahre zurück liegt, sollte nicht wieder
ausgegraben werden. Wir sind hier in der PCWA und nur das zählt. Ich bin hier,
um Patricia die Chancen zu ermöglichen, die ich damals nicht hatte.“
Patricia
lacht bösartig in sich hinein. Man sieht ihr deutlich an, dass hinter den
Worten ihres Vaters eine konkrete Absicht steht.
Patricia: „Oh, ich komme auch ganz gut ohne
deine Hilfe zurecht.“
Adam: „Natürlich kommst du das. Aber… ich
glaube, es gibt hier andere Leute, die ein klein wenig Hilfe gebrauchen
könnten…“
Sein
Blick fällt erneut auf den Schriftzug neben der Tür. Leise spricht er scheinbar
in Gedanken mit sich selbst, allerdings genau so laut, dass Mad Dog ihn gerade
eben verstehen kann.
Adam: „Inflection Scale. Das ist genau die
richtige Gruppierung für jemanden, der sich mit der Rolle des ewigen Zweiten
zufrieden gibt.“
Die
Augenschlitze des Night Fighters verengen sich, während die Augenbrauen unter
den Maskenrand gezogen werden.
Mad Dog: „Ich dachte wir lassen die alten
Geschichten fallen und blicken auf die Zukunft, huh!? Denn die Zukunft kennt
keinen ewigen Zweiten Mad Dog mehr, die Zukunft kennt keinen ewigen Zweiten
Night Fighter mehr. Die Zukunft kennt nur die unbekannte Konstante und zwar an
erster Stelle – ob mit Inflection Scale oder ohne. Das, mein Guter, ist
zweitrangig.“
Kurz
denkt Mad Dog an Blake… und die letzte Vendetta, als sie sich trennten. Doch da
wusste MD noch nicht, dass er die Maske wieder anziehen und wieder er selbst
sein würde. Der Drang, etwas nachzuschieben, bevor Adam antworten kann,
überkommt den Night Fighter.
Mad Dog: „Unterschiedliche Wege führen zum
Ziel, Adam. Du willst deinen Weg an deine Tochter weitergeben, Barker wollte
seinen an Nowak weitergeben und auch ich möchte meinen… Weg… weitergeben. Denn…
Denn es ist der bisher nicht beschrittene Weg der unbekannten Konstante!“
Adam
schüttelt den Kopf. Dann hebt er die Stimme wieder.
Adam: „Nun. Deine Meinung. Ich hoffe für
dich, dass du mehr daraus machst als immer nur dieselben leeren Worte. Einmal,
wenigstens einmal möchte ich tatsächlich den Wolf in dir sehen und nicht das Hündchen.
Aber genug der langen Worte. Denke einfach mal darüber nach, Mad Dog. Sag,
magst du die Kellerräume immer noch so gerne wie damals?“
Er
blickt erst Mad Dog und dann Patricia an.
Adam: „Ach, das hättest du damals erleben
sollen. Wie er und seine Buddies Eleven und Seann sich immer in den Gewölben
herumgetrieben haben, diese bösen Burschen. Schreibt ihr euch zu Weihnachten
eigentlich noch Karten?“
Er
lacht.
Adam: „Vielleicht sollte ich mir die
Kellerräume hier auch einmal etwas näher ansehen. Man weiß nie, was sie
interessantes zutage fördern, oder? Schließlich hat doch jeder seine ganz
eigenen Leichen dort unten versteckt. Man sieht sich. So oder so.“
Mit
einem knappen Nicken verabschiedet er sich. Ohne auf eine weitere Reaktion zu
warten, dreht er sich um und wandert den Flur hinunter. Zurück bleiben Patricia
und Mad Dog.
MD
schaut Adam hinterher. Er hatte kein gutes Gefühl bei der Rückkehr von Reynolds
und auch dieses erste Treffen vermochte seinen Unmut nicht aufzulösen. Im
Gegenteil… Der Last Warrior brachte einige Fragen mit
sich, die er lösen musste. Wieso diese ganzen Provokationen, wenn er doch nur
Manager sein wollte? Adam war eine Konstante der Wrestlingwelt – doch der Weg
der unbekannten Konstante ist der wahre, er ist der richtige für ihn, den Night
Fighter. Adam glaubt ihn zu durchschauen, doch in Wirklichkeit ist MD der
Unbekannte. Wozu sonst der Aufmarsch von Reynolds und seiner Tochter so kurz
vor dem Kampf? Zeigt es nicht ihr Unwissen, was ihn betrifft? Ihre… Angst? Er
ist das vollendete Fragezeichen und als dieses wird er den Quest bestreiten.
MD
betrachtet seine Maske von innen, als Selladore ihn aus den Gedanken reißt.
Patricia: „Die ‚verkommene Tochter‘ wird es
dir Hündchen gleich noch zeigen. Huh?!“
Sie
wirft den Kopf in den Nacken, beginnt zu kichern und schüttelt sich.
Patricia: „Huh?! Huh?! Huh?!“
Mad Dog: „Hört sich vielversprechend an…“
Der
Fighter grinst. Er hat die Kontrolle wieder, die Vorfreude auf den Opener
steigt und die Provokation von Selladore prallt wieder an ihm ab. Trocken
entgegnet er.
Mad Dog: „Hat dir Barker das eingeimpft, um
immer an mich erinnert zu werden, wenn du stöhnst? Es freut mich zu hören, dass
seine Gedanken an mich, die unbekannte Konstante, ungebrochen scheinen. Die
Aussprache beherrschst du. Mir obliegt es wohl, dir gleich zu zeigen, wie
schmerzvoll und ambivalent ein ‚huh‘ sein kann…“
Der
Fighter dreht sich um und knallt, die Worte, die er Selladore nach seinem Sieg
ins Ohr brüllen wird, bereits im Hinterkopf, die Türe zu. Der Opener kann
kommen.
Mike Garland: „Oh je…oh je… Patricia und MD
rasseln hier gehörig aneinander. Und zwar nur wegen Selladore.“
Vincent Craven: „Wäre ihr Vater nicht
hinzugekommen, hätten wir wohl schon einen krassen Vorgeschmack auf den Opener
bekommen.“
Mike Garland: „Jamie Hudson hätte es
sicherlich gefreut… aber so haben sich die beiden wieder ein wenig beruhigt.“
Vincent Craven: „Patricia hatte es ja bereits
letzte Show auf MD abgesehen und auch beim Impact sind die beiden aneinander
geraten.“
Mike Garland: „Ihr erstes Aufeinandertreffen
im Ring dürfte also durchaus interessant sein. Aber mit dieser Vorgeschichte ist
das bestimmt nicht das letzte Match der beiden gewesen. Egal wie es ausgeht.“
Vincent Craven: „Nicht, dass sich gleich der
Dritte freut!? Nämlich Jamie – wenn wir hier die zwei Streithähne…oh pardon…
ist ja nur ein Hahn…“
Mike Garland: „Ja, aber du hast Recht. Für
Jamie öffnet das sicherlich die ein oder andere Tür.“
Vincent Craven: „Seltsam erachte ich den
Auftritt von Adam Reynolds. Meinst du es war Zufall, dass er hier aufgetaucht
ist?“
Mike Garland: „Sah zumindest so aus…
Andererseits könnte es in der Tat auch psychologische Kriegsführung gewesen
sein. Eine Absprache mit Patricia. Vielleicht wissen sie, dass MD zu
Unüberlegtem neigt, wenn er provoziert wird.“
Vincent Craven: „Aber in welche Richtung das
dann wiederum ausschlägt, ist schwer vorher zu sagen, oder?“
Mike Garland: „Das stimmt auch… Naja… Gleich
im Match wird es sich zeigen, ob der Hund angestachelt ist oder ob ihn Selladore
doch aus der Ruhe bringen konnte. Vielleicht haben sich beide hier allerdings
auch zu sehr auf sich konzentriert und damit Jamie Hudson einen Vorteil
beschert.“
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Überrascht beobachtet Luke Tyler
den jungen, dunkelhaarigen Mann, der soeben ins Sichtfeld des langjährigen
Interviewers tritt und sich fragend in den Hallengefilden umsieht.
Tyler schätzt das unbekannte
Gesicht auf Mitte Zwanzig und ärgert sich darüber, dass ihm trotz seines
andauernden Einsatzes für die Liga anscheinend diesmal etwas entgangen ist.
Denn die Person sieht nicht unbedingt nach einem Backstagemitarbeiter aus, was
zunächst durch den muskulösen Körperbau und dann durch den Auftritt des Mannes
klar wird. Denn die Art und Weise, wie der junge Herr langsam durch den Gang
auf Tyler zuschlendert, ohne diesen direkt anzublicken, lässt eindeutig darauf
schließen, dass er es offenbar nicht nötig hat, sich einem Veteran wie dem Mann
mit dem Mikrofon unterzuordnen. Und das kann sich in den hierarchischen
Gefilden der Angestellten nur jemand erlauben, der auch in den Ring steigt.
Auch wenn Tyler keine Ahnung hat,
wer der Kerl dort ist...er bringt sein Mikrofon sofort in Position, so dass der
Unbekannte zwangsweise direkt davor stehen bleiben muss.
Als dieser seinen Kopf hebt und
Luke Tyler erstmals in die Augen blickt, lächelt er stirnrunzelnd mit einer
Mischung aus Amüsement und Überraschung. Offenbar soll er hier, obwohl komplett
unbekannt, tatsächlich interviewt werden.
„Ich warte.“
Die überrascht harten Worte, die
so gar nicht zum Grinsen im Gesicht passen, überraschen Luke Tyler, der gerade
nach einer passenden Einstiegsfrage suchte, ehe ihn die Ungeduld des Bärtigen
überrumpelte.
„Nicht, dass ich etwas zu tun
habe. Aber ich finde es lustig, dass du hier nun mit einem Mikrofon vor mir
stehst, ohne dass ich schon etwas erreicht habe, weswegen ich ein guter
Interviewpartner wäre, und dir dann aber keine Frage einfällt. Kein
Musterzeugnis für dich, aber unterhaltsam für mich.“
Er lächelt breit, doch in seinen
Worten schwingt die pure Herablassung mit. Auch wenn Tyler ganz der Profi ist,
so zeigt sich für einen Moment die Unsicherheit über die Situation und das
Verhalten des Mannes. Schon einen Augenblick später ärgert sich Tyler über diese
Schwäche am Meisten.
„Ganz ruhig...lass dir Zeit. Ich
stehe einfach hier und wundere mich darüber, wie du es pflegst, deinen Job zu
machen. Keine Hektik.“
Der Dunkelhaarige verschränkt die
Arme vor der Brust und starrt desinteressiert abwechselnd Wand und Boden an. Es
fehlt eigentlich nur noch, dass er unbeteiligt zu Pfeifen beginnt, dann wäre
die gespielte Falschheit perfekt.
Doch Tyler atmet einmal tief
durch.
Luke Tyler: Nun denn. Ich gehe,
so schätze ich es ein, davon aus, dass ich es hier mit einem Neuen zu tun habe.
Stimmt’s?
Rhetorische Frage. Auch Tyler
beherrscht die Kunst der starken Gesprächsführung und fährt direkt fort. Er
geht kaum auf das unmerkliche Nicken des jungen Mannes ein, als er seine
Vermutung aufstellt.
Luke Tyler: Doch auch irgendeinem
Grund wurde mir deine Identität vorenthalten oder für nicht
so...wichtig...befunden. Und damit erteile ich dir das Wort an die PCWA-Welt.
Im Inneren könnte sich Tyler
selbst einen High-Five dafür geben, wie er es doch wieder einmal geschafft hat,
das Ruder herumzureißen und seine Bloßstellung zu vermeiden. Doch der Junge ist
davon augenscheinlich mehr als unbeeindruckt und deutet sogar noch eine
hochmütige Verbeugung an, als er das symbolische Wort, in Form des Mikrofons, entgegennimmt.
„Ich bin der
Neue. Mit einem Körper voll Selbstbewusstsein, einen Hand voll Talent und einer
halben Fingerkuppe voll Respekt.“
Die Ernsthaftigkeit der Aussage
wird durch ein direkt folgendes Lachen erst mal in Frage gestellt, dann zuckt der Neue die Schultern.
„Sowas wollt ihr doch hören, was?
Klare Aussagen mit möglichst hoher Schlagzeilentauglichkeit.“
Gerade als die Erwiderung Tylers
kommen soll, hebt der Mann die Hand und für einen Moment scheint es so, als ob
er sie dem Interviewer auf den Mund drücken will, doch dann lässt er sie in der
Luft stehen. Tyler verstummt dennoch.
„Wiley Cuts“
Die Nennung seines Namens sieht
Cuts offenbar als ausreichende Vorstellung. Und um den ohnehin schon bizarren
Charakter der Situation noch zu perfektionieren, hält er Tyler nun, plötzlich
ganz freundlich, die Hand hin. Die Echtheit der Geste ist sicherlich in Frage
zu stellen.
Luke Tyler: Also gut...
Noch während der Interviewer
einschlägt, nutzt er den Moment für eine weitere Frage. Und diesmal will er die
Oberhand behalten. Er hat dieses Spiel angenommen...
Luke Tyler: Und der Vertrag ist
also schon in trockenen Tüchern? Nun denn, was können wir denn von Wiley...“
Es ist nicht unbedingt
ersichtlich, ob er den Namen nun wirklich vergessen hat, oder es einfach als
Vorwand nutzt, seinen Ärger zu überspielen.
„Cuts.“
Nicht nur, dass er den Namen mit
samtweicher Stimme sagt...er zwinkert Tyler, mit extra groß gespielter Mimik,
danach auch noch breit grinsend zu, was den Interviewer innerlich auf die Palme
bringt.
„Und ja, ich habe tatsächlich
einen Vertrag hier unterschrieben, wie deine langjährig geschulten
Wrestler-Erkennungs-Sensoren ganz richtig erkannt haben. Und auch wenn ich
gerne dein „Wer-gewinnt im Gespräch-die-Oberhand“-Spiel mitmachen würde, so hat
zum Einstieg auch ein ganz normales Interview seinen Reiz, wenn du einfach mal
deinen Job machen würdest!“
Mit quasi jedem Wort wurde Wiley
eindrücklicher und lauter, so dass sich bei Tyler ein Klos im Hals bildet. Ist
er wirklich zu weit gegangen? Sollte er in seiner Laufbahn nicht gelernt haben,
dass man sich von hochmütigen Youngsters nicht provozieren lassen soll?
Er verkneift sich weitere
Sticheleien.
Luke Tyler: Und was können wir
von Wiley Cuts in der PCWA erwarten?
Überrascht von der direkten Frage
zieht Cuts eine Augenbraue hoch und blickt Tyler für einen Moment eindringlich
an. Dann lächelt er wieder.
„Das wird man sehen. Und das ist
wirklich eine interessante Fragestellung...was kann ein unbekannter Wiley Cuts
in einer festgefahrenen Welt des Wrestling ausrichten, in der das Wort „Same
old Shit“ mittlerweile auch als Ligenmotto durchgehen könnte?“
Er wird deutlich ernster.
„In einer Liga, die von
Masterplänen und Psychopathen regiert wird? Einer Liga, in der ein Großteil
nach Monaten von Backstage-Politik selbst in den Wahnsinn getrieben wird?“
Seine Augen funkeln, dennoch
scheint sein Blick für einen Moment leer. Er ist offenbar in Gedanken. Nach
einem Moment kehrt sein Fokus zu Tyler zurück.
„Ja, was kann ein Wiley Cuts dort
ausrichten? Ich...weiß es nicht. Doch wir werden es sehen. Vielleicht wird
irgendwann meine Zeit kommen, in der ich die Chance haben, etwas zu verändern
und mich den Großen dieser Liga.“
Schulterzucken.
„Und die Zeit beginnt jetzt.“
Im Vorbeigehen klopft er Tyler
auf die Schulter, dann verschwindet er im Backstagebereich.
Mike Garland: „Wiley
Cuts also...die PCWA-Familie hat wieder Zuwachs bekommen. Der zweite in dieser
Season!“
Vincent Craven: „Und
es wird wohl interessant sein, was nach dieser Vorstellung folgen wird.“
Mike Garland: „Ja,
das ist in der Tat immer das interessanteste an einem Debüt. Wiley Cuts kommt
auf jeden Fall schon mal sehr selbstbewusst rüber… aber mehr können wir hier
und jetzt noch nicht ausmachen.“
Vincent Craven:
„Zumindest ist das ein gutes Zeichen für die PCWA. Cuts sagte es im Interview…
nicht immer die gleichen Leute, sondern frische Gesichter bringen die nötige
Abwechslung.“
Mike Garland: „Mit
Töle und Cuts haben wir in jedem Fall zwei vielversprechende dabei.“
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Jamie Hudson sitzt auf einem
Stuhl. Bei ihm befindet sich Person B.
Person B: „Jetzt, da Elroy
leider verletzt ist, bist du die neue Nummer Eins bei Kerry & Gaelic!“
Der schwarze Mann blickt
hinauf zur operativen Gewalt der PCWA.
Jamie Hudson: „Schon komisch
wie schnell das manchmal geht. Vor kurzem noch wolltet ihr mich in einem Knast
verrotten lassen und jetzt bin ich eure große Hoffnung…“
Eine Stimme unterbricht ihn.
„…UNSERE Hoffnung! Beziehe
dich selbst bitte mit ein, du bist ein Teil von Kerry & Gaelic – TNE!“
Die Blicke der beiden
bisherigen im Raum befindlichen Personen richten sich auf die Tür. Dort steht
er, gestützt auf Krücken.
Person B: „Elroy, schön dich
zu sehen.“
Der Adressat der netten Worte
nickt gequält, dann humpelt er zu Jamie hinüber.
Elroy: „Du bist jetzt das
Aushängeschild. Da ich nicht am Quest 4 the Best Turnier teilnehmen kann, musst
du die Firma vertreten. Wir bauen auf Dich – ALLE!“
Hudson erhebt sich, er
schüttelt den Kopf.
Hudson: „Ich weiß nicht so
recht. Irgendwie geht das alles zu schnell. Wollt ihr mich nicht erstmal zum Essen einladen
bevor wir gleich einen so großen Schritt wagen?...“
Elroy: „…Hast du etwa Angst
vor der Verantwortung?“
Der Angesprochene lacht.
Hudson: „Nein, die hab ich nicht, allerdings weiß ich nicht ob
mir das so gefallen wird, was ihr aus mir machen wollt. Nicht das ich mich dann
irgendwie beengt fühle, wehe ihr nehmt das zu wörtlich und steckt mich in
irgendein Tierkostüm. Ich fühle mir nur so ok?“
Elroy: „Ja, das kenne ich. So
ging es mir auch. Aber nachdem du mich besiegt hattest, wusste ich, dass ich
mich endlich klar und deutlich zur Firma bekennen muss. Vielleicht war es da
aber schon zu spät. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Schau an, was daraus geworden
ist. Ich bin am Ende.“
Hudson: „Wer sagt, dass mir
das Gleiche passiert? Ich bin nicht wie du, vergessen? Ich bin Jamie Hudson,
mir wird sowas nicht passieren.“
Elroy: „Doch. In der PCWA
läuft es immer gleich. Alles ist berechenbar. Und niemand berechnet so gut wie Kerry
& Gaelic.“
Ein Nicken bei der im
Hintergrund befindlichen Person B. Sie tritt nach vorn.
Person B: „Elroy hat Recht.
Nutze die Gunst der Stunde, Jamie. Also, bist du unser Aushängeschild?“
Hudson wägt die Situation ab,
sollte er auf das Angebot eingehen? Was er will ist vergessen, aber eine
Allianz, jemand der ihm den Rücken stärkt. Das klingt alles auch nicht
schlecht, auch wenn ihm die Erinnerungen von früher bleiben, heißt es ja nicht
das seine zukünftigen Erinnerungen die alten nicht in den Schatten stellen
können oder?
Hudson: „Ich denke mal fürs
erst schon.“
Überzeugend klingt das zwar
nicht, allerdings fällt Hudson auch kein Grund ein, der ihm wichtig genug
erscheint das Angebot abzulehnen. Er knirscht mit den Zähnen, was jetzt, mach
das Beste daraus, spricht eine Stimme zu ihm.
Hudson nimmt daraufhin eine
Tasche entgegen, die er von einem K&G Angestellten kriegt.
Er packt einen Anzug und ein
Paar Timberlands aus, eigentlich passen die nicht zum Anzug, aber Anzugschuhe
passen nicht zu ihm und immerhin dreht sich alles um Hudson.
Ohne jemanden im Raum noch
eines Blickes zu würdigen verschwindet er Richtung Kabine.
Mike
Garland: „Und da haben wir den dritten Wrestler, der gleich im Opener antreten
muss, um womöglich ein Ticket fürs Halbfinale des Quest for the Best Turniers
zu ergattern.“
Vincent
Craven: „Auch er war vor nicht allzu langer Zeit ein Neuling, wie es Wiley Cuts
heute ist, doch jetzt ist Hudson bereits das Aushängeschild von Kerry und
Gaelic.“
Mike
Garland: „Wenn auch mangels Alternativen…“
Vincent
Craven: „Richtig. Elroy ist verletzt… und so muss seine Position im Turnier
wohl noch durch jemand anderen ersetzt werden. Schade, denn eigentlich wäre es
ja zum Wiedertreffen mit Diego Sanchéz gekommen, den Schmidke damals mit seinem
Turn zu K&G aus dem K&G Team und zeitgleich aus der PCWA schmiss.“
Mike
Garland: „Tja… so schnell kann es gehen. Ironie des Schicksals, dass nun Kerry
und Gaelic einen Schritt vor dem Abgrund steht.“
Vincent
Craven: „Ihre Hoffnung liegen auf Jamie Hudson, mal sehen, in wie weit sich
dieser in die Rolle einfinden kann… der Opener gleich wird bereits der erste
Prüfstein.“
Mike
Garland: „Für gewöhnlich gibt K&G den Wrestlern nicht so viel Zeit zum
Eingewöhnen. Also könnte der erste Prüfstein auch schon der letzte sein, was?“
Vincent
Craven: „Dann ständen sie ohne Aushängeschild da und hätten sich tatsächlich zu
Tode politisiert.“
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Willkommen
in der PCWA Lounge.
Das
kleine und nobel eingerichtete Restaurant ist noch nicht lange Teil des Phoenix
Centres, hat sich aber in den letzten Wochen seit der Eröffnung bereits zu
einem beliebten Anlaufpunkt für Feinschmecker aus ganz Berlin entwickelt. Hier,
abseits des gesamten Trubels, lässt es sich in vielerlei Hinsicht gut leben:
Feinste französische Köche verwöhnt Gaumen und Magen, während die anderen Sinne
von der leisen Geigenmusik und dem wohlig flackernden Kerzenlicht ebenso
angeregt werden.
Eine
Lokalität, in die man eine Frau beim ersten Date ausführt, wenn man sie ins
Bett bekommen möchte.
Ob
unser Tribune Champion gerade ebensolche Absichten hegt, können wir natürlich
nur vermuten. Wir sehen Alistair Brunswick gerade an einem Tisch sitzend. Die
obersten Knöpfe seines schwarzen Seidenhemdes sind leicht aufgeknöpft, so dass
man seinen muskulösen Brustkorb gut erahnen kann, der im perfekten Einklang zu
seinen breiten – aber nicht zu breiten – Schultern steht. Die Haare trägt er
etwas kürzer als zuletzt und auch nicht mehr ganz so blondiert wie zu seinen
Anfangstagen. Ein Bild von einem Mann, prädestiniert für das große Poster im
Mittelteil des PCWA-Magazins.
In der
rechten Hand hält er ein Rotweinglas, während er sein Gegenüber am Tisch mit
himmelblauen Augen ansieht. Augen, die gleichzeitig verträumt, aber auch
verlangend aussehen. Wer ihm dort gegenüber sitzt, können wir aus unserem
Blickwinkel nicht erkennen.
Alistair: „Weißt du, eigentlich sollte ein
Mann so etwas ja nicht zugeben, aber… in diesem Moment bin ich unglaublich
froh, dass da dieser Tisch hier zwischen uns ist. So kann eine wunderschöne
Frau wie du wenigstens nicht sehen, dass…“
‚… die
Atombombe von Hiroshima kein Vergleich zu der strammen Rakete in meiner Hose
ist‘, beendet Alistair diesen Satz in Gedanken, doch seinen Mund verlassen
Worte, die… nun, seine Erfolgschancen bei dieser jungen Dame nicht sofort auf
null reduzieren werden.
Alistair: „… meine Knie total zittern vor
Aufregung. Ich fühle mich wie damals als Teenager auf der High School bei
meinem ersten Date. Ich hoffe, du kannst die Musik noch hören oder klopft mein
Herz zu laut?“
Mit
gespielter Verlegenheit hebt er das Glas, während sein Gegenüber leise kichert
und ihm dann beipflichtet. Wie auf Aufforderung tritt ein Musikant an den
Tisch, ein rundlicher Mann in einem Frack, dessen Geigenspiel die beiden für
einen Moment lauschen. Dann wird angestoßen.
Alistair: „Nun, vermutlich hat es das auch,
als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Glaubst du an Liebe auf den ersten
Blick? Hast du ihn schon einmal erlebt, diesen einzigartigen Moment, in dem dir
klar wird: Dieser Mensch soll es sein und sonst niemand, für den Rest deiner
Tage? Diese Person, mit der du alles zusammen erleben möchtest…“
Ja. Zum
Beispiel: Vaginal. Oral. Mammal. Anal.
Bondage. Spanking. Und all
die anderen schönen Dinge. Wobei Alistair ehrlicherweise eingestehen musste,
dass nicht alle Körperflüssigkeiten noch erotisch sind, wenn das Gefühl der
Ekstase erst einmal nachgelassen hat. Und erst die gute Bettwäsche. Aber lassen
wir das.
Verträumt
schiebt Alistair seine Hand auf dem Tisch nach vorne, seine Finger wandern über
die Hand seiner Begleitung und streicheln deren sanfte Haut.
Alistair: „Ich möchte, dass du eines weißt:
Ich bin glücklich in diesem Moment. Nur wir beide hier, ohne das Geschehen in
der PCWA und diesen ganzen Stress drum herum. Nur wir beide, niemand sonst, der
uns stört.“
Und
hoffentlich auch später niemand, der mich dabei stört, wenn ich meinen Penis
nach Belieben in deinen Körperöffnungen versenke, bis du nicht mehr weißt, wo
oben und wo unten ist. Aber auch das spricht Alistair natürlich nicht offen
aus. Man ist ja Gentleman, zumindest solange man noch Kleidung trägt.
Alistair
atmet einmal tief ein.
Alistair: „Und da es von diesen Moment viel zu
wenige gibt, will ich dir nun sagen… dass…“
Es
fällt Alistair schwer, diesen Satz auszusprechen. Auch wenn’s inzwischen
Routine ist.
Alistair: „… dass… ich…“
Weiter
kommt er nicht, denn sein Gegenüber bricht auf einmal in schallendes Lachen
aus. Irritiert blickt Alistair auf. Vorbei ist die romantische Stimmung.
Nun
ändert die Kamera auch ihre Einstellung und wir erkennen, wer auf der anderen
Seite des Tisches sitzt. Die junge Frau trägt ein elegantes schwarzes dunkles
Kleid und ist dunkel geschminkt.
Schwarz
ist die angemessene Farbe für die Tochter des Teufels.
Angemessen
für Cinderella Rage.
Cinderella: „Wie oft hast du diese Nummer
schon gebracht, um eine Frau ins Bett zu bekommen? Und jetzt komm mir nicht mit
‚Du bist die allererste und jedes einzelne Wort kommt von Herzen‘, dann kippe
ich vor Lachen vom Stuhl.“
Das ist
nicht ganz die erwartete Reaktion, aber irgendetwas an dieser Frau fasziniert
ihn umso mehr. Alistair druckst herum.
Alistair: „Ich… äh…“
Cinderella: “Los, sag schon!“
Alistair
seufzt. Ist er inzwischen so durchschaubar? Vor Schreck entfährt ihm ein
überrumpeltes Grunzen. Zeit für Ehrlichkeit.
Alistair: „Etwa zwanzig. Und bei den meisten
hat’s geklappt.“
Damit
meint er natürlich nur die Eroberungen, seitdem er hier in Europa ist. Aber das
ist ja immerhin schon fast ein dreiviertel Jahr.
Cinderella
lacht. Dann greift sie zu ihrem Rotweinglas und leert es mit einem großen
Schluck.
Cinderella: „Du bist süß, irgendwie. Aber du
solltest nicht vergessen, dass ich nicht wie die anderen bin. Ich bin
einzigartig. Bei mir musst du dir schon etwas anderes ausdenken als bei den
zwanzig anderen.“
Grinsend
steht sie auf.
Cinderella: „Und solange… tja, solange muss
der kleine Alistair sich wohl noch gedulden. Danke fürs Essen und den edlen
Tropfen. Ich habe noch was zu erledigen, muss diesen Blake Milton finden. Mach
dir keine Umstände, ich finde alleine hinaus.“
Sie
rauscht ab und lässt Alistair alleine zurück. Regungslos sitzt er da, seine
Hand krallt sich fester und fester um das Rotweinglas.
Alistair (leise zu sich selbst): „Blake
Milton…“
Klirrend
zerspringt das Glas in Scherben.
Vincent Craven: „Tja, das nenne ich mal eine
Abfuhr.“
Mike Garland: „Cinderella ist eben nicht dumm
und fällt auf dieses Machogehabe nicht rein.“
Vincent Craven: „Tja, oder ihr Herz ist schon
an jemand anderen vergeben…“
Mike Garland: „Milton? Ach quatsch… bisher
hat er nicht den Eindruck gemacht, als würde ihn das andere Geschlecht
sonderlich interessieren. Und… es gibt ja auch nicht umsonst… diese Gerüchte…“
Vincent Craven: „Ich spreche ja auch nicht
von Blake, sondern von Cinderella!“
Mike Garland: „Ja, aber sie muss doch sehen,
dass er anderes im Kopf hat!“
Vincent Craven: „Zum Beispiel heute Abend Cinderellas
Vater zu besiegen, um dann bei Core auf den Schlächter zu treffen?“
Mike Garland: „…gut… vielleicht auch das.“
Vincent Craven: „Alistair könnte sich davon
wohl mal eine Scheibe abschneiden, oder?“
Mike Garland: „Stimmt, letzte Show hat er nur
mit Hilfe seines Schlagringes Pavus Maximus umhauen können. Doch mit
Disqualifikationen wird er sich nicht ewig helfen können. Sonst ist der Tribune
schneller weg, als er sehen kann.“
Vincent Craven: „Fast so schnell wie eine
SMS… bei unserem New Media Superstar kündigt sich jemand an.“
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Ungeduldig
und mit genervtem Blick steht er im Türrahmen, während sein Gegenüber
gedankenversunken die Finger über das Display seines Smartphone huschen lässt.
„Ich habe auf dich gewartet. Hast du meine
Message nicht bekommen, wir sollten reden!“
Mit
diesen Worten tritt Valkos Heritage in die Kabine des New Media Superstars der
PCWA. Dieser hebt seinen Kopf und schaut Valkos ausdruckslos an.
Caleb Yuma: „Ich habe an deiner Tür
geklopft. Niemand hat aufgemacht.“
Dann geht
sein Blick wieder auf den Minibildschirm seines Smartphones. Der Freakanite
beißt sich auf die Unterlippe, atmet einmal tief durch.
Valkos Heritage: „Blödsinn… seitdem ich hier
bin, habe ich die Kabine nicht eine Sekunde verlassen. Erst jetzt, um dich zu
suchen.“
Der
Schützling des ehemaligen Undisputed Gerasy Champions drückt kurz einen Knopf
und steckt sein Mobiltelefon in die Hosentasche. Dann steht er auf und
positioniert sich direkt Nase an Nase mit Valkos.
Caleb Yuma: „Oh ja, richtig. Das war letzte
Vendetta. Als ich mit dir hätte reden müssen.“
Touché.
Valkos neigt seinen Kopf und nickt.
Valkos Heritage: „Ja… du hast Recht. Ich war
nicht da, obwohl ich es dir versprochen habe. Ich wollte dir mit Rat und Tat
zur Seite stehen, aber…“
Caleb Yuma: „… Das interessiert mich nicht!
Mich interessiert nicht, was für ein persönlicher Scheiß dir schon wieder
dazwischen gekommen ist. Du hast mir versprochen, mein Mentor zu sein. Der
Mentor, für den ich alles riskiert habe. Für den ich mich von den next Century
gods habe verprügeln lassen. Der Mentor, von dem ich überzeugt bin. Letzte
Vendetta war der wichtigste Abend in meiner jungen Karriere, du hättest mir
helfen können! Helfen müssen!“
Erneut
ein wortloses Nicken auf Seiten des Veteranen. Der Junge hat absolut Recht.
Letzte Vendetta hätte er nur wenige Minuten seiner Zeit für seinen Schützling
opfern sollen. Egal wie viel er um die Ohren hatte mit Reynolds oder seiner
Erkrankung oder seiner persönlichen, familiären Verwicklungen, die ihm die
volle Konzentration auf das Wrestling rauben.
Valkos Heritage: „Dafür entschuldige ich
mich. Aber wir müssen reden.“
Caleb Yuma: „Über die Battle Royal und meine
Elimination?“
Valkos Heritage: „Nein…“
Ein
trotziges, patziges Lachen schallt durch die Kabine und unterbricht den
Freakanite.
Caleb Yuma: „Nein? Dein Schützling, dessen
du dich angenommen hast, eliminiert sich in einer Battle Royal um einen Shot
auf den höchsten Titel im Wrestling und du siehst als Mentor keinen
Redebedarf?“
Wieder
beißt sich Valkos auf seine Unterlippe und atmet tief durch. Seine Hand ballt
sich trotz Schmerzen und Einschränken zu einer Faust.
Valkos Heritage: „Okay. Reden wir. Wie bist
du bloß auf eine solch beschissene Idee gekommen? Wie kann man eine solche
Chance so leichtfertig vergeben? Ist dir in den letzten Wochen und Monaten, die
wir zusammen reisen, nicht klar geworden, welchen Wert und welche Bedeutung der
Undisputed Gerasy Title hat? Wieso baust du so eine Scheiße?“
Caleb Yuma: „Ich hatte keinen Plan, was die
richtige Entscheidung ist! Und weißt du was, ich brauchte Hilfe. Aber wer ist
wirklich da, wenn man ihn braucht? Mein Mentor? Mein bester Freund? Niemand!
Ich habe mich angeboten, all meine Loyalität und Hilfe, aber wenn ich etwas
benötige, dann ist niemand da! Ich bin ein Rookie! Ich habe immer offen gelegt,
dass ich Hilfe benötige, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch die
Welt sieht mich als undankbaren, arroganten Neuling, der seine Chancen allesamt
feige und selbstgerecht weiterreicht oder weg wirft. Wie soll ich die richtigen
Entscheidungen treffen, wenn derjenige, der mich anleiten soll, nicht für mich
da ist?“
Beide
Männer schauen sich mit großen Augen an. Valkos kann die Enttäuschung seines
Schützlings nachvollziehen. Dieser ist jedoch noch lange nicht fertig und redet
sich geradezu in Rage.
Caleb Yuma: „Mich selbst zugunsten des Q4tB
zu eliminieren, war eine dämliche Idee. Eine Idee, für die ich seit Tagen und
Wochen von jedem Kritik einstecke. Zu Recht! Aber wer hätte mich abhalten
können? Müssen? Jemand, der offenbar bereits nach wenigen Wochen das Interesse
an seinem Schützling verloren hat. Ich dachte es wäre smart, alles für den
Quest 4 the Best zu opfern. Dort den schwersten Weg zu
wählen und mich vor der Welt, dem Lockerroom und meinem Mentor zu beweisen.
Allen zu zeigen, dass Caleb Yuma ein zu schleifender Rohdiamant ist. Allen zu
zeigen, dass Valkos Heritage alles richtig gemacht hat. Ich wollte von dir
lernen Valkos. Was ich letztlich gelernt habe, ist, dass ich vielleicht gar
keinen Mentor brauche. Zumindest keinen Mentor, als der du dich herausgestellt
hast…“
Der
Freakanite unterbricht den Rookie und versucht diesen mit ruhiger Stimme wieder
etwas zu erden.
Valkos Heritage: „Ich verstehe deine Wut,
Caleb. Aber wir sollten Vendetta 82 abhaken. Wir sollten das ganze Gerede von
irgendwelchen Internet Nerds vergessen. Ich verspreche dir, dein Mentor zu
sein. Ich verspreche dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, während des Quest
4 the Best. Lass uns die letzten Tage und Wochen wegwischen und dort
weitermachen, wo wir erfolgreich begonnen haben. Wir zwei sollten nach vorn
schauen, haben beide wichtige Ziele vor Augen. Du, den Quest – und ich…“
Caleb Yuma: „Ziele, huh? Was ist dein Ziel
Valkos? Die Cryption Crown? Der Titel, den ich dir auf dem Silbertablett
servieren wollte?“
Fragend
blickt der Veteran den New Media Superstar an. Silbertablett? Wovon redet CY?
Caleb Yuma: „Ja, das war mein Plan. Du und
alle anderen sollten sehen, dass Caleb Yuma als Schützling auch etwas liefern
kann. Wie hätte Chris McFly Jr. den Titel wohl behalten sollen, wenn er gegen
zwei Gegner antritt, die nur ein Ziel haben? Du als Ladderführender, ich mit
meinem rechtmäßigen Shot. Ein Triple Threat Match mit Handicap Match Charakter.
Ich hätte dir den sicheren Grand Slam dargeboten. Alles war in die Wege
geleitet. Aber will ich das noch? Warum sollte ich einem Mentor, der einen
Scheiß auf mich gibt, solch ein Geschenk machen? Vielleicht sollte ich ihm sein
Ziel – den Grand Slam – lieber verbauen! Vielleicht möchtest du ja darüber
nachdenken, wie du deine Mentorenrolle wahrnehmen willst.“
Der
Social Media King of the Ring wendet sich ab und will sein Smartphone zücken,
als Valkos ihn am Arm packt, herumreißt und zu sich heran zieht. Der
Geduldsfaden ist gerissen.
Valkos Heritage: „Du hörst mir jetzt zu.
Hattest du dir einen schönen Plan zurecht gelegt,
Caleb? Deine grandiose Idee der Selbsteliminierung? Du dachtest, du wärst ein
Puppetmaster, der die PCWA Wrestler wie Schachfiguren in seinem Netzwerk hin
und her schieben kann, ganz so wie er will. Aber jetzt mal im Ernst… jetzt
erkennst du, dass du nur ein Rookie bist, der die Sache überschätzt hat. Ist
das nicht das, wofür du mich wolltest? Um dazu zu lernen? Das ist eine wichtige
Lektion! Du kannst nicht in die PCWA marschieren und versuchen, alles nach
deinen Vorstellungen zu gestalten.“
Der
Freaknite lässt den Arm Yumas los, er hat die Aufmerksamkeit seines
Schützlings. Dieser fokussiert ihn mit seinen Augen und macht keinerlei
Anstalten etwas zu sagen.
Valkos Heritage: „Denk darüber nach, ob du
mit mir brechen möchtest. Wenn ich nicht mehr dein Mentor sein soll, dann
schieß mich ab. Wenn du weiterhin lernen möchtest und tatsächlich ein richtiger
Diamant sein willst, dann nimm die Lektionen an, die
ich dir erteile, auch wenn sie nicht immer schön sind. Wenn du aber mit mir
rumkaspern willst, hast du dir dafür die falsche Person ausgesucht. Das ist das
letzte Mal, dass ich dir diesen guten Rat gebe, Yuma. Du entscheidest dich und
dann werden wir sehen, wie diese Beziehung hier weitergeht…“
Mit
diesen Worten belässt es Valkos dabei und verlässt die Kabine Yumas. Dieser
blickt seinem Mentor nachdenklich hinterher. Die Worte
jedenfalls scheinen in seinen Gedanken nachzuhallen.
Vincent Craven: „Yuma hadert mit seiner Entscheidung
von der letzten Vendetta… und mit seinem Mentor.“
Mike Garland: „Er wollte als Neuling den Weg
mit Hilfe eines Mentor in die PCWA finden, doch nun scheint er zu merken, dass
alles doch nicht so einfach ist, wie er sich ausgemalt hat.“
Vincent Craven: „Jetzt steht er am
Scheideweg. Will er weiter mit unserem ehemaligen Gerasy gehen oder doch eher
alleine?“
Mike Garland: „Valkos gibt ihm hier sein
Wort, aber er hat ihm auch zuvor sein Wort gegeben. Ich weiß nicht, ob alles
für Heritage nicht auch etwas zu viel ist.“
Vincent Craven: „Den Willen Yuma zu helfen,
hat er gerade auf jeden Fall nochmal unter Beweis gestellt. Aber tatsächlich
weiß ich auch nicht, in wie weit die persönlichen Dinge da noch häufiger
querschießen könnten!?“
Mike Garland: „Zumindest haben beide
gewaltige Ziele vor sich und wissen, wohin die Reise gehen soll. Valkos will
die Cryption Crown und Yuma im Quest 4 the Best möglichst ins Finale kommen.“
Vincent Craven: „Ob zusammen oder getrennt,
das wird sich zeigen.“
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Ein langsamer Schwenk durch eine Reihe
von Fans, bis das Bild sich an der Seite der Rampe festsetzt. Dort nimmt es die
großen, metallenen Fackeln in den Fokus, welche bereits in einem Video zu
Beginn der Show gezeigt wurden. Im Gegensatz zu den früheren Bildern brennt
diesmal kein Feuer in ihren schalenförmigen Spitzen. Leblos und kalt ragen sie
in die Höhe. Als einsame Monumente unbekannten Ziels stehen sie bedeutungslos
jetzt und doch vielleicht bedeutungsschwer in der Zukunft seitlich der Rampe
auf ihrem kreisrunden Podest.
Vincent Craven: „Wieder werden die
metallenen Fackeln gezeigt.“
Mike Garland: „Und weiterhin haben wir
keine Ahnung, was sie bedeuten sollen.“
Vincent Craven: „Wahrscheinlich steckt
Kerry & Gaelic dahinter. Eine weitere, undurchschaubare Aktion dieser
undurchschaubaren, bösartigen Firma.“
Mike Garland: „Wie auch immer – ich hab
allerdings noch jemanden interessantes entdeckt!“
Vincent Craven: „Ach was?“
Mike Garland: „Doch dort in der ersten
Reihe sitzt der GFCW Star Robert Breads! Er schaut sich wohl die aktuelle
Vendetta an.“
Vincent Craven: „Beim Brawlin Rumble haben
wir ihn doch auch gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Kann ja nicht
schaden, sich auch mal die Konkurrenz anzusehen…“
Mike Garland: „Es sei denn, es steckt noch
mehr dahinter. Wie auch immer… gerade bekommen wir die Information, dass im
Backstagebereich etwas passiert. Schauen wir, was los ist.“
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Fast schon ehrfürchtig gleitet der Blick des Rächers über die – im
Backstagebereich an einer Wand angebrachte – meterlange Turniertafel, die einen
Überblick über die Viertelfinalpaarungen und den weiteren, möglichen Verlauf
des Quest 4 The Best Turniers gibt. In seinem Viertelfinale, das heute noch
stattfinden wird, trifft er auf Pavus Maximus und John Smith, zwei Männer, mit
denen er bisher wenig zu tun hatte. Blaze wird sie schlagen, er muss sie
schlagen. Alles andere stähle seinem Leben den Sinn. Unter der Tafel reihen
sich kleinere, rechteckige Goldplaketten, auf denen die Sieger aller bisherigen
Quest 4 The Best Turniere verzeichnet sind. Clawrik Uriel Amon, Ruler of Justice, Damon Valentine, Mike Novoselic,
Azrael Rage und Keevan. Auf der letzten Plakette dann steht sein eigener Name.
Blaze, durch einen Sieg über Azrael Rage und den Night Fighter Mad Dog. Damit
hat er damals einem anderen Mann seinen Traum davon zerstört, der erste und
einzige zweifache Sieger des Quest 4 The Best Turniers zu sein – eben jenem
Azrael Rage. Dem falschen Schild, dem Heuchler, dem Teufel. Er hat es zu seinem
Traum gemacht und wird ihn endgültig zerstören. Er wird, er muss.
Plötzlich stellt sich ein zweiter Mann neben Blaze, der Wikinger Pavus
Maximus. Höflichkeit vermissen lassend betrachtet auch
der Hamburger das Sammelsurium an Namen, blickt auf die Plaketten und setzt ein
kleines Lächeln auf, sicherlich würde sich auch sein Name in dieser Reihe gut
lesen lassen. Was wäre das für eine Bestätigung für seine Fans, seinen Namen
dort eingeprägt zu sehen, was wäre das für eine Bestätigung seiner selbst. Kurz bleibt der Blick des Kubaners noch an der
Plakette seines ersten Sieges hängen, dann wendet er sich Pavus zu.
Blaze: „Pavus“
Wertfrei wäre die beste Beschreibung der Tonlage des alten Pyromanen, als
er den Namen des nordischen Riesen ausspricht.
Blaze: „Wie ist es, den größten Heuchler
dieser Liga einen Freund zu nennen?“
Alles andere als wertfrei ist Blaze Tonlage, als er auf das Schild der PCWA
anspielt und auch dem Hamburger bleibt dieser Unterton nicht verborgen, als er
sich langsam zum Rächer dreht.
Pavus: „Ich bezeichne Hate nicht als
meinen Freund.“
Natürlich ist dem Hamburger klar, dass Blaze hier auf das Schild, Azrael
Rage anspielt. Dass dieses Thema momentan ein sehr sensibles ist, gerade nach
dem schriftlichen Erguss seines Mentors, sieht man deutlich an der
Unentschlossenheit die sich in den nordischen Augen breit macht.
Pavus: „Aber du spielst auch sicherlich
auf jemand ganz anderen an, nicht wahr?“
Wirklich ist nur, woran wir glauben.
Flieh vor dem was dich bewacht.
Lass dir nicht deine Träume rauben.
Ohne Blaze antworten lassen zu können, konkretisiert der Hüne seine Frage
und verwandelt sie damit in eine Aussage.
Pavus: „Freund ist so ein weit
gefächerter Begriff. Natürlich bin ich nach wie vor alles andere als begeistert
über das, was ich im Laufe der Zeit erfahren habe, aber…“
Kurz wird der Kopf gesenkt, der Hamburger muss sich sammeln, die richtigen
Worte finden, ehe er das Bild von Blaze vor seinen Augen wieder fokussiert und
diesen anblickt.
Pavus: „…aber Rage wird seine Gründe
gehabt haben. Welche das sind bleibt mir zwar wohl verschlossen, aber dennoch
glaube ich, dass ein Mensch sich ändern kann, dass auch ein Rage dazu in der
Lage ist, das alte Gewand abzustreifen und sich neu zu orientieren. Im
Gegensatz zu dir habe ich den Glauben an die Menschen nicht verloren.“
Ein amüsiertes Prusten verlässt die Kehle der Rache.
Blaze: „Siehst du denn nicht, wie er dich
für seine Zwecke instrumentalisiert? Was bist du denn schon als sein seelischer
Mülleimer, bei dem er sich über all die verbalen Grausamkeiten, die wir ihm zu
Recht an den Kopf werfen, beschweren kann? Und wie ein kleines Mädchen weint es
dabei, das S... „
Blaze räuspert sich, spricht dann lauter weiter.
Blaze: „Verzeih, weint er dabei, der
TEUFEL! Menschen können sich ändern, nicht aber Dämonen wie Rage. Viel
wichtiger aber ist, dich stellt er damit in seinen Schatten, macht dich zu
einer Spielfigur, neben der er glänzen kann. So wie es auch Hate mit dir getan
hat. Sag mir, Nordmann, wieso lässt du dich immer zum Weib degradieren? Größer
und stärker bist du schließlich als wir alle. Dennoch wird dir das nichts
helfen, wenn ich heute in das Quest 4 The Best Halbfinale einziehe und dich wie
Hate von hinten gegen die Matte stoße – so lang bis du stöhnst und der Sieg
mein ist!“
Seine verbalen Attacken mögen Stil und Niveau vermissen lassen, doch wenn
Blaze schon zufällig die Chance hat mit Pavus vor ihrem Match zu sprechen, kann
das auch nicht sein Ziel sein. Zorn will er in dem Hamburger Jungen wecken, so
dass der im Ring dann Fehler begeht.
Pavus: „Du scheinst dir ziemlich sicher
zu sein unser Match nachher zu gewinnen, doch sei dir gewiss, ich bin aus dem
Schatten von Rage herausgetreten, ich bin keine einfache, in ihren Bewegungen eingeschränkte, Spielfigur und
lasse mich erst recht nicht benutzen wie ein dämlicher Bauer in einem
Schachspiel. Ich bin bei weitem nicht der König…“
Komm, schließ’ deine Augen, um zu sehn.
Was dir bestimmt ist, muss geschehn.
Kurz schwenkt das Augenpaar wieder an die Tafel und auf die Plaketten…
Ohja, sein Name würde sich gut machen auf dieser Tafel, direkt neben Blaze.
Pavus: „…aber vielleicht bin ich ja, wie
von dir angesprochen, die Dame? Eine der wichtigsten und mächtigsten Figuren im
Spiel, die erst einmal ausgeschaltet werden muss. Und es ist nicht einfach
diese „Dame“…“
Der Hamburger breitet seine Arme aus, was für eine enorme Spannfläche!
Pavus: „Von hinten zu attackieren und auf
die Matte zu legen… Erst recht nicht, wenn ich selber lieber von hinten agiere
und du deshalb sehr darauf achten solltest, was sich hinter dir abspielt.“
Fühl die Nacht! Laß’ sie nie vorübergehn.
Fühl die Nacht! Sei frei!
In diesem Moment stellt sich der dritte
im Bunde ihres heutigen Matches zu Pavus und Blaze. John Smith hat die beiden
bereits einen Moment belauscht. Mit einem breiten Lächeln auf den
Lippen tritt er den beiden Kontrahenten am heutigen Abend gegenüber.
John
Smith: „Veranstalten wir heute
einen ‚Wer ist die größe Plaudertasche der PCWA?‘
Wettbewerb oder was? Schätze, dann muss ich noch ein wenig trainieren, um euch
beide darin zu besiegen.“
Wie es schon seit einiger Zeit seine Art
ist, spart John auch heute nicht an Sarkasmus und Ironie.
John
Smith: „Wenn es hier nicht um
große Taten gehen soll, sondern eher um große Worte, dann ist unser kubanischer
Freund hier wohl wirklich der große Favorit, würde ich sagen. Große Worte
konntest du schon immer gut schwingen, Blaze. ‚Ich werde die PCWA verlassen,
wenn ich nicht den Undisputed Gerasy Gürtel gewinne.‘
Tja, du hattest ja noch nicht einmal einen Fuß zur Türe raus gesetzt, da warst
du schon wieder Teil der Liga. Aber natürlich war das alles im Sinne der
Liga—und nicht die Tat eines Feiglings.“
Die Antwort des Kubaners auf diesen Spruch beschränkt sich auf ein
gequältes Lächeln. Statt auf die Stichelei einzugehen, wendet er sich lieber
wieder der Turniertafel zu. Damit glaubt er John Smith am besten zu bestrafen.
Zeit, sich an den Norddeutschen zu wenden.
John
Smith: „Und alles, was du
bisher hier in der PCWA geschafft hast, waren deine five minutes of fame, weil du mit dem wandelnden Drogenlabor Hate
im Bett warst. Wirklich eine tolle Leistung. Dein Versuch, wieder
Aufmerksamkeit zu bekommen, indem du dich an Rage ran hängst, interessiert
mittlerweile eh keinen mehr.“
Einschüchternd stellt sich Pavus mit seiner ganzen Größe direkt vor John
Smith. Der hält der Bedrohung des größeren Mannes stand, zeigt keine Spur
Schwäche.
Pavus: „Du hast recht Smith, erreicht
habe ich hier noch nichts großes. Doch die Betonung liegt auf dem NOCH! Ich bin
ein simpel gestrickter Hamburger Jung, der dabei ist seinen Traum zu leben,
einen Traum den du schon gelebt hast, das solltest du langsam einsehen, bevor es
zu spät ist.“
Der kurze Blick auf Smith´s Knie, gepaart mit einem kleinen, aber feinen
Lächeln.
Pavus: „Ich fange gerade erst an meinen
Weg zu gehen, ich werde für das, was ich mache, respektiert. Nicht von dir, das
mag sein, aber hast du nur einmal deine Ohren aufgestellt, wenn ich die Arena
betrete? Hast du zugeschaut, als die Fans mich gefordert haben, als sie mich
sehen wollten? Ich bin der Anfang des neuen Zeitalters in der PCWA, ich bin
hier weil ich ein Kämpfer bin, der von den Fans geliebt wird. Und genau deshalb
werde ich es ihnen heute zurückzahlen, ich werde mir in diesem Ring da draußen
den Arsch für meine Fans aufreißen, ich will den Quest gewinnen. Für meine
Fans!“
Der entschlossene Blick des Hamburgers, gepaart mit einem selbstsicheren
Kopfnicken zeigt hier deutlich, dass Pavus das, was er sagt durchaus ernst
meint. Es wird endlich Zeit sich zu beweisen.
Alle Ängste werden wahr und alle Hoffnung
muss vergehen.
Uns’re Ordnung ist das Chaos - Verändern
heißt zerstör’n.
Pavus: „Reden magst du können, Smith,
aber dass dir das Kämpfen mittlerweile schwer fällt, das hat schon Azrael beim
Imperial Impact bewiesen, nicht wahr?“
Eine leise Stimme im Kubaner sagt ihm in diesem Moment, dass Pavus Maximus
ein guter Kerl ist, den er gerade nicht so brachial hätte angreifen müssen.
Andrerseits ist jeder noch so kleine Vorteil im Quest 4 The Best nicht viel
wichtiger? Ja, ist er. Der Rächer ist getrieben davon, erneut zu siegen. Doch
nun verdient auch John Smith ein paar Worte.
Blaze: „Wie geht es deinem Knie, John?
Das Alter schwächt, nicht wahr? Es zeigt uns Grenzen auf. Verzeih mir, dass ich
von Kerry & Gaelic betrogen wurde und somit noch zu rechter Zeit mit
gesundem Körper große Taten vollbringen werde. Mich von Niederlagen in die Knie
zwingen zu lassen, das kann ich nicht mehr. Auch ich werde altern, auch mein
Körper wird mir eines Tages meine Grenzen aufzeigen. Ich kann nicht bis dahin
warten, alles zu riskieren!“
Wie ein sterbender, der seinen Widersacher ein letztes Mal beim Kragen
greift, um ihm Rache zu schwören, beugt sich die Rache jetzt zu Smith vor.
Blaze: „Ich spucke Blut gegen den
Spiegel, ich spucke Blut auf die Welt. Wenn Verfall die Währung ist, die meinen
Sieg bezahlt, dann soll es so sein! ICH bezahle – BEVOR es zu spät ist!“
Smith kann sich ein Schmunzeln nur schwierig verkneifen. Wenn seine Gegner
immer noch der Meinung sind, dass das frisch genesene Knie seine große Schwäche
ist, kann er ihnen auch nicht weiter helfen. Ein kleiner Vorteil für ihn.
John
Smith: „Es wird mich sicherlich
nicht davon abhalten, euch zwei Labertaschen im Ring zu bezwingen und ins
Halbfinale zu ziehen. Wenn es das ist, um was du dir Sorgen machst, Kubaner.“
Smiths Finger zeigt auf eine der anderen Plaketen, die hier im Gang hängen.
Die Liste der bisherigen Undisputed Gerasy Champions der PCWA. Ja, sein Name
findet sich auf der Liste der Quest for the Best Gewinner nicht. Aber der Quest
war zu der Zeit, als er seinen kometenhaften Aufstieg in der PCWA feierte, nur
ein zweitklassiges Turnier, das den Herausforderer auf den Tribune Title bestimmte.
Als er das erste Mal das Turnier miterlebte, war er bereits Tribune Champion
geworden und auf dem Weg dazu, Brawlin‘ Rumble Sieger und Undisputed Gerasy
Champion zu werden.
John
Smith: „Vergiss nicht, mit wem
du hier sprichst, Blaze. Ich habe fast alles gewonnen, was es in dieser Liga je
zu gewinnen gab.“
Wahre Worte des Amerikaners, doch würde die Vergangenheit unser Leben
bestimmen, dann wäre der Kubaner jetzt nicht mehr hier, sondern hätte
geschlagen, getreten und verzweifelt die PCWA nach dem Imperial Impact
verlassen. Was zählt, ist die Gegenwart, so schwer diese Einsicht auch manchmal
im Moment umzusetzen ist.
Blaze: „Du hast große Siege errungen, das
ist wahr, wahr und… vergangen. Wie ist es nach so langer Zeit zurückzukehren,
um genau das dann nicht mehr zu schaffen, zu siegen? Wie ist es an den eigenen
Ansprüchen zu versagen? Einen letzten, großen Lauf wolltest du dir nehmen, noch
einmal im Rampenlicht stehen und deiner Karriere das I-Tüpfelchen verleihen,
welches sie verdienen würde. Ich kann mir kaum ausmalen, wie es sein muss, wenn
ein Mann mit deinem Ruf, deinem Ansehen und dem vielen Respekt plötzlich
einsehen muss, dass all das nur mehr Schall und Rauch ist. Keiner will dich
mehr, keiner respektiert dich mehr, dein Körper zehrt an dir und selbst das
Siegen scheint dir stets im wichtigen Moment versagt zu bleiben.“
Sein Äußerstes muss Blaze geben, es sich in diesem Moment nicht anmerken zu
lassen, doch natürlich kann er sich ausmalen, wie es wäre, ginge es ihm so wie
John Smith gerade. Zorn, Pein und Selbsthass würden ihn beherrschen. Ein Zucken
entfährt ihm, als er an eine mögliche Niederlage an diesem Abend denkt.
John Smith: „Versuche es so stark zu
verdrängen wie du willst: ICH habe bereits das geschafft, was dir immer noch
feuchte Träume des Nächtens bereitet, ICH hatte den großen Gürtel um die
Hüften. Dummerweise ist das Ding ebenso unerreichbar für dich wie die heiße
Schwester deines Kumpels, von der du mit vierzehn geträumt hast. Ah, der
Gerasy, ah …“
Eine recht eindeutige Handbewegung in der Nähe des Schritts illustriert
Smiths Vorstellung von Blazes nächtlichen Aktionen. Und da ist es wieder:
Dieses breite, leicht sarkastisch angehauchte Lächeln bei Smith.
John Smith: „Schön und gut, ich habe
gegen Rage und Nowak verloren. Aber: Jede Serie reißt einmal. Und wann wäre ein
passenderer Zeitpunkt als heute Abend gegen den selbsternannten Retter der PCWA
und die attention whore aus Hamburg? Ich habe ein Ass im Ärmel, meine Herren,
das Ihnen beiden fehlt: Ich weiß, was es bedeutet, in großen Matches zu stehen
und sie zu gewinnen. Du …“
Der Blick wendet sich Richtung Pavus.
John Smith: „… hast vielleicht mal
geglaubt, ein solches Match zu bestreiten und sogar zu gewinnen in dieser
anderen deutschen Hinterwäldlerliga.“
Pavus: „Meine Gegner in der GFCW waren
alle beweglicher als du, John Smith…“
Eine eher plumpe Bemerkung des Hamburgers, die erneut auf das lädierte Knie
des Amerikaners anspielt, jedoch tut Smith diese
Bemerkung mit einer beiläufigen Handbewegung ab und widmet sich wieder dem
Kubaner.
John Smith: „Und Blaze, du hattest einmal
Glück und hast es dann seitdem jedes Mal verkackt. Gegen Barker beim Rumble.
Gegen Barker bei Out of Ashes. Honestly, wann hast du seit dem letzten Quest
for the Best ein wirklich großes Match gewonnen, huh? Hast du außer dem
überhaupt mal eines gewonnen?“
Smiths Hand verweist auf den leeren Platz für den Quest for the Best Sieger
2012. Blaze lächelt verschmitzt.
Blaze: „Immerhin habe ich gegen Tom Nowak
gewonnen, ein Sieg, der dir verwehrt blieb. Immerhin habe ich damals Azrael
Rage geschlagen, ein weiterer Sieg, der dir verwehrt blieb. Und immerhin sind
meine großen Worte wenigstens auch ehrlicher Ausdruck meines Selbst und keine
Maske aus Ironie und Sarkasmus. Wenn ich verliere, werde ich weiterhin geliebt.
Selbst wenn dir deine Gefühle und dein Ansehen heute nichts mehr bedeuten, habe
ich auch nach einer Niederlage mehr in der Hand als ein Schlagring, der mir
nicht einmal gehört. Ich riskiere alles, während du dich versteckst!“
Blaze Hand hält er nun an sein Ohr und verweist an die zahlreichen
Jubelrufe der Fans aus dem Theater, die seinen Worten Wahrheit verleihen.
John Smith: „Ich habe meinen Lektionen
aus den zwei Niederlagen gelernt und meine Konsequenzen gezogen. Du musst erst
einmal damit fertig werden, dass du ein Feigling bist, der keine Konsequenzen
für sich ziehen kann. Der Blitz wird nicht zwei Mal am selben Ort für dich
einschlagen, Blaze. Dieses Jahr wird mein Name dort eingraviert. Redet euch
ruhig etwas anderes ein, aber heute Abend wird es ein bitteres Ende für euch
beide geben.“
Smith nickt den beiden Kontrahenten noch einmal kurz zu, streicht noch
einmal über die leere Plakette für 2012 und begibt sich dann auf den Weg in
seine Kabine. Einen letzten Satz schickt die Rache Smith zuvor jedoch noch
hinterher.
Blaze: „Jedem Ende wohnt ein Anfang inne,
John. Erinnere dich daran, wenn deine Maske zerbricht und die verdrängte Pein
dich einholt. Für mich habe ich diese Konsequenz bereits gezogen – das Leben
ist kurz, Sicherheit nur eine Illusion. Wenn ich mich jetzt verstecke und
fliehe, dann werde ich meiner selbst nie gerecht werden. Ich gehe, wenn ich
dazu bereit bin.“
Aber was wäre, wenn Blaze diese Pein doch einholt, er tatsächlich verliert
an diesem Abend? Das boshafte Zwicken in seiner Brust zeigt es ihm deutlich. Es
darf nicht passieren! Er muss siegen. Er wüsste nicht, was er sonst tun sollte,
wenn ihm der Quest 4 The Best misslingt. Gerade im Hinblick darauf, dass Azrael
Rage heute um eine Titelchance kämpft. Was, wenn Rage gewinnt und Blaze
verliert? Schwarze Gedanken überfluten sein Denken. Blaze muss gehen, muss
trainieren, muss diese düstere Zukunft in Schweiß und Schlägen am Boxsack
ertränken. Hektisch eilt er von Dannen, würdigt den zurückbleibenden Pavus
keines weiteren Blickes. Allein die Turniertafel streift er nochmal mit den
Augen, sie und seine Siegesplakette vom letzten Turnier. Wenn das Match später
ansteht darf nur noch das zählen, sein erneuter Sieg. Zum zweiten Mal. In
Folge. Sein Traum. Er ist bereit sich von allem loszusagen, ist bereit wieder
der Einzelgänger zu sein, der rachgierig Getriebene – das einsame Feuer. Angst
darf ihn dabei nicht lähmen. Nicht noch einmal. Seine Getriebenheit ist Stärke.
Der Blick des Hamburgers fällt ein letztes Mal auf die Plaketten und fast
schon liebevoll streicht er über die eingravierten Namen. Dass seine Hand dabei
auf Azrael Rage zum Ruhen kommt, kann nur ein einfacher Zufall sein. Ja sein
Name würde sich gut machen in dieser Reihe… neben Rage, neben Blaze,
Wir wollen leben für die Gier
und zu den Raubtier’n gehör’n.
OFF-CAMERA
Während sich John Smith aus der
Sichtweite der Kameras entfernt hat, ertönt der Klingelton seines Handys kurz.
Er hat eine SMS erhalten.
John, das Paket wurde geliefert. Nun
liegt es an dir, es zu benutzen oder nicht.
Smith nickt. Der Plan B für heute Abend
ist vorbereitet. Nun liegt es an ihm und seiner Leistung im Ring, ob er ihn
wirklich benötigen wird. Noch ist er zuversichtlich, dass er all das nicht
brauchen wird. Aber die Worte von Blaze haben etwas in seinem Kopf
hinterlassen: Einen kleinen, nagenden Zweifel, ob seine Prinzipien wirklich
noch die richtigen sind. Oder ob er sie vielleicht doch endgültig wegwerfen
sollte.
Mike Garland: „Das waren sie: Die drei
Teilnehmer unseres zweiten Viertelfinals heute Abend! Und was für eine
hochklassige Besetzung wir dort haben! Blaze—Quest 4 the Best Gewinner 2011 und
ehemaliger Cryption Champion. John Smith—Brawlin‘ Rumble Sieger 2007 und
ehemaliger Tribune und Gerasy Champion.“
Vincent Craven: „Und nicht zu vergessen:
Pavus Maximus. Immerhin ehemaliger Galaxy Champion der GFCW. Und beinahe
Cryption Crown Träger der PCWA. Auch, wie wir eingangs schon sagten, nicht zu
unterschätzen, auch wenn Smith in seiner Arroganz der Meinung war, ihn eher
übergehen zu können.“
Mike Garland: „Klar, Smith und Blaze sind
wie gezeigt auf dem Papier die Favoriten—mit einem leichten Vorteil für den
Kubaner, wenn wir auf die jüngste Vergangenheit blicken. Aber der Quest 4 the
Best war schon immer für Überraschungen gut. Wir müssen nur an Blazes Sieg im
letzten Finale gegen Mad Dog und Azrael Rage denken.“
Vincent Craven: „Richtig. Wir sind also
alle gespannt, was da nachher im Ring passiert und ob wir eventuell das erste
große Favoritensterben sehen werden. In wenigen Minuten könnte es schon im
Opener losgehen. Dort treffen Patricia Selladore, Mad Dog und Jamie Hudson
aufeinander.“
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The Champions of PCWA:
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Träger der PCWA Cryption Crown |
PCWA Tribune Champion |
PCWA Undisputed Gerasy Champion |
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Wir befinden
uns in einem ziemlich verdreckten Flur - wo weiß man nicht, warum wird man
gleich erfahren. Wir befinden uns bei RM.
Aber es nicht
der RM, an den wir uns erinnern. Seine Haare sehen fettig und ungepflegt aus, sein
Gesicht wirkt abgemagert und wird von einem Dreitagebart geziert. Sein weißes
T-Shirt verdient die Bezeichnung Weiß nicht mehr wirklich. Es ist grau, es
wirkt nicht nur verdreckt, es ist verdreckt.
Gefilmt wird
das ganze anscheinend von einer Kamera, die auf einem Stativ steht und die der
Kuchen selbst aufgebaut hat. SO ist die Qualität des Videos auch nicht zu
vergleichen mit dem eigentlich HD -Produkt der PCWA sondern ehr mit einem
Youtube Video. Der Ton ist verzerrt und kratzig und man hat dieses Rauschen
durch das billige Kameramikrofon.
Der ehemalig Creative Commissioner der
PCWA, sitzt vor einen alten Metallspind und schaut planlos und leer durch den
Raum. Dann fixieren seine Augen die Kamera und er beginnt zu sprechen. Und auch
wenn der Ton nicht sehr gut ist so kann man ihn trotzdem verstehen.
RM: „So viel deines Erfolges in diesem Sport,
hängt damit zusammen wie gut du mit Chancen umgehen kannst.“
Der Kuchen
klingt anders als sonst, er hat einen lallenden Unterton. Es ist nicht extrem,
aber es fällt auf. Er scheint betrunken zu sein, was recht ungewöhnlich ist für
den Mann, der sonst eigentlich so gut wie nie mit Alkohol gesehen wurde.
RM: „Manchmal ist egal wie sehr du deine
Chancen suchst, egal wie sehr du nach ihn greifst oder du um sie kämpfst, sie
kommen einfach nicht zu dir.“
Er grinst in
die Kamera und streicht sich durch die Haare. Dann schaut er sich in die Hände,
scheint selbst etwas angewidert zu sein von dem Gefühl seiner fettigen Haare und
wischt sie sich am T-Shirt ab.
RM: „Ich hatte das Problem nie. Für mich...“
Er atmet tief
durch, sein Gesicht zeichnet eine Leere, die fast schon unheimlich wirkt
RM: „...Für mich kamen die Chancen immer
wieder. Sie wurden mir vor die Füße gelegt und ich hab sie einfach verstreichen
lassen. Ich hab sie angeschaut wie ein bescheuerter Teenager, der von seinen
Eltern gesagt bekommt er soll sein Zimmer sauber machen. Und hab sie Ignoriert“
Ein
Kopfschütteln und dann hämmert er den Kopf sachte gegen den Spind.
RM: „Und dann sind da diese Stimmen...“
Der Kuchen
grinst.
RM: „Überall wo
du dich im Wrestling bewegst sind diese Stimmen.“
Nun erhebt sich
die Stimme des Kuchens er wird lauter. Seine Augen reißt er weit auf und man
sieht das sie Blut unterlaufen sind, entweder durch
Chemische Stimulanzen oder es ist einfach ein akuter Schlafmangel.
Wahrscheinlich ist es 2teres wenn man sich die Augenringe im Gesicht des
Hallensers anschaut.
RM: „Okay RM hat Talent, aber er ist ein
Versager...“
Wieder atmet er
tief. Und schreit dann förmlich in die Kamera.
RM: „RM ist ein Versager!“
Er schüttelt
mit dem Kopf. Wird dann wieder etwas leiser aber bleibt doch sehr deutlich.
RM: „Wir wissen nicht was er macht und wir
verstehen nicht warum, deshalb ist er ein Versager.“
Nun schlägt er
mit den Händen gegen den Stahlspind hinter sich. Und seine Stimme wird wieder
lauter.
RM: „Und die schlimmsten Stimmen sind die in
meinem Kopf. Sie sagen mir, was ich tun soll und was nicht, und sie haben mein
Leben zerstört. Sie haben mir gesagt Menschen zu verletzten, die es nicht
verdient haben...“
RM zieht ein
Foto aus seiner Tasche. Er starrt es fast schon regungslos an. Eine gute Minute,
dann steckt er es wieder in die Tasche. Er wischt sich eine Träne von der Wange,
die über sein gezeichnetes Gesicht lief. Und dann spricht er wieder, aber die
Stimme ist wieder leiser geworden.
RM: „Aber nun bin ich zu einer Einsicht
gekommen.“
Der Kuchen
nickt der Kamera zu, als wolle er sich selbst bestätigen.
RM: „Ich habe mich mit meinem Schicksal
abgefunden. Ich bin ein Pro-Wrestler. Das ist alles, was ich noch hab und das
ist alles, was ich gut kann.“
Und wieder
grinst er. Er greift nochmal nach dem Foto in seiner Tasche. Er schaut wieder
drauf und wirft es dann in Richtung Kamera. Für einen Moment kann man erkennen
das 2 Personen auf dem Foto waren, aber man kann nicht erkennen, wer.
RM: „Das bedeutet auch, dass ich einen sehr
einsamen Tod sterben werde...“
Mitleidig
schaut der Kuchen in die Kamera beginnt dann aber wieder zu grinsen.
RM: „Aber das ist Okay, alle meine Helden sind
eh tot, also werde ich nicht mehr allein sein! Vielleicht ist das die
Lösung...“
Das Gesicht des
Kuchens wird zu einem Starren Blick.
RM: „Ich liebe Pro-Wrestling, aber es liebt
mich nicht....“
Der Kuchen
beginnt sich an den Nägeln zu kauen und sein Blick wird nachdenklich.
RM: „Vielleicht ist es Zeit zu gehen...“
Der Kuchen geht
zur Kamera...kurz bevor er sie ausschaltet winkt er rein und verabschiedet sich
mit dem Worten.
RM: „Es ist Zeit!“
Dann wird das
Bild schwarz.
Vincent Craven: „RM!“
Mike Garland: „Ja, der Kuchen… aber was um
alles in der Welt, was ist mit ihm passiert?“
Vincent Craven: „Er sieht ganz schlecht aus…
ganz miserabel. So habe ich ihn ehrlich gesagt noch nie gesehen. So… niedergeschlagen,
so… am Ende.“
Mike Garland: „Ist er etwa wiedergekommen, um
sich zu verabschieden? Das kann er doch nicht machen? Wo war er überhaupt die
ganze Zeit?“
Vincent Craven: „Na hoffentlich, war das nicht
das letzte Wort von RM. Wir haben noch ein paar Fragen an den Kuchen…“
Mike Garland: „Ich bin nie ein großer Freund
von ihm gewesen, aber jetzt tut er mir irgendwie… leid…“
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Ein Doppelsieg? Konnte
er nicht mehr Leistung bringen, oder wollte er es nicht? Eine Frage, die ihn
quält, seitdem Vendetta 82 endete. Blake Milton gegen Azrael Rage heißt es
heute. Doch Azrael kennt seinen wahren Gegner… Robert B… nein, er selbst.
Dennoch ist Robert Barker ein entscheidender Faktor. Wer gegen den Schlächter
antritt, tritt in der Regel nicht an, um zu gewinnen. Es geht dabei eher um das
Überleben… und er muss leben. Für die Aufgabe. Der Regenläufer Azrael Rage
weiß, dass er Blake Milton besiegen kann… aber kann er es, wenn der Folgegegner
Robert Barker heißt? Er muss Ruhe bewahren. Einen solchen Gegner hatte Rage
nie. Keine Narbe ziert seinen makellosen Körper…
Der dunkle Fellmantel
wird noch einmal gerichtet, denn er will nun Milton aufsuchen. Er sollte diesem
jungen Mann ins Gesicht sehen, bevor er gegen ihn ins Gefecht zieht. Der Preis?
Ein Teilnehmerplatz auf der Schlachtbank…
Azrael Rage: „Beruhige
Dich, Azrael.“
Mürrisch blickt er
drein.
Azrael Rage: „Die Ruhe
ist mir schon vergangen, seitdem ich weiß, dass entweder Milton oder ich gegen
den Schlächter antreten muss.“
Er öffnet die Tür
seiner Kabine und will sich auf den Weg machen, doch sein Ziel steht bereits
vor ihm.
„Wir müssen reden“, entgegnet Blake
knapp.
Ein wenig verwundert
nickt das Schild und verweist mit einer Handgeste in seine Räumlichkeiten. Der
Junge schüttelt den Kopf und lehnt die Einladung betont ab: „Ich glaube, so lange
werden wir nicht brauchen.“
Denn rein theoretisch
ist er nur wegen einer einzigen Sache hier – er will Azrael Rage dazu bringen,
dass dieser freiwillig jobbt. Die Aussicht auf den Gerasy Title ist immer ein
guten Grund, sich in Größenwahn zu üben, doch für Blake greifen mit dem
heutigen Match gleich mehrere Dinge ineinander.
Azrael Rage: „Auf jeden
Fall passt der Zeitpunkt. Ich hatte gerade vor, Dich ebenfalls aufzusuchen, da
ich der Meinung bin, dass wir ein paar Worte tauschen sollten, bevor es nachher
Faustschläge sind.“
Der leitende
Sicherheitsbeauftragte hat ihn beobachtet, so wie er es mit allen hier tut und
das nicht nur heute. Seine Augen und Ohren sind nahezu überall und er weiß,
dass der ehemalige Teufel kein einfacher Mensch ist. Nur schwerlich lässt Rage
sich etwas sagen und überhaupt erachtet er nur seine Ansichten als
allumfassende Maxime. Mit Sicherheit wird ihm das früher oder später zum
Verhängnis, angefangen bei Pavus, dem er nicht zugestehen will, dass sich auch
ein Azrael Rage den Menschen gegenüber rechtfertigen sollte, die ihm
tatsächlich glauben wollen.
Apropos Pavus. Azrael schrieb ihm einen kurzen Brief.
Es ist mehr als nur die Hoffnung sich zu versöhnen. Es ist eine weitere Lektion
für seinen Schüler… seinem Freund, der endlich lernen muss, was die Welt für
ein Ort ist.
Aber all das soll
nicht Blakes Angelegenheit sein, weshalb er sich höflich räuspert und zu seinem
eigentlichen Belang zurückkehrt, denn die PCWA tatsächlich zu schützen, ist die
Aufgabe des Sicherheitsmanagement und nicht die eines Wrestlers.
Die Security senkt
kurz den Kopf. Das mit Tom… darf ihm einfach nicht noch einmal passieren.
Diesen Fehler kann sich Blake noch immer nicht verzeihen, liegt Nächte lang
wach und plant seither jedes gottverdammte „Was wäre wenn?“ durch – immer und
immer und immer wieder. Es gibt Stunden, in denen er so viele Tabletten intus
hat, dass er sich wünscht, er wäre konjunktivlos und hätte so viel Macht wie
Robert Barker.
Doch Blake besinnt
sich. Er war beim Smalltalk: „Ich werde Securities am Ring
positionieren, damit bei unserem Kampf alles fair bleibt und…“
Seine Wortwahl ist
dabei so unglücklich, dass er sofort mit energischen Worten seitens Rage
buchstäblich überrannt wird: „Damit alles FAIR bleibt? Hat Dir das
Dein schändlicher Umgang mit dem Intriganten der PCWA eingeschärft. Ich habe
weder Grund, noch irgendein Motiv UNFAIR gegen Dich zu handeln. Ja, ich war
einst der Teufel und das wird auch ewig mein Stigma sein, aber dennoch ist es
nicht richtig mir hier UNFAIRNESS zu unterstellen.“
Das Schild ist so viel
größer und stärker als er und lässt den Jungen sogar respektvoll einen Schritt
zurückweichen. Emotionslos blickt er mit seinem viel zu blassen Gesicht und
seinen tiefen, dunklen Augenringen zum Regenläufer auf.
Blake Milton: „Du
missverstehst mich, Azrael.“
Rage sieht ihn fragend
an.
Blake Milton: „Ich kann
es nicht leiden, wenn sich jemand ungefragt in MEINE Kämpfe einmischt. Es ist
entweder MEIN Sieg, oder eben MEINE Niederlage, weshalb ich gern auf alles
vorbereitet bin…“
…denn es ist auch SEIN
Gerasy Title! Es ist SEINE Macht, Rage vor Barker zu schützen. Niemand sollte
gegen den Schlächter antreten müssen, solange er eine ernsthafte Gefahr für die
PCWA darstellt. Es ist SEINE Macht, den Schlächter in seine Schranken zu weisen
und Gabriel zu retten. Es ist SEINE Macht, der PCWA zu helfen, indem er den
ehemaligen Principal wieder seiner eigentlichen Aufgabe der Ordnung zuführt. Blake
MUSS Rage irgendwie aus diesem niveaulosen Spiel nehmen – besser jetzt, als
nie. Je näher er seinem Match kommt, desto mehr schwinden seine Chancen den
geplanten Sieg davonzutragen.
Azrael Rage: „Ich bitte
um Verzeihung. Ich habe Dich missverstanden. Womöglich ist es schon ein wenig
zur Gewohnheit verkommen, dass ich mich für meine früheren Taten rechtfertigen
muss, so dass ich überall Anschuldigungen sehe. Selbstverständlich habe ich
nichts gegen die Sicherheitskräfte am Ring.“
Es ist kein Wunder, dass
sich Pavus ausgerechnet das Schild als Mentor gesucht hat. Seine ganze
Erscheinung ist so einnehmend, dass es Blake durchaus schwer fällt, bei der
Sache zu bleiben. Sein Gegenüber schafft es mit seiner bloßen Anwesenheit, in
ihm das Verlangen zu wecken, sich voll und ganz aufgeben zu wollen. Es ist fast
so wie bei Gabriel, für den Blake einfach alles tun würde.
„Ich will nicht, dass
du gegen Barker antrittst“, platzt es aus dem Jungen heraus.
Azrael weiß für einen
Augenblick nicht, wie er darauf reagieren soll, denn schließlich steht hier
immer noch ein Profi einem Rookie gegenüber. Dennoch findet er plötzlich ein
wenig tatsächliches Interesse an diesem Gespräch und lehnt sich gegen den
Türrahmen. Kurz lässt er das Ende von Vendetta 82 Revue
passieren vor seinem inneren Auge und erkennt einen erschreckenden Gedanken.
Wollte er Milton gewinnen lassen, um nicht gegen Robert Barker antreten zu
müssen? Regen…
Die direkte Anmerkung
des Jüngeren und die eigene innere Aufgeriebenheit werden mit weiteren Worten
überspielt.
Azrael Rage: „Wie alt
bist du, mein Junge? 22 oder 23 Jahre?“
„Zumindest alt genug,
um dir die Chance auf den Gerasy Title streitig zu machen.“
Cinderella? Der
Regenläufer beäugt seine Tochter und lässt das angespannte Verhältnis zu ihr kurz
durch seinen Kopf gehen. Sie ist nicht mehr auf der Seite ihres Vaters, was
daran liegt, dass er es angeblich selbst nicht mehr ist… Doch im Moment ist
wichtiger, was sie hier macht?
Blake und Cinderella
kennen sich seit dem PPV, sind sich seitdem immer wieder ungewöhnlich oft durch
Zufall im Backstage-Bereich über den Weg gelaufen und der junge Australier ist
eigentlich ganz froh, dass Rage es scheinbar noch nicht so richtig realisiert
hat, dass seine Tochter munter die Männerwelt der PCWA abcheckt. Vielleicht
auch nur ein Beweggrund, um ihren Vater vor den Kopf zu stoßen. Nicht umsonst
gesellt sie sich merklich in Angriffslaune neben Blake und stößt ihn verspielt
mit ihrem Ellenbogen in die Seite, als würde sie sagen wollen „Da bin ich“ –
der Moment dafür könnte ungünstiger nicht sein.
Neugierig geht der
Kopf des Regenläufers nach vorne, dessen Gesicht wieder chaotisch bestrichen
ist und nicht mehr die Fratze des Teufels trägt.
Azrael Rage: „…MIR die
Chance auf den Gerasy Titel streitig zu machen?“
Noch einmal der Blick zu Cinderella und dabei
hinzugefügt: „Wirklich, Kinder? Ist dem so?“
Cinderella Rage: „Ganz
recht! Alt genug um zu kämpfen. Alt genug um Respekt zu genießen…“
Blake will vorsichtig
einlenken: „Ich glaube nicht, dass…“
Cinderella Rage: „…und
vor allem alt genug um Undisputed Gerasy zu werden“
Trotz weiterhin
innerer Nervosität und einer Frage, die Rage nicht zu beantworten vermag, kann
sich das Schild ein kurzes Hochziehen der Mundwinkel nicht verkneifen. Erneut
versucht der Junge die Situation zu klären, denn DAS ist definitiv nicht der
geplante Gesprächsverlauf: „Aber ich habe doch gar nicht gesagt,
dass…“
Azrael Rage:
„UNDISPUTED GERASY will jeder werden, der den Arenakampf der Neuzeit
bestreitet. Dafür sind wir alle hier. Es hat nichts mit dem Alter zu tun. Es
hat etwas mit einem unbrechbaren Willen der Beste zu sein zu tun. Kämpfen kann
jeder Delinquent. Das ist nichts Besonderes. Aber Respekt? Respekt müssen wir
uns verdienen, Blake. Meinen Respekt hast Du zum Beispiel verdient, als Du
letzte Vendetta mich mit eliminiert hast. Aber den anderer? Das steht auf einem
anderen Blatt Papier und daher sage ich, dass Du Jugend hast. Ebenfalls hast Du
offenbar einen starken Willen. Aber das alles verblasst in Anbetracht dessen,
was Dir fehlt. Die Erfahrung, mein lieber Junge, die Erfahrung.“
Obwohl diese Worte
Blake galten, antwortet eine euphorische Cinderella, die ihrem Vater
entschlossen in die stechend hellblauen Augen sieht und seine Worte schon
beinahe nachäfft.
Cinderella Rage: „Die
Erfahrung, mein lieber Junge, die Erfahrung. Erfahrung wird er schon noch
sammeln, aber dennoch nutzt er seine Chancen besser, als du. Du magst ja viele
Kämpfe bestritten haben, aber das waren auch andere Zeiten – unsere Zeiten!
Schau dich um! Mittlerweile gehst du aus einer Battle Royal als CO-Sieger neben
einem Rookie hervor. Genau DER Rookie, der dich mit Sicherheit heute auch noch
besiegen wird.“
Sie klopft Blake, der
völlig irritiert eine Augenbraue hebt, sporadisch auf die Schulter.
Kopfschütteln des Regenläufers.
Auch der Schild der
PCWA blickt überaus skeptisch zu seiner Tochter hinüber. Dennoch ist es ihm in
diesem Moment wichtig, dass Cinderella ihn versteht und sein Handeln. Für
einige Sekunden soll er seine Sorgen, die Anschuldigungen seiner Tochter und
selbst den eigentlichen Gesprächspartner – Blake Milton – indirekt vergessen
und geht stattdessen auf das „Was wäre wenn…“ ein, das der kleinen Teufelin so
vorschwebt.
Azrael Rage: „Nehmen
wir mal an, dass ich tatsächlich nur eine Niederlage davontrage, was wird dann
geschehen in der Geschichte des jungen Milton?“
Cinderella Rage: „Dann
wird er bei CORE Robert Barker besiegen!“
Azrael Rage: „ER wird
also Robert Barker besiegen? Das schlimmste Ungeheuer der PCWA, das es jemals
gab und ER wird ihn einfach so besiegen? Öffne Deine
Augen, Kind! Der Schlächter wird jeden noch so üblen Trick ausnutzen, wird all
seine Macht spielen lassen, wird all seine Soldaten schicken und wird von
seinen Waffen Gebrauch machen, damit er nicht einmal in die Nähe seines
UNDISPUTED GERASYS kommst!“
Milton will etwas
sagen, aber laut wird ihm nur von Rage entgegen gebrüllt.
Azrael Rage: „SCHWEIG
STILL!“
Ein wenig beugt sich
Rage nach vorne und flüstert dann zu seiner Tochter.
Azrael Rage: „Er wird
in seinem eigenen Blut enden, wenn er auf Robert Barker treffen sollte. Es wird
kein fairer Kampf, denn er wird dieser Bestie nur zum Fraß vorgeworfen. Ein
Opfer um den Blutdurst des Schlächters zu befriedigen. Nein, dies ist kein
Märchen, wo David Goliath besiegen kann. Er ist nicht das tapfere
Schneiderlein, das die Riesen zurückschlägt. Er ist noch ein JUNGE! Ein
talentierter Junge, aber wenn er gegen Barker antreten müsste, wäre er nicht
mehr als ein gebrochenes Kind mit Narben über seinem gesamten Körper. Diese Erfahrung
fehlt ihm einfach… Er hat einfach keinerlei Ahnung auf was für ein gefährliches
Spiel er sich hier eingelassen hat… und Du opferst ihn hier, um mich zu
provozieren, Tochter!“
Kurz denkt Rage auch
darüber nach, ob er hier nicht auf Messers Schneide tanzen würde, wenn er gegen
Barker antreten müsste. Cinderella schreit indes aggressiv und wütend zurück!
Cinderella Rage: „DU
HAST DOCH NUR ANGST!“
Seine Knie werden
weich bei dem Gedanken.
Azrael Rage: „Ja, womöglich habe ich Angst und Du solltest ebenfalls
Angst haben, wenn Dir etwas an Deinem Freund liegt.“
Das Wort „Freund“
wurde dabei sehr unfreundlich betont.
Azrael Rage: „Cinderella, hör mir zu. Ich meine es nicht böse, aber es
ist einfach noch viel zu früh für ihn. Sei nicht so närrisch, weil Du auf mich
wütend bist und sieh die Welt mit offenen Augen. Auch wenn es auf dem Papier
der Propaganda heißt, dass es hier um den Undisputed Gerasy geht, so ist das
Risiko viel zu hoch für einen Anfänger… Der Junge hat gezeigt, dass er Talent
hat. Damit soll es für heute reichen. Nehmt Abstand vom Gerasy! Das ist meine
Aufgabe, MEINE BÜRDE. Ich muss mich dem Schlächter stellen. Für den Knaben wird
es noch genügend andere wilde Schlachten zu schlagen geben. So ist er jung. Er
hat Zeit.“
Fast eine gewisse Güte
halt in den letzten Worten Azraels mit.
Ungebremst will
Cinderella nachsetzen, doch Blake, der sein eigentliches Vorhaben, nämlich
Azrael Rage davon zu überzeugen zu jobben, gerade scheitern sieht, entgegnet
ihm hastig: „Azrael, bitte! Du kannst mir vertrauen! Lass mich das mit Barker
erledigen!“
Die Enttäuschung über
die Uneinsichtigkeit Miltons steht Rage ins Gesicht geschrieben. Er hat alles
gesagt, alle Warnungen gesprochen, denn auch wenn man es nicht sehen kann, so
meint Rage es nur gut. Dennoch bereitet eine Sache Rage furchtbare Sorgen. Wenn
Milton nicht gegen Barker antritt bleibt nur einer über… und dieser wandelt
durch den Regen und kann das Gold des Gerasys durch die Wolken nicht erkennen.
Blake Milton: „Ich
bitte dich! Das ist meine Aufgabe, nicht deine! Ich darf nicht
zulassen, dass dir etwas passiert, denn lieber opfere ich einen unbedeutenden
Anfänger wie mich, als einen für die PCWA bedeutenden Wrestler wie dich!“
Die Tür wird
zugeknallt. Azrael hat genug gehört, sucht Ruhe und Konzentration. Zurück
bleiben seine Tochter und Blake Milton, der einen verbitterten Zischlaut von
sich gibt.
Blake Milton:
„Verdammt.“
Cinderella legt ihre
Hand auf seine Schulter.
Cinderella Rage: „Warum
bemühst du dich so um ihn? Wenn er endlich wieder er selbst sein würde, dann
hätte die PCWA weit weniger Probleme und…“
Der Sicherheitschef
wirft einen gefühlskalten Blick zur Seite und verdreht die Augen. Das lief
nicht so, wie es laufen sollte – dank ihr. Keine Ahnung, warum er Cinderella
dennoch nicht böse sein kann…
…trotzdem lässt er sie
ohne ein weiteres Wort stehen, denn ihm wird klar, dass er nun definitiv gegen
Rage antreten und vor allem gewinnen muss. Er läuft los. Das einzige, was er
jetzt noch versuchen kann, ist das, was ihm schon seit Tagen den Verstand
raubt. Ratlos sieht Cinderella ihm hinterher. Was hatte sie falsch gemacht? Sie
wollte ihn doch nur pushen… und eventuell auch gleich noch ihren Vater dabei
ärgern… aber eigentlich wollte sie doch nur…
Sie schlägt in einer
spielerischen Geste die Faust in ihre Handfläche: „Mist! Wieso geht das
bei Alistair so einfach und bei ihm so schwer?“
Mike Garland: „DAS ging
jetzt aber in alle Richtungen schief.“
Vincent Craven: „Beide
haben ihre Punkte… Dennoch wirkte Rage auf mich nicht so entschlossen, wie
Milton es tat.“
Mike Garland: „Ja,
letzte Vendetta kam es noch anders rum rüber.“
Vincent Craven: „Naja,
die einzige Veränderung ist, dass es heute keine Ausreden mehr gibt. Heute
bekommen wir einen neuen Number One Contender auf den Gerasy von Robert
Barker.“
Mike Garland: „Aber war
das nicht letzte Vendetta auch schon geplant?“
Vincent Craven: „Ja,
geplant, aber die Sache ist doch die, dass jeder in einer Battle Royal antritt
um zu gewinnen, aber nur einer setzt sich durch. Die Herausforderung wirkt
dadurch nicht so real.“
Mike Garland: „Du meinst
so kam es zustande, dass Milton die Bedrohung jetzt deutlich sieht, während
Rage sie scheinbar gar nicht sehen will?“
Vincent Craven:
„Vielleicht! Auf jeden Fall macht diese Ausgangssituation den heutigen Main
Event nochmal eine Spur spannender, als eingangs vermutet. Hier wirkt ja Blake
fast schon wie der Favorit.“
Mike Garland: „Spannend
wird es jetzt sicherlich auch im kommenden Opener… Mad Dog, Patricia Selladore
und Jamie Hudson kämpfen um den Einzug ins Halbfinale des Quest 4 the Best
Turniers. Die Weichenstellung für Core beginnt jetzt!“
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Mike Garland: „Und da sind wir wieder! Bei
unserem ersten Match des heutigen Abends! Wir haben noch zwei Shows mit heute
bis zum PCWA CORE und das kann nur eines bedeuten: QUEST …“
Vincent Craven: „FOR THE BEST! Zwölf Männer und Frauen treten heute und bei der nächsten Vendetta an, um
heraus zu finden, wer der Beste der PCWA ist. Und darauf sind wir noch gar
nicht eingegangen: Was für Namen wir dort dabei haben dieses Jahr! John
Smith—den wir heute Abend noch sehen werden.“
Mike Garland: „Diego Alejandro Sanchéz.
Gabriel Lucifer. Blaze—der gegen Smith und Pavus Maximus nachher noch ranmuss.
Und natürlich nicht zu vergessen die drei Teilnehmer dieses ersten
Viertelfinals.“
Vincent Craven: „Richtig. Mad Dog, Jamie Hudson und
Patricia Selladore. Ein alles andere als
einfaches Match, auch wenn es im Internet einen klaren Favoriten zu geben
scheint mit Mad Dog.”
Mike Garland: „Der würde aber schlecht
daran tun, die beiden Gegner zu unterschätzen. Aber wir werden ja gleich sehen,
was passiert. Jetzt ist es soweit: Der Quest 4 the Best 2012 beginnt offiziell!
Und hier kommt der erste Teilnehmer…“
„Welcome to YOUR nightshow!“ Es ist der Trademark-Spruch des
Night Fighters, der einige Jubelrufe bei den Fans hervorruft. MD weiß noch gar
nicht so recht mit dem Zuspruch der Fans umzugehen, aber er freut sich nicht
sonderlich darüber. Nie hat er große Anerkennung der Fans erhalten – weil er
zumeist bei den Bösen Zuhause war. Dass ihn nun der
Jubel in der Halle empfängt, ist allein ein Zeichen dafür, dass er alt geworden
ist.
Daher gilt es nun zu gewinnen. Das Ziel zu erreichen. Viel Zeit
bleibt ihm schließlich nicht mehr.
http://www.youtube.com/watch?v=H-mrCYRs1Yg
Die ersten Klänge und Worte des rockigen Songs verhallen in der
Halle.
Broken bones,
broken hearts
Stripped down and torn apart
A little bit of rust - I'm still runnin'
Countin' miles,
countin' tears
Twisted roads, shiftin' gears
Year after year - it's all or nothin'
Wie für den Night Fighter gesprochen tritt der Veteran, als sich
der Song zum Chorus erhebt, hinaus. Ein entschlossener und fokussierter Blick
zeigt sich hinter der Maske. Die Arme werden
entschlossen zur Seite ausgestreckt. Ein Kreuz.
But I'm not
home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left
No there's so much that's been
stolen
I guess I've lost everything I've had
But I'm not dead, at
least not yet
STILL ALONE,
STILL ALIVE,
STILL UNBROKEN
I'm still
alone, still alive,
I'm still unbroken
Mad Dog spricht die Zeilen des Refrains inbrünstig mit. Es sind
seine Zeilen. Immer noch da, immer noch alleine und immer noch ungebrochen.
Er steht immer noch – trotz allen Scheiterns. Bei der letzten
Vendetta hat er sich erneut für diesen Weg entschieden. Der Quest gerät zum
Prüfstein. Und so passen die folgenden Textpassagen, wie die Faust aufs Auge.
Never captured, never tamed
Wild horses on the plains
You can call me lost - I call it freedom
I feel the spirit in my soul
It's something Lord I can't control
I'm never givin up while I'm still breathing
Hudson tritt auf die
Rampe, er betritt die Rampe allerdings nicht mit seinem normalen Aufzug, nein
dieses mal läuft er im Anzug zum Ring. Abgerundet mit einem Paar Timberlands statt dem üblichen Sneakers läuft er
langsam zum Ring.
If you see me lookin' clean cut
Matchin' from
head to toe dippin' with a mean strut
Throwin' and
blowin' green stuff hella creamed up with a bling cup
Ain't no wicked we can kick it if you blue or beamed
up
If you, see me
step off in the clubber with some pros
With about 6 of
'em cut no longer waiting to be chose
And if you hear
me tell my homies anything goes
With these
chickens dippin' to Davy's right when the clubber close
If you see me on
the grind getting' mine
If you bust in
the room and find me hittin' yours from behind
If you hear me
bustin' rhymes rippin' each and every time
If I got it at
capacity and you still got a line
If I'm rollin'
on dubs, if it's K-Town bud
If they showin'
me love with a red rug at the club
If you see them
hatas giving me mugs, ladies giving me hugs
It ain't no
rocket science it's because
Angekommen Im Ring
blickt er noch einmal ins Publikum, er zieht sein Sako aus und faltet es bevor
er es einem K&G angestellten gibt der anscheinend allein für diesen Grund
zum Ring gelaufen kam. Während er sich in einer Ring Ecke positioniert, spielt
der letzte Teil seines Entrance.
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
Oh oh I'm a playa
Kein Funkenregen, kein
bombastisches Lichtspiel. Nur eine einsame kleine Frau, deren Silhouette sich
vor flackerndem Stroboskoplicht abzeichnet. Zart wirkt, sie zerbrechlich, aber
doch so voller Willen.
Ein Wille, der sie an
den Rand der Selbstzerstörung führen wird und noch weit darüber hinaus.
Schwarz-weiße Bilder
huschen über den Screen. Ein Mädchen in einem weißen
Rüschenkleid, das mit einer Puppe spielt. Die Puppe hat sie von ihrem Daddy
bekommen, der sich im Hintergrund gerade die Hose aufknöpft. Kinder, die auf
einer afrikanischen Deponie giftige Batteriesäure aus verschrotteten Autos
kratzen, um einige Cent zu verdienen und an den Folgen zu krepieren. Eine
12jährige Thai, die einem schwammigen Touristen aus Europa einen bläst und von
diesem gefingert wird. Als er seine Hand aus ihrer Spalte zieht, tropft Blut
von ihr.
Das ist deine Welt,
Patricia Selladore. Eine Welt, wie du sie verdient hast.


Gelangweilt steht
Patricia für einen Moment einfach nur da, lässt sich auf die Knie fallen, den
Blick zu Boden gerichtet. Gelangweilt? Resignierend? Als sie sich erhebt und
die Kamera ihr Gesicht einfängt, erkennen wir die vielen kleinen Narben, die
sich über ihre Haut ziehen. Narben als Zeichen eines bewegten Lebens. Patricia
trägt erneut eng anliegende Combat Pants, die sie weit über den bandagierten
Knien abgeschnitten hat. Ihr Oberkörper ist nur von einem Tanktop bedeckt,
welches ihren Bauch frei lässt. Deutlich erkennen wir daran die kaum verheilte
Stichwunde, die sie sich beim Imperial Impact zugezogen hat.
Donnernd setzt ihr
Theme ein. Shirley Manson. Garbage.
I'm only happy when it rains
I'm only happy when it's complicated
And though I know you can't appreciate it
I'm only happy when it rains
You know I love it when the news is bad
Why it feels so good to feel so sad
I'm only happy when it rains
Erneut finden sich
einige deplatziert wirkende Jugendliche, die Patricia anfeuern. Die Masse aber
buht sie nach Leibeskräften aus, was Patricia nahezu gleichgültig zur Kenntnis
nimmt. Als sie in den Ring klettert, blickt sie erneut kurz direkt in die
Kamera. Ihre stahlblauen Augen stechen wie zwei funkelnde Edelsteine aus dem
dunklen Kajal heraus, aber sie wirken traurig.
Pour your misery down
Pour your misery down on me
Pour your misery down
Pour your misery down on me
Patricia baut sich
mitten im Ring auf. Sie wirkt hochkonzentriert. Heute ist der Abend, an dem sie
es allen zeigen wird. Sie hat keine Chance, aber genau diese will sie nutzen.
I'm only happy when it rains
I feel good when things are going wrong
I only listen to the sad, sad songs
I'm only happy when it rains
Opener
– Möge der
Beste gewinnen –
Quest 4 the Best Viertelfinale
Regular Single Match
vs.
vs. 
Mike
Garland: „Und da wird der Ringgong geläutet, das Match kann beginnen. Aber noch
herrscht hier die Ruhe vor dem Sturm, keiner will den ersten Angriff
wagen...Mad Dog zuck...Nein, nur eine Finte...“
Vincent
Craven: „JAMIE HUDSON greift jetzt an, streckt Selladore mit einer Arm Lariat
nieder...wirbelt herum...CLOTHESL...NEIN! Mad Dog taucht unter der Clothesline
ab, ein ENZUGIRI schickt Hudson zu Boden.“
Mike
Garland: „Patricia hat nicht viel Zeit sich wieder auf die Beine zu rappeln,
der Night Fighter ist auch sofort bei ihr...Aber sie wehrt sich, Kicks gegen
die Knie von Mad Dog, die dem sichtlich weh tun...HEAD SCISSOR! Hier geht jetzt
die Post ab zwischen allen drei Teilnehmern.“
Vincent
Craven: „Und sie macht gleich weiter...Mehrere harte Kicks in den Rücken des
Night Fighters. Mad Dog mag hier der Erfahrenste der drei im Ring sein, aber
auch die anderen beiden wissen genau, was sie da tun.“
Mike
Garland: „Und wie wir alle wissen: Mit dem Alter wird man langsamer und der
Körper macht eben auch nicht mehr alles mit. Selladore nimmt noch einmal
Maß...HUDSON IST ABER WIEDER AUF DEN BEINEN...GERMAN SUPLEX!!! Das
Leichtgewicht in diesem Match fliegt hier fast von einer Ringecke in die
andere!“
Vincent
Craven: „Für Hudson natürlich ein leichtes Spiel, vor allem weil Mad Dog zwar
schon wieder aufgestanden ist, aber die Tritte in den Rücken doch deutlich zu
spüren scheint. Hudson „hilft“ ihm auf die Beine...Irish Whip...INVERTED ATOMIC
DROP! ERSTES COVER IN DIESEM MATCH!“
EINS
Mike
Garland: „Schöne Aktion von Hudson, die genau gesessen hat. Da muss Mad Dog
erst einmal wieder...“
ZW...
Vincent
Craven: „KICKOUT! Selladore wäre zwar auch wieder da gewesen, aber der Night
Fighter kommt hier noch locker aus dem Cover heraus...“
Selladore nutzt
den kleinen Augenblick, den Hudson sich noch ärgert, aus, um diesen mit zwei,
drei Kicks von hinten zu bearbeiten. So sehr scheint das aber Jamie noch nicht
etwas auszumachen. Sowohl er als auch Mad Dog sind schnell wieder auf den
Beinen und die drei Kontrahenten um den Einzug in das Halbfinale des Quest for
the Best Turniers stehen sich wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber.
Wieder sieht es so aus, als ob alle drei auf etwas Bestimmtes warten, ein
Signal, ein Zeichen, irgendetwas, damit es wieder losgeht. Erneut ist es
Patricia, die als erstes zuzuschlagen scheint, aber dieses Mal sind ihre
Kontrahenten etwas schneller mit der Reaktion. Mad Dog fängt den Kick ab und
nutzt den Schwung, um sie auf die Matte zu befördern. Hudson versucht, den
Night Fighter zu greifen, kassiert dafür aber einen Ellbogen und wird mit einem
Irish Whip und einer folgenden Clothesline erst einmal aus dem Ring befördert.
Zeit, sich der Dame in der Runde zu widmen.
Mike
Garland: „Da hat jemand die Gefährlichkeit der Kicks von Selladore
bemerkt...Mad Dog mit mehreren harten Kicks gegen die Knie von Patricia...Was
macht eigentlich Hudson da draußen, Vincent?“
Vincent
Craven: „Der rafft sich gerade wieder langsam auf die Beine, die Clothesline
von Mad Dog hat gesessen...Der setzt im Übrigen derweilen weiter Selladores
Knie zu... Boston Grab... Und das nCg Mitglied kommt da leicht ins
Schwitzen...“
Mike
Garland: „Sie hat hier natürlich auch einen gewissen Kraftnachteil, aber sie
streckt und reckt sich... will irgendwie in die Seile kommen. Aber der Night
Fighter kennt nur wenig Gnade und hält dagegen.“
Vincent
Craven: „... hat aber dabei auch immer wieder Jamie Hudson im Blick, der jetzt
gerade die Lage erkannt hat und zurück in den Ring eilt...Mad Dog lässt
Patricia los...SPEA...NEIN! Huson weicht aus und lässt Mad Dog gegen den
Ringpfosten laufen...AUTSCH.“
Mike
Garland: „Er versucht ihn wieder hoch zu heben...ABER DA KOMMT
SELLADORE...SPRINGT ÜBER DEN SICH BÜCKENDEN HUDSON UND LANDET AUF MAD DOG! Sie
bleibt auf ihm „sitzen“ und schlägt weiter auf ihn ein ...“
Vincent
Craven: „...Hudson reißt sie vom Night Fighter herunter, hebt sie aus....FRONT
SLAM...COVER...“
EINS
Mike
Garland: „HUDSON LIEGT MIT DEM GANZEN GEWICHT AUF IHR... Das wird verdammt
schwer so...“
Vincent
Craven: „WAR’S DAS HIER SCHON??? WO IST MAD DOG?“
ZWEI
DR...
Mike
Garland: „DA! Der Night Fighter
unterbricht das Cover noch rechtzeitig und reißt Hudson wieder auf die
Beine...KICK IN DEN MAGEN...DDT! Jetzt widmet er sich wieder Selladore ...packt
sie an den Beinen, schleift sie in eine der Ringecken...“
Vincent
Craven: „...SOCCER KICK gegen den Kopf von Selladore, Sitzt! Aber Hudson kommt
wieder von hinten, wirbelt ihn herum...Iris...Reversal...FACEBUSTER! COVER! Der
verrückte Hund hat hier jetzt die Oberhand!“
EINS
Mike
Garland: „PATRICIA WURDE VOLL GETROFFEN....WAR DAS DIE VORENTSCHEIDUNG...“
ZWEI
Vincent
Craven: „HUDSON ERKENNT DEN ERNST DER LAGE, VERSUCHT NOCH EINZU...KOMMT ABER
ZU...“
DREI...
Mike
Garland: „NEIN! Patricia kickt in letzter Millisekunde hier aus!!! Verdammt,
war das knapp. Die Fans jubeln hier für Mad Dog...Aber das hilft ihm eben auch
nichts im Moment. Kurz lässt der Night Fighter den Frust an der Matte aus, aber
viel Zeit bleibt ihm nicht...“
Vincent
Craven: „...Hudson ist wieder bereits an ihm dran und reißt ihn auf die Beine,
um ihn in die Mangel zu nehmen.“
Der Mann aus
Florida versucht, den Night Fighter auszuheben, aber sein Kontrahent hält
dagegen. Mehrere Ellbogenhiebe zwingen Hudson dazu, wieder los zu lassen. Der
Night Fighter versucht nun seinerseits, Hudson auszuheben, aber auch Hudson
wehrt sich. Mad Dog bekommt ihn nicht nach oben, muss erneut loslassen und wird
dann von Hudson umklammert und mit einem Belly to Belly Supplex auf die Matte
befördert. Aber auch Hudson kommt nicht wirklich dazu, denn hinter ihm taucht
wieder das nCg Mitglied auf, Patricia Selladore, auf. Sie wirbelt den deutlich
größeren und schwereren Amerikaner herum, rammt ihm das Knie in den Magen,
zieht den Kopf ein wenig nach unten und trifft noch einmal ins Schwarze.
Scissors Kick folgt und der Amerikaner geht zu Boden. Derweilen ist Mad Dog
gerade wieder dabei, sich aufzurichten, aber Selladore hat das genau im Blick.
Kurzer Anlauf und der Kick gegen das Kinn sitzt genau. Und dann wirft sie sich
zum Cover auf das Mitglied der Inflection Scale.
EINS
Mike
Garland: „Mad Dog hier in der Klemme und Hudson rafft sich erst langsam auf...
Das könnte eng...“
ZWE...
Vincent
Craven: „Da kickt der Night Fighter aus! Patricia ärgert sich nur kurz,
versucht den Night Fighter wieder auf die Beine zu
reißen...ABER DA IST HUDSON...REISST PATRICIA AUF DIE BEINE...HEBT SIE NACH
OBEN...“
Mike
Garland: „GORILLA PRESS NACH DRAUSSEN! Da scheint jemand etwas versuchen zu
wollen...KICK in den Magen von Mad Dog ... BACKBREAKER! Mad Dog wird wieder auf
die Beine gerissen…“
Vincent
Craven: „Der Kick in den Magen … und jetzt soll es für Mad Dog hoch nach oben
gehen, Powerbombansatz…ABER DER NIGHT FIGHTER WEHRT SICH…HARTE TREFFER AUF
HUDSONS KOPF…JAMIE MUSS LOSLASSEN, STOLPERT ZURÜCK IN DIE SEILE…“
Mike
Garland: „DA IST PATRICIA… UND BEFÖRDERT HUDSON NACH DRAUSSEN! Sie steigt
wieder zurück in den Ring… Federt sich ab…Yakuza Kick und Knee Drop hinterher.
Und jetzt nimmt sie in einen CROSSFACE…“
Vincent
Craven: „Und Mad Dog schnappt nach Luft… Der ist hier ziemlich unvorbereitet
getroffen worden von Patricia. Und er hat Probleme damit, irgendwie die Seile
zu erreichen.“
Aber der Night
Fighter bemüht sich mit aller Kraft, während Patricia mit aller Macht versucht,
den Griff zu halten. Die Fans hier in der Halle feuern das Inflection Scale
Mitglied lautstark an, um ihm beim Durchhalten zu helfen.
MAD DOG! MAD DOG!
Und der
verrückte Hund der PCWA nimmt die Anfeuerungsrufe der Fans an. Ein erneuter
Kraftakt soll ihn in Richtung der Seile bringen, aber Selladore hält dagegen,
so sehr es der Kraftunterschied zwischen beiden erlaubt. Aber langsam kommt der
Nighfighter den Seilen näher.
MAD DOG! MAD DOG!
Ein kurzer
Kameraschwenk an den Ringrand zeigt, dass auch Jamie Hudson mittlerweile wieder
auf den Beinen ist und sich vom Sturz nach draußen wieder erholt hat. Aber
sowohl für Hudson als auch für Mad Dog wird das hier zum Rennen gegen die Zeit.
Aber es sind nur noch wenige Zentimeter, die dem verrückten Hund fehlen. Und
auch Hudson schwingt sich wieder in den Ring hinein.
Mike
Garland: „EIN LETZTES MAL STRECKEN…DA FÄHRT ER DIE HAND AUS…JA!!! Mad Dog hat
es geschafft, er greift ins Seil! PATRICIA WILL NICHT LOSLASSEN…ABER DA IST
JAMIE! Er reisst sie nach oben…“
Vincent
Craven: „HEBT SIE AUS…PILEDRIVER!!! COVER! Mad Dog lehnt noch an den Ringseilen
…”
EINS
Mike
Garland: „MAD DOG ZIEHT SICH WIEDER NACH OBEN… ABER ER IST IMMER NOCH
ANGESCHLAGEN… Oh, oh …“
ZWEI
Vincent
Craven: „MAD DOG KOMMT ANGELAUFEN…DIE SCHULTER VON PATRICIA IST IMMER NOCH
UNTEN…“
DREI???
Mike
Garland: „NEIN! Das war’s noch nicht! Kickout! Ein Kickout von Patricia
Selladore! UND MAD DOG WIRFT SICH OBENDRAUF…Drischt auf Patricia mit den Händen
ein…HUDSON ist auch wieder auf den Beinen…“
Vincent
Craven: „LEGDROP gegen Mad Dog…Er hat den Night Fighter wieder auf den
Beinen…Nimmt Maß…BIG B…NEIN! Mad Dog kontert ihn aus und … ATOMIC DROP!“
Hudson wird wieder auf die Beine gerissen und mit harten Chops eingedeckt
vom Night Fighter. Hudson schwankt unter den Schlägen
seines Gegenübers, bevor er aber zu weit ins Hintertreffen gerät wirkt er dem
ganzen mit einem Low Blow entgegen gefolgt von einem Mittelfinger Richtung
seines Gegenüber. Er geht in die Seile und
I'M ME
Hudson schaut sich mit einem Grinsen
seinen Gegenüber an, der sich das Gesicht hält er schaut ins Publikum und
genießt die Reaktion der Fans. Die Unterschiedlich ausfällt.
Mike Garland: „Ich weiß nicht was passiert
ist, aber das ist nicht die gleiche Art zu kämpfen von Jamie Hudson wie vor
einer Woche.“
Vince Crave: „Na ja ein wenig Schräg war
er schon immer, aber ja du hast irgendwie Recht. Eine solche unsaubere Aktion
haben wir schon länger nicht mehr von ihm gesehen … Aber jetzt COVER von
Hudson!“
EINS
Mike Garland: „Der Big Boot hat gesessen
und genau auf die Zwölf getroffen…”
ZWEI
Vincent Craven: „PATRICIA kann das Cover unterbrechen! ENZUGIRI gegen
Hudson…Sie hebt Jamie auf… SURRÉALISME! JAWBREAKER
GEGEN JAMIE HUDSON! Sie hebt Hudson wieder auf… ABER DER MACHT DA WEITER WO ER
EBEN AUFGEHÖRT HAT…“
Mike Garland: „EYEPOKE und erneuter Irish
Whip…RUNNING SHOULDERBLOCK! PATRICIA WIRD IN GRUND UND BODEN GERAMMT! Und jetzt
ist Hudson hier am Drücker…Hebt Patricia wieder auf…“
Vincent Craven: „…FAME KISSER! HUDSON
KRIEGT HIER SEINEN FINISHER DURCH…Jetzt muss er nur noch Mad Dog aus dem Weg
schaffen…IRISH WHIP…CLOTH…NEIN! DER NIGHT FIGHTER TAUCHT DARUNTER WEG!“
Mike Garland: „IRISH WHIP von Mad
Dog…HUDSON BLEIBT IM SEIL HÄNGEN…DROPKICK!!! UND HUDSON FLIEGT AUS DEM RING!“
Das Inflection Scale Mitglied ist nun alleine mit der
einen Hälfte der next Century gods im Ring, eigentlich scheint das alles hier
nur noch eine Formsache zu sein. Aber der Night Fighter lässt sich Zeit,
genießt den kurzen Moment des Triumphs, bevor er die Verbündete von Barker
wieder auf die Beine reißt. Er packt sie am Kopf, zieht den Oberkörper nach
unten und ruft drei Worte aus, die die Fans hier in Berlin nur zu gut kennen.
Mad Dog: „MY NAME IS?“
Die Antwort kommt laut und schallend von den Rängen
zurück.
MAD DOG! MAD DOG!
EINS
Vincent Craven: „COVER! Und dieses Mal ist
niemand da, um einzugreifen. Hudson immer noch benommen am Boden… SVEN
NITZSCHKE BEGINNT ZU ZÄHLEN!“
ZWEI
Mike Garland: „KEINE REGUNG MEHR BEI
PATRICIA!!! WAR ES DAS SCHON? KANN ES DAS SCHON GEWESEN SEIN???“
DREI…
Vincent Craven: „JA…NEIN! PATRICIA KRIEGT
IN DER LETZTEN MILLISEKUNDE DIE SCHULTER HOCH! Und Mad Dog ärgert sich jetzt
dann doch einmal und hadert mit seinem Schicksal hier.“
Mike Garland: „Aber er lässt nicht nach,
macht weiter…Hebt Patricia auf und auf die Schulter…RUNNING POWERSLAM! Und
jetzt setzt er an zur … FIGHTER’S POWERBOMB! ER WILL JETZT HIER DAS MATCH
BEENDEN!“
EINS
Vincent Craven: „WIEDER DAS COVER! DIE
FANS IN DER HALLE STEHEN KOPF…”
ZWEI
Mike Garland: „KEINE REGUNG MEHR BEI
PATRICIA!!! WAR ES DAS SCHON? UND WO IST HUDSON? WO IST…?“
DREI…
Vincent Craven: „DA IST HUDSON! Und
unterbricht das Cover in letzter Sekunde noch irgendwie…Der Night Fighter
schüttelt nur noch ungläubig den Kopf. Das kann doch nicht sein!“
Mike Garland: „Aber die Fans stehen weiter
hinter ihm und feuern ihn mit voller Power an. HUDSON ist nicht wirklich mehr
sicher auf den Beinen, aber diese Rettung in letzter Sekunde gibt ihm noch
einmal einen Push…“
Hudson legt sich noch einmal kurz mit den Fans an und
deutet an: Ihr könnt mich mal. Harter Tritt gegen den Kopf von Mad Dog. Die
Fans quittieren das mit weiteren Chants für den Night Fighter.
MAD DOG! MAD
DOG!
Aber Hudson lässt sich nicht beirren hiervon, hebt den
Night Fighter, der sichtlich erschöpft ist, wieder auf die Beine, rammt ihm das
Knie in den Magen und setzt zum Fame Kisser an…Aber Mad Dog kontert. Hinein in
einen MNI. Dieses Mal zwar ohne Ansage, aber der Reversed DDT sitzt. Der Night
Fighter hat jetzt hier klar die Oberhand, blickt kurz zu Selladore, die so
langsam beginnt, sich wieder an den Seilen auf die Beine zu ziehen. Noch hat er
einige Momente Zeit. Also trifft er eine logische Entscheidung.
Vincent Craven: „ANSATZ ZUR POWERBOMB! FIGHTER’S POWERBOMB NACH DRAUSSEN! HUDSON KRACHT AUF DEN HARTEN BETON!
Jetzt muss er sich nur noch um Patricia kümmern,…“
Mike Garland: „… zerrt sie in die
Ringmitte…KICK gegen den Kopf und sie kracht wieder auf die Matte…“
Vincent Craven: „… er will sie wieder auf
die Beine bringen…NEIN! LOW BLOW! EINROLLER ZUM COVER…!“
EINS
Mike Garland: „AUS DEM NICHTS HIER DAS
COVER! WIRD DAS MATCH SO ENTSCHIEDEN???“
ZWEI
Vincent Craven: „Jamie derweilen weiter
ausgeknockt! DAS KÖNNTE ES WIRKLICH GEWESEN SEIN!“
DR…
MAD DOG! MAD DOG!
Mike Garland: „NEIN! KICKOUT! UND DIE
HALLE STEHT KOPF… Mad Dog powert sich wieder nach oben…“
Vincent Craven: „Harte Chops gegen
Patricia, die ist jetzt wieder vollkommen in der Defensive. KICK…Und da … JA!
ER HEBT SIE AUS! ENTER NIGHT! COVER!!! EINS…ZWEI…DREIIIIIIIIIIIII!!!! AUS!
Vorbei! Schluss!“
Erschöpft rollt der Night Fighter von der unterlegenen
Kontrahentin herunter. Referee Sven Nitschke lässt das Match abläuten und
Ringsprecherin Jane Nelson verkündet das Ergebnis, auch wenn ihre Ansage im
Jubel der Fans von Mad Dog ein wenig untergeht.
Jane Nelson: „Der Gewinner dieses Matches
und damit der erste Halbfinalist des PCWA Quest 4 the Best™ Turniers 2012…“
MAD DOG!
Die
Arme des Night Fighters werden in die Höhe gestreckt. Ein lauter Schrei des
Jubels ist zu vernehmen und auch die Menge stimmt mit ein.
MD
schaut herab zu Patricia und greift sich eilig ein Mikrophon.
Mad Dog: „Wer hat gewonnen?“
Die
Augenbrauen wandern fragend über den Maskenrand.
Mad Dog: „Wer hat dich besiegt… wer wird ins Halbfinale des Quest
for the Best Turniers einziehen… Wer, Patricia…“
Er
beugt sich vor, um Selladore näher zu sein.
Mad Dog: „HUH!? HUH!?
HUH!?”
HUH!?
HUH!? HUH!? Schallt es höhnisch von den Rängen, ehe die Musik des verrückten
Hundes gespielt wird, der sich ein Lachen nicht verkneifen kann. Er ist ungebrochen…
But I'm not
home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left
No there's so much that's been stolen
I guess I've lost everything I've had
But I'm not dead, at least not yet
STILL ALONE,
STILL ALIVE,
STILL UNBROKEN
I'm still
alone, still alive,
I'm still unbroken
Mike Garland: „Mad Dog wird seiner
Favoritenrolle tatsächlich gerecht und gewinnt den Opener!“
Vincent Craven: „Ein wunderbares Match, an
dem am Ende vielleicht das Fünkchen Erfahrung der Schlüssel zum Erfolg war.“
Mike Garland: „Sei es drum. MD wird bei
Core gegen den Gewinner aus unserem zweiten Match heute antreten. John Smith,
Blaze oder Pavus.“
Vincent Craven: „Bevor es aber soweit ist,
geben wir nochmal in den Backstage…“
--------------------K&G/PCWA--------------------

--------------------K&G/PCWA--------------------
Anna Richmond
lächelt in die Kamera. Neben ihr steht der Gewinner des vorangegangenen
Openers. Der imposante und vernarbte Oberkörper ist stark verschwitzt und auch
die langen Haare des verrückten Hundes sind nass. Unter der Maske blitzt ein
deutliches Zeichen der Freude auf: Ein Lächeln. Die funkelnden Augen starren
herüber zu Miss Richmond, die die seltene Chance nutzen möchte, mit dem Night
Fighter ein Interview zu führen.
Anna Richmond: „Der erste Sieg im Turnier, Mad Dog – hat sich die
lange Vorbereitung gelohnt?“
Der Night
Fighter hatte sich seit seinem Treffen mit Blake bei der letzten Vendetta arg
zurückgezogen. Sowohl bei Presseterminen, als auch bei Meetings gefehlt. Der
Fokus liegt ganz auf dem Quest.
Mad Dog: „Das wird sich erst bei Core zeigen! Ich hätte es auch
Valkos gleich tun können und mich nun auf einen anderen Titel fokussieren
können, mich vom Gerasy fernhalten können; aber, Anna, das ist nicht mein Weg.
Bisher bin ich immer den steinigen Weg gegangen, habe mich zigmal verirrt, bin
umgekehrt, gefallen und wieder aufgestanden, wurde vom Weg verdrängt und bin
wieder zurück geklettert! Dieser Sieg eben war solch ein Zurückklettern, solch
ein Aufstehen! Ich gehe diesen Weg bis ans Ende… dazu bin ich hier. Dazu bin
ich in die PCWA gekommen. Um das Ziel zu erreichen, um endlich Gerasy Champion
zu werden!“
Ein
vorfreudiges Grinsen umspielt die Mundregion unter der Maske.
Anna Richmond: „Und das Finale ist Robert Barker, der
Schlächter?“
Die Mine des
Hundes versteinert bei der Erwähnung des Gerasy Champions.
Mad Dog: „Wenn Barker gegen Rage oder Milton bestehen kann, ja.
Egal, wer die Krone dieses Sports aufhaben wird, ein Match zwischen Mad Dog und
Robert Barker wird es so oder so geben.“
Auch hierfür
braucht MD den Quest, auch für das Match gegen Robert. MD fletscht die Zähne.
Ihn kotzt es an, dass Barker nun über ihm steht. Ein Verhältnis, das er glaubte
durch sein Titelmatch beim Impact umgekehrt zu haben. Doch der Schlächter
mogelte sich ebenso ins Match und gewann. Damit kann Robert erneut einem Duell
aus dem Weg gehen, indem er MD keine Augenhöhe attestiert.
Mad Dog: „Doch zeigen seine billigen Abwertungen mir gegenüber
nicht allein, dass er Angst vor mir hat? Wie wäre es mit einem Beweis? Huh,
Schlächter? Wie wäre es mit einem verdammten Beweis, dass du über mir stehst?
DASS DU BESSER BIST, HUH!? Feigling! Doch lange wirst du nicht fliehen können,
denn dieser Sieg eben hat mich wieder auf Kurs gebracht. Ich werde den Quest
gewinnen, ich werde zu Core fahren und mir das holen, was mir schon lange
zusteht! Ich bin die unbekannte Konstante, die Konstante der PCWA! Ich bin
bereits an der Spitze… die Krönung, die Krönung wird folgen… das ist… Gesetz!“
Anna Richmond
will die nächste Frage stellen, wird aber offensichtlich vom Auftauchen einer
weiteren Person unterbrochen, die gerade frisch vom Getränkeautomaten zu kommen
scheint: John Smith.
John Smith: „Wow, bei all der Lobhudelei und
Selbstbeweihräucherung könnte man meinen, du wärst gerade Undisputed Gerasy
Champion geworden, Nightfighter.“
Richmond dreht
sich Richtung Smith und hält ihm schnell ein Mikrofon unter die Nase.
Anna Richmond: „Immerhin hat er gerade…“
Smith legt den
Zeigefinger auf die verschlossenen Lippen.
John Smith: „Pssssscht, Anna, jetzt reden die großen Jungs. Da
kann so jemand wie du schnell zwischen die Fronten geraten. Wir wollen doch
nicht, dass du wegen einem kleinen Unfall einige Zeit lang nicht deinem Job
nachgehen kannst.“
Die PCWA
Reporterin ist lange genug in diesem Geschäft, um den Wink mit dem Zaunpfahl zu
verstehen. Abgang Anna Richmond.
MD kratzt sich
gequält am Hals – er läuft seit der letzten Show ohne Bart rum. Das
unerträgliche Kratzen hat noch nicht aufgehört; doch dachte er wäre es auch ein
gutes Zeichen, um seine Ablehnung gegenüber Smith zum Ausdruck zu bringen.
Mad Dog: „Ist heute der Tag des Wiedersehens?“
Schon vor dem
Opener hatte er eine unliebsame Begegnung mit Adam Reynolds und nun läuft ihm
auch noch Smith über den Weg.
Mad Dog: „Ich habe bereits geschafft, was bei dir noch ansteht.
Vielleicht weist du es ja nicht, Amerikaner, aber bei dir steht gleich ein
Match an und wenn du wirklich willst, was du immer propagierst, solltest du
dich vielleicht dem Kampf widmen, anstatt hier ein Interview mit deinem
möglichen Halbfinalgegner zu stören, huh!?“
MD macht einen
Schritt auf John zu.
Mad Dog: „Ich habe die Niederlage des Impacts gerade eben
überwunden. Wenn du wirklich wieder Gerasy Champion werden willst, musst du es
mir gleichmachen, huh!?“
Provozierend
schaut MD John Smith an. In seinen Worten schwingt die Niederlage des
Amerikaners gegen Azrael Rage beim Impact mit. Smith muss indes schon ein wenig
schmunzeln. Auf eine bestimmte Art und Weise sind sich er und der verrückte
Hund nicht ganz unähnlich. Sowohl er als auch der Night Fighter haben es auf
den Gerasy abgesehen, vielleicht aus unterschiedlichen Gründen, aber sie beide
wollen das Match gegen Barker. Aus unterschiedlichen Gründen zwar, aber nun ja.
John Smith: „Ja, der große Traum vom Gerasy Gürtel. Es ist ein
tolles Gefühl, das Ding zum ersten Mal über die Schulter zu legen, um die Hüfte
zu binden …“
Einen kurzen
neidischen Blick schenkt MD Smith sogar für diese Äußerung. Doch kurz darauf
verfinstert sich der Ausdruck des verrückten Hundes. Die Augenbrauen
verschwinden hinter der Maske und die Mundwinkel werden nach unten gezogen.
Lautes Schnauben.
Mad Dog: „Selladore hat eben die Strafe für ihren billigen
Eingriff erhalten – und auch Lucifer bekommt noch sein Fett weg, das schwöre
ich dir, Smith! Du weißt doch, dass man sich mit mir nicht anlegen sollte,
huh!? Bist du es nicht, der nach seiner Begegnung mit mir kein Bein mehr auf
den Boden bekam?“
Die Anspielung
auf Smith Verletzung konnte er sich nicht verkneifen und so lacht er den
Amerikaner, die Provokation unterstützend, aus. MD war es, der für die lange
Pause von John sorgte, als er ihn im Keller wüst zusammen drosch. …Keller? Da
war noch was…
Mad Dog: „Hör auf den großen Star zu spielen! DU BIST ES NICHT
MEHR! Du bist NICHTS… nichts von dem, was dich mal auszeichnete. Und wie du
dachtest mich durchschauen zu können und nicht mit der hinterhältigen Attacke
rechnetest, so wird die ganze PCWA erfahren, dass ICH DIE UNBEKANNTE KONSTANTE
BIN! Das vollendete Fragezeichen. Du bist kalkulierbar, Smith. Seit deiner
Rückkehr hagelt es Niederlage um Niederlage… WAS WILLST DU NOCH HIER, VERDAMMT?“
Das Lächeln
bei Smith verbreitet sich wieder. Er hat das erreicht, was er will, hat den
Nightfighter ein wenig provoziert, ihn aus der Defensive gelockt.
John Smith: „Halt, mein Freund! Wer wird denn gleich in die Luft
gehen? Greife lieber zur …“
Er erinnert
sich gerade noch daran, dass man Schleichwerbung in der PCWA nicht so wirklich
mag. Vor allem wenn es sich um keinen Sponsor der Liga handelt. Er zieht zwei
Zigaretten aus der Brusttasche seines Hemdes.
John Smith: „… Zigarette greifen, hm? Oh … stimmt, da war was.
Nichtraucher, gell? Sorry. But anyway. Es gibt eh keinen Grund, sich über
ungelegte Eier schon Gedanken zu machen. Um an deinen Shot heranzukommen,
müsstest du eh erst einmal an mir vorbei kommen. Wirst also eh nicht in die
Verlegenheit kommen, dich wieder winselnd vor Barker auf die Matte zu legen und
pinnen zu lassen.“
MD schüttelt
den Kopf und wendet sich ab.
Mad Dog: „John, das war nicht nur meine Meinung, die ich dir eben
gesagt habe! Das ist die Realität! Wach endlich auf und gesteh dir ein, dass du
gegen Blaze nicht den Hauch einer Chance haben wirst.“
John Smith: „Yeah … Dein Kumpel aus dem Club der gebrochenen
Herzen. Sorry, aber ich werd ihm heute Abend auch das Herz brechen müssen und
ihn auf die Matte befördern. One, two, three. Over and out.“
MD dreht sich
wieder zu Smith um. Schaut ihm tief in die Augen. Der starre Blick und die
trockenen, klaren Worte des Amerikaners scheinen Mad Dog nun tatsächlich etwas
zu beeindrucken.
Mad Dog: „…entweder, du bist nicht mehr ganz richtig da oben oder
aber…“
Noch
eingehenderer Blick des Hundes. Smith fokussiert MD entschlossen.
Mad Dog: „…du kannst deine Selbstzweifel gut verbergen!“
Vielleicht
aber ist Smith auch schon weiter als er selbst. Vielleicht hat er bereits seine
Niederlagen verarbeitet, hat sich nicht darin geflüchtet von Grund auf alles zu
hinterfragen. Die Maske zu hinterfragen, seinen Weg zu hinterfragen. Vielleicht
hat Smith sogleich wieder Mut gefasst… ja vielleicht wäre Smith Sieg im
kommenden Match für ihn nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein
Tropfen, wie es sein Sieg ist. Allein ein Tropfen auf die Frage, wann er
endgültig scheitern wird. Wann er sein Scheitern nicht mehr ertragen kann.
MD windet sich
raus, dreht den Kopf weg und stützt sich an der Wand ab.
Mad Dog: „Ach, wie dem auch sei… Ich bleibe dabei: Mit fairen
Mitteln, und nur diese zählen ihm Quest, hast du gegen Blaze ebenso wenig eine
Chance, wie gegen Rage!“
Tiefer Zug an
der Zigarette.
John
Smith: „Pah … I did what I had to do… Aber ich
bin wieder bei einhundert Prozent. Das mit Rage war eine … ‚Ausnahme‘. Ich
musste gleiche Verhältnisse schaffen. Für ein faires Duell sorgen. Aber jetzt?
Ich treffe Blaze auf Augenhöhe, Pavus sowieso. Ich brauche keine Tricks, keine
Gemeinheiten. Alles, was ich benötige sind meine beiden Hände und meine Beine.“
Nächster Zug,
bevor er weiter spricht.
John Smith: „Sie hassen mich für das, was ich Rage angetan habe.
Zu recht. Dem Pöbel dort draußen kann ich das verzeihen. Aber ich bin
sicherlich nicht Barker, der die halbe PCWA abschlachtet, weil er grade mal
Lust drauf hat.“
Mad Dog: „Nein, das bist du nicht!“
Der Kämpfer
der Nacht schüttelt mit dem Kopf.
Mad Dog: „…aber trotzdem fehlt es dir momentan noch an
Beweiskraft, verstehst du?“
Schnell reißt
er die Augen auf, bemerkt, dass er sich hier in einen Wiederspruch verzettelt.
Ein Wiederspruch zu den Worten, die er eben an Barker richtete. Nein, auch für
ihn muss gelten: Um zu zeigen, dass er über Smith steht, muss er ihn besiegen!
One on One.
Der Fighter
wendet sich ein letztes Mal seinem Gegenüber zu.
Mad Dog: „Momentan befindest du dich in der Abwärtsspirale. Ein
Pfad, der nur sehr schwer zu verlassen ist, ein Pfad, aus dem man sich
rauskämpfen muss, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Wenn du es
schaffst, Smith, wenn du es schaffst, so wie ich es mehrfach geschafft habe,
mich zurück zu kämpfen… dann freue ich mich auf unser Duell bei Core! Aber…
ganz ehrlich, glauben tue ich nicht daran.“
Ein letzter,
tiefer Zug an der Zigarette, dann wird sie zu Boden geworfen und ausgetreten.
John Smith: „Wir werden sehen. Du klingst wie Nowak: Ich habe
einmal einen Pfad betreten, jetzt kann ich ihn nicht mehr verlassen. Noch
einmal: Ich bin nicht Nowak. Ich bin nicht Barker.“
Der New Yorker
zuckt mit den Schultern.
John Smith: „Sicher: Ich bin ein Egoist—und stehe dazu. Im
Gegensatz zu solchen Blendern wie Blaze oder dir. Ihr versteckt euch hinter
einem großen Etwas, einer großen Idee. Nennt euch Inflection Scale, nennt euch
das Schild der PCWA, nennt euch was-weiß-ich-wie. Behauptet, ihr wollt die PCWA
von Barker befreien, müsst ihm deswegen den Gürtel wegnehmen. Und lügt dabei
allen doch nur ins Gesicht. Im Endeffekt geht es nur darum, das eigene Ego zu
befriedigen. Darum, wer den Längsten hat. So face facts, Dog. Am Ende des Tages
ist alle Rhetorik Schall und Rauch. Am Ende geht es darum, wer den größten
Willen hat, das Ding zu gewinnen. Und Blaze und du haben bewiesen, dass ihr es
nicht seid.“
MD legt den
Kopf schief.
Mad Dog: „Wir haben gar nichts bewiesen. Niemand hat etwas
bewiesen… selbst Barker nicht, obwohl er sich den Gerasy holte. Ist das nicht,
das viel größere Übel? Wieso gehst du nicht zu Barker und machst ihm den
Vorwurf, dass er nichts bewiesen hat, huh!? ER HAT GEWONNEN! ER MUSSTE DEN
WILLEN BEWEISEN… und was hat er bewiesen? NICHTS! NICHTS! NICHTS! Gerade er hat
dadurch das höchste Gut mit Füßen getreten, da er sich auf seinen Nichtbeweis
einen Beweis einbildet. Doch er hat nicht bewiesen, dass er besser ist, als
ich! Als wir. NICHT SO… SO FUNKTIONIERT KEIN BEWEIS!!! Nicht mit diesen
schäbigen Mitteln…“
Smith wirft
dem Nightfighter einen ernsten Blick zu.
John Smith: „Ja, wer immer nur über diese Mittel zum Erfolg
kommt, hat es nicht verdient, den Erfolg zu haben. Und wird auch auf Dauer
keinen haben. Die Lektion werden Barker und Lucifer auch noch lernen.“
Heftiges
Nicken beim Kämpfer der Nacht.
Mad Dog: „JA, das werden sie… das werden sie.“
Vincent Craven: „Und da haben wir den Sieger des Opener sogleich
im Gespräch mit einem seiner möglichen Gegner.“
Mike Garland: „Beide sind ja durchaus ähnlich, denn beide haben
das große Ziel vor Augen. Nur MD ist bereits einen Schritt weiter als Smith.“
--------------------K&G/PCWA--------------------
Mike Garland: „So, eigentlich steht jetzt auf der Regieanweisung
das unser „Renegade“ Das Wort erhalten soll.“
Vincent Craven: „Chris McFly Jr. hat heute
kein Match. Und zwar
auf eigenen Wunsch. Er hat auf eine Teilnahme beim Quest 4 the Best Turnier
verzichtet und wie bekannt ist, hat Blaze seinen Platz eingenommen. McFly hat
indes eine viel beachtete Brandrede als Video veröffentlicht, bei der er seine
Absichten schon sehr deutlich formulierte.“
Mike Garland: „Das hat ihm viel Aufmerksamkeit beschert. Auch von
Seiten, die er vielleicht gar nicht ansprechen wollte.“
Vincent Craven: „Wir werden sehen.“
Doch kein Enrance Theme wird
gespielt. Kein Video läuft auf der Großbildleinwand. Auch keine Pyrotechnischen
Anlagen werden abgeschossen als der Mann um den es hier geht in aller Ruhe auf
die Rampe tritt. Sofort ist die Arena in einen Hexenkessel verwandelt. Eine
Mischung aus Buhrufen und Respektsbekundungen bricht los als er das Mikro
anhebt und nur kurz sagt…
Chris McFly Jr.: „Es sieht so aus als hätte ich eure
Aufmerksamkeit.“
Der Lautstärkepegel schwingt
sofort auf 100 dB und auch ohne, dass seine Musik läuft, hat der Chicagoer
allen Impact, den man braucht.
„C-M-J!“ „Sucks!“
„C-M-J!“ „Sucks!“
„C-M-J!“ „Sucks!“
„C-M-J!“ „Sucks!“
Gekleidet in seiner Ringgear,
der schwarzen Cargo, den rotten Pads und Schonern und einem T-Shirt, auf dem
der Schriftzug „Renegade“ prangert. Langsam geht er den Weg zum Ring entlang.
In der linken Hand der an den Druckknöpfen zusammen geknöpfte Cryption Crown
Gürtel und in der rechten Hand ein Mikro. ER ist Kampfbereit. Auch wenn er
heute keinen Kampf hat.
Vincent Craven: „Unglaublich. Hier ist das Publikum so was von
gespalten. Die einem mögen das, was er tut, denn er bricht aus dem aus, was
hier sonst passiert. Aber die anderen hassen seine bloße Anwesenheit.“
„You suck! – Chris
McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“
„You suck! – Chris
McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“
„You suck! – Chris
McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“
Im Ring angekommen setzt sich
der Cryption Crown Träger auf eines der Turnbuckle und lässt die ganzen
Reaktionen auf sich einwirken. Und es wirkt, als wenn er nicht nur die
Anfeuerungen zu genießen scheint. Er öffnet den Gürtel und wirft ihn in den
Ring. Ein lautes Raunen geht durch die Zuschauerreihen und nach wenigen
Sekunden ist es schon merklich ruhiger. Er hebt das Mikro an sein Kinn und die
Kameras geben sein Bild auf den großen Bildschirm. Als er endlich beginnt zu
sprechen, ist die Halle fast totenstill. Langsam laut und deutlich spricht er.
Fast ohne Akzent.
Chris McFly Jr.: „Dieser Titel, dort in der Ringmitte, ist
scheinbar nichts mehr wert!“
„Buuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhhhhh!“
Chris McFly Jr.: „Ja. Buht! Ihr wisst, dass ich Recht habe.”
Wieder wird es still. Einzelne
Buhrufe sind noch zu hören, doch die meisten wollen ihn hören. Ihn, den Träger
eben dieses Titels.
Chris McFly Jr.: „Rebel called Hate sagte dies mehr als einmal.
Und ich neige dazu ihm Recht zu geben. Zwei Monate bin ich nun schon der
„Träger der Cryption Crown“ und was habe ich dafür bekommen? Huh? Was habe ich
dafür bekommen? Natürlich Geld. Jeder, der diesen Job macht, will auch gutes
Geld verdienen. Aber was kommt dann? Huh, was kommt dann?“
Keine Reaktionen vom Publikum.
McFly springt von dem Turnbuckle und schaut in die nächste Kamera.
Chris McFly Jr.: „Ich hätte am Quest 4 the Best teilnehmen
können. Ganz toll. Wirklich. Ja wirklich. Der Sieger hat das Recht sich ein
Match seiner Wahl anzusetzen, right? Jedes Match, was ich wollte, hätte ich
haben können. Leute… ich will nicht JEDES Match. Ich will ein ganz bestimmtes.
Ein Match. Nur ein fuckin’ Match bei dem ich diesen Titel, euren PCWA Cryption
Crown Titel gegen irgendjemanden verteidigen kann.“
„Vaaaal-kos!“
„Vaaaal-kos!“
„Vaaaal-kos!“
„Vaaaal-kos!“
Chris McFly Jr.: „Damn right! Warum nicht er? Oder auch mir aus dieser
andere Typ der MIR noch immer seit dem PPV eine Erklärung schuldet!“
„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*
„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*
„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*
„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*
Er
nickt und blickt sich in der weite der Arena um. Das PCWA Theatre weiß, was es
will.
Chris McFly Jr.: „Ja genau der. Jedoch sind
2 Monate vergangen. 2 verdammte Monate sind vergangen. Ich habe immer noch keine
Erklärung von Caleb, warum er sich in das Match zwischen Pavus und Mir
eingegriffen hat. Alles was er hätte tun müssen ist sich mir erklären und dann
hätten wir weiter gesehen. Aber nichts passierte. Und nun…“
„… Und nun, was?“
Unterbricht
eine andere Stimme den PCWA Renegade. Dieser schaut sich um, am Entrance kann
er niemanden erspähen. Seine Blicke wandern durch die Ränge des Publikums, doch
er kann den Ursprung der Stimme, die ihm vertraut ist, nicht orten. Auf der
Leinwand über dem Entrance sehen wir nun jedoch den Backstage Interviewbereich
und dort tritt niemand geringeres als der soeben angesprochene Social Media
King Of The Ring ins Bild.
Caleb Yuma: „Habe ich nicht gesagt, du
sollst die Monitore und Bildschirme hier im Theatre im Auge behalten?!“
Chris
ringt sich ein müdes Lächeln ab.
Caleb Yuma: „Ich schulde Mr. Indy also eine
Erklärung? Wofür genau Chris? Dafür, dass ich dich zum heißesten Superstar des
Jahreswechsels gemacht habe? Dafür, dass du nun bei den großen Jung in der
besten Promotion unserer Industrie mitspielst? Dafür, dass man dir einen LKW
voller Geld hinterher wirft? Dafür, dass du nun ein einzigartiger amtierender
Triple Champion im Wrestling bist? Oh ja, ich schulde dir etwas. Korrekt!“
Der
Blick des Renegades ist nun auf die Leinwand fixiert. Ein leichtes, süffisantes
Lächeln huscht über sein Gesicht.
Chris
McFly Jr.: „Ja Caleb. DU
schuldest MIR eine Erklärung. Und zwar dafür, dass DU dich nicht daran gehalten
hattest, was wir keine 30 Minuten vor dem Cryption Crown Titelmatch besprochen
hatten. Sagte ich nicht, dass es nicht der Stil des „Swingin’ Wrestlers“ ist,
dass sich Leute in seine Matches zu seinen Gunsten einmischen? Kein Geld der
Welt, kann den Makel jetzt von diesem Titel wischen, dass Pavus mich besiegt
hätte, wenn er den Stuhlschlag durchgezogen hätte. Da nützen auch deine
Versuche mir jetzt erklären zu wollen, dass ich nur dank dir ein Superstar bin,
nichts. Ich bin nicht umsonst da, wo ich jetzt bin. Die Fans, die überall in
der Welt Geld ausgeben um mich zu sehen, sind der Grund, warum ich da bin wo
ich bin. Und das, mein Freund, ist die verdammte Wahrheit. Und Ich bin nicht so
naiv und halte mich für unbesiegbar. Ich bin ersetzbar wie jeder andere auch.
Ich weiß genau, dass jedes Match bei null startet und nun habe ich ein Stück
metallbesetztes Leder, das von seinen Trägern und Contendern schändlich
behandelt wurde. Schließlich hattest du deinen Titelshot hergegeben!“
Der New
Media Superstar lässt den Renegade ausreden, nur um dann wieder anzusetzen.
Caleb Yuma: „Und ich habe dir immer offen
und ehrlich gesagt, dass ich meinen Shot einfordern werde. Ich habe euch eine
Chance geboten, um meine Chancen auf einen Erfolg zu erhöhen.“
Chris McFly Jr.: „Sieht so dein Einfordern
aus? Sich einfach zwei Monate nicht bei mir melden? Wie lange soll ich den
Titel denn deiner Meinung nach für dich spazieren tragen, bevor du endlich mal
deine Ansprüche anmeldest?“
Der
Schützling von Valkos Heritage kann sich ein verächtliches Lachen nicht
verkneifen.
Caleb Yuma: „Hast du vielleicht einmal daran
gedacht, dass ich auch gerade relativ viel auf meiner Tagesordnung stehen habe?
Kaum habe ich beim PPV das Kapitel next Century gods beendet, stehe ich im
größten Match meiner Karriere. Habe die Chance Number One Contender auf den wohl
wichtigsten Titel unseres Sports. Zeitgleich muss ich mir aber auch Gedanken um
ein nicht minder bedeutsames Turnier machen, dass mir persönlich absolut am
Herzen liegt – für das ich alles geben will! next Century gods, Battle Royal,
Undisputed Gerasy Title, Quest 4 the Best, PCWA Cryption Crown – ich kann nicht
alles innerhalb einer Show klären. Das übersteigt meine Grenzen.“
Die
Internetsensation macht eine kurze Pause.
Caleb Yuma: „Aber wenn du es unbedingt hören
willst: Sorry, dass i c h nicht auf nicht-existente Nachrichten d e i n e r s e
i t s reagiere. Ich Unmensch. Oder doch nicht? So groß, konnte dein
Gesprächsbedarf ja nun auch nicht sein, wenn du mir in zwei Monaten ebenso
keine Message zukommen lässt.“
Chris McFly Jr.: „Caleb… wo warst du bei
Vendetta #82? Wo zur Hölle warst du? Warum kannst du mir nicht von Angesicht zu
Angesicht, vor all diesen Leuten…
McFly
macht eine auslandende Geste und deutet einmal in das Rund des PCWA Theaters.
Chris McFly Jr.: „…hier ins Gesicht schauen
und sagen: Chris ich will einen Titelkampf! Warum? Ich bin ein viel
beschäftigter Mann, noch viel mehr als du habe ich da draußen außerhalb der
PCWA einige Dinge zu tun. Ich habe nur ein Interview von dir irgendwo gefunden,
in dem du dich beschwerst, dass ICH mich nicht bei dir melde. Verstehe ich da
etwas falsch oder ist es nicht deine Aufgabe gewesen zu mir zu kommen und MIR
ins Gesicht zu sagen, WO du dein Match willst. Du hattest freie Auswahl.
FireStar Pro Wrestling, Genesis Wrestling Society, Second City Wrestling,
Wrestle Madness Germany, Titan Japan Wrestling, muss ich noch mehr auszählen?
Caleb dieser Kampf hätte schon längst stattgefunden haben können. Doch du
kommst jetzt an und faselst etwas von „Gesprächsbedarf“? Junge was ist dein
Problem?“
Die
stechenden Augen des Chicagoers weichen nicht eine Sekunde von der Leinwand.
Und auch wenn einzelne Zuschauer schon die anderen genannten Ligen ausbuhen
wollten, als sie McFly aufzählte, so wirklich traut sich keiner die Diskussion
der Beiden zu unterbrechen. Schließlich ist der junge Holländer wieder am Zug.
Und seine Tonlage ist nicht minder ernst als die von McFly.
Caleb Yuma: „Ich glaube unser beider
Gesprächsbedarf ist aktuell gedeckt. Was gibt es noch zu sagen, außer, dass du
schnell alles Geld mitnehmen solltest, dass du von Kerry & Gaelic kriegen
kannst. Ich habe dich auf die Landkarte befördert, dich ins Spotlight gestellt
und ich werde es auch wieder beenden. Ein einfaches Danke wäre nett gewesen.
Wir zwei hätten das Jahr 2012 zusammen zu unserem machen können. Nun werde ich
dein Highlight beenden, bevor es richtig begonnen hat. Oh ja, und weil du ihn
angesprochen hast, am Anfang deiner kleinen Rede. Mein Mentor kann gerne
versuchen, sich ins Rennen um die Crown einzumischen – mir egal. Ich habe die Crown
nach der Prestige Challenge aus der Bedeutungslosigkeit herausgeholt und ich
werde nun meinen Respekt und meinen Lohn dafür beanspruchen!“
Ein
Nicken von McFly. Wieder dieses einfache Nicken.
Chris McFly Jr.: „Oh wirst du das? Dann
werde ich auch jetzt endlich danke sagen. Danke, Caleb. Danke, dass du wirklich
glaubst, dass du mich zu dem gemacht hast, was ich heute bin. Danke, dass du
endlich wieder deine Nüsse gefunden hast und dich endlich hervor traust. Wobei
also, mal ehrlich Caleb, wie willst du mich besiegen wenn du dich noch nicht
mal Face 2 Face hierher traust. Und versuche ruhig mein Highlight zu beenden.
Ich habe keine ANGST. Nur in einem muss ich dir Recht geben. Du wirst die Crown
aus der Bedeutungslosigkeit herausholen. Jedoch wird sich niemand mehr daran
erinnern, was die Prestige Challenge war. Denn Sieg oder Niederlage. Ob Caleb
oder Chris oder vielleicht auch Valkos, die Geschichte der Cryption Crown wird
neu beginnen an dem Tag an dem endlich jemand aus dem PCWA Roster mit mir sein
Blut oder seinen Schweiß in einem Match vergießen wird!“
Caleb Yuma: „Ich bin bestimmt nicht die
feige Sau von uns McFly. Ich glaube wir werden nächste Vendetta bestimmt wieder
etwas richtige Face To Face Time haben. Vielleicht mehr als dir lieb ist. Und
beim PPV wird es mir ein Spaß sein, mir zusätzlich zu meinem Quest 4 the Best
Sieg auch noch im Vorbeigehen die PCWA Cryption Crown umzuschnallen. Und wer
weiß, vielleicht finde ich ja Geschmack daran dich um Titel zu besiegen.
Vielleicht komme ich dann einfach gleich noch zu FireStar Pro oder in die GWS
und nehme noch deinen Indy World Title an mich!?“
Der
Chicagoer Ex-Straßenschläger lauscht den Worten des Social Media King of the
Rings bevor er wieder das Wort ergreift.
Chris McFly Jr.: „Siehst du Caleb, das ist
dein Problem. Du willst zu viel auf einmal. Du willst all den Fame, den Titel,
den Turniersieg, du willst sogar außerhalb der PCWA gegen mich kämpfen. Du
brennst, weil du alles auf einmal erreichen willst. Du bist ein
gold-geblendeter Rookie und hast keine Ahnung auf was du dich einlässt. You
can’t expect to reach the top without a lil’ climbing! Und glaub mir wenn du diesen Achttausender,
der hier und jetzt im Ring steht, bezwungen hast, dann mein kleiner fliegender
Holländer… dann endlich wirst du verstehen was ich meine, wenn ich sage…“
Kurzes
Moment des Spannungsaufbaus.
Chris
McFly Jr.: „I LEAVE AN IMPRESSION! AND IF YOU DON’T LIKE IT, YOU CAN KISS MY
NICE ITALIAN ARSE!!!”
Mit
einer lässigen Handbewegung lässt der Renegade das Mikro fallen und ein lautes
„Plong“ ist über die Anlage zu hören. Yuma verdreht die Augen und verlässt mit
einem amüsierten Lächeln das Blickfeld der Kamera, womit einzig der verwaiste
Backstagebereich auf der Leinwand zu sehen ist.
Wenige
Schritte später verlässt der Chicagoer den Ring. Wieder diese gespaltenen
Reaktionen, dieser Mischung aus Buhrufen und Respektsbekundungen verlässt der
Chicagoer Freelancer die Ringside Area. Auf seinem Weg zurück macht er noch
halt auf der Rampe und schaut sich noch verwundert die drei metallenen Fackeln
an die auf einem Podest aufgebaut sind. Mit einem Kopfschütteln quittiert er
das ganze, dreht sich noch einmal um und hält demonstrativ den Cryption Crown
Titel in die Höhe bevor er wieder Backstage verschwindet.
Vincent
Craven: „McFly ist definitiv anders. Er hat ein Ziel, er hat es formuliert und ihm bedeuten die alten
Werte des Wrestlings scheinbar sehr viel.“
Mike Garland: „Ich bleibe aber über sein
Vorgehen skeptisch. Sagte er nicht, dass ihm die Methoden hier in der PCWA
nicht gefallen? Hat er nicht auch den Weg gewählt, aus dem Q4tB auszusteigen,
wie es Caleb bei der Battle Royal tat?“
Vincent Craven: „Ich glaube seine Beweggründe
sind komplett anders als die von Caleb Yuma. Und wie mir scheint nützt er eher
das ganze um sich seine Ziele anders zu erarbeiten und seine Ideale anders
durchzusetzen.“
Mike Garland: „Andererseits kann man ihn auch
verstehen. Schließlich brennt er auf das Match gegen Yuma und dieser hat ihn
einfach im Regen stehen lassen. Caleb scheut die Konfrontation.“
Vincent Craven: „Was bei all seinem Trubel
auch verständlich ist… Naja… Auf jeden Fall ist das Rennen um die Cryption
Crown extrem spannend. Neben dem möglichen Match zwischen Yuma und McFly hatte
sich ja in der Tat auch Valkos Heritage ins Gespräch gebracht… Wir sollten mal
einen Blick auf die Ladder wagen.“
|
Aktuelle
Cryption Ladder: |
Mike Garland: “Heritage hat sofern sich diese Show nicht noch
etwas tut, das Recht McFly herauszufordern. Und zwar in jeder der kommenden
Shows. Sollte er es bis Core allerdings kein Gimmickmatch bestreiten, verliert
er 4 Punkte und fiele damit hinter Blake Milton zurück.“
Vincent Craven: „Das Recht der Herausforderung besitzt allerdings
auch Yuma durch seinen Sieg bei der Prestige Challenge. Und, was das
Punktekonto angeht, kann Caleb eigentlich nur gewinnen…“
Mike Garland: „Mal abwarten, wie sich die drei einigen. Aber
sofern Caleb und auch Valkos keine konkrete Herausforderung für eine Show aussprechen,
ist laut Reglement jeder, der Punkte in der Ladder hat, dazu berechtigt McFly
herauszufordern.“
Vincent Craven: „Vielleicht wäre das noch die witzigste Lösung.
Valkos könnte so durchaus überholt werden und damit seinen Herausforderer
Posten verlieren, und Yuma könnte im Fall der Fälle durchaus sein Match gegen
McFly verlieren, auf welches er ja ebenso wie der Renegade hingearbeitet
hatte.“
Mike Garland: „Wenn Yuma und sein Mentor also weiterhin keine
Entscheidung treffen, freut sich vielleicht ein Dritter!? Beispielsweise Rage
oder Milton, die im Falle einer Niederlage heute sicherlich einiges an Frust in
Gimmickmatches bewältigen könnten…“
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Ein donnernder Schlag gegen hartes Leder. Hektische Atemzüge hallen durch
die Kabine der Inflection Scale. Schweißtropfen perlen ihm von der Stirn. Das
Rot seiner Bandanna ist noch dunkler als sonst – verschmiert und eingeweicht
von seinen Körpersäften. Wieder knallt es, als seine Faust den Sack trifft. Wie
die Hängebrücke über dem Tal im Wind ächzt er unter der Gewalt von Blaze
Schlägen. Dann schwingt er zurück. Wird wieder getroffen. Die Aggressionen im
Kubaner erreichen den Höhepunkt. Der Boxsack, der Quest 4 The Best. Blaze wird
alles tun, ist zu allem bereit. Er muss siegen. Für die Wut, die er damit in Azrael
Rage weckt. Für den Hass gegen die Firma. Für die Zukunft. Für seinen Traum.
Für sich selbst. Brachial fegt er die Faust erneut ins Leder. Eine Mulde
zeichnet sich ab, wo er seit einer halben Stunde wie ein Wahnsinniger rein
drischt. Keine Politik mehr, keine Spielchen, keine Machtkämpfe. Er selbst ist
stark genug, sie alle zu schlagen. Er braucht keine Hilfe, keine Unterstützung.
Allein ist er am Stärksten. Der Zorn leitet ihn, treibt ihn an. Er braucht
keine Sicherheit!
Noch ein Schlag, noch ein Treffer. Die Stahlkette beugt sich, als der Sack
in die Höhe schnellt. Einige Betonstückchen fallen von der Decke herab. Gleich
droht es den Sack aus der Verankerung zu reißen. Blaze ist das nur recht. Er
ist nicht geblieben, um Kompromisse einzugehen. Er ist geblieben zu richten, zu
handeln, zu siegen. Kein Hadern mehr, kein Zweifeln, kein Bedauern. Der Blick
in seinen Augen blendet alles andere aus. Quest 4 The Best. Schlag um Schlag.
Kampf um Kampf. Sieg um Sieg. Heute beginnt es. Am Core endet es. Viertelfinale.
Halbfinale. Finale. Und dann ist er es. Zum Zweiten Mal. In Folge. Der Beste.
Das Blut in seinen Venen kocht, die Adern pumpen es brutal durch seinen
Kreislauf. Und wenn er sich selbst dabei zu Grunde richtet, am Brawlin‘ Rumble
wird er Undisputed Gerasy Champion. Löst ein, was ihm der Sieg im Quest 4 The
Best verspricht. Wieder holt er aus, reißt seinen Arm so weit nach hinten, bis
es ihm die Schulter fast zerrt. Nimmt ein Bein vom Boden, stürzt nach vorne,
schlägt, trifft. Das Donnern hat ein Ende. Graue Splitter prasseln auf ihn
herunter. Die Verankerung reißt. Der Boxsack fällt mit einem Poltern auf den
Boden. Atemlos bricht jetzt auch Blaze zusammen und fällt auf das Lader.
Hektisches Keuchen, dann schließt er seine Augen. Seine gereizte Lunge zwingt
ihn bitter zu husten, Speicheltropfen treffen das Leder. Er könnte jetzt ruhen,
doch er wird es nicht. Nicht, bis sein Match gleich vorbei ist, der Gong zum
Zweiten Mal ertönt und Jane Nelson seinen Sieg verkündet. „Sieger und zweiter
Halbfinalist der Quest 4 The Best 2012, die Rache, der Kubaner, BLAAAZZZEEEE.“
Erst jetzt registriert Blaze, dass er beobachtet wurde. Ein besorgtes
Räuspern hat den Eindringling verraten, der eigentlich gar keine Zeit für
diesen Abstecher hat. Blake ist auf dem Weg zu Gabriel Lucifer und will
versuchen, was ihn schon seit Tagen in den Wahnsinn treibt – endlich und wieder
mit dem Mythos sprechen, denn dieser hält ihn auf Abstand. Die Shows sind
dementsprechend die einzigen Möglichkeiten, die sich dem Jungen bieten, um an
den ehemaligen Principal der PCWA heranzukommen. Es sind die einzigen
Möglichkeiten, seine Aufmerksamkeit zu erregen und ihn wiederholt daran zu
erinnern, dass er NICHT an Barkers Seite gehört. Blake muss diese Chance
einfach nutzen.
Dennoch schaut der junge Sicherheitschef bei Blaze nach dem Rechten, obwohl
der Kubaner ihn neben Lucifer, Barker und Rage an noch ein weiteres ungeklärtes
Problem erinnert, um welches sich Blake eigentlich lieber später hätte kümmern
wollen – die Inflection Scale.
Blake Milton: „Alles in Ordnung?“
Langsam hievt sich Blaze vom Boden hoch, wischt sich Schweiß von der Stirn
und blickt seinem Stablekollegen tief in die Augen. Mit gehetzter Stimme
antwortet er ihm.
Blaze: „Sicher, mir geht es gut. Ich habe
trainiert. Und wie geht es dir? … Manchmal werden Träume schneller Realität,
als es einem lieb ist, nicht wahr?“
Angestrengt kneift Milton die Augen zusammen.
Blaze: „Du bist nervös. Kaum ein halbes
Jahr Wrestler, schon hast du die Chance um den höchsten Titel anzutreten. Die
Zeit scheint wie im Flug vergangen zu sein, plötzlich ist es so weit. Der Tag
der Entscheidung naht. Du fragst dich, ob du bereit bist. Hast Angst davor zu
versagen. Ich kenne das Gefühl.“
Kurz packt ihn die Wehmut und er ärgert sich über alte Fehler. Alte Ängste.
Die Gründe dafür, dass jetzt die Angst regiert und nicht die Rache. Der Junge
starrt den Kubaner regungslos an, dessen Worte irgendetwas in Blake bewirken.
Nervosität? Oder hören einfach nur seine Tabletten auf zu wirken? – Ist er
wirklich auf alles vorbereitet? Hat er wirklich alles eingeplant? Was ist, wenn
er etwas vergessen hat? Was ist, wenn er wieder einen Fehler macht? – Es ist
nicht die Nervosität. Es ist der Zweifel.
Blaze geht zwei Schritte auf einen Schrank an der Wand zu, greift sich eine
Flasche Wasser und leert sie in einem Zug. Presst das Plastik dann knirschend
zusammen und wirft die verbeulten Überreste zu Boden. Das Thema Inflection
Scale verblasst in den Gedanken der Security.
Blaze: „Das Gute ist, du gewöhnst dich
daran. Irgendwann hast du die Zweifel besiegt. Ich fühle mich töricht, dass ich
so lange gebraucht habe. Doch jetzt weiß ich, was ich will und brauche, um zu
siegen. Es tut mir fast Leid, dass ich die Inflection Scale gegründet habe.
Nicht, weil sie schlecht wäre, ganz im Gegenteil, die PCWA braucht sie. Nur
werde ich mich nicht länger um sie kümmern können. Als Einzelgänger müssen wir
jetzt für Veränderung kämpfen. Es kann gar nicht anders sein, wenn ein Mad Dog
und ein Blaze ein Stable gründen. Doch auch allein können wir etwas erreichen,
so lang wir dem gleichen Ziel zustreben.“
Die Rache beginnt zu lächeln.
Blaze: „Und ich bin stolz auf dich, ich
habe Recht behalten. Dein Talent scheint wie das rötliche Leuchten von Feuer am
Firmament. Während du jetzt um ein Titelmatch kämpfst, muss ich mich erneut
beweisen. Doch ich werde es! Endlich treffen sich Leidenschaft, Erfahrung und
Erkenntnis in mir. Ich weiß, wer ich bin, habe gelernt es zu akzeptieren, kenne
meine Ziele und bin gewillt für sie einzustehen. Das Quest 4 The Best Turnier
ist perfekt für mich.“
Entschlossen ballt er seine rechte Hand zur Faust, während ihn Blake immer
noch regungslos anstarrt und verzweifelt das „Was wäre wenn?“ durchgeht. Was
passiert, wenn er heute gegen Azrael Rage verliert? Die Chance, das Schild
davon zu überzeugen zu jobben, ist dank dessen Tochter vertan. Was passiert
also, wenn Blake verliert? Wird er dann womöglich auch in den Quest 4 the Best
gebookt? Mit Nr. 11, die bisher noch nicht vergeben wurde, würde er dann gegen
Alistair und noch viel schlimmer, gegen seinen besten Freund Caleb antreten.
Die Möglichkeit, endlich Hand an Robert Barker legen zu können, bleibt. Aber
die Zeit, die der Security dabei verloren gehen würde, ist genau die Zeit, die
der Schlächter dazugewinnen würde. Zeit, in der er so viel mehr schlechten
Einfluss auf Gabriel ausüben kann.
Blaze: „Es ist wie ein langer Gang, an
dessen Ende dir düster und klein eine Fackel das Paradies verspricht. Mit jedem
Schritt, den du gehst, mit jedem Kampf kommst du ihr näher. Nichts lenkt dich
ab, du bist auf dich allein gestellt, du gehst und gehst … und gehst. Wirst
immer schneller dabei, weil dein Herz vor Spannung fast zerreißt. Wird es dir
gelingen? Ja, du weißt, du kannst es schaffen. Du hast es bereits einmal geschafft.
Also tu es einfach nochmal. Lauf auf dem Pfad des eigenen, körperlichen
Verfalls, bis du vollkommen vernichtet das Ziel erreichst und in der
Glückseligkeit des eigenen Ruins aufgehst. All das für deinen Traum, erneut an
der Spitze zu stehen.“
Die Augen des Kubaners leuchten, die Fackel am Ende des Wegs liegt tief
darin verborgen. Der wortkarge Sicherheitschef lässt ihn geduldig aussprechen
und hebt beiläufig die Flasche auf, die Blaze kurz vorher zu Boden geworfen
hatte.
Blaze: „Ich schweife ab. Caleb Yuma hätte
sich jetzt wohl schon längst übergeben, aber in ihm brennt keine Leidenschaft.
Er trägt eine Maske, spielt sein Spiel und ist noch stolz darauf. Genauso wie
John Smith sich hinter seiner Ironie und seinem Sarkasmus versteckt, aus Angst
davor, sich selbst eingestehen zu müssen, dass seine Zeit vorbei ist und er
seinem Körper endlich Ruhe schenken sollte. Genau wie Azrael Rage, der sich
hinter seiner Verzweiflung – seinem Regen…“
Verachtung liegt in Blaze Stimme, als er das Schild und dessen Regen
erwähnt.
Blaze: „…versteckt, statt endlich zu
handeln. Du hingegen sagst lieber gar nichts, statt zu sprechen, aber nichts
dabei zu sagen. Du handelst einfach. Das schätze ich an dir und deswegen will
ich meine Frage an dich einfach und prägnant halten. Bleibst du unserem Streben
nach Veränderung treu – der Inflection Scale? Auch wenn das bedeutet, trotzdem
auf dich allein gestellt zu sein?“
Der Junge horcht plötzlich auf. Es stimmt. Er ist allein. Kein Blaze, kein
Mad Dog und kein Gabriel… und dabei sehnt er sich so sehr nach Lucifers
Aufmerksamkeit. Das Schild, der Rächer und wie sie sich alle nennen – sie alle
konnten mit der Aufmerksamkeit eines Mythos’ nichts anfangen. KEINER von ihnen
hat es verdient, mit diesem unnachahmlichen Lächeln belohnt zu werden – und
schon gar kein Robert Barker!
Blake seufzt verstört und beißt sich auf die Unterlippe. Diese wahnhafte
Sucht nach Gabriel treibt ihn an und lässt ihn plötzlich etwas Entscheidendes
erkennen – einen simplen Denkfehler in seiner eigenen Planung. Der Junge
lächelt verschwiegen und nickt einfach nur bejahend.
Blake Milton: „Keine Angst...“
Blaze scheint zufrieden und will sich abwenden, als ihm etwas einfällt.
Blaze: „Ach ja, eins noch. Ich glaube
langsam zu verstehen, warum du Gabriel und Mad Dog so viel mehr verehrst als
mich. Doch vergiss eins niemals – ich habe es dir ermöglicht Wrestler zu
werden, nicht Mad Dog und auch nicht Gabriel. Solltest du Rage besiegen und
sogar Robert Barker entthronen, dann könnten wir am Brawlin‘ Rumble aufeinander
treffen. Falls das passiert, werde ich keinen Moment lang zögern dir all das,
was du erreicht hast, auch wieder zu nehmen. Sieh das nicht als Drohung, sieh
es nicht einmal als Warnung, sieh es als das, was es ist. Ehrlichkeit. Ich bin
es leid, Politiker zu sein. Was mir bleibt ist der Wille einsam zu streiten und
nach dem Quest 4 The Best wieder an der Spitze zu stehen.“
Stolz streckt er sein Kinn nach oben.
Blaze: „Verdient – weil ich der Beste
bin.“
Anders als zu seinem letzten Siegeszug am Quest 4 The Best. Den hat er
durch einen einzigen Pinfall im Finale gegen Azrael Rage errungen. Diesmal wird
Blaze kämpfen, schwitzen, bluten. Drei Mal klar und eindeutig siegen. Ein Blick
auf den malträtierten Boxsack. Wie ein Symbol für die Zerstörung, die er über
John Smith und Pavus in ihrem Match heute zu bringen gedenkt, liegt er dort
verkrümmt und von Betonstaub bedeckt am Boden. Blaze ist bereit. Zeit sich zu
duschen und umzuziehen, bevor das Match beginnt.
Blaze: „Viel Glück gegen den Heuchler.“
Sagt Blaze und lässt Blake Milton, ohne die Chance noch einmal zu
reagieren, stehen.
Mike Garland: „Die Inflection Scale ist
ein interessantes Stable. Gemeinschaftssinn sieht anders aus.“
Vincent Craven: „Blaze hat es doch gerade
treffend gesagt – wie sollte ein Stable von ihm und Mad Dog auch aussehen?
Beide sind die geborenen Einzelgänger und genau das macht sie stark.“
Mike Garland: „So in dem Sinne, wir
streiten einsam und allein für ein gemeinsames Ziel? Ein Wiederspruch in sich,
aber ich verstehe, was du meinst. Ein Wiederspruch in sich, Ambivalenz in
Reinform, das war Blaze schon immer.“
Vincent Craven: „Blake Milton bleibt dabei
wie immer wortkarg.“
Mike Garland: „Ist das die Konzentration
wegen des anstehenden Matches oder die Angst davor?“
Vincent Craven: „Im Gespräch mit Azrael
wirkte er ja doch sehr zuversichtlich. Hier sagt er zumindest den großartigen
Satz: ‚Keine Angst‘…“
Mike Garland: „Das ist wohl sein
sehnlichster Wunsch. Keine ANGST mehr in der PCWA. Mal sehen, ob er seinem Ziel
heute näher kommt.“
Vincent Craven: „Ebenso wie Blaze… er wird
im nächsten Match gegen John Smith und Pavus Maximus antreten.“
Während die Fans auf die nächste Szene warten, deutet eine Kamera noch an
einen anderen Ort im PCWA Theater und zeigt, was da vor ihr steht. Drei
metallene Fackeln, an ihren Mitten ist auf allen Seiten ein Zeichen eingelassen
– das Logo des Quest 4 The Best Turniers. Ihre Machart mutet gotisch an, ihre
Bedeutung ist unbekannt, ihre Flammen sind erloschen. Kaum zu glauben, dass sie
ein Teil dieses Abends sein könnten. Tausende von Menschen, die ihren Idolen
zujubeln oder sie ausbuhen, die laute Musik der Entrancetemes aus den
zahlreichen Boxen und hunderte Scheinwerfer, die die Halle in grelles Weiß
tauchen, während sich die Wrestler im Ring bekriegen. Klar scheint nur eins,
sie werden eine Rolle spielen, wenn auch in diesem Jahr am Core PPV wieder die
Frage beantwortet werden soll, wer der beste Wrestler dieser Liga ist.
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Der Ort
unserer Wahl: Das Foyer des PCWA Theatres, Tempel des Konsums. Nur wenige
Besucher haben sich derzeit zwischen den zahlreichen Merchandise-Ständen und
Cateringbuden verirrt, um sich in der kurzen Pause zwischen den Kämpfen mit dem
nötigsten einzudecken. Charlie Swanson, der heute Abend den Job des
Ersatzringrichters bekleidet, sitzt gelangweilt bei einem Imbiss und vertilgt
gerade die Reste eines großen Hot Dogs. Etwas Senf tropft ihm dabei auf das
schwarz-weiß gestreifte Hemd und er verreibt es mit einem Papiertuch. Gerade
einmal der Stand mit Shirts von Mad Dog ist nach
seinem Sieg im ersten Qualifikationsmatch für das Quest 4 The Best Turniers
von einer erwähnenswerten Gruppe von Fans umlagert; Jugendlichen, die mit dem
Verkäufer um den Preis feilschen.
„Dreißig Euro? Für ein Shirt?“
„Das ist echte Qualitätsware.“
Doch
blicken wir einmal an diesem Stand vorbei hinter die Kulissen. Dort, vor den
Blicken allzu neugieriger Personen geschützt, schleicht gerade Alistair
Brunswick in Richtung des Kabinentraktes. Er wirkt deutlich geknickt, verlief
doch sein Date früher an diesem Abend nicht so wie erwartet. Fast hat der
Tribune Champion die Tür zum Backstage-Bereich erreicht, als sich diese
unvermittelt öffnet und er fast mit einer Person zusammen stößt, die aus dem
Gang kommt.
Genervt
verdreht Alistair die Augen.
Alistair: „Weg da!“
Mit
gesenktem Kopf will er sich an der Gestalt einfach vorbei schieben, aber eine
ihm wohlbekannte Stimme hält ihn auf.
„Oh, wer hat es denn da so eilig?“
Alistair
blickt auf.
Der
Anblick seines Gegenübers ist nicht gerade dazu geeignet, seine Laune zu heben.
Alistair: „Díego Alejandro Sanchéz.“
Sanchéz: „Das hast du ja sehr gut erkannt,
muchacho. Wieso so grimmig?“
Alistair: „Das geht dich überhaupt nichts
an.“
Er ist
offenkundig nicht gewillt, sich näher mit dem Mexikaner zu unterhalten. Dieser
aber setzt sofort nach.
Sanchéz: „Nun, lass mich kurz überlegen. Was
könnte bei jemandem wie dir bloß solch eine Laune verursachen?“
Gespielt
legt er sich eine Hand ans Kinn und streicht sich durch den kurzen Bart.
Sanchéz: „Eigentlich kann es dafür ja nur
zwei Gründe geben. Entweder eines deiner Opfer hat sich unerlaubt zur Wehr
gesetzt oder du hattest ein missglücktes Date. Was letztlich wohl auf dasselbe
hinaus läuft.“
Der
Deutschmexikaner lächelt. Er kann die Show heute genießen, schließlich hat er
heute nichts Besonderes vor.
Alistair
verengt die Augen zu schmalen Schlitzen. In diesem Moment ist nichts von der
überheblichen Gelassenheit zu erkennen, die er sonst offen zur Schau stellt.
Sanchéz: „Wenn wir das mal ein wenig genauer
betrachten muss ich dir leider mitteilen, dass schon der halbe Locker Room
darüber plaudert. Die kleine Rage, so schwer es mir fällt zu sagen, hat wohl
doch mehr Geschmack oder Stil und ein wenig Klasse. Aber vielleicht lässt dich
ja die Putzfrau ran.“
Nun
reicht es Alistair. Deutlich lauter als zuvor fährt er Díego an.
Alistair: „Ausgerechnet du sprichst von Stil
und Klasse? Scheiße, das ist so, als würde man einem Analphabeten eine Ausgabe
von ‚Krieg und Frieden‘ in die Hand drücken und ihm viel Spaß bei der Lektüre
wünschen. Wann merkst du endlich, dass du nicht einmal annähernd in meiner Liga
spielst? Also noch einmal ganz langsam für dich: Mach Platz oder du hast ein
Problem.“
Díego
beißt die Zähne zusammen. Er hatte nicht viel Respekt von Alistair erwartet,
doch irgendwann ist es auch genug.
Sanchéz: „Streng dein kleines Spatzenhirn
mal an, Hijo de Puta! Du willst mir drohen? MIR?! Glaubst du, ich hab vor dir
Angst, nur weil du mit Barker und Lucifer spielst? WAS hast du bisher als
Tribune geleistet, das dir das Recht gibt, so mit mir zu reden? HUH?! NICHTS!
Du hast deine Regentschaft Gabriel und Nowaks Schlagring zu verdanken. Doch
weder ein geschenkter Sieg noch ein ergaunerter machen dich zu einem würdigen
Champion!“
Die Wut
steigt wieder in ihm auf, doch dieses Mal versucht er erst gar nicht sich zu
beherrschen. Langsam müssen die Fronten geklärt werden.
Sanchéz: „Du sprichst mit dem längsten amtierenden
Tribune in der PCWA Geschichte. ICH habe dem Tribune den Wert gegeben, der dir
dein Spotlight gibt. ICH war es, der den Tribune endlich zum Titel des Volkes
gemacht hat. NIEMAND SONST! Alle meine Nachfolger, sei es ein Keevan, ein
Gabriel Lucifer, Robert Barker, James Godd oder auch du, ihr nehmt Worte in den
Mund, die ich geprägt, die ich in die PCWA gebracht habe! Und endlich ist er
jetzt auch unumstößlich das, was er immer war. Der Titel der Fans. Und warum?
Weil ich ihm diesem Stellenwert gegeben habe. Du siehst nur die silbernen
Platten, den Ruhm, doch du bist blind für die wahre Bedeutung. Du willst ein
Fighting Champion sein? Dann verteidige den Gürtel auch wie ein Champ und nicht
wie ein elender Feigling.“
Entgegen
seiner Art spuckt der Deutschmexikaner dem Tribune vor die Füße. Alistair nimmt
dies mit einem angedeuteten Gähnen zur Kenntnis, aber seine Augen verraten,
dass er sich nur knapp beherrschen kann.
Alistair: „Bist du fertig mit deiner kleinen
langweiligen Geschichtsstunde?“
Er tippt
dem Mexikaner mehrmals mit dem Zeigefinger auf die Brust.
Alistair: „Ich habe also nichts geleistet?
ICH, der von den Fans da draußen als Segen für diesen Titel bezeichnet wird.
ICH, der Traum der Fangirls da draußen, die MEINE Shirts tragen, MEINE Poster
an ihrer Wand haben und MEINE Actionfigur ihre Barbie heiraten lassen? ICH soll
also nichts geleistet haben? Nun, vielleicht sollte ich dann einfach mal damit
anfangen und dir dein vorlautes Mundwerk für immer stopfen! Na, wie wäre das?“
Er hebt
drohend eine Faust, doch Diego A. Sanchéz kann darüber nur lachen.
Sanchéz: „Große Worte, Champ! Doch steckt hinter deinem großen Maul auch der Mut es zu
beweisen?“
Alistair
lacht kurz auf.
Alistair: „Ich habe mich noch vor keiner
Herausforderung gedrückt, schon gar nicht vor so einem fettigen Burrito wie
dir. Ich trage die Bezeichnung ‚Fighting Champion‘ nicht umsonst, denn ich
drücke mich vor keinem Gegner. Vor KEINEM, hast du mich verstanden?“
Bedächtig
dreht sich Díego im Foyer um. Mittlerweile hat sich eine größere Anzahl an Fans
um die beiden versammelt. Also wendet sich der Deutschmexikaner direkt an die
Fans.
Sanchéz: „Habt ihr das gehört, Leute?“
Natürlich
haben die Fans das gehört. Eine Gruppe pickliger Jugendlicher, vermutlich
versessen auf die Aussicht eines spontanen Matches direkt hier vor ihnen,
beginnt lautstark eben diesen Kampf einzufordern.
Stell dich ihm! Stell dich ihm! Stell dich
ihm!
Irritiert
blickt Alistair sich um. Sollte diese zufällige Begegnung tatsächlich auf einen
Kampf hinaus laufen? Er zögert, aber Díegos Stimme reißt ihn aus seinen
Gedanken.
Sanchéz: „Du willst Tribune sein, Alistair?
Dann musst du dich an die neuen Regeln halten! Die Fans bestimmen deinen
Gegner. Und niemand hat gesagt, wie viele Fans diesen Gegner bestimmen müssen.“
Er
schaut sich noch einmal um und scheint die Anzahl der Fans zu überschlagen.
Sanchéz: „Ich denke, die Stimmen sollten
ausreichen. Außer natürlich du willst nicht mehr der Champion der Fans sein.“
Alistair
blickt sich noch einmal um. Inzwischen haben sich alle Besucher des Foyers um
die beiden versammelt.
Stell dich ihm! Stell dich ihm! Stell dich
ihm!
Der
selbsternannte ‚Superstar‘ schließt kurz die Augen. Er ist nicht auf diesen
Kampf vorbereitet, noch vor wenigen Minuten erschien ihm die Aussicht auf einen
netten Abend inklusive animalischem Sex noch weitaus greifbarer als eine
körperliche Auseinandersetzung eben dieser Art. Aber das Kribbeln im Bauch ist
dasselbe. Er blickt sich kurz um und seine Augen finden ihr Ziel.
Alistair: „Hey, du da…“
Er
winkt Charlie Swanson zu.
Alistair: „Wir brauchen einen Referee – denn
jetzt…“
Sein
Blick wandert zu Díegó Alejandro Sanchéz.
Alistair: „HABEN WIR EIN MATCH. TITLE ON
THE LINE!“
--------------------K&G/PCWA--------------------
PCWA Tribune Title Match
Falls
count anywhere
vs. 
In der Halle ist das Geschehen natürlich nicht unbemerkt geblieben, die
Übertragung über den großen Screen sei Dank. Mike und Vincent sind natürlich gleich in ihrem
Element.
Mike Garland: „WOW! Wir haben hier
tatsächlich ein Match! ALISTAIR BRUNSWICK verteidigt seinen Tribune Title gegen
DÌEGO ALEJANDRO SANCHÉZ! Falls count anywhere!“
Vincent Craven: „Und der Kampf geht sofort
los! DER MEXIKANER GEHT GLEICH IN DIE OFFENSIVE!“
BRUNSWICK
wird von seinem Gegner direkt überrumpelt und muss einen harten SPEAR
kassieren! Allerdings kann er sich schnell wieder berappeln und einem KNEE DROP
ausweichen! Schnell ist er wieder auf den Füßen und bekommt DÍEGO in den LOCK
UP! Ein zähes Ringen entbrennt… und ALISTAIR verdreht DÍEGO den Arm!
Wutentbrannt schickt BRUNSWICK zwei ELBOWS in das Gesicht des Herausforderers!
Er schleudert ihn in einen Fanartikelstand, direkt in die Gruppe der
abfeiernden jugendlichen Fans. DÍEGO aber wird von den Fans abgefangen, so dass
sein Sturz weitaus weniger heftig ausfällt als vielleicht von seinem Gegner
erhofft. Buhrufe für BRUNSWICK! Dagegen gibt‘s viel Schulterklopfen für DÍEGO,
der seinen Fans in diesem Moment natürlich unfreiwillig ganz nah ist. ALISTAIR
hat keine Zeit zu verschenken und stürmt auf DÍEGO zu, der sich wiederum von
den Zuschauern gelöst hat! EINGESPRUNGENER KICK VON BRUNSWICK! SANCHÉZ weicht
aus! FUSSFEGER-VERSUCH! Aber auch BRUNSWICK kann reagieren!! Er springt einfach
nach oben, DÍEGOS rechter Fuss fegt ins Leere! BRUNSWICK wirft sich sofort nach
vorne!! Er setzt hier von Anbeginn auf Offensive!! CLOTHESLINE aus dem Lauf
gegen DÍEGO!! Der wird getroffen und an den gegen einen lebensgroßen
Pappaufsteller von AZRAEL RAGE geschleudert, der neben dem Fanartikelstand
steht. Diesen zerreisst es in zwei Teile.
Mike Garland: „Wenn das so weiter geht,
dann bleibt von der Einrichtung unseres schönen Foyers nicht mehr viel übrig!“
Vincent Craven: „Den Fans scheint es zu
gefallen. Viele sind von ihren Plätzen aufgestanden, um den Kampf direkt vor
Ort zu verfolgen. Wenn das so weiter geht, dann sitzen wir beide hier gleich
alleine…“
Mike Garland: „Die Stimmung unter den Fans
scheint auf jeden Fall großartig zu sein! So hautnah bekommt man ja schließlich
selten ein Match zu sehen!“
HOLY SHIT!
HOLY SHIT! HOLY SHIT!
Für
Fanbelange scheint sich BRUNSWICK gerade nicht zu interessieren, denn er hat
sich DÍEGOS Kopf geschnappt und hämmert diesen zweimal hart auf einen Tisch am
Grillimbiss! Die Buhrufe der Fans machen ihm da nichts aus, scheinen ihn eher
noch zu beflügeln! Jetzt drückt ALISTAIR DÍEGO den rechten Fuß ins Genick und
fixiert ihn somit. Er blickt sich nach einer nützlichen Waffe um… und greift
schließlich nach einem Satz Plastikbesteck!
Mike Garland: „ALISTAIR RAMMT
DÌEGO EIN PLASTIKMESSER INS GESICHT!“
Vincent Craven: „Aber das bricht natürlich sofort ab. SO GEWINNT MAN DOCH
KEIN MATCH!!
Mike Garland: „DÍEGO rudert wie wild mit den Armen! Er kann sich nicht
befreien!! ALISTAIR GREIFT NUN NACH EINEM SCHWEREN ASCHENBECHER!“
Vincent Craven; „ABER HIER HERRSCHT DOCH RAUCHVERBOT!“
Jetzt
bekommt SANCHÉZ den Fußknöchel von BRUNSWICK zu fassen! Eine kurze Bewegung –
und ALISTAIR stürzt zu Boden! DÍEGO springt schnell wieder auf die Füße, aber
auch ALISTAIR ist wieder kampfbereit! ER PACKT IHN SICH UND WIRBELT IHN HERUM…
OLYMPIC SLAM! Er schmettert ihn zu Boden und packt sich den Kopf seines
Gegners! ANSATZ ZU EINEM DDT! ABER EIN KONTER VON DÍEGO! Er schleudert
BRUNSWICK mit einem BACKBODY DROP im hohen Bogen von sich fort! ALISTAIR nimmt
einen harten Bump auf den Boden! DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ kniet noch, erholt
sich erst einmal langsam von den Strapazen! BRUNSWICK ist ebenfalls wieder auf
den Beinen, hält sich dennoch den Rücken! Unter dem Jubel der immer zahlreicher
anwesenden Fans kommt DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ mit schnellen Schritten auf
seinen Gegner! DÍEGO muss nach unten schlagen, ALISTAIR hält sich noch an einer
Säule fest!! FIST in das Gesicht von ALISTAIR!! Jetzt reisst DÍEGO seinen
Gegner an den Haaren nach oben!
Mike Garland: „Er packt ihn sich… MICHINOKU DRIVER!“
Vincent Craven: „NEIN! KONTER VON BRUNSWICK!! Da hat er ein wenig geblufft! Er entgleitet dem
Griff von Díego und zieht dessen Kopf nach unten!“
Mike Garland: „AUTSCH! DÍEGO KRACHT MIT DEM GESICHT AUF EINEN TISCH MIT
VALKOS HERITAGE-ACTIONFIGUREN!!“
Vincent Craven: „ALISTAIR IST BEI IHM! REVERSE MAT SLAM!! UND DAS COVER!!“
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Kick Out!
Mike Garland: „KICK OUT! KICK OUT! SANCHÈZ KANN SICH IM LETZTEN MOMENT RETTEN!!“
BRUNSWICK
ist jetzt wieder bei DÍEGO. Mit einer Hand hat er sich ein Kabelbündel
geschnappt und würgt SANCHÈZ damit! DÍEGO gelingt es aber, ALISTAIR mit beiden
Beinen von sich zu schleudern!! Aber der Tribune Champion ist sofort wieder bei
dem Mexikaner! Forearm Smash gegen DÍEGOS Schläfe! Dieser torkelt benommen zurück… BRUNSWICK nimmt ihn hoch… NELSON SUPLEX!
SANCHÉZ kracht mit dem Rücken direkt auf den Boden!
HOLY SHIT!
HOLY SHIT! HOLY SHIT!
So aus nächster Nähe sehen die Fans so ein Match
selten. DÍEGO rappelt sich wieder auf und taucht unter ALISTAIRS ausgebreiteten
Armen hindurch. Er verpasst ihm einen Tritt in die Seite und läuft dann einige
Schritte in Richtung des Kabinentraktes. ALISTAIR verfolgt ihn wenige Schritte
dahinter. DÌEGO reißt die Tür zum Backstage-Bereich auf und… rammt sie dem
heranstürmenden ALISTAIR direkt ins Gesicht! ALISTAIR taumelt, der Herausforderer packt ihn an den Haaren,
zerrt ihn nach oben…
Vincent Craven: „OH MEIN GOTT, NEIN!!“
SANCHÉZ rammt ALISTAIRS Schädel durch den Glaseinsatz
in der Tür. Das Glas zerbricht mit einem lauten Scheppern! ALISTAIR liegt benommen in den Scherben,
während ein Aufruhr durch die Gäste geht.
HOLY SHIT!
HOLY SHIT! HOLY SHIT!
Die Leute bilden eine Gasse, als DÌEGO seinen Gegner
packt und durch das Foyer stößt. Er treibt ihn vor sich her, direkt zu einem
bestimmten Fanstand – dem Stand mit Fanartikeln der next CENTURY gods! Dort
greift er sich seinen Gegner… ASAI DDT! Er schleudert ihn direkt auf den
Verkaufstisch, der polternd zu Bruch geht! ALISTAIR liegt wie ein Toter
zwischen den Trümmern. Lässig stellt DÌEGO seinen Fuß auf dessen Brust, damit
der Referee das Cover durchzählen kann…
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Kick Out!
Vincent Craven: „ALISTAIR KANN SICH
BEFREIEN!“
Mike Garland: „MEHR NOCH – ER HAT DÌEGOS BEIN GEPACKT UND BRINGT IHN MIT
EINEM RUCK ZU FALL! UND NUN RAMMT ER IHM EIN LESEGERÄT FÜR EC-KARTEN INS
GESICHT!“
BRUNSWICK kommt wieder nach oben und wirft SANCHÉZ
über den zerborstenen Tisch in Richtung der feiernden Fans! Die Leute weichen
zurück und DÍEGOS KOPF KNALLT HART GEGEN EINEN MÜLLEIMER!! ALISTAIR setzt DÍEGO
weiter mit einem BELLY-TO-BELLY-SUPLEX zu, dem SONNYBOY, einem seiner Trademark
Moves. Mit einigen Tritten setzt er schnell nach und rappelt sich dann wieder
auf. Was macht er dort? Er macht sich daran, um auf die Reste des
Verkaufstisches zu klettern - doch er hätte lieber auf DÍEGO Acht geben
sollen!! Der Herausforderer hat sich nämlich wieder auf die Beine gewuchtet –
packt sich ALISTAIRS Kopf und… DONNERT IN ZU BODEN!! EINMAL, ZWEIMAL, DREIMAL,
VIERMAL! Wie ein Besessener hämmert SANCHÉZ ALISTAIRS Kopf zu Boden! Als dieser
benommen genug ist, schleudert er BRUNSWICK mit dem Rücken voraus in ein Regal
hinter ihm!! Nun greift er sich ihn… MEXICAN SURFBOARD STRETCH! ALISTAIR BRÜLLT
VOR SCHMERZEN! Der Tribune Champion gibt allerdings nicht auf, so dass DÌEGO
den Griff nach einer Weile wieder ablässt und stattdessen harte KNEESTRIKES in ALISTAIRS Magengrube
folgen lässt! Der Champion ringt nach Luft, wird jetzt an den Haaren gepackt
und aus dem Foyer in einen Backstage-Flur gezerrt!
Mike Garland: „ALISTAUR REISST SICH LOS UND FLÜCHTET VOR SEINEM GEGENÜBER!
DÌEGO HINTERHER!“
Vincent Craven: „Hoffentlich sind unsere Kameraleute schnell genug, um das
Geschehen einfangen zu können.“
Mike Garland: „Wo sind die beiden nun? Wir haben sie momentan aus den Augen
verloren…“
Vincent Craven: „Die Kameras fangen Bilder von leeren Fluren ein. Seltsam,
so schnell können die beiden doch garnicht…“
Mike Garland: „DA SIND DIE BEIDEN! EIN LAUTES POLTERN UND SCHON HABEN WIR
SIE WIEDER IM BILD! ALISTAIR UND DÌEGO BEFINDEN SICH IN DER SAMMELDUSCHE DER
JOBBER UND ROOKIES!“
BRUNSWICK ist gerade damit beschäftigt, SANCHÉZ einen
European Uppercut ans Kinn zu hämmern!! Er packt sich seinen Kopf und rammt
diesen gegen die Wand – und gegen einen Schalter für die Dusche, die natürlich
sofort anspringt und die beiden von Kopf bis Fuß durchnässt! FRONTSLAM VON
ALISTAIR… ABER ER RUTSCHT AUF DEM NASSEN BODEN AUS UND GERÄT INS STRAUCHELN!
DÌEGO NUTZT DIE CHANCE UND KONTERT! GUILLOTINE LEG DROP! ALISTAIR GEHT ZU
BODEN! DÌEGO packt ihn und schleift ihn zurück auf den Flur, wohin ihnen
mittlerweile zahlreiche Fans gefolgt sind. DÌEGO nimmt Anlauf und verpasst
seinem Gegner einen DROP KICK! ALISTAIR
schlittert über den Parkettboden! Die Kameraleute plus Referee eilen sofort
hinterher!! SANCHÉZ jagt auf BRUNSWICK zu, der
sich an einer Wand nach oben zieht! ROLLIN‘ LARIAT! BRUNSWICK wird voll
getroffen und weiter den Flur hinunter geschleudert! Panisch bilden die Fans
wieder eine Gasse, der Referee versucht so gut es geht Platz zu schaffen für
unsere beiden Kontrahenten. DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ schnappt sich einen
herumstehenden Stuhl und klappt diesen zusammen! ALISTAIR steht taumelnd gerade
wieder auf, aber… DÍEGO SCHLÄGT MIT DEM STUHL ZU! CHAIRSHOT!!!!! ALISTAIR GEHT
ZU BODEN UND SANCHÈZ WIRFT SICH ZUM COVER AUF IHN!
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Reversal!
Vincent Craven: „ALISTAIR DREHT DAS COVER UM! ER BEKOMMT SANCHÈZ IN EINEN AUFGABEGRIFF!!”
Mike Garland: „CROSSFACE!!“
Vincent Craven: “DER REFEREE ZÄHLT SANCHÈZ AN! DER SCHÜTTELT ABER NUR ENERGISCH DEN KOPF! DER
MEXIKANER WILL NICHT AUFGEBEN!“
Mike Garland: „ALISTAIR ZIEHT NOCH ETWAS
FESTER AN!“
Vincent Craven: „ABER IMMER NOCH WILL
SANCHÈZ NICHT AUFGEBEN! WAS FÜR EIN DURCHHALTEVERMÖGEN!“
Mike Garland: „UND DA! SANCHÈZ BEKOMMT
ALISTAIRS BEIN ZU PACKEN UND REISST SO FEST DARAN, DASS ALISTAIR DEN GRIFF
NICHT LÄNGER HALTEN KANN! SCHNELL SPRINGT DER HERAUSFORDERER WIEDER AUF DIE
BEINE!“
Vincent Craven: „Aber statt nachzusetzen,
läuft er einige Schritte den Flur hinunter! Wenn er in diese Richtung weiter
läuft, dann kommt er gleich wieder hier in der Halle an!“
Mike Garland: „Ja, es scheint, als wolle
er diesen Kampf im Ring beenden. Dort fühlt er sich wohl mehr zuhause als bei
einem harten Street Fight!“
Aber da hat er seine Rechnung ohne ALISTAIR BRUNSWICK
gemacht! Die beiden sind bereits kurz vor dem Durchgang zur Arena, aber kurz
vorher erreicht der selbsternannte Superstar seinen Gegner. Er packt ihn an den
Haaren und rammt seinen Kopf gegen eine Notausgangstür, die sofort aufspringt!
DÌEGO geht zu Boden, nun auf einem kleinen Hinterhof! EINGESPRUNGENER ELBOW
hinterher! ALISTAIR landet genau auf der Brust von DÍEGO! ALISTAIR springt auf
die Beine, er will sofort nachsetzen!! Er dreht sich um, entdeckt einen dort
achtlos abgestellten Besen und schwingt diesen wie eine Waffe! Breitbeinig
stellt sich BRUNSWICK über SANCHÉZ!! DÍEGO sieht das Unheil kommen!! ALISTAIR
schlägt mit dem Besen zu! ABER SANCHÉZ ROLLT SICH ZUR SEITE! KNAPP NEBEN IHM
KRACHT DER BESENSTIL AUF DEN BETONBODEN UND ZERBRICHT! DÍEGO wird von BRUNSWICK
ergriffen und hochgezogen!! KICK IN DEN MAGEN DES HERAUSFORDERERS! BRUNSWICK
hebt ihn aus! FRONT SLAM! Und wieder ein Cover!
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Kick Out!
Mike Garland: „KICKOUT VON DÍEGO!!“
Vincent Craven: „DAS WAR ENG… VERDAMMT
ENG!“
ALISTAIR BRUNSWICK flucht laut, dann zieht er DÍEGO
hoch!! ELBOWS treiben ihn vor sich her!! Beide kämpfen sich in Richtung des
Parkplatzes! BRUNSWICK
schleudert seinen Gegner in Richtung eines dort stehenden Trucks. Er hechtet
hinterher, greift seinen Gegner, bekommt ihn aber nicht richtig zu fassen!
DÌEGO klettert auf den Anhänger und ALISTAIR folgt ihm… ABER IN DIESEM MOMENT
SETZT SICH DER TRUCK IN BEWEGUNG!
BRUNSWICK FÄLLT VOM ANHÄNGER UND SEIN FUSS VERHEDDERT SICH IRGENDWO AN
DER STOSSTANGE!
Vincent Craven: „HOLY SHIT! BRUNSWICK WIRD
MITGESCHLEIFT!! ER VERSUCHT SICH WÄHREND DER FÄHRT HOCH ZU ZIEHEN!! UND DAS
GELINGT IHM JETZT AUCH!!“
Mike Garland: „Die Kameraleute haben arge Mühe, dem Geschehen zu folgen!
Der Truck stoppt an der nächsten Kreuzung und so können sie ein wenig
aufholen!“
Vincent Craven: „ALISTAIR ist derweil auf die Ladefläche geklettert…“
DÍEGO
„empfängt“ ALISTAIR auf der Ladefläche mit einem KICK!! Dieser wird fast wieder
vom TRUCK geschleudert! BACK SUPLEX VON DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ GEGEN BRUNSWICK
AUF DER LADEFLÄCHE!! DÍEGO drückt jetzt BRUNSWICK über die Ladefläche des Pick
Up-Trucks!! ABER ALISTAIR HÄLT DAGEGEN… UND ALS DER TRUCK WIEDER ANFÄHRT,
FALLEN BEIDE HINUNTER UND LANDEN DIREKT IN EINEM FRISCH ANGELEGTEN BEET!
ALISTAIR schüttelt sich und klopft Erde aus seiner Ringkleidung… aber da kommt
DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ angetaumelt! Schwankend richtet sich ALISTAIR auf und
bemerkt, dass er direkt vor der ELROY-SCHMIDTKE-STATUE steht, die dieser dort
vor einiger Zeit während seiner Fehde gegen SMARTIN PHYNIX errichtet hat. ALISTAIR scheint einen Plan zu haben, denn er klettert auf die Statue! Er
zieht sich auf den Sockel des Denkmals, kniet dort, als müsste er sich auf die
Ankunft von SANCHÉZ vorbereiten! DÍEGO ist zur Stelle, auch wenn er sehr
geschafft aussieht! Er zieht sich von der anderen Seite auf das Denkmal! Auf
dem Sockel treffen BRUNSWICK und SANCHÈZ! BRUNSWICK stürmt auf DÍEGO zu, viel
Platz ist da oben nicht! DÌEGO kontert mit einem REVERSAL und erwischt ALISTAIR
am Bein! Dieser kracht vornüber aufs Gesicht! DÍEGO mit wütenden TRITTEN in das
Genick von BRUNSWICK!! Der kriegt einen Fuss zu fassen, reißt ihn nach oben!
DÌEGO kracht mit dem Gesicht voraus vom Sockel der Statue!! ALISTAIR baut sich
wieder auf, während DÍEGO sich mühsam wieder aufrichtet! FRONT SLAM GEGEN
DÍEGO!!! Der wird erwischt und geht zu Boden! BRUNSWICK hakt sich bei DÍEGO
ein! ANSATZ ZUM SIDE RUSSIAN LEGSWEEP!
Mike Garland: „HOLY SHIT!!!!!! HOLY SHIT!”
Vincent Craven: „ALISTAIR REISST JUBELND
DIE ARME NACH OBEN!”
DÌEGO liegt auf dem Asphalt zu Füssen des
Denkmalsockels und hält sich das Genick!! Auch BRUNSWICK ist schlecht
aufgekommen und umklammert sein rechtes Knie!! Mit der linken Faust schlägt er
in den Betonboden, um sich wieder hochzupushen! BRUNSWICK ist der erste, der
sich wieder erhebt!! Er taumelt zu seinem Gegner… aber dieser bekommt ihn zu
fassen und bringt ihn zu Fall! SANCHÈZ rappelt sich auf… TORNADO DDT GEGEN
ALISTAIR! BRUNSWICK liegt nun mehr als Benommen auf dem Boden! DÌEGO KLETTERT
WIEDER AUF DEN SOCKEL – MOONSAULT! ER ERWISCHT ALISTAIR BRUNSWICK VOLL! Sein
Gesicht zeigt den Willen an, dieses Match jetzt zu beenden! DÍEGO ALEJANDRO
SANCHÉZ ist wieder auf den Beinen und zieht ALISTAIR an dessen mittlerweile
blutverschmierten Kopf nach oben! Er hebt ihn aus!! INVERTED ATOMIC DROP gegen
den Tribune Champion! BRUNSWICK taumelt und wird vom Mexikaner zurück in
Richtung der Halle getrieben! Die beiden erreichen schließlich wieder den
Notausgang. DÍEGO hat sich erneut BRUNSWICK gegriffen!!! Knallharter Whip Inn
gegen die Wand! BRUNSWICK prallt direkt gegen die harte Mauer! SIDEKICK GEGEN DIE STIRN VON
BRUNSWICK!!! Der kann sich kaum noch auf den Beinen halten! Es hagelt FISTS
gegen den Schädel von ALISTAIR! Hat DÍEGO jetzt Blut gewittert und will das
Match beenden? Dieser ist sichtlich angeschlagen, reckt seinem Gegner aber
trotzig den erhobenen Mittelfinger entgegen. DÍEGO MIT EINEM ERNEUTEN KICK!
ABER DIESMAL LÄSST SICH BRUNSWICK ZUR SEITE FALLEN!!!!!!!!! DAS KNIE VON DÍEGO
TRIFFT DIE NOTAUSGANGSTÜR!! Schreiend vor Schmerz bricht DÍEGO ALEJANDRO
SANCHÉZ in die Knie!! Ein überhebliches Lachen von BRUNSWICK kommt an DÍEGOS
Ohren!! Jetzt wird wohl zurückgezahlt!!
Mike Garland: „DER TRIBUNE CHAMPION MIT EINIGEN SEHR HARTEN SCHLÄGEN GEGEN
DEN KOPF SEINES GEGNERS! ER HÄLFT DESSEN KOPF GEGEN DEN TÜRRAHMEN… UND KNALLT
DIE TÜR ZU!“
Vincent Craven: „ARGH! DAS TAT WEH!“
Mike Garland: „Auch die Fans sind voll dabei. Sag mal, kann es sein, dass
Teile unserer Zuschauer Blut und sinnlose Gewalt befürworten?“
HOLY SHIT!
HOLY SHIT! HOLY SHIT!
Vincent Craven: „Da liegst du wohl nicht so verkehrt…“
ALISTAIR PACKT SICH DÍEGO und schleift diesen hinter
sich her in Richtung der Halle. Die beiden treten durch den Vorhang am Entrance
und tauchen schließlich auf der Rampe auf. Gefolgt von einer Unmenge Fans.
Mike Garland: „Da sind sie wieder! Die beiden direkt auf dem Weg zum Ring!“
Vincent Craven: „Ja, aber erst einmal bekommt DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ die
Ringabsperrung zu schmecken!“
Mike Garland: „NEIN! DÌEGO STEMMT SICH MIT DEN HÄNDEN AB! ER WIRBELT HERUM
UND ZEIGT EINEN DDT GEGEN ALISTAIR!!“
Er dreht BRUNSWICK an der Schulter herum! KICK IN DEN
MAGEN! Er weicht zurück und nimmt Anlauf – YUCATAN SPLASH! ABER ALISTAIR WEICHT
IM LETZTEN MOMENT AUS, SO DASS SANCHÈZ NUN DOCH IN DER RINGABSPERRUNG LANDET!
BRUNSWICK SCHUBST DÍEGO VON SICH! IN EINER ÜBERRASCHENDEN AKTION SCHICKT
BRUNSWICK NOCH EINE KOMBINATION AUS ELBOW UND CLOTHESLINE HINTERHER!! BEIDE
AKTIONEN TREFFEN SANCHÉZ!! DÍEGO KRACHT ZU BODEN! BRUNSWICK MIT OBERWASSER!!
IST DAS DER LETZTE KICK ZUM SIEG? ALISTAIR GREIFT SICH DEN SCHÄDEL SEINES
GEGNERS UND SCHLEIFT IHN IN RICHTUNG DES RINGES! DIREKT DANEBEN DREHT ER IHN IN
DER LUFT… IMPALER DDT!
Vincent Craven: „DAS IST DIE ‚MODERN
DISEASE‘, SEIN FINISHING MOVE!“
Mike Garland: „ALISTAIR ZIEHT IHN
DURCH!!!!!!! MODERN DISEASE GEGEN DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ!“
Vincent Craven: „DER MEXIKANER BEWEGT SICH
NICHT MEHR! ALISTAIR ROLLT IHN JETZT IN DEN RING!“
Mike Garland: „UND KLETTERT SCHNELL
HINTERHER! ER PACKT IHN SICH NOCH EINMAL…“
Vincent Craven: „UND SCHON WIEDER!!
IMPALER DDT! DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ MUSS EINE ZWEITE MODERN DISEASE
EINSTECKEN!!
Mike Garland: „DER REFEREE ZÄHLT DAS COVER
AN!!“
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Kick Out!
Vincent Craven: „UNGLAUBLICH!!! WOHER NIMMT SANCHÈZ JETZT NOCH DIE KRAFT! ER MUSSTE ZWEIMAL DIE MODERN
DISEASE EINSTECKEN!! EIN WUNDER, DASS ER SICH ÜBERHAUPT NOCH BEWEGEN KANN!“
Mike Garland: „ALISTAIR RAPPELT SICH AUF
UND KANN ES GARNICHT FASSEN! ER BRÜLLT DEN RINGRICHTER AN UND FORDERT DIESEN
AUF, BEIM NÄCHSTEN MAL SCHNELLER ZU ZÄHLEN! DÌEGO LIEGT IMMER NOCH SCHWER
ATMEND AUF DER RINGMATTE!“
Vincent Craven: „ABER ALISTAIRS ZORN
RICHTET SICH JETZT EINDEUTIG GEGEN DEN REFEREE! ER STÖSST CHARLIE SWANSON EINFACH
ZUR SEITE UND SILDET AUS DEM RING! WAS HAT ER DENN JETZT VOR?“
Mike Garland: „DA! ER ZIEHT ETWAS UNTER
DEM RING HERVOR! ES IST… ES IST TOM NOWAKS SCHLAGRING, WIR ERKENNEN IHN GENAU!
ER WILL IHN SCHEINBAR AUCH GEGEN SANCHÈZ EINSETZEN!“
Vincent Craven: „ABER WAS IST DAS?! EINE
GROSSE PRANKE PACKT IHN VON HINTEN UND ZIEHT IHN RUCKARTIG ZURÜCK!!“
Mike Garland: „DAS IST PAVUS MAXIMUS!!!!
OH MEIN GOTT!!! DER NORDMANN HAT SICH UNTER DIE FANS GEMISCHT UND HINDERT
ALISTAIR BRUNSWICK NUN DARAN, DEN SCHLAGRING AUCH GEGEN DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ
EINZUSETZEN!!!“
Alistair: „FUCK THAT… WAS WILLST DU DENN
HIER?!?“
Pavus: „DICH DARAN HINDERN, DIESES DING
JEMALS WIEDER EINZUSETZEN!“
Vincent Craven: „DER NORDMANN REISST
ALISTAIR DEN SCHLAGRING AUS DER HAND!!! DIESER WILL KONTERN, ABER BLITZSCHNELL
FINDET ER SICH IM CHOKE SLAM WIEDER!! DAS IST DER ‚CLOCHARD‘!!“
Mike Garland: „PAVUS MAXIMUS SCHLEUDERT
ALISTAIR BRUNSWICK ZU BODEN!!“
HOLY SHIT!
HOLY SHIT! HOLY SHIT!
Vincent Craven: „CHARLIE SWANSON SCHEINT
ETWAS ÜBERFORDERT MIT DER SITUATION! ER LÄSST DEN KAMPF ABLÄUTEN!!!“
Mike Garland: „ER ZEIGT ES AN – ALISTAIR
BRUNSWICK GEWINNT DIESEN KAMPF WEGEN DES EINGRIFFES VON PAVUS MAXIMUS DURCH
DISQUALIFIKATION!! DAMIT BLEIBT ER ZWAR TRIBUNE CHAMPION, ABER NUN MUSS ER HARTE
SCHLÄGE VON PAVUS EINSTECKEN!“
Vincent Craven: „Wirklich unschöne Szenen
hier. Securities trennen die beiden voneinander, während sich DÌEGO im Ring
mühsam wieder aufrappelt…“
Mike Garland: „Auch Diego gelingt kein
klares Ergebnis gegen Brunswick, was er mit deutlichem Unmut zur Kenntnis
nimmt.“
Vincent Craven: „Die beiden anderen werden
soeben von Securitys getrennt und in den Backstage gezerrt. Jetzt verlässt auch
der Mexikaner den Ring. Noch hat er Alistair nicht vom Tribune loseisen können.“
Mike Garland: „Dies lag allerdings nicht
allein am Champion, sondern auch am Hamburger Jung, Pavus Maximus. Dieser muss
sich gleich selbst noch beweisen. Ob es daher eine gute Idee von ihm war hier
einzugreifen?“
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Mit seinen Kopfhörern in den Ohren ist
er für keine Person ansprechbar. Luke Tyler hat es probiert, Anna Richmond hat
es probiert, doch seitdem er in der Kabine von Caleb Yuma war und dem Rookie
eine klare Ansage gemacht hat, hat er kein einziges Wort mehr gesprochen. Die
Augen geschlossen hält der Freakanite ein Bild in seiner Hand, welches er sich
einzuprägen versucht. Wenn man eine geliebte Person verliert, will man das
Gesicht nie vergessen. Die Stimme. Das Lachen. Den Geruch. Doch nach und nach
versiegt die Erinnerung und alles, was uns bleibt, sind Fotografien, sowie
Film- und Tonaufnahmen. Während die meisten audiovisuellen Quellen mit der PCWA
zu tun haben und dies eine Zeit ist, die Valkos Heritage ausblenden will, hält
er in den Händen ein Kinderfoto von sich und seiner Schwester Runa Lillith.
Ruckartig schlagen die Augen auf. Es war
eine Straftat. Es war ein Mord. Er hat nun die Option, sich auf die Suche nach
der Person zu machen und der PCWA für immer den Rücken zu kehren. Oder aber er
lenkt sich ab und macht das einzige, was er gut kann. Sich verstecken oder
jemanden beschützen, das liegt ihm offensichtlich nicht. Er ist nicht der Held,
den seine Schwester benötigt hat.
Er setzt sich in Bewegung, läuft zur
sogenannten Gorilla Position. Dort wo die Wrestler auf ihren Einsatz warten,
steht auch jemand bereit, doch Heritage ignoriert sowohl ihn, als auch die
Agents, die ihn versuchen aufzuhalten. Er läuft durch den Vorhang und steht
dann den Fans in der Halle gegenüber. Keine Musik. Kein Feuerwerk. Keine
Lichtshow. Nur er und tausende Fans, die alle ein überraschtes Gesicht machen,
als sie ihn sehen. Das Gesicht des Freakanites wird dann von einer Kamera auf
die Leinwand übertragen und dort können die Fans nun in Großaufnahme das
Gesicht ihres Helden sehen.
Ich bin kein Held.
Langsam nimmt er die Kopfhörer aus den
Ohren und hört ihren Jubel.
Warum jubelt ihr mir zu?
Er hört vereinzelte "VD4,
VD4"-Rufe. Er reibt sich mit der rechten Hand durch das müde Gesicht,
welches die letzten Nächte kaum geschlafen hat. Ein letzter Blick auf das Foto
in der linken Hand, bevor es in der Jackentasche verschwindet. Dann läuft der
Freakanite zum Ring, geht einmal herum und lässt sich von der Ringsprecherin
Jane Nelson ihr Mikrofon geben. Mit diesem bewaffnet steigt Heritage in den
Ring, setzt sich aber sofort in eine Ringecke mit dem Blick auf die Rampe.
Ungewöhnliche Haltung des Freakanites, der sich sonst in der Ringmitte
präsentiert.
Valkos
Heritage: „Ich dachte, ich hätte alles gesehen. Ich habe hier Freunde gehabt...
ich habe hier Familie gehabt.“
Der Blick senkt sich kurz. Es ist ihm
rausgerutscht, er wollte kein Wort darüber verlieren. Doch er hat verloren.
Einmal kurz tief durchgeatmet, dann spricht er weiter.
Valkos
Heritage: „Ich habe Kriege ausgefochten, Schlachten geschlagen, ich habe mein
Blut genau in diesem Ring verloren. Ich habe Matches gewonnen. Ich habe Titel
verloren. Wenn ich gefragt werde, was ich hier noch erreichen kann, darüber
lache ich. Es ist keine Frage danach, welche Optionen mir noch offenstehen,
denn es gibt nur eine Option. Dies hier ist alles, was ich habe.“
Heritage lässt seinen Blick einmal kurz
schweifen. Wie oft er gehört hat, dass er zum alten Eisen gehört, dass er ein
Veteran ist, der abtreten sollte. Doch das will er nicht. Das kann er nicht.
Trotz Rheumaerkrankung, die es ihm schon nicht leicht macht, das Mikrofon zu
halten. Vielleicht sitzt er deswegen, um eine sichere Grundlage zu haben.
Valkos
Heritage: „Ich stehe im Ring, weil ich nichts anderes kann. Ob ich meinen Zenit
überschritten habe, spielt keine Rolle, denn ich werde in diesen Ring steigen,
bis ich darin sterbe. Da hinten sitzt eine Person, der es genauso geht, wie
mir. Sie verleugnet es, aber tief im Innersten weiß sie, dass sie nicht anders
ist, als ich. Nicht wahr, Adam Reynolds?“
Die Stimmung in der Halle schwingt herum
und laute Buhrufe machen die Runde. Die Frage ist, ob die Fans den Last Warrior
einfach so nicht leiden können, aufgrund seiner Verbindungen oder weil er die
Herausforderung von Valkos Heritage zu einem letzten Gefecht ausgeschlagen hat.
Valkos
Heritage: „Reynolds, du bist ein Heuchler. Du verkündest mit einer
Selbstsicherheit, dass es dir um die nächste Generation geht, und doch läufst
du mit deiner Brut im Ring und badest in der Aufmerksamkeit. Du bist, wie ich.
Die Reaktionen der Fans sind die Spritze und das Scheinwerferlicht die Droge,
die wir uns Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr geben müssen, weil
es das Einzige ist, was uns geblieben ist. Selbst wenn ich Cryption Champion
werden würde um Grand Slam Champion zu werden…“
Die Antwort auf die Herausforderung von
Chris McFly Jr. – Heritage ist Führender in der Ladder, hat darüber vorhin
schon kurz mit Caleb Yuma gesprochen. Das Titelmatch liegt in der Luft, doch
Heritage weiß selbst noch nicht einmal, ob er dazu in der Lage sein wird.
Gesundheitlich. Psychisch.
Valkos
Heritage: „… selbst wenn ich meine ANGST besiege und mich an ihr räche, finde
ich wieder einen Grund um in den Ring zu steigen. Und auch wenn du glaubst, dass
du fertig bist, Reynolds. Ich gebe dir einen Grund, warum du es nicht bist.
Denn trotz all deiner Erfolge, trotz dem, was du geleistet hast, steht eine
Sache eben nicht in deinem Resümee. Eine Trophäe hängt noch nicht an deiner
Wand. Und diese sitzt hier gerade im Ring und wartet darauf, dass...“
Weiter kommt er nicht, denn ein lautes
Krachen unterbricht ihn. Diese Auftrittsmusik haben wir lange nicht mehr
gehört. Löscht die Lichter, stellt den Funkenregen an und öffnet eure Augen für
das, was ihr zu sehen bereit seid. Ein überdimensionierter Schriftzug flammt
auf dem großen Screen am Eingang auf, begleitet von metallisch donnernden
Beats.
I am legend.
Immer schneller jagen kurze Szenen über
den Screen, Momente einer langen Karriere. Große Siege, bittere Niederlagen.
Adam Reynolds und Stevie van Crane. Adam Reynolds und Ares. Adam
Reynolds und Keevan. Adam Reynolds und… Valkos Heritage.
adam reynolds
last warrior
Der Vorhang öffnet sich und heraus tritt
ein Mann, der eigentlich gar nicht mehr existieren sollte. Lange war er aus der
Öffentlichkeit verschwunden, tauchte nur hin und wieder als vage Erinnerung in
unseren Köpfen auf. Bis zum Imperial Impact.
Alt ist er geworden. Das schulterlange
Haar ist grau meliert und er hat viel an Muskelmasse verloren. Statt
Ringkleidung trägt er eine normale dunkle Jeans, schwere Stiefel und ein
einfaches weißes Hemd. Geblieben aber ist die Entschlossenheit in seinen
stahlblauen Augen. Für einen Moment steht er einfach nur da und fixiert seinen
Gegner, begleitet von den immer lauter werdenden Buhrufen der Fans.
All simple monkeys with alien babies
Amphetamines for boys
Crucifixes for Ladies
sampled and soulless
worldwide and real webbed
you sell all the living
for more safer dead
Anything to belong
Langsam macht Adam Reynolds sich auf den
Weg in Richtung des Ringes, wobei er Valkos für keine Sekunde aus dem Blick
verliert. Die Hände, die ihm entgegen gestreckt werden, ignoriert er ebenso wie
die Beleidigungen und Schmährufe, die ihm aus den Reihen der Zuschauer entgegen
gebrüllt werden.
Rock is deader than dead
Shock is all in your head
Your sex and your dope is
all the we're fed
So fuck all your protests and
Put them to bed
god is in the tv
Einige Meter vor dem Ring bleibt er
einfach stehen und deutet der Crew an, seine Musik zu beenden. Einen Moment ist
alles still, dann setzen die Unmutsbekundungen der Fans wieder ein. Jemand
reicht Adam ein Mikrofon und er setzt es an, aber die Buhrufe sind zu laut, als
dass wir seine Stimme verstehen könnten.
Im Ring erhebt sich der Freakanite nun
auch von seiner unbequemen Position, steht auf und läuft an die Seile. Er will
Reynolds so nahe wie möglich kommen, doch es wirkt so, als seien Meilen
zwischen den beiden Männern.
Valkos
Heritage: „Du hast dich also endlich hergetraut. Hast du es dir anders
überlegt, Reynolds? Reizt es dich doch, gegen mich in den Ring zu steigen? Du
weißt ganz genau, dass es unvermeidlich ist, uns beiden bleibt nichts anderes
übrig. Schnüre deine Stiefel ein letztes Mal und beweise, dass du dazu in der
Lage bist, mich zu besiegen.“
Wieder setzt Reynolds das Mikrofon an.
Diesmal aber übertönt seine Stimme den Lärm in der Halle.
Adam:
„Well then…“
Er unterbricht noch einmal kurz, um
einen Blick über die Reihenfolge der Zuschauer zu werfen. So viele Leute, so
viele Emotionen. Fast wirkt er wehmütig, dann aber setzt er fort.
Adam: „Is this Berlin calling?
Sind das
hier die Fans der PCWA, die gespannt auf das nächste Match warten und nun zwei
abgewrackten Männern zuhören müssen? Scheiße, ihr tut mir leid. Ich bin hier
nur aus einem ganz bestimmten Grund heraus gekommen, bilde dir nichts darauf
ein, Valkos. Ich habe da hinten meinen Namen gehört und es war mir klar, dass
du dein trauriges Schauspiel nicht eher beenden würdest, bevor ich dir
gegenüber trete. Nun. Hier bin ich. Du hast dein Sprüchlein aufgesagt, hast
deine kleine Herausforderung wiederholt. Du willst also gegen mich in den Ring
steigen… weil dir nichts anderes übrig bleibt? Ich höre diese Worte und denke
mir: Was hat dieser arme Mensch durchgemacht, um in all seiner Verzweiflung zu
solchen abgedroschenen Phrasen zu greifen? Warum hat er ihn verpasst, diesen
einen Moment, in dem ein Mann merken sollte, dass die Zeiten sich geändert
haben? Dass wir nicht von Zwängen und Schicksal und all diesem Bullshit reden
sollten, weil wir uns damit gottverdammt einmal der Lächerlichkeit preisgeben.
Schwach, Heritage. Schwach. Gott, was würde ich darum geben, wenn du mir
wenigstens den Tod deiner Schwester in die Schuhe schieben würdest und mir und
all den Zuschauern hier die Peinlichkeit deiner leeren Worte somit ersparen
würdest.“
Pfui, Adam. Ein gellendes Pfeifkonzert
quittiert Adams geschmacklose Entgleisung. Lachend wirft er den Kopf in den
Nacken und stachelt die Zuschauer noch weiter an.
Adam: „Come on! Come on! Wäre das eine
Story!“
Der Last Warrior spricht das sensible
Thema an und jeder in der Halle hat davon gehört. Runa Lillith Heritage, tot
aufgefunden mitten in Berlin, ermordet. Vom Täter fehlt jede Spur. Aber dass
der Tod den Weg in die Shows findet, wollte Valkos Heritage sicher vermeiden.
Doch der letzte Krieger ist skrupellos und weiß ganz genau, wo er die heiße
Nadel ansetzen muss, um die Psyche seines Gegners zu verletzen. Adams Miene ist
mittlerweile wieder ernst geworden.
Adam:
„Nur zu gut kenne ich diesen Gesichtsausdruck. Nichts wird dir deine Schwester
zurückbringen. Sie ist tot, du musst dich von diesem Gedanken lösen. Das ist
das echte Leben, keine bunte Wrestlingwelt mehr, in der Menschen auf einmal
wieder zurückkommen und alles dann wieder gut ist. Kein Kampf gegen mich, kein
Match um die Cryption Crown kann sie dir jemals wieder zurück bringen. Ja, es
steht dir zu, um sie zu trauern. Auch du bist nur ein Mensch, kein verfickter
Superheld. Ja, du darfst verzweifelt sein, darfst keinen Sinn mehr in deinem
Leben sehen. Trauer ist das stärkste aller Gefühle, viel stärker noch als Liebe
oder Hass. Aber diese Momente gehen vorbei, wenn du bereit bist, sie
loszulassen. Akzeptiere, dass sich dein Leben verändert und klammere dich nicht
an die guten alten Zeiten, denn das Leben hat für Männer wie dich und mich
keine bunten Überraschungen mehr bereit.“
Er schüttelt den Kopf.
Adam:
„Ich stehe hier VOR diesem Ring, weil ich eine Aussage getroffen habe. Ich
werde niemals, verstehst du: NIEMALS, in den Ring zurück kehren, um ein Match
gegen dich zu bestreiten. Ich habe mit diesem Leben abgeschlossen und genau das
solltest du auch machen. Ich sehe dich dort stehen, deine Hand krallt sich
immer fester um ein Mikrofon, so als müsstest du dich daran festhalten. Ich
höre dich den Namen dieses großartigen jungen Burschen Chris McFly jr. In den
Mund nehmen und vernehme gleichzeitig, dass du es nur auf die Cryption Crown
abgesehen hast, um diesen lächerlichen „Grand Slam“ zu erringen. Wie sehr kann
man die Leistung eines Mannes verachten, Valkos Heritage? Nein, hier geht es
nur um DICH, diesen verschissenen „Grand Slam“ und dein viel zu großes Ego.
Kein Wort der Anerkennung, keine müde Andeutung, dass du gegen diesen Jungen in
den Ring treten willst, weil du dich mit ihm in einem fairen Wettkampf messen
willst? Valkos Heritage, diese Worte werden dir niemals über die Lippen kommen,
weil du in Wirklichkeit Angst davor hast, dass ein junger Wrestler wie Chris
McFly jr. inzwischen besser ist als du und dich im Ring besiegen könnte.“
Er blickt zu Valkos auf, um dessen
Reaktion zu mustern. Diese gibt ihm Recht, also setzt er fort.
Adam:
„Bei einem anderen Mann ist es genau dasselbe. Ich spreche von CALEB YUMA. Du
nennst dich seinen Mentor, Valkos Heritage? Ich habe davon noch nicht viel
gesehen. Ja, er hat meine Tochter Patricia besiegt, dafür gebührt ihm unser
aller Respekt. Aber was macht ein Valkos Heritage? Ist er für seinen Schützling
da, so wie es ein Mentor sein sollte? Nein. Wir alle haben es bei der letzten
Vendetta gesehen, dass Caleb Yuma alleine dastand und niemand – ich wiederhole:
NIEMAND – hinter ihm stand, um seinen Rücken zu decken. Sag, Valkos Heritage,
wirst du auch tatenlos zusehen, wenn Yuma demnächst wieder Dummheiten wie bei
der Battle Royal begeht und seine Karriere vollends den Bach hinunter spült?“
Er holt zum entscheidenden Punkt aus.
Adam:
„Und genau deshalb werde ich nicht gegen dich in den Ring treten. Ich habe
keinen Grund dafür und ich muss dir nichts beweisen. Und auch du wirst
irgendwann loslassen müssen und aufhören, Valkos Heritage, der Wrestler, zu
sein. Bevor du den Punkt erreichst, in dem du nur noch ein alter verbitterter
Mann bist, den niemand mehr sehen möchte, der seinen geschundenen Körper aber
immer noch Woche für Woche in diesen Ring schleppt, weil er von diesem Business
nicht lassen kann wie ein Süchtiger von der Nadel. Auch du wirst dich
irgendwann selbst neu erfinden müssen. Wenn du nicht von diesem Geschäft lassen
kannst, dann kannst du wenigstens deine Erfahrung weiter geben an andere und
damit die Fackel weiter reichen an diejenigen, denen heute das Rampenlicht
gebührt. Dazu musst du aber einen Schritt zur Seite treten, denn der Schatten
eines Valkos Heritage ist zu groß, als dass die nächste Generation in ihm aufblühen
kann. Du wirst vielleicht nie erfahren, ob du mich jemals im Ring hättest
besiegen können, aber das Gefühl, rechtzeitig den Platz für jemand anderen
geräumt zu haben, wird so viel besser sein. Ich wünsche mir, Valkos Heritage,
dass auch du diesen Moment irgendwann einmal finden wirst und großartigen
Jungen Menschen wie Chris McFly jr., Caleb Yuma oder Patricia Selladore ihren
kleinen Spot im Rampenlicht gönnst.“
Er wirft das Mikrofon fort, denn es ist
alles gesagt. Für einen Moment ist es seltsam still in der Halle. Kein
Pfeifkonzert gellt mehr durch die Halle. Sollte Adam Reynolds am Ende
vielleicht Recht haben?
Mehrere Male wollte Valkos Heritage
Paroli bieten, wollte eine Antwort geben, doch die Worte sind ihm im Halse
stecken geblieben. Reynolds hat einen Nerv getroffen und der Freakanite muss
sich an den Seilen festklammern, damit ihm der Boden unter den Füßen nicht
entgleitet. Es ist die harte Realität. Runa ist weg und wird nicht
zurückkommen. Dann scheint es für eine Antwort bereits zu spät zu sein, denn
Reynolds läuft die Rampe rückwärts wieder hoch, emotionslos, das Leid des
Freakanites ist ihm vollkommen egal. Verluste gehören zum Leben dazu. Manche
werden dadurch stärker, andere zerbrechen daran. Und so, wie Valkos Heritage
dem letzten Krieger hinterher blickt, gehört er zur zweiten Gruppe.
Vincent
Craven: „Da haben wir wohl die Antwort für die bisher nicht erfolgte
Herausforderung an den Träger der Cryption Crown. Valkos ist einfach zu fertig.
Auch wenn er sicherlich Grand Slam Champion werden will, momentan ist er dazu
nicht bereit.“
Mike
Garland: „Zumindest sieht dies Adam Reynolds so. Der hat für sich
abgeschlossen, verteilt allerdings immer wieder ein paar Spitzen. Zum zweiten
Mal hier gegen Heritage und zuvor gegen Mad Dog.“
Vincent
Craven: „Sieht in der Tat so aus, als würde er es ein wenig auf Kampf anlegen.
Bei Valkos ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Schau ihn dir an, wie er den
Ring verlässt.“
Mike
Garland: „Selbstbewusst sieht anders aus. Aber gut… Adam hat es angesprochen.
Verständlich, dass er momentan anderes im Sinn hat, als hier im Ring einen auf
großen Meister zu machen.“
Vincent
Craven: „Naja, wenn der Ring das einzige ist, was ihm geblieben ist, nicht
ganz, oder!?“
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Azrael Rage: „Ein wenig frische Luft wird
Dein Gemüt abkühlen, Azrael.“
Schulterzucken.
Azrael Rage: „Wie auch immer.“
Quietschend öffnet sich die kleine Außentür zum Dach des PCWA Theaters. Er
bleibt direkt in der Tür stehen und schaut auf den Rücken eines Mannes, der
wenige Meter vor ihm – auf eine Absperrung gestützt – dem bunten Treiben auf
dem Phoenix Center von hier oben nachgeifert. Dort stehen zwei Gläser und eine
Flasche Chianti. Ein gequält nostalgisches Kopfschütteln, dann begibt er sich zur
Brüstung und beginnt zu sprechen, bemerkt kurz welches Unheil er mit einem
leichten Stoß anrichten könnte – natürlich entschließt er sich sofort dagegen.
Azrael Rage: „Ich erinnere mich an eine
Phobie gegen Höhen, Gab…“
Noch immer mag er den Namen nicht aussprechen und eigentlich fragt er sich,
ob er überhaupt hier sein will, mit seinem Gegenüber – Gabriel Lucifer –
sprechen möchte.
Azrael Rage: „Ist dem nicht mehr so?“
Die Frage wird gezielt ironisch gestellt. Rage erinnert sich, der Fall vom
Sinister Cage. Ein traumatisches Erlebnis für Lucifer. Der Adressat der Frage
dreht sich gespielt überrascht um und zuckt unschuldig mit den
Schulterblättern. Dann lächelt er als würde er sich über die unerwartete
Rückkehr eines alten Freundes freuen.
Gabriel Lucifer: „Azrael. Welch gnadenlos
schöner Zufall. Da genieße ich lediglich ein wenig in Ruhe die Aussicht unter
uns… ja… so bitter das ist, aber alte Menschen wie ich tun sowas gern, musst du
wissen… ach… lassen wir das Gejammer… toll… da treffe ich ausgerechnet dich
hier…“
Der eherne Mythos spricht dies wie immer so glaubwürdig daher, als könne es
nichts als die reine Wahrheit sein. Vermutlich glaubt er es sogar selbst.
Natürlich antwortet er auch nicht auf die gestellte Frage. Nichts Neues. Nicht
für Azrael. Der ehemalige Oberste Teufel kennt diesen Mann zu gut, vielleicht
besser als jeder andere. Zu lange hat er an seiner Seite verbracht als dass er
nicht wüsste wie Lucifer agiert. Zufälle existieren für ihn nicht. Gabriel weiß
genau, dass der Regenläufer vor wichtigen Kämpfen hier oben die finale
Konzentration sucht. Dementsprechend reagiert Rage und deutet mit dem Kopf auf
die Flasche Chianti und die zwei Gläser in der Ecke. Freudig lächelnd breitet
Gabriel die Arme aus und tänzelt dorthin hinüber.
Gabriel Lucifer: „Das trifft sich
wirklich gut! Lass uns doch direkt auf deine Rückkehr in die Top Riege der PCWA
anstoßen. Ich meine, dieses lächerliche Match gegen Blake nachher, das
entscheidest du doch mit links für dich. Und dann stehst du endlich wieder da,
wo du hingehörst – zumindest deiner Meinung nach und ganz unberechtigt ist das
nicht. Immerhin haben sie dir den Titel einst einfach aberkannt. Ganz
unschuldig war ich daran damals ja auch nicht.“
Mit einem fiesen Grinsen schenkt der Principal, der von Kerry & Gaelic
nach dem Eklat beim Imperial Impact zu einem ‚normalen‘ Wrestler degradiert
wurde, die zwei Gläser mit dem roten Gesöff ein und streckt Azrael eines der
Getränke entgegen.
Gabriel Lucifer: „Wie in alten Zeiten,
mein Freund! Fehlen eigentlich nur noch die Zigarren.“
Fast angewidert wendet sich Rage eiligst ab. Ein Blick gen Himmel. Kein
Regen heute. Eine Seltenheit im Leben von Azrael… zumindest in letzter Zeit.
Stattdessen geht er zur Brüstung, lehnt einen Fuß an sie und blickt einfach in
das Panorama Berlins… dies ist allerdings kein Hauch von Poesie oder
Situationsschönheit, sondern der tiefe Wunsch nicht hier dem Dach mit Gabriel
Lucifer zu stehen.
Azrael Rage: „Nichts ist mehr wie in
alten Zeiten.“
Ein verächtliches Schnaufen dringt aus Lucifers Mund. Er leert fix in einem
Zug eines der Gläser und schmeißt es nach hinten weg. Es zerschmettert an der
Wand. Mit dem anderen Glas wandert er zu Rage, der den Blick zu Gabriel meidet.
Gabriel Lucifer: „Azrael, ich mache mir
ernsthafte Sorgen um dich. Du wirkst so isoliert. Also, du warst im Grunde
schon immer isoliert, aber da war es noch deine freie Wahl. Jetzt sehe ich dich
aber ständig um Leute herumirren, die du früher gemieden hättest, weil dir ihr
Geruch der Schwäche unausstehlich gewesen wäre. Es ist kaum mit anzusehen, wie
du dich hier überall anbiederst. Und noch viel schlimmer ist, dass anscheinend
keiner mit dir spielen will. So schlecht waren die alten Zeiten da doch gar
nicht im Vergleich zu heute, oder?“
Der Mann im Regen wendet sein Haupt zum, aus dem eigentlich für ihn
bestimmten Glas, Chianti schlürfenden Lucifer.
Azrael Rage: „Alte Zeiten? Du meinst die
Tage in denen Du noch unser aller Rädelsführer warst? Du redest und redest, als
wäre alles erst gestern gewesen. Vor vielen Jahren führtest Du Valkos Heritage,
Mad Dog oder mich. Das ist wahr. Damals hingst Du noch nicht wie ein Diener,
der nach Aufmerksamkeit giert, an den Fersen Deines Meisters. Aber nun ist
Deine letzte Hoffnung die Nähe zur Macht? Blick Dich doch nur an!“
Verächtlich guckt zumindest Azrael Lucifer an, welcher dies genau verfolgt.
Azrael Rage: „Du verbringst Deine Tage
damit literweise Wein zu trinken, zu torkeln, zu schwadronieren. Die Dekadenz,
die Du der PCWA vor Jahren vorausgesagt und versucht zu verhindern hast, Du
lebst sie jetzt selbst als Schatten Deiner Selbst… Erbärmlich.“
In seinen Gedanken fügt Azrael hinzu, dass er auch sein Dasein für
erbärmlich hält und eigentlich heute Abend weder die Muße, noch die Kraft für
ein solches Gespräch hat. Niemand ist wichtig. Niemand außer Blake… Barker.
Was? Barker? Wieso kann er seine Gedanken nicht von ihm abbringen? Barker ist
heute nicht sein Gegner… Heute?
Der Blick des Schilds verfinstert sich. Er nimmt seinen Fuß vom Sims und
starrt sein Gegenüber bedrohlich an. Dieser gießt schnell einen Schluck Wein
nach und reicht ihn Azrael. Rage schlägt Lucifer das Glas aus der Hand. Es
segelt das Dach hinunter, klatscht nach einigen Sekunden auf den Boden und
zerschellt in hundert Scherben. Einige Personen, die auf dem Gelände herum
wuseln, starren nach oben und erblicken die beiden Gestalten. Schnell bildet
sich eine Menschentraube. Die Fotoapparate blitzen auf.
Azrael Rage: „Wie kommst Du darauf, dass
DU mir Belehrungen erteilen kannst?“
Dieser Frage kann Gabriel nicht ausweichen, denn er wird vom mächtigen
Koloss an die Wand gedrängt, ohne dass dieser ihn überhaupt berührt. Allein
dessen Präsenz genügt. Lucifer hebt beschwichtigend die Hände.
Gabriel Lucifer: „Oh, sehe ich da ein
bisschen was vom bösen alten Azrael?“
Reflexartig holt Rage mit der rechten Pranke aus und schlägt Gabriel diese
an die Wange. Die Wucht fegt ihn zu Boden. Die Flasche zerschellt und
hinterlässt einen roten Teppich. Lucifer lehnt an der Wand und beginnt laut zu
lachen. Azrael hingegen wendet sich kurz ab, blickt irritiert zur Seite.
Gabriel Lucifer: „Wusste ich es doch. Du
kannst es noch. Und genau davor fürchtest du dich so sehr, richtig?“
Richtig!
Gabriel Lucifer: „Es ist die Furcht vor
deinem früheren Ich.“
Auch richtig!
Gabriel Lucifer: „Kämpfst du deshalb nur
mit halber Kraft?“
Schallendes Lachen – gespielt, aber gut gespielt. Er ist ertappt! Doch es
gilt dies zu verbergen.
Azrael Rage: „Kehre endlich ab von der
absurden Idee Du könntest allwissend sein! Die goldene, alte Zeit ist längst
abgebrannt… oder sollte ich in Deinem Fall
lieber sagen geschlachtet? Ga… Principle, Du bist ein Relikt. Ein alter
Mann in einer neuen Welt. Wir sind gezwungen uns zu ändern, oder aber auszusterben.
Diese gespielte Theatralik, Deine Zufallsbegegnungen, es wird langweilig, denn
Du hast es so oft schon getan. Du hast den richtigen Zeitpunkt zum Gehen
schlichtweg verpasst!“
Gabriel Lucifer: „Aber ich bin gegangen…“
Laut schreit der Regenläufer seinen ehemaligen Partner an.
Azrael Rage: „…UND KAMST WIEDER… immer
und immer wieder…“
Schwunghaft springt Lucifer auf und schubst Rage nach hinten. Gabriel senkt
sein Haupt, lächelt verlegen.
Gabriel Lucifer: „…Weil die PCWA mich
braucht!“
Voller Elan schießen die Worte Rage entgegen. Der fuselgetränkte Atem lässt
seine Nase rümpfen. Langsam hebt er seinen Blick und fokussiert dann den
schnell aufgebracht vor ihm stehenden Lucifer.
Azrael Rage: „Tut sie nicht!“
Gabriel Lucifer: „Doch! Ich muss sie
schützen!“
Ein entschlossenes Kopfschütteln ist die Reaktion.
Azrael Rage: „Nein, ich bin das Schild
der PCWA!“
Mit dem Zeigefinger klopft Gabriel dem ehemaligen Undisputed Gerasy
Champion auf die Brust und erntet dafür einen bitterbösen Blick des
Schildes.
Gabriel Lucifer: „Das Schild? Du? Der
einstige Virus der PCWA schützt sie vor neuen Infektionen? Ein Märchen! Doch du
glaubst tatsächlich dran, für dich ist es wahr. Deine Angst ist also nicht nur
die Angst vor dir selbst, sondern es ist die Angst vor Ihm?“
Woher weiß Gabriel das nur immer? Azrael war wohl schon immer ein
schlechter Lügner, wenn es um seinen einstigen Mentor ging.
Gabriel Lucifer: „Ja, ich spüre deine
Angst, Azrael. Deine Angst vor Robert. Deine Angst dich einem Gegner stellen zu
müssen, dem nicht der Sieg gegen seinen Gegner alles bedeutet, sondern für den
nur die ultimative Vernichtung des Menschen hinter der Wrestlerfassade zählt.
Es ist die Angst, welche du früher bei deinen Gegnern so sehr genossen hast. Es
ist die Angst, die nun selbst in dir aufsteigt, eine Angst, die du nun aus
einer völlig anderen Perspektive erlebst – als Opfer, nicht als Täter!“
… eine Angst nicht mehr die Aufgabe erfüllen zu können. Das wären die
einzigen Worte, die noch gefehlt hätten, damit sie wirklich alles genau auf dem
Punkt getroffen hätten.
Azrael Rage: „Was weißt Du schon?“
Gabriel Lucifer: „In deiner derzeitigen
Verfassung bist du dir schlichtweg nicht sicher, ob du bereit für den
Schlächter bist. Robert ist als der große Antagonist stets der finale Kampf
eines jeden hier, er steht nicht am Anfang oder in der Mitte einer Karriere,
sondern stets an deren Ende! Nach ihm kommt nichts mehr. Das weißt du, denn
jedem, der früher gegen dich antrat, erging es genauso.
Indirekt wolltest du die Battle Royal
doch gar nicht gewinnen und Blake opfern wie ein Schaf stellvertretend für die
Kreuzigung von Jesus Christus.“
Das Haupt senkt sich. Ein Gefühl von Regen, bitterer Wahrheit, die ihm hier
entgegen geschmettert wird. Es ist furchtbar, dass Gabriel ihn immer noch wie
ein offenes Buch lesen kann, anhand seiner Bewegungen und Worte.
Azrael Rage: „Ja, Blake Milton ist ein
fähiger, junger Mann. Ich respektiere seinen Willen und seine Art… auch wenn
ich seinen Umgang nicht schätze.“
Ein abwertender Blick zu Lucifer.
Azrael Rage: „Aber er ist zu jung, zu
unerfahren für einen Gegner, wie Robert… Barker.“
Dieser Name! Je näher er dem Gerasy Champion kommt, desto mehr läuft Azrael
ein Schauer über den Rücken. Es ist wahr. Er fürchtet sich selbst, hasst sich
selbst, aber er fürchtet die Niederlage gegen Robert Barker deutlich mehr… denn
sie könnte endgültig sein.
Azrael Rage: „Blake Milton ist nicht
bereit.“
Aber ist Azrael es denn? Er würde verneinen und fast hätte er tatsächlich
in einem Anflug von Schwäche Milton die Battle Royal gewinnen lassen. Erst in
letzter Sekunde konnte er sich doch dazu durchringen nicht fallen zu wollen und
das war zu spät und so entstand der heutige Kampf. Wieder einmal ist Azrael
Rage schuld am Unglück eines anderen. Regen…
Azrael Rage: „Ich muss Blake Milton
besiegen. Ich werde Blake Milton besiegen.“
… sagt er und wünscht sich im selben Augenblick die Worte niemals
ausgesprochen zu haben. Mit einer Sache hat Gabriel Lucifer so unendlich recht.
Früher, in der goldenen, alten Zeit, war alles einfacher.
Gabriel Lucifer: „Ich bin davon
überzeugt, Blake kann nicht gewinnen! Es wäre einfach auch zu schade um ihn.
Irgendwann traue ich ihm zu ein wirklich lohnendes Opfer für den Schlächter zu
sein, doch er ist noch ein kleines Lämmchen. Bevor wir ihn schlachten, müssen wir
ihn gut füttern, damit er dick und rund wird, denn auch wenn das Fleisch des
Lammes so wunderbar zart ist und der Stacheldraht sich genüsslich hineinbohren
würde, so ist an einem ausgewachsenen Schaf einfach mehr dran…“
Ein heiseres Lachen dringt aus der Kehle des Principals als er zur
Unterstützung der Aussage auf Rage zeigt. Ein aufmerksamer Blick von Rage.
Irgendetwas ist ihm gerade eben aufgefallen.
Gabriel Lucifer: „…Also Azrael, Blake
wird doch heute nicht gewinnen, oder?“
Die schwarzen Pupillen Gabriels fokussieren die Augen des Regenläufers
geradezu fordernd.
Ein Silberstreif am Horizont… Nicht nur Azrael Rage fürchtet sich. Auch
Gabriel hat eine Angst. Daher also des Pudels Kern. Es geht hier nicht um ein
lohnenswertes Opfer für den Schlächter. Es ist Angst um eines der potentiellen
Opfer…
Azrael Rage: „Welch merkwürdiges Leuchten
in Deinen Augen, alter Feind. Jedes Mal wenn Du den Namen des jungen Milton
aussprichst, glühen Deine Pupillen… Es geht hierbei weder um die alten Zeiten,
noch um Robert…“
Ein Schütteln durch den Körper. Dieser Name… dennoch zeichnet sich jetzt
kurz ein minimales Lächeln auf dem Gesicht Azraels.
Azrael Rage: „Nie zuvor konnte ich ein
solches Leuchten in Dir entdecken, oder gar entfachen.“
Gabriel Lucifer: „…Eifersüchtig?“
Azrael Rage: „…Wie ich schon sagte, es
ist nicht wie in alten Zeiten!“
Gabriel Lucifer: „…Alte Zeiten, ja. In
welcher Zeit lebst du, Azrael? Befindest du dich in der Mitte oder am Ende
deiner Karriere? Bist du bereit für dein großes Finale?“
Ohne eine Antwort wendet Azrael sich ab und begibt sich mit schweren
Schritten in die Richtung aus der er vorhin gekommen ist. Gabriel schaut ihm
undefinierbar hinterher und springt dann auf die Dachabsperrung, winkt den
unten zahlreich versammelten Schaulustigen zu.
Gabriel Lucifer: „Übrigens habe ich keine
Höhenangst mehr. Schau, jeder kann seine Angst überwinden, egal wie groß sie
ist…“
Er balanciert auf der Brüstung und hüpft sogar, wackelt kurz, fängt sich
aber, findet das Gleichgewicht und setzt sich lachend hin. Das Schild hat
währenddessen die kleine Tür geöffnet. Erneut quietscht sie laut. Rage dreht,
wendet seinen Fokus zur legendären Tränenmaske.
Azrael Rage: „Dann werden neue, größere
Ängste entstehen, denen man sich stellen muss, immer und immer wieder. C’est la
vie, Gabriel.“
Er hat es ausgesprochen… und zumindest einer Angst damit ins Auge geblickt…
aber es war bei weitem nicht die Größte. Dennoch ein kurzes, wenn auch nur
vorgetäuschtes Lächeln.
Azrael Rage: „Es sind nämlich genau diese
Ängste, die Dich antreiben. Du weißt das besser als jeder andere. Wenn Barker
Deine neue größte Angst entdeckt, bevor ich ihn entthronen konnte, nun, dann
werden wir sehen, ob Du bereit bist für Dein Finale! Drück mir also die
Daumen!“
Sprach das Schild und entflieht durch die Tür zurück in den Innenraum des
Theaters. Zurück bleibt ein nachdenklich dreinblickender Gabriel Lucifer, der
sich leicht nervös durch die fettigen Haare streicht, ehe er wütend den noch
nicht vollständig zersplitterten Flaschenhals gegen die Balustrade kickt.
Gabriel muss seinen Plan wohl ändern… vielleicht sollte Robert davon
erfahren, welches Monster nun durch den Kopf des einstigen Teufel spukt…
Vincent Craven: „Also ich fasse das mal
zusammen: Rage fürchtet sich vor sich selbst, dass er wieder der Teufel werden
könnte…“
Mike Garland: „Aber er fürchtet sich noch
mehr vor Robert Barker.“
Vincent Craven: „Das wollte ich gerade
sagen, bevor du mich unterbrochen hattest. Aber auch eine Furcht von Lucifer
wurde aufgedeckt.“
Mike Garland: „Bist du da sicher?“
Vincent Craven: „Rage scheint sich sicher
zu sein, und eigentlich irrt er sich nicht, wenn es um unseren ehemaligen
Principle geht.“
Mike Garland: „Aber was bedeutet das für
den Undisputed Gerasy?“
Vincent Craven: „Bisher bedeutet das
nichts anderes, als es vorher auch bedeutet hat. Blake Milton oder Azrael Rage
werden gegen den größten Antagonisten, den die PCWA jemals hatte, antreten.“
Mike Garland: „Aber um auf Rage
zurückzukommen. Wirkt er für dich bereit?“
Vincent Craven: „Um ehrlich zu sein, tut
er das nicht im geringsten. Im Gegenteil. Je näher er dem Gerasy und seinem
Träger, dem Schlächter, kommt, desto mehr wirkt er verunsichert. So, als ob nur
noch ein kleiner Schubs fehlt, bis die Angst aus ihm herausbricht und er sich
selbst aufgibt.“
Mike Garland: „Ich muss gestehen, dass ich
auch diesen Eindruck habe. Aber sollte Milton gewinnen heute Abend, wie wird
dann Lucifer reagieren?“
Vincent Craven: „Ich weiß es ehrlich
gesagt nicht. Weder Milton, noch Lucifer, noch Rage sind aktuell zu
durchschauen. Die einzigen Dinge, die wir wissen ist, dass es heute Abend einen
Number One Contender geben wird und dass die Bedrohung schon lauert. Denn eines
ist ohne Zweifel zu sagen: Robert Barker bleibt egal gegen welchen Gegner gewappnet
und in Lauerstellung!“
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Die Szenerie
beginnt mit wackligen Bildern der Elroy Statur auf dem PCWA Gelände. Um genau
zu sein mit wackligen Bildern dessen Gesichts. Es sieht aus wie das Werk eines
schlechten Urlaubsvideos und wird begleitet von einer Stimme aus dem
Hintergrund.
„Er sollte eigentlich mein Freund sein“
Dann wird das
Bild wackliger und schnell wird klar, warum! Der Kamerahalter befestigt die
Kamera auf einem Stativ und die Stimme aus dem Hintergrund bewegt sich in den
Vordergrund.
Es ist RM der
sich nun zwischen die Statur und die Kamera stellt.
RM: „Ihr dachtet ich würde mich umbringen,
oder? Nee, irgendwer hat das schon vor 2 Monaten getan also ist das Gimmick
schon besetzt! Auch wenn keiner meiner sogenannten Freunde auch nur irgendwas
dafür getan hätte, um es zu verhindern.“
Nun deutet RM
auf den Großen Elroy. Er schaut in die Kamera und dann auf Elroy und wieder
zurück in die Kamera. Dieses Spiel wiederholt sich 3-4 mal und dann verbleibt
er in die Kamera guckend.
RM: „Er hat gesagt wir sind Freunde! Er hat
gesagt ich kann immer auf ihn bauen! Und jetzt?“
Der Kuchen
grinst. Aber es ist ein Grinsen der Verzweiflung. Das Grinsen eines gebrochenen
Mannes.
RM: „Er hat mich liegen lassen, wie alle meine
sogenannten Freunde in diesem Geschäft? Baron Von Sieg, James D. Parker,
Mystique Angel, Kevin Smash, Mad Dog und...“
Der Hallenser
tritt nun an die Statur heran und schreit sie an.
RM: „Du, Elroy Omar Schmidtke!“
Ein Spucken
gegen die Statur scheint wohl alles andere als eine Respektbekundung und
vielleicht auch nicht der beste Weg um die Freundschaft zu erhalten.
RM: „So lang ich dir vom Nutzen war, war ich
dein Freund und als ich dich brauchte, wo warst du? Bist du ans Telefon
gegangen? Hat Kevin Smash meine E-Mails beantwortet oder hat Mad Dog vielleicht
den Schlüssel zu seinem Briefkasten verloren? Huh?!“
Sagt es und
hält sich den Mund zu.
RM: „Oh Verzeihung dieses Wort ist jetzt
Urheberrechtlich geschützt. Weil Mad Dog nun ein Star ist.“
Der Kuchen
schüttelt mit dem Kopf. Und schreit in die Kamera.
RM: „Ein Star den ich gemacht hab! Wer würde
dich ohne mich kennen? Team RMD ohne RM ist nur D. Und was ist schon ein D. Ein
Fetter Tanzlehrer aus dem Osten!“
Dann dreht er
sich wieder zur Statur.
RM: „Und er kriegt eine Statur“
Wieder
schüttelt er mit dem Kopf...
RM: „Wo ist meine Statur? Warum kriegt er
alles und ich verliere alles?“
Der Kuchen
sackt in die Knie. Ein gebrochener Mann.
RM: „Ich hab alles verloren wegen diesem
Business. Mein Geld, meine Freunde, meine Familie und meine Würde und trotzdem
komm ich nicht los davon.“
Eine Träne
rinnt ihn über das Gesicht.
RM: „Es ist wie Heroin. Es zerfrisst deine
Seele und zerstört deinen Körper und wenn du einmal damit angefangen hast.
Kommst du nicht mehr davon los.“
Er schaut auf
den Boden die Fettigen Haare schlagen vor das Gesicht.
RM: „Ich habe so oft versucht davon los
zukommen. So viele haben es versucht. Wir sind alle Gescheitert. Gescheitert
beim Versuch Clean zu werden. Es gibt keine Methadon für dieses Heroin“
Der Kuchen
steht wieder auf.
RM: „Fuck!“
RM rauft sich
die Fettigen Harre.
RM: „Lass mich in Frieden! Lass mich endlich
los!!!“
Die Hände
bedecken das Gesicht.
RM: „Ich...Ich kann das nicht mehr...“
Er schmeißt die
Kamera um und damit endet das Video.
Mike Garland: „Und ein weiterer alternder
Star. Er kann sich eigentlich gleich mal bei Valkos blicken lassen, vielleicht
können sie ein wenig zusammen ihre Sucht betrauern…“
Vincent Craven: „Nun sei nicht so… anscheinend
hat sich um RM ja wirklich niemand gekümmert. Und eben tat er dir ja auch noch
leid.“
Mike Garland: „Ja, aber diese Entschuldigungen
lass ich nicht gelten. Schließlich waren es alles Zweckverbindungen, die er da
aufzählt… jetzt zu sagen, es ging um den Vorteil des anderen, ist
Augenwischerei.“
Vincent Craven: „Ich weiß nicht, ob es alles
Zweckbeziehungen waren. Ich denke RM meinte es durchaus ernst mit seinen
Freundschaften.“
Mike Garland: „Na, selbst wenn… dann haben ihm
Elroy oder auch MD doch mehrmals deutlich gemacht, dass sie dies nicht so
sehen.“
Vincent Craven: „RM ist halt ein Idealist. Mir
tut er jedenfalls leid. Ich hoffe er zieht nun aber nicht die falschen Schlüsse
aus seiner Trauer.“
Mike Garland: „Vielleicht können ihn seine
Fans ja aufbauen.“
Vincent Craven: „Einen gewissen Kultstatus hat
er. Aber ich glaube nicht, dass er auf so viel Fanzuspruch hoffen kann.“
Mike Garland: „Na, aber ein Fan bestimmt – er
hat ‚huh‘ gesagt!“
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Der
Keller des PCWA Theatres ist nicht unbedingt die Bühne für große Auftritte.
Stattdessen spielen sich hier, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, oftmals
Szenen ab, an denen die eher zwielichtigen Gestalten beteiligt sind. Leute,
denen nicht allzu viel an großer Aufmerksamkeit gelegen ist.
Vermutlich
hat Kerry & Gaelic hier auch deswegen kürzlich einige versteckte Kameras
angebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, die Zahl der häufigen Off-Camera-Szenen
zu senken, allerdings auch mit dem angenehmen Nebeneffekt, in Zukunft viel
besser über das Geschehen informiert zu sein.
Vermutlich
wären Kerry & Gaelic ohne die Kameras auch die folgenden Szenen entgangen.
+ Zoom
In +
Der
dunkle Kunststoff seiner Maske lässt Mad Dog in dieser Umgebung nahezu
unheimlich und bedrohlich erscheinen. Wie ein Schatten schält er sich aus der
Dunkelheit, als die Kamera ihn eingefangen hat. Leise hören wir seine Stimme,
können aber nicht genau verstehen, worüber er spricht. Eine weitere Person
scheint bei ihm zu sein, die wir aber nur als dunkle Silhouette erkennen
können.
+ Cut +
„Wo bringst du mich hin?“
Patricias
Stimme klingt fragend, aber auch neugierig. Robert Barkers Antwort dagegen ist
klar und kalt. Die Antwort des Schlächters.
Schlächter: „Das wirst du schon sehen.“
Wir
erkennen die beiden eine Treppe hinunter huschen. Robert Barker scheint es
eilig zu haben, denn er geht mit großen Schritten und lässt jede zweite Stufe
aus, während er Patricia an der Hand hinter sich her zieht. Das „Living Dead
Girl“ kichert mit deutlich dreckigem Unterton.
Patricia: „Willst du etwa hier im Keller
über mich herfallen, wo niemand meine Schreie hört? Scheiße, das macht mich
total…“
Weiter
kommt sie nicht, denn Barker unterbricht sie recht rüde, während er eine
Brandschutztür öffnet und die beiden über einen Flur gehen.
‚Schlächter‘: „Nein. Ich bewahre hier
einige… Dinge auf. Kleinigkeiten für unseren heutigen Auftritt.“
Patricia
blickt ihn fragend an.
Patricia: „Warum bewahrst du etwas im Keller
auf? Hast du keine Kabine, um deinen Krempel zu verstauen?“
‚Schlächter‘: „Der Keller ist sicher, meine
Kabine nicht. Ich hätte die Schlüssel direkt nach dem PPV kriegen sollen,
stattdessen habe ich sie erst vor gut einer Woche erhalten. Im besten Fall will
mich nur jemand nerven, im schlimmsten Fall hat jemand mittlerweile einen
Zweitschlüssel und kann jederzeit ein- und ausgehen. Dieses Risiko gehe ich
heute nicht ein.“
Die
beiden erreichen einen abseits gelegenen Heizraum. Patricia stutzt. War dies
nicht der Raum, in dem sie kürzlich ihren Vater dabei überraschte, wie er…
Nein,
es musste sich dabei um einen Zufall handeln. Oder etwa doch nicht? Patricia
verwirft diesen Gedanken so schnell wie möglich wieder.
Robert
Barker blickt sie an. Sein Blick ist eiskalt.
‚Schlächter‘: „Wir halten uns an einen
straffen Zeitplan. Du tust was ich sage. Egal was ich sage. Keine Widerworte,
keine Fehler!“
Patricia
verdreht die Augen und stöhnt leicht.
Patricia: „Erzähle es mir. Jedes Detail. Ich
kann es kaum erwarten und möchte alles wissen. Erzähle mir, wie wir ihn…“
Sie
öffnet die Augen wieder. In ihrem Blick erkennen wir deutlich Gier und
Verlangen.
Patricia: „… erzähle mir, wie wir ihn
SCHLACHTEN werden.“
‚Schlächter‘: „Zuerst müssen wir vermutlich
ein paar Unschuldige ausschalten.“
Die
lapidare Art wie er den unheilschwangeren Satz dahinsagt und wie er
‚Unschuldige‘ betont lässt sie ungewollt aufstöhnen.
‚Schlächter‘: „Ist das ein Problem für dich?
Leute für Dinge zu richten, die jemand anders getan hat? Hast du ein Problem
damit unschuldiges Blut zu vergießen?“
Bestimmtes
Kopfschütteln. Patricia fährt sich mit der Zungenspitze über die Lippen.
‚Schlächter‘: „Ausgezeichnet. Denn wir
werden heute Abend ein Kunstwerk kreieren. Blut ist unsere Farbe, Stacheldraht
der Pinsel und Schmerz unsere Muse. Wir werden ihn verändern… wir werden
zerschneiden, zerreißen und zertrümmern, bis er regungslos vor uns liegt,
unfähig dazu um Gnade zu winseln… und DANN beginnt es erst richtig… gemeinsam
werden wir ein Zeichen setzen und die Welt wird vor uns zittern!“
Gemeinsam.
Patricia
schmiegt sich an ihn. Deutlich spürt der Schlächter, wie ihre Hände unter seine
Kleidung gleiten und ihre Fingernägel blutige Spuren auf seiner Haut
hinterlassen. Nur mit Mühe kann er sich einige lustvolle Laute verkneifen.
Patricia: „Hrr… die Sache bei Noah war heiß,
aber das hier macht mich wirklich an…“
Sie
packt Barkers Kinn und zieht seinen Kopf ruckartig zu sich heran. Ihre Zunge
sucht seinen Mund und Sekunden später beginnt die Angelegenheit, nicht mehr
jugendfrei zu werden. Der Schlächter genießt die aufsteigende Erregung genau
wie den ihn plötzlich durchzuckenden Schmerz und das Blut, welches sich in
seinem Rachen sammelt.
+ Cut +
Wieder
erkennen wir Mad Dog. Die Erwähnung des Kellers vor dem Opener hatte ihn nicht
in Ruhe gelassen. Die Neugier obsiegte. Der Night Fighter scheint sich immer
noch angeregt mit jemandem zu unterhalten. Diesmal verstehen wir einige
Wortzfetzen.
„… neue Konstellationen… neue Bündnisse…
neue Optionen…“
„… Misstrauen darüber nachdenken… geheim
halten…“
Mad Dog
und der andere Mann scheinen sich einig zu sein. Hände werden geschüttelt, dann
verlässt die zweite Gestalt die Szenerie. Der verrückte Hund bleibt alleine
zurück. Auch wenn er eine Maske trägt, so erkennen wir doch, dass er
nachdenklich ist.
In
diesem Moment wird die Tür geöffnet.
+ Cut +
„Mad Dog.“
Die
Stimme des Schlächters klingt wenig überrascht, als er dem Night Fighter
unvermittelt gegenüber steht.
Mad Dog: „Barker…“
Der
Mann ohne Grenzen fährt sich mit der rechten Hand durch die Haare, um das
Gesicht frei zu machen.
‚Schlächter‘: „Diesen Namen habe ich
abgelegt, Mad Dog, also nenn mich Schlächter, so wie alle anderen auch… ich
habe mir diesen Namen verdient.“
Im
allgemeinen Hintergrundlärm des Kellers kann man ein kurzes, schabendes
Geräusch vernehmen, auch wenn versucht wurde so leise wie möglich zu sein.
MD
schüttelt mit dem Kopf. War es nicht das, was er eben im Gespräch mit Smith
angesprochen hatte?
Mad Dog: „Verdient? So wie du den da
„verdient“ hast?“
MD
funkelt Barker und seinen Gerasy an. Fährt mit der Hand nach vorne, um
wenigstens einen Funken seines Traumes zu stillen, um wenigstens eine Sekunde
das Gold zu spüren… um wenigstens…
Mad Dog: „Du hast dir gar nichts verdient,
Robert. Du hast auch nichts bewiesen. Genau, wie deine Schlachtungen nichts
bewiesen haben – wir wussten, dass du über Leichen gehst. Bring mal was Neues!“
Mad Dog
war nicht wie Barker, denn MD hätte nach solch einem Titelgewinn nicht den
Heiland für Arme spielen können. Langeweile über die immer gleichen
Anschuldigungen lassen den Schlächter mit den Augen rollen. An einer Stelle
bleiben sie etwas länger stehen.
‚Schlächter‘: „Ich habe getan, was du nicht
konntest, also spar dir deinen Spott, Hündchen.“
Der
Nightfighter knurrt ihn aggressiv an.
Mad Dog: „Richtig!“
Der
Night Fighter konnte es nicht, weil er es selbst bereits gemacht hatte. Als er
cWc World Champion wurde, machte ein vorangegangener Eingriff jedes
Erfolgsgefühl zunichte. Es war nicht die Erfüllung des Traumes, sondern ein
weiterer… Aufschub. Es war ein Scheitern, so wie eine Niederlage ein Scheitern
gewesen wäre. Und so fristet MD sein Dasein mit dem Verlangen endlich das Ziel
zu erreichen… das so lang ersehnte.
Mad Dog: „Mit dem Gerasy rumlaufen und so
tun, als hättest du ihn verdient, obwohl nur deine Schergen dafür sorgten. Den
König spielen, obwohl die Krone gestohlen wurde? Eine neue Regierung ausrufen,
obwohl die Wahl nicht gewonnen wurde? Nein, Robert, nein, das kann ich nicht!“
Kurz
neigt sich das Haupt des verrückten Hundes. Sein Blick geht ins Innere der
Maske. Vielleicht könnte sie es? Mit Sicherheit könnte sie es… aber sie ist
nicht dazu da, um den grässlich hässlichen Weg bis ans Ende zu gehen. Nein, das
muss er alleine machen.
Missmutig
betrachtet MD im Moment der Stille Barker.
Mad Dog: „Was willst du hier, Robert?
Versteckst du dich?“
‚Schlächter‘: „Ich verstecke mich nie. Ich
bin die Angst und ich bin allgegenwärtig. Ich bräuchte am heutigen Abend nicht
einmal hier auftauchen und doch wäre ich das Thema in jedem zweiten Einspieler
und jeder Promo. Ich bin überall und solltest du jemals denken, dass ich mich
verstecke, dann geh lieber schnell in Deckung, denn im nächsten Moment werde
ich hinter dir stehen und dir das Genick brechen!“
In
seinen Worten liegt ein ehrlicher, leidenschaftsloser Hass.
Mad Dog: „Du wirst mir von hinten das Genick
brechen? Ja, das passt zu dir und deinem Methoden, Robert. Feige, unfair,
illegal. Nur so kannst du agieren und nur so kannst du gewinnen… hättest du
nicht deine ANGST gehabt, wärst du heute nicht Champion! Du verdienst diesen
Titel nicht!“
Der
Champion schüttelt den Kopf, aber es scheint nicht an die Worte des
Nightfighters gerichtet zu sein.
‚Schlächter‘: „Du bist genauso naiv wie der
Rest der Versager, die nicht den Mumm haben den Abzug zu drücken.“
Eine
geschmacklose Anspielung. Alles nur um Mad Dog wütend zu machen. Um ihn
abzulenken.
‚Schlächter‘: „Ich habe mich für diese Art
des Titelgewinns entschieden, weil mein Sieg längst entschieden, weil er
überfällig war. Der Undisputed Gerasy Titelgürtel gehört um meine Hüften, denn
ich habe ihn gewonnen! Nicht, weil ich die ANGST erschaffen habe, sondern weil
ich der gottverdammt beste Bastard in der PCWA bin!“
Nein,
dieses Mal lässt er sich nicht provozieren. Barker wusste immer noch nicht, wen
er da vor sich stehen hatte. Er wird sich noch wundern, denkt MD, sehr wundern.
Grinsend
leckt der Hund mit seiner Zunge über die Lippen.
Mad Dog: „Mal sehen wie lange du noch Gerasy
bleiben wirst…“
‚Schlächter‘: „Was soll das heißen? Meinst
du Rage und Milton? Rage ist ein Schatten seiner selbst, das werdet ihr noch
früh genug sehen, dafür sorge ich schon. Und Milton? Ich…“
Der
Hund unterbricht ihn rüde.
Mad Dog: „Nein. Ich rede nicht von den
beiden. Ich rede vom Quest For The Best Turnier… ich rede von einem Match
seiner Wahl für den Sieger… ich rede von einem Titelmatch beim Brawlin Rumble…
meinem Titelmatch!“
Ein
zähnefletschendes Grinsen zeichnet sich in unter seiner Maske ab. Er hatte
seinen Zenit noch nicht erreicht und noch nicht überschritten. Er war kein
alter Mann wie Reynolds und er hing auch nicht am letzten Faden wie Smith dies
tat. Nein, er hatte noch ein wenig Zeit… Zeit, sein Ziel zu erreichen. Und das
Ziel, dies stand direkt vor ihm.
Mad Dog: „Deswegen hoffe ich, dass du beim
CORE wieder irgendeine deiner Aktionen geplant hast und das Match mit dem Titel
verlässt, denn nachdem ich die Quest gewonnen habe, werde ich mir holen, was
mir gehört!“
‚Schlächter‘: „Dafür musst du es erst einmal
bis zum Rumble schaffen, Mad Dog, denn ich beginne schon jetzt genug von dir zu
haben. Ich denke es ist Zeit, dir Benehmen beizubringen…“
Der
Schlag trifft Mad Dog unvermittelt. Ein heftiger Hieb, geführt mit vollem
Schwung, der seinen Hinterkopf trifft. Für einen Moment ist da nur die
Überraschung über diese unerwartete Attacke, die Mad Dog durch den Kopf geht.
Dann aber obsiegt der Schmerz und er sackt in sich zusammen. Im Fallen erkennt
er, dass Patricia Selladore hinter ihm steht. In ihren Händen hält sie ein
abmontiertes Heizungsrohr.
Patricia: „Ouch. Das tat vermutlich weh.“
Fast
mitleidig blickt sie auf den verrückten Hund hinab.
Patricia: „Weißt du, eigentlich fand ich
dich immer ganz putzig. Aber ich habe dir gesagt, dass ich das Turnier
erreiche… und da du den unglaublichen Fehler begangen hast, unser Match zu
gewinnen, muss ich dich eben ausschalten. Uh. Das ist ein Problem. Zumindest
für dich.“
Sie
verpasst ihm einen heftigen Tritt mit ihren schweren Doc Martens in die Seite.
Unschuldig blickt sie zu Robert Barker hoch.
Patricia: „Darf ich? Ich war auch ein ganz
braves Mädchen.“
Ein
eiskaltes Lächeln umspielt Robert Barkers Miene.
‚Schlächter‘: „Tob dich aus, wenn es dich
heiß macht. Du hast fünf Minuten. Dann haben wir zu tun. Es gibt danach noch
größeres vorzubereiten, er ist wie üblich nur zweite Wahl…“
Es ist
ein hässliches Lachen, das Patricias Kehle entrinnt. Sie zieht etwas aus der
Tasche. Ein Springmesser. Ein leises Klicken, als sie die Klinge herausfährt.
Das ratschende Geräusch, als sie Mad Dogs Kleidung zerschneidet ist weitaus
weniger schrecklich als seine gurgelnden Schreie, als das Messer Haut- und
Muskelfasern zertrennt. Schreie, die in Mark und Knochen gehen. Schreie, unter
die sich Worte mischen. Worte, die kaum zu verstehen sind. Kaum zu hören. Ein
letztes Bellen. Ein letztes Knurren. Ein letztes Beißen.
Mad Dog: „…kein… Beweis…“
Ruhig
blickt Robert Barker sich die schreckliche Szene an. Er spürt, wie die Erregung
in ihm wächst und zündet sich eine Zigarette an.
Als
Adam Reynolds aus dem Schatten neben ihn tritt, wendet er nicht einmal den
Blick.
‚Schlächter‘: „Er wird denken, du hättest ihn in eine Falle
gelockt.“
Der
ehemalige ‚Last Warrior‘ seufzt leise.
Adam: „Vor Spekulationen ist man im Leben
nie sicher. Ich werde ihn nicht daran hindern können, seine eigenen Schlüsse zu
ziehen. Armer Mad Dog.“
Stirnrunzelnd
betrachtet er Patricia und ihr wehrloses Opfer. Dabei steckt er sich eine
Zigarette an.
Der
Mann ohne Grenzen beobachtet das grausige Schauspiel weiter. Sieht ein wildes
Tier, das sich seinen Instinkten hingibt und kann es genießen. In diesem Moment
weiß er nicht, wer von ihnen beiden kranker im Kopf ist. Was er allerdings
genau weiß, ist, dass sie heute Nacht eine Narbe teilen würden.
‚Schlächter‘: „Patricia… Was zum Teufel
stimmt nicht mit ihr?“
Adam
blickt ihn lange und nachdenklich an.
Adam: „Es ist das, was die Welt mit uns
allen macht. Wir sollten die Augen nicht davor verschließen. Ich weiß das, du
weißt das.“
Schweigend
betrachten die beiden Patricias Tun weiter. Nach einigen Minuten, die uns
jedoch wie Ewigkeiten vorkommen, beendet ein gebelltes „Stop“ das schreckliche
Schauspiel.
Patricia
tritt auf den Schlächter zu. Ihr Shirt und auch das Gesicht sind
blutverschmiert. Haare und Hautfetzen – weder ihre Haare, noch ihre Haut –
kleben ihr in blutigen Klumpen an der Kleidung. Sie atmet schwer.
‚Schlächter‘: „Lebt er noch?“
Patricia
grinst.
Patricia: „Sonst würde es keinen Spaß
machen.“
‚Schlächter‘: „Gut. Das war der erste Akt.
Crescendo.“
Ihr
Vater hat sich derweil abgewandt und steht nun einige Schritte von den beiden
entfernt.
Adam (leise zu sich selbst): „Das Energico
kommt erst noch…“
Mike Garland: „Verdammt… diese verdammte
ANGST!“
Vincent Craven: „Patricia schneidet MD die
Haut weg… ist das ekelhaft!“
Mike Garland: „Da müssen sofort Sanitäter
runter! Ich glaube sie sind auch bereits auf dem Weg…“
Vincent Craven: „Ob ihn Reynolds dorthin
gelockt hat?“
Mike Garland: „Tja… das kann sein. Ich
verstehe sowieso noch nicht, welche Rolle er in diesem Team spielt. Ich weiß
nur, dass diese Attacken aufhören müssen. Das ist einfach zum Kotzen…“
Vincent Craven: „Ja, wir sind hier in einer
Wrestlingshow und nicht auf dem Schlachthof.“
Mike Garland: „Richtig… das Wrestling muss im
Vordergrund stehen.“
Vincent Craven: „Und deshalb sollten wir nun
auch keinen Kommentar an der ANGST verschwenden, sondern unserem zweiten Match
entgegen fiebern. Mad Dog sollte derweil von unseren Ärzten und Rettungssanitätern
gut versorgt werden.“
Mike Garland: „Dann warten wir auf seinen
Stablekameraden Blaze, den Amerikaner John Smith und den Hamburger Pavus
Maximus. Viertelfinale Nummer 2 steht an!“
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Die Toten Hosen – Pushed
Again. Die Hallenbeleuchtung wird gedimmt, während auf der Videoleinwand Szenen
von einem trainierenden John Smith und einige Best-of Szenen aus der
Vergangenheit gezeigt werden. Die Fans in der Halle sind schnell in Stimmung
gebracht, die ersten Pfiffe und Buh-Rufe sind zu hören, während die ersten
Takte des Songs zu hören sind.
Whispering voices in my head,
sounds like they're calling my name.
A heavy hand is shaking my bed,
I'm waking up and I feel the strain.
I'm feeling
pushed
again
Mike Garland: „Wir sind alle gespannt, was John heute leisten kann. Große
Töne hat er ja so oder so wieder gespuckt. Aber das hat er auch vor den Matches
gegen Nowak und Rage.“
Vincent Craven: „John dürfte sich andererseits all dessen bewusst sein. Das
dürfte wirklich DIE letzte Chance für ihn sein, es noch einmal allen zu zeigen.
Sonst wird er wohlmöglich demnächst mit kleinen Indy-Ligen als Clown durch die
Lande ziehen.“
Mike Garland: „Mancher hier im Publikum würde ihm das nur zu sehr wünschen,
befürchte ich.“
Vincent Craven: „Man mag von seinen Aktionen halten, was man will. Aber
eines muss man ihm lassen: Er hat immer noch das gewisse Etwas irgendwo in
sich. Das wäre schon ein Verlust für uns …“
Why should I go where everyone goes?
Why should I do what everyone does?
I don't like it when you get too close,
I don't wanna be under your thumb.
I'm feeling
pushed
again
In den Schatten unter dem Aliera Throne zeichnet sich die Silouhette des
Mannes ab, der hier erneut versuchen will, seine eigene Reputation in der PCWA
zu retten. Endlich den ersten Sieg nach seinem Comeback zu feiern.
Jane Nelson: „Meine Damen und Herren, der erste Teilnehmer dieses Quest 4
the Best Viertelfinals, mit einem Kampfgewicht von 92kg bei einer Größer von
1,89m … Aus New York City / USA …“
Rechts und links der Bühne wird ein Feuerwerk abgefackelt, als der
ehemalige Undisputed Gerasy Champion hinein ins Scheinwerferlicht tritt.
Schwarzer Kapuzenpulli, schwarze Hose, schwarze Stiefel. Meine Damen und Herren
…
John Smith
<the ultimate weapon>
Das Feuerwerk ist
beendet und das ist das Zeichen für den US Amerikaner. Er setzt sich in
Bewegung. Die Pfiffe und Unmutsbekundungen aus allen Richtungen ignoriert er.
Im Ring angekommen, entledigt er sich seines Kapuzenpullis und begibt sich in
den Ring. Dort empfängt ihn bereits Referee Johannes Ulrich.
Mike Garland: „Die
Ganzkörperdurchsuchung gefällt ihm offensichtlich gar nicht. Aber das hat er
sich selbst zu zu schreiben. Da kann er uns so sehr versichern wie er will,
dass er auf keine Tricks zugreifen möchte heute …“
Vincent Craven: „Mad
Dog—selbst kein Kind von Traurigkeit—hat ihm das vorher ja auch nicht ganz
abgenommen. Kein Wunder, wenn wir uns seine Aktionen gegen Rage vor Auge führen.“
Mike Garland: „Aber
unser Ringrichter scheint nichts gefunden zu haben. Es kann also weiter gehen
mit dem nächsten Matchteilnehmer …“
Die Arena
verdunkelt sich, kaum die Hand ist vor den eigenen Augen zu sehen, nahezu die
vollkommene Dunkelheit, allerdings nur kurz, denn sofort zucken regelrechte
Lichtspots in einem dunkeln Blau durch das PCWA Theater.
ICH WILL…
Die
Lichtspots weiten sich aus, durchfluten die Halle, erhellen sie wieder, ein
kühles Blau, welches sofort den Eindruck verschafft, dass es gute 5 Grad kälter
ist, während die Blicke immer noch den Entrancebereich fokussieren, diesen
erfassen.
ICH WILL…
ICH WILL…
Der Vorhang
wird zurückgeschlagen und aus dem dunkel der Katakomben tritt der Hamburger
Jung, Pavus Maximus in die blau gefüllte Arena, betritt die Stage und ihm
schlägt sofort der Jubel der Massen entgegen.
ICH WILL…
ICH WILL…
Der
Hamburger setzt nun einen Fuß vor den anderen, setzt seine nicht unerhebliche
Masse in Bewegung und schreitet langsam die Stage hinunter, während er ein
leichtes Grinsen aufsetzt. Gilt dieses Grinsen nun der ihm entgegengebrachten
Sympathie oder ist es die Vorfreude auf sein Match gegen John Smith &
Blaze?
Ich will
dass ihr mir vertraut.
Ich will dass ihr mir glaubt.
Ich will eure Blicke spüren.
Ich will jeden
Herzschlag kontrollieren.
Pavus
klatscht mit einigen Fans ab, die ihm euphorisch die Hände entgegenstrecken.
Ich will
eure Stimmen hören
Ich will die Ruhe stören
Ich will dass ihr mich gut seht
Ich will dass ihr mich versteht
Bei den
Lyrics, brandet lauter Jubel auf, die Crowd unterstützt das Verlangen des
Textes, indessen der Hamburger am Seilgeviert angekommen ist, das Grinsen immer
breiter wird und er über Ringtreppe, Apron und Toprope den Ring betritt.
Ich will
eure Phantasie
Ich will eure Energie
Ich will eure Hände sehen
Ich will in Beifall untergehen
Die Fans
tun, wie ihnen befohlen und spenden Pops vom feinsten, klatschen und grölen
sich die Seele aus dem Leib. Pavus scheint das sehr zu gefallen, denn er
breitet seine Arme aus und lässt die Stimmung auf sich wirken, saugt sie
regelrecht in sich auf, bevor er eine kleine Runde im Ring dreht und alle 4
Ringecke abklopft.
Seht ihr
mich?
Versteht ihr mich?
Fühlt ihr mich?
Hört ihr mich?
In der
letzten Ringecke angekommen, steigt Pavus hinauf und schreit die Lyrics
regelrecht mit, schreit sie in die Arena heraus und bekommt die Antwort der
Crowd sofort entgegengeschleudert.
„Könnt ihr
mich hören?“
„Wir hören Dich!“
“Könnt ihr mich sehen?“
„Wir sehen Dich!“
„Könnt ihr
mich fühlen?“
„Wir sehen Dich!“
Der
Hamburger steigt aus der Ringecke herunter, applaudiert in die Menge um den
Leuten so seinen Respekt zu zollen für die Unterstützung die ihm
entgegengebracht wird. Das Theme verstummt, die Arena bekommt ihre ihr
zugedachte Beleuchtung zurück – jetzt bedarf er keiner weiteren Worte… jetzt
sollen Taten folgen.
…to the other side

Zu den Klängen
von Sirenias „The Other Side“ betritt der Pyromane steinernen Blickes die
Halle. Feuersäulen untermalen das Intro des Liedes, Blitzlichtgewitter setzt
mit den Drums ein. Stolz blickt der die eherne exekutive Gewalt durch das
Publikum. Seine Augen fixieren die Ferne, starren ins Leere und wirken doch so
fokussiert.
There’s a light and a darkened road
There’s a night and a fading hope



Sein Streben
nach Rache ist gleichzeitig auch sein Streben nach Erlösung. Er will sich und
die Welt befreien, der Sieg im Quest 4 The Best soll ihn endlich wieder an die
Spitze bringen. Er will kämpfen,
schwitzen, bluten.
There was a dream that once was mine
But now it seems it has passed with time
Ein schmales
Lächeln ziert die Lippen des Kubaners, als der Jubel um seine Person noch
weiter aufbrandet. Langsam nimmt er seine Gegner ins Visier, hält mit stetig
langsamen Gang und seinem Ziel vor Augen auf sie zu. Schließlich erreicht er den Ring.
There’s a voice inside my head
There’s a hope, now long since dead
Mit einem kurzen
Sprung aus dem Stand und dem Griff zu den Seilen bringt er sich auf Augenhöhe.
Nun wartet er kurz ab, mustert seine Gegner und durchschaut sie wie ein Stück
Kristall. Schließlich spannt er seine Arme an, lässt sie auseinander gleiten,
ballt die eine Hand zur Faust und lässt sie krachend in die andere knallen. Der Rächer ist bereit zu richten.
It’s all a wonder, will I abide
I hear you calling from the other side
2nd Match
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 2
Triple Threat
Referee Johannes Ullrich geht noch einmal mit allen Teilnehmern durch, dass
er hier ein sauberes und faires Match leiten will.
Mike Garland: „So kennt man Ullrich. Überaus gewissenhaft bei der Arbeit.“
Vincent Craven: „So sehr ich doch seine Ausführung der Sicherheitsregeln
hier bewundere, würde es mich jetzt freuen, wenn er endlich das Match anläuten
lassen würde.“
Mike Garland: „Ja, er fängt doch schon an.“
Und tatsächlich ertönt jetzt der Ringgong.
Vincent Craven: „Sofort stürzt sich Blaze hier auf Smith, welcher wohl von
so viel Elan geradezu überrascht wirkt.“
Mike Garland: „Mehrere harte Schläge prasseln auf Smith ein, aber da ist
Pavus.“
Der Hanseat zieht sofort Blaze zurück und will seinerseits wohl auf Smith,
aber dies wird stattdessen gleich mit einem harten Knee Drop in den Rücken von
Pavus bestraft. Blaze ist hier wie von der Tarantel gestochen. Wieder ist sein
Ziel sofort Smith, welcher wieder mit harten Schlägen und Kicks zurück
getrieben wird und nun in der Ringecke angekommen ist. Blaze scheint vollkommen
von sinnen auf ihn einzuprügeln. Nach etwa zehn Schlägen geht Johannes Ullrich
in seiner Funktion als Referee dazwischen und zieht Blaze weg, welcher wohl
sogar kurz verwarnt wird, dass Ullrich dieses Match leitet und keine Unfairness
zulassen wird. Die Rache muss sich kurz zusammenreißen, dass sie von Wut und
Adrenalin nichts Dummes tut, aber geht dann wieder zur Sache.
Vincent Craven: „Jetzt weiß Ullrich mich zu beeindrucken.“
Blaze hat sich nun mit Pavus in den Tie Up begeben, aber diesen kann Blaze
aufgrund der Kraft des Wikingers unmöglich gewinnen. Stattdessen muss er in
einen Hammer Log. Der Arm des Kubaners wird abermals umgedreht und so muss
Blaze jetzt die Rolle nach vorne machen und landet auf seinen Rücken. Doch
sofort steht er wieder und ein greift sich Pavus. Whip In, aber dieser wird
natürlich reversalt von dem Hünen. Blaze federt aus den Ringseilen und kommt
mit einer harten Flying Clothesline angeflogen, die punktgenau trifft und Pavus
auf den Boden der Tatsachen und auf den Boden des Ringes knallen lässt. Schnell
steht der Rächer wieder und packt sich Pavus, welcher ebenfalls wieder
aufstehen will. Ein harter Kick an den Hinterkopf des Zweimetermannes lässt
diesen in die Seile torkeln. Blaze nimmt wieder etwas Maß und rennt los. Harte
Clothesline gegen den Koloss und diese lässt Pavus über das Seil fliegen.
Mike Garland: „Oh, da ist Pavus hart aufgekommen.“
Vincent Craven: „Dafür scheint sich Smith von dem ersten Aufeinandertreffen
mit Blaze erholt zu haben. Die Ultimative Waffe steht bereit, und nähert sich
langsam Blaze.“
Mike Garland: „Doch der Kubaner scheint darauf eher gewartet zu haben, wenn
ich das richtig erkenne.“
Vincent Craven: „Jetzt teilen John Smith und Blaze einige sehr hässlich
Worte aus.“
Mike Garland: „Da fliegen die Schläge! Dieses Mal prügeln beide aufeinander
ein.“
Tatsächlich gleicht das Ganze in diesem Moment mehr einer Barschlägerei als
ein einem Wrestlingmatch. Smith und Blaze schlagen vollkommen ohne Schutz, oder
Taktik aufeinander ein.
Mike Garland: „Glaubst du Blaze kann ewig dieses Tempo halten?“
Vincent Craven: „Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Er hat seit Beginn des
Matches sofort voll Gas gegeben und das wird er gegen einen erfahrenen Gegner,
wie Smith, der sich seine Kraft mit Sicherheit einteilen wird, auch nicht
durchhalten.“
In der Tat scheinen sich in diesem Moment einige Verschleißerscheinungen
bei Blaze deutlich zu machen. Smith weicht einem Schlag weg und kommt so hinter
den Kubaner. Der US-Amerikaner umschließt seinen Gegner sofort und es folgt ein
krachender German Suplex. Die Brücke wird gehalten und Ullrich ist sofort da,
um das Cover zu zählen.
Eins
.
.
.
Zwei
.
Kick Out!
Vincent Craven: „Das war natürlich noch zu früh, aber ein guter Versuch.“
Mike Garland: „Aber guck dir mal Smith an. Der hält Blaze einfach fest und
rafft sich wieder auf!“
Ein weiterer harter German Suplex folgt. Doch anstatt jetzt endlich
loszulassen, kommt es ganz anders. Smith erhebt sich wieder und zerrt den
Rächer wieder mit. Noch ein German Suplex! Erst jetzt muss Smith lösen und
dabei hat er nicht auf seine Umgebung geachtet. Stattdessen steht er auf und
wird sofort von der gewaltigen Pranke von Pavus Maximus gepackt. Smith will
zuschlagen, aber der Arm wird einfach von dem Nordmann festgehalten. Headbutt
Serie. Mehrere harte Headbutts preschen gegen den Schädel von Smith, und als
der Wikinger ihn loslässt, fällt Smith zu Boden und hält sich mit Schmerzen
seinen Kopf. Doch eigentlich hat Pavus kein Interesse daran jetzt nachzulassen.
Im Gegenteil. Smith wird einfach gepackt und mit einem Choke Toss durch den
halben Ring befördert. Noch einmal will Pavus Maximus dies ansetzen, aber
stattdessen sticht Smith ihm einen Finger ins rechte Auge.
Mike Garland: „Eye Poke!“
Vincent Craven: „Die feine englische Art ist das aber nicht. Hat Smith
nicht extra noch einmal betont, dass er fair wrestlen will und es allen damit
beweisen möchte?“
Mike Garland: „Es war ja nur ein Eye Poke und kein Chair Shot. Ich denke
das kann man zwar als unschön, aber nicht unfair bezeichnen.“
Nur langsam erhebt sich John Smith mit Hilfe der Seile, aber sofort beäugt
er sein Ziel. Es ist natürlich der riesige Pavus, welcher in diesem Augenblick
auch wieder angeschossen kommt. In letzter Sekunde kann Smith jedoch ausweichen
und so kracht der Hanseat in die Ringecke. Sofort will Smith den
zurücktorkelnden Pavus einen Reverse DDT verpassen, aber dieser hält sich in
den Seilen fest und so kann Smith gegen die Kraft von Pavus auch mit seinem
Gewicht nichts machen. Stattdessen fängt sich die ultimative Waffe einen harten
Elbow gegen die Nase und torkelt zurück. Stattdessen hat der Wikinger sich
wieder gefangen und geht wieder zu Smith, welcher immer noch sein Ziel ist. Ein
wilder Schlagabtausch zwischen den Beiden beginnt.
Vincent Craven: „Vergessen die Beiden nicht irgendwas, oder besser gesagt
irgendwen?“
Verbissen aus dem Nichts
prescht Blaze nach vorne und überrumpelt seine beiden Gegner, die sich gerade
in einem Schlagabtausch in der Mitte des Ringes befinden.
Mike Garland: „Aus
dem Lauf heraus! TORCH OF CHANGE!“
Vincent Craven:
„Der Running Liger Kick sitzt, Smith und Pavus sind am Boden.“
Ohne abzuwarten, steigt das
einsame Feuer jetzt auf das dritte Seil der Ringecke. Lauernd wartet er ab,
dass einer seiner Gegner auf die Beine kommt. Smith rappelt sich als erster
wieder auf. Blaze springt ab. Der Boden bebt, als es Smith durch den Missile
Dropkick wieder von den Beinen fegt. Auch Blaze hält sich jetzt kurz
schmerzverzerrt seine rechte Schulter. Pavus, der inzwischen wieder steht, geht
auf den Kubaner zu. Der Hamburger Jung greift ihn am Kragen, zieht ihn hoch und
schlägt dann sofort auf ihn ein. Das Bimmeln im Schädel der Rache hört die alte
Bahn noch. Mit einem Whip In geht es für den Rächer dann in die Seile und
zurück. Pavus greift ihn sich schließlich und setzt zum Spinning Side Slam an.
Vincent Craven: „Konter
von Blaze in der letzten Sekunde. Irgendwie bekommt er Pavus noch zu fassen und
was dabei rauskommt ist eine Mischung aus DDT und Inversed Cutter. Schwer zu
sagen.“
Mike Garland:
„Außerdem hat auch Blaze diesen Konter nicht unbeschadet überstanden. Den
Schwung des Side Slams hat er trotzdem abbekommen.“
Vincent Craven:
„Smith, nun auch wieder auf den Beinen, wartet keuchend in der Ecke, wer zuerst
aufsteht.“
Mike Garland: „Und
Blaze hievt sich langsam an den Seilen hoch. Smith rennt los!“
Vincent Craven:
„Mit einer harten Clothesline geht Blaze über die Seile und aus dem Ring.“
Mike Garland:
„Wieder eine kurze starke Phase von Blaze, der hier wohl lieber mit Kanonen als
Pistolen gewinnen will.“
Vincent Craven:
„Ja, er packt hier nur die großen Moves aus, aber vielleicht ist das genau der
richtige Weg, um die Gegner irgendwann mal kalt zu erwischen.“
Smith scheint sich
auf jeden Fall nicht kalt erwischt zu fühlen. Im Gegenteil. Stattdessen zeigt
er, dass Blaze nicht sonderlich gut leiden kann mit einigen Gesten nicht
draußen. Jetzt gilt es aber wieder sich zu fokussieren. Wieder einmal ist Pavus
das Ziel für die Attacken von Smith. Es wird ein wenig ein passender Moment
abgepasst und dann rennt Smith los. KNOCKOUT! Der Thrust Kick wird aber von Pavus
abgefangen. Stattdessen packt der Riese Smith am Hals! CLOCHARD!
Es geht sehr hoch für Smith und schlussendlich wird er nach einer 180 Grad
Wendung mit dem Chokeslam überaus kraftvoll auf die Matte gerammt. Ein
abschließender Schrei entweicht der ultimativen Waffe und schon lässt sich
Pavus auf ihn fallen. Sofort das Cover!
Mike Garland: „Da liegen jetzt 150 Kilogramm auf
Smith. Da kommt er nicht mehr heraus.“
Eins
.
Vincent Craven: „Hat Pavus hier etwa am cleversten
taktiert und nur so seinen Moment abgepasst?“
.
Zwei
.
Mike Garland: „Ich denke schon.“
.
Dre… Rope Break!
Vincent Craven: „Smith hat noch schnell das Bein ins
Seil gekriegt. Das war wirklich knapp.“
Mike Garland: „Ich hatte schon gedacht, dass wir hier
den nächsten Halbfinalisten bereits haben.“
Ein wenig enttäuscht kloppt der Hanseat jetzt kurz mit
der Faust auf den Boden. Er weiß, dass er ohne das Rope Break jetzt vermutlich
weitergekommen wäre. Er darf jetzt nicht nachlassen. So rafft sich der
Hamburger Jung jetzt auf und greift sich gleich wieder Smith. Eigentlich will
er einen weiteren Clochard zeigen, aber da sieht er, dass Blaze wieder in den
Ring slidet. So widmet er sich diesen und wird stattdessen Smith nur zur Seite.
Drop Kick von Blaze, aber dieser wird mit einem einfachen Handgriff von Pavus
abgewehrt und so geht es unsanft für den Kubaner zu Boden. Eine kurz gezogene
Lariat trifft auch gleich wieder die Rache, als diese aufstehen will.
Vincent Craven: „Da ist
Smith. Er steht schon wieder auf.”
Mike Garland: „Aber Pavus hat das wohl gesehen, denn
sofort packt er sich Smith und wieder knallen mehrere Headbutts gegen den Kopf
von Smith.“
Vincent Craven: „Smith torkelt und fällt über das Top
Rope.“
Mike Garland: „Aber er landet auf dem Apron.“
Maximus packt sich indessen wieder Blaze. Auch ihn trifft
ein massiver Headbutt.
Mike Garland: „Blaze scheint ein wenig die Power
verlassen zu haben.“
Vincent Craven: „Kein Wunder. Die Aktionen von Pavus
sind mit Sicherheit überaus wirkungsvoll. Es würde mich nicht wundern, wenn sie
die Stärke eines Azrael Rage hätten und dieser ist bekanntlich der kraftvollste
Wrestler der PCWA.“
Mike Garland: „Naja der Kräftevergleich von Pavus und
Rage steht noch aus. Thema Pavus und Rage. Glaubst du, dass die Beiden sich
wieder vertragen?“
Vincent Craven: „Zumindest schien Pavus dieser Sache
nicht abgeneigt, als er den Brief von Rage las.“
Mike Garland: „Naja, genug von der Freundschaft der
Beiden. Rage sehen wir sowieso nachher noch und nun findet die Aktion im Ring
statt. Ein weiterer harter Headbutt von Pavus Maximus und Blaze scheint immer
noch durchzuhängen.“
Darauf wird Blaze in die Ecke geworfen und knallt hart
gegen den Turnbackle. Eine Schlagserie fängt an und das Publikum zählt
begeistert mit.
Eins!
Zwei!
Drei!
Vier!
Fünf!
Sechs!
Dass Blaze gerade etwas die
Luft ausgeht, ist nicht von der Hand zu weisen. Kaum Zeit einzuatmen hagelt es
einen Schlag nach dem anderen von Pavus. Erschöpft an den Seilen hängen, in der
Ringecke eingeklemmt, zählt das Publikum die Schläge ganz traditionell mit.
Sieben!
Acht!
Neun!
Zehn!
Jubel, dann geht der Rächer
wie ein Sack Kartoffeln zu Boden und fällt in sich zusammen. Smith hat diesen
Moment genutzt, um sich außerhalb zu erholen. Als er jetzt zurück sliden will,
stellt sich ihm Pavus sofort in den Weg und will ihm Tritte durch das unterste
Seil geben. Smith zögert nicht lange und springt hoch.
Vincent Craven:
„Hangman! Pavus hält sich hustend die Kehle. Jetzt rollt Smith endgültig zurück
in den Ring.“
Mike Garland:
„KNOCKOUT. Der Thrust Kick der ultimativen Waffe sitzt, Pavus liegt flach. Nun
wirft sich Smith auf ihn zum Cover.“
Eins
.
.
.
Zwei
.
.
.
Dr
UGHHH. So stöhnt der
Amerikaner, als ihm plötzlich Blaze mit einem Low Drop Kick in die Seite
springt. Gerade noch so wird das Cover unterbrochen. Der Kubaner eilt der
Ultimate Weapon jetzt sofort hinterher, als der sich an den Ringrand rollt. Ein
Dropkick Kopfhoch ausgeführt knallt Smith allerdings gleich wieder auf die
Matte. Nun wendet sich die Rache dem Hamburger Hünen zu, der gerade wieder auf
die Beine kommt. Aus kurzer Entfernung springt Blaze ein High Knee gegen den
Riesen, bevor er wieder ganz steht, dann sofort der Ansatz zum Half Nelson
Bulldog.
Vincent Craven:
„Blaze setzt jetzt einen seiner ganz seltenen Aufgabegriffe an. Du weißt, was
das bedeutet, Mike.“
Mike Garland:
„Ganz recht, nichts anderes als das Blaze physisch gerade am Ende sein muss.
Submission Manöver sind für den Kubaner mehr ein Mittel zur Erholung als zum
Sieg.“
Vincent Craven:
„Pavus wehrt sich auch gerade nicht allzu sehr gegen den Crossface, zu
angeschlagen ist er noch vom Bulldog.“
Mike Garland: „Als
die Rache John Smith zurück auf die Beine kommen sieht, löst er den Griff
sofort. Blaze rollt sich jetzt selbst taktisch aus dem Ring, stützt sich dort
auf seine Knie auf und schnauft.“
Vincent Craven:
„Recht hat er damit, soll er doch mal Pavus und Smith machen lassen. Bisher
gingen sowieso sehr viele Aktionen von Blaze aus, der stark und mit viel
Energie in dieses Match gestartet ist.“
Aber hier sieht
jetzt Smith seine Gelegenheit drin. Jetzt will er den Sack hier zumachen und
bereit sich auf seine finale Phase vor. Er steht bereit. Langsam erhebt sich
auch Pavus wieder und sofort wird er von der ultimativen Waffe geschultert.
Vincent Craven:
„Immer wieder beeindruckend zu sehen mit was für einer Leichtigkeit Smith Leute
wie Pavus Maximus hochhebt. Ich könnte das nicht.“
Mike Garland:
„Natürlich nicht, aber Smith ist schon immer ziemlich kräftig gewesen und
konnte seinen Death Valley Driver schnell ansetzen.“
Smith will nun
also die Ultimate Weapon zeigen, aber Pavus macht ihm das nicht leicht. Im
Gegenteil. Sobald er auf den Schultern angekommen war, begann der Wikinger zu
strampeln und es scheint Smith sehr schwer zu fallen seinen Move durchzuziehen.
Er kann Pavus nur abwerfen, aber diesem dann zumindest einen harten Kick
verpassen, der ihn in die Knie zwingt. Sofort soll mit weiteren Schlägen
nachgesetzt werden, aber da ist auch Blaze. Diesen kann Smith allerdings mit
einem Spear abwehren. Doch Pavus steht wieder.
Mike Garland:
„KRACHENDE CLOTHESLINE!!! UND SMITH FLIEGT IN HOHEM BOGEN AUS DEM RING! Der
Norddeutsche kann sich jetzt wieder ganz dem Kubaner widmen, BLAZE in arger
Bedrängnis im Moment.“
Vincent Craven:
„Pavus reißt den Kubaner wieder auf die Beine … IRISH WHIP … LABSKAUS AUF DIE
ZWÖLF … Derweilen beginnt Referee Johannes Ulrich Smith auszuzählen. Der lehnt
immer noch schwer atmend am Apron …“
Mike Garland: „Smith
greift unter den Ring, keine Ahnung, was er da sucht. Aber im Ring geht die
Action weiter. PAVUS WIRFT SICH AUF BLAZE ZUM COVER! EINS …“
Vincent Craven: „WAS MACHT JETZT SMITH?! DER BLICKT NUR KURZ
AUF … ZWE…KICKOUT! Der Kubaner beweist hier einmal mehr seinen Fighting Spirit.
Smith rollt sich jetzt wieder in den Ring. Hat er gefunden, was er da gesucht
hat?“
Mike Garland: „Wir
wissen es nicht. Aber er ist jetzt jedenfalls wieder mitten im Geschehen...“
Vincent Craven:
„Blaze kann hier noch einmal aus dem Cover auskicken! Noch ist nichts
entschieden.“
Pavus realisiert,
dass auch Smith wieder da ist und er sich um ihn kümmern muss. Die ultimative
Waffe und der Hamburger Jung rennen aufeinander zu. DOUBLE CLOTHESLINE! Beide
gehen zu Boden. Nur Blaze kommt langsam wieder zu sich.
Smith und Pavus Maximus liegen
nun beide auf der Ringmatte, nur noch der Vorjahressieger Blaze steht jetzt
wieder auf den Beinen. Ein kurzer Moment des Zögerns, dann entscheidet sich der
Kubaner dafür, sich dem Norddeutschen zu widmen. Smith scheint für den Moment
erst einmal außer Gefecht gesetzt zu sein.
Mike Garland:
„IRISH…REVERSAL! JOHANNES ULLRICH WEICHT GRADE NOCH AUS… LABSKAUS VON PAV…NEIN!
BLAZE TAUCHT AB … UND MAXIMUS TRIFFT DEN REFEREE MIT DEM BIG BOOT!“
Vincent Craven:
„ULLRICH GEHT ZU BODEN … BLAZE
realisiert das noch gar nicht richtig … JUMPING DDT GEGEN PAVUS! COVER…Jetzt
erst bemerkt er das Malheur mit dem Ringrichter.“
Mike Garland: „Smith
bewegt sich mittlerweile und hält sich die Magengegend. Blaze kommt auf ihn zu
… Smith hält sich immer noch den Magen …“
Blaze reißt den Amerikaner auf
die Beine. Eine Arm Lariat soll folgen, aber Smith schafft es noch irgendwie
darunter wegzutauchen und sich in die Seile zu retten. Dort hält er sich wieder
an den Seilen fest. Kurz blitzte auf Smiths rechter Hand etwas auf, aber es war
nicht näher zu erkennen. Blaze zieht Smith an sich heran, der hält sich aber
mit aller Macht am Seil fest. Eselstritt nach hinten, Smith wirbelt herum und …
Vincent Craven:
„FAUSTSCHLAG MITTEN AUF DIE ZWÖLF! UND SCHAU DIR AN, WAS SMITH DA AN DER FAUST
HAT! EINEN SCHLAGRING, den er jetzt ganz schnell wieder verschwinden lässt!“
Mike Garland: „BLAZE
ist niedergestreckt von der Attacke, aber Pavus kommt wieder so halbwegs auf
die Beine in der Zwischenzeit … SOCCER KICK gegen den Kopf und Pavus kracht
wieder zusammen.“
Vincent Craven:
„Smith reißt den Hamburger Jung wieder auf die Beine und lädt ihn sich auf den
Rücken…ULTIMATE WEAPON!!! SMITH BRINGT SEINEN FINISHER ERNEUT DURCH! ABER
DIESES MAL KANN BLAZE NICHT MEHR EINGREIFEN!!! COVER!!!“
Mike Garland: „KEIN
REFEREE! Johannes Ullrich liegt immer noch vollkommen benommen im Ring!“
Vincent Craven:
„Smith zählt schon selber unter dem Buhen und Pfeifen der Fans, aber es nützt
nichts.“
Wütend, geradezu
verzweifelt fasst sich Smith an den Kopf und blickt mit zorniger Miene zum
Referee Johannes Ullrich, der sich immer noch nicht rührt. Langsam erhebt er
sich und schüttelt mit dem Kopf. Der Gang zu Ullrich scheint in Zeitlupe für
Smith zu vergehen. Nur mit der Fußspitze tippt Smith jetzt Johannes Ullrichs
Kopf an und dieser scheint davon zu erwachen. Sofort wird er von Smith
hochgezogen, der auf Pavus zeigt und dreimal auf die Seile haut.
Mike Garland: „Smith
versucht Referee Ullrich zu erklären, dass er schon einen Three Count hier
hatte.“
Vincent Craven:
„Aber Ullrich weißt das alles von sich. Er hat davon nichts mitbekommen.“
Mike Garland: „Oh,
oh, Smith ballt die Faust und droht Johannes Ullrich.“
Vincent Craven:
„Ullrich scheint sich hier nicht drohen zu lassen. Er droht Smith zu
disqualifizieren und ihn aus der Halle zu werfen!“
Mike Garland: „Gott
sei dank, Smith lässt jetzt endlich von Johannes Ullrich ab und dreht sich
weg.“
Vincent Craven: „Der
dreht sich nicht weg. Guck mal auf seine Hand!“
Mike Garland: „DER
SCHLAGRING!“
Just in diesem
Moment wird Johannes Ullrich hart mit dem Schlagring von Smith getroffen. Mit
blutender Stirn und vollkommen regungslos liegt Ullrich nun auf den Boden und
Smith schnauft wütend aus. Er bemerkt selber, dass er sich hier hat kurz gehen
lassen und man kann ein wenig Verzweiflung in seinem Gesicht erkennen, wenn er
sich so umsieht.
Vincent Craven:
„Alle, außer Smith liegen am Boden.“
Mike Garland: „Und
dieser ist jetzt ein wenig verwirrt, was er da eben angerichtet hat und was er
nun tun soll.“
Vincent Craven: „Und
hör dir mal die Fans an. Sie buhen und pfeifen in ohrenbetäubender Lautstärke
John Smith aus.“
In diesem Moment
erscheint auf der Rampe Kim Feyerbach. Sie rennt sofort zum Ring, aber betritt
diesen nicht. Stattdessen rennt sie hinten zu Jane Nelson. Diese setzt auch
gleich das Mikrophon an.
Jane Nelson: „John
Smith ist disqualifiziert und wird damit nicht in Halbfinale des Quest 4 the
Best einziehen. Blaze und Pavus Maximus werden indessen das Match weiterführen
bis es einen Sieger und Halbfinalisten gibt.“
Vincent Craven: „SMITH IST RAUS!
DISQUALIFIZIERT!”
Wütend und mit üblen
Worten tritt Smith noch einmal in Ullrich und erst dann lässt er sich hernieder
und rollt sich aus dem Ring. Unter der Häme der Fans geht er nur langsam und
immer wieder zum Ring blickend die Rampe hinauf. Erst als die ultimative Waffe
hinter dem Vorhang verschwunden ist, begibt sich Feyerbach in der Ring und
rollt langsam Johannes Ullrich zum Zeitnehmer, der hier eine helfende Hand
bietet und Ullrich sicher auf den Hallenboden herunterbringt.
Mike Garland:
„Feyerbach überprüft ob Pavus und Blaze noch wrestlen können. Die Beiden
scheinen das zu bejahen, während sie langsam aufstehen.“
Vincent Craven:
„Jetzt gibt Kim Feyerbach das Match wieder frei.“
Blaze blickt noch
einmal zu den Fackeln, die bei der Rampe stehen, doch da kommt schon Pavus
angerannt. LABSKAUS! Abgeduckt! Hart mit dem Fuß voran geht Pavus jetzt in die
Ringecke und der Rächer sieht seine Chance. TORCH OF CHANGE an den Hinterkopf
von Pavus! Der Wikinger fällt direkt in die Ringecke und federt dann zurück.
Eilig hebt Blaze seinen Gegner an und blickt noch einmal zu den Fackeln.
Mike Garland: „Er
lächelt und nickt!“
Vincent Craven: „Der
will doch nicht etwa?“
Mike Garland: „WAS
FÜR EIN KRAFTAKT!“
Vincent Craven: „BURN OUT! FISHERMAN DDT! BURN OUT GEGEN
PAVUS!”
Trotz das Blaze den
riesiegen Pavus nicht ganz halten kann, gelingt der Move und sofort halt Blaze
die Brücke. Kim Feyerbach ist sofort zur Stelle um den Pin zu zählen.
Eins
.
Mike Garland: „Das
ist es!“
.
Zwei
.
Vincent Craven: „In
der Mitte des Rings. Das ist es!“
.
Drei
!!!
Sofort gibt
Feyerbach das Zeichen, dass das Match vorbei ist und Blaze gewonnen hat.
Jane Nelson: „Sieger
und damit im Halbfinale des Quest 4 the Best nach 17 Minuten und 48 Sekunden
via Pin Fall… der Rächer BLAZE!“
Triumphierend reckt Blaze kurz
seine Hand in die Höhe, geht dann aber sofort zielstrebig aus dem Ring und auf
die Rampe zu. Seine Hand deutet auf die drei metallenen Fackeln, welche dort,
leicht erhöht auf einem Podest, stehen. Knisternd steigt plötzlich eine
Fäuersäule aus der vordersten und niedrigsten der Fackeln auf. Ein kurzes
Raunen geht durch das Publikum. Zurück bleibt eine stetige Flamme in dieser
Fackel und Blaze, der, erschöpft keuchend vom Kampf, kaum hörbar etwas in die
Kamera brüllt. „Die erste brennt, zwei werden
folgen!“
Unter tosendem Jubel setzt
dann endlich die Entrance Theme der Rache ein. Blaze lässt sich nahe dem
Podest, auf dem die drei metallenen Fackeln stehen, fallen und einen Moment
zufrieden, entspannt und ebenso erschöpft feiern. Später wird er sich dann noch
genauer erklären.
…to the other side

There’s a light and a darkened road
There’s a night and a fading hope



There was a dream that once was mine
But now it seems it has passed with time
There’s a voice inside my head
There’s a hope, now long since dead
It’s all a wonder, will I abide
I hear you calling from the other side
Nur langsam erhebt
sich Pavus und offenbar ist er bestürzt darüber, dass er hier den Sieg nicht
erringen konnte. Er ärgert sich sichtlich. Dabei war er doch teilweise so nah
dran.
Mike Garland:
„Schade für Pavus, aber es hat halt dieses Mal nicht sollen sein.“
Vincent Craven: „Ich
bin sicher, dass die Zeit für den Hamburger Jung noch kommen wird. Er hat sich
sehr gut geschlagen und zum Schluss hat sich hier halt doch die Erfahrung ein
wenig durchgesetzt.“
Mike Garland: „Damit
ist Blaze ins Halbfinale eingezogen und wird beim CORE darum kämpfen können ein
zweites Mal den Quest 4 the Best zu gewinnen. Sein Weg geht dabei, ebenso wie im
Vorjahr, über seinen Kollegen Mad Dog!“
Vincent Craven: „Für
Pavus tut es mir etwas leid, aber dann bleibt da ja noch Smith, welcher sich
hier von seiner übelsten Seiten gezeigt hat. Ich bin gespannt, ob wir nicht in
einem Interview oder so vielleicht noch mehr erfahren können.“
Mike Garland:
„Schauen wir doch einfach mal.“
--------------------K&G/PCWA--------------------

--------------------K&G/PCWA--------------------
Bestimmt sind seine
Schritte. Er stand im Ring und hat alles gesagt, was er zu sagen hat. Er hat
die PCWA aus der Reserve gelockt und er teilt die Fans unter sich auf. Nicht
wenige stimmen seinen Worten zu, haben erwartet, dass ein Wrestler von seinem
Format mit mehr Respekt behandelt wird. Andere sind der Meinung, dass sich der
Mann, der in anderen Ligen an der Spitze steht, in der PCWA eingliedern muss
und straften seine Worte somit mit Buhrufen. Doch Chris McFly Jr. Ist es
wichtiger, dass er einen Eindruck hinterlassen hat. Er ist diesmal nicht hier
um Freunde zu finden. Er hat sich zur hälfte selbst in diese Situation gebracht
und die andere hälfte sind Einflüsse denen er hier nicht viel entgegen setzen
kann. Doch er hält an seinem Ziel fest: Die Cryption Crown wird wieder eine
Geschichte erhalten.
Mit seiner Tasche in der
Hand biegt der Träger der Cryption Crown nun in den Gang ein, der ihn direkt
zum Mitarbeiterausgang des PCWA Theatres führt. Noch ein paar Schritte, dann
öffnet er die schwere Tür und tritt in die kühle, kristallklare Nacht hinaus.
Ihn irritiert allerdings der Rauch, der ihm von der Seite ins Gesicht geblasen
wird. Der Kopf dreht sich und die Augen erkennen einen Mann, der es in den
letzten Wochen nicht für nötig erachtet hat, auf die Tiraden von CMJ zu
reagieren.
Valkos Heritage. Hatte bis
zu dieser Zigarette mit dem Rauchen aufgehört. Doch nach den Hiobsbotschaften
der letzten Tage, nach dem Streit mit Yuma und der Absage von Reynolds brauchte
er sie einfach. In der Halle hat er sowieso nichts mehr verloren. Er will nicht
in den Ring steigen um bei irgendeinem Turnier mitzumachen.
Chris McFly Jr.: „Oh, der Große Valkos Heritage tritt
endlich den Träger der Krone entgegen? Was willst du, Valkos? Dein Match
einfordern? Und es nicht nur so plump andeuten wie bei der letzten Show? Dann
solltest du dich nochmal mit Yuma kurzschließen, der scheint schneller sein zu
wollen.“
Heritage atmet tief durch
und erinnert sich an sein Gespräch, welches er mit Yuma vor ein paar Stunden
hatte. Das lief nicht sonderlich gut seitdem hat er auch nichts mehr von ihm
gehört. Aber natürlich hat er das Gespräch von Yuma und McFly Jr. im Ring
verfolgt. Dann antwortet er mit schwacher Stimme.
Valkos Heritage: „Lass Caleb aus dem Spiel. Du treibst
keinen Keil zwischen uns…“
Chris McFly Jr.: „Das brauche ich scheinbar gar nicht,
das schafft ihr schon ganz gut selbst.“
Doch Heritage ignoriert
diese Bemerkung. Sein Blick spricht allerdings Bände. Das lief vorhin wirklich
nicht gut, aber er kann daran nichts ändern.
Chris McFly Jr.: „Kommst du endlich mal zum Punkt,
möchtest du jetzt deinen Kampf einfordern, Heritage? Ich wäre ja bereit gewesen
dazu, aber ganz im Ernst, vergiss es. Ich bin hier mit hohen Erwartungen
hergekommen und mich mit den Besten PCWA’lern zu messen, war ein Traum von mir.
Du bist das Aushängeschild dieser Liga und von dir kam absolut gar nichts. Nur
Andeutungen bei einer kleinen Promo. Der einzige Grund dir dieses Match zu
gewähren wäre wirklich die Ladder, aber ansonsten sehe ich da nichts was es
rechtfertigen würde.“
Heritage nimmt einen letzten
Zug von seiner Zigarette und schnippt sie dann unachtsam und unsagbar knapp an
McFly Junior vorbei. Ein guter Aufhänger für diesen, der das Gespräch dann
fortsetzt.
Chris McFly Jr.: „Vor allem halte ich dich für
ziemlich respektlos. Du warst selbst in verschiedenen Ligen unterwegs, hast
Titel gehalten. Du müsstest wissen, wie ich mich fühle und dann behandelst du
mich so? Du enttäuschst mich, Valkos. Dafür musst du mir erst zeigen dass du es
verdient hast. So wie es Yuma eigentlich auch noch tun muss. Aber
wahrscheinlich weißt du nicht einmal, wer ich bin, huh?“
Der Freakanite schüttelt den
Kopf. Als ob er nicht wüsste, wer Chris McFly Jr. Ist. Ehemaliger NWA Tag Team
Champion. Letzter Titelträger in der RSW. Amtierender GWS World Carnage und FSP
World Champion. Sein Resümee liest sich beeindruckender als das vieler
Veteranen, die mehrere Jahre in diesem Sport sind. CMJ gewann seinen ersten
Gürtel Ende 2009. Andere Leute rennen dem Erfolg jahrelang hinterher, Chris
McFly Jr. dagegen der Shooting Star der Wrestlingszene. Eine Position, die ihm
viele Fans, aber auch viele Neider eingebracht hat.
Valkos Heritage: „McFly, nimm es nicht persönlich. Du
bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort…“
Aber die Worte sprechen eine
andere Sprache, als sein Blick. Denn der sagt: Aber wenn ich dich im Ring haben
will, dann schlage ich dir den Schädel ein und schleife dich dort hin. CMJ
antwortet nicht. Er weiß, dass es hier ganz kurz davor steht, dass es gewaltig
knallt. Aber auch Heritage spürt die Spannung und hat in Anbetracht seiner Krankheit
und seiner psychischen Situation nicht gerade das Bedürfnis nach einem Kampf
auf einem Parkplatz. Dennoch weiß er, dass in ihm ganz große Frustration
herrscht, die nach einem Ausbruch verlangt. Niemand ist hier. Niemand kann ihn
davon abhalten, den Kopf seines Gegners hier und jetzt durch die nächste Wand
zu rammen.
Allerdings weiß er auch
nicht, was CMJ wirklich leisten kann. Wenn er schätzen müsste, dann in Moment
wesentlich mehr als er selbst. Ihm fällt es schließlich schwer, überhaupt eine
Faust zu ballen, geschweige denn, etwas zu greifen. Es wäre ein Fehler, hier
nun in die Offensive zu gehen. Das weiß er. Und offensichtlich spürt das auch
CMJ, der nun ein leichtes Grinsen aufsetzt.
Chris McFly Jr.: „Jeder weiß Bescheid, Heritage. Jeder
sieht es an der Art wie du dich bewegst. Deine Uhr läuft ab und jeder wartet
darauf, dass du endlich aufhörst. Dein Körper sendet dir Signale, hör auf sie
zu ignorieren, wenn du in einem Jahr noch selbstständig laufen und atmen
willst. Ich will nicht verantwortlich sein dafür dich zu einem Krüppel gemacht
zu haben.“
Mit diesen Worten schultert
Chris McFly Jr. seine Tasche und lässt den nachdenklich blickenden Freakanite
buchstäblich im Regen stehen, der plötzlich eingesetzt hat. Langsam greift der
Freakanite in seine Tasche und blickt auf das Foto von sich und seiner
Schwester, als sie noch Kinder waren. Regentropfen vermischen sich mit Tränen.
Wie geht die Reise weiter…?
Vincent Craven: „Und wieder wird Valkos mit seinem
Alter und seinem möglichen Ruhestand konfrontiert.“
Mike Garland: „Und wieder kann er nichts dagegen
sagen…“
Vincent Craven: „Schon seltsam. Die Anstregungen der
letzten Jahre sind nicht spurlos an ihm vorbei gegangen und momentan scheint
sich das Wort ‚Aufhören‘ gar nicht mal so schlecht anzuhören.“
Mike Garland: „Wobei McFly hier als junger Wrestler
leicht reden hat.“
Vincent Craven: „Ja, wer weiß, wie er mal reagiert,
wenn er so viele Jahre auf dem Buckel hat wie der Freakanite.“
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Lang ist's her, seit er das
letzte Mal durch diese Gänge geschritten ist. Ungefähr ein Jahr, wenn er sich
nicht grob verschätzt. Und nein, hier folgt nun nicht das Comeback eines großen
umjubelten ehemaligen PCWA-Wrestlers, den die Fans in der Halle bejubeln und feiern
können. Viel mehr ist der Mann, der, die Hände in den Taschen, über den Boden
schlurft, wohl eher in Vergessenheit geraten, was nicht unbedingt ein Wunder
ist, schließlich war sein letzter Besuch auch sein Einziger. Beim letztjährigen
Brawlin' Rumble war er als Teil der GFCW-Invasion hier gewesen, er trat im
Match an, flog irgendwann raus und trat unverrichteter Dinge den Rückzug an und
ward seitdem nicht mehr gesehen.
Nun, hier ist er wieder. Manchmal
fragt er sich, ob sich wohl irgendjemand an ihn erinnert. Schließlich sind
seine beiden ehemaligen GFCW-Kollegen Pavus Maximus und Rebel called Hate hier
gestandene, etablierte Angestellte und sind durchgehend in den Shows vertreten,
beziehungsweise in Hate's Fall „für seine Verhältnisse durchgehend“. Seine
Schwäche dafür, in den entscheidenden Momenten No-Shows hinzulegen, hegt er
wohl wirklich in jeder Liga, in der er aktiv ist.
Trotzdem war letztlich weder
Pavus Maximus noch Rebel called Hate eine wirklich gute Platzierung im Brawlin'
Rumble vergönnt gewesen – wohingegen Robert Breads als
Viertplatzierter nicht nur der beste GFCW'ler war, sondern auch alles in allem
durchaus überzeugend abgeschnitten hatte. Und eben dieser Robert Breads
entfernt sich nun vom eigentlichen Geschehen im Ring der PCWA und begibt sich
in Richtung des Ausgangs der Halle.
Eine Person jedoch steht mehr
oder minder in seinem Weg – Luke Tyler, seines Zeichens
PCWA-Urgestein und Interviewer. Breads erblickt ihn kurz, nachdem die Kamera
ihn erfasst hat, und zieht leicht überrascht über diese Begegnung die
Augenbrauen hoch. In seiner Rolle als Interviewer einmal mehr gut ausgestattet
hält Tyler selbstverständlich ein Mikrofon in der Hand, was auch „Canada's
Own“, so Breads' Spitzname, nicht entgeht.
Luke Tyler: „Schönen guten Tag, Mr.
Breads. Hätten sie Zeit für ein kurzes Gespräch und könnten sie genauer
erklären, warum sie hier sind?“
Ein kurzes Zögern, dann zuckt der
Kanadier mit den Schultern.
Robert Breads: „Natürlich, warum
nicht?“
Mit der Selbstverständlichkeit
eines Mannes, der das schon Dutzende Male gemacht hat, stellt sich Breads neben
den PCWA-Interviewer und blickt direkt in die Kamera.
Luke Tyler: „Fangen wir dann doch
auch direkt mit meiner letzten Frage an – warum genau sind sie hier?“
Robert Breads: „Das ist nicht
sonderlich kompliziert zu erklären. Nach über zwei Jahren GFCW, in denen ich
absolut alles erreicht hatte, begann mich die Liga zu langweilen – meine
Motivation war im Keller, es geschah nichts Interessantes mehr. Meine Versuche,
die Liga wieder in einen Bereich zu ziehen, in dem es erträglich ist, sich die
Shows anzusehen, wurden selbstverständlich nicht gewürdigt, denn niemand war
bereit, aus dem müden Trott aus zu brechen. Diese Liga hatte meine Mühen nicht
verdient. Also kündigte ich.“
Er sagt das nicht, als ob er
traurig oder sehnsüchtig wäre, viel mehr klingt es wie eine simple
Feststellung, als wäre das die logische Konsequenz. Bescheiden Sein scheint
nicht zu Breads' Stärken zu gehören.
Robert Breads: „Danach reiste ich
nach Hause, saß in meinem Haus in Toronto, starrte die Wand an und langweilte
mich. Und es gibt absolut nichts was ich mehr hasse als Langeweile. Also
telefonierte ich ein wenig...“
Der Kanadier macht mit der Hand
eine kreisende Bewegung.
Robert Breads: „...und noch ein
wenig... und noch ein wenig...und schließlich geriet ich an die PCWA, an die
ich mich noch erinnern konnte, schließlich trat ich vor knapp einem Jahr beim
Brawlin' Rumble an und übertraf nicht nur alle meine Kollegen aus der GFCW,
sondern war auch der beste Nicht-PCWA'ler. Zumindest der Beste, der noch unter
den Lebenden weilt.“
Kurz zucken die Mundwinkel von
Breads, während Luke Tyler das Ganze wohl ganz und gar nicht lustig findet,
seinen Kommentar aber herunter schluckt und Breads weiter reden lässt.
Robert Breads: „Dementsprechend
dachte ich mir, dass das hier...“
„Canada's Own“ fuchtelt mit der
Hand herum, er kann sich wohl nicht so ganz überlegen, auf was er nun zeigen
soll, um zu verdeutlichen, dass er die PCWA meint.
Robert Breads: „...ein guter Ort
sein könnte, um mir eine ganze Zeit lang die Langeweile vertreiben zu können.
Ich meine, wenn man schon Pavus Maximus, der nichts großartig Anderes tut als
mit möglichst vielen Leuten herum zu kuscheln, oder Rebel called Hate, dessen
einzige Stärken das No-Showen in wichtigen Situationen und das leer trinken von
Shampoo-Flaschen sind, anstellt, wird man ja wohl auch einen Platz für den Mann
haben, der sie nicht nur im Brawlin' Rumble übertroffen, sondern auch beide
schon besiegt hat. Für alle Vollidioten: Ich meine mich.“
So langsam ist Breads in seinem
Element – sich selbst über alles und jeden heben und den Rest dabei noch
möglichst runter machen. So sehr man auch seine fragwürdigen Aktivitäten im
Ring hinterfragen kann, dass er leidenschaftlich andere Leute beleidigt, kann
man ihm nicht absprechen.
Robert Breads: „Auch wenn mich
wahrscheinlich sonst jeder vergessen hat, ist einigen Leuten in der
PCWA-Office-Etage wohl nicht entgangen, dass der Mann, der den Award für den
besten GFCW-Wrestler in den Jahren 2010 und 2011 erhalten hat, im Jahre 2012
ein Free Agent ist. Nach einem kurzen Gespräch war also klar, dass ich Vendetta
83 als Zuschauer in der ersten Reihe verfolgen durfte, um mir einen eventuellen
zukünftigen Arbeitgeber anzusehen.“
Damit ist der lange Monolog von
Robert Breads beendet und er schweigt erst einmal. Tyler nickt ihm zu, er
überlegt sich im Kopf genau die nächste Frage, ehe er sie stellt.
Luke Tyler: „Nun, sie sprechen
davon, dass man sie vergessen hat und das sie im Jahr 2011 erneut den Award für
den besten Wrestler gewinnen konnten... Vielleicht möchten sie ja unseren Fans
einen besseren Einblick in ihre Vergangenheit geben? Was ist denn in dem Jahr
2011, in dem man in der PCWA nichts mehr von ihnen gehört hat, vorgefallen?“
Breads bläst die Backen auf und
lässt die Luft entweichen, als hätte Luke Tyler ihn vor eine unlösbare Aufgabe
gestellt.
Robert Breads: „Ich versuche mal,
es zu rekonstruieren... Also... Kurz nachdem ich den Brawlin' Rumble hinter mir
ließ kam die GFCW-Legende Danny Rickson zurück und forderte mich im Main Event
der Anniversary Show im großen Main Event um den Titel heraus, allerdings
konnte ich ihn schlagen, was aber mein kleinstes Problem war, weil ein irrer
Maskierter mit einem Messer in der Liga Amok lief und es auf mich abgesehen
hatte, was unter anderem zur Folge hatte, dass meine Managerin entführt und
aufgeschlitzt wurde und danach einen Riesenhass auf mich hatte, weil ich ihr
nicht geholfen hatte.
Dann wurde er tatsächlich zum No.
1 Contender, aber ich wurde auch permanent von einem anderen Irren mit der
gleichen Maske verfolgt der mir auch ständig auf die Fresse schlug und sich
schließlich als Danny Rickson entpuppte der mir dann schließlich den Titel
abnahm, nicht ohne dass mein eigener Präsident, mit dem ich seit über einem
Jahr im Clinch war, mich anschließend aus der Halle beförderte.
Das passte mir natürlich mal so
gar nicht, aber ein Match wollte er mir nicht geben, also musste ich leider
Gottes seine Frau vor seinen Augen ein paar Mal schlagen, bis er dann endlich
einem Match zustimmte, bei dem der Verlierer die GFCW verlassen musste und der
Gewinner den Präsidentenposten erhalten würde. Bis zu diesem Match schaltete
ich ausnahmslos alle seine Verbündeten aus, kündigte an alle seine Freunde zu
entlassen, wenn er verlieren würde und baute meine persönliche Statistik gegen
Jimmy Maxxx auf 8:0 aus, was vielleicht unwichtig erscheinen mag, aber ich
erwähne es immer wieder gerne. Ähm... wo war ich jetzt...“
Seine Hand fährt nach oben und er
kratzt sich am Kopf, ehe es ihm wieder einfällt.
Robert Breads: „Achja, Freunde
entlassen, Karriere zerstören, den ganzen Kram. Naja, auf jeden Fall besiegte
ich ihn dann nachdem er mich mit dem Kopf voran in einen Spiegel hämmerte und
kochend heißem Wasser übergoss und hatte damit die über zehn Jahre lange Ära
unseres Präsidenten beendet. Als Präsident feuerte ich dann hier und da ein
paar Leute, setzte ab und an mal Matches zu meiner Unterhaltung an und hatte
mit ein wenig Widerstand zu kämpfen, was letztlich darin mündete, dass mein
Haus abgerissen wurde.
Irgendwann aber flachte das ab,
man gab auf, und die GFCW gehörte mir. Toll. Mir gehörte ein Haufen
langweiliger Spasten – denn leider hatte sich die GFCW im Jahr 2011 extrem
gewandelt. Das Roster war bei weitem nicht mehr dasselbe, und die talentlosen
Flaschen häuften sich. Am liebsten hätte ich sie gleich alle entlassen – dann
hätte ich allerdings wohl einigen Ärger mit den Sponsoren bekommen. Aber es
passierte nichts, was mich irgendwie unterhalten hätte – es war alles so
furchtbar langweilig, Standardkost und Desinteresse an der eigenen Liga. So
endete ein ganz normales Jahr in der GFCW. Und nun stehe ich, wie du sehen
kannst, neben dir und erzähle dir, warum ich hier stehe.“
Der nächste, längere Monolog ist
zu Ende – trotzdem ist Luke Tyler noch nicht eingeschlafen, sondern immer noch
hellwach und hat scheinbar auch schon die nächste Frage in petto.
Luke Tyler: „Die wirklich
interessante Frage, Mr. Breads, ist jetzt natürlich: Wie geht es nun weiter?
Was sagen sie zu der Show, die sie gesehen haben?“
Dem Kanadier entfährt ein kurzes,
lautes Lachen, scheinbar nimmt er diese Frage gar nicht ernst, was dem
Interviewer ein Stirnrunzeln entlockt.
Robert Breads: „Hör mal, wenn ich
diese Show gut fände, würde ich mich dann in Richtung Ausgang bewegen? Das hier
ist doch auch nicht besser als die GFCW.“
Zum ersten Mal scheint Tyler
wirklich überrascht zu sein, damit hat er nun nicht gerechnet.
Robert Breads: „Weißt du, was ich
glaube, Luke Tyler, Interviewer der PCWA?“
Eine offensichtlich rhetorische
Frage, denn Breads antwortet noch bevor Tyler überhaupt die Chance hat, auch
nur den Mund auf zu machen.
Robert Breads: „Das hier ist
langweilig. Das glaube ich. Ich glaube, das hier ist eine Ansammlung von
langweiligen Leuten. Die einen reden davon, einen „Plan“ zu haben, aber der
wird erst in vierhundert Jahren enthüllt, und das Ergebnis dieses Plans ist
wahrscheinlich, dass es einen neuen Plan gibt. Die anderen reden so eloquent
wie möglich und benutzen sogar um ihre Kafeepause zu beschreiben irgendeine
bekloppte Metapher, statt EINMAL Klartext zu reden. Man würde wohl sogar einen
Stein philosophisch interpretieren, würde er im Ring liegen. Und weil mich das
persönlich langweilt, gehe ich.“
Gesagt, getan. Mit diesen Worten
lässt Breads den armen Interviewer stehen – wurde noch nicht erwähnt, dass
„Unhöflichkeit“ auch zu seinen negativen Eigenschaften zählt? - und marschiert
schnurstracks um die nächste Ecke, weiter in Richtung Ausgang.
Robert Breads: „AUTSCH!“
Der Kanadier torkelt zurück, er
ist offenbar in jemanden hinein gelaufen. Die Kamera bewegt sich nach vorne,
bis man sehen kann, dass ein Mann vor ihm sich ebenfalls wütend den Kopf hält.
Und ja, Breads kennt diesen Mann. Und ja, Breads mag diesen Mann nicht. Und ja,
dieser Mann ist laut Breads die größte Witzfigur, die er je gesehen hat, aber
hey, Murphy's Gesetz greift halt immer und überall und so fragt sich „Canada's
Own“ gar nicht erst, was Jimmy Maxxx in den Hallen der PCWA macht, es ist
sowieso egal, es interessiert ihn auch nicht. Er will nur möglichst vermeiden,
zu lange in Maxxx' Gegenwart zu bleiben, damit er sich nicht wieder fühlt, als
würde sein IQ sekündlich den Bach runter gehen.
Robert Breads: „Welch unglaublich
unangenehme Überraschung, Jimmy Maxxx. Ich hoffe, du hast dir den Schädel
gebrochen und stirbst nun langsam und qualvoll an einer Hirnblutung. Danke für
das Gespräch.“
Mit genervten Blick will sich
Breads in Bewegung setzen, als Maxxx auf die Aussagen des Kanadiers reagiert.
Jimmy Maxxx: "Meine Fresse
Breads, so Nett und Charmant wie eh und je! Du hättest fast mein Bier
verschüttet! Ne, mal ehrlich, was macht ein Mann und Wrestler von deiner
Kragenweite an einem Ort wie der PCWA. Dort, wo es vor Selbstironie und
Egomanie an jeder Ecke nur so stinkt ohne Ende. Normalerweise hätte ich ja
gesagt, ein Mann wie du passt hier hin wie die Fäuste in deinem Gesicht Breads.
Doch weisst du was? Nach all der Scheiße, die ich gefressen habe, bist sogar du
ein Hauch von Kaviar auf dem leckeren Frühstücksei! Und bevor dir gleich der
Schädel platzt vor lauter Grübellei, ja das war mein Versuch eines Kompliments
dir gegenüber..."
Und da
kippt sich Maxxx wieder einen Schluck Bier in den Rachen. Breads starrt Maxxx
einen Moment lang an als wäre er irgendetwas Ekelhaftes, das man bestenfalls
totschlagen und so tief wie möglich vergraben sollte. Rasch überlegt er sich
den schnellstmöglichen Fluchtweg, blickt sich in der Gegend um und erblickt
dann scheinbar etwas, denn seine Augen verharren auf etwas, ehe er zu sprechen
beginnt.
Robert Breads: „Weißt du was,
Maxxx? Warum erzählst du das nicht jemandem, der das nicht alles schon
vierundzwanzig Mal gehört hat? Wie zum Beispiel...“
Tatsächlich geht Breads zwei,
drei Schritte zur Seite, streckt die Arme aus und zerrt wie aus dem Nichts
einen jungen Herren heran.
Robert Breads: „...ihm hier.“
Breads lässt den Mann los, der
Maxxx nun direkt gegenübersteht und wirbelt auf dem Absatz herum, als er ein
„Hey!“ hört und am Kragen gepackt und zurückgezogen wird. Es gibt kein Entkommen.
Der Mann, den Breads noch eben ranzog, hält nun den Viertplatzierten des
Brawlins Rumbles seinerseits fest. Für den Kanadier überraschend fest, doch in
seinem Desinteresse an der Liga ist ihm offenber entgangen, dass es sich bei
ihm um den zuvor debutierten Wiley Cuts handelt. Der junge Wrestler funkelt den
Free Agent wütend an und lockert erst seinen Griff, als er sicher ist, dass
Breads nun wirklich dort stehen bleibt, wo er ihn haben will. In der Mitte
zwischen ihm und Jimmy Maxxx.
Wiley Cuts: „Und was wird das nun
hier? Sollte das eben etwa ein pseudo-lustiger Abgang von dir werden, der dich
lässig wirken lässt und mich wie einen Trottel hinstellt?“
Man sieht Breads an, dass er nun
am Liebsten einfach „Ja“ sagen würde, doch er behält es für sich und blickt
abwechselnd zwischen Maxxx und Cuts hin und her.
Wiley Cuts: „Aber wo ich schonmal
hier bin, können wir ja auch gleich Bekanntschaft miteinander machen. Ihr seid
also aus der GFCW...nicht mein Metier, aber beim Brawlin Rumble habe ich euch
gesehen. Der Auftritt von dir...“
Er blickt Maxxx an.
Wiley Cuts: „...war ja nicht unbedingt die Krönung einer Karriere, wenn ich
mich recht entsinne.“
Eine weiße
Katze läuft kurz durchs Bild. Sie guckt Breads an. Breads guckt zurück. Die
Katze geht weiter.
Cuts entblößt lächelnd seine
Zähne, als er Maxxx nach der Provokation anschaut. Doch dann zuckt er mit den
Schultern.
Wiley Cuts: „Ich will mich nicht
unbeliebt machen. Kann ja Jedem passieren...bloß bitte nicht zu oft.“
Maxxx lacht, während er in Ruhe
weiter an seinem Bier nippt.
Jimmy: „Sorry, bin ich hier in der PCWA oder der GFCW?"
Jetzt lacht
Jimmy noch mehr.
Jimmy: „Versteh mich nicht falsch Wiley, aber du bist gerade erst angekommen,
ein unbeschriebenes Blatt! Und du willst mir sagen, was ich richtig oder falsch
mache? Ich will nicht Respektlos sein Junge, da ich finde dass du alleine schon
deinem Auftreten nach, eine große Zukunft vor dir hast. Aber da wo Breads und
ich hingeschissen haben, musst du überhaupt erstmal hinkommen mein kleiner,
kapierste das?"
Lässig zuckt Cuts mit den
Schultern.
Wiley Cuts: „Ist schon okay, wenn du mir so eine Standpauke gibst. Aber pass
bitte auf, dass du nicht den Mund zu weit aufmachst, sonst kullert die ganze
Scheiße wieder raus, die du im Laufe deiner Karriere fressen musstest.“
Beschwichtigend
hebt er die Hände.
Wiley Cuts: „Doch, wie gesagt. Ich bin doch nicht zum Streiten da, sondern will
mich nur einmal bei den Herren hier bekannt machen.“
Breads sieht zu Cuts, dann zu
Maxxx, dann wieder zu Cuts.
Robert Breads: „Öhm... Okay. Das
hast du getan. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im Reich der
tiefgründigen Philosophie. Maxxx... ich spare mir jeden weiteren Kommentar.
Richte Hate schöne Grüße aus, solltest du ihn finden, wie er sich Blumendünger
spritzt. Wer weiß, vielleicht komme ich ja bei der nächsten Show nochmal
vorbei, so wenig die Show mich auch interessiert, mit Hate würde ich doch noch
mal gerne eine Kleinigkeit bereden. Bis dann...“
Der Kanadier macht einen
vorsichtigen Schritt aus der Mitte der beiden Wrestler heraus. Niemand packt
ihn am Kragen oder spricht ihn an.
Robert Breads: „... einen schönen
Abend noch, meine Herren.“
Wenige Sekunden später ist
„Canada's Own“ aus dem Bild verschwunden und hat Jimmy Maxxx und Wiley Cuts
allein gelassen. Der Neuling blickt Maxxx noch einmal eindringlich an, die
Stimmung scheint nach den Stichelleien doch etwas angespannt zu sein. Doch dann
lächelt Cuts, auch wenn nicht unbedingt absehbar, inwiefern er das nun ernst
meint, oder ob der junge Wrestler nur etwas vorspielt.
Wiley Cuts: „Nun dann. Unsere
Wege kreuzen sich sicherlich noch einige Male. Dann entscheidet sich, wie wir
zueinander stehen.“
Und damit verlässt er ebenfalls
die Szenerie.
In Jimmy´s Gesicht zeichnet sich eine Mischung aus Lächeln und
Stirnrunzeln. Der Rest Bier wird versenkt und die Dose in den Müll gepfeffert.
Jimmy: „Da brauche ich mich nicht wundern, dass Hate so schlecht aussah, bei
unserem kleinen Gespräch vorhin...."
Dann wird
das Bild schwarz...
Mike Garland: „Das ist doch mal
was. Wir haben nicht nur den Viertplatzierten des Brawlin Rumbles, sondern auch
ein weiteres bekanntes Gesicht und den vorher schon kennengelerntes Wiley Cuts
gesehen.“
Vincent Craven: „Und der Abgang der Protagonisten lässt doch einiges offen.
Wir können froh sein, wenn wir die Drei nochmal zu Gesicht bekommen, auch wenn
Breads und Maxxx leider noch keinen Vertrag unterschrieben haben.“
Mike Garland: „Maxxx scheint ja allem Anschein nach bei Hate gewesen zu
sein. Komisch, dass die Kameras das nicht eingefangen haben – aber Hate haben
wir heute Abend sowieso noch nicht gesehen.“
Vincent Craven: „Und Wiley Cuts ist der typische großmaulige Neuling?“
Mike Garland: „Sieht bisher ganz so aus. Mal sehen, in wie weit er seinen
Worten auch Taten folgen lassen kann.“
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Hudson läuft durch die Gänge. Auch
wenn sein Match schon ein wenig her ist, sieht man ihm die Anstrengungen
deutlich an. Er spuckt auf dem Boden, der Geschmack von Blut liegt ihm im immer
noch Mund. Er greift sich immer wieder ans Kinn. Er läuft hier durch die Gänge
mit einem zerknitternden weißen Hemd auf dem ein paar rote Flecken sind. Fast
schon wie ein absurdes Kunstwerk sieht die Szene aus.
Hudson geht seinen Weg zu seiner
Kabine bis er hinter sich eine Stimme hört.
???: „Ey, muchacho. Du siehst ja gar nicht gut aus. Vielleicht solltest
du dich mal langsam umziehen? Oder den Doc aufsuchen? Wenn sich das neue
Aushängeschild der Firma so hier präsentiert, wirft das doch ein schlechtes
Licht auf Kerry & Gaelic.“
Seine Worte könnten kaum
gleichgültiger sein. Das Wohl der Firma ist längst nicht mehr in seinem
Interesse. Díego Alejandro Sanchéz, auch gezeichnet von seinem Match gegen den
amtierenden Tribune, ist ebenfalls auf dem Weg in seine Kabine. Doch als vor
ihm dieser Hudson aufgetaucht ist, konnte er sich einfach nicht zurück halten.
Denn während die Firma für ihn keinerlei Bedeutung mehr hat, so interessiert
ihn dieser junge Wrestler umso mehr.
Hudson knirscht mit den Zähnen, mit
einem skeptischen Blick mustert er Sanchéz, noch einmal spuckt er auf den
Boden. Dieses Mal provokativ vor Sanchéz‘ Schuhe. Mit schmerzverzerrtem Gesicht
versucht er zu grinsen. Allerdings sieht das Grinsen eher wie eine schlechte
Grimasse aus, mit der man kleinen Kindern Angst macht.
Hudson: „Ich wüsste nicht, was es dich angeht, immerhin bin ich jetzt
hier derjenige, der K&G repräsentiert, und nicht du, oder?“
Der Deutschmexikaner spendet seinem
Gegenüber höhnischen Applaus.
Sanchéz: „Das hast du aber schon gut gelernt, Jamie. Doch egal, was Sie dir sagen, welche Lehrgänge,
Seminare und sonstige Dinge Sie dir
anbieten, dich scheinbar fördern…verlass dich nicht zu sehr auf Sie. Denn wenn du erst Vertraust, können
Sie mit dir machen, was Sie wollen.“
Hudson guckt Sanchéz immer noch mit
dem „Grinsen“ an, so einen Spruch hat er mehr oder weniger erwartet. Immerhin
wurde Sanchéz mehr oder weniger von der Firma verraten.
Hudson: „Willst du damit andeuten, dass ich genau so einfach zu überlisten
bin wie du?
Ich denke nicht. Es gibt zwei Sorten von Menschen auf dieser Welt Diego,
Gewinner und Verlierer und dann gibt es mich JAMIE HUDSON. Ich weiß nicht wie
oft ich mich wiederholen muss, ich bin nicht wie andere Menschen, ich verlasse
mich nicht auf Meinungen von anderen. Würde ich das tun, würde ich vielleicht
genauso wie du enden.“
Díegos Blick verfinstert sich
deutlich. Dieser Junge ist genauso naiv wie er es war.
Sanchéz: „Du solltest aufhören zu denken, dass dir die Firma Gutes tut.
Dass sie DEIN Bestes wollen. Du solltest keinem, der hier im Anzug rumrennt
auch nur ein Wort glauben. Ich weiß, was Sie einem versprechen. Ich weiß, wie
schön das alles klingt. Es scheint wie das Paradies. Luxus, Erfolg und
vielleicht sogar Macht. Und im Gegenzug muss man einfach nur vertrauen. Ist
doch ein guter Deal, oder? Sieh mich an. Ich war auf dem Weg, den du gehst. Sie
hatten mit mir größere Pläne, als du sie dir überhaupt erträumen kannst. Und
doch hat es nur ins Verderben geführt. Und genauso wird es auch dir passieren,
wenn du nicht endlich aufwachst.“
Hudson's Grinsen verschwindet
langsam, so wie eigentlich fast immer wenn er in eine längere Konversation
verwickelt wird zeigt sich wieder seine temperamentvolle Seite.
Hudson: „Ach, so ist das also. Ich dachte, du spricht nicht nur Spanisch
aber vielleicht bist du auch nur taub, ich bin HUDSON nenne mir einen Grund
wieso ich auf dich hören sollte. Los, tu dir keinen Zwang an.“
Der ehemalige Tribune lässt seinen
Kopf sinken. Es gefällt ihm nicht, doch wenn dieser junge Amerikaner es darauf
anlegen will…
Sanchéz: „Ich habe dich schon damals vor den Fängen der Firma gerettet.
Doch wenn du nicht auf mich hören willst, Hudson, dann tu DU dir keinen Zwang
an und renn in dein Verderben. Du willst den Harten spielen? Du willst zeigen,
dass du etwas Besonderes bist? Besser wie John Smith, wie Tito van Nelle,
Warren Black oder wie ich? Dann versuch es doch!“
Genug gesagt. Mehr Chancen wird er
Jamie Hudson nicht mehr geben. Wenn dieser seine eigenen Erfahrungen, seine
eigenen Narben sammeln will, obwohl er es besser wissen könnte…ja eigentlich
besser wissen müsste, dann ist ihm nicht zu helfen. Er verschwindet in den
Gängen des PCWA Theaters um in seiner Kabine die Wunden zu lecken.
Hudson ein wenig schockiert von der
Wahrheit, die hinter diesen Worten steckt, er schlägt sich auf die Wangen als
wolle er aufwachen. Wieso sollte die Firma ihn betrügen, was weiß dieser Diego
schon. Er hatte ihn nicht gerettet, es hatte sich damals selbst gerettet.
Genau, er will Hudson nur manipulieren, das ist was er vorhat.
Aber nicht mit ihm.
Hudson: „NICHT MIT HUDSON!“
Mike Garland: „Wenn sich da mal nicht zwei Leute in
die Haare gekriegt haben.“
Vincent Craven: „Ich würde ja eher sagen, Hudson
hat soeben einen starken Verbündeten verloren.“
Mike Garland: „Aber ob er das realisiert?“
Vincent Craven: „Ich weiß nicht. Andersherum könnte
man auch fragen, ob Sanchéz realisiert hat, dass die Firma nicht mehr so
aufgestellt ist, wie noch zu seiner Zeit an deren Spitze.“
Mike Garland: „Was die Wrestler, die sie vertritt
angeht, ja. Hudson ist quasi der Einzige.“
Vincent Craven: „Und deshalb könnte es wie wir
schonmal besprochen haben bei Jamie tatsächlich anders laufen als vorher.“
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Eine
dunkle Gestalt und eine Rolle Stacheldraht. Die Klinge einer Schere blitzt im
Licht des soeben aufflackernden Deckenlichtes auf.
„What the fuck!?“
Die
Worte des Social Media King of the Ring lassen die Töle aufschrecken. Der Mann
im Ganzkörperanzug, der sich letzte Vendetta als Nachfolger des Schlächters
vorstellte, richtet sich auf und wendet seinen Kopf zum herankommenden Caleb
Yuma.
Caleb Yuma: „Was machst du hier in meiner
Kabine?“
Kombiniert
wird diese Frage mit einem genervten Blick. Auch die Augen der Töle verraten
eine gewisse Überraschung. Langsam folgen sie dem ausgestreckten Zeigefinger
Yumas der auf ein Schild deutet. In der Tat sehen wir Caleb Yumas Namen an der
Tür auf die Töle schaut. Dann fällt der Blick NFTs auf die Stacheldrahtrolle
und die Schere, die er vor lauter Schreck aus der Hand fallen ließ.
NFT: „Ich?“
Der Mr.
New Media der PCAW quittiert die Äußerung der Töle mit einem Augenrollen und
schaut sich demonstrativ um.
Caleb Yuma: „Ist hier sonst noch jemand
außer uns beiden?“
Auch
NFT schaut sich um, doch außer den beiden fängt die Kamera keine weiteren
Menschen ein.
NFT: „HAR HAR HAR...“
Bedrohlich
schreitet NFT auf Yuma zu, der sofort in Angriffshaltung geht. Man kann ja nie
wissen, egal wie lächerlich die potentielle Bedrohung aussieht.
NFT: „Das Schicksal hat mir mein erstes
Opfer hierher gezaubert… DICH! Ist das nicht witzig? Da wollte ich mich auf die
lange Suche machen, um ein angenehmes Opfer für meine erste Schandtat zu
finden… die Schandtat, die mich dem Schlächter erneut einen Schritt näher
bringen wird… und dann kreuzt du hier auf! Apropos Kreuz. GRRR!“
Mit dem
Tiergeräusch macht die Töle Caleb auf zwei Holzpfähle aufmerksam, die sich
hinter Stacheldrahtrolle und Schere möglichst unauffällig verhalten.
NFT: „Ach, bevor du geschlachtet wirst,
sollte ich mich vorstellen. Nelson Friedrich… TÖLE! TÖLE! TÖLE!“
Caleb Yuma: „Das ist sehr nett, dass du dich
vorstellst. Nur wenn ich geschlachtet werden will, dann lasse ich das
medienwirksam durch den Undisputed Gerasy Champion Robert Barker geschehen.
Davon habe ich dann wenigstens etwas. Also was soll das hier? Warum wird meine
Kabine zur Müllhalde des neuesten Karnevalclowns umfunktioniert? Warum muss der
Rookie hier mit den Freaks die Kabine teilen?“
Wild
fuchtelt NFT mit den Armen und Beinen umher und schüttelt dabei heftig den
Kopf.
NFT: „Schwachmat, du kennst dein eigenes
Zuhause nicht? Hier geht der Schlächter umher und ich bin sein neuster Jünger!
In der ersten Show, als der Schlächter seinen Gerasy Title um die Hüften trug,
kam ich hierher, um es ihm gleichzutun. Spürst du unsere Magie, die uns seit
der letzten Vendetta verbindet? Spürst du, wie sich unsere innersten Ströme
miteinander kulmunieren und zu einem reißenden Strom der Angst werden? Spürst
du es, Caleb? Sag es mir… SPÜRST DU MICH? GRRR!“
Caleb Yuma: „Ich bin der Guru des Social
Web, ich weiß alles über die PCWA. Ich weiß, was die Internet Wrestling
Community denkt, worüber sie diskutiert. Natürlich wurde dein Debüt in den
Foren von der IWC diskutiert. Natürlich wurden Fragen gestellt, Kommentare
gepostet. Was ich spüre, ist der Puls der Fans. Ich spüre ihre Bedürfnisse.
Dich hingegen, möchte ich niemals spüren.“
Mit
einem Kopfschütteln wendet sich Yuma ab und greift in seine Reisetasche, um
sein Smartphone an den Strom anzuschließen. NFT beugt sich vor, aber bleibt
ebenfalls in Bereitschaft falls sein Gegenüber nur ein Ablenkungsmanöver
vollzieht und doch plötzlich einen Angriff wagen sollte.
NFT: „Heute erfolgt der zweite Streich. Das
erste Opfer… mein erstes Opfer! Willkommen Caleb Yuma. Du wirst gleich auf dem
Altar der Angst geopfert!“
Der
Kopf der PCWA Internetsensation fällt in den Nacken. Ein lautes Stöhnen
begleitet diese Gestik. Mit einer einfachen Handbewegung weist Yuma Nelson
Friedrich Töle wortlos auf die zahlreichen Kameras hin, die dafür sorgen, dass
den Fans und Kerry & Gaelic nichts in dieser Halle entgeht. Dann
kommandiert der Soical Media King of the Ring mit dem Worten Blake Milton sein
Smartphone. Dieses wählt nun das Handy Blake Miltons an, seines Zeichens
Sicherheitschef der PCWA.
Caleb Yuma: „Dude, ist das dein ernst? Die
Firma hat jede Ecke dieser Halle verkabelt. Nichts entgeht der Öffentlichkeit.
Nichts, womit man Geld verdienen kann, soll unter den Tisch fallen. Zudem bin
ich das personifizierte Social Web. Ich habe zig tausende Twitter Follower,
besitze ein Smartphone, das andauert Inhalte ins Netz stellt. Glaub mir, selbst
wenn du mich schlachten wolltest, die digitale Welt wird dafür sorgen, dass
dies nie passiert. Diese Situation hier, wird nie eskalieren. Und ist das nicht
der Sinn des Schlächtens? In der Anonymität der Dunkelheit und des Geheimen zu
eskalieren?“
Die
Töle wankt zurück und sieht zur Kamera empor. Sie legt den Kopf schief. Yuma
hingegen packt sein, die Situation weiter aufzeichnendes, Smartphone auf die
Bank.
NFT: „Du weißt dir selbst nicht zu helfen,
also bemühst du diesen neumodischen Kram, um dich aus der Bredouille zu retten.
Kannst du überhaupt etwas alleine? Oder läufst du nur diesen neumodischen
Medien nach und versuchst dich ganz transparent zu machen? Weißt du, du bist es
nicht wert geopfert zu werden! Ich möchte jemanden mit Charakter. Jemanden, der
noch Geheimnisse hat, die ich durch Folter erfahren kann… HAR HAR. Du bist ein
offenes Buch. Langweilig!“
Caleb Yuma: „Richtig, ich bin ein offenes
Buch. Ich lebe die Transparenz der Web 2.0 Ära. Außerdem ist der Vorwurf, ich
sei ein Mitläufer bzw. Nachläufer von etwas ist gerade aus deiner Maske absolut
witzlos. Bist nicht du es, der dem neuesten PCWA Trend hinterher läuft? Dem
Trend, dem auch Lucifer und die next Century gods nacheifern? Jedes Jahr gibt
es solch einen Trend im Wrestling, dieses Jahr war es Barker. Ich vertrete
einfach nur eine Lebensphilosophie – die des digitalen Tsunami. Du bist ein
Pausenclown, der Anschluss in der aktuellen It Gruppe der PCWA sucht.“
NFT: „Du stellst den Schlächter in Frage?“
Mit
einem heftigen Schlag hämmert sich NFT auf die Brust und damit auf den Bluttropfen,
der seinen Ganzkörperanzug ziert. Selbstbewusst streckt er den roten Punkt nach
vorne und demonstriert seine Zugehörigkeit zur Angst.
NFT: „NIEMAND STELLT DEN SCHLÄCHTER IN
FRAGE, KAPIERT?“
Caleb Yuma: „Ich liebe es Robert Barker in
Frage zu stellen. Er ist ein noch größerer Blender als ich es bin. Und er
selbst weiß dies am besten. Allein deshalb waren seine Augen voller Trauer, als
ich mich als Rookie selbst eliminiert habe. Barker sucht keine starke
Herausforderung, er will Kanonenfutter. Deshalb umgibt er sich auch mit
prägsamen Geistern, die dankbar als seine Entourage anheuern. Dich muss er
lieben!““
Ehe das
Brüllen der Töle verhallt, setzt sie fort.
NFT: „Ich laufe ihm nicht nach! Ich mache
mich eins mit ihm. Aber diese Dimension vergesst ihr in der neuen Welt. Ihr
seid auf den Terrorismus gar nicht vorbereitet!“
Mit dem
in einen roten Handschuh gehüllten Zeigefinger deutet er auf sich selbst.
NFT: „Schau mich an! Ich sitze in einem
Flugzeug und jage es schnurstracks in den Turm der Ignoranz. Du bist nichts
weiter als ein Passagier, Caleb. All deine Maschinen, all deine Waffen und
Spielzeuge, was nützen sie noch? Wenn wir das als Waffe brauchen, was ihr
niemals gebrauchen würdet – unser LEBEN! Kapiert? Du willst alles aus deinem
Leben rausholen und verkommst dabei zum Sklaven deiner selbstgeschaffenen
Medien – ich aber gebe mein Leben, um etwas zu verändern. UM EUCH DIE ANGST ZU
LEHREN. Das ist keine Sklaverei… DAS IST FREIHEIT!!!“
Caleb Yuma: „Damit gibst du schon mehr als
dein Prediger. Barker würde niemals sein Leben geben. Barker würde gar nichts
geben, lediglich seine neuen Follower. Ich hingegen gebe mich meinen Followern
hin.“
NFT: „AHA… und wo ist Robert Barker? Wo ist
er, frag ich dich! TOT! TOT! ES LEBE DER SCHLÄCHTER!“
Caleb Yuma: „Barker wird immer Barker
bleiben. Schlächter, das ist nur ein Markenname der ein Image verkauft. Doch
ich kaufe nichts. Ich verkaufe selbst!“
Der
Social Media King of the Ring macht einen Schritt auf die Töle zu, was diesem
weniger zu gefallen scheint.
Caleb Yuma: „Und jetzt nochmal eine Message
für dich, damit wir zwei klar sind:Solltest du mich noch einmal in meiner Kabine opfern wollen,
schreibe mir vorher eine SMS. Ich habe diesen Witz hier wirklich genossen und
ich treffe gern neue Leute. Aber ich will den Quest 4 the Best gewinnen – da
kann ich keine Ablenkungen wie diese gebrauchen. Du scheinst ein witziger Kerl
zu sein und ich bin ebenfalls ein netter Kerl. Deshalb sage ich es dir im
Guten: suche dir andere Spielkameraden und komme mir nicht in die Quere. Dann
bleiben wir beide coole Dudes. Und wer weiß, vielleicht predige ich dir mal
etwas und erleuchte dich. Aber das verschieben besser auf die Zeit nach CORE.
Verstanden?“
NFT: „Jetzt ist wohl jemand wütend geworden,
was?“
Aufgeschreckt
springt die Töle von einem Bein auf das andere.
NFT: „Oder…“
Nun
beginnt er mit den Armen zu fuchteln.
NFT: „ODER…“
Der
Kopf wackelt hin und her.
NFT: „ODER…“
Die
Töle bebt.
NFT: „HAST DU ANGST???“
Plötzlich
bleibt Nelson Friedrich stehen.
NFT: „HAR HAR… Es ist die Angst, die dich
lähmt. Schon bei der letzten Vendetta, als du dich selbst eliminiertest. ANGST…
ANGST… ANGST… Spürst du mich?“
Caleb Yuma: „Okay… von jeder Seite stecke
ich Kritik ein. Aber von einem anderen Rookie in solch einem Aufzug? Oh bitte...“
Nelson
schüttelt den Kopf.
NFT: „Du willst es nicht eingestehen, aber
ich weiß es. Du hast Angst… vielleicht sehen wir uns ja wieder… vielleicht
spürst du mich in deinem Nacken, wenn du den Backstagebereich durchschreitest.
Vielleicht spürst du mich vor dir ehe du das nächste Mal das Licht deiner
Kabine anmachst… Oder vielleicht spürst du mich unter dem Ring, wenn du
nächsten Monat im Viertelfinale kämpfst. GRRR! Denn niemand… NIEMAND VERGISST
EINE TÖLE!“
Fassungslos
schaut Yuma sein Gegenüber an. Kopfschüttelnd dreht er sich um, stöpselt sein
Smartphone aus und verlässt seufzend seine eigene Kabine. Er liebt es sein
Netzwerk zu erweitern, aber manchmal fragt er sich, welchen Preis er dafür
bezahlt. Grimmig schaut NFT Caleb Yuma hinterher, ehe dieser noch einmal zurück
kommt und wortlos das Licht ausschaltet. In der dunklen Kabine bleibt einzig
die Töle zurück, während auf dem Flur auch das letzte Licht von Yumas
Smartphone Display erlischt.
NFT: „Spürst du mich?“
Mike Garland: „Oh man, noch einen Schlächter
können wir hier nicht gebrauchen.“
Vincent Craven: „Wobei die Töle wirkt eher
harmlos…“
Mike Garland: „Da wäre ich mir nicht so
sicher. Zwar hat sie Yuma nicht angerührt, aber wer weiß, was da noch kommen
wird. Vielleicht wurde sie hier von Caleb auch nur überrascht!?“
Vincent Craven: „Yuma kann einem heute ja
fast schon leid tun. Erst läuft das Gespräch mit seinem Mentor in die falsche
Richtung, dann reden er und McFly aneinander vorbei und zu guter letzt lauert
ihm die Töle auf.“
Mike Garland: „GRRR.“
--------------------K&G/PCWA--------------------
Erst
wenige Augenblicke ist es her, dass er noch selbst im Ring gestanden hat. Tief
schnaufend, von Anstrengung gekennzeichnet, wabert Pavus Maximus durch die
Katakomben auf dem Weg zu seiner Kabine.
Wie immer wenn ich nach dem Leben griff, blieb nichts in
meiner Hand.
Ich möchte Flamme sein und Asche werden und hab noch nie
gebrannt.
So
viele Gedanken in seinem Kopf und doch wird er hart aus eben diesen gerissen,
als ihm sein Gegner der letzten Show, Alistair, ins Auge fällt. Dieser macht
sich, ohne Pavus aus der Entfernung zu
bemerken, schnellen Schrittes den Backstagegang entlang und der Hüne weiß ganz
genau, dass das definitiv nichts, aber auch gar nichts Gutes zu bedeuten hat.
Ohne großartig
zu überlegen nimmt der Hamburger die Verfolgung auf.
+ Cut +
Auch
Rebel called Hate ist gerade auf dem Weg zu seiner Kabine. Direkt vor der Tür
hält er aber kurz inne. Ist das etwa leise Musik aus dem Inneren
des Raumes? Vorsichtig greift er nach der Türklinke und drückt sie hinunter.
Mit einem leisen Quietschen drückt er die Tür auf, nur einen Spalt.
Tatsächlich.
Leise Musik. Ein Kinderlied, begleitet von den klimpernden Klängen einer…
Spieluhr?
Häschen in
der Grube, saß und schlief, saß und schlief.
Armes Häschen bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf, Häschen hüpf, Häschen hüpf.
Häschen, vor dem Hunde hüte dich,
hüte dich.
Hat gar einen scharfen Zahn,
packt damit mein Häschen an.
Häschen lauf, Häschen lauf, Häschen lauf.
Ungläubig
packt Rebel called Hate die Klinke nun fester und stößt die Tür mit einem Ruck
auf. Das, was er dort sieht, erstaunt und beängstigt ihn zugleich.
Direkt
auf dem Boden vor ihm steht eine kleine Spieluhr aus weißem Porzellan. Auf der
verzierten Spitze dreht sich die bunt bemalte Figur eines kleinen Häschens, der
Hate mit lustigem Grinsen anstarrt.
Erschreckender
aber ist die Gestalt, die direkt neben der Spieluhr auf dem Boden sitzt. Im
Schneidersitz kauert dort Patricia Selladore. Sie trägt ein weißes
Rüschenkleidchen, welches jedoch über und über mit Blut beschmiert ist. Den
linken Ärmel hat sie hochgekrempelt und einen Gürtel eng um den Oberarm
geschlungen. In einer blau angeschwollenen Vene in ihrer Armbeuge steckt noch
eine Spritze.
„Chchchch…“
Hate
weicht einen Schritt zurück, als Patricia plötzlich aufstöhnt und zu ihm
aufblickt. Mit blutunterlaufenen Augen blickt sie ihn aus einem kreidebleichen
Gesicht an. Dabei reckt sie ihm den rechten Arm entgegen. Auch hier erkennt
Hate deutlich die Einstiche.
Patricia: „Komm zu mir. Komm, kleines
Häschen.“
Skeptisch
betrachtet der Rebell das Living Dead Girl. Nein, er will ihre Hand nicht
nehmen. Verächtlich drückt er sie von sich fort.
Hate: „WHAT THE FUCK?! Was ist das hier
schon wieder, erneut so ein Psychospielchen?“
Zu gut
hat er noch seine erste Begegnung mit Patricia im Kopf. Damals als sie und
Alistair ihm auflauerten und… Pavus ihm zu Hilfe kam. Rebel called Hate mag
nicht mehr an diese Zeit denken…
Hate: „Verschwinde von hier! Noch einmal
falle ich nicht auf deine Tricks herein!“
Patricia
scheint seine Worte gar nicht wahrgenommen zu haben. Stattdessen hat sie mit
einem Ruck die Spritze aus ihrem Arm gezogen. Ein dünner Strahl Blut tritt
hervor, versiegt aber ebenso schnell wieder. Sie lässt die Spritze einfach auf
den Boden fallen.
Patricia: „Guter Stoff. Ich habe noch mehr
davon. Willst du auch etwas?“
Mit
wackeligen Beinen steht sie auf. Dabei versagen ihre Knie den Dienst und sie
fällt Hate direkt in die Arme.
Patricia: „Ich weiß doch, dass du es auch
brauchst. Ich sehe es an deinen Augen.“
Hate
atmet tief durch. Sollte er etwa dieser Versuchung nachgeben? Zu gut erinnert
er sich noch an Zeiten, an denen er ein solches Angebot niemals ausgeschlagen
hätte. Hatten sich die Zeiten wirklich gewandelt? Ja. Hate stößt Patricia von
sich.
Hate: „NIEMALS! DU WEISST NICHT, WER ICH BIN
UND WIE ES IN MIR TICKT! DU WEISST GARNICHTS ÜBER MICH! ICH WERDE DIESE
VIELLEICHT LETZTE CHANCE HIER NICHT LEICHTFERTIG VERTUEN!“
Patricias
Reaktion ist ein böses Fauchen.
Patricias: „Lügner! Du bist ein schlechter
Lügner, du Bastard! Einmal an der Nadel, immer an der Nadel. Vermisst du dieses
Gefühl etwa nicht? Wachst du nicht auch nachts auf mit einem Turkey und
wünschst dir nichts anderes, als dir einen Schuss zu setzen? Nur einen
einzigen, nur einmal noch dieses großartige Gefühl erleben. Komm, Hate, lass es
uns zusammen genießen.“
Genießen.
Ein Schauer jagt Hate über die Haut. Wie sehr er dieses wunderbare Gefühl
vermisst, wie… nein. Er muss stark bleiben.
Hate: „Warum sollte ich dir auf einmal
vertrauen? Aus purer Freundlichkeit machst du mir dieses Angebot sicher nicht,
gerade nicht nach dem, was ich dir beim PPV angetan habe…“
Vor
seinem inneren Auge spielen sich noch einmal die schrecklichen Szenen vom
Imperial Impact ab. Aber das war ein anderer Hate, nicht er…
Patricia
kichert in sich hinein.
Patricia: „Vielleicht, weil ich an diesem
Abend eines erkannt habe, als du dich an mir und Alistair so richtig ausgetobt
hast. Wir beide, wir sind uns mehr als ähnlich. Wir halten uns nicht an
Konventionen, wir leben unser Leben nicht so, wie es die Gesellschaft von uns
erwartet. Du hattest allen Grund, es mir so richtig heimzuzahlen. Ich war ein
böses Mädchen und hatte es nicht anders verdient.“
Sie
tritt wieder auf ihn zu und fährt sich dabei selbst mit einer Hand unter den
Saum ihres Kleides.
Patricia: „Diese rohe Gewalt, die in dir
steckt. Sie macht mich so verrückt. Komm, lass uns einen gemeinsamen Schuss
setzen und es dann miteinander treiben.“
Hate: „NEIN! NIEMALS WERDE ICH MICH WIEDER
IN DIESE HÖLLE BEGEBEN!“
Patricias
Kreischen wird immer lauter.
Patricia: „Sei ein Mann! Nimm mich und
besorge es mir! Komm schon, komm!“
Sie
wirft sich ihm entgegen, aber Rebel called Hate weicht aus, so dass die
taumelnde Patricia gegen die Wand hinter ihm läuft und zu Boden stürzt.
Hate: „Verschwinde von hier. Ich gebe dir
noch eine Chance.“
Stöhnend
richtet Patricia sich auf. Ihr Gesichtsausdruck ist auf einmal… anders. Mit
funkelndem Blick sieht sie ihr Gegenüber an.
Patricia: „Und bist du nicht willig, so
brauch ich Gewalt.“
Hate
will etwas entgegnen, aber in diesem Moment tritt eine weitere Gestalt in den
Raum. Alistair Brunswick. Der Tribune Champion bleibt einen kurzen Moment
einfach im Türrahmen stehen, bevor er mit einer theatralischen Geste Tom Nowaks
Schlagring aus der Tasche zieht und sich über die Faust streift.
Alistair: „Ich habe gerade ein Déjà-vu. Sieht so aus, als wären nur
diesmal wir in der Überzahl.“
Grinsend
tritt er auf Hate zu. Auch Patricia ist auf einmal auf den Beinen.
Patricia: „Manche Dinge sollte man besser
mit Bedacht machen, da sie sich früher oder später rächen. Sag, wo sind jetzt
deine jämmerlichen Schergen?“
Beide
bauen sich direkt vor Hate auf.
Hate: „ICH…“
Alistairs
erster Schlag trifft ihn mit einer Wucht, die er nicht erwartet hat. Ebenso die
weiteren, die darauf folgen.
+ Cut +
Als
Pavus um die Ecke des Ganges biegt sieht er noch wie Alistair direkt in der
Kabine von Hate verschwindet. Genau dieser Rebel called Hate, genau dieser Mann
auf dem so viele seiner Gedanken basieren.
Schreie
hallen ihm entgegen, es sind die Schreie des Rebellen, diese Stimme kennt er,
er wird sie nie vergessen. Viel zu oft hat er sie gehört – egal ob lüstern oder
schmerzverzerrt – diese Stimme hat sich in ihm festgesetzt.
Kurz
überlegt er, doch binnen weniger Sekundenbruchteile sprintet der Hamburger los
und betritt schnurstracks die offene Kabine. Was er sieht, bestätigt seinen
Verdacht.
Pavus
sieht Rebel called Hate, der gerade von Patricia in den Schwitzkasten genommen
wird. Alistair ist gerade dabei, einen Schlagring tief in der breiigen Masse zu
versenken, die einmal ein Gesicht war.
Pavus: „Nehmt sofort eure dreckigen Finger
von ihm!“
Fast
schon schnaubend steht der Hüne im Türrahmen und die beiden next CENTURY gods
lassen kurz von ihrem Opfer ab. Hate erbricht derweil einen dunkelroten Schwall
Blutes auf den Teppich.
Alistair: „Da scheiß doch einer die Wand an!
Wir haben gerade mit Hatee ein wenig Spaß und schon kommt Knecht Ruprecht aus
seinem Wald und hilft diesem Wicht! Nicht schon wieder!“
Er
wendet sich zu Pavus und hebt den Schlagring.
Alistair: „Wir beide haben ohnehin noch ein
Wörtchen miteinander zu reden. Und dieser kleine Freund hier in meiner Hand hat
dich auch schon vermisst.“
Pavus: „Ich habe dir vorhin nicht ohne Grund
gesagt, dass du diesen Schlagring NIE WIEDER einsetzen wirst. Ich halte mich an
das, was ich sage!“
Alistair: „Du hast mir vorhin schon mein
Match kaputt gemacht, das hier werde ich mir nicht von dir versauen lassen.“
Alistair
will auf den Hünen losgehen, Pavus geht sofort in Stellung zum erneuten
Schlagabtausch, aber Patricias Stimme hält Alistair zurück.
Patricia: „Halt, Alistair. Erkennst du denn
nicht das offensichtliche…?“
Sie
schmettert Hates Kopf zu Boden und wendet sich nun ebenfalls Pavus zu. Kokett
stemmt sie die Hände in die Hüften, legt den Kopf schief und blickt ihn an.
Patricia: „Du willst dich beteiligen, heh?
Damals hast du ihm beigestanden, weil ihr Partner wart, aber seitdem ist viel
Zeit vergangen. Hat es wehgetan, als er dich hintergangen hat? Es ist kein
schönes Gefühl, von so betrogen und benutzt zu werden. Du willst ihm nicht
helfen, right? Du willst nur verhindern, dass nichts mehr von ihm übrig ist,
wenn wir mit ihm fertig sind.“
Kurz
stockt der Hamburger, sein Blick fällt auf den Rebellen, wie er dort am Boden
kauert und irgendwas regt sich im Hünen. Da ist irgendein Gefühl, dass ihm
sagt, was er zu tun hat.
Pavus: „Ich sagte… nehmt eure…“
Alistair
kommt ihm dazwischen, bevor er seine Gedanken weiter ausführen kann.
Alistair: „Oh shit, was für eine Zwickmühle
das wohl sein muss für dich. Da sind wir, die räudigsten Bastarde auf diesem
verdammten Planeten, die feige auf einen Wehrlosen losgehen. Was für eine
Gelegenheit für den gutmütigen Wikinger, sich einmal wieder als Held zu
beweisen. Aber was für ein Dilemma, wenn ausgerechnet das Opfer derjenige ist,
den unser Nordmann noch mehr hasst als uns beide. Ja, für wen entscheidest du
dich, Pavus?“
Erneut
wirft Pavus den Blick auf Hate, eigentlich hatte er diesen nie von ihm
abgewendet. Dieser Zwiespalt in seinem Inneren. Oh wie tut es ihm gut den
Rebellen am Boden liegen zu sehen, sabbernd, in seinem eigenen Blut.
Gäbs nur
einen Augenblick des Glücks für mich, nähm ich ewiges Leid in Kauf.
Doch alle Hoffnung ist vergebens, denn der Hunger hört nie auf.
Oh wie
es schmerzt. Dieser Anblick von diesem kleinen, aber doch so zähen, straffen
Körper.
Pavus: „Es ist mir scheißegal, wer da vor
euch kauert. Ich habe eure unfairen Spielchen so satt. Immer wieder zwei gegen
einen. Es kotzt mich so an und ich werde es nicht zulassen. Egal um wen es sich
handelt, ich würde mich jedem, der euch alleine gegenübersteht an die Seite
stellen.“
Patricia: „Das ist dein letztes Wort?“
Der Hamburger
ballt die Fäuste.
Pavus: „Mein allerletztes.“
Kurz
tauschen Alistair und Patricia Blicke aus. Ihr Blick fällt auch auf den immer
noch am Boden liegenden Hate, der sich röchelnd aufzurichten versucht.
Plötzlich
kommt Patricia eine Idee.
Warum
sich um ein Opfer streiten, wenn der Retter vielleicht ähnliche Pläne hegt?
Mit
einem knappen Nicken gibt sie Alistair zu verstehen, dass man besser das Feld
räumen sollte.
Patricia: „Er gehört dir. Mache mit ihm, was
du willst. Aber schiebe es nachher nicht uns in die Schuhe.“
Patricia
bückt sich noch, um vorsichtig die Spieluhr aufzuheben. Alistair lässt den
Schlagring wieder in seiner Tasche verschwinden,
Alistair: „Wir beide sehen uns ohnehin noch
früh genug…“
Er
wirft dem Nordmann ein höhnisches Grinsen zu, während der Hamburger leise
murmelt.
Pavus:
„Nemo Me Impune Lacessit!“
Lachend
verlassen die next CENTURY gods die Kabine. Pavus hört Alistairs Stimme noch
auf dem Flur.
Alistair: „Vom Regen in die Traufe…“
Besser
hätte man es wohl nicht ausdrücken können. Pavus und Hate alleine. Wie oft gab
es dieses Bild schon und wie vielen unterschiedlichen Situationen, mit so
vielen verschiedenen Emotionen.
Pavus
blickt Hate an, die Faust ist nach wie vor geballt.
Doch immer, wenn ich
nach dem Leben greif, spür ich, wie es zerbricht.
Ich will die Welt verstehen und alles wissen und kenn mich selber nicht.
Die
Faust zittert, genau wie der gesamte Körper des Hamburgers. Was soll er tun in
diesem Augenblick, auf den er so lange gewartet hat, den er so herbeigesehnt
hat? Und wieder dieses Gefühl, das ihm sagt was er zu tun hat.
Die
Faust schnellt nach vorne, bremst kurz vor dem, was mal ein Gesicht war, ab und
öffnet sich langsam. Der Hamburger bietet dem Rebellen, seinem ehemaligen
Rebellen, hier wirklich die hilfreiche Hand an.
Blut
läuft aus seinem Mund und ein seltsames Lächeln zeichnet sich ab als der Rebel
erkennt das Pavus nicht zuschlagen wird. Seine müden Augen rollen wie wild
umher und geben seinem Gesicht einen noch psychotischeres Antlitz.
Hate: "Ich... ich wusste es... ich
wusste es einfach..."
Langsam erhebt sich der zerstörte Körper
des Rebellen, er sucht Halt an einer Wand und schiebt sich eine Zigarette in
den Mundwinkeln. Zitternd sucht er nach seinem Feuerzeug, als es in einer
Hosentasche gefunden hat zündelt er damit vor seinem Mund damit herum. Doch es
will nicht angehen, er bemerkt das Blut in die Verbindungen gesickert ist,
dennoch versucht er immer und immer wieder das Feuerzeug dazu zu bewegen
endlich die Flamme zu entzünden die er braucht.
Es gelingt ihm nicht, ein müdes Lächeln
legt sich auf sein Gesicht.
Hate: "Weißt du, Pavus... Gott hat mich
verlassen und spielt eine tragische Komödie mit meiner Existenz. Er will dass
ich unendlich viel Schmerzen einstecke... und gleichzeitig sorgt er dafür dass
Love endlich zu mir zurückkehrt. Er sorgt dafür dass ich Drogen vor meinen
Augen habe und zwei widerwärtigen Kreaturen hilflos ausgesetzt bin... dann
schickt er dich um diese zwei Kreaturen zu vertreiben. Es muss alles ein Ziel
haben Pavus... findest du nicht, dass diese Situation Schicksal ist?"
Seine
müden Augen öffnen sich schlagartig und versuchen in Pavus wundervolle Augen zu
blicken.
Hate: "Als...als ich dich damals
verraten habe verfolgte ich das Ziel zwei Sachen auf einmal in mir zu spüren...
den wunderbaren Geruch einer Frau und diese unbändige Kraft welche du
ausstrahlst... Pavus ich habe niemals aufgehört dich zu lieben. Lass es uns
erneut versuchen... ich, du und Love... es wäre so traumhaft. Findest du
nicht?"
Ungläubig,
fast total verschreckt schaut Pavus den kleinen Körper und den blutenden Mund
an, während sein Mund weit offen steht, fast schon entsetzt. In einer Art
Trance greift er in die Hosentasche und erntet sein Feuerzeug und entflammt
Hate so seine Zigarette.
Die Gedanken
schießen ihm durch den Kopf, all seine Gefühle werden gebündelt auf diese eine
Nacht gerichtet, in der Hate ihm den Rücken zukehrte und sich gegen ihn
entschied.
Er ahnte
nicht, dass ich verloren bin.
Ich glaubte ja noch selbst daran, dass ich gewinn.
Doch an diesem Tag geschahs zum ersten Mal.
Er starb in meinem Arm.
Dass
der Nordmann nah am Wasser geboren ist, ist hinlänglich bekannt, doch
anscheinend ist er auch nahe am Wasser gebaut denn seine Augen reichern sich
mit Tränenflüssigkeit an, füllen sich mit Wasser.
Pavus: „Ist das dein Ernst, Hate? Ist das
wirklich dein Ernst?“
Ungläubig
schüttelt der Hamburger den Kopf, er kann es nicht verstehen. Warum tut Hate
ihm das nur an, wieso bringt er ihn so dermaßen in eine Konfliktsituation?
Jeder
glaubt, dass alles einmal besser wird,
drum nimmt er das Leid in Kauf.
Ich will endlich einmal satt sein,
Doch der Hunger hört nie auf.
Pavus: „Du dreckiger, verdammter Hund. Du
hast es immer noch nicht verstanden. Noch nicht Mal ansatzweise. Du willst mich
wirklich verarschen, oder? Hate… willst du mich verarschen, huh?“
Die
Faust ballt sich langsam wieder. Hätte er die Situation doch nur ausgenutzt und
auch das letzte Stück Scheiße aus diesem Körper geprügelt. Aus diesem so
wunderbaren Körper.
Doch die
wahre Macht, die uns regiert,
ist die schändliche, unendliche, verzehrende, zerstörende
und ewig unstillbare Gier.
Der
Blick versteift sich, tastet Hate ab. Wut und Verlangen mischen sich, werden
ein unausdrücklicher Cocktail an Gefühlen. Er ist überfordert. Mit allem. Die
Faust wird nach vorne geschwungen und trifft Hate in die Magengegend. Nur ein
einziger Schlag, ein fester Schlag, der so unglaublich gut tut, der befreit.
Ein Schlag der ihm fast das Herz zerreißt.
Hate
krümmt sich vor Schmerzen, Tränen laufen über sein Gesicht, doch plötzlich
lacht er laut auf.
Hate: "Du verdammter Hurensohn!"
Wieder
schafft er es sich keuchend aufzurichten, sein Blick entfesselt plötzlich eine
Kälte, die man so von ihm nicht gewohnt ist.
Hate: "Du willst Krieg?"
Pavus
verzieht keine Miene sondern ballt erneut die Fäuste.
Hate: "Du beschissenes, kleingeistiges
Arschloch... Ich HASSE Dich! Ich habe dir ein Angebot gemacht, mit welchen wir
hätten leben können...du Drecksack hast mich niemals verstanden, hast nur das
gesehen was du sehen wolltest... hast meine Seele vergewaltigt wie all die
Mösen, die ich leckte, bevor ich deinen Schwanz bei mir hatte. Du bist kein
Stück anders... du machst hier überall einen auf "lieben Teddybären"
doch NIEMANDEM hast du jemals deine wahre Fratze gezeigt. Du hast mich einmal
in der PCWA fast vergewaltigt, weil dein lächerlicher Stolz angegriffen war, du
hast mich bei einer BDSM Session dermaßen verdroschen, dass ich ins Krankenhaus
musste und jetzt prügelst du erneut auf mich ein? Weil ich dir erneut ein
Angebot gemacht habe? Warum hast du nicht einfach Nein gesagt? Es wär so
einfach gewesen... es sind nur 4 Buchstaben... N E I N! Du bist Dreck Pavus, Du
bist eine Lüge... und ich habe es vor 10 Sekunden zu meiner Aufgabe gemacht
deine Lüge zu enttarnen."
Hate
spuckt wütend auf den Boden, der Hass belebt seinen geschundenen Körper, das
Adrenalin pumpt durch seine Venen wie damals Heroin. Genau wie jener Stoff
belebt es seine Kraft für einen kurzen Augenblick.
"Mein
Gott" schießt durch seinen Kopf, er wollte doch nur seine Autoschlüssel
holen und findet sich plötzlich in einer Situation wieder in welcher er erst
zusammengeschlagen wird und dann auch noch von seinem ehemaligen Liebhaber eine
verpasst bekommt... nur weil er kurzzeitig naiv verblendet dachte. Was ist das
für eine Welt in der er leben muss? Sind denn alle außer ihm mittlerweile
völlig verrückt geworden? Ist er die einzige Person die noch in der Lage ist
normal zu denken? Muss man ein Psychopath sein um in dem wrestlerischen Synonym
für diese kaputte Welt Erfolg zu haben?
Hate
kann es einfach nicht fassen was die Welt und ganz besonders Gott ihm antut,
das ist einfach zu viel für ihn.
Hate: "Ich gehorche deinen Gesetzen und
den Gesetzen dieser Liga, den Gesetzen dieser widerlichen Gesellschaft und doch
krieg ich pausenlos nur aufs Maul... ist DAS mein Schicksal? Ich verachte es...
ich verachte alles, ich halte diese Scheiße nicht mehr aus!"
Er
schnappt sich seine Autoschlüssel und fixiert erneut diese wundervollen Augen
seines ehemals geliebten, lebendigen Teddys.
Hate: "Ich hab das alles so satt...du
bist offensichtlich noch immer derselbe blöde Kerl, der es nicht einsehen will,
dass ich anders bin als alles, was diese Welt zu bieten hat. Entweder du bringst
mich jetzt um oder du beweist einmal in deinem erbärmlichen Leben Eier... steig
mit mir in den Ring... um diesen Mist endlich aus unseren Köpfen zu kriegen.
Für die Liebe zu der Person, die ich wirklich bin, bist du ja offensichtlich
nicht in der Lage..."
Die Fäuste
des Hamburgers zittern vor Erregung, seine Wut macht sich in einem harten
Röcheln bemerkbar, er schnaubt regelrecht. Das ist doch genau das, was er will.
Hate im Ring. Das ist genau das, wovor er solche Angst hat. Aber er kann ihn
schlagen, immer und immer wieder kann er seine Fäuste in diesen Körper rammen,
bis dieser nicht mehr in der Lage ist selbstständig bei Besinnung zu bleiben.
Pavus: „Das was du glaubst zu sein, kann ich
wirklich nicht lieben.“
Regelrecht
knurrend wirft er Hate diesen Satz an den Kopf und der Rebell dreht sich um und
ist schon im Begriff seine Kabine zu verlassen, als Pavus ihn am Arm packt und
zu sich herumreißt. Zu schwach der geschundene Körper des Rebellen, um sich in
diesem Moment zu wehren.
Der
Rebel blickt Pavus in die Augen.
Hate: "Komm schon, Digger... schlag zu
und offenbare damit der Welt dein wahres Sein... ich war niemals anders als ich
es damals, als wir uns liebten, war... du hast es nur ignoriert...
Bastard."
Ich will
frei und freier werden
und werde meine Ketten nicht los.
Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein,
und bin doch nichts als eine Kreatur
die kriecht und lügt
Und zerreißen muss, was immer sie liebt.
Die
Blicke der beiden Männer treffen sich, paaren sich regelrecht, baden in Ekstase
– selten kam es vorher dass man diese Abneigung gegenüber dem anderen so
anziehend findet. Die Augen spielen regelrecht miteinander, offenbaren die
innersten Gefühle und wenn da nicht dieses Ressentiment gegenüber dem anderen
wäre – es würde übereinander hergefallen werden.
Pavus: „Du elendes Stück Scheiße…“
Wieder
schnellt die Hand des Nordmanns nach vorne. Doch es ist kein Schlag auch wenn der
Griff alles andere als zärtlich ist. Er packt den Rebellen und zieht ihn an
sich heran, ganz dicht an sich heran. Die beiden Körper beben und die Augen
flammen regelrecht auf vor Ekstase.
Fast
wie in Zeitlupe nähern sich die Gesichter an, Stück für Stück, bis nur noch ein
kleiner Spielraum zwischen ihnen liegt. Eine außergewöhnliche Emotion zwischen
tiefster Ablehnung und Aufruhr, der puren Wollust macht sich breit.
Kein
Licht im Weltenmeer.
Kein falscher Hoffnungsstrahl.
Nur die Stille. Und in mir
Die Schattenbilder meiner Qual.
Es
geschieht was geschehen muss – die beiden einstmals so geliebten Menschen
überbrücken die letzte Distanz und verschmelzen regelrecht ineinander. Die
Lippen aufeinandergepresst, die miteinander spielenden Zungen – der Geschmack
des anderen, wie sehr es vermisst wurde.
Doch
genau dieser Geschmack ist es, der anders ist als sonst. Ist es das Blut, das
sich im Mundraum von Hate angesammelt hat oder doch die Abneigung, die hier so
bitter schmeckt – so bittersüß?
Ich will
hoch und höher steigen und sinke immer wieder ins Nichts.
Ich will ein Engel oder ein Teufel sein und bin doch nichts als eine Kreatur,
die immer das will, was sie nicht kriegt.
Der so
zart angefangene Kuss wird heftiger, es wird zu einem regelrechten Kampf – ein
Beißen, ein Zerfleischen. All die Emotionen werden in diesem Kuss ausgetragen
und der Geschmack des Blutes trägt das seinige dazu bei. Der Kuss endet in
einer hemmungslosen Beißerei, bei der keiner der beiden Männer verschont bleibt
– ihr Blut vermischt sich in den Mündern und Pavus hält das komplette Chaos in
seinem Kopf, in seinem Körper nicht mehr aus.
Mit voller
Kraft stößt er den Rebellen von sich weg, lässt den Körper an die Wand knallen
und blickt ihn lüstern an, voller Zorn und Hass – voller Gefühl.
Pavus: „Du willst dieses verdammte Match
gegen mich? Nein Hate – das ist es nicht wert. Genauso wenig wie du es je wert
warst!“
Schwer
atmend und sein eigenes Blut schmeckend, pumpt das Herz des Hünen das Blut,
angereichert mit Adrenalin durch seinen großen Körper.
Pavus: „Ich wünsche mir seit geraumer Zeit
nichts sehnlicher, als dieses Kapitel ein für alle Mal endlich zu beenden. Aber
nicht so. Diese finale Schlacht werde ich in meinem Kopf auskämpfen. Du bist es
einfach nicht mehr wert.“
Ein
letzter Blick des Hamburgers in diese Augen, die ihn innerlich so zerreißen.
Ein letzter Blick zu diesem wunderbaren Menschen, ehe Pavus die Augen schließ,
tief durchatmet und die Kabine verlässt.
Übrig
bleibt nur der Geschmack des jeweils anderen im Mund und die Gewissheit, dass
hier und heute das Ende dieser Geschichte seinen Anfang genommen hat – oder
vielleicht sogar noch viel mehr.
+ Cut +
Derweil
nicht weit entfernt, getrennt vom Geschehen nur durch eine schmale Holztür, die
einen Spalt weit geöffnet ist…
Alistair: „Das ist ja ekelhaft!“
Er
schüttelt sich und blickt seine Partnerin an. Diese deutet ihm mit einem Nicken
an, dass man nun besser verschwinden sollte.
Patricia: „Verschwinden wir von hier. Unser
großer Auftritt kommt erst noch.“
Mike Garland: „Also… ich werde aus Pavus und
Hate nicht schlau. Wollen sie jetzt gegeneinander kämpfen oder miteinander?“
Vincent Craven: „Das ist ihr Dilemma… was die
Next Century Gods wohl wieder in ihnen geschürt haben.“
Mike Garland: „Aber sie scheinen noch nicht
am Ende zu sein. Ich dachte vielleicht wäre Hate der geplante Anschlag… doch
nachdem weder MD noch Hate das wahre Ziel waren… Was wird noch kommen?“
Vincent Craven: „Davor graut es mir auch.
Aber irgendwie graut es mir auch vor einem möglichen Match zwischen Pavus und
Hate.“
Mike Garland: „Puh… Die PCWA Welt steht
Kopf.“
Vincent Craven: „Immerhin haben wir noch
etwas Positives zu verzeichnen. Blake Milton wurde eben in der Krankenstation
bei Mad Dog gesehen. Ob sich die beiden wieder annähren?“
Mike Garland: „Das steht in den Sternen und
hängt wohl auch von unserem heutigen Main Event ab, oder?“
Vincent Craven: „Wohl wahr. Azrael Rage
versus Blake Milton. Wer wird Number One Contender auf den Gerasy Titel? Nur
noch wenige Minuten trennen uns von diesem Kampf.“
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„John, einen Moment bitte.
Können wir bitte kurz ein Statement bekommen zu dem, was da eben im Ring
passiert ist?“
Luke Tyler hechelt gerade dem Amerikaner durch die Katakomben
des PCWA Theaters hinterher. Smith hat soeben seine Kabine verlassen, nachdem
er sich geduscht hatte, und war wortlos an Tyler vorbeigeeilt. Aber der lässt
eben als gut ausgebildeter Reporter nicht so einfach locker.
Luke Tyler: „Die Fans der
PCWA haben ein Recht …“
Smith bleibt nun doch stehen, was Tyler dazu veranlasst, doch
ein paar Schritte zurück zu zucken. Er hat im Ring gesehen, wozu Smith an
diesem Abend doch fähig ist.
John Smith: „Worauf, huh?
Schon wieder eine Erklärung für das Offensichtliche? Schon wieder ein großes
Bla-Bla über Schicksal? Über Bestimmung? Über SELBST-Bestimmung?“
Smith schüttelt den Kopf.
John Smith: „Erinnerst du
dich an Nowak?“
Natürlich tut Tyler das. Wie hätten er und alle anderen hier in
der PCWA den Polen und das Ende seiner Geschichte auch so schnell vergessen
können.
Luke: „Ja, sicher…“
Smith unterbricht ihn erneut.
John Smith: „Nowak hatte
Recht. Nowak hatte Recht.“
Nur um den PCWA Interviewer dann schlichtweg links liegen zu
lassen. Ein verdutzter Luke Tyler mit einigen offenen Fragen auf der Zunge
bleibt zurück.
Flashback:
Der Tag des Imperial Impact VIII
Der Pole verschränkt die Arme.
‚Boxer’: „Es war gut zu sehen,
dass du dich bei Vendetta 80 entschieden hast. Ich hab’ dir gesagt, dass man
manchmal keine Wahl hat. Dass man manchmal tun muss, was man eben tun muss.
Weil man seine Rolle gefunden hat und einem niemand mehr eine andere gibt. Weil
man sich entschieden hat. Und es keinen Weg mehr raus gibt. Wohin man auch
sieht…“
Der Amerikaner nickt, aber so ganz überzeugt scheint er nicht zu
sein von dem was der Boxer dort so predigt.
John Smith: „Yeah, vielleicht ist
dem so. Vielleicht ist das dein Weg … nicht unbedingt meiner, aber. Irgendwie
mag ich Einbahnstraßen nicht. Ich tue das was mir gefällt, lasse mich auf
nichts festlegen.“
Er wiegt den Kopf nach rechts und links.
John Smith: „Ich habe mich für
einen anderen Weg entschieden. Ja, unsere Wege sind für einige Zeit parallel
gelaufen. Ja, ich habe mir dein Symbol zu meinem eigenen gemacht für ein, zwei
Shows. Aber ich bin nicht du. Ich gehe meinen eigenen Weg.“
Schulterzucken.
‚Boxer’: „Dann wirst du morgen
scheitern und deine Karriere endgültig beenden, alter Mann.“
Der Ex-Gerasy schüttelt den Kopf. Nowak will und wird nicht
verstehen. Aber er kann nicht anders.
John Smith: „Wir alle haben unsere
Wahl, Tom.“
Nowak lacht auf.
‚Boxer’: „Ich hab’ dir schon das
letzte Mal gesagt, dass ich keine Chance mehr hab’. Ich kann mich nicht mehr
drehen. Ich hab’ mich entschieden, steh’ jetzt an der Seite von Robert Barker.
Ich bin für die schiefen Töne zuständig. Ich bin der Schatten vor dem sich
Leute wie du leuchtend abzeichnen können. Ich bin Tom Nowak. Ich geh’ meinen
Weg bis zum Ende. Weil es keinen anderen Weg mehr gibt. Weil mir niemand mehr
einen anderen Weg zeigt. Weil auch du mir nur schöne Worte und keine Taten mehr
anbietest.“
Mike Garland: „Dürfen wir vorstellen: Darth
Smith alias die ultimative Waffe. Oder anders gesagt: John Smith, der jetzt
scheinbar endgültig durchgedreht ist und trotz aller gegenteiligen Bekundungen
wieder zu mehr als brutalen Mitteln greift.“
Vincent Craven: „Wir haben es ja vorhin nach dem
zweiten Quest 4 the Best Viertelfinale gesehen: Smith hatte irgendwo einen Schlagring versteckt,
ihn zwar im Match selbst nicht eingesetzt, dafür dann aber Referee Johannes
Ulrich ausgeknockt und eine klaffende Platzwunde verpasst.“
Mike Garland: „Und all das nur, weil Nowak
recht hatte? Womit überhaupt? Da hätten wir jetzt schon gerne eine Antwort
darauf bekommen, würd ich behaupten.“
Vincent Craven: „Die beiden hatten sich ja
mehrfach unterhalten, vor … ähm … den Ereignissen um Nowak beim Imperial Impact
VIII. Und sie waren sich über viele Dinge ziemlich uneinig, so sehr sie sich
vielleicht auch der Meinung vieler nach ähnelten.“
Mike Garland: „Eben. Da überrascht Smiths
Erkenntnis schon ein wenig arg. Aber eine Antwort bekommen wir heute Abend wohl
nicht mehr. Wir haben, wie gesagt, nur noch wenige Minuten bis zum Mainevent
und Smith scheint schon aus der Halle abgehauen zu sein.“
Vincent Craven: „Das einzig Neue dazu, was
wir nachreichen können: Johannes Ulrich scheint es wieder den Umständen
entsprechend zu gehen. Unsere Chefetage behält sich weitere Maßnahmen gegen
Smith vor, aber mehr wissen wir auch nicht.“
Mike Garland: „Wir machen also im Programm
weiter, sind aber ebenso gespannt auf Antworten wie ihr zu Hause vermutlich.“
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Beide Arme sind getaped.
Augen weit aufgerissen.
Rabiat gestikulieren die Hände.
Kein Vertrauen in sich selbst.
Ein kurzes Innehalten.
Ruhe. Kurze Ruhe. Dann die Antwort, die eine Frage beantwortet,
die nie laut gestellt wurde.
Azrael Rage: „Ohne Furcht soll man so jemanden
aufhalten.“
Kurz wird der Wahnsinn
des Regenläufers abgelegt, er versucht den Namen für einen Augenblick zu
vergessen, doch dann…
Plötzlich knallt die Tür auf und die Pupillen des Regenläufers weiten sich.
Mit einem hämischen Grinsen im Gesicht betritt der Schlächter in die Kabine.
Sofort tritt Rage einige Schritte zurück an die Wand. Die Schultern fallen nach
vorne und die Arme gehen in Abwehrposition vor die Brust. Das Grinsen weitet
sich.
‚Schlächter’: „Bei Gott, versuch den
Harndrang zu unterdrücken Rage. Ich bin nicht hier, um dich um deine… Chance zu bringen. Ich…“
Der Mann ohne Grenzen unterbricht sich, lässt seinen Blick für einen Moment
über seinen goldenen Schatz gleiten.
‚Schlächter’: „Um ihn geht es, nicht
wahr? Der Undisputed Gerasy Title... du willst ihn. Willst ihn unbedingt. Willst ihn so sehr, dass du
ein Match bestreitest, dass dir eine Schlacht gegen den Schlächter aufzwingt…“
Dem Teufel schallt das bellende Gelächter des Schlächters entgegen.
‚Schlächter‘: „…der Gerasy ist wirklich mächtig. Ha! Aber lass uns
schnell zum Punkt kommen, denn ich möchte es vermeiden anwesend zu sein, wenn
der Regen beginnt durch deine Hose zu laufen.“
Im Gegenteil zum Regenläufer lässt sich Barker entspannt in einen Sessel
fallen und blickt weiter in Richtung von Azrael, welcher sich fast selbst an
die Wand drückt. Natürlich hat der Schlächter die Lage längst erkannt… zudem
sprach sein Auftreten doch eine deutliche Sprache. Er wusste, dass Rage vor ihm
Angst hat. Dies muss ein alternder Mythos ihn geflüstert haben.
‚Schlächter’: „Du also gegen die
Security… ich kann nicht sagen, dass ich mit diesem Ergebnis sonderlich
zufrieden bin. Erst dieses dumme, dumme Doppelfinish und dann auch noch ihr
beide… aber ich vermute einen wahren Champion erkennt man daran, wie er mit
solch widrigen Umständen zurechtkommt und deshalb…“
Eiskalte blaue Augen lassen den Teufel erstarren.
‚Schlächter‘: „Ich will, dass du mir
zuhörst, Rage, und ich warne dich, ich werde mich nicht wiederholen. Also… hörst du mir zu?“
Der Blick zu Rage, welcher nur leise nickt.
‚Schlächter’: „Gemessen an dem Anblick,
den du mir hier bietest, kann es mir eigentlich ziemlich egal sein, wer am Ende
gegen mich untergehen wird, aber…“
Das große Aber hat schon so manchen schönen Satz kaputt gemacht.
‚Schlächter’: „…ich bin bereit dir ein
Angebot zu machen, das mir ein langweiliges Match erspart und dich vor
scheußlichen, scheußlichen Schmerzen schützen wird. Deine Aufgabe ist dabei im
Grunde recht simpel, also…“
Der Mann ohne Grenzen springt auf und geht auf Rage zu, welcher versucht
tiefer in die Kabine zu flüchten, bis er schließlich in einer Ecke angekommen
ist. Ungehalten setzt er wieder an.
‚Schlächter’: „... erinnere dich an meine
Aufforderung mit dem Zuhören, Rage, wir wollen doch nicht, dass du mich dazu
zwingst dafür zu sorgen, dass dein nächster Regen aus deinem Blut besteht.“
Langsam, seine Rolle genießend, geht Barker weiter auf das Schild zu. Es erregt
ihn zu sehen, wie weit er selbst mit Azrael Rage gehen kann. Ex-Undisputed
Gerasy Champion und PCWA-Ikone… ein Häufchen Elend in seinen Händen.
‚Schlächter’: „Du wirst also folgendes
tun… Du wirst heute Abend Blake Milton besiegen, um ihn endlich wieder in die
Carddimensionen zurück zu schicken, in die er gehört. Das sollte der einfache
Teil sein, Rage, er ist immerhin nicht mehr als eine verdammte Security…
Anschließend wirst du einen Trip in die Vergangenheit starten…“
Der Teufel versucht sich von Barker so abzuwenden, wie er es von seiner
Vergangenheit tun will, doch Barker fängt seinen Blick sofort wieder ein.
‚Schlächter‘: „…HEY! Aufpassen! Also!
Vergangenheit… irgendwo in diesem erbärmlichen, schlotternden Körper wirst du
eine Erinnerung daran finden, dass du einmal der Teufel warst, dass du in
Wirklichkeit mehr bist, als dieser verweichlichte Aufwasch eines Ex-Champions
und du wirst tun, was du als Teufel am besten getan hast… du wirst das Thema
Blake Milton endgültig für die PCWA beenden!“
Das war der Plan, den Barker sich gemacht hatte, bevor er hier herkam, doch
der Anblick des Regenläufers lässt ihn noch eins draufsetzen, lässt ihn noch
einen weiteren Schritt in die Richtung gehen, in der er seine Grenzen vermutet.
‚Schlächter‘: „Und danach wirst du dich
vor mir niederknien und auf dein Gerasy Match beim CORE verzichten.“
Vollkommen gelähmt wie ein Kaninchen vor der Schlange hört Azrael diese
Worte und kann nur mit Mühe eigene Worte entgegenbringen.
Azrael Rage: „Aber ich… ich… ich bin kein
Teufel mehr.“
Eine abwinkende Geste des Mannes, der offensichtlich wirklich keine Grenzen
hat.
‚Schlächter’: „Oh Rage, nein, das bist du
wirklich nicht mehr. Aber wenn dir deine Gesundheit irgendetwas wert ist, dann
wirst du wieder einer werden. Der Regenläufer, so wie er mir hier
gegenüberkauert kann und wird in der PCWA nicht überleben. Das garantiere ich dir. Aber der Teufel hat eine Chance, wenn er
weiß, wem er sich unter zu ordnen hat, also tu was ich dir sage und du wirst
Vendetta 84 noch erleben. Beende Blake Milton!“
Arrogant, in dem Wissen, dass Rage mental nicht in der Lage ist ihm
irgendetwas zu tun, dreht Barker sich mit dem Rücken zu Azrael. Vielleicht ist
es auch um diesen für einen Augenblick zu entspannen, da ihn das Gespräch in
seiner Einfachheit fast schon enttäuscht.
‚Schlächter’: „Du bringst mich vom Thema
ab, Rage… und du scheinst deine unglaubliche Chance, die ich dir biete, nicht
zu realisieren. Anstatt beim CORE gegen den Schlächter in den Ring zu steigen
und Gefahr zu laufen dafür zerstört zu
werden, biete ich dir einen Weg heil aus diesem Schlamassel, in das dich die
Battle Royal getrieben hat, zu kommen.“
Dies wäre nun der Moment, indem der Prince of Pain voller Güte auf seinen
Gegener geblickt hätte und ihm Honig ums Maul geschmiert hätte, doch der
Schlächter ist zu weit entfernt vom Alltag eines normalen Menschen, um sich mit
dem Konzept von „Güte“ abzugeben. Er erklärt Rage seine Optionen, doch seine
Verachtung dafür trieft aus jedem Wort. Verachtung, weil es die Ziele für
Zweitplatzierte sind. Ziele für Versager.
‚Schlächter‘: „Dann hättest du die
Möglichkeit die PCWA weiter zu beschützen!
Es gäbe so viele Chancen für dich etwas zu tun, die nicht in deinem
schmerzhaften Ende resultieren würden… Hate ist zurück. Und der Rebell ist
immer eine Bedrohung fürs Image der PCWA, sobald er seinen hundertsten Rückfall
haben wird. Ihn könntest du sicherlich besiegen… McFly hat einen PCWA Titel und
droht damit ihn in anderen Ligen zu verlieren, das wäre eine nette Geste für
die PCWA… oder, nimm dir Smith vor, oder Blaze, oder sonst wen… vielleicht
verstehst du was ich meine… suche dir realistischere
Chancen, dann kannst du dir und den Fans weiter einreden, dass du der
Schild der PCWA bist, dass du hier bist um uns alle zu beschützen… du könntest
als verdammter Held gefeiert werden. Ist es nicht das, was du willst?“
Keine Antwort von Rage und der Schlächter verdreht die Augen angenervt.
Blitzschnell dreht sich Barker wieder um und geht direkt an Rage ran, welcher
sich in seiner Ecke zusammenkraucht.
‚Der Schlächter’: „Hör zu, Made, wach aus
deinem Koma auf und realisiere, welche Chance ich dir biete. Es gibt nicht
viele vor dir, die eine solche Chance geboten bekommen haben. Einer von Ihnen
war Tom Nowak. Erinnerst du dich an ihn? Erinnerst du dich daran, was mit ihm
passiert ist? Er hat mich enttäuscht, das
ist passiert!“
Kurz erinnert sich der Schlächter an die Anfangszeit von Robert Barker…
Damals drückte Barker ein Teufel an die Wand und Robert fürchtete um sein Leben
und seine gerade begonnene Karriere… eine andere Zeit, zwei andere Leben…
‚Schlächter‘: „Also tu vieles, tu alles,
was dir beliebt, ABER WAGE ES JA NICHT, MICH ZU ENTTÄUSCHEN!“
Von den Schreien gepackt, blickt Rage vorsichtig auf, sieht zum ersten Mal
in die kalten Augen von Barker und er muss sich zusammenreißen, um nicht gleich
wieder zu erstarren.
Azrael Rage: „Warum ich?“
Ein boshaftes Lächeln umspielt die Lippen von Barker, eh er wieder in die
eiskalte Miene abweicht.
‚Schlächter’: „Weil ich es kann! Weil ich weiß, dass du es tun wirst, obwohl du es
nicht willst. Weil es mich amüsiert!“
Zwei Schritte geht der Mann ohne Grenzen zurück.
‚Schlächter’: „Ich bin die Angst und die
komplette verfickte PCWA fürchtet sich vor mir. Du fürchtest dich vor mir… Knie nieder vor der Angst und fürchte
dich!“
Kurz überlegt Rage, fühlt den Regen, fühlt Furcht, fühlt sich hilflos. Die
laute Stimme Barkers reißt ihn aus den Gedanken.
‚Schlächter’: „KNIE NIEDER UND FÜRCHTE
MICH! ZWING MICH NICHT, DICH SCHON JETZT…“
In dem Moment geht Azrael in die Knie und lässt dabei demütig sein Haupt
hängen. Zufrieden beobachtet Barker, wie Rage sich offenbar selbst aufgibt.
Fast liebevoll wie bei einem Hund tätschelt Barker den Kopf des Schildes.
‚Schlächter’: „So ist es richtig, Rage.“
Rage kniet vor ihm, kniet vor seiner Verdammnis. Es ist ein Augenblick, ein
Sprung über eine weitere Grenze, den Barker in vollen Zügen genießt.
‚Schlächter’: „Du bist erbärmlich… aber
das weißt du, nicht wahr? Du bist nur noch ein Schatten deiner Selbst.“
Ein Schatten deiner Selbst… Kurz erinnert sich Rage diese Worte heute Abend
schon einmal zu jemand anderen gesagt zu haben. Zu Gabriel Lucifer…
‚Schlächter’: „Du solltest mir wirklich
dankbar sein, dass ich dir diesen Ausweg aus dem Gerasy Match biete, denn so
wie du hier vor mir kniest, bist du kein Gerasy Material mehr, bist nicht
einmal würdig um dir ein Match zu verdienen. Es mag sein, dass du einst der
Teufel warst, aber in der PCWA bin ich euer aller Gott.“
So schickt er sich an zu gehen, aber bleibt im Türrahmen stehen.
‚Schlächter’: „Aber ich bin ein gütiger
Gott und deshalb kriegst du die Chance endlich wieder Teil von etwas
Bedeutsamen zu sein. Nutze sie, Rage. Wir sehen uns später…“
Der Regenläufer blickt auf, überprüft ob Barker wirklich gegangen ist.
Azrael Rage: „Erhebe Dich endlich.“
Eine Miene, die zeigt das Rage fast zum weinen zu Mute ist. Sein Stolz ist
zerbrochen.
Azrael Rage: „Ich sagte, erhebe Dich
endlich!“
Nur langsam steht er auf, und blickt sich um. Zögerlich beginnt er an sich
herunterzugucken.
Azrael Rage: „Was dachtest Du Dir wie es
alles sein würde, als Du zurückgekommen bist in die PCWA? Du sagst, Du kämpfst
jetzt für die PCWA und alle würden Dich lieben. Die Feinde würden kauern vor
Angst und Du würdest problemlos wieder Undisputed Gerasy werden?“
Leise spricht Azrael.
Azrael Rage: „Raus aus meinem Kopf!“
Ein Kopfschütteln.
Azrael Rage: „Guck Dich an! Was hat sich
an Dir so sehr verändert, dass Du jemanden wie Robert Barker fürchten musst?“
Ohne Pause, spricht er weiter.
Azrael Rage: „RAUS AUS MEINEM KOPF!“
Wütend wird der kleine Tisch in den Spiegel geworfen und die Scherben gehen
klirrend zu Boden.
Azrael Rage: „Fühlst Du Dich jetzt
besser?“
Wieder kniet Azrael ab.
Azrael Rage: „Bitte geh weg. Bitte.“
Ein eindeutiges Kopfschütteln.
Azrael Rage: „DAS KANN ICH NICHT! Ich bin
Du! Du bist ich, Du Narr! Wir laufen durch den Regen. Wir haben eine Aufgabe
und wir können uns nicht einfach nach dem Wind richten, nur weil es jetzt
schwer wird.“
Der Blick ist weiterhin ernst.
Azrael Rage: „Hör zu… Ich sagte, HÖR MIR
ZU! Da draußen wird in wenigen Minuten ein junger Kämpfer uns entschlossen sich
entgegenstellen. Er hat dieses Spiel noch nie gespielt, hat keine Ahnung, was
Monster wie Barker ihn antun können und Du erwägst tatsächlich Dich kurzzeitig
wie der Schlächter zu verhalten, nur um Deinen Kopf zu retten? Wie tief willst
Du denn damit sinken?“
Wieder wirkt der Blick weinerlich.
Azrael Rage: „Was soll ich denn tun? Ich
habe keine andere Wahl?“
Zorn im Gesicht.
Azrael Rage: „DAS was Du immer tust! Du
hast eine Wahl. Kämpfe und ertrage die Konsequenzen und vielleicht gelingt es
Dir Dich dann zu befreien. Denn wenn Du heute daraus gehst und das tust, was
Barker von Dir verlangt, dann wirst Du nicht nur Blake Milton zerstören.“
Der Kopf neigt sich wieder gen Boden.
Azrael Rage: „Azrael, das hier heute ist
ein entscheidender Moment. Heute zeigt sich, ob all Deine Worte einen wahren
Kern hatten, oder aber ob Du nur bist, was Blaze und andere von Dir denken,
nämlich ein Heuchler. Heute stellt sich die Frage, ob man als Held lebt, oder
als Schurke vergeht. Deine Wahl… ich muss sie mit ertragen.“
Ein Klopfen an der Tür. Es ist ein Backstageworker der PCWA.
„In fünf Minuten ist ihr Match, Herr
Rage.“
Langsam nur erhebt er sich, blickt auf das Scherbenmeer, das er selbst
angerichtet hat.
Azrael Rage: „Bedenke Azrael, das hier
ist größer als Du und ich. Es geht hierbei um viel mehr. Es geht um die Phoenix
Crossover Wrestling Assiciation, um Blake Milton, um Dich selbst und natürlich
um die Undisputed Gerasy. Ist es das nicht wert dafür zu bluten?“
Keine Antwort. Die Stille kehrt in den Raum und Rage setzt sich in
Bewegung. Gleich betritt er eine Halle, doch sein Gefühl ist eher das eine
Sturmes…
Das ist die Prüfung, Regenläufer!
Mike Garland: „Azrael Rage kniet vor
Robert Barker und stimmt damit seinem Deal zu. Eine Verschwörung gegen Blake
Milton! Rage ist also doch nur ein Heuchler.“
Vincent Craven: „Noch hat er es ja nicht
getan und beim Selbstgespräch empfand er sich offenbar selbst als Heuchler.“
Mike Garland: „Aber das Ganze hier spricht
doch eine klare Sprache. Nicht nur, dass er vor Barker zurückweichen wird,
nein, er wird auch noch Milton opfern, um nicht gegen den Schlächter antreten
zu müssen. DAS ist ein verdammter Skandal!“
Vincent Craven: „Würdest du dich bitte
beruhigen?! Bisher ist noch gar nichts passiert, zudem muss Rage dazu erst
einmal Milton besiegen!“
Mike Garland: „Ja, da hast du wohl Recht,
aber was ist wenn Rage wirklich gewinnt? Was wird er dann tun?“
Vincent Craven: „Das sehen wir wohl nur,
wenn er gewinnt. Schlussendlich wird er es entscheiden. Ich finde es
erstaunlich, dass der Undisputed Gerasy hier zum ersten Mal nicht seinen Reiz
auf Rage auswirkt. Er wirkt wirklich desorientiert, was er will? Ich meine,
will er wirklich vor dem Schlächter flüchten, oder steht er jetzt wo es ernst
wird zu seinen Worten und will die PCWA schützen?“
Mike Garland: „Du meinst, indem er Barker
den Erfolg, den Gerasy, raubt?“
Vincent Craven: „Naja CORE steht immer
noch auf einem anderen Blatt Papier, aber zumindest gegen Barker ins Match
gehen muss er, falls er gewinnt, damit er seine Glaubwürdigkeit wieder erringen
kann.“
Mike Garland: „Ich bin zwar nach diesem
Segment ziemlich sicher, dass Rage genau das tun wird, was Barker von ihm
erwartet, aber ich hoffe natürlich, dass es nicht so kommt.“
Vincent Craven: „In wenigen Minuten wissen
wir mehr.“
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Drei metallene Fackeln, ihre Machart mutet gotisch an. Neben ihnen
Blaze, der gerade noch im Ring gekämpft hat, gleich bei der Rampe. Mit dem
Mikrofon bewaffnet deutet er auf die niedrigste der Fackeln neben sich. An
ihrer Seite wirkt er klein, sie überragen ihn um das doppelte. In eben jener
niedrigsten, welche vorne steht, brennt knisternd eine Flamme in der
schalenförmigen Spitze. Entzündet hat sie sich kurz nach seinem Sieg im
Viertelfinale. Das Publikum feuert ihn an zu sprechen, doch er nimmt sich Zeit,
ordnet seine Gedanken. Der Abend verläuft bewegt. Seine Haare sind noch
verschwitzt vom Kampf, auf seiner linken Wange zeichnet sich eine tiefe
Schramme ab, seine rechte Faust hat geblutet und ist angeschwollen. Er hat
alles gegeben.
Doch es hat sich gelohnt, der Sieg war sein, das Viertelfinale
ist überstanden. Zwei Kämpfe trennen ihn noch vom Triumph im Quest 4 The Best
Turnier. Vom zweiten in Folge.
Blaze: „Drei Fackeln. Einsam,
allein und verloren. Ihr Licht war erloschen, kein Feuer brannte in ihnen. Sie
erinnern mich an mich selbst vor langer Zeit, doch ich habe gelernt. Und so
brennt die erste wieder. Ich bin im Halbfinale! Der erste Sieg ist mein! Das
Risiko hat sich gelohnt, zu bleiben. Ich bin stark genug."
Die Fans jubeln, die Geschichte ihres Kubaners geht weiter. Von
Erfolg gekrönt.
Blaze: „Sie sind so einsam wie
ich. Passen nicht an diese Stelle, passen nicht in diese Welt. Es muss in mir
selbst vergraben liegen, dieses Gefühl, allein im Sturm zu stehen, allein gegen
die Welt. Doch es ist gut so, bei allem, was passiert ist! Ich will es nicht
anders. Ich bin es, der Eremit, der tragische Einzelgänger, das einsame Feuer
der PCWA. Ich ersticke an zu viel Nähe, verliere mich, ich brauche es gegen
alles zu sein, nur dann spür ich diese Getriebenheit, die mich wüten und siegen
lässt. Ich verliere mich zu leicht im vorgewärmten Bett, an der Seite von
Freunden. Es geht zu schnell, sich dort fallen zu lassen und aus dem Blick zu
verlieren, was mir wirklich wichtig ist!“
Ein Blick durch die Reihen der Fans.
Blaze: „So lange wurde ich
gebremst. Kerry & Gaelic, die Schlange, sie hat gute Arbeit geleistet. Wie
oft haben sie mir Honig ums Maul geschmiert, gaben mir Macht und Ansehen, Geld
und Glorie – erblindet bin ich an ihrer Zuwendung. Die Sicherheit, die sie mir
versprachen und gaben, auf einer Seite war sie schön, doch sie war nur ein
Traum und geblendet haben sie mich, wer sie wirklich sind. Keine Wohltäter für
die Welt, gefühlskalte Geister sind sie. Schlangen, deren Gift mich schwächt.
Und betrogen mich, da ich mich endlich lösen wollte, befreien wollte aus diesem
Puppenspiel. Danke dafür, ihr habt mir die Augen geöffnet. Ich habe mich
erinnert, wer ich wirklich bin. Kein gefühlskalter Geist, sondern ein
getriebener, ein einsames Feuer, dessen Stärke genau darin liegt, einsam für
seine Ziele zu kämpfen, immer bereit zu fallen. Und so egoistisch wie ihr wart,
mich wie eine Seuche zu befallen und zu schwächen, so egoistisch kehre ich
jetzt zurück. Werde wieder siegen, einsam und getrieben, wer ist bereit, mich
zu lieben?“
Viele der Fans sind es, verkünden es jubelnd und feiernd, doch
Blaze spricht gerade davon nicht.
Blaze: „Nur ich, darum geht es!
Wer sonst kann und will mich erlösen? Niemand! Rachgier ist kein Gefühl,
welches man teilen kann. ICH MUSS ENDLICH WIEDER BRENNEN! Wo war mein Feuer nur
so lang? Wo ist der Ring, ich kack aufs reden, lasst mich kämpfen, bluten,
wüten,… Zorn zu Glorie, Blut auf meiner Zunge, ich schmecke das Leben wieder.
Wozu ist es sonst da, wenn nicht im Moment zu sein? Ich richte mich gern zu
Grunde, wenn es dann zumindest einen Sinn hat. Mad Dog, du weißt, was ich
meine! Du verstehst mich. Und genau deswegen können wir nicht gemeinsam
kämpfen. Veränderung ist unser beider Traum, wir haben das gleiche Ziel, doch
wir müssen es allein erreichen. Ich will siegen, endlich wieder siegen, ganz an
der Spitze stehen!“
Der Rächer wendet sich erneut an die metallenen Fackeln neben
ihm. Sanft streichelt seine Hand über eines der Quest 4 The Best Logos, welches
auf ihren Mitten eingelassen ist.
Blaze: „Ich darf mich nicht
ablenken lassen, nie wieder! Genug der Stimmen, die auf mich einreden und mich
vom Weg abbringen. Diese Fackeln sollen mich daran erinnern, was ich wirklich
will. Sie sollen mein Polarstern sein. Jede von ihnen einzeln erneut, bis zum
Core, bis ich zum Zweiten Mal in Folge der Beste bin, der Sieger des Quest 4
The Bests. Drei Tänze sind es, die ich dafür brauche und drei Fackeln stehen
hier, bereit zu leuchten. Wenn nach dem Core alle drei brennen heißt das, mir
ist es gelungen und ich bin der erste und einzige zweifache Gewinner des Quest
4 The Best Turniers. Wer auch immer dann Undisputed Gerasy Champion ist, soll
beginnen sich zu fürchten. Denn am Brawlin‘ Rumble wird seine Regentschaft
enden, wenn die Rache ihn entthront. Niemand ist gefeit vor ihrer rohen
Energie. Jeder Sieg entfacht ein Feuer, eine Fackel mehr und meines mit!
Endlich wieder. Wahrscheinlich ist, dass Robert Barker – nicht Schlächter,
welcher Humbug – dann noch Champion ist. Und sagt mir, wer sonst sollte ihn
entthronen? Der Teufel? Sicher nicht.“
Seine Stimme klingt plötzlich wehmütig.
Blaze: „Es umschließt mein Herz
mit Trauer, dass ich mich lösen muss. Die Inflection Scale, sie hätte gut sein
können. Und gebraucht wird sie! Doch ich muss egoistisch sein, ich bin allein
am Besten. Es ist ja nicht so, dass unser Kampf für Veränderung nun endet. Wir
haben immer noch ein gemeinsames Ziel. Doch nichts darf mich ablenken bis zum
Core! Mein Feuer duldet keine Begleiter, sie bedrängen es, doch ich muss
ausbrechen!“
Nun dreht sich die Rache unvermittelt zur Rampe.
Blaze: „Blake, du stehst jetzt
vor mir, ich kann es kaum fassen. Ich wünsche dir alles Glück nachher gegen den
Regenheuchler, du wirst es brauchen. Schlangen sind gefährlich und wie Kerry
& Gaelic ist auch er eine Schlange. Mad Dog, mein Freund, du willst das
gleiche wie ich. Und ich würde mich freuen gegen dich im Finale des Quest 4 The
Bests zu stehen. Doch wir wissen beide, was dann passiert. Keiner von uns ist
so grün hinter den Ohren, als dass er Skrupel kennt. Vergiss nur eins nicht –
ich bin nicht der ewige Zweite, das ist deine Rolle! Meine ist es am Ende der
Tage das Feuer am Horizont zu sein. Einsam, allein und verloren, dennoch alles
überschattend in seinem Glanz. Zerstört vielleicht, mein Körper verfallen, aber
doch siegreich.“
Die rechte Hand fährt über seine Brust.
Blaze: „Drei Fackeln. Drei
Siege. Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Der Quest 4 The Best. Zwei Mal in
Folge. Das einsame Feuer wird brennen,
die Fackeln des Polarsterns lodern! Ich werde SIEGEN! Genug gesagt, zu viel
Zeit wurde schon mit Worten verschwendet. Ich weiß, was zu tun ist. Folgt mir
auf meinem Pfad zum Verfall!“
Sanft fährt die Kamera nahe am Gesicht des Kubaners vorbei. Sein
Blick ist ausdruckslos, sein Schweigen ist die Ruhe vor dem Sturm. Dann geraten
wieder die drei metallenen Fackeln ins Bild. Ihr gotischer Stil ist kalt,
furchteinflößend. Jede von ihnen steht für einen Kampf, einen Sieg oder eine
Niederlage. Sie sind das sichtbare Maß für den Aufstieg oder Fall des einsamen
Feuers. Bis jetzt stapft es voran, sein Traum lebt und die erste Fackel brennt.
Mike
Garland: „Endlich erklärt sich, was die Fackeln bedeuten.“
Vincent
Craven: „Sie sind der verdinglichte Fokus des Kubaners für den Quest 4 The
Best.“
Mike
Garland: „Und sie scheinen ihren Zweck zu erfüllen. Bei all dem, in das Blaze
involviert ist – Inflection Scale, mit Azrael Rage, Robert Barker, bei all dem,
hat er heute mit Leidenschaft für seinen Sieg gekämpft.“
Vincent
Craven: „Und gewonnen. Die Rache zieht ins Halbfinale ein und vielleicht wird
dieses Jahr der erste, zweifache Sieger des Quest 4 The Best Turniers gekrönt.“
Mike
Garland: „Nicht nur der erste, zweifache, sondern auch der erste, zweifache in
Folge.“
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Sein Denkfehler? Wenn Robert Barker keine Angst hat, bedeutet das auch,
dass er eine entscheidende Schwachstelle hat.
Blake nimmt einen tiefen Zug von seiner Zigarette und wartet geduldig
hinter den Kulissen. Sicherlich hätte er sich Gabriel Lucifer auch in der
U-Bahn schändlich bemächtigen können, aber der Junge ließ ihn lediglich spüren,
dass in einer dieser kleinen, dunklen Untergrundnischen große, helle Augen
emotionslos auf ihn lauern.
Das Leben könnte so einfach sein, wenn einen das Gesetz mit der Auswahl der
Methoden nicht so misslich einschränken würde. Dabei hätte er den ehemaligen
Principal so gern bei sich, ganz für sich allein und weit weg vom Schlächter –
weit weg von all dem hier. Welche Wahl hat er auch großartig, nachdem Gabriel
ihn außerhalb der Shows ständig abweist? Blake kann ihn sich nur innerhalb der
Veranstaltungen greifen, um ihn erneut daran zu erinnern, wo genau sein Platz
ist…
…und Lucifer erschreckt sich fast zu Tode, als ihn eine schwarze Gestalt
mit längeren Haaren und gefühlskaltem Blick in eine Ecke hinter die Kulissen
zerrt. Fast schon panisch wischt der Mythos seinem Gegenüber die Haarsträhnen
aus dem blassen Gesicht, nur um sicherzugehen, dass es nicht der Schlächter
ist. Verärgert über diesen Schrecken, schreit Gabriel „seinen Schützling“ an: „VERDAMMT NOCH MAL, BLAKE!“
Er atmet schwer durch.
„Ich dachte schon, du wärst…“ – ein erleichtertes Kopfschütteln – „…egal. Tu mir einen Gefallen und lass dir die Haare
schneiden!“
Blake hebt eine Augenbraue und übergeht die Bitte seines Gegenübers mit
einem gewohnt abrupten Themawechsel. Er will Gabriel nicht an den Schlächter
verlieren. Er muss gewinnen. Wenn er heute gegen Rage versagt, könnte er sich
das niemals verzeihen. Wenn er heute versagt, gewinnt Barker genau DIE Zeit, in
der Blake Lucifer hätte die ANGST ausreden können, ihn überreden können und…
Blake Milton: „Du gehörst nicht an seine Seite, Gabriel!“
…jetzt geht DAS wieder los. Lucifer will gerade sein Gesicht verziehen, als
„sein Schützling“ plötzlich vor ihm auf die Knie fällt. Ein erneuter Schrecken.
Gabriel weicht zurück.
Gabriel Lucifer: „Was zur Hölle soll das
werden?“
Blake senkt den Kopf und obwohl es ihm gerade jetzt zutiefst zuwider ist,
fängt er tatsächlich an zu betteln.
Blake Milton: „Gabriel, ich bitte dich!
Merkst du denn gar nicht, dass du das alles hier nicht mehr unter Kontrolle
hast? Ich… bitte sag… sag mir, was ich tun soll, damit du Barker verlässt...
ich tu’s! Sag mir, was ich tun soll! Ich will… dir doch nur helfen, weißt du
noch? Dafür…“
Das Szenario ist einfach nur elend.
Blake Milton: „…dafür hast du mich doch
an deine Seite geholt... dafür bin ich doch da… für dich. Ich flehe dich an… das bist doch nicht mehr du selbst! Hast
du… hast du die Angst denn so nötig?
Hast du sie denn wirklich so nötig,
dass du…“
Lucifer packt Blake wütend an dessen Arm und zieht ihn unsanft nach oben: „Steh gefälligst auf! Das ist ja erbärmlich!“
Blake Milton: „Aber ich…“
Gabriel Lucifer: „Wenn du mit diesem Mist
nicht sofort aufhörst, werde ich nicht noch mal so viel Rücksicht nehmen, wie
bei unserem letzten Treffen! Also mach, dass du wegkommst und hör auf, mich zu
verfolgen! Das ist…“
Ihm fröstelt es innerlich.
Gabriel Lucifer: „…irgendwie unheimlich.“
Mit diesen Worten will er eigentlich Au Revoir sagen, wenn da nicht Blake
wäre, der ihm hastig hinterher stolpert. Genervt dreht sich Lucifer zu ihm und
rempelt dabei gegen eine dritte Person, die gerade eben um die Ecke biegt –
Robert Barker.
Abwechselnd blickt der Schlächter zwischen Gabriel und Blake hin und her
und kratzt sich reichlich introvertiert etwas imaginären Dreck unter einem
seiner Fingernägel weg, während er in einem gefährlich interessiertem Ton
fragt: „Was genau läuft da
zwischen euch beiden…?“
Er mustert Milton mit einem gemütskranken Blick. Bisher hat dieser Junge
ihm gegenüber immer geschwiegen.
‚Schlächter‘: „Sprich mit mir, Milton.
Vielleicht lass ich ihn dann ab und zu zum Spielen rüberkommen. Das willst du
doch, oder?“
Er will sich dem Australier nähern – nicht ohne vorher noch einmal seine
Finger zu begutachten, die nun endlich tadellos sauber sind – doch der
ehemalige Prinzipal stellt sich dazwischen. Nur mühselig kann Gabriel seine
Sorge um Blake unterdrücken, also versucht er es zu überspielen.
Gabriel Lucifer: „Es wird Zeit, dass du
gehst, Blake! Du solltest dich besser auf dein Match gegen Rage vorbereiten!“
Barker muss lachen. Er sieht an Lucifer vorbei.
‚Schlächter‘: „Oh ja, Blake. Er hat
absolut Recht! Auch wenn Rage nicht mehr ist, was er mal war, ist er zu deinem
Unglück leider kein Tom Nowak, der so überaus talentiert im Versagen ist… ich
meine, war. Nein, Azrael ist ein ganz
anderes Kaliber… und Gabriel muss es
wissen, denn schließlich hat er Azrael Rage herangezüchtet, wie so viele, gegen
die er schon verloren hat.“
Neben der bellenden Begeisterung des Schlächters kann der Mythos nur
gequält lächeln. Blake hingegen bleibt schweigsam. Barker verstummt. Diese
kleine, unbedeutende Security versucht ihn zu ignorieren, aber das würde sich
schon ändern, wenn er es drauf anlegt. Der Schlächter weiß, wie man Aufmerksamkeit
bekommt, doch für den Moment, belässt er es dabei.
„Geh mir aus dem Weg“, befehlt er Gabriel,
der noch immer zwischen Milton und dem Schlächter steht, an und verweist ihn
mit einem Fingerzeig in eine Ecke. Lucifer gehorcht widerwillig. Der Mann ohne
Grenzen will, dass ihm dieser seltsame Jungen endlich antwortet.
‚Schlächter‘: „Komm, Milton, sag endlich
was. Sprich dich aus. Du willst Wrestler sein, dann verhalte dich wie einer und
steh deinen Mann. Nur Securities dürfen schweigsam in der Ecke stehen, bis
jeder ihren Namen vergisst. Bist du eine Sicherheitskraft, oder ein Wrestler,
Milton?“
Blake Milton: „…“
Lucifer schließt die Augen und hofft, dass Blake auch weiterhin nichts sagt
und sein Gegenüber einfach stehen lässt.
‚Schlächter‘: „Ganz genau! Ganz genau das
meine ich. Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum du immer noch nicht
im Roster aufgeführt bist? Weil du kein
Wrestler bist! Wie willst du also gegen Rage gewinnen? Wie willst du gegen mich gewinnen?“
Immer noch emotionsloses Schweigen seitens Blake. Gabriel hingegen spürt
großes Unbehagen. Er kennt Blake. Und er kennt Robert. Es ist die Ruhe vor dem
Sturm.
Der Schlächter vergisst kurz seinen guten Umgangston.
‚Schlächter‘: „ANTWORTE MIR!“
Der Mythos hält geschockt inne, als sich „sein Schützling“ das erste Mal
nach fast einem ganzen Jahr monoton zu Barkers Ausführungen äußert.
Blake Milton: „Das muss dir ja wirklich
schwer zu schaffen machen, dass nach nur vier Matches eine einfache Security
genauso gut ist wie Azrael Rage. Wie lange hast du gleich noch mal gebraucht, bis du endlich keine Angst mehr vor
ihm hattest und ihm ebenbürtig warst – ein paar Jahre?“
Stille.
‚Schlächter‘: „Willst du es wirklich
wagen uns beide zu vergleichen, Milton? Die Security und den Schlächter?! Sind
deine ersten Worte zu mir wirklich so dumm? Willst du deine dreckige kleine
Karriere wirklich vergleichen mit dem Schlachtfeld, das ich in der PCWA hinter
mir gelassen habe?“
Unglauben und Empörung.
‚Schlächter‘: „Du hältst dich für ebenbürtig
mit Azrael Rage? Vielleicht bist du das sogar, Sicherheitskraft, aber die PCWA ist keine simple Mathematik. Der
Teufel vor dem Robert Barker einst Angst hatte, ist nicht der Azrael Rage, mit
dem du mithalten kannst. Damals war er noch gefährlich.
Wenn du mir wirklich imponieren willst, dann besieg heute Abend Azrael Rage und
besuch mich bei Vendetta 84 auf deinen eigenen zwei Beinen. Dann kannst du
wenigstens behaupten, dass du besser bist, als der Mann namens Rage.“
Kälte brennt aus den Augen des Schlächters.
‚Schlächter‘: „Ich gebe mich nämlich
nicht mehr damit ab ebenbürtig zu
sein. Ich bin der gottverdammt beste Bastard in diesem Business! Dieser Titel…“
Der Undisputed Gerasy Title, in dessen Nähe Blake noch nicht einmal
ansatzweise kommen wird.
‚Schlächter‘: „…beweist das. Freu dich
über diese kleine Battle Royal, freu dich, über deinen Sieg am heutigen Abend, falls du heute siegst...“
Er geht dem Australier noch näher vors Gesicht.
‚Schlächter‘: „…und dann vergiss all das
schnell wieder, denn wenn du noch nicht mit mir im Ring gestanden hast,
bedeutet das alles gar nichts. Niemand in diesem dreckigen Laden kann mir auch
nur das Wasser reichen! Und deshalb fürchtet ihr mich, deshalb fürchtest du mich!
Ein dreckiges Grinsen lässt Barkers Zähne fletschen.
‚Schlächter‘: „Ist es nicht so, Milton?
Für diesen alten Mann dort drüben…“
Er zeigt kurz auf Lucifer.
‚Schlächter‘: „…würdest du so ziemlich
alles machen, obwohl er schon lange nicht mehr das ist, was er gerne sein
würde, nicht wahr? Du hast Angst,
dass ihm etwas passiert… und das zu Recht! Ihr beide verdankt es meiner Gnade, dass ihr hier überhaupt
existieren dürft und du kannst das
eigentlich mit am besten beurteilen, weil du genau weißt, zu was ich alles
fähig bin.“
Er neigt sich leicht nach vorn und grinst mies.
‚Schlächter‘: „Erinnere dich… an den
Geruch seiner Exkremente, als er dank mir
noch Windeln tragen musste…“
Der Mythos senkt verbittert den Kopf. Nur Blakes plötzliches Nasenbluten
macht deutlich, dass dieser Kommentar mehr als Wirkung zeigt. Mit seinem Daumen
schmiert der Mann ohne Grenzen dem Jungen übertrieben mitleidig das Blut
beiseite.
‚Schlächter‘: „Du Armer. Da habe ich ja
direkt ins Schwarze getroffen, oder?“
Milton greift Barkers Hand und zieht ihn das Stück zu sich herunter,
während ihm das Blut weiterhin ungehindert aus der Nase und über den Mund
läuft. Leise wispert er: „Ich kenne deine größte
Schwäche, Robert… und sollte ich heute gewinnen, werde ich sie dir schon zu
Core zeigen, verlass dich drauf…“ Er leckt sich über die blutigen Lippen
und nimmt einen erregten Atemzug, um sich diesen stechenden Geruch einzuprägen:
„…denn ab sofort… gehörst du mir.“
Barker stößt ihn angewidert von sich.
‚Schlächter‘: „Ich kann es kaum erwarten,
Sicherheitskraft, es wird mir ein
Vergnügen sein dir zu zeigen, dass deine Fantasien dich nicht davor bewahren
vom Schlächter beendet zu werden, denn in meiner PCWA ist niemand sicher!“
Von weitem beobachtet Lucifer, wie Blake ohne ein weiteres Wort den
Schauplatz verlässt. Der Schlächter sieht ihm hinterher, richtet seine Worte
jedoch an Gabriel.
‚Schlächter‘: „Glaubst du, dass er eine
Chance gegen einen Rage hat, der es ablehnt wieder den Teufel zu spielen?“
Der Mythos überlegt, während Barker sich über diese Bedenkzeit wundert.
Lucifer schüttelt energisch den Kopf, um den Schein zu wahren.
Gabriel Lucifer: „Azrael wird ihn
zerstören, ganz sicher. Der Junge ist zu bemitleiden.“
Leidenschaftslos wendet Lucifer sich ab und versucht damit die suggerierte
Siegesprophezeiung zu unterstreichen. Der Mann ohne Grenzen hingegen dreht sich
wieder weg. Nur ein Jahr, nur vier Matches, NUR eine Security… und dieser
seltsame Junge kämpft schon um den Platz des Number One Contender für SEINEN
Undisputed Gerasy Title.
Vincent Craven: „Gabriel scheint sich, was
Milton angeht in ganz brenzlige Situationen hinein zu manövrieren. Ich glaube
ihm liegt wirklich was an Blake, auch wenn er hier so klat tut.“
Mike Garland: „Auch der Schlächter scheint
mehr von Milton angetan zu sein als von Rage als möglichem Gegner.“
Vincent Craven: „Das liegt aber wohl am
Teufel selbst. Und wir wissen ja immer noch nicht wie dieser sich entscheiden
wird…“
Mike Garland: „Und wie stark Blake Milton
gleich im Ring sein wird, wissen wir auch nicht…“
Vincent Craven: „Es ist gleich soweit… die
Spannung liegt in der Luft.“
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Er
wusste, dass der Tag kommen würde. Der Tag an dem er endlich damit beginnen
würde all der Heuchelei ein Ende zu setzen. Und jetzt, genau jetzt ist dieser
Moment gekommen. Innerlich lächelnd beugt er sich über sein erstes Opfer. Das
erste von vielen die noch folgen werden. Sein Blut rinnt über den Asphaltboden
und färbt diesen rot, vermischt sich mit dem Regen der vom Himmel über Berlin
fällt. Ja, er wird den gleichen Weg gehen, den auch der Schlächter schon
gegangen ist, doch er wird noch viel weiter gehen! Vor ihm liegt Jemand, der
zum Symbol all dieser Heuchelei verkommen ist. Chris McFly Jr.!
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Schwer
atmend liegt der PCWA Cryption Crown Träger auf dem Boden. Er spürt den
Schmerz, der ihn durchflutet. Er weiß nicht einmal wirklich was geschehen ist.
Alles ging viel zu schnell. Er versucht nach oben zu blicken in den Nachthimmel
um zu sehen, wer ihm das angetan hat. Was er sieht ist eine ganz in schwarz
gekleidete Gestalt, deren Gesicht durch eine dunkle Kapuze verhüllt wird. Er
weiß nicht wer der Täter ist. Sieht nur die Regentropfen die von seiner Kapuze
abperln. Seine Hand geht zu seinem Schädel. Er sieht das Blut, dass nun durch
seine Finger fließt. Wieder geht sein Blick zum Täter, der nun laut und
eindeutig boshaft auflacht. Wie in Zeitlupe sieht McFly nun den rechten Fuß der
Gestalt auf sein Gesicht zukommen. Wieder trifft ihn der Schmerz!
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Er
lacht laut auf. Er hat sein Statement abgegeben. Er wird es diesem undankbaren
Gesindel zeigen! Er wird sie lehren was wirklich Furcht ist! Sie alle dachten
sie hätten wahre Furcht bereits erlebt, als der Schlächter umherwanderte, doch
alle haben sie sich getäuscht! Die Taten des Schlächters waren lediglich eine
Vorstufe für das was noch kommen würde! Er tritt erneut mit voller Wucht gegen
den Kopf seines Opfers, so heftig, dass manch Zuschauer das Gefühl haben könnte
McFly wird der Kopf weggerissen! Ja McFly wird sich wieder erholen…weshalb auch
nicht? Er ist lediglich der Anfang, und zum Anfang soll man ja bekannterweise
sparsam sein! Doch nicht jeder wird so einfach davonkommen wie McFly! Nicht
jedem wird dieses Privileg vergönnt sein. Es folgt ein weiterer harter Tritt
gegen den Kopf. Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Wieder lacht er laut
auf. Aber er wird nicht gehen ohne zumindest sein Symbol zu hinterlassen. Aus
seiner rechten Hosentasche zieht er sie hervor. Seine Karte. Sein Symbol. Mit
einem letzten Lachen legt er die Karte in die Blutlache neben den Kopf von
McFly. Mit dieser letzten Tat verabschiedet er sich nun von der Szenerie,
während die Kameras nun auf die Karte schwenken. Eine Mischung aus Blut und
Regenwasser fließt in Richtung Gulli…

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Vincent Craven: „Oh mein Gott…“
Mike Garland: “Da muss dringend das medizinische Personal hin! McFly
braucht Hilfe!“
Vincent Craven: „Unbedingt…“
Mike Garland: “Das kann doch nicht wahr sein! Wer macht sowas??? Wirklich
dieser verrückte Nelson Friedrich Töle?“
Vincent Craven: „Vielleicht, aber erst müsste geklärt werden, was
dieses Zeichen zu bedeuten hat… Vielleicht streift noch jemand anderes umher?“
Mike Garland: „Mehrere Verehrer des Schlächters?“
Vincent Craven: „Vielleicht kommen wir auch über das Opfer an den
Täter… McFly, wieso McFly?“
Mike Garland: „Der Schlächter hat doch auch relativ willkürlich
geopfert. Wieso sollte das hier einen Ausschlag geben. Bevor wir wieder an
irgendeinem Phantom hinterherjagen, denke ich, dass es diese Töle war!“
Vincent Craven: „Hoffentlich geht es McFly gut… da muss wirklich drigend
medizinisches Personal hin!“
Mike Garland: „Quasi schon der dritte Anschlag heute. Man, man,
man… Wie soll das enden?“
Vincent Craven: „Wo soll das enden?“
Mike Garland: „Gerade mit dem Main Event vor Augen, der jetzt
unmittelbar bevorsteht. Blake Milton oder Azrael Rage wollen bei Core gegen den
Schlächter antreten.“
Vincent Craven: „
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--------------------K&G/PCWA--------------------
~~~Denn ich laufe im Regen ~~~
~
Immer
~
Ich bin der Wanderer in Sturm und Nacht
~
Ich bin…
~

Marilyn Manson – Four rusted
Horses
Who’ll ride this dying carousel?
Four Rusted Horses strangled by their own rope,
When children love our singing
We’ll know that their tired hearts have broke?
That their tired hearts have broke
Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I
stay dead,
Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I
stay dead,
- dead - –
Hier stehe ich wieder
einmal.
Ich blicke in den Gang
der Verdammten.
Ich sehe das
Schlachtfeld.
Meine Waffen… meine
Hände… meine Geißeln.
I can see the coffin shining through my tinted window,
Must have missed the sign that said it was a fire sale
I can see the coffin shining through my tinted
window,
Must have missed the sign that said it was a fire sale
Everyone will come,
Will ich hier gewinnen?
Oder will ich vergehen?
Ich habe Angst.
Ich fürchte mich.
everyone
will come to my funeral to make sure that I stay dead.
Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I
stay dead.
Zuspruch wird von mir
erkannt und ich empfinde kurze Dankbarkeit.
Ich weiß nicht, ob ich will,
aber ich muss KÄMPFEN… KÄMPFEN!
Azrael Rage – Number One Contender!
Undisputed Gerasy!
You can’t take this from me,
Forbidden in heaven and useless in hell.
You can’t take this from me,
Forbidden in heaven and useless in hell.
- Useless in hell -
Mike Garland: „Da haben wir also den
Teufel. Azrael Rage auf dem Weg zum Ring. Er sieht nicht wirklich so aus als
wenn er bei der Sache ist.“
Vincent Craven: „Nun Teufel würde ich ihn
nicht mehr nennen. Aber du hast recht wenn du sagst das er nicht wirklich hoch
konzentriert aussieht.“
Mike Garland: „Wer weiß wie sehr die Worte
des ‚Schlächters’ ihn wirklich beeinflussen können.“
Langsam kommt Rage zum Ring und schaut sich um. Die
Fans feuern ihn an. Noch vor einer gar nicht so langen Zeit, hätte man sich das
nicht vorstellen können. Es wirkt jedoch als wenn seine Gedanken nicht im Hier
und Jetzt sind. Doch er wird nicht mehr viel Zeit haben. Denn…

Die „Unreleased First Edit“ des Daft
Punk Tracks „End of Line“ wird eingespielt und ein emotionsloser Blake Milton
betritt die Rampe. Sofort tauchen pechschwarze Fansigns mit
lichtreflektierenden Schriftzügen auf und das Gekreische der weiblichen
Fangemeinde übertönt nahezu mühelos die allgemeine Begeisterung des Publikums.
Das Wort „Security“ zieht sich in
weißen, strahlenden Lettern über die Rückseite seines schwarzen Shirts, genau
wie bei all den anderen anwesenden PCWA-Sicherheitskräften, die statt ihrer
herkömmlichen Uniform das gleiche markante Oberteil tragen. Es dauert nicht
lange und Blake setzt sich in Bewegung, während die Kameras in eine
medienwirksame Zeitlupe schalten.
Unter nicht minder großem Jubel kommt Blake Milton zum
Ring. Er wirkt jedoch im Vergleich zu Azrael Rage hochkonzentriert und kaum im
Ring angekommen macht er ein paar Lockerungsübungen, dehnt den Hals und die
Schultern. Für den Jungen ist es das größte Match überhaupt und eine riesige
Chance. Aus seiner sicht wohl nicht nur auf den Titel.
Vincent Craven: „Mir stellt sich wirklich
die Frage wie Blake Milton das überstehen will. Und selbst wenn er irgendwie
Rage besiegen kann, dann wartet das wohl schlimmste Match seiner Karriere auf
ihn.“
Mike Garland: „Er wusste doch ganz genau
worauf er sich eingelassen hat! Hier kann Mad Dogs Zögling zeigen was er kann.
Er wollte Wrestler werden, hier ist sein ganz großer Fight. Heute kann er den
Durchbruch schaffen.“
Ringrichter Nelson Frider ruft beide noch mal zu sich
in die Ringmitte und erläutert noch einmal worum es heute geht. Ganz der Profi
fragt er auch beide ob sie fit seien. Beide, Azrael rage und Blake Milton
nicken ab und Nelson Frider gibt das Zeichen an den Zeitnehmer.
*Ding, Ding, Ding*
Rage versucht es auf die klassische Variante. Er will
vorschnellen und Blake Milton so in den Lock Up zwingen. Doch die ewige
Eröffnung des ewigen Schachspiels genannt Wrestling funktioniert nicht. Milton
ist schneller und umkreist den größeren und schwereren Azrael Rage. Im
Umkehrschluss versucht Milton mit einem Kick gegen das Knie von Rage seinen
ersten Treffer zu landen doch als dieser versucht sein Bein zu greifen, weicht
Milton wieder zurück.
Vincent Craven: „Hier kollidieren
natürlich auch zwei vollkommen unterschiedliche Stile.“
Mike Garland: „Das herum springen vom
Security ist für dich also ein Wrestling-stil?“
Vincent Craven: „Ja. In Japan nennt man
das Strong Style.“
Mike Garland: „Ich nenne das Mist! Wieder
der Versuch von Milton, Jumping Kneestrike… aber daneben.“
Wieder muss Blake Milton Zurück weichen. Über dreißig
Zentimeter Größe und fast das doppelte an Gewicht machen Rage zwar zu einem
großen aber keinesfalls einfachen Ziel. Immer wieder tänzelt Milton um Rage
herum und bleibt in Bewegung. In einem In Fight hätte er wohl wenige Chancen.
Rage muss das Spiel jetzt erst mal mitspielen und versucht seinerseits mit
seiner großen Reichweite ein paar Treffer zu landen. Doch Milton ist flink und
weicht den Schwingern von Rage geschickt aus.
Vincent Craven: „Tja, ich muss zugeben das
erinnert gerade eben eher an einen MMA Fight. Nur das dort niemals zwei solch
unterschiedliche Gewichtsklassen auf einander treffen würden.“
Mike Graland: „Dürfte technisch kein
Leckerbissen werden.“
Doch dann wird es doch wrestlerisch. Milton versucht
es erneut mit Kicks die Rage beinahe wieder in seine schon fast
Schraubstockartigen Hände bekommen kann. In diesem Moment täuscht Milton einen
Forearmstrike mit rechts an und will mit links nachsetzen. Doch Rage kann
diesmal reagieren und bekommt die Arme von Milton zu fassen. Dieser wehrt sich
natürlich und versucht mit einem Kneestrike wieder aus dem Griff zu entkommen
doch Rage’s Kraft ist kein Maßstab und plötzlich greift der Regenläufer um und
Blake Milton findet sich doch in so etwas wie einem Lock up wieder. Mit aller
macht stößt Azrael Rage nun den Security zurück und dieser überschlägt sich fast
rückwärts. Kommt aber abgerollt in einer Ringecke an. Erster Szenenapplaus vom
Publikum.
„Let’s go
„Let’s go
„Let’s go
„Let’s go
Vincent Craven: „Milton in die Ecke
getrieben. Aber Rage greift ihn nicht an. Da zeigt sich auch das er sich
verändert hat. Er kämpft nun regelkonform und attackiert den Mann in der Ecke
nicht.“
Mike Garland: „Er holt ihn noch nicht mal
aus der Ecke heraus. Ich sage dir er hält sich böse zurück weil ihm die Worte
des Schlächters zu denken geben.“
Vincent Craven: „Schon möglich. Und doch
haben wir hie reinen Kampf am laufen.“
Rage lässt Milton alle Zeit der Welt sich aus der Ecke
zu begeben. Und wieder soll es mit Strikes und Kicks weitergehen. Zumindest
wenn man nach Blake Milton geht. Doch Rage hat andere Pläne. Während Milton es
mit einem weiteren Kick versuchen will, packt Rage erneut zu. Und diesmal sitzt
der Side Head Lock.
Mike Garland: „Oh Side Head Lock… Und Rage
kann Lucifers Schützling nach unten drücken…“
Vincent Craven: „Rage packt Miltons Arm…
und Kneedrop auf den arm. Das saß schon mal.“
Mike Garland: „Milton zappelt sich in
Richtung Ringseil… Rage will zugreifen… er versucht die Beine zu packen.“
Vincent Craven: „Einmal Stiefelsohle gegen
Brustkorb. Rage wankt zurück… Milton zieht sich an den Seilen hoch und...
DROPKICK!“
*Platsch*
Und der Saß auch. Blake Milton hat es wirklich
geschafft den wesentlich größeren Azrael Rage mit einem Dropkick zu überraschen
und dieser landet auf seinem Hosenboden, was aufgrund seiner Größe und dem
sprichwörtlichen aufplatschen nicht einer gewissen Situationskomik entbehrt.
Blake Milton sieht seine Chance gekommen. Noch ein Dropkick gegen die Brust
folgt. Und schnell holt der kleinere Sicherheitschef Schwung in den Seilen und
setzt einen Legdrop hinterher. Eine ganze Serie von Legdrops folgt.
Mike Garland: „Legdrop Nummer zwei… und
schnell auf Schwung in den Seilen… Legdrop Nummer drei…“
Vincent Craven: „Noch mal Schwung in den
Seilen und… seated Senton. Simple aber effektiv. Blake Milton hat Rage am Boden
wo der seine Stärken nicht ausspielen kann.“
Mike Garland: „Lucifers Schützling geht in
die Ecke… er wartet das Rage aufsteht. Und ja… Rage versucht sich aufzurappeln…
Blake stürmt los!“
Vincent Craven: „SHINING WIZZARD
CONNECTED!“
*Boom!*
Der Running Enzuigiri sitzt und Blake Milton sieht
seine Chance gekommen schnell wirft er sich Rage und Nelson Frider muss zum
Fall Count runter.
„Eins!“
„Zwo!!“
„Yeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaaaaaaah!!!!“
Mike Graland: „KICK OUT!“
Vincent Craven: „Das war zu früh. Rage ist
bei zwei draußen.“
Azrael Rage will aufstehen. Und so stürmt Blake Milton
in die nächst gelegener Ringecke und springt an dieser hoch. Ein Whisper in the
Wind soll folgen die Senton Bomb vom Top Turnbuckle. Doch Rage riecht den
Braten und spurtet hinterher. Mit einem Forearmstrike in Miltons Nierengegend
kommt dieser auf dem Top Turnbuckle zu Fall und landet mit den Weichteilen so
auf eben jenem Turnbuckle wie es jedem Mann weh tun würde, mit den Beinen nach
vorne. Aber er kann sich noch halten.
Mike Garland: „Uh… das tat bestimmt weh.“
Vincent Craven: „Bei dem Gesichtsausdruck
von Milton gehe ich davon aus.“
Mike Garland: „Rage steigt auf das zweite
Seil. Sein Kopf an Rage Torso… und… Side Suplex aus der Ringecke heruas.“
*Boom!*
Blake Milton hat sichtliche Schmerzen. Er hält sich
auf der Matte windend die Nierengegend und die Schmerzen stehen ihm ins Gesicht
geschrieben. Langsam greift der Regenläufer nach dem Sicherheitschef. Wieder
sind es seine Arme die sich um den Körper von Blake Milton herumschrauben und
mit einem Ruck setzt es einen Belly to Belly Suplex.
*Rumms!*
Vincent Craven: „Könnte der Triablo
werden.“
Mike Garland: „Jupp, wird es.“
Erneut holt Rage den jungen Sicherheitschef auf die
Beine. Und keine 10 Sekunden später wiederholt sich das Schauspiel.
*Rumms!*
Doch es heißt nicht umsonst Triablo. Wieder holt Rage
den jungen Australier in die Senkrechte. Doch er scheint zu zögern. Sein
Gesichtsausdruck lässt leichte Zweifel erkennen. Doch letztlich zieht er erneut
durch.
*Rumms!*
Vincent Craven: „Milton liegt in der
Ringmitte und Rage hockt daneben.“
Mike Garland: „Der zöget zu lange! Der
könnte das Match schon gewonnen haben!“
Tatsächlich schaut der Regenläufer auf den jungen
Australier herab. Nur kann keiner von uns wirklich sagen was in seinem Kopf
wirklich vor sich geht. Blake Milton hingegen windet sich erneut vor Schmerzen
in der Ringmitte. Schließlich geht Rage doch herunter. Halbherzig, sehr
halbherzig und Nelson Frider muss ihn schon fast dazu auffordern das Cover zu
setzen da er sonst mit dem Knock Out Count beginnen müsste.
Vincent Craven: „Jetzt lässt sich Rage
doch herab. Man wie das klingt als wenn es schlimm wäre einen Pin zu setzen.“
„Eins!“
Mike Garland: „Lateral Press ohne Bein
einhacken. Und ich sage dir der ‚Schlächter’ hat es geschafft Rage zu
verunsichern.“
„Zwo!!“
Vincent Craven: „Eigentlich schade.“
„Dr…..!!!“
„Yeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaaaaaaah!!!!“
Mike Garland: „KICK OUT!“
Vincent Craven: „Unglaublich! Milton ist
draußen!“
Ungläubig schielt Rage auf den Sicherheitschef der
sich irgendwie umgedreht hat und nun versucht sich in die Seile zu ziehen. Rage
hat nicht mit letzter Konsequenz gekämpft bis hierher. Und das zeigt sich nun.
Den Blake Milton beweist Kämpferherz und zerrt sich an den Seilen nach oben.
Rage richtet sich erweil in der Ringmitte auf und scheint Maß zu nehmen. Kaum
das Blake Milton sich am Seil hochgezogen hat will Rage zupacken. Doch Blake
Milton lebt noch.
Mike Garland: „Forearmstrike von Milton in
den Magen von Rage.“
Vincent Craven: „Milton packt Rage am
Hals… zieht sich so an ihm hoch….“
Mike Garland: „Elevated Kneestrike gegen
Rages Brust. Wieder ein MMA Move.“
Vincent Craven: „Ich dachte Milton war
Freefighter?“
Mike Garland: „So hieß das in den 90ern
als es noch halbillegal war. Ich dachte du bist Profi?“
Vincent Craven: „Hey ich bin Wrestling
Kommentator und keiner für Octagon oder für irgendeinen Schrottplatz!“
Und während die beiden sich über Blake Milton’s
Kampfstil unterhalten, ändert das nichts an der Tatsache das eben jener sich
gerade Punch für Punch und Kick für Kick aus den Seilen heraus kämpft. Wieder
ist da diese fehlende Konsequenz von Rage der gerade trotz seiner körperlichern
Vorteile in der Defensive ist. Den Zuschauern gefällt es und so feuern die Fans
gerade den jungen Australier an wie nichts Gutes. Mit zwei Roundhouse Kicks in
Serie hat es Milton jetzt geschafft sich selbst wieder aufzuputschen und Rage
in die Mitte des Ringes zu treiben. Kurz nimmt Blake Milton Anlauf und will
seinen eingesprungenen Double Knee Chin Breaker zeigen. Doch Rage hat andere
Pläne.
Mike Garland: „Double Knee Chin Brea…
nein! Rage will die Final Sin Lariat anbringen!”
Vincent Craven: „Milton riecht was der
Regenläufer kocht und taucht drunter weg!“
Mike Garland: „MD’s Zögling geht in die
Seile…“
Vincent Craven: „Second Rope Crossbody!“
Körper kollidieren. Der Croosbody sitzt und reist
selbst den gestandenen Azrael Rage um. Sofort hackt Blake Milton das Bein ein
und ein weiterer Count soll kommen.
„Eins!“
„Zwo!“
Doch Blake Milton ist noch zu mitgenommen von den
Attacken die ihm Rage vorher gegeben hat. Sein Rücken spielt noch nicht mit. Er
kann den Hünen Rage nicht solange unten halten um das es wirklich einen Erfolg
bringt.
Mike Garland: „Milton ist noch zu
mitgenommen vom Triablo.“
Vincent Craven: „Beide jetzt angeschlagen.
Milton hat noch mit seinem Rücken zu kämpfen während Rage noch vom Crossbody
etwas überrascht ist.“
Mike Garland: „Aber beide schaffen sich
auch langsam wieder in die Senkrechte. Kein Grund für Frider den Count zu
beginnen.“
Vincent Craven: „Bis hierhin muss man
sagen: es ist ein faires Match. Auch wenn die Highlight natürlich fehlen.“
Mike Garland: „Aber hier geht es ja auch
nicht um einen Schönheitspreis für die beste Technik sondern darum wer die
zweifelhafte Ehre haben wird den ‚Schlächter’ Robert Barker beim Cote PPV um
den Undisputed Gerasy Titel fordern zu dürfen.“
In der Zwischenzeit haben sich beide wieder aufgerappelt
in jeweils gegenüber liegenden Seilen. Die Blicke der beiden treffen sich und
es stellt sich die Frage was wohl zurzeit in den Köpfen der beiden beteiligten
vor sich geht. Ein Duell zum High Noon in irgendeiner Wüstenstadt des
amerikanischen Wilden Westens könnte wohl nicht spannender sein. Fehlt nur noch
der Weidebüschel der durch den Ring geweht wird. Auch die Zuschauer merken das
jetzt wohl die entscheidende Phase des Matches anstehen könnte. Es wird
totenstill im PCWA Theatre bevor beide wie auf Kommando aufeinander losstürmen.
Vincent Craven: „Jetzt geht es los beide
kommen aus den Seilen, Rage will eine Clothesline setzen… Milton taucht wieder
darunter ab…“
Mike Garland: „Nein! Rage kann ihn packen
und schleudert Milton direkt noch mal in die Seile!“
Vincent Craven: „Blake Milton federt zurück… Rage packt zu… Körperdrehung… und…“
Mike Garland: „SIDEWALK SLAM!“
*Rumms!*
Schnell ist Rage wieder auf den Beinen und setzt
sofort einen Elbowdrop hinterher. Lange zögert er nicht reißt den jungen Sicherheitschef
schnell und umgehend wieder in die Höhe um ihn wieder mit einem Whip In in die
Ringumspannung zu befördern. Was folgen soll ist eigentlich ein Back Body Drop.
Doch Blake Milton zeigt erneut Kämpferherz und ersucht es mit einem Sunset Flip.
Doch Rage ist zu groß und unhandlich um das wirklich hinzubekommen. Doch als
Azrael Rage versuchen will den Sicherheitschef mit seinen bloßen Händen
hochzuziehen verpasst ihm dieser wieder einen Kneestrike.
Vincent Craven: „Milton packt wieder nach
dem Kopf Rage… was macht er da?“
Mike Garland: „Beim MMA würde man jetzt
sagen sie gehen in den In Fight. Milton versucht Rages Standbein wegzutreten
und ihn gleichzeitig in einen Choke zu bekommen. Aber das ist selbst für
erfahrene BJJ Kämpfer eine schwere Taktik.“
Vincent Craven: „Ich hätte jetzt gesagt er
klammert sich an Rage fest.“
Doch so ganz klappt das natürlich nicht. Es sei den
Blake wollte sich so befreien um wieder weg zu kommen von Azrael Rage. Denn
kaum hat er irgendwie den Regenläufer runter auf dem Mattenboden, da springt er
auch schon weg von Hünen.
Mike Garland: „Okay ich habe mich
getäuscht. Er geht nicht in den In Fight er hat Rage nur auf den Boden geholt
um sich selbst von ihm zu befreien. Wahrscheinlich hat er realisiert das ein
Submissionversuch nicht klappen würde.“
Vincent Craven: „Milton wieder auf Distanz
zu Rage. Und immer noch hält er sich ein wenig den Rücken. Während Rage langsam
sauer zu werden scheint.“
Mike Garland: „So richtig deuten kann ich
den Blick nicht. Wie bewertet er wohl das was er hier gesehen hat?“
Vincent Craven: „Fest steht: Blake Milton
versucht alles was er kann um gegen den Kampf gegen den ‚Schlächter’ zu
bekommen.“
„Let’s go
„Let’s go
„Let’s go
„Let’s go
Und während Rage am Ringseil noch auf den Knien ist
und sich Blake Milton immer noch etwas den Rücken halt feuern die Fans beide
an. Plötzlich stürmt der junge Australier los und will sich am Hünen mit einer
Headscissors Takedown versuchen doch Rage kann den heranstürmenden Blake Milton
abfangen beziehungsweise den Takedown unterbinden indem er Milton wie zu einer
Last Ride Power Bomb hochstemmt.
Mike Garland: „Die Headscissors geling
nicht… Rage stemmt Milton hoch das!“
Vincent Craven: „Milton jetzt über zwei
Meter hochgestemmt!“
Mike Garland: „Er wehrt sich! Rage kann
die Power Bomb nicht durch ziehen!“
Vincent Craven: „Er hat seine Beine
irgendwie über Rages Kopf bekommen… er rutscht runter… so NECKBREAKER!“
*Rumms!*
Mit seinem verlagerten Gewicht kann auch Rage den
Australier nicht halten und das Ergebnis ist das dieser den Hünen mit einem
Neckbreaker aus dem Fallen herunterreißen kann. Rage kommt hart auf und Milton
zögert keine Sekunde schnell ist die nächste Ringecke anvisiert und der
schnelle Free Fighter springt erst auf das Turnbuckle bevor er ein zweites Mal
abspringt und mit einem Moonsault auf Azrael Rage landet.
*Boom!*
Und die Stimmung explodiert und erstmals wird hier
auch seine technische Entwickelung deutlich die von den Fans auch
dementsprechend gewürdigt wird.
„This is Wrestling!“
„This is Wrestling!“
„This is Wrestling!“
„This is Wrestling!“
Mike Garland: „Der Moonsault saß! Hier
zeigen sich ja doch noch die Kabinettstückchen:“
Vincent Craven: „Na da zeigt sich doch ein
wenig die Handschrift seines australienschen Trainers.“
Mike Garland: „Milton hatte auch einen
Trainer?“
Vincent Craven: „Jupp. Ein gewisser Jason
N Genious. Ebenfalls Australier. Und bei der Konkurrenz.“
Mike Garland: „Zurück zum Match. Blake hat
sich auf den Apron geschafft. Er steht außerhalb am Ringseil.“
Und hier kann Milton endlich auch mal
zeigen dass er mehr kann als ein paar Kicks verteilen. Was folgt ließe selbst
die Luchadores aus Mexiko kurz mit der Zunge schnalzen. Ein wunderschöner,
formvollendeter…
Vincent Craven: „SPRINGBOARD 450°
SPLASH!!!!“
*Rumms!*
„Yeeeeeeeeeeeeeeaaaaaahhh!!!!“
Der Aufprall ist gewaltig und der Impact dahinter noch
viel größer. Abgeschafft und angeschlagen legt sich der junge Australier zum
Pin auf Rage und Nelson Frider muss zum Pin Fall erneut herunter. Wieder
beginnt er mit dem zählen.
„EINS!“
Mike Garland: „Das könnte es gewesen
sein.“
Vincent Craven: „Das wäre natürlich die
Sensation.“
„ZWO!!“
Mike Garland: „Gott Bewahre!“
Vincent Craven: „Wenn er Rage besiegen
kann, kann er auch den ‚Schlächter’ besiegen.“
„DR….!!“
Mike Garland: „Wieso bricht Frider ab?“
Ein Raunen geht durch die Menge der Fans. Aber Nelson
Fridor zeigt hervorragende Ringübersicht. Azrael Rage’s Bein liegt unter dem
Bottom Rope. Und jeder der nur ein bisschen Ahnung von Regelkunde hat weiß: Das
somit das Cover ungültig wäre.
Vincent Craven: „Frider zeigt es auch noch
mal an, er zeigt deutlich auf den Fuß unter dem Bottom Rope. Das Cover hätte
nicht gezählt.“
Die Verzweifelung ist Blake Milton nun ins Gesicht
geschrieben. Hätte er es sehen müssen? Wäre das einem Wrestler mit mehr
Erfahrung aufgefallen? Nun jedenfalls hat er realisiert das er das Match noch
nicht gewonnen hat. Die Fans feuern
Beide an.
*Klatsch!*
*Klatsch!*
*Klatsch!*
*Klatsch!*
Mike Garland: „Rage richtet sich langsam
mit dem Oberkörper auf. Boa kuck dir seinen Blick mal an!“
Vincent Craven: „Blake Milton sitzt nur
wie versteinert neben ihm und muss mit ansehen sie Rage wieder zu Kräften
kommt.“
Mike Garland: „Milton muss jetzt
reagieren. Oder aber er lässt Rage die Chance wieder ins Match zu kommen.“
Rage nickt. Ein kaum merkliches Nicken. Wohl mehr für
sich selbst als für den Rest aller Zuschauer in der Halle. Was immer er noch
brauchte um sich selbst darüber klar zu werden was er hier eigentlich machen
wollte. Es ist ihm scheinbar jetzt klar. Eine wilde Entschlossenheit die in den
letzten Minuten Gefehlt hat ist wieder in seinen Augen zu erkennen. Die „Rage“
des Rage ist in diesem Moment wieder da.
Vincent Craven: „Beide jetzt im
Aufstehen.. Milton springt auf…“
Mike Garland: „So wie Rage jetzt auch!
Blake versucht es mit einem Step Up Enzuig… Nein Rage packt sein Bein und reist
ihn wie bei einem Arm Drag Takedown mit dem Bein um!“
Azrael Rage packt nun Blake Milton und holt ihn auf
die Beine. Ein Schneller Whip In folgt. Milton federt aus den Seilen zurück,
Rage stemmt ihn im Lauf in die Luft und will ihn wie zu einem Elevated European
Uppercut hoch werfen. Bei diesem Gewichtsunterscheid kein Problem. Doch Milton
gibt nicht klein bei. Noch in der Luft kann er die Beine anwinkeln und landet
auf Rage mit einer Double Knee Press. Doch er kann kein schnelles Kapital drauß
schlagen.
Vincent Craven: „Milton kann neues Cover
daraus machen… oder… nein doch…“
Mike Garland: „SMALL PACKAGE!!!“
„EINS!“
„ZWO!!“
Vincent Craven: „KICK OUT RAGE!!!“
Mike Garland: „DAS GIBT ES DOCH NICHT!!!“
Und ob es das gibt. Beide wollen es jetzt wissen gehen
volles Risiko. Kaum hat Milton das Small Package gelöst springen beide auf.
Anhand der ganzen Flüsse von Schweiß auf den Körpern und dem schweren und
schnellen atmen sieht man das keiner mehr bei hundert Prozent ist. Milton hat
den schnellern Vorstoß. Mit einem eingesprungenen Cutter, Marke Ace Crusher
versucht er den Hünen herunter zu reißen doch der stößt ihn weg.
Vincent Craven: „Rage packt Blake Milton
kaum das er auf dem Boden liegt… Er greift zu…“
Mike Garland: „SNAP SUPLEX!“
*Rumms!*
Vincent Craven: „Und wieder der Rücken!
Wieder hält sich Blake Milton den Rücken.“
Mike Garland: „Rage verpasst Lucifers
Schützling noch einen Kick gegen eben den Rücken.“
Vincent Craven: „Uh das sah böse aus.“
Und Rage ist noch nicht fertig mit einem schnellen
Griff hat der den kleineren Free Fighter wieder gepackt und nimmt ihn in die
Mounted Possition. Ein Schneller German Suplex folgt. Doch keine Brücke zum Pin
kommt. Mit aller Entschlossenheit holt Rage den Sicherheitschef noch einmal auf
die Beine. Wieder ein Whip In. Wieder greift Rage zu und verpasst dem Jungen
erneut eine Attacke gegen den Rücken. Mit einem Back Breaker steigert er die
leiden des jungen Australiers erneut. Und erneut soll ein Pin Fall folgen.
„EINS!“
„ZWO!!“
„DRE….!“
Mike Garland: „WAHNSINN! KICK OUT!“
Vincent Craven: „MILTON KÄMPFT WIE EIN
LÖWE!“
Blake Milton hat ein Ziel und dieses Ziel heißt
‚Schlächter’ Robert Barker. Aber nachdem ihn Rage nun so malträtiert hat. Ist
er nur noch vom blanken Instinkt getrieben. Nichts anderes hält ihn jetzt noch
am kämpfen. Langsam baut sich der Hüne vor ihm auf und holt ihn an seinen
Haaren in die Höhe, böse Menschen würden in Rage nun wieder den Teufel sehen.
*PLATSCH!*
Mike Garland: „Krachender Open Hand Chop auf die Brust
von Bilton!“
Vincent Craven: „Und Noch einer hinterher.“
Blake Milton bleibt die Luft weg. Er hat sich von
diesem Schlag gefangen, doch er torkelt, sieht seine Umgebung nicht. Aus dem
Nichts kommt Rage nun angerannt. FINAL SIN LARIAT! Milton dreht sich einmal um
die eigene Achse und knallt hart auf den Nacken auf. Sofort pinnt Rage ihn und
Nelson Frider zählt sofort.
„EINS!“
„ZWO!!“
Mike Garland:
„KICK OUT AGAIN!!!“
Der Regenläufer kann es nicht glauben. Ungläubig
blickt er auf die zwei Finger, die zur Anzeige von Nelson Frider schon wieder
gehoben wurden, dass er noch nicht gesiegt hat. Er hat keine Wahl mehr. Er
richtet sich auf und geht einige Schritte zurück.
Vincent Craven: „Das ist dieser unbeugsame
Wille von Blake Milton.“
Mike Garland: „Das seh ich auch so. Er
will hier nicht verlieren, obwohl er einen der wahrscheinlich härtesten Moves
der PCWA kassiert hat.“
Azrael Rage hockt sich ab und winkelt den linken Arm
an seinen Körper. Mit der rechten Faust schlägt er auf den Boden. Immer wieder.
Er will Milton wecken. Langsam kommt dieser wieder zu sich, regt sich und
erkennt, dass noch nicht alles vorbei ist. Schwindel und Kopfschmerz ziehen
durch sein Haupt und dennoch muss er aufstehen. Dieses dumpfe Klopfen von
irgendwoher. Langsam, wacklig wie ein Neugeborenes Reh, steht er und doch
schnellt ihm plötzlich eine Frage durch den Kopf. Wo ist Azrael R… FINAL SIN
LARIAT! Zum zweiten Mal! Noch einmal dreht Milton sich um die eigene Achse und
knallt wieder hart auf seinen Nacken auf. Ein letzter Schrei von Milton und
sofort das Cover von Rage. Frider zählt.
„EINS!“
„ZWO!!“
„DREI!!!“
*Ding, Ding, Ding*
Der Jubel ist Groß und auch für den Besiegten Blake
Milton gibt es viel Applaus. Die Zuschauer haben einen Spannenden Kampf gesehen
mit einem Blake Milton der ALLES was er hatte dem Regenläufer entgegen geworfen
hat. Doch es sollte nicht sein.
Vincent Craven: „Rage hat es geschafft!“
Mike Garland: „Dadurch ist Azrael Rage
unser Number One Contender für das Undisputed Gerasy Match bei CORE gegen
Robert Barker. Aber was wird er jetzt mit Milton tun?“
Jane Nelson: „Sieger in diesem Match um
den Number One Contender Spot auf den Undisputed Gerasy nach 22 Minuten und 13
Sekunden durch Pin-Fall… AZRAEL RAGE!“
Sofort ertönt das Theme von Azrael Rage und dieser
bleibt hocken und sieht auf seinen Gegner.
Mike Garland: „Rage wird unentschlossen.
Geht er jetzt auf Barkers Forderungen ein?“
Vincent Garland: „Noch hat er gar nichts
getan, aber er scheint zu überlegen. Es ist wohl die Angst vor der ANGST, die
ihm hier zu schaffen macht.“
Mike Garland: „Wenn man vom Teufel
spricht.“
ETHS. Crucifere. Unter der Musik des Schlächters
betritt die ANGST die Bühne. Mit Wahnsinn und Blutlust bewaffnet erscheinen sie
einer nach dem anderen im Theater. Undisputed Gerasy
Champion Robert Barker, der Mythos Gabriel Lucifer, Tribune Champion Alistair
Brunswick und das Living Dead Girl Patricia Selladore. Die Securitys postieren sich währenddessen auf der
Rampe. Die Anweisung von Milton war eindeutig. NIEMAND wird während und oder
nach diesem Match eingreifen. Ein Fingerzeig des Schlächters zu den Next
CENTURY gods und diese verschwinden noch einmal hinter dem Vorhang, nur um eine
Sekunde später mit Stühlen bewaffnet wieder aufzutauchen. Sofort rennen
Patricia und Alistair auf die Securitys zu und dann kommt es, wie es kommen
muss. Es hagelt Stuhlschläge. Ein Security nach dem Nächsten geht zu Boden.
Keine dreißig Sekunden später ist der Weg frei zum Ring. Barker und Lucifer
setzen sich in Bewegung. Eilig slidet der Gerasy in den Ring und postiert sich
vor Rage, welcher sich schützend vor Milton gestellt hat, welcher immer noch in
der Mitte des Rings liegt. Eine Geste von Barker ist eindeutig. Zerstöre Milton
und gib dem Gerasy auf!
Vincent Craven: „Wird Rage Barker Folge
leisten?“
Mike Garland: „Das kann er nicht machen?“
Vincent Craven: „Aber
wenn doch, was dann?“
Kurz blickt Rage zu Boden, durchdenkt sich
die Sache. Währenddessen postieren sich Alistair und Patricia auch im Ring und
sie stehen im Halbkreis um Rage und Milton. Alistair hat seinen an den
Securitys zerschlagenen Stuhl inzwischen weggeworfen, während Patricia ihren
noch in Anschlag hält.
Erst jetzt blickt der Regenläufer auf und
schüttelt den Kopf.
Mike Garland: „RAGE WEIGERT SICH!“
Vincent Craven: „Aber sieh dir den
Schlächter an!“
Im Gesicht des Schlächters scheint sich
Wut aufzubauen. Doch es ist Rage, der als erstes Alistair mit einem weit
ausgeholten Schlag attackiert. Offenbar ist die ANGST überrascht von diesem
Verhalten, denn auch Gabriel Lucifer fängt sich sogleich einen Schlag ein. Der
Schlächter, offenbar überrascht von so viel Initiative, weicht zurück, beschaut
sich das Bild, nicht ängstlich, aber verwundert. Patricia will mit ihrem Stuhl
zuschlagen und trifft nur die Stiefelsohle von Rage, der mit einem Big Boot
kontert. Auch Alistair ist wieder zur Stelle, doch dieser fängt sich einen
Spinebuster ein.
Vincent Craven: „Der Regenläufer teilt
groß aus!“
Rage will nun mit ausgestrecktem Arm,
bereit für seine Final Sin Lariat, auf Barker zustürmen, doch der Arm wird von
Patricia mit dem Stuhl getroffen und Rage geht zu Boden. Plötzlich sind sie
alle da. Gabriel Lucifer, Alistair und Patrica treten auf Rage gemeinsam ein,
so dass dieser nach wenigen Sekunden sein letztes Aufbäumen ausatmet.
Mike Garland: „Sieh sie dir nur an. Wie
die Geier stürzen sie sich auf Rage.“
Vincent Craven: „Ja, da ist Rage jetzt
chancenlos. Und die Security ist auch schon ausgeschaltet. Wer kann hier noch
helfen?“
Mike Garland: „Blake Milton!“
Vincent Craven: „Milton steht wieder.“
Mike Garland: „Stehen? Er torkelt!“
Vincent Craven: „Er versucht Barker zu fassen, der das
Werk der Pest beobachtet!“
Doch noch bevor er ihn erreicht, stürzt sich Alistair auf ihn. Milton wird
in die Ringecke gestoßen und fängt sich da mehrere Schläge vom selbsternannten
Superstar ein. Jede Gegenwehr ist zusammengebrochen. Währenddessen
buhen und pfeifen die Fans. Der Ring füllt sich langsam mit Müll, den die
Massen der Angst entgegen werfen. Barker indessen blickt zu Lucifer, welcher
Milton undefinierbar ansieht. Auch Gabriel bemerkt diesen Blick und muss
handeln. Langsamen Schrittes geht er zur Ringecke in welcher Milton kauert,
während Alistair ihn weiterhin mit Schlägen und Tritten bearbeitet. Vorsichtig
packt Lucifer Alistair an der Schulter und bittet ihn abzulassen. Kurz blickt
er Blake an und dann schüttelt das legendäre Tränengesicht den Kopf. An den
schwarzen Haaren gepackt und hochgehievt von Lucifer und plötzlich fliegt
Milton über das dritte Seil aus dem Ring. Von den Händen klopft sich der
ehemalige Principle den imaginären Staub ab und scheint mit sich sehr zufrieden
zu sein. Barker spendet höhnischen Applaus.
Nun geht es wieder auf das eigentliche
Ziel - Azrael Rage. Wieder versammeln sich die Mitglieder der ANGST um ihn
herum und Patricia hat plötzlich eine Tasche irgendwoher hervorgeholt. Diese
wird Barker übergeben, der sie vorsichtig, mit einem diabolischen Grinsen,
öffnet.
Mike Garland: „Der Schlächter greift in
die Tasche!“
Vincent Craven: „STACHELDRAHT!“
Alistair verpasst Rage im Hintergrund
einen weiteren Tritt an den Kopf, während der Schlächter seinen geliebten
Stacheldraht in die Hände nimmt. Das silbrige Metall glitzert ihn verführerisch
an und erinnert ihn an ihre schönen Stunden. Blutlust packt ihn, lässt ihn
etwas Stacheldraht abwickeln und dann wie wild damit auf Rage einzupeitschen.
Alistair kann sich gerade noch rechtzeitig wegbewegen, um keinen der wilden
Schwinger abzubekommen. Die Haut des Regenläufers wird immer wieder von Dornen
durchbohrt.
Mike Garland: „Der Schlächter legt den
aufgewickelten Stacheldraht auf Rages Oberkörper ab.“
Vincent Craven: „Hat er etwa genug?“
Diese Frage beantwortet der Schlächter
schnell. Er lässt sich in die Seile fallen, und springt mit Anlaufen mit einem
Double Foot Stomp auf den Stacheldraht, landet auf der anderen Seite von Rages
Körper, rennt weiter, wieder in die Seile, wieder ein Double Foot Stomp auf den
Stacheldraht und Rages Körper. Und er rennt immer noch weiter, springt noch mal
ab und zeigt eine Running Senton Bomb auf den Stacheldraht! Rage schreit auf,
als der Draht ihn zum unzähligsten Mal durchbohrt und durch die Bewegung über
die Haut gerissen wird. Barker sitzt mit nun auch eigenem Blut auf dem Rücken,
neben dem Körper seines neuen Herausforderers und…
Vincent Craven: „Barker grinst! Dieser
kranke Bastard grinst!“
Patricia will ihren Schlächter nicht alles
alleine machen lassen und springt auf den regungslosen Rage. Sie greift
schamlos in den Stacheldraht, schneidet sich damit selber in die Hand und reißt
einige Risse in den Oberkörper des Regenläufers. Das Silber des Drahtes zeigt
bereits erste Anzeichen von Rot, doch das Living Dead Girl hat noch lange nicht
genug. Sie prügelt auf das Gesicht unter ihr ein, als wolle sie sichergehen,
dass es niemand wieder erkennen würde. Durch die Stacheldrahtrolle in ihrer
Hand wird jeder Schlag mit der Rechten extra schmerzhaft. Rage wird mit
absoluter Sicherheit einige neue Narben davon tragen und alles was Patricia
dazu zu sagen hat, ist ein irres Lachen nur Zentimeter von dem was einmal sein
Gesicht war.
Mike Garland: „Das ist widerlich!““
Von der Seite ruft Alistair, der sich den
Stuhl geschnappt hat, den Pat mit in den Ring gebracht hat und deutet ihr etwas
an. Sie versteht, legt Rage den Stacheldraht aufs Gesicht und fängt den Stuhl,
den sie sofort über das Gesicht und den Draht hält. Alistair nimmt Anlauf und…
Vincent Craven: „Running Leg Drop auf den
Stuhl!“
Mike Garland: „Und den Stacheldraht!
Verdammt! Mitten ins verdammte Gesicht!“
Vincent Craven: „Fuck!“
Während Alistair sich sein Bein reibt, ist
Patricia die pure Freude ins Gesicht geschrieben. Sie lebt für solche Aktionen
und der Schlächter, der mittlerweile neben ihr steht, sieht nicht aus, als wäre
diese bereits beendet. Er deutet ihr an aufzustehen und in diesem Moment der
Erregung ist sie bereit ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Auf sein Zeichen heben
die next CENTURY gods Azrael hoch und schleudern ihn in Richtung Gabriel
Lucifer, der Rage mit einem God Killer empfängt.
Mike Garland: „GOD KILLER!“
Vincent Craven: „Auch das noch…
irgendjemand muss das hier doch stoppen!“
Mike Garland: „Aber wer? Wer würde sich
freiwillig von der Angst schlachten lassen, nur um Rage zu helfen?“
Lucifer sitzt am Boden und blickt
erwartungsvoll zu Barker. Dieser nickt. Der nun vollkommen bewegungsunfähige
Rage wird vom Mythos wieder auf die Beine gehievt und dort steht Patricia
bereits mit der Stacheldrahtrolle bereit. Eilig beginnt sie damit Rage mit dem
Draht zu umwickeln. Um seinen Kopf, um seinen Hals. Um den Rumpf, um die Beine
und zurück. Jeder Zentimeter Stacheldraht wird ausgenutzt. Rage steht nur noch,
weil Lucifer ihn hält und doch kommt jetzt noch einmal der Schlächter
angerannt.
Mike Garland: „PEACEMAKER!“
Vincent Craven: „Wann haben die endlich
genug?“
Rage liegt am Boden. Unfähig sich zu
bewegen. Unfähig sich zu wehren. Barker deutet gen Hallendecke und als die Fans
seinen Blicken folgen, sehen sie, was Barker angewiesen hat. An einem Seil wird
seltsam aussehende Halterung herunter gelassen. Bevor sich die Fans lange
wundern können, wofür das gut sein soll, beginnen die next CENTURY gods schon
damit Rage bei den Füßen zu packen und zu der Halterung, die nun unten im Ring
angekommen ist, zu zerren. Ein paar Handgriffe später ist Rage fest verankert
und auf einen weiteren Fingerzeig wird das Seil und mit ihm Azrael Rage wieder
nach oben gezogen. Langsam. Zentimeter für Zentimeter, geht es nach oben. Genug
Zeit für die nCg sich noch ein wenig auszutoben. Alistair jagt Rage einen
weiteren Chairshot an den Kopf und Patricia lässt es sich nicht nehmen Rage
noch eins ihrer Markenzeichen, einen Spinning Wheel Kick an den Hals zu treten.
Rage schwingt durch die Wucht langsam hin und her, ist er doch nun komplett in
der Luft, an den Füßen herabhängend. Wie ein Schwein im Schlachthaus. Gabriel
Lucifer hält sich im Hintergrund. Er lässt sich nichts anmerken, was auf seine
Gedanken in diesem Moment schließen ließe.
Mike Garland: „Ich glaub mir wird
schlecht…“
Vincent Craven: „So wie Rage da hängt,
erinnert er an Lucifer… Barkers erste Schlachtung…es… argh…“
Als Rages Kopf etwa auf Augenhöhe mit dem
des Schlächters ist, zeigt dieser eine Cutthroat Geste und sofort hört der
Anstieg des bluttriefenden Herausforderers auf. Ohne das er irgendwas sagen
muss, reicht ihm Lucifer ein Mikrofon und Patricia seinen Undisputed Gerasy Gürtel.
Zum Leidwesen der Fans hält er das Gold triumphierend in die Höhe.
‚Schlächter‘: „Ist es das, was du willst,
Rage?“
Mit voller Wucht schlägt er dem
Regenläufer seinen Gürtel ins blutige Gesicht. Amüsiert betrachtet er das
Muster, dass die Blutspritzer auf dem Gold hinterlassen haben.
‚Schlächter’: „Schlag es dir aus dem
Kopf. Du wirst den Undisputed Gerasy niemals zurückbekommen! NIEMALS! Ich bin
der gottverdammt Beste in diesem Business und du wirst als weiteres Opfer
enden, als Mahnmal für alle anderen, die mich herausfordern wollen, was
passiert, wenn man den Schlächter beleidigt! FÜRCHTE MICH!“
Das Theme des Schlächters ertönt.
Mike Garland: „Unglaublich. Unser Number
One Contender hängt blutend über dem Ring.“
Vincent Craven: „Barker und seine Schergen
scheinen sich zu amüsieren. Mit einem Lächeln ziehen sie von dannen und
hinterlassen abermals eine widerliche Schlachtung.“
Mike Garland: „Aber was heißt das jetzt?
Ist Rage jetzt auch gelähmt, wie Lucifer es einst war?“
Vincent Craven: „Keine Ahnung! Die Angst
von Rage vor Barker war auf jeden Fall nicht unberechtigt.“
Mike Garland: „Nein, aber ich finde er hat
das Richtige hier getan, auch wenn der Preis hoch war und in Blut gezahlt
wurde.“
Die medizinischen Kräfte der PCWA tauchen
nun auf. Viele Backstageworker und Referees folgen ihnen, nachdem die ANGST
endlich verschwunden ist.
Mike Garland: „Für heute müssen wir leider
auch aufhören und verabschieden uns mit diesen deprimierenden Bildern für
heute, liebe PCWA-Fans.“
Vincent Craven: „Nächste Vendetta wissen
wir hoffentlich mehr und erfahren auch wie es Azrael Rage geht. Solange wir das
nicht wissen, können wir nicht einmal sagen, ob es ein Gerasy Match bei CORE
geben wird. Dennoch wünschen wir ihnen natürlich eine gute Nacht.“
Das letzte Bild zeigt einen furchtbar viel
Blut verlierenden Azrael Rage, der in Stacheldraht gehüllt über den Ring hängt
und einige Ärzte und Mitarbeiter der PCWA die versuchen ihn zu befreien.
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