RISING PHOENIX

Die NR.1 PRE-SHOW im Wrestling Business!

Exklusives Material von VENDETTA 83!

Nur für ECHTE Fans!

 

 

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–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––

 

Die Dunkelheit hat sich über die Stadt gelegt, bedeckt die Häuser mit ihrem Schatten, verschluckt die Geräusche in ihrem Inneren. Auf dem großräumigen Gelände der PCWA hat auch an diesem Abend die Kälte gesiegt – behutsam reibt er die Hände aneinander, versucht sie ein wenig zu wärmen, bevor er sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut in die warme Umgebung seines wrestlerischen zu Hauses begibt, denn heute zählt es. Viertelfinale. Quest 4 the Best. Leicht wird es nicht, doch soll es das überhaupt? Eine Nacht die viel verändern kann, viel verändern wird. Doch noch will er alleine sein und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Die Gedanken die ihn, teilweise schon so lange - fragmentarisch erst seit kurzem, beschäftigen. Und dazu andauernd diese Melodien, die sich in seinem Kopf abspielt, diese Texte, die sich auf sein Gemüt gelegt haben, wie eine böse, vielleicht auch schützende Dämmerung.

 

Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers,

der mich  unsichtbar berührt.

 

Die Augen blicken von hier aus, von seiner Bank auf der er Platz genommen hat, über das weitläufige Gelände. Das Theater – Der Dome – die ganzen anderen Gebäude… und erneut wieder diese Frage, nach dem Sinn seines Hierseins. Hat es sich wirklich gelohnt vor einigen Monaten hier aufzutauchen? Doch der Gedanke wird genauso schnell wieder verworfen, wie er aufkam – natürlich hat es sich gelohnt, natürlich ist es gut, so wie es ist. Zumindest ansatzweise gut, oder?

 

Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer
der mich führt und beschützt

 

Der Blick wandert über den riesigen Banner, der an den Toren befestigt ist und das nun so richtig anlaufende Turnier promotet. Deshalb ist er hier, das war sein Ziel, das IST sein Ziel – er will es schaffen, einer der Großen werden in diesem Unternehmen, beweisen, dass er mit den Größen dieser Liga mithalten kann, will zeigen dass er sein Handwerk versteht. Und er will geliebt werden.

 

Die Fans lieben ihn, chanten jedes Mal aufs Neue seinen Namen, unterstützen ihn und wollen ihn sehen. Ja, genau das wollen sie, das haben sie in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen. Jedes Mal wenn sein Name aus dem Munde eines anderen gefallen ist setzten die Chants ein, wann immer er die Stage betrat schlug ihm die Zuneigung entgegen… Pavus…Pavus…Pavus…

 

Zuerst haben sie ihm zum Match um den Cryption verholfen, nur kurz danach waren es wieder die Fans, seine Fans, die ihn gegen Alistair um den Tribune antreten sehen wollten. Und auch heute wird es nicht anders sein. Sobald der Vorhang zurückgeschlagen wird, werden sie sich wieder die Kehlen aus dem Leibe schreien. Für ihn. Nur für ihn.

 

Er hat hier viele neue Leute kennen gelernt, die er als Freunde bezeichnet. Er hat eine wundervolle zeit mit Hate hinter sich, hat in Azrael einen Mentor und echten Freund gefunden und auch in Caleb Yuma hat er jemanden gefunden, der ihm zur Seite steht. Er hat die Liebe zum Menschen wieder entdeckt, zu allen Menschen. Und wie er die Menschen liebt – manche mehr, manche weniger, doch sobald er einen Zweibeiner entdeckt legt er den Kopf etwas schräg und begutachtet diesen Menschen, diesen wundervollen Menschen – wie er es bei Hate tat, ebenso wie er Azrael begutachtet hat, auch wenn es ihm glücklicherweise nicht so direkt aufgefallen ist. Genau wie er es genossen hat diesen wunderbaren und wohl geformten Körper von Alistair zu sehen bei der letzten Show.

 

Manchmal in der Nacht möcht ich Verbotenes erleben
und die Folgen sind mir ganz einerlei.

 

Doch die Kehrseite der Medaille ist nicht rosig, eher rostig – denn bei genauerem Betrachten dieser Fakten ist festzustellen, dass alles, so gut es auch angefangen hat, so wunderbar es vorherbestimmt war, doch wieder nur der Höhenflug vor dem Aufprall war. Alles fing immer so gut an und wurde dann ins Gegenteil umgekehrt, durch unbeeinflussbare Umstände in den krassen Kontrast verwandelt.

 

Während er die tiefen Lungenzüge der so geliebten Tabakstängel inhaliert, gibt Pavus sich selbst die Antworten auf die von ihm gestellte Problematik.

 

Pavus: „Ins Cryption Crown Match gevotet und versagt. Verloren, nicht zuletzt wegen des *treuen* Freundes Caleb Yuma. Erneut den Zuspruch der Fans bekommen und gegen Alistair gewonnen. Durch Disqualifikation. Ein Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt.“

 

Die Handflächen streichen über die kalten Finger.

 

Pavus: „In Azrael den Mann gefunden, nachdem ich gesucht habe, den Mann gefunden der mich unterstützen kann um dann durch die Erkenntnis seiner Vergangenheit wieder auf dem Boden der Tatsachen zu landen.“

 

Das Gesicht des Nordmanns verzieht sich zu einer hässlichen Grimasse, immer noch ist er angewidert ob der Taten seines „Mentors“ und vor allem die Tatsache dass Azrael ihn regelrecht verstoßen hat macht ihn sauer, macht ihn traurig. Aber vielleicht kann das Stück Papier, dass er just in diesem Moment aus der Tasche kramt etwas ändern.

 

Manchmal in der Nacht denk ich, ich sollte lieber fliehn vor dir
solang ich es noch kann

 

Als er vorhin schon einmal in seiner Kabine war fand er diese zusammengerollte Botschaft vor, gelesen hat er sie noch nicht – dafür wollte er seine Ruhe haben, nicht abgelenkt sein von irgendwelchen Tatsachen. Wer allerdings hätte einen Grund ihm etwas mitzuteilen außer dieser einen Person? Er rollt die Epistel auseinander und liest sie sich selber vor.

 

Vertikaler Bildlauf: Werter Pavus Maximus,

ich schreibe Dir diese Zeilen in dem Vertrauen, dass Deine Wut inzwischen sich ein wenig gelegt habe und versuche mich Dir zu erklären. Du fragtest mich, ob es mir nicht leid tun würde. Doch, dies tut es. Furchtbar leid sogar. Dennoch wäre es falsch Dich um Vergebung zu bitten, da ich Dir nie etwas angetan habe. Du bist mein einziger Freund auf der Welt und ich wünsche mir, dass das auch von Dir erwidert wird.

Ich habe Dir mit Absicht gesagt, dass Du meine Vergangenheit untersuchen solltest. Es ging dabei nicht darum Dich zu erschrecken. Es ging darum, dass unsere Welt, die Welt des Arenakampfes der Neuzeit, gefährlich ist und man wissen muss mit wem man es zu tun hat. Du solltest nicht blind nach Gefühl folgen, denn dies könnte sonst eines Tages ausgenutzt werden. Zudem möchte ich, dass meine Geschichte ein Mahnmal für Dich ist. Sie soll Dir zeigen, dass man sich immer den Konsequenzen stellen muss. Konsequenzen, die man vielleicht noch nicht sieht, aber sie werden kommen und dann keine Rücksicht nehmen. Sicherlich mag dies jetzt für Dich schwer zu begreifen sein, aber sieh mich an und Du weißt, dass ich nicht lüge… Meine Konsequenzen sind der Regen…

Ich hoffe, ich höre von Dir.

In Freundschaft,

Azrael Rage

Der Hamburger wird recht nachdenklich und irgendwie, ja irgendwie kann er Rage verstehen. Seine Taten waren wahre Gräueltaten, jedoch gibt es für so was doch immer einen Auslöser. 

 

Pavus: „In Freundschaft… mhm…“

 

Der Hamburger rollt das Stück Papier wieder zusammen, blickt es noch einmal an und verstaut es wieder in seiner Tasche. Azrael hat Recht, jeder muss seine Konsequenzen ertragen, vielleicht ist Azrael damit schon genug gestraft. Vielleicht meint er diese Worte wirklich ehrlich. Pavus wünscht es sich, er wünscht es sich so sehr. Pavus möchte Rage glauben, denn wen hat er denn noch außer ihm? Auf wen kann er sich wirklich verlassen und wer steht wirklich hinter ihm, wenn es darauf ankommt?

 

Doch rufst du dann nach mir, bin ich bereit dir blind zu folgen.
Selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir.

 

Unweigerlich muss Pavus an Hate denken und es huscht sogar ein kleines Lächeln über seine Lippen, während er immer noch ungläubig den Kopf schüttelt.

 

Pavus: „Was für ein kleiner Bastard.“

 

Kurzes auflachen.

 

Pavus: „Und doch fühle ich mich Hate immer noch irgendwie verbunden. Irgendwie fühle ich mich ihm immer noch näher, als ich es mir wohl selber eingestehen will…“

 

Die Ruhe wird durch ein paar leise Schritte gestört und der Hüne hebt den Kopf um den Ursprung zu erhaschen. Erneut dieses kurze Auflachen, nicht zu laut, denn er möchte unbemerkt bleiben, wie er Ihnen hinterher schaut. Von seinen Blicken, die den Körper absuchen, ihn abtasten und genau studieren, soll keine Notiz genommen werden.

 

Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verliern jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis - ein Meer von Gefühl und kein Land.

 

Hand in Hand schlendern die Beiden über das Gelände, genau wie Pavus um ein Teil dieser Vendetta zu sein. Genau wie Pavus und er es selbst vor noch einiger Zeit taten. Hate und Love. Der seinerzeit so geliebte Körper wieder an der Hand einer Frau, er einstmals geliebte Mensch so nah und doch so fern.

Wieder wird der Kopf gesenkt, diese Blicke haben gereicht um sich genau diese eine Tatsache vor Augen zu führen.

 

Pavus: „Das ewig unbeständige scheint mir ein treuer Begleiter zu sein. Vielleicht ist es einfach so, dass ich mich nicht entscheiden kann, nicht entscheiden will was wichtig, was gut für mich ist. Vielleicht bin ich der Ursprung dieser Zerrissenheit die mich zu dem macht was ich gerade bin.“

 

Der Nordmann erhebt sich, nimmt einen letzten Zug von seiner Zigarette und erneut steht er an einem dieser Punkte, wo er sich nicht recht entscheiden kann. Den Weg links entlang oder doch lieber rechts. Beide führen zum Ziel, beide führen in die Katakomben und damit auch zu seinem Match. Denn hier und heute ist es nur das was zählt. Das Match. Sein Match. Der Quest.

 

Pavus: „John Smith… Blaze… zwei Gegner und dann doch nur dieses eine Ziel. Ich will diesen Sieg, ich will beweisen, dass ich nach der Niederlage im Cryptionmatch und dem Rückschlag gegen Alistair trotzdem wieder aufstehen kann, wieder aufgestanden bin. Ich will meinen Fans endlich das geben, wofür sie mich schon vorgesehen haben. Sie verlangen nach mir.“

 

Die Fäuste werden geballt und in die Hosentaschen gesteckt.

 

Pavus: „Vielleicht noch nicht reif genug für einen Titel, aber definitiv vollendet genug um meinen Fans zu zeigen, dass ihre Unterstützung nicht umsonst ist. Quest fort the Best… Vielleicht bin ich nicht der Beste, aber ich bin in der Lage dieses Match zu gewinnen. Für mich, für meine Fans… für die Menschen…“

 

Sich verliern heißt sich befrein.
Du wirst dich in mir erkennen,
was du erträumst wird Wahrheit sein.
Nichts und niemand kann uns trennen

 

Weder rechts, noch links – einfach quer Beet ein, durch die Mitte. Ein Fuß nach dem anderen wird geradeaus gesetzt, der Blick fest auf den Eingang gerichtet der ihn anzieht, hinter dessen Tür es heute für ihn um so viel geht.

 

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Dunkelheit. Der Latex spannt auf Höhe des Mundes. Er streckt die Zunge raus und befeuchtet den Stoff…

 

„HAR HAR.“

 

Ein Bluttropfen ziert seine Brust. Hier ist Nelson Friedrich Töle, groß geworden auf den Straßen Berlins, hat er gesagt. Neuster Fan des Schlächters, ein Jünger des Gerasys.

 

NFT: „Was denkt ihr von mir? Ihr lacht mich aus? Wie geht das zusammen, frag ich mich.“

 

Erbost hebt er die Arme und hämmert sich mit beiden Fäusten auf den Bluttropfen.

 

NFT: „WOOOOAHHAHHAHHHA!“

 

Nelson stellt sich demonstrativ auf die Zehenspitzen.

 

NFT: „Ich bin Nelson Friedrich Töle und heut gibt es mein erstes Opfer! Dann vergeht euch euer Lachen, ihr Schwachmaten.“

 

Eine Stacheldrahtrolle wälzt er hinter sich her und im Dunkel des Backstagebereiches funkelt sein Messer auf. NFT verschwindet hinter der nächsten Ecke. Allein seine Worte sind noch zu hören.

 

NFT: „Am Morgen weint die Töle sehr – ein toter Tag rückt immer näher! Har Har… Ein toter Tag rückt immer näher! Am Morgen weint die Töle sehr – ein toter Tag rückt immer näher. Har… Har… GRRR!“

 

Der tote Tag = ihr erstes Opfer? Was hat das zu bedeuten? Noch nicht viel: Denn es ist nur der Anfang ihrer Geschichte, welche der geneigte Leser verfolgen sollte, um zu verstehen.

 

N

F

T

Am Morgen weint die Töle sehr

Ein Toter tag rückt immer näher

 

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Ein dunkler Panoramablick über das leere PCWA Theater. Keine Menschenseele ist hier gerade, die Lichtanlage ist bis auf einige, wenige Scheinwerfer komplett ausgeschaltet und selbst diese verbreiten nur gedimmtes Licht. Stille überzieht die Schatten. Kaum zu glauben, dass in weniger als drei Tagen hier wieder tausende von Menschen ihren Idolen zujubeln oder sie ausbuhen werden, die laute Musik der Entrancetemes aus den zahlreichen Boxen preschen wird und hunderte Scheinwerfer die Halle in grelles Weiß tauchen, während sich die Wrestler im Ring bekriegen. Nein, in diesem Moment ist dieses Bollwerk an Beton nicht mehr als eben das, ein graues, schlafendes Monstrum auf dem Gelände des erlahmten Phoenix Centers.

 

Langsam nähert sich das Bild jetzt der Rampe, durch die die Wrestler die Halle zu ihren Matches betreten werden. Dort stehen am Rande – auf einem kreisrunden Podest – einsam und verloren drei etwa zwei Mal mannshohe, metallene Fackeln mit dünnen Hälsen, in deren schalenförmigen Spitzen knisternde Flammen die Umgebung in ein warmes, rötliches Licht tauchen. Von leicht unterschiedlicher Höhe stehen die drei Fackeln in einem Dreieck zueinander, die niedrigste Fackel vorne, rechts hinter ihr die mittelhohe und zur Linken dann die höchste.  Ihre Machart mutet gotisch an. Das Feuer an den Spitzen der metallenen Fackeln brennt noch schwach, reicht aber doch aus, um genug Licht zu spenden, dass ein Mensch auch unter dem Dach der Halle aus der Vogelperspektive die drei großen Fackeln noch genau erkennen würde. Das Bild wechselt jetzt in eine andere Perspektive – seitlich des Podests und der Fackeln.

 

Ganz aus der Nähe, vielleicht einige Meter von ihnen entfernt, sieht man die versetzt stehenden Fackeln auf der Höhe ihrer Spitzen vor sich hin lodern. Ein Zeichen ist auf mittlerer Höhe in jede ihrer Seiten auf runden Steinplatten eingelassen. Das Logo des Quest 4 The Best Turniers. Plötzlich scheint stürmischer Wind die Flammen zu erfassen, züngelnd kämpfen sie darum, nicht zu erlöschen. Flackernd verlieren sie Augenblick um Augenblick an Stärke und Größe. Schließlich geschieht das Unausweichliche und die drei Flammen vergehen. Weißer Rauch steigt langsam in die Höhe und auch die letzten Scheinwerfer in der Halle gehen aus. Zurück bleibt finsteres Schwarz. Schwarz, auf dem das Logo des Quest 4 The Best Turniers erscheint.

Beschreibung: q4tb2010

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KILL EACH OTHER / LIVE FOREVER

VENDETTA THEME by Scars on Broadway.

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owned by

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I am the one that's calling inside of your brain

I am the one that makes you feel all the shame

Never mind my name

 

We don't wanna believe

That the world can still move on

We don't wanna believe

That the sun can still shine on

 

If we gonna kill each other, how we gonna live forever?

If we gonna live forever, how we gonna kill each other?

 

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LIVE

Aus dem PCWA THEATER, Phoenix Center!

BERLIN, Deutschland.

 

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Cause the GCWF will never die!

 

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Stille.

 

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proudly presents

 

 

VENDETTA 83

- The end of the world begins -

Today with:

 

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Wer ist der Beste? – Zu allermeist
Hüt' dich, zu glauben, daß du es sei'st, –
Wenn du es wärest, sieh, ich mein':
Wie schlecht müßten dann wohl die andern sein!

Johann Meyer

 

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Opener
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 1
Triple Threat Match



vs.

vs.


(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Sven Nitzschke)


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2nd Match
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 2
Triple Threat



vs.

vs.


(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Johannes Ullrich)

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Main Event
-Schlacht vor dem Schlächter-
Number #1 Contender for the Undisputed Gerasy Title
Singles Match



vs.


(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Nelson Frider)

 

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Vendetta 83

Vendetta 84

PCWA Core

VF1: Mad Dog vs. Jamie Hudson vs. Patricia Selladore

VF2: John Smith vs. Pavus Maximus vs. Blaze

VF3: Caleb Yuma vs. Alistair Brunswick vs. ???

VF4: Elroy Schmidke vs. Diego Alejandro Sanchéz vs. ???

HF1: Sieger VF1 vs. Sieger VF2

HF2: Sieger VF3 vs. Sieger VF4

Finale: Sieger HF1 vs. Sieger HF2

 

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Außerdem angekündigt:

… und viele mehr!

 

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Nur

noch

2

Shows

bis

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Flashback – Vendetta 82

 

Mike Garland: „Tatsächlich kann der deutlich größere Rage Milton ausheben und hochstemmen. Wie eben trägt er ihn zu den Seilen.“

 

Vincent Craven: „Nun kann ihn keiner davon abhalten den Security zu übernehmen.“

 

Mike Garland: „Mad Dogs Zögling zappelt wie ein Hund!“

 

Vincent Craven: „RAGE HEBT IHN ÜBERS DRITTE SEIL! BLAKE IST BALD DRAUSSEN!“

 

Mike Garland: „NOCH NICHT! NOCH NICHT!“

 

Vincent Craven: „HEADLOCK… HEADLOCK!“

 

Mike Garland: „BLAKE ZIEHT… UND RAGE… RAGE… FÄLLT… ER FÄLLT!!!“

 

Vincent Craven: „MIT MILTON… MIT MILTON! BEIDE… BEIDE! RAUS… RAUS…“

 

Mike Garland: „BEIDE SIND RAUS? WAS IST NUN???“

 

‚Schlächter‘: „Ist das deren Ernst? Double Elimination? Da wollten wohl beide gleichzeitig aus dem Ring flüchten, um nicht gegen mich antreten zu müssen.“

 

Verwundert starren Blake Milton und Azrael Rage zu den Ringrichtern, die gleich neben ihn stehen. Charly Swanson hebt den Arm des Regenläufers in die Höhe – er glaubt anscheinend, dass Milton zuerst auf dem Boden war. Doch nun hebt Nelson Frider den Arm der Security in die Höhe. Frider sieht es wohl umgekehrt wie sein Kollege.

 

Vincent Craven: „Die Referees scheinen sich auch nicht ganz entscheiden zu können…“

 

Mike Garland: „Was nun?“

 

‚Schlächter‘: „Ich weiß nicht, ob ich traurig sein oder mich freuen soll. Zwar fehlt mir durch dieses Ergebnis eine echte Herausforderung, aber gleichzeitig ist das Gefühls dieses Gürtels um die Hüften verdammt gut.“

 

Vincent Craven: „Frider und Swanson besprechen sich noch einmal. Sie scheinen aber auch nicht zu einem anderen Ergebnis zu kommen, als wir…“

 

Mike Garland: „Keiner hat gewonnen…“

 

Vincent Craven: „Oder beide…“

 

Mike Garland: „Mit diesem Ergebnis kann wohl keiner so recht zufrieden sein…“

 

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Vincent Craven: „Mit diesen Bildern heißen wir sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Vendetta!“

 

Mike Garland: „Nummer dreiundachtzig liegt unmittelbar vor uns.“

 

Vincent Craven: „Das heißt allerdings auch, dass wir uns mit großen Schritten dem nächsten PPV nähren. PCWA Core – hier steht das reine Wrestling im Vordergrund.“

 

Mike Garland: „Richtig… und dafür werden heute bereits die ersten Weichen gestellt. Nach der großen Battle Royal bei Vendetta 82 beginnt heute das Quest for the Best Turnier.“

 

Vincent Craven: „Und außerdem müssen wir noch einen Number One Contender küren. Nach der doppelten Elimination, die wir gerade nochmal sehen konnten, werden Rage und Milton heute in einem Single Match aufeinandertreffen. Der Gewinner wird bei Core gegen unseren PCWA Gerasy Champion, Robert Barker, antreten… müssen.“

 

Mike Garland: „Der Schlächter…“

 

Vincent Craven: „Wir werden abwarten müssen, welche Rolle er und seine ANGST heute spielen werden.“

 

Mike Garland: „Ich denke, dass es ihm im Grunde egal ist, wer heute Abend gewinnt. Bei Core dürfte er so oder so der Favorit sein.“

 

Vincent Craven: „Nun ja, Rage wäre auf jeden Fall ein ernst zu nehmender Gegner als Milton. Aber Azrael ist momentan wohl eher mit sich beschäftigt, als mit dem Gerasy, oder?“

 

Mike Garland: „Du sagst es. Aber das könnte gerade die Chance für Blake Milton sein, heute Abend erneut zu überraschen und sogar eine Sensation zu schaffen.“

 

Vincent Craven: „Das ist sicherlich seine Möglichkeit, ja. Ansonsten sehe ich aber in der Tat Azrael Rage vorne. Und wir müssen auch im Hinterkopf behalten, dass er noch kein Rematch bekommen hat, nachdem ihm sein Gerasy aberkannt wurde.“

 

Mike Garland: „Vielleicht wäre Core der richtige Zeitpunkt?“

 

Vincent Craven: „Vielleicht ist Core aber auch der richtige Zeitpunkt, um einen neuen Star am PCWA Himmel zu etablieren!?“

 

Mike Garland: „Oder es regiert weiterhin die ANGST!?“

 

Vincent Craven: „Die Antworten liegt in der Ferne. Heute bekommen wir aber eine kleine Auflösung, wie gesagt. Milton oder Rage gegen den Schlächter.“

 

Mike Garland: „Außerdem werden heute die ersten Halbfinalisten im QftB-Turnier ausgekämpft.“

 

Vincent Craven: „Nachdem Blaze und Mad Dog laut Klausel nicht am Rennen um den Number One Contender teilnehmen durften, ist das Turnier wohl eine gute Möglichkeit für sie den Anschluss ans Titelrennen zu halten.“

 

Mike Garland: „Sie gelten in ihren Kämpfen als Favoriten, aber es wäre sicherlich nicht das erste Mal, wenn wir einen Favoriten fallen sehen.“

 

Vincent Craven: „Mit Patricia Selladore und Jamie Hudson sind im Opener auf jeden Fall zwei heiße Eisen im Feuer. Der Schlächter sagte selbst – wenn einer so verrückt ist, wie Patricia, sollte sie eindeutig ins Titelrennen. Der Schlächter will sie ja geradezu als Gegnerin. Und seine Flamme will es auch.“

 

Mike Garland: „Hudson dürfte nach seiner Niederlage gegen Lucifer beim Impact sicherlich angeschlagen sein. Aber er wurde schon ein paar Mal in die Ecke gedrängt und war in diesen Phasen eigentlich immer am stärksten.“

 

Vincent Craven: „Im zweiten Viertelfinale dürfte das gleiche für John Smith gelten. Nach seinem Comeback hagelte es vor allem Niederlagen für ihn.“

 

Mike Garland: „Das Turnier ist für ihn die ultimative Chance in der PCWA wieder anzukommen. Als ehemaliger Gerasy will er sicherlich wieder dorthin zurück…“

 

Vincent Craven: „Und als dritter im Bunde gesellt sich der Hamburger Jung dazu. Pavus hat mit Smith und dem Vorjahressieger Blaze sicherlich nicht das beste Los gezogen…“

 

Mike Garland: „Aber auch ihn sollte man nicht unterschätzen. Sein Talent hat er mehrmals aufblitzen lassen und ich traue ihm durchaus zu, dass er heute über sich hinauswächst.“

 

Vincent Craven: „Und wenn er das schafft, kann ich aus Erfahrung sagen, dass dann der Anschluss nach oben gefunden ist. Wer einmal Blut geleckt hat, hört so schnell nicht wieder auf.“

 

Mike Garland: „Vielleicht hat Pavus auch genau das vor Augen – wir werden es heute erfahren.“

 

Vincent Craven: „…erfahren werden wir jetzt auch etwas Interessantes aus dem Backstagebereich. Ich glaube da bahnt sich Ärger an…“  

 

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Der Backstage-Bereich des PCWA Theatres.

Wir sehen Patricia Selladore, die durch den Kabinentrakt schlendert. Obwohl sie heute im Opener steht, scheint sie sich noch nicht sonderlich auf den Kampf vorzubereiten. Statt ihrer Ringkleidung trägt sie eine zerschlissene Jeans und einen etwas zu groß geratenen Kapuzenpullover, die kastanienbraunen Haare hat sie zu einem Zopf zusammengebunden. Als sie eine der Türen erreicht hat, zieht sie einen dosenförmigen Gegenstand aus der Tasche.

 

 

… steht kurze Zeit später in großen, leicht krakeligen Buchstaben an der Wand. Zufrieden tritt Patricia einen Schritt zurück und betrachtet ihr Werk. Die rote Farbe trocknet schnell an, der Schriftzug „Mad Dog“, der dort ursprünglich stand, ist kaum noch zu erkennen. Ein Grinsen huscht über das oftmals so verbissen wirkende Gesicht der schlanken Frau, verliert sich in den zahlreichen Blessuren und feinen Narben, die an vielen Stellen ihre Haut überziehen. Trotzdem schüttelt das „Living Dead Girl“ die Sprühdose noch einmal, um ihr Werk weiter zu verschönern...

 

„Das würde ich nicht machen, wenn ich du wäre.“

 

Patricia wirbelt herum. In ihrem Eifer hat sie nicht bemerkt, dass genau neben ihr die Tür aufgegangen und eine Person auf den Flur getreten ist. Und genau diese Person blickt sie jetzt von oben bis unten an.

 

Mad Dog.

 

Eigentlich wollte der verrückte Hund jeder Konfrontation vor dem Match aus dem Weg gehen und Konzentration für das anstehende Match sammeln, doch die Geräusche vor seiner Kabine haben in ihm Misstrauen gesät. MD, der letzte Show kurz davor stand seine Maske abzulegen und einen neuen Weg einzuschlagen, trägt den bekannten Identitätsschmuck und versteckt damit seine Wut auf die störende Patricia. Das Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden. Und es ist der Weg der unbekannten Konstante, den er weiter gehen will! Der Quest for the Best bietet ihm die Möglichkeiten dafür. Die Chance, den Weg zu vollenden, sich endlich zu offenbaren.

 

Der Fighter atmet aus. Er trägt bereits seine dunkle Ringhose. Ein T-Shirt aber verdeckt seinen von geschichtsträchtigen Narben gezeichneten Oberkörper. Lange hat er für das Gerasy-Match gekämpft, um schließlich erneut zu scheitern. Der Schlächter, der für die Stacheldrahtnarben auf seinen Armen verantwortlich ist, hat gewonnen. Die Niederlage hat Zweifel hervorgerufen. Die ewigen Zweifel. Die Maske sitzt wieder, doch wie lange wird er sie noch ertragen können? Welche Niederlage wird den Glauben an das Erreichen des Zieles brechen? Wann wird MD aufgeben müssen?

 

Mad Dog: „Verschwinde und lass mich in Ruhe, du Göre!“

  

Patricia legt den Kopf leicht schief und grinst ihr Gegenüber frech an. Da er maskiert ist, bleibt ihr seine Mimik verborgen, und auch wenn Patricia sich dieses vermutlich niemals eingestehen würde, bereitet ihr dieser Zustand leichtes Unbehagen. Dafür aber weiß sie, dass MD angeschlagen ist. Er braucht einen Sieg… und der geht allein über sie.

 

“No entiendo, señor. Sólo soy una niña inocente!”

 

Mit gespieltem Erschrecken hebt sie beide Hände, so als gelte es, sich vor Schlägen zu schützen. Mad Dog greift entschlossen nach der Sprühdose. Er will die Sache beenden, ehe sie eskaliert. Es sind nur noch wenige Minuten bis zum Opener.

 

Mad Dog: “Spiel nicht die Dumme... du verstehst mich genau. Gib...”

 

Weiter kommt er nicht, denn in diesem Moment sprüht ihm Patricia einen satten Stoß aus der Spraydose mitten ins Gesicht. Die Farbe brennt sofort in seinen Augen und er macht einen Satz zurück.

 

Mad Dog: “AARGH... VERFLUCHTER MIST!!!”

 

Patricia: “Ups.”

 

Er kann zwar momentan nichts sehen, aber sein Gehör macht Mad Dog doch keinen Strich durch die Rechnung. Ein schneller Satz. Patricia hat scheinbar ihre Position gewechselt. Warum? Um ihn nun zu attackieren?

 

In Erwartung eines Angriffs spannt der verrückte Hund sämtliche Muskeln in seinem Körper an. Er zwingt sich, die Augenlider zu öffnen. Wieder dieses Brennen, aber nun kann er das Geschehen um sich herum wie durch einen Schleier sehen. Immerhin.

 

Mad Dog: “Versuche es ja nicht. Eine Attacke würde dir nicht gut bekommen und wir wollen doch beide das Publikum nicht enttäuschen, indem du die nächste Zeit in der Krankenstation verbringst. Wie ich hörte, hast du diesen Ort in letzter Zeit häufiger besuchen müssen...”

 

Patricia lacht leise. Aber es ist ein bitteres Lachen. Nur zu gut kann sie sich noch an die Attacke von Rebel called Hate und seinen Schergen erinnern, aber diesen Punkt auf ihrer To-Do-Liste würde sie später noch abhaken. Stattdessen blickt sie Mad Dog belustigt an. Seine rot eingefärbte Maske steht ihm überhaupt nicht.

 

Patricia: „Atrapados! Das würdest du tun? Du würdest wirklich eine… Frau schlagen?“

 

Plötzlich steht sie ganz dicht vor ihm – dichter, als Mad Dog eigentlich lieb ist. Ihr rechter Arm streift kurz seinen muskulösen Brustkorb, eine kleine Berührung, die aber einen winzigen Augenblick zu lange dauert, um tatsächlich nur Zufall zu sein. Patricia blickt zu dem fast einen Kopf größeren Mad Dog auf, fixiert ihn mit ihren stahlblauen und mit dunklem Kajal umrahmten Augen.

 

Patricia: „Eine kleine… unschuldige… Frau?“

 

Für einen Moment hat MD die Augen geschlossen. Aufgrund des immer noch anhaltenden Brennens in den Augen oder hat die zärtliche Berührung etwas in sein Körpergedächtnis gerufen, was er bereits verdrängt hatte? Lautes Ausatmen.

 

Mit einem heftigen Stoß entflieht MD den schönen Augen der deutlich leichtgewichtigeren Selladore und damit den Gedanken an die Frauen in seinem Leben. Er hat sie alle verlassen… hinter sich gelassen. Für seinen Traum. Für sein Ziel. Sogar sein Kind, seine Tochter, hat er verstoßen.

 

Mad Dog: „Ich lass mich nicht um den Finger wickeln!“

 

Der Satz kommt nicht überzeugend daher. Doch muss er ihn sagen, um sich nicht einzugestehen, dass ihm Zärtlichkeit und Liebe fehlen. Denn allein das Wrestling blieb. Das Wrestling und das Ziel, erneut World Champion zu werden. Vielleicht ist das der tiefste Grund dafür, dass die Maske wieder am rechten Fleck sitzt... dass er allein die Maske… liebt.

 

Mad Dog: „Hör mir zu und das kannst du auch dem sagen, bei dem dein Bezirzen geklappt hat: Mein Weg ist noch nicht am Ende. Ich bin noch nicht am Ende, verstehst du? Ich habe vieles gesehen. Kommen und gehen. Meistens blieb eines und das war ich! ICH! Ich habe es satt der Zweite zu sein… MIR GEBÜHRT DIE NUMMER EINS! Und wäret ihr nicht gewesen, wäre ich es schon, denn IHR HABT MEIN ZIEL ZERSTÖRT! Doch es gibt den Quest, Patricia. Es gibt dieses verdammte Turnier. ICH KOMME WIEDER… ich werden den Quest gewinnen! Daran wirst du mich nicht hindern, daran wird mich niemand hindern, denn ich bin die unbekannte Konstante! Ich bin die einzige Konstante, die die PCWA im letzten Geschäftsjahr hervorgebracht hat. Ich trage diese Liga bereits auf meinen Schultern, die Liga, in der ich IMMER DAS FINALE ERREICHE! Du hast die längst überfällige Vollendung beim Impact zerstört, meinen Ziel verschoben. Du hast den Krieg begonnen, Selladore… was juckt mich deine Weiblichkeit?“

 

Patricia zieht eine Augenbraue hoch.

 

Patricia: „Oh, hablador, qué horror! Du also willst also die Nummer eins sein, der Wolf im Wildgehege? Und nun stehst du hier vor mir und heulst dir deine kleinen Äuglein aus, weil jemand anderes dir dein tolles Ziel kaputt gemacht hat. Wie entwürdigend! Ist das etwa das Verhalten, das dich an die Spitze bringen soll? Würde ein Robert Barker hier sich so verhalten, ein Valkos Heritage oder ein Azrael Rage? Würden sie sich auch wie Kleinkinder benehmen, denen man ihre Rassel weggenommen hat? Nein. Sie alle würden über deine albernen Spielchen lachen.”

 

Patricias Miene wird auf einmal ernst.

 

Patricia: „Also hören wir doch einfach auf damit. Keine weiteren Spielereien mehr. Auch ich habe nicht vor, gleich dieses Match zu verlieren. Ich weiß, dass die Wetten da draußen schlecht für mich stehen. Du bist der große Mad Dog, der gefeierte Liebling der Massen, der ewige Zweite. Du hängst als Poster in den Zimmer pubertierender Mädchen. Dich haben kleine Jungs als Actionfigur zu Weihnachten unter dem Tannenbaum. Wie toll wäre es, wenn du einmal ganz oben stehen würdest, wenn du dieses verdammte Turnier gewinnen könntest, um dann Robert Barker um den Gerasy Title heraus zu fordern? Scheiße, diese Wichser von Kerry & Gaelic träumen doch schon von dem Vermarktungsmöglichkeiten, die du ihnen bieten könntest. Wer bin ich denn schon im Vergleich zu dir? Eine abgefuckte Schlampe, die sich in den letzten Wochen häufiger für einen Caleb Yuma hinlegen musste als eine dreckige Bahnhofsnutte für ihre nächste Dosis Crack. Niemand will mich in diesem Turnier sehen. KEINE EINZIGE MENSCHENSEELE! Und genau deswegen werde ich dafür kämpfen, dass es anders kommt.“

 

MD schüttelt genervt mit dem Kopf.

 

Mad Dog: „Ich zittere, ich zittere…“

 

Der Fighter führt seine Hand vor und vibriert sie leicht.

 

Mad Dog: „Wieso erzählst du mir so einen Müll? Glaubst du ich weiß das nicht, huh!? Du willst der Angst beweisen, dass du sie fickst und nicht umgekehrt. Ist es nicht so? Das, was du im Bett bereits bekommst, willst du auch hier – ist doch klar! Natürlich willst du ihm den Dolch in den Rücken jagen und was böte sich da mehr an, als eine Chance auf den Gerasy jederzeit und überall? Bis dahin rennst du wie ein kleines Kind durch die Gegend und machst ein bisschen Ärger, huh!?“

 

MD schaut kurz auf seine Kabinentür und zeitgleich berührt seine Hand die nun rot besprenkelte Maske. Sie hat ihn beschmutzt und daher gehört Selladore in Fetzen gerissen. Gleich… im Match.

 

Mad Dog: „Das Living Dead Girl… Tzz… Das ich nicht lache. Mich schüchterst du mit deiner billigen Sandkastenschaufel Klauerei nicht ein, vielmehr hast du wohl Angst vor mir – oder warum wartest du nicht auf das Match, verschwindest endlich und lässt mich in Gottes Namen in  Ruhe?“

 

Aber sie denkt gar nicht daran.

 

Patricia: „So leicht wirst du mich nicht los. Ebenso wenig wie du die Wahrheit abschütteln kannst. Guck dich doch einmal an, Mad Dog. Du versteckst dein Gesicht hinter einer Maske, weil du sie als Schutz brauchst. Als Schutz vor der bitteren Realität, die gerade vor dir steht. Natürlich warte ich darauf, Robert Barker den Dolch in den Rücken zu rammen – und zwar in genau dem Moment, in dem er einmal so werden sollte wie du. Mad Dog, wann ist das Feuer in dir erloschen? Wann wurdest du zu dem angepassten Versager, der du heute bist? Damals hätte ein Dolchstoß dem allen ein Ende bereiten können. Glaube mir, ein Robert Barker würde das gleiche auch für mich tun und genau das macht die ANGST aus. Wir machen uns nichts vor. Wir leben ohne Maske, wir sehen der Wirklichkeit ins Gesicht und ziehen unsere Schlüsse daraus, so grausam diese auch erscheinen mögen. Bald schon, da wird die Wirklichkeit dich einholen und du wirst erkennen müssen, dass am Ende immer das Schlechte gewinnt. Es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen.“

 

Sie schlägt dreimal in die Hände, um das Zählen des Referees beim Pinfall zu simulieren.

 

Patricia: „Höre dir das gut an, Mad Dog. Gleich im Ring wirst du es ebenfalls hören und dann werde ich es sein, die triumphiert.“

 

Mit einem wuchtigen Hieb schlägt Mad Dog Patricia die Dose aus der Hand. Aggressiv fletscht er die Zähne, während die hohlen Klänge der Dose im Hintergrund zu hören sind. Die coole Fassade bröckelt.

 

Mad Dog: „DU GLAUBST MIT MIR SPIELEN ZU KÖNNEN, HUH!? MICH VERUNSTALTEN ZU KÖNNEN? FICK DICH…“

 

Wieder fasst sich der Fighter an die Maske. Sie hat ihn berührt. Er ballt die Faust. Mit bitterem Unterton spricht der Hund die folgenden Worte. Noch einen Schritt und er beißt zu. Noch ein Schritt und er vergisst den Opener.

 

Mad Dog: „Mach das Geschmiere weg, sonst zerreiß ich dich auf der Stelle!“

 

Patricia explodiert förmlich.

 

Patricia: „ACH JA? Ist das der Moment, in dem das zahme Hündchen auf einmal dem Wolf Platz macht, der doch noch ganz tief in ihm steckt? IST DAS JETZT DER WAHRE MAD DOG?“

 

Ihre Augen funkeln vor Wildheit.

 

Patricia: „Nun, dann lass es uns gleich austragen. Hier und jetzt!“

 

Sie zieht sich die Ärmel hoch und macht sich bereit, auf Mad Dog loszugehen, aber eine Stimme unterbricht sie.

 

„Pssst. Aller Güter höchstes sei Besonnenheit.“

 

Irritiert wandert ihr Blick zur Seite, wo in diesem Moment ein großgewachsener Mann in unser Blickfeld tritt.

 

Adam Reynolds.

Ernst blickt der athletische, aber inzwischen graumelierte und von deutlichen Falten gezeichnete  ehemalige „Last Warrior“ seine Tochter an. Er trägt einen eleganten schwarzen Anzug, aber der Dreitagebart und das zu einem kurzen Zopf zusammen gebundene Haar wollen irgendwie nicht so recht dazu passen. MD atmet aus und rollt mit den Augen.

 

Adam: „Sophokles hat das vor über zweitausend Jahren gesagt, aber in die Köpfe der heutigen Jugend will es offenbar immer noch nicht hinein.“

 

Patricia: „Dad!“

 

Patricia will noch etwas entgegnen, aber eine kurze Geste reicht aus, um sie zum Verstummen zu bringen. Stattdessen wendet sich Adam nun Mad Dog zu.

 

Adam: „Es tut mir leid, wenn dir Unannehmlichkeiten entstanden sind. Töchter, egal wie alt sie auch sein mögen, bereiten einem doch immer Kopfzerbrechen. Du kennst das, right? Ich werde das da…“

 

Er deutet kurz mit dem Zeigefinger auch die Schmierereien an der Wand und die eingefärbte Maske. Nur kurz und kaum zu erahnen blitz ein gewisses Amüsement in seiner Mimik auf.

 

Adam: „… selbstverständlich in Ordnung bringen lassen. Ich möchte nicht, dass etwas zwischen uns steht, so unter alten… Freunden.“

 

Das kurze Zögern vor dem letzten Wort sagt alles aus. Patricia stößt einen ungläubigen Laut aus und murmelt dann etwas in sich hinein.

 

Patricia: „Mir wird gleich schlecht…“

 

Wieder atmet MD aus. Die Wut kocht in ihm, da kommt sein alter Weggefährte nicht besonders gelegen. Zumal ihn die Rückkehr Reynolds‘ so oder so nicht besonders fröhlich stimmte.

 

Mad Dog: „Alte Freunde? Wann, Adam, wann waren wir je Freunde? In der PWC war ich, wie nanntest du es noch gleich… ein kleines Licht… ja, so nanntest du es. Ein kleines Licht. Zu klein für den großen Last Warrior, huh!?“

 

MD rollt mit den Augen. Man merkt deutlich den ironischen Unterton seines letzten Satzes.

 

Mad Dog: „Und in der GCW standen wir auf zwei unterschiedlichen Seiten. Was soll dieser Mist? Alter Freund – willst du mich ebenfalls provozieren? Da hat dir dein verzogenes Gör doch tatsächlich etwas voraus…“

 

Seine Maske hat noch niemand besprüht. Wütend leuchten seine Augen das Living Dead Girl an. Dann widmet er sich wieder Reynolds.

 

Mad Dog: „…bis sie die Unberechenbarkeit der unbekannten Konstante erkennen wird bleibt noch ein bisschen Zeit. Sei’s drum… Was soll der Aufmarsch, Adam? Was willst du hier?“  

 

Adam stößt kurz ein Seufzen aus.

 

Adam: „Oh, c’mon. Du wirst doch nicht nachtragend sein, oder? Was so viele Jahre zurück liegt, sollte nicht wieder ausgegraben werden. Wir sind hier in der PCWA und nur das zählt. Ich bin hier, um Patricia die Chancen zu ermöglichen, die ich damals nicht hatte.“

 

Patricia lacht bösartig in sich hinein. Man sieht ihr deutlich an, dass hinter den Worten ihres Vaters eine konkrete Absicht steht.

 

Patricia: „Oh, ich komme auch ganz gut ohne deine Hilfe zurecht.“

 

Adam: „Natürlich kommst du das. Aber… ich glaube, es gibt hier andere Leute, die ein klein wenig Hilfe gebrauchen könnten…“

 

Sein Blick fällt erneut auf den Schriftzug neben der Tür. Leise spricht er scheinbar in Gedanken mit sich selbst, allerdings genau so laut, dass Mad Dog ihn gerade eben verstehen kann.

 

Adam: „Inflection Scale. Das ist genau die richtige Gruppierung für jemanden, der sich mit der Rolle des ewigen Zweiten zufrieden gibt.“

 

Die Augenschlitze des Night Fighters verengen sich, während die Augenbrauen unter den Maskenrand gezogen werden.

 

Mad Dog: „Ich dachte wir lassen die alten Geschichten fallen und blicken auf die Zukunft, huh!? Denn die Zukunft kennt keinen ewigen Zweiten Mad Dog mehr, die Zukunft kennt keinen ewigen Zweiten Night Fighter mehr. Die Zukunft kennt nur die unbekannte Konstante und zwar an erster Stelle – ob mit Inflection Scale oder ohne. Das, mein Guter, ist zweitrangig.“

 

Kurz denkt Mad Dog an Blake… und die letzte Vendetta, als sie sich trennten. Doch da wusste MD noch nicht, dass er die Maske wieder anziehen und wieder er selbst sein würde. Der Drang, etwas nachzuschieben, bevor Adam antworten kann, überkommt den Night Fighter.

 

Mad Dog: „Unterschiedliche Wege führen zum Ziel, Adam. Du willst deinen Weg an deine Tochter weitergeben, Barker wollte seinen an Nowak weitergeben und auch ich möchte meinen… Weg… weitergeben. Denn… Denn es ist der bisher nicht beschrittene Weg der unbekannten Konstante!“ 

 

Adam schüttelt den Kopf. Dann hebt er die Stimme wieder.

 

Adam: „Nun. Deine Meinung. Ich hoffe für dich, dass du mehr daraus machst als immer nur dieselben leeren Worte. Einmal, wenigstens einmal möchte ich tatsächlich den Wolf in dir sehen und nicht das Hündchen. Aber genug der langen Worte. Denke einfach mal darüber nach, Mad Dog. Sag, magst du die Kellerräume immer noch so gerne wie damals?“

 

Er blickt erst Mad Dog und dann Patricia an.

 

Adam: „Ach, das hättest du damals erleben sollen. Wie er und seine Buddies Eleven und Seann sich immer in den Gewölben herumgetrieben haben, diese bösen Burschen. Schreibt ihr euch zu Weihnachten eigentlich noch Karten?“

 

Er lacht.

 

Adam: „Vielleicht sollte ich mir die Kellerräume hier auch einmal etwas näher ansehen. Man weiß nie, was sie interessantes zutage fördern, oder? Schließlich hat doch jeder seine ganz eigenen Leichen dort unten versteckt. Man sieht sich. So oder so.“

 

Mit einem knappen Nicken verabschiedet er sich. Ohne auf eine weitere Reaktion zu warten, dreht er sich um und wandert den Flur hinunter. Zurück bleiben Patricia und Mad Dog.

 

MD schaut Adam hinterher. Er hatte kein gutes Gefühl bei der Rückkehr von Reynolds und auch dieses erste Treffen vermochte seinen Unmut nicht aufzulösen. Im Gegenteil… Der Last Warrior brachte einige Fragen mit sich, die er lösen musste. Wieso diese ganzen Provokationen, wenn er doch nur Manager sein wollte? Adam war eine Konstante der Wrestlingwelt – doch der Weg der unbekannten Konstante ist der wahre, er ist der richtige für ihn, den Night Fighter. Adam glaubt ihn zu durchschauen, doch in Wirklichkeit ist MD der Unbekannte. Wozu sonst der Aufmarsch von Reynolds und seiner Tochter so kurz vor dem Kampf? Zeigt es nicht ihr Unwissen, was ihn betrifft? Ihre… Angst? Er ist das vollendete Fragezeichen und als dieses wird er den Quest bestreiten.

 

MD betrachtet seine Maske von innen, als Selladore ihn aus den Gedanken reißt.

 

Patricia: „Die ‚verkommene Tochter‘ wird es dir Hündchen gleich noch zeigen. Huh?!“

 

Sie wirft den Kopf in den Nacken, beginnt zu kichern und schüttelt sich.

 

Patricia: „Huh?! Huh?! Huh?!“

 

Mad Dog: „Hört sich vielversprechend an…“

 

Der Fighter grinst. Er hat die Kontrolle wieder, die Vorfreude auf den Opener steigt und die Provokation von Selladore prallt wieder an ihm ab. Trocken entgegnet er.

 

Mad Dog: „Hat dir Barker das eingeimpft, um immer an mich erinnert zu werden, wenn du stöhnst? Es freut mich zu hören, dass seine Gedanken an mich, die unbekannte Konstante, ungebrochen scheinen. Die Aussprache beherrschst du. Mir obliegt es wohl, dir gleich zu zeigen, wie schmerzvoll und ambivalent ein ‚huh‘ sein kann…“

  

Der Fighter dreht sich um und knallt, die Worte, die er Selladore nach seinem Sieg ins Ohr brüllen wird, bereits im Hinterkopf, die Türe zu. Der Opener kann kommen.

 

Mike Garland: „Oh je…oh je… Patricia und MD rasseln hier gehörig aneinander. Und zwar nur wegen Selladore.“

 

Vincent Craven: „Wäre ihr Vater nicht hinzugekommen, hätten wir wohl schon einen krassen Vorgeschmack auf den Opener bekommen.“

 

Mike Garland: „Jamie Hudson hätte es sicherlich gefreut… aber so haben sich die beiden wieder ein wenig beruhigt.“

 

Vincent Craven: „Patricia hatte es ja bereits letzte Show auf MD abgesehen und auch beim Impact sind die beiden aneinander geraten.“

 

Mike Garland: „Ihr erstes Aufeinandertreffen im Ring dürfte also durchaus interessant sein. Aber mit dieser Vorgeschichte ist das bestimmt nicht das letzte Match der beiden gewesen. Egal wie es ausgeht.“

 

Vincent Craven: „Nicht, dass sich gleich der Dritte freut!? Nämlich Jamie – wenn wir hier die zwei Streithähne…oh pardon… ist ja nur ein Hahn…“

 

Mike Garland: „Ja, aber du hast Recht. Für Jamie öffnet das sicherlich die ein oder andere Tür.“

 

Vincent Craven: „Seltsam erachte ich den Auftritt von Adam Reynolds. Meinst du es war Zufall, dass er hier aufgetaucht ist?“

 

Mike Garland: „Sah zumindest so aus… Andererseits könnte es in der Tat auch psychologische Kriegsführung gewesen sein. Eine Absprache mit Patricia. Vielleicht wissen sie, dass MD zu Unüberlegtem neigt, wenn er provoziert wird.“

 

Vincent Craven: „Aber in welche Richtung das dann wiederum ausschlägt, ist schwer vorher zu sagen, oder?“

 

Mike Garland: „Das stimmt auch… Naja… Gleich im Match wird es sich zeigen, ob der Hund angestachelt ist oder ob ihn Selladore doch aus der Ruhe bringen konnte. Vielleicht haben sich beide hier allerdings auch zu sehr auf sich konzentriert und damit Jamie Hudson einen Vorteil beschert.“

 

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Überrascht beobachtet Luke Tyler den jungen, dunkelhaarigen Mann, der soeben ins Sichtfeld des langjährigen Interviewers tritt und sich fragend in den Hallengefilden umsieht.

Tyler schätzt das unbekannte Gesicht auf Mitte Zwanzig und ärgert sich darüber, dass ihm trotz seines andauernden Einsatzes für die Liga anscheinend diesmal etwas entgangen ist. Denn die Person sieht nicht unbedingt nach einem Backstagemitarbeiter aus, was zunächst durch den muskulösen Körperbau und dann durch den Auftritt des Mannes klar wird. Denn die Art und Weise, wie der junge Herr langsam durch den Gang auf Tyler zuschlendert, ohne diesen direkt anzublicken, lässt eindeutig darauf schließen, dass er es offenbar nicht nötig hat, sich einem Veteran wie dem Mann mit dem Mikrofon unterzuordnen. Und das kann sich in den hierarchischen Gefilden der Angestellten nur jemand erlauben, der auch in den Ring steigt.

 

Auch wenn Tyler keine Ahnung hat, wer der Kerl dort ist...er bringt sein Mikrofon sofort in Position, so dass der Unbekannte zwangsweise direkt davor stehen bleiben muss.

Als dieser seinen Kopf hebt und Luke Tyler erstmals in die Augen blickt, lächelt er stirnrunzelnd mit einer Mischung aus Amüsement und Überraschung. Offenbar soll er hier, obwohl komplett unbekannt, tatsächlich interviewt werden.

 

„Ich warte.“

 

Die überrascht harten Worte, die so gar nicht zum Grinsen im Gesicht passen, überraschen Luke Tyler, der gerade nach einer passenden Einstiegsfrage suchte, ehe ihn die Ungeduld des Bärtigen überrumpelte.

 

„Nicht, dass ich etwas zu tun habe. Aber ich finde es lustig, dass du hier nun mit einem Mikrofon vor mir stehst, ohne dass ich schon etwas erreicht habe, weswegen ich ein guter Interviewpartner wäre, und dir dann aber keine Frage einfällt. Kein Musterzeugnis für dich, aber unterhaltsam für mich.“

 

Er lächelt breit, doch in seinen Worten schwingt die pure Herablassung mit. Auch wenn Tyler ganz der Profi ist, so zeigt sich für einen Moment die Unsicherheit über die Situation und das Verhalten des Mannes. Schon einen Augenblick später ärgert sich Tyler über diese Schwäche am Meisten.

 

„Ganz ruhig...lass dir Zeit. Ich stehe einfach hier und wundere mich darüber, wie du es pflegst, deinen Job zu machen. Keine Hektik.“

 

Der Dunkelhaarige verschränkt die Arme vor der Brust und starrt desinteressiert abwechselnd Wand und Boden an. Es fehlt eigentlich nur noch, dass er unbeteiligt zu Pfeifen beginnt, dann wäre die gespielte Falschheit perfekt.

Doch Tyler atmet einmal tief durch.

 

Luke Tyler: Nun denn. Ich gehe, so schätze ich es ein, davon aus, dass ich es hier mit einem Neuen zu tun habe. Stimmt’s?

 

Rhetorische Frage. Auch Tyler beherrscht die Kunst der starken Gesprächsführung und fährt direkt fort. Er geht kaum auf das unmerkliche Nicken des jungen Mannes ein, als er seine Vermutung aufstellt.

 

Luke Tyler: Doch auch irgendeinem Grund wurde mir deine Identität vorenthalten oder für nicht so...wichtig...befunden. Und damit erteile ich dir das Wort an die PCWA-Welt.

 

Im Inneren könnte sich Tyler selbst einen High-Five dafür geben, wie er es doch wieder einmal geschafft hat, das Ruder herumzureißen und seine Bloßstellung zu vermeiden. Doch der Junge ist davon augenscheinlich mehr als unbeeindruckt und deutet sogar noch eine hochmütige Verbeugung an, als er das symbolische Wort, in Form des Mikrofons, entgegennimmt.

 

„Ich bin der Neue. Mit einem Körper voll Selbstbewusstsein, einen Hand voll Talent und einer halben Fingerkuppe voll Respekt.“

 

Die Ernsthaftigkeit der Aussage wird durch ein direkt folgendes Lachen erst mal in Frage gestellt, dann zuckt der Neue die Schultern.

 

„Sowas wollt ihr doch hören, was? Klare Aussagen mit möglichst hoher Schlagzeilentauglichkeit.“

 

Gerade als die Erwiderung Tylers kommen soll, hebt der Mann die Hand und für einen Moment scheint es so, als ob er sie dem Interviewer auf den Mund drücken will, doch dann lässt er sie in der Luft stehen. Tyler verstummt dennoch.

 

„Wiley Cuts“

 

Die Nennung seines Namens sieht Cuts offenbar als ausreichende Vorstellung. Und um den ohnehin schon bizarren Charakter der Situation noch zu perfektionieren, hält er Tyler nun, plötzlich ganz freundlich, die Hand hin. Die Echtheit der Geste ist sicherlich in Frage zu stellen.

 

Luke Tyler: Also gut...

 

Noch während der Interviewer einschlägt, nutzt er den Moment für eine weitere Frage. Und diesmal will er die Oberhand behalten. Er hat dieses Spiel angenommen...

 

Luke Tyler: Und der Vertrag ist also schon in trockenen Tüchern? Nun denn, was können wir denn von Wiley...“

 

Es ist nicht unbedingt ersichtlich, ob er den Namen nun wirklich vergessen hat, oder es einfach als Vorwand nutzt, seinen Ärger zu überspielen.

 

„Cuts.“

 

Nicht nur, dass er den Namen mit samtweicher Stimme sagt...er zwinkert Tyler, mit extra groß gespielter Mimik, danach auch noch breit grinsend zu, was den Interviewer innerlich auf die Palme bringt.

 

„Und ja, ich habe tatsächlich einen Vertrag hier unterschrieben, wie deine langjährig geschulten Wrestler-Erkennungs-Sensoren ganz richtig erkannt haben. Und auch wenn ich gerne dein „Wer-gewinnt im Gespräch-die-Oberhand“-Spiel mitmachen würde, so hat zum Einstieg auch ein ganz normales Interview seinen Reiz, wenn du einfach mal deinen Job machen würdest!“

 

Mit quasi jedem Wort wurde Wiley eindrücklicher und lauter, so dass sich bei Tyler ein Klos im Hals bildet. Ist er wirklich zu weit gegangen? Sollte er in seiner Laufbahn nicht gelernt haben, dass man sich von hochmütigen Youngsters nicht provozieren lassen soll?

Er verkneift sich weitere Sticheleien.

 

Luke Tyler: Und was können wir von Wiley Cuts in der PCWA erwarten?

 

Überrascht von der direkten Frage zieht Cuts eine Augenbraue hoch und blickt Tyler für einen Moment eindringlich an. Dann lächelt er wieder.

 

„Das wird man sehen. Und das ist wirklich eine interessante Fragestellung...was kann ein unbekannter Wiley Cuts in einer festgefahrenen Welt des Wrestling ausrichten, in der das Wort „Same old Shit“ mittlerweile auch als Ligenmotto durchgehen könnte?“

 

Er wird deutlich ernster.

 

„In einer Liga, die von Masterplänen und Psychopathen regiert wird? Einer Liga, in der ein Großteil nach Monaten von Backstage-Politik selbst in den Wahnsinn getrieben wird?“

 

Seine Augen funkeln, dennoch scheint sein Blick für einen Moment leer. Er ist offenbar in Gedanken. Nach einem Moment kehrt sein Fokus zu Tyler zurück.

 

„Ja, was kann ein Wiley Cuts dort ausrichten? Ich...weiß es nicht. Doch wir werden es sehen. Vielleicht wird irgendwann meine Zeit kommen, in der ich die Chance haben, etwas zu verändern und mich den Großen dieser Liga.“

 

Schulterzucken.

 

„Und die Zeit beginnt jetzt.“

 

Im Vorbeigehen klopft er Tyler auf die Schulter, dann verschwindet er im Backstagebereich.

 

Mike Garland: „Wiley Cuts also...die PCWA-Familie hat wieder Zuwachs bekommen. Der zweite in dieser Season!“

 

Vincent Craven: „Und es wird wohl interessant sein, was nach dieser Vorstellung folgen wird.“

 

Mike Garland: „Ja, das ist in der Tat immer das interessanteste an einem Debüt. Wiley Cuts kommt auf jeden Fall schon mal sehr selbstbewusst rüber… aber mehr können wir hier und jetzt noch nicht ausmachen.“

 

Vincent Craven: „Zumindest ist das ein gutes Zeichen für die PCWA. Cuts sagte es im Interview… nicht immer die gleichen Leute, sondern frische Gesichter bringen die nötige Abwechslung.“

 

Mike Garland: „Mit Töle und Cuts haben wir in jedem Fall zwei vielversprechende dabei.“

 

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Jamie Hudson sitzt auf einem Stuhl. Bei ihm befindet sich Person B.

 

Person B: „Jetzt, da Elroy leider verletzt ist, bist du die neue Nummer Eins bei Kerry & Gaelic!“

 

Der schwarze Mann blickt hinauf zur operativen Gewalt der PCWA.

 

Jamie Hudson: „Schon komisch wie schnell das manchmal geht. Vor kurzem noch wolltet ihr mich in einem Knast verrotten lassen und jetzt bin ich eure große Hoffnung…“

 

Eine Stimme unterbricht ihn.

 

„…UNSERE Hoffnung! Beziehe dich selbst bitte mit ein, du bist ein Teil von Kerry & Gaelic – TNE!“

 

Die Blicke der beiden bisherigen im Raum befindlichen Personen richten sich auf die Tür. Dort steht er, gestützt auf Krücken.

 

Person B: „Elroy, schön dich zu sehen.“

 

Der Adressat der netten Worte nickt gequält, dann humpelt er zu Jamie hinüber.

 

Elroy: „Du bist jetzt das Aushängeschild. Da ich nicht am Quest 4 the Best Turnier teilnehmen kann, musst du die Firma vertreten. Wir bauen auf Dich – ALLE!“

 

Hudson erhebt sich, er schüttelt den Kopf.

 

Hudson: „Ich weiß nicht so recht. Irgendwie geht das alles zu schnell. Wollt ihr mich nicht erstmal zum Essen einladen bevor wir gleich einen so großen Schritt wagen?...

 

Elroy: „…Hast du etwa Angst vor der Verantwortung?“

 

Der Angesprochene lacht.

 

Hudson: „Nein, die hab ich nicht, allerdings weiß ich nicht ob mir das so gefallen wird, was ihr aus mir machen wollt. Nicht das ich mich dann irgendwie beengt fühle, wehe ihr nehmt das zu wörtlich und steckt mich in irgendein Tierkostüm. Ich fühle mir nur so ok?“

 

Elroy: „Ja, das kenne ich. So ging es mir auch. Aber nachdem du mich besiegt hattest, wusste ich, dass ich mich endlich klar und deutlich zur Firma bekennen muss. Vielleicht war es da aber schon zu spät. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Schau an, was daraus geworden ist. Ich bin am Ende.“

 

Hudson: „Wer sagt, dass mir das Gleiche passiert? Ich bin nicht wie du, vergessen? Ich bin Jamie Hudson, mir wird sowas nicht passieren.“

 

Elroy: „Doch. In der PCWA läuft es immer gleich. Alles ist berechenbar. Und niemand berechnet so gut wie Kerry & Gaelic.“

 

Ein Nicken bei der im Hintergrund befindlichen Person B. Sie tritt nach vorn.

 

Person B: „Elroy hat Recht. Nutze die Gunst der Stunde, Jamie. Also, bist du unser Aushängeschild?“

 

Hudson wägt die Situation ab, sollte er auf das Angebot eingehen? Was er will ist vergessen, aber eine Allianz, jemand der ihm den Rücken stärkt. Das klingt alles auch nicht schlecht, auch wenn ihm die Erinnerungen von früher bleiben, heißt es ja nicht das seine zukünftigen Erinnerungen die alten nicht in den Schatten stellen können oder?

 

Hudson: „Ich denke mal fürs erst schon.“

 

Überzeugend klingt das zwar nicht, allerdings fällt Hudson auch kein Grund ein, der ihm wichtig genug erscheint das Angebot abzulehnen. Er knirscht mit den Zähnen, was jetzt, mach das Beste daraus, spricht eine Stimme zu ihm.

Hudson nimmt daraufhin eine Tasche entgegen, die er von einem K&G Angestellten kriegt.

Er packt einen Anzug und ein Paar Timberlands aus, eigentlich passen die nicht zum Anzug, aber Anzugschuhe passen nicht zu ihm und immerhin dreht sich alles um Hudson.

Ohne jemanden im Raum noch eines Blickes zu würdigen verschwindet er Richtung Kabine.

 

Mike Garland: „Und da haben wir den dritten Wrestler, der gleich im Opener antreten muss, um womöglich ein Ticket fürs Halbfinale des Quest for the Best Turniers zu ergattern.“

 

Vincent Craven: „Auch er war vor nicht allzu langer Zeit ein Neuling, wie es Wiley Cuts heute ist, doch jetzt ist Hudson bereits das Aushängeschild von Kerry und Gaelic.“

 

Mike Garland: „Wenn auch mangels Alternativen…“

 

Vincent Craven: „Richtig. Elroy ist verletzt… und so muss seine Position im Turnier wohl noch durch jemand anderen ersetzt werden. Schade, denn eigentlich wäre es ja zum Wiedertreffen mit Diego Sanchéz gekommen, den Schmidke damals mit seinem Turn zu K&G aus dem K&G Team und zeitgleich aus der PCWA schmiss.“

 

Mike Garland: „Tja… so schnell kann es gehen. Ironie des Schicksals, dass nun Kerry und Gaelic einen Schritt vor dem Abgrund steht.“

 

Vincent Craven: „Ihre Hoffnung liegen auf Jamie Hudson, mal sehen, in wie weit sich dieser in die Rolle einfinden kann… der Opener gleich wird bereits der erste Prüfstein.“

 

Mike Garland: „Für gewöhnlich gibt K&G den Wrestlern nicht so viel Zeit zum Eingewöhnen. Also könnte der erste Prüfstein auch schon der letzte sein, was?“

 

Vincent Craven: „Dann ständen sie ohne Aushängeschild da und hätten sich tatsächlich zu Tode politisiert.“

 

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Willkommen in der PCWA Lounge.

Das kleine und nobel eingerichtete Restaurant ist noch nicht lange Teil des Phoenix Centres, hat sich aber in den letzten Wochen seit der Eröffnung bereits zu einem beliebten Anlaufpunkt für Feinschmecker aus ganz Berlin entwickelt. Hier, abseits des gesamten Trubels, lässt es sich in vielerlei Hinsicht gut leben: Feinste französische Köche verwöhnt Gaumen und Magen, während die anderen Sinne von der leisen Geigenmusik und dem wohlig flackernden Kerzenlicht ebenso angeregt werden.

 

Eine Lokalität, in die man eine Frau beim ersten Date ausführt, wenn man sie ins Bett bekommen möchte.

 

Ob unser Tribune Champion gerade ebensolche Absichten hegt, können wir natürlich nur vermuten. Wir sehen Alistair Brunswick gerade an einem Tisch sitzend. Die obersten Knöpfe seines schwarzen Seidenhemdes sind leicht aufgeknöpft, so dass man seinen muskulösen Brustkorb gut erahnen kann, der im perfekten Einklang zu seinen breiten – aber nicht zu breiten – Schultern steht. Die Haare trägt er etwas kürzer als zuletzt und auch nicht mehr ganz so blondiert wie zu seinen Anfangstagen. Ein Bild von einem Mann, prädestiniert für das große Poster im Mittelteil des PCWA-Magazins.

 

In der rechten Hand hält er ein Rotweinglas, während er sein Gegenüber am Tisch mit himmelblauen Augen ansieht. Augen, die gleichzeitig verträumt, aber auch verlangend aussehen. Wer ihm dort gegenüber sitzt, können wir aus unserem Blickwinkel nicht erkennen.

 

Alistair: „Weißt du, eigentlich sollte ein Mann so etwas ja nicht zugeben, aber… in diesem Moment bin ich unglaublich froh, dass da dieser Tisch hier zwischen uns ist. So kann eine wunderschöne Frau wie du wenigstens nicht sehen, dass…“

 

‚… die Atombombe von Hiroshima kein Vergleich zu der strammen Rakete in meiner Hose ist‘, beendet Alistair diesen Satz in Gedanken, doch seinen Mund verlassen Worte, die… nun, seine Erfolgschancen bei dieser jungen Dame nicht sofort auf null reduzieren werden.

 

Alistair: „… meine Knie total zittern vor Aufregung. Ich fühle mich wie damals als Teenager auf der High School bei meinem ersten Date. Ich hoffe, du kannst die Musik noch hören oder klopft mein Herz zu laut?“

 

Mit gespielter Verlegenheit hebt er das Glas, während sein Gegenüber leise kichert und ihm dann beipflichtet. Wie auf Aufforderung tritt ein Musikant an den Tisch, ein rundlicher Mann in einem Frack, dessen Geigenspiel die beiden für einen Moment lauschen. Dann wird angestoßen.

 

Alistair: „Nun, vermutlich hat es das auch, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Hast du ihn schon einmal erlebt, diesen einzigartigen Moment, in dem dir klar wird: Dieser Mensch soll es sein und sonst niemand, für den Rest deiner Tage? Diese Person, mit der du alles zusammen erleben möchtest…“

 

Ja. Zum Beispiel: Vaginal. Oral. Mammal. Anal. Bondage. Spanking. Und all die anderen schönen Dinge. Wobei Alistair ehrlicherweise eingestehen musste, dass nicht alle Körperflüssigkeiten noch erotisch sind, wenn das Gefühl der Ekstase erst einmal nachgelassen hat. Und erst die gute Bettwäsche. Aber lassen wir das.

 

Verträumt schiebt Alistair seine Hand auf dem Tisch nach vorne, seine Finger wandern über die Hand seiner Begleitung und streicheln deren sanfte Haut.

 

Alistair: „Ich möchte, dass du eines weißt: Ich bin glücklich in diesem Moment. Nur wir beide hier, ohne das Geschehen in der PCWA und diesen ganzen Stress drum herum. Nur wir beide, niemand sonst, der uns stört.“

 

Und hoffentlich auch später niemand, der mich dabei stört, wenn ich meinen Penis nach Belieben in deinen Körperöffnungen versenke, bis du nicht mehr weißt, wo oben und wo unten ist. Aber auch das spricht Alistair natürlich nicht offen aus. Man ist ja Gentleman, zumindest solange man noch Kleidung trägt.

 

Alistair atmet einmal tief ein.

 

Alistair: „Und da es von diesen Moment viel zu wenige gibt, will ich dir nun sagen… dass…“

 

Es fällt Alistair schwer, diesen Satz auszusprechen. Auch wenn’s inzwischen Routine ist.

 

Alistair: „… dass… ich…“

 

Weiter kommt er nicht, denn sein Gegenüber bricht auf einmal in schallendes Lachen aus. Irritiert blickt Alistair auf. Vorbei ist die romantische Stimmung.

 

Nun ändert die Kamera auch ihre Einstellung und wir erkennen, wer auf der anderen Seite des Tisches sitzt. Die junge Frau trägt ein elegantes schwarzes dunkles Kleid und ist dunkel geschminkt.

 

Schwarz ist die angemessene Farbe für die Tochter des Teufels.

Angemessen für Cinderella Rage.

 

Cinderella: „Wie oft hast du diese Nummer schon gebracht, um eine Frau ins Bett zu bekommen? Und jetzt komm mir nicht mit ‚Du bist die allererste und jedes einzelne Wort kommt von Herzen‘, dann kippe ich vor Lachen vom Stuhl.“

 

Das ist nicht ganz die erwartete Reaktion, aber irgendetwas an dieser Frau fasziniert ihn umso mehr. Alistair druckst herum.

 

Alistair: „Ich… äh…“

 

Cinderella: “Los, sag schon!“

 

Alistair seufzt. Ist er inzwischen so durchschaubar? Vor Schreck entfährt ihm ein überrumpeltes Grunzen. Zeit für Ehrlichkeit.

 

Alistair: „Etwa zwanzig. Und bei den meisten hat’s geklappt.“

 

Damit meint er natürlich nur die Eroberungen, seitdem er hier in Europa ist. Aber das ist ja immerhin schon fast ein dreiviertel Jahr.

 

Cinderella lacht. Dann greift sie zu ihrem Rotweinglas und leert es mit einem großen Schluck.

 

Cinderella: „Du bist süß, irgendwie. Aber du solltest nicht vergessen, dass ich nicht wie die anderen bin. Ich bin einzigartig. Bei mir musst du dir schon etwas anderes ausdenken als bei den zwanzig anderen.“

 

Grinsend steht sie auf.

 

Cinderella: „Und solange… tja, solange muss der kleine Alistair sich wohl noch gedulden. Danke fürs Essen und den edlen Tropfen. Ich habe noch was zu erledigen, muss diesen Blake Milton finden. Mach dir keine Umstände, ich finde alleine hinaus.“

 

Sie rauscht ab und lässt Alistair alleine zurück. Regungslos sitzt er da, seine Hand krallt sich fester und fester um das Rotweinglas.

 

Alistair (leise zu sich selbst): „Blake Milton…“

 

Klirrend zerspringt das Glas in Scherben.

 

Vincent Craven: „Tja, das nenne ich mal eine Abfuhr.“

 

Mike Garland: „Cinderella ist eben nicht dumm und fällt auf dieses Machogehabe nicht rein.“

 

Vincent Craven: „Tja, oder ihr Herz ist schon an jemand anderen vergeben…“

 

Mike Garland: „Milton? Ach quatsch… bisher hat er nicht den Eindruck gemacht, als würde ihn das andere Geschlecht sonderlich interessieren. Und… es gibt ja auch nicht umsonst… diese Gerüchte…“

 

Vincent Craven: „Ich spreche ja auch nicht von Blake, sondern von Cinderella!“

 

Mike Garland: „Ja, aber sie muss doch sehen, dass er anderes im Kopf hat!“

 

Vincent Craven: „Zum Beispiel heute Abend Cinderellas Vater zu besiegen, um dann bei Core auf den Schlächter zu treffen?“

 

Mike Garland: „…gut… vielleicht auch das.“

 

Vincent Craven: „Alistair könnte sich davon wohl mal eine Scheibe abschneiden, oder?“

 

Mike Garland: „Stimmt, letzte Show hat er nur mit Hilfe seines Schlagringes Pavus Maximus umhauen können. Doch mit Disqualifikationen wird er sich nicht ewig helfen können. Sonst ist der Tribune schneller weg, als er sehen kann.“

 

Vincent Craven: „Fast so schnell wie eine SMS… bei unserem New Media Superstar kündigt sich jemand an.“

 

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Ungeduldig und mit genervtem Blick steht er im Türrahmen, während sein Gegenüber gedankenversunken die Finger über das Display seines Smartphone huschen lässt.

 

„Ich habe auf dich gewartet. Hast du meine Message nicht bekommen, wir sollten reden!“

 

Mit diesen Worten tritt Valkos Heritage in die Kabine des New Media Superstars der PCWA. Dieser hebt seinen Kopf und schaut Valkos ausdruckslos an.

 

Caleb Yuma: „Ich habe an deiner Tür geklopft. Niemand hat aufgemacht.“

 

Dann geht sein Blick wieder auf den Minibildschirm seines Smartphones. Der Freakanite beißt sich auf die Unterlippe, atmet einmal tief durch.

 

Valkos Heritage: „Blödsinn… seitdem ich hier bin, habe ich die Kabine nicht eine Sekunde verlassen. Erst jetzt, um dich zu suchen.“

 

Der Schützling des ehemaligen Undisputed Gerasy Champions drückt kurz einen Knopf und steckt sein Mobiltelefon in die Hosentasche. Dann steht er auf und positioniert sich direkt Nase an Nase mit Valkos.

 

Caleb Yuma: „Oh ja, richtig. Das war letzte Vendetta. Als ich mit dir hätte reden müssen.“

 

Touché. Valkos neigt seinen Kopf und nickt.

 

Valkos Heritage: „Ja… du hast Recht. Ich war nicht da, obwohl ich es dir versprochen habe. Ich wollte dir mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber…“

 

Caleb Yuma: „… Das interessiert mich nicht! Mich interessiert nicht, was für ein persönlicher Scheiß dir schon wieder dazwischen gekommen ist. Du hast mir versprochen, mein Mentor zu sein. Der Mentor, für den ich alles riskiert habe. Für den ich mich von den next Century gods habe verprügeln lassen. Der Mentor, von dem ich überzeugt bin. Letzte Vendetta war der wichtigste Abend in meiner jungen Karriere, du hättest mir helfen können! Helfen müssen!“

 

Erneut ein wortloses Nicken auf Seiten des Veteranen. Der Junge hat absolut Recht. Letzte Vendetta hätte er nur wenige Minuten seiner Zeit für seinen Schützling opfern sollen. Egal wie viel er um die Ohren hatte mit Reynolds oder seiner Erkrankung oder seiner persönlichen, familiären Verwicklungen, die ihm die volle Konzentration auf das Wrestling rauben.

 

Valkos Heritage: „Dafür entschuldige ich mich. Aber wir müssen reden.“

 

Caleb Yuma: „Über die Battle Royal und meine Elimination?“

 

Valkos Heritage: „Nein…“

 

Ein trotziges, patziges Lachen schallt durch die Kabine und unterbricht den Freakanite.

 

Caleb Yuma: „Nein? Dein Schützling, dessen du dich angenommen hast, eliminiert sich in einer Battle Royal um einen Shot auf den höchsten Titel im Wrestling und du siehst als Mentor keinen Redebedarf?“

 

Wieder beißt sich Valkos auf seine Unterlippe und atmet tief durch. Seine Hand ballt sich trotz Schmerzen und Einschränken zu einer Faust.

 

Valkos Heritage: „Okay. Reden wir. Wie bist du bloß auf eine solch beschissene Idee gekommen? Wie kann man eine solche Chance so leichtfertig vergeben? Ist dir in den letzten Wochen und Monaten, die wir zusammen reisen, nicht klar geworden, welchen Wert und welche Bedeutung der Undisputed Gerasy Title hat? Wieso baust du so eine Scheiße?“

 

Caleb Yuma: „Ich hatte keinen Plan, was die richtige Entscheidung ist! Und weißt du was, ich brauchte Hilfe. Aber wer ist wirklich da, wenn man ihn braucht? Mein Mentor? Mein bester Freund? Niemand! Ich habe mich angeboten, all meine Loyalität und Hilfe, aber wenn ich etwas benötige, dann ist niemand da! Ich bin ein Rookie! Ich habe immer offen gelegt, dass ich Hilfe benötige, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch die Welt sieht mich als undankbaren, arroganten Neuling, der seine Chancen allesamt feige und selbstgerecht weiterreicht oder weg wirft. Wie soll ich die richtigen Entscheidungen treffen, wenn derjenige, der mich anleiten soll, nicht für mich da ist?“

 

Beide Männer schauen sich mit großen Augen an. Valkos kann die Enttäuschung seines Schützlings nachvollziehen. Dieser ist jedoch noch lange nicht fertig und redet sich geradezu in Rage.

 

Caleb Yuma: „Mich selbst zugunsten des Q4tB zu eliminieren, war eine dämliche Idee. Eine Idee, für die ich seit Tagen und Wochen von jedem Kritik einstecke. Zu Recht! Aber wer hätte mich abhalten können? Müssen? Jemand, der offenbar bereits nach wenigen Wochen das Interesse an seinem Schützling verloren hat. Ich dachte es wäre smart, alles für den Quest 4 the Best zu opfern. Dort den schwersten Weg zu wählen und mich vor der Welt, dem Lockerroom und meinem Mentor zu beweisen. Allen zu zeigen, dass Caleb Yuma ein zu schleifender Rohdiamant ist. Allen zu zeigen, dass Valkos Heritage alles richtig gemacht hat. Ich wollte von dir lernen Valkos. Was ich letztlich gelernt habe, ist, dass ich vielleicht gar keinen Mentor brauche. Zumindest keinen Mentor, als der du dich herausgestellt hast…“

 

Der Freakanite unterbricht den Rookie und versucht diesen mit ruhiger Stimme wieder etwas zu erden.

 

Valkos Heritage: „Ich verstehe deine Wut, Caleb. Aber wir sollten Vendetta 82 abhaken. Wir sollten das ganze Gerede von irgendwelchen Internet Nerds vergessen. Ich verspreche dir, dein Mentor zu sein. Ich verspreche dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, während des Quest 4 the Best. Lass uns die letzten Tage und Wochen wegwischen und dort weitermachen, wo wir erfolgreich begonnen haben. Wir zwei sollten nach vorn schauen, haben beide wichtige Ziele vor Augen. Du, den Quest – und ich…“

 

Caleb Yuma: „Ziele, huh? Was ist dein Ziel Valkos? Die Cryption Crown? Der Titel, den ich dir auf dem Silbertablett servieren wollte?“

 

Fragend blickt der Veteran den New Media Superstar an. Silbertablett? Wovon redet CY?

 

Caleb Yuma: „Ja, das war mein Plan. Du und alle anderen sollten sehen, dass Caleb Yuma als Schützling auch etwas liefern kann. Wie hätte Chris McFly Jr. den Titel wohl behalten sollen, wenn er gegen zwei Gegner antritt, die nur ein Ziel haben? Du als Ladderführender, ich mit meinem rechtmäßigen Shot. Ein Triple Threat Match mit Handicap Match Charakter. Ich hätte dir den sicheren Grand Slam dargeboten. Alles war in die Wege geleitet. Aber will ich das noch? Warum sollte ich einem Mentor, der einen Scheiß auf mich gibt, solch ein Geschenk machen? Vielleicht sollte ich ihm sein Ziel – den Grand Slam – lieber verbauen! Vielleicht möchtest du ja darüber nachdenken, wie du deine Mentorenrolle wahrnehmen willst.“

 

Der Social Media King of the Ring wendet sich ab und will sein Smartphone zücken, als Valkos ihn am Arm packt, herumreißt und zu sich heran zieht. Der Geduldsfaden ist gerissen.

 

Valkos Heritage: „Du hörst mir jetzt zu. Hattest du dir einen schönen Plan zurecht gelegt, Caleb? Deine grandiose Idee der Selbsteliminierung? Du dachtest, du wärst ein Puppetmaster, der die PCWA Wrestler wie Schachfiguren in seinem Netzwerk hin und her schieben kann, ganz so wie er will. Aber jetzt mal im Ernst… jetzt erkennst du, dass du nur ein Rookie bist, der die Sache überschätzt hat. Ist das nicht das, wofür du mich wolltest? Um dazu zu lernen? Das ist eine wichtige Lektion! Du kannst nicht in die PCWA marschieren und versuchen, alles nach deinen Vorstellungen zu gestalten.“

 

Der Freaknite lässt den Arm Yumas los, er hat die Aufmerksamkeit seines Schützlings. Dieser fokussiert ihn mit seinen Augen und macht keinerlei Anstalten etwas zu sagen.

 

Valkos Heritage: „Denk darüber nach, ob du mit mir brechen möchtest. Wenn ich nicht mehr dein Mentor sein soll, dann schieß mich ab. Wenn du weiterhin lernen möchtest und tatsächlich ein richtiger Diamant sein willst, dann nimm die Lektionen an, die ich dir erteile, auch wenn sie nicht immer schön sind. Wenn du aber mit mir rumkaspern willst, hast du dir dafür die falsche Person ausgesucht. Das ist das letzte Mal, dass ich dir diesen guten Rat gebe, Yuma. Du entscheidest dich und dann werden wir sehen, wie diese Beziehung hier weitergeht…“

 

Mit diesen Worten belässt es Valkos dabei und verlässt die Kabine Yumas. Dieser blickt seinem Mentor nachdenklich hinterher. Die Worte jedenfalls scheinen in seinen Gedanken nachzuhallen.

 

Vincent Craven: „Yuma hadert mit seiner Entscheidung von der letzten Vendetta… und mit seinem Mentor.“

 

Mike Garland: „Er wollte als Neuling den Weg mit Hilfe eines Mentor in die PCWA finden, doch nun scheint er zu merken, dass alles doch nicht so einfach ist, wie er sich ausgemalt hat.“

 

Vincent Craven: „Jetzt steht er am Scheideweg. Will er weiter mit unserem ehemaligen Gerasy gehen oder doch eher alleine?“

 

Mike Garland: „Valkos gibt ihm hier sein Wort, aber er hat ihm auch zuvor sein Wort gegeben. Ich weiß nicht, ob alles für Heritage nicht auch etwas zu viel ist.“

 

Vincent Craven: „Den Willen Yuma zu helfen, hat er gerade auf jeden Fall nochmal unter Beweis gestellt. Aber tatsächlich weiß ich auch nicht, in wie weit die persönlichen Dinge da noch häufiger querschießen könnten!?“

 

Mike Garland: „Zumindest haben beide gewaltige Ziele vor sich und wissen, wohin die Reise gehen soll. Valkos will die Cryption Crown und Yuma im Quest 4 the Best möglichst ins Finale kommen.“

 

Vincent Craven: „Ob zusammen oder getrennt, das wird sich zeigen.“

 

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Ein langsamer Schwenk durch eine Reihe von Fans, bis das Bild sich an der Seite der Rampe festsetzt. Dort nimmt es die großen, metallenen Fackeln in den Fokus, welche bereits in einem Video zu Beginn der Show gezeigt wurden. Im Gegensatz zu den früheren Bildern brennt diesmal kein Feuer in ihren schalenförmigen Spitzen. Leblos und kalt ragen sie in die Höhe. Als einsame Monumente unbekannten Ziels stehen sie bedeutungslos jetzt und doch vielleicht bedeutungsschwer in der Zukunft seitlich der Rampe auf ihrem kreisrunden Podest.

Vincent Craven: „Wieder werden die metallenen Fackeln gezeigt.“

 

Mike Garland: „Und weiterhin haben wir keine Ahnung, was sie bedeuten sollen.“

 

Vincent Craven: „Wahrscheinlich steckt Kerry & Gaelic dahinter. Eine weitere, undurchschaubare Aktion dieser undurchschaubaren, bösartigen Firma.“

 

Mike Garland: „Wie auch immer – ich hab allerdings noch jemanden interessantes entdeckt!“

 

Vincent Craven: „Ach was?“

 

Mike Garland: „Doch dort in der ersten Reihe sitzt der GFCW Star Robert Breads! Er schaut sich wohl die aktuelle Vendetta an.“

 

Vincent Craven: „Beim Brawlin Rumble haben wir ihn doch auch gesehen, wenn ich mich richtig erinnere. Kann ja nicht schaden, sich auch mal die Konkurrenz anzusehen…“

 

Mike Garland: „Es sei denn, es steckt noch mehr dahinter. Wie auch immer… gerade bekommen wir die Information, dass im Backstagebereich etwas passiert. Schauen wir, was los ist.“

 

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Fast schon ehrfürchtig gleitet der Blick des Rächers über die – im Backstagebereich an einer Wand angebrachte – meterlange Turniertafel, die einen Überblick über die Viertelfinalpaarungen und den weiteren, möglichen Verlauf des Quest 4 The Best Turniers gibt. In seinem Viertelfinale, das heute noch stattfinden wird, trifft er auf Pavus Maximus und John Smith, zwei Männer, mit denen er bisher wenig zu tun hatte. Blaze wird sie schlagen, er muss sie schlagen. Alles andere stähle seinem Leben den Sinn. Unter der Tafel reihen sich kleinere, rechteckige Goldplaketten, auf denen die Sieger aller bisherigen Quest 4 The Best Turniere verzeichnet sind. Clawrik Uriel Amon, Ruler of Justice, Damon Valentine, Mike Novoselic, Azrael Rage und Keevan. Auf der letzten Plakette dann steht sein eigener Name. Blaze, durch einen Sieg über Azrael Rage und den Night Fighter Mad Dog. Damit hat er damals einem anderen Mann seinen Traum davon zerstört, der erste und einzige zweifache Sieger des Quest 4 The Best Turniers zu sein – eben jenem Azrael Rage. Dem falschen Schild, dem Heuchler, dem Teufel. Er hat es zu seinem Traum gemacht und wird ihn endgültig zerstören. Er wird, er muss.

 

Plötzlich stellt sich ein zweiter Mann neben Blaze, der Wikinger Pavus Maximus. Höflichkeit vermissen lassend betrachtet auch der Hamburger das Sammelsurium an Namen, blickt auf die Plaketten und setzt ein kleines Lächeln auf, sicherlich würde sich auch sein Name in dieser Reihe gut lesen lassen. Was wäre das für eine Bestätigung für seine Fans, seinen Namen dort eingeprägt zu sehen, was wäre das für eine Bestätigung seiner selbst.  Kurz bleibt der Blick des Kubaners noch an der Plakette seines ersten Sieges hängen, dann wendet er sich Pavus zu.

 

Blaze: „Pavus“

 

Wertfrei wäre die beste Beschreibung der Tonlage des alten Pyromanen, als er den Namen des nordischen Riesen ausspricht.

 

Blaze: „Wie ist es, den größten Heuchler dieser Liga einen Freund zu nennen?“

 

Alles andere als wertfrei ist Blaze Tonlage, als er auf das Schild der PCWA anspielt und auch dem Hamburger bleibt dieser Unterton nicht verborgen, als er sich langsam zum Rächer dreht.

 

Pavus: „Ich bezeichne Hate nicht als meinen Freund.“

 

Natürlich ist dem Hamburger klar, dass Blaze hier auf das Schild, Azrael Rage anspielt. Dass dieses Thema momentan ein sehr sensibles ist, gerade nach dem schriftlichen Erguss seines Mentors, sieht man deutlich an der Unentschlossenheit die sich in den nordischen Augen breit macht.

 

Pavus: „Aber du spielst auch sicherlich auf jemand ganz anderen an, nicht wahr?“

 

Wirklich ist nur, woran wir glauben.

Flieh vor dem was dich bewacht.

Lass dir nicht deine Träume rauben.

 

Ohne Blaze antworten lassen zu können, konkretisiert der Hüne seine Frage und verwandelt sie damit in eine Aussage.

 

Pavus: „Freund ist so ein weit gefächerter Begriff. Natürlich bin ich nach wie vor alles andere als begeistert über das, was ich im Laufe der Zeit erfahren habe, aber…“

 

Kurz wird der Kopf gesenkt, der Hamburger muss sich sammeln, die richtigen Worte finden, ehe er das Bild von Blaze vor seinen Augen wieder fokussiert und diesen anblickt.

 

Pavus: „…aber Rage wird seine Gründe gehabt haben. Welche das sind bleibt mir zwar wohl verschlossen, aber dennoch glaube ich, dass ein Mensch sich ändern kann, dass auch ein Rage dazu in der Lage ist, das alte Gewand abzustreifen und sich neu zu orientieren. Im Gegensatz zu dir habe ich den Glauben an die Menschen nicht verloren.“

 

Ein amüsiertes Prusten verlässt die Kehle der Rache.

 

Blaze: „Siehst du denn nicht, wie er dich für seine Zwecke instrumentalisiert? Was bist du denn schon als sein seelischer Mülleimer, bei dem er sich über all die verbalen Grausamkeiten, die wir ihm zu Recht an den Kopf werfen, beschweren kann? Und wie ein kleines Mädchen weint es dabei, das S... „

 

Blaze räuspert sich, spricht dann lauter weiter.

 

Blaze: „Verzeih, weint er dabei, der TEUFEL! Menschen können sich ändern, nicht aber Dämonen wie Rage. Viel wichtiger aber ist, dich stellt er damit in seinen Schatten, macht dich zu einer Spielfigur, neben der er glänzen kann. So wie es auch Hate mit dir getan hat. Sag mir, Nordmann, wieso lässt du dich immer zum Weib degradieren? Größer und stärker bist du schließlich als wir alle. Dennoch wird dir das nichts helfen, wenn ich heute in das Quest 4 The Best Halbfinale einziehe und dich wie Hate von hinten gegen die Matte stoße – so lang bis du stöhnst und der Sieg mein ist!“

 

Seine verbalen Attacken mögen Stil und Niveau vermissen lassen, doch wenn Blaze schon zufällig die Chance hat mit Pavus vor ihrem Match zu sprechen, kann das auch nicht sein Ziel sein. Zorn will er in dem Hamburger Jungen wecken, so dass der im Ring dann Fehler begeht.

 

Pavus: „Du scheinst dir ziemlich sicher zu sein unser Match nachher zu gewinnen, doch sei dir gewiss, ich bin aus dem Schatten von Rage herausgetreten, ich bin keine einfache, in ihren  Bewegungen eingeschränkte, Spielfigur und lasse mich erst recht nicht benutzen wie ein dämlicher Bauer in einem Schachspiel. Ich bin bei weitem nicht der König…“

 

Komm, schließ’ deine Augen, um zu sehn.

Was dir bestimmt ist, muss geschehn.

 

Kurz schwenkt das Augenpaar wieder an die Tafel und auf die Plaketten… Ohja, sein Name würde sich gut machen auf dieser Tafel, direkt neben Blaze.

 

Pavus: „…aber vielleicht bin ich ja, wie von dir angesprochen, die Dame? Eine der wichtigsten und mächtigsten Figuren im Spiel, die erst einmal ausgeschaltet werden muss. Und es ist nicht einfach diese „Dame“…“

 

Der Hamburger breitet seine Arme aus, was für eine enorme Spannfläche!

 

Pavus: „Von hinten zu attackieren und auf die Matte zu legen… Erst recht nicht, wenn ich selber lieber von hinten agiere und du deshalb sehr darauf achten solltest, was sich hinter dir abspielt.“

 

Fühl die Nacht! Laß’ sie nie vorübergehn.

Fühl die Nacht! Sei frei!

 

In diesem Moment stellt sich der dritte im Bunde ihres heutigen Matches zu Pavus und Blaze. John Smith hat die beiden bereits einen Moment belauscht. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen tritt er den beiden Kontrahenten am heutigen Abend gegenüber.

 

John Smith: „Veranstalten wir heute einen ‚Wer ist die größe Plaudertasche der PCWA?‘ Wettbewerb oder was? Schätze, dann muss ich noch ein wenig trainieren, um euch beide darin zu besiegen.“

 

Wie es schon seit einiger Zeit seine Art ist, spart John auch heute nicht an Sarkasmus und Ironie.

 

John Smith: „Wenn es hier nicht um große Taten gehen soll, sondern eher um große Worte, dann ist unser kubanischer Freund hier wohl wirklich der große Favorit, würde ich sagen. Große Worte konntest du schon immer gut schwingen, Blaze. ‚Ich werde die PCWA verlassen, wenn ich nicht den Undisputed Gerasy Gürtel gewinne.‘ Tja, du hattest ja noch nicht einmal einen Fuß zur Türe raus gesetzt, da warst du schon wieder Teil der Liga. Aber natürlich war das alles im Sinne der Liga—und nicht die Tat eines Feiglings.“

 

Die Antwort des Kubaners auf diesen Spruch beschränkt sich auf ein gequältes Lächeln. Statt auf die Stichelei einzugehen, wendet er sich lieber wieder der Turniertafel zu. Damit glaubt er John Smith am besten zu bestrafen. Zeit, sich an den Norddeutschen zu wenden.

 

John Smith: „Und alles, was du bisher hier in der PCWA geschafft hast, waren deine five minutes of fame, weil du mit dem wandelnden Drogenlabor Hate im Bett warst. Wirklich eine tolle Leistung. Dein Versuch, wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, indem du dich an Rage ran hängst, interessiert mittlerweile eh keinen mehr.“

 

Einschüchternd stellt sich Pavus mit seiner ganzen Größe direkt vor John Smith. Der hält der Bedrohung des größeren Mannes stand, zeigt keine Spur Schwäche.

 

Pavus: „Du hast recht Smith, erreicht habe ich hier noch nichts großes. Doch die Betonung liegt auf dem NOCH! Ich bin ein simpel gestrickter Hamburger Jung, der dabei ist seinen Traum zu leben, einen Traum den du schon gelebt hast, das solltest du langsam einsehen, bevor es zu spät ist.“

 

Der kurze Blick auf Smith´s Knie, gepaart mit einem kleinen, aber feinen Lächeln.

 

Pavus: „Ich fange gerade erst an meinen Weg zu gehen, ich werde für das, was ich mache, respektiert. Nicht von dir, das mag sein, aber hast du nur einmal deine Ohren aufgestellt, wenn ich die Arena betrete? Hast du zugeschaut, als die Fans mich gefordert haben, als sie mich sehen wollten? Ich bin der Anfang des neuen Zeitalters in der PCWA, ich bin hier weil ich ein Kämpfer bin, der von den Fans geliebt wird. Und genau deshalb werde ich es ihnen heute zurückzahlen, ich werde mir in diesem Ring da draußen den Arsch für meine Fans aufreißen, ich will den Quest gewinnen. Für meine Fans!“

 

Der entschlossene Blick des Hamburgers, gepaart mit einem selbstsicheren Kopfnicken zeigt hier deutlich, dass Pavus das, was er sagt durchaus ernst meint. Es wird endlich Zeit sich zu beweisen.

 

Alle Ängste werden wahr und alle Hoffnung muss vergehen.

Uns’re Ordnung ist das Chaos - Verändern heißt zerstör’n.

 

Pavus: „Reden magst du können, Smith, aber dass dir das Kämpfen mittlerweile schwer fällt, das hat schon Azrael beim Imperial Impact bewiesen, nicht wahr?“

 

Eine leise Stimme im Kubaner sagt ihm in diesem Moment, dass Pavus Maximus ein guter Kerl ist, den er gerade nicht so brachial hätte angreifen müssen. Andrerseits ist jeder noch so kleine Vorteil im Quest 4 The Best nicht viel wichtiger? Ja, ist er. Der Rächer ist getrieben davon, erneut zu siegen. Doch nun verdient auch John Smith ein paar Worte.

 

Blaze: „Wie geht es deinem Knie, John? Das Alter schwächt, nicht wahr? Es zeigt uns Grenzen auf. Verzeih mir, dass ich von Kerry & Gaelic betrogen wurde und somit noch zu rechter Zeit mit gesundem Körper große Taten vollbringen werde. Mich von Niederlagen in die Knie zwingen zu lassen, das kann ich nicht mehr. Auch ich werde altern, auch mein Körper wird mir eines Tages meine Grenzen aufzeigen. Ich kann nicht bis dahin warten, alles zu riskieren!“

 

Wie ein sterbender, der seinen Widersacher ein letztes Mal beim Kragen greift, um ihm Rache zu schwören, beugt sich die Rache jetzt zu Smith vor.

 

Blaze: „Ich spucke Blut gegen den Spiegel, ich spucke Blut auf die Welt. Wenn Verfall die Währung ist, die meinen Sieg bezahlt, dann soll es so sein! ICH bezahle – BEVOR es zu spät ist!“

 

Smith kann sich ein Schmunzeln nur schwierig verkneifen. Wenn seine Gegner immer noch der Meinung sind, dass das frisch genesene Knie seine große Schwäche ist, kann er ihnen auch nicht weiter helfen. Ein kleiner Vorteil für ihn.

 

John Smith: „Es wird mich sicherlich nicht davon abhalten, euch zwei Labertaschen im Ring zu bezwingen und ins Halbfinale zu ziehen. Wenn es das ist, um was du dir Sorgen machst, Kubaner.“

 

Smiths Finger zeigt auf eine der anderen Plaketen, die hier im Gang hängen. Die Liste der bisherigen Undisputed Gerasy Champions der PCWA. Ja, sein Name findet sich auf der Liste der Quest for the Best Gewinner nicht. Aber der Quest war zu der Zeit, als er seinen kometenhaften Aufstieg in der PCWA feierte, nur ein zweitklassiges Turnier, das den Herausforderer auf den Tribune Title bestimmte. Als er das erste Mal das Turnier miterlebte, war er bereits Tribune Champion geworden und auf dem Weg dazu, Brawlin‘ Rumble Sieger und Undisputed Gerasy Champion zu werden.

 

John Smith: „Vergiss nicht, mit wem du hier sprichst, Blaze. Ich habe fast alles gewonnen, was es in dieser Liga je zu gewinnen gab.“

 

Wahre Worte des Amerikaners, doch würde die Vergangenheit unser Leben bestimmen, dann wäre der Kubaner jetzt nicht mehr hier, sondern hätte geschlagen, getreten und verzweifelt die PCWA nach dem Imperial Impact verlassen. Was zählt, ist die Gegenwart, so schwer diese Einsicht auch manchmal im Moment umzusetzen ist.

 

Blaze: „Du hast große Siege errungen, das ist wahr, wahr und… vergangen. Wie ist es nach so langer Zeit zurückzukehren, um genau das dann nicht mehr zu schaffen, zu siegen? Wie ist es an den eigenen Ansprüchen zu versagen? Einen letzten, großen Lauf wolltest du dir nehmen, noch einmal im Rampenlicht stehen und deiner Karriere das I-Tüpfelchen verleihen, welches sie verdienen würde. Ich kann mir kaum ausmalen, wie es sein muss, wenn ein Mann mit deinem Ruf, deinem Ansehen und dem vielen Respekt plötzlich einsehen muss, dass all das nur mehr Schall und Rauch ist. Keiner will dich mehr, keiner respektiert dich mehr, dein Körper zehrt an dir und selbst das Siegen scheint dir stets im wichtigen Moment versagt zu bleiben.“

 

Sein Äußerstes muss Blaze geben, es sich in diesem Moment nicht anmerken zu lassen, doch natürlich kann er sich ausmalen, wie es wäre, ginge es ihm so wie John Smith gerade. Zorn, Pein und Selbsthass würden ihn beherrschen. Ein Zucken entfährt ihm, als er an eine mögliche Niederlage an diesem Abend denkt.

 

John Smith: „Versuche es so stark zu verdrängen wie du willst: ICH habe bereits das geschafft, was dir immer noch feuchte Träume des Nächtens bereitet, ICH hatte den großen Gürtel um die Hüften. Dummerweise ist das Ding ebenso unerreichbar für dich wie die heiße Schwester deines Kumpels, von der du mit vierzehn geträumt hast. Ah, der Gerasy, ah …“

 

Eine recht eindeutige Handbewegung in der Nähe des Schritts illustriert Smiths Vorstellung von Blazes nächtlichen Aktionen. Und da ist es wieder: Dieses breite, leicht sarkastisch angehauchte Lächeln bei Smith.

 

John Smith: „Schön und gut, ich habe gegen Rage und Nowak verloren. Aber: Jede Serie reißt einmal. Und wann wäre ein passenderer Zeitpunkt als heute Abend gegen den selbsternannten Retter der PCWA und die attention whore aus Hamburg? Ich habe ein Ass im Ärmel, meine Herren, das Ihnen beiden fehlt: Ich weiß, was es bedeutet, in großen Matches zu stehen und sie zu gewinnen. Du …“

 

Der Blick wendet sich Richtung Pavus.

 

John Smith: „… hast vielleicht mal geglaubt, ein solches Match zu bestreiten und sogar zu gewinnen in dieser anderen deutschen Hinterwäldlerliga.“

 

Pavus: „Meine Gegner in der GFCW waren alle beweglicher als du, John Smith…“

 

Eine eher plumpe Bemerkung des Hamburgers, die erneut auf das lädierte Knie des Amerikaners anspielt, jedoch tut Smith diese Bemerkung mit einer beiläufigen Handbewegung ab und widmet sich wieder dem Kubaner.

 

John Smith: „Und Blaze, du hattest einmal Glück und hast es dann seitdem jedes Mal verkackt. Gegen Barker beim Rumble. Gegen Barker bei Out of Ashes. Honestly, wann hast du seit dem letzten Quest for the Best ein wirklich großes Match gewonnen, huh? Hast du außer dem überhaupt mal eines gewonnen?“

 

Smiths Hand verweist auf den leeren Platz für den Quest for the Best Sieger 2012. Blaze lächelt verschmitzt.

 

Blaze: „Immerhin habe ich gegen Tom Nowak gewonnen, ein Sieg, der dir verwehrt blieb. Immerhin habe ich damals Azrael Rage geschlagen, ein weiterer Sieg, der dir verwehrt blieb. Und immerhin sind meine großen Worte wenigstens auch ehrlicher Ausdruck meines Selbst und keine Maske aus Ironie und Sarkasmus. Wenn ich verliere, werde ich weiterhin geliebt. Selbst wenn dir deine Gefühle und dein Ansehen heute nichts mehr bedeuten, habe ich auch nach einer Niederlage mehr in der Hand als ein Schlagring, der mir nicht einmal gehört. Ich riskiere alles, während du dich versteckst!“

 

Blaze Hand hält er nun an sein Ohr und verweist an die zahlreichen Jubelrufe der Fans aus dem Theater, die seinen Worten Wahrheit verleihen.

 

John Smith: „Ich habe meinen Lektionen aus den zwei Niederlagen gelernt und meine Konsequenzen gezogen. Du musst erst einmal damit fertig werden, dass du ein Feigling bist, der keine Konsequenzen für sich ziehen kann. Der Blitz wird nicht zwei Mal am selben Ort für dich einschlagen, Blaze. Dieses Jahr wird mein Name dort eingraviert. Redet euch ruhig etwas anderes ein, aber heute Abend wird es ein bitteres Ende für euch beide geben.“

 

Smith nickt den beiden Kontrahenten noch einmal kurz zu, streicht noch einmal über die leere Plakette für 2012 und begibt sich dann auf den Weg in seine Kabine. Einen letzten Satz schickt die Rache Smith zuvor jedoch noch hinterher.

 

Blaze: „Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, John. Erinnere dich daran, wenn deine Maske zerbricht und die verdrängte Pein dich einholt. Für mich habe ich diese Konsequenz bereits gezogen – das Leben ist kurz, Sicherheit nur eine Illusion. Wenn ich mich jetzt verstecke und fliehe, dann werde ich meiner selbst nie gerecht werden. Ich gehe, wenn ich dazu bereit bin.“

 

Aber was wäre, wenn Blaze diese Pein doch einholt, er tatsächlich verliert an diesem Abend? Das boshafte Zwicken in seiner Brust zeigt es ihm deutlich. Es darf nicht passieren! Er muss siegen. Er wüsste nicht, was er sonst tun sollte, wenn ihm der Quest 4 The Best misslingt. Gerade im Hinblick darauf, dass Azrael Rage heute um eine Titelchance kämpft. Was, wenn Rage gewinnt und Blaze verliert? Schwarze Gedanken überfluten sein Denken. Blaze muss gehen, muss trainieren, muss diese düstere Zukunft in Schweiß und Schlägen am Boxsack ertränken. Hektisch eilt er von Dannen, würdigt den zurückbleibenden Pavus keines weiteren Blickes. Allein die Turniertafel streift er nochmal mit den Augen, sie und seine Siegesplakette vom letzten Turnier. Wenn das Match später ansteht darf nur noch das zählen, sein erneuter Sieg. Zum zweiten Mal. In Folge. Sein Traum. Er ist bereit sich von allem loszusagen, ist bereit wieder der Einzelgänger zu sein, der rachgierig Getriebene – das einsame Feuer. Angst darf ihn dabei nicht lähmen. Nicht noch einmal. Seine Getriebenheit ist Stärke.

 

Der Blick des Hamburgers fällt ein letztes Mal auf die Plaketten und fast schon liebevoll streicht er über die eingravierten Namen. Dass seine Hand dabei auf Azrael Rage zum Ruhen kommt, kann nur ein einfacher Zufall sein. Ja sein Name würde sich gut machen in dieser Reihe… neben Rage, neben Blaze,

 

Wir wollen leben für die Gier

und zu den Raubtier’n gehör’n.

 

OFF-CAMERA

 

Während sich John Smith aus der Sichtweite der Kameras entfernt hat, ertönt der Klingelton seines Handys kurz. Er hat eine SMS erhalten.

 

John, das Paket wurde geliefert. Nun liegt es an dir, es zu benutzen oder nicht.

 

Smith nickt. Der Plan B für heute Abend ist vorbereitet. Nun liegt es an ihm und seiner Leistung im Ring, ob er ihn wirklich benötigen wird. Noch ist er zuversichtlich, dass er all das nicht brauchen wird. Aber die Worte von Blaze haben etwas in seinem Kopf hinterlassen: Einen kleinen, nagenden Zweifel, ob seine Prinzipien wirklich noch die richtigen sind. Oder ob er sie vielleicht doch endgültig wegwerfen sollte.

 

Mike Garland: „Das waren sie: Die drei Teilnehmer unseres zweiten Viertelfinals heute Abend! Und was für eine hochklassige Besetzung wir dort haben! Blaze—Quest 4 the Best Gewinner 2011 und ehemaliger Cryption Champion. John Smith—Brawlin‘ Rumble Sieger 2007 und ehemaliger Tribune und Gerasy Champion.“

 

Vincent Craven: „Und nicht zu vergessen: Pavus Maximus. Immerhin ehemaliger Galaxy Champion der GFCW. Und beinahe Cryption Crown Träger der PCWA. Auch, wie wir eingangs schon sagten, nicht zu unterschätzen, auch wenn Smith in seiner Arroganz der Meinung war, ihn eher übergehen zu können.“

 

Mike Garland: „Klar, Smith und Blaze sind wie gezeigt auf dem Papier die Favoriten—mit einem leichten Vorteil für den Kubaner, wenn wir auf die jüngste Vergangenheit blicken. Aber der Quest 4 the Best war schon immer für Überraschungen gut. Wir müssen nur an Blazes Sieg im letzten Finale gegen Mad Dog und Azrael Rage denken.“

 

Vincent Craven: „Richtig. Wir sind also alle gespannt, was da nachher im Ring passiert und ob wir eventuell das erste große Favoritensterben sehen werden. In wenigen Minuten könnte es schon im Opener losgehen. Dort treffen Patricia Selladore, Mad Dog und Jamie Hudson aufeinander.“

 

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The Champions of PCWA:

 

Träger der PCWA Cryption Crown

PCWA Tribune Champion

PCWA Undisputed Gerasy Champion

 

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Wir befinden uns in einem ziemlich verdreckten Flur - wo weiß man nicht, warum wird man gleich erfahren. Wir befinden uns bei RM.

 

Aber es nicht der RM, an den wir uns erinnern. Seine Haare sehen fettig und ungepflegt aus, sein Gesicht wirkt abgemagert und wird von einem Dreitagebart geziert. Sein weißes T-Shirt verdient die Bezeichnung Weiß nicht mehr wirklich. Es ist grau, es wirkt nicht nur verdreckt, es ist verdreckt.

 

Gefilmt wird das ganze anscheinend von einer Kamera, die auf einem Stativ steht und die der Kuchen selbst aufgebaut hat. SO ist die Qualität des Videos auch nicht zu vergleichen mit dem eigentlich HD -Produkt der PCWA sondern ehr mit einem Youtube Video. Der Ton ist verzerrt und kratzig und man hat dieses Rauschen durch das billige Kameramikrofon.

 

Der ehemalig Creative Commissioner der PCWA, sitzt vor einen alten Metallspind und schaut planlos und leer durch den Raum. Dann fixieren seine Augen die Kamera und er beginnt zu sprechen. Und auch wenn der Ton nicht sehr gut ist so kann man ihn trotzdem verstehen.

 

RM: „So viel deines Erfolges in diesem Sport, hängt damit zusammen wie gut du mit Chancen umgehen kannst.“

 

Der Kuchen klingt anders als sonst, er hat einen lallenden Unterton. Es ist nicht extrem, aber es fällt auf. Er scheint betrunken zu sein, was recht ungewöhnlich ist für den Mann, der sonst eigentlich so gut wie nie mit Alkohol gesehen wurde.

 

RM: „Manchmal ist egal wie sehr du deine Chancen suchst, egal wie sehr du nach ihn greifst oder du um sie kämpfst, sie kommen einfach nicht zu dir.“

 

Er grinst in die Kamera und streicht sich durch die Haare. Dann schaut er sich in die Hände, scheint selbst etwas angewidert zu sein von dem Gefühl seiner fettigen Haare und wischt sie sich am T-Shirt ab.

 

RM: „Ich hatte das Problem nie. Für mich...“

 

Er atmet tief durch, sein Gesicht zeichnet eine Leere, die fast schon unheimlich wirkt

 

RM: „...Für mich kamen die Chancen immer wieder. Sie wurden mir vor die Füße gelegt und ich hab sie einfach verstreichen lassen. Ich hab sie angeschaut wie ein bescheuerter Teenager, der von seinen Eltern gesagt bekommt er soll sein Zimmer sauber machen. Und hab sie Ignoriert“

 

Ein Kopfschütteln und dann hämmert er den Kopf sachte gegen den Spind.

 

RM: „Und dann sind da diese Stimmen...“

 

Der Kuchen grinst.


RM: „Überall wo du dich im Wrestling bewegst sind diese Stimmen.“

 

Nun erhebt sich die Stimme des Kuchens er wird lauter. Seine Augen reißt er weit auf und man sieht das sie Blut unterlaufen sind, entweder durch Chemische Stimulanzen oder es ist einfach ein akuter Schlafmangel. Wahrscheinlich ist es 2teres wenn man sich die Augenringe im Gesicht des Hallensers anschaut.

 

RM: „Okay RM hat Talent, aber er ist ein Versager...“

 

Wieder atmet er tief. Und schreit dann förmlich in die Kamera.

 

RM: „RM ist ein Versager!“

 

Er schüttelt mit dem Kopf. Wird dann wieder etwas leiser aber bleibt doch sehr deutlich.

 

RM: „Wir wissen nicht was er macht und wir verstehen nicht warum, deshalb ist er ein Versager.“

 

Nun schlägt er mit den Händen gegen den Stahlspind hinter sich. Und seine Stimme wird wieder lauter.

 

RM: „Und die schlimmsten Stimmen sind die in meinem Kopf. Sie sagen mir, was ich tun soll und was nicht, und sie haben mein Leben zerstört. Sie haben mir gesagt Menschen zu verletzten, die es nicht verdient haben...“

 

RM zieht ein Foto aus seiner Tasche. Er starrt es fast schon regungslos an. Eine gute Minute, dann steckt er es wieder in die Tasche. Er wischt sich eine Träne von der Wange, die über sein gezeichnetes Gesicht lief. Und dann spricht er wieder, aber die Stimme ist wieder leiser geworden.

 

RM: „Aber nun bin ich zu einer Einsicht gekommen.“

 

Der Kuchen nickt der Kamera zu, als wolle er sich selbst bestätigen.

 

RM: „Ich habe mich mit meinem Schicksal abgefunden. Ich bin ein Pro-Wrestler. Das ist alles, was ich noch hab und das ist alles, was ich gut kann.“

 

Und wieder grinst er. Er greift nochmal nach dem Foto in seiner Tasche. Er schaut wieder drauf und wirft es dann in Richtung Kamera. Für einen Moment kann man erkennen das 2 Personen auf dem Foto waren, aber man kann nicht erkennen, wer.

 

RM: „Das bedeutet auch, dass ich einen sehr einsamen Tod sterben werde...“

 

Mitleidig schaut der Kuchen in die Kamera beginnt dann aber wieder zu grinsen.

 

RM: „Aber das ist Okay, alle meine Helden sind eh tot, also werde ich nicht mehr allein sein! Vielleicht ist das die Lösung...“

 

Das Gesicht des Kuchens wird zu einem Starren Blick.

 

RM: „Ich liebe Pro-Wrestling, aber es liebt mich nicht....“

 

Der Kuchen beginnt sich an den Nägeln zu kauen und sein Blick wird nachdenklich.

 

RM: „Vielleicht ist es Zeit zu gehen...“

 

Der Kuchen geht zur Kamera...kurz bevor er sie ausschaltet winkt er rein und verabschiedet sich mit dem Worten.

 

RM: „Es ist Zeit!“

 

Dann wird das Bild schwarz.

 

Vincent Craven: „RM!“

 

Mike Garland: „Ja, der Kuchen… aber was um alles in der Welt, was ist mit ihm passiert?“

 

Vincent Craven: „Er sieht ganz schlecht aus… ganz miserabel. So habe ich ihn ehrlich gesagt noch nie gesehen. So… niedergeschlagen, so… am Ende.“

 

Mike Garland: „Ist er etwa wiedergekommen, um sich zu verabschieden? Das kann er doch nicht machen? Wo war er überhaupt die ganze Zeit?“

 

Vincent Craven: „Na hoffentlich, war das nicht das letzte Wort von RM. Wir haben noch ein paar Fragen an den Kuchen…“

 

Mike Garland: „Ich bin nie ein großer Freund von ihm gewesen, aber jetzt tut er mir irgendwie… leid…“

 

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Ein Doppelsieg? Konnte er nicht mehr Leistung bringen, oder wollte er es nicht? Eine Frage, die ihn quält, seitdem Vendetta 82 endete. Blake Milton gegen Azrael Rage heißt es heute. Doch Azrael kennt seinen wahren Gegner… Robert B… nein, er selbst. Dennoch ist Robert Barker ein entscheidender Faktor. Wer gegen den Schlächter antritt, tritt in der Regel nicht an, um zu gewinnen. Es geht dabei eher um das Überleben… und er muss leben. Für die Aufgabe. Der Regenläufer Azrael Rage weiß, dass er Blake Milton besiegen kann… aber kann er es, wenn der Folgegegner Robert Barker heißt? Er muss Ruhe bewahren. Einen solchen Gegner hatte Rage nie. Keine Narbe ziert seinen makellosen Körper…

 

Der dunkle Fellmantel wird noch einmal gerichtet, denn er will nun Milton aufsuchen. Er sollte diesem jungen Mann ins Gesicht sehen, bevor er gegen ihn ins Gefecht zieht. Der Preis? Ein Teilnehmerplatz auf der Schlachtbank…

 

Azrael Rage: „Beruhige Dich, Azrael.“

 

Mürrisch blickt er drein.

 

Azrael Rage: „Die Ruhe ist mir schon vergangen, seitdem ich weiß, dass entweder Milton oder ich gegen den Schlächter antreten muss.“

 

Er öffnet die Tür seiner Kabine und will sich auf den Weg machen, doch sein Ziel steht bereits vor ihm.

 

„Wir müssen reden“, entgegnet Blake knapp.

 

Ein wenig verwundert nickt das Schild und verweist mit einer Handgeste in seine Räumlichkeiten. Der Junge schüttelt den Kopf und lehnt die Einladung betont ab: „Ich glaube, so lange werden wir nicht brauchen.“

 

Denn rein theoretisch ist er nur wegen einer einzigen Sache hier – er will Azrael Rage dazu bringen, dass dieser freiwillig jobbt. Die Aussicht auf den Gerasy Title ist immer ein guten Grund, sich in Größenwahn zu üben, doch für Blake greifen mit dem heutigen Match gleich mehrere Dinge ineinander.

 

Azrael Rage: „Auf jeden Fall passt der Zeitpunkt. Ich hatte gerade vor, Dich ebenfalls aufzusuchen, da ich der Meinung bin, dass wir ein paar Worte tauschen sollten, bevor es nachher Faustschläge sind.“

 

Der leitende Sicherheitsbeauftragte hat ihn beobachtet, so wie er es mit allen hier tut und das nicht nur heute. Seine Augen und Ohren sind nahezu überall und er weiß, dass der ehemalige Teufel kein einfacher Mensch ist. Nur schwerlich lässt Rage sich etwas sagen und überhaupt erachtet er nur seine Ansichten als allumfassende Maxime. Mit Sicherheit wird ihm das früher oder später zum Verhängnis, angefangen bei Pavus, dem er nicht zugestehen will, dass sich auch ein Azrael Rage den Menschen gegenüber rechtfertigen sollte, die ihm tatsächlich glauben wollen.

 

Apropos Pavus. Azrael schrieb ihm einen kurzen Brief. Es ist mehr als nur die Hoffnung sich zu versöhnen. Es ist eine weitere Lektion für seinen Schüler… seinem Freund, der endlich lernen muss, was die Welt für ein Ort ist.

 

Aber all das soll nicht Blakes Angelegenheit sein, weshalb er sich höflich räuspert und zu seinem eigentlichen Belang zurückkehrt, denn die PCWA tatsächlich zu schützen, ist die Aufgabe des Sicherheitsmanagement und nicht die eines Wrestlers.

 

Die Security senkt kurz den Kopf. Das mit Tom… darf ihm einfach nicht noch einmal passieren. Diesen Fehler kann sich Blake noch immer nicht verzeihen, liegt Nächte lang wach und plant seither jedes gottverdammte „Was wäre wenn?“ durch – immer und immer und immer wieder. Es gibt Stunden, in denen er so viele Tabletten intus hat, dass er sich wünscht, er wäre konjunktivlos und hätte so viel Macht wie Robert Barker.

 

Doch Blake besinnt sich. Er war beim Smalltalk: „Ich werde Securities am Ring positionieren, damit bei unserem Kampf alles fair bleibt und…“

 

Seine Wortwahl ist dabei so unglücklich, dass er sofort mit energischen Worten seitens Rage buchstäblich überrannt wird: „Damit alles FAIR bleibt? Hat Dir das Dein schändlicher Umgang mit dem Intriganten der PCWA eingeschärft. Ich habe weder Grund, noch irgendein Motiv UNFAIR gegen Dich zu handeln. Ja, ich war einst der Teufel und das wird auch ewig mein Stigma sein, aber dennoch ist es nicht richtig mir hier UNFAIRNESS zu unterstellen.“

 

Das Schild ist so viel größer und stärker als er und lässt den Jungen sogar respektvoll einen Schritt zurückweichen. Emotionslos blickt er mit seinem viel zu blassen Gesicht und seinen tiefen, dunklen Augenringen zum Regenläufer auf.

 

Blake Milton: „Du missverstehst mich, Azrael.“

 

Rage sieht ihn fragend an.

 

Blake Milton: „Ich kann es nicht leiden, wenn sich jemand ungefragt in MEINE Kämpfe einmischt. Es ist entweder MEIN Sieg, oder eben MEINE Niederlage, weshalb ich gern auf alles vorbereitet bin…“

 

…denn es ist auch SEIN Gerasy Title! Es ist SEINE Macht, Rage vor Barker zu schützen. Niemand sollte gegen den Schlächter antreten müssen, solange er eine ernsthafte Gefahr für die PCWA darstellt. Es ist SEINE Macht, den Schlächter in seine Schranken zu weisen und Gabriel zu retten. Es ist SEINE Macht, der PCWA zu helfen, indem er den ehemaligen Principal wieder seiner eigentlichen Aufgabe der Ordnung zuführt. Blake MUSS Rage irgendwie aus diesem niveaulosen Spiel nehmen – besser jetzt, als nie. Je näher er seinem Match kommt, desto mehr schwinden seine Chancen den geplanten Sieg davonzutragen.

 

Azrael Rage: „Ich bitte um Verzeihung. Ich habe Dich missverstanden. Womöglich ist es schon ein wenig zur Gewohnheit verkommen, dass ich mich für meine früheren Taten rechtfertigen muss, so dass ich überall Anschuldigungen sehe. Selbstverständlich habe ich nichts gegen die Sicherheitskräfte am Ring.“

 

Es ist kein Wunder, dass sich Pavus ausgerechnet das Schild als Mentor gesucht hat. Seine ganze Erscheinung ist so einnehmend, dass es Blake durchaus schwer fällt, bei der Sache zu bleiben. Sein Gegenüber schafft es mit seiner bloßen Anwesenheit, in ihm das Verlangen zu wecken, sich voll und ganz aufgeben zu wollen. Es ist fast so wie bei Gabriel, für den Blake einfach alles tun würde.

 

„Ich will nicht, dass du gegen Barker antrittst“, platzt es aus dem Jungen heraus.

 

Azrael weiß für einen Augenblick nicht, wie er darauf reagieren soll, denn schließlich steht hier immer noch ein Profi einem Rookie gegenüber. Dennoch findet er plötzlich ein wenig tatsächliches Interesse an diesem Gespräch und lehnt sich gegen den Türrahmen. Kurz lässt er das Ende von Vendetta 82 Revue passieren vor seinem inneren Auge und erkennt einen erschreckenden Gedanken. Wollte er Milton gewinnen lassen, um nicht gegen Robert Barker antreten zu müssen? Regen…

 

Die direkte Anmerkung des Jüngeren und die eigene innere Aufgeriebenheit werden mit weiteren Worten überspielt.

 

Azrael Rage: „Wie alt bist du, mein Junge? 22 oder 23 Jahre?“

 

„Zumindest alt genug, um dir die Chance auf den Gerasy Title streitig zu machen.“

 

Cinderella? Der Regenläufer beäugt seine Tochter und lässt das angespannte Verhältnis zu ihr kurz durch seinen Kopf gehen. Sie ist nicht mehr auf der Seite ihres Vaters, was daran liegt, dass er es angeblich selbst nicht mehr ist… Doch im Moment ist wichtiger, was sie hier macht?

 

Blake und Cinderella kennen sich seit dem PPV, sind sich seitdem immer wieder ungewöhnlich oft durch Zufall im Backstage-Bereich über den Weg gelaufen und der junge Australier ist eigentlich ganz froh, dass Rage es scheinbar noch nicht so richtig realisiert hat, dass seine Tochter munter die Männerwelt der PCWA abcheckt. Vielleicht auch nur ein Beweggrund, um ihren Vater vor den Kopf zu stoßen. Nicht umsonst gesellt sie sich merklich in Angriffslaune neben Blake und stößt ihn verspielt mit ihrem Ellenbogen in die Seite, als würde sie sagen wollen „Da bin ich“ – der Moment dafür könnte ungünstiger nicht sein.

 

Neugierig geht der Kopf des Regenläufers nach vorne, dessen Gesicht wieder chaotisch bestrichen ist und nicht mehr die Fratze des Teufels trägt.

 

Azrael Rage: „…MIR die Chance auf den Gerasy Titel streitig zu machen?“

 

Noch einmal der Blick zu Cinderella und dabei hinzugefügt: „Wirklich, Kinder? Ist dem so?“

 

Cinderella Rage: „Ganz recht! Alt genug um zu kämpfen. Alt genug um Respekt zu genießen…“

 

Blake will vorsichtig einlenken: „Ich glaube nicht, dass…“

 

Cinderella Rage: „…und vor allem alt genug um Undisputed Gerasy zu werden“

 

Trotz weiterhin innerer Nervosität und einer Frage, die Rage nicht zu beantworten vermag, kann sich das Schild ein kurzes Hochziehen der Mundwinkel nicht verkneifen. Erneut versucht der Junge die Situation zu klären, denn DAS ist definitiv nicht der geplante Gesprächsverlauf: „Aber ich habe doch gar nicht gesagt, dass…“

 

Azrael Rage: „UNDISPUTED GERASY will jeder werden, der den Arenakampf der Neuzeit bestreitet. Dafür sind wir alle hier. Es hat nichts mit dem Alter zu tun. Es hat etwas mit einem unbrechbaren Willen der Beste zu sein zu tun. Kämpfen kann jeder Delinquent. Das ist nichts Besonderes. Aber Respekt? Respekt müssen wir uns verdienen, Blake. Meinen Respekt hast Du zum Beispiel verdient, als Du letzte Vendetta mich mit eliminiert hast. Aber den anderer? Das steht auf einem anderen Blatt Papier und daher sage ich, dass Du Jugend hast. Ebenfalls hast Du offenbar einen starken Willen. Aber das alles verblasst in Anbetracht dessen, was Dir fehlt. Die Erfahrung, mein lieber Junge, die Erfahrung.“

 

Obwohl diese Worte Blake galten, antwortet eine euphorische Cinderella, die ihrem Vater entschlossen in die stechend hellblauen Augen sieht und seine Worte schon beinahe nachäfft.

 

Cinderella Rage: „Die Erfahrung, mein lieber Junge, die Erfahrung. Erfahrung wird er schon noch sammeln, aber dennoch nutzt er seine Chancen besser, als du. Du magst ja viele Kämpfe bestritten haben, aber das waren auch andere Zeiten – unsere Zeiten! Schau dich um! Mittlerweile gehst du aus einer Battle Royal als CO-Sieger neben einem Rookie hervor. Genau DER Rookie, der dich mit Sicherheit heute auch noch besiegen wird.“

 

Sie klopft Blake, der völlig irritiert eine Augenbraue hebt, sporadisch auf die Schulter. Kopfschütteln des Regenläufers.

Auch der Schild der PCWA blickt überaus skeptisch zu seiner Tochter hinüber. Dennoch ist es ihm in diesem Moment wichtig, dass Cinderella ihn versteht und sein Handeln. Für einige Sekunden soll er seine Sorgen, die Anschuldigungen seiner Tochter und selbst den eigentlichen Gesprächspartner – Blake Milton – indirekt vergessen und geht stattdessen auf das „Was wäre wenn…“ ein, das der kleinen Teufelin so vorschwebt.

 

Azrael Rage: „Nehmen wir mal an, dass ich tatsächlich nur eine Niederlage davontrage, was wird dann geschehen in der Geschichte des jungen Milton?“

 

Cinderella Rage: „Dann wird er bei CORE Robert Barker besiegen!“

 

Azrael Rage: „ER wird also Robert Barker besiegen? Das schlimmste Ungeheuer der PCWA, das es jemals gab und ER wird ihn einfach so besiegen? Öffne Deine Augen, Kind! Der Schlächter wird jeden noch so üblen Trick ausnutzen, wird all seine Macht spielen lassen, wird all seine Soldaten schicken und wird von seinen Waffen Gebrauch machen, damit er nicht einmal in die Nähe seines UNDISPUTED GERASYS kommst!“

 

Milton will etwas sagen, aber laut wird ihm nur von Rage entgegen gebrüllt.

 

Azrael Rage: „SCHWEIG STILL!“

 

Ein wenig beugt sich Rage nach vorne und flüstert dann zu seiner Tochter.

 

Azrael Rage: „Er wird in seinem eigenen Blut enden, wenn er auf Robert Barker treffen sollte. Es wird kein fairer Kampf, denn er wird dieser Bestie nur zum Fraß vorgeworfen. Ein Opfer um den Blutdurst des Schlächters zu befriedigen. Nein, dies ist kein Märchen, wo David Goliath besiegen kann. Er ist nicht das tapfere Schneiderlein, das die Riesen zurückschlägt. Er ist noch ein JUNGE! Ein talentierter Junge, aber wenn er gegen Barker antreten müsste, wäre er nicht mehr als ein gebrochenes Kind mit Narben über seinem gesamten Körper. Diese Erfahrung fehlt ihm einfach… Er hat einfach keinerlei Ahnung auf was für ein gefährliches Spiel er sich hier eingelassen hat… und Du opferst ihn hier, um mich zu provozieren, Tochter!“

 

Kurz denkt Rage auch darüber nach, ob er hier nicht auf Messers Schneide tanzen würde, wenn er gegen Barker antreten müsste. Cinderella schreit indes aggressiv und wütend zurück!

 

Cinderella Rage: „DU HAST DOCH NUR ANGST!“

 

Seine Knie werden weich bei dem Gedanken.

 

Azrael Rage: „Ja, womöglich habe ich Angst und Du solltest ebenfalls Angst haben, wenn Dir etwas an Deinem Freund liegt.“

 

Das Wort „Freund“ wurde dabei sehr unfreundlich betont.

 

Azrael Rage: „Cinderella, hör mir zu. Ich meine es nicht böse, aber es ist einfach noch viel zu früh für ihn. Sei nicht so närrisch, weil Du auf mich wütend bist und sieh die Welt mit offenen Augen. Auch wenn es auf dem Papier der Propaganda heißt, dass es hier um den Undisputed Gerasy geht, so ist das Risiko viel zu hoch für einen Anfänger… Der Junge hat gezeigt, dass er Talent hat. Damit soll es für heute reichen. Nehmt Abstand vom Gerasy! Das ist meine Aufgabe, MEINE BÜRDE. Ich muss mich dem Schlächter stellen. Für den Knaben wird es noch genügend andere wilde Schlachten zu schlagen geben. So ist er jung. Er hat Zeit.“

 

Fast eine gewisse Güte halt in den letzten Worten Azraels mit.

Ungebremst will Cinderella nachsetzen, doch Blake, der sein eigentliches Vorhaben, nämlich Azrael Rage davon zu überzeugen zu jobben, gerade scheitern sieht, entgegnet ihm hastig: „Azrael, bitte! Du kannst mir vertrauen! Lass mich das mit Barker erledigen!“

 

Die Enttäuschung über die Uneinsichtigkeit Miltons steht Rage ins Gesicht geschrieben. Er hat alles gesagt, alle Warnungen gesprochen, denn auch wenn man es nicht sehen kann, so meint Rage es nur gut. Dennoch bereitet eine Sache Rage furchtbare Sorgen. Wenn Milton nicht gegen Barker antritt bleibt nur einer über… und dieser wandelt durch den Regen und kann das Gold des Gerasys durch die Wolken nicht erkennen.

 

Blake Milton: „Ich bitte dich! Das ist meine Aufgabe, nicht deine! Ich darf nicht zulassen, dass dir etwas passiert, denn lieber opfere ich einen unbedeutenden Anfänger wie mich, als einen für die PCWA bedeutenden Wrestler wie dich!“

 

Die Tür wird zugeknallt. Azrael hat genug gehört, sucht Ruhe und Konzentration. Zurück bleiben seine Tochter und Blake Milton, der einen verbitterten Zischlaut von sich gibt.

 

Blake Milton: „Verdammt.“

 

Cinderella legt ihre Hand auf seine Schulter.

 

Cinderella Rage: „Warum bemühst du dich so um ihn? Wenn er endlich wieder er selbst sein würde, dann hätte die PCWA weit weniger Probleme und…“

 

Der Sicherheitschef wirft einen gefühlskalten Blick zur Seite und verdreht die Augen. Das lief nicht so, wie es laufen sollte – dank ihr. Keine Ahnung, warum er Cinderella dennoch nicht böse sein kann…

 

…trotzdem lässt er sie ohne ein weiteres Wort stehen, denn ihm wird klar, dass er nun definitiv gegen Rage antreten und vor allem gewinnen muss. Er läuft los. Das einzige, was er jetzt noch versuchen kann, ist das, was ihm schon seit Tagen den Verstand raubt. Ratlos sieht Cinderella ihm hinterher. Was hatte sie falsch gemacht? Sie wollte ihn doch nur pushen… und eventuell auch gleich noch ihren Vater dabei ärgern… aber eigentlich wollte sie doch nur…

 

Sie schlägt in einer spielerischen Geste die Faust in ihre Handfläche: „Mist! Wieso geht das bei Alistair so einfach und bei ihm so schwer?“

 

Mike Garland: „DAS ging jetzt aber in alle Richtungen schief.“

 

Vincent Craven: „Beide haben ihre Punkte… Dennoch wirkte Rage auf mich nicht so entschlossen, wie Milton es tat.“

 

Mike Garland: „Ja, letzte Vendetta kam es noch anders rum rüber.“

 

Vincent Craven: „Naja, die einzige Veränderung ist, dass es heute keine Ausreden mehr gibt. Heute bekommen wir einen neuen Number One Contender auf den Gerasy von Robert Barker.“

 

Mike Garland: „Aber war das nicht letzte Vendetta auch schon geplant?“

 

Vincent Craven: „Ja, geplant, aber die Sache ist doch die, dass jeder in einer Battle Royal antritt um zu gewinnen, aber nur einer setzt sich durch. Die Herausforderung wirkt dadurch nicht so real.“

 

Mike Garland: „Du meinst so kam es zustande, dass Milton die Bedrohung jetzt deutlich sieht, während Rage sie scheinbar gar nicht sehen will?“

 

Vincent Craven: „Vielleicht! Auf jeden Fall macht diese Ausgangssituation den heutigen Main Event nochmal eine Spur spannender, als eingangs vermutet. Hier wirkt ja Blake fast schon wie der Favorit.“

 

Mike Garland: „Spannend wird es jetzt sicherlich auch im kommenden Opener… Mad Dog, Patricia Selladore und Jamie Hudson kämpfen um den Einzug ins Halbfinale des Quest 4 the Best Turniers. Die Weichenstellung für Core beginnt jetzt!“

 

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Mike Garland: „Und da sind wir wieder! Bei unserem ersten Match des heutigen Abends! Wir haben noch zwei Shows mit heute bis zum PCWA CORE und das kann nur eines bedeuten: QUEST …“

 

Vincent Craven: „FOR THE BEST! Zwölf Männer und Frauen treten heute und bei der nächsten Vendetta an, um heraus zu finden, wer der Beste der PCWA ist. Und darauf sind wir noch gar nicht eingegangen: Was für Namen wir dort dabei haben dieses Jahr! John Smith—den wir heute Abend noch sehen werden.“

 

Mike Garland: „Diego Alejandro Sanchéz. Gabriel Lucifer. Blaze—der gegen Smith und Pavus Maximus nachher noch ranmuss. Und natürlich nicht zu vergessen die drei Teilnehmer dieses ersten Viertelfinals.“

 

Vincent Craven: „Richtig. Mad Dog, Jamie Hudson und Patricia Selladore. Ein alles andere als einfaches Match, auch wenn es im Internet einen klaren Favoriten zu geben scheint mit Mad Dog.”

 

Mike Garland: „Der würde aber schlecht daran tun, die beiden Gegner zu unterschätzen. Aber wir werden ja gleich sehen, was passiert. Jetzt ist es soweit: Der Quest 4 the Best 2012 beginnt offiziell! Und hier kommt der erste Teilnehmer…“

 

„Welcome to YOUR nightshow!“ Es ist der Trademark-Spruch des Night Fighters, der einige Jubelrufe bei den Fans hervorruft. MD weiß noch gar nicht so recht mit dem Zuspruch der Fans umzugehen, aber er freut sich nicht sonderlich darüber. Nie hat er große Anerkennung der Fans erhalten – weil er zumeist bei den Bösen Zuhause war. Dass ihn nun der Jubel in der Halle empfängt, ist allein ein Zeichen dafür, dass er alt geworden ist.

 

Daher gilt es nun zu gewinnen. Das Ziel zu erreichen. Viel Zeit bleibt ihm schließlich nicht mehr.

 

http://www.youtube.com/watch?v=H-mrCYRs1Yg

 

Die ersten Klänge und Worte des rockigen Songs verhallen in der Halle.

 

Broken bones, broken hearts
Stripped down and torn apart
A little bit of rust -
I'm still runnin'

 

Countin' miles, countin' tears
Twisted roads, shiftin' gears
Year after year -
it's all or nothin'

 

Wie für den Night Fighter gesprochen tritt der Veteran, als sich der Song zum Chorus erhebt, hinaus. Ein entschlossener und fokussierter Blick zeigt sich hinter der Maske. Die Arme werden entschlossen zur Seite ausgestreckt. Ein Kreuz.

 

But I'm not home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left
No there's so much that's been stolen


I guess I've lost everything I've had
But I'm not dead, at least not yet
STILL ALONE,

STILL ALIVE,

STILL UNBROKEN
I'm still alone, still alive,
I'm still unbroken

 

Mad Dog spricht die Zeilen des Refrains inbrünstig mit. Es sind seine Zeilen. Immer noch da, immer noch alleine und immer noch ungebrochen.

 

Er steht immer noch – trotz allen Scheiterns. Bei der letzten Vendetta hat er sich erneut für diesen Weg entschieden. Der Quest gerät zum Prüfstein. Und so passen die folgenden Textpassagen, wie die Faust aufs Auge.

 

Never captured, never tamed
Wild horses on the plains
You can call me lost - I call it freedom

 

I feel the spirit in my soul
It's something Lord I can't control
I'm never givin up while I'm still breathing

 

Hudson tritt auf die Rampe, er betritt die Rampe allerdings nicht mit seinem normalen Aufzug, nein dieses mal läuft er im Anzug zum Ring. Abgerundet mit einem Paar Timberlands statt dem üblichen Sneakers läuft er langsam zum Ring.

 

If you see me lookin' clean cut
Matchin' from head to toe dippin' with a mean strut
Throwin' and blowin' green stuff hella creamed up with a bling cup
Ain't no wicked we can kick it if you blue or beamed up


If you, see me step off in the clubber with some pros
With about 6 of 'em cut no longer waiting to be chose
And if you hear me tell my homies anything goes 
With these chickens dippin' to Davy's right when the clubber close


If you see me on the grind getting' mine
If you bust in the room and find me hittin' yours from behind
If you hear me bustin' rhymes rippin' each and every time
If I got it at capacity and you still got a line

If I'm rollin' on dubs, if it's K-Town bud
If they showin' me love with a red rug at the club
If you see them hatas giving me mugs, ladies giving me hugs
It ain't no rocket science it's because

 

Angekommen Im Ring blickt er noch einmal ins Publikum, er zieht sein Sako aus und faltet es bevor er es einem K&G angestellten gibt der anscheinend allein für diesen Grund zum Ring gelaufen kam. Während er sich in einer Ring Ecke positioniert, spielt der letzte Teil seines Entrance.

 

I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
I'm a playa
Oh oh I'm a playa

 

 

Kein Funkenregen, kein bombastisches Lichtspiel. Nur eine einsame kleine Frau, deren Silhouette sich vor flackerndem Stroboskoplicht abzeichnet. Zart wirkt, sie zerbrechlich, aber doch so voller Willen.

 

Ein Wille, der sie an den Rand der Selbstzerstörung führen wird und noch weit darüber hinaus.

 

Schwarz-weiße Bilder huschen über den Screen. Ein Mädchen in einem weißen Rüschenkleid, das mit einer Puppe spielt. Die Puppe hat sie von ihrem Daddy bekommen, der sich im Hintergrund gerade die Hose aufknöpft. Kinder, die auf einer afrikanischen Deponie giftige Batteriesäure aus verschrotteten Autos kratzen, um einige Cent zu verdienen und an den Folgen zu krepieren. Eine 12jährige Thai, die einem schwammigen Touristen aus Europa einen bläst und von diesem gefingert wird. Als er seine Hand aus ihrer Spalte zieht, tropft Blut von ihr.

 

Das ist deine Welt, Patricia Selladore. Eine Welt, wie du sie verdient hast.

 

 

 

 

 

Gelangweilt steht Patricia für einen Moment einfach nur da, lässt sich auf die Knie fallen, den Blick zu Boden gerichtet. Gelangweilt? Resignierend? Als sie sich erhebt und die Kamera ihr Gesicht einfängt, erkennen wir die vielen kleinen Narben, die sich über ihre Haut ziehen. Narben als Zeichen eines bewegten Lebens. Patricia trägt erneut eng anliegende Combat Pants, die sie weit über den bandagierten Knien abgeschnitten hat. Ihr Oberkörper ist nur von einem Tanktop bedeckt, welches ihren Bauch frei lässt. Deutlich erkennen wir daran die kaum verheilte Stichwunde, die sie sich beim Imperial Impact zugezogen hat.

 

Donnernd setzt ihr Theme ein. Shirley Manson. Garbage.

 

I'm only happy when it rains
I'm only happy when it's complicated
And though I know you can't appreciate it
I'm only happy when it rains
You know I love it when the news is bad
Why it feels so good to feel so sad
I'm only happy when it rains

Erneut finden sich einige deplatziert wirkende Jugendliche, die Patricia anfeuern. Die Masse aber buht sie nach Leibeskräften aus, was Patricia nahezu gleichgültig zur Kenntnis nimmt. Als sie in den Ring klettert, blickt sie erneut kurz direkt in die Kamera. Ihre stahlblauen Augen stechen wie zwei funkelnde Edelsteine aus dem dunklen Kajal heraus, aber sie wirken traurig.

 

Pour your misery down
Pour your misery down on me
Pour your misery down
Pour your misery down on me

Patricia baut sich mitten im Ring auf. Sie wirkt hochkonzentriert. Heute ist der Abend, an dem sie es allen zeigen wird. Sie hat keine Chance, aber genau diese will sie nutzen.


I'm only happy when it rains
I feel good when things are going wrong
I only listen to the sad, sad songs
I'm only happy when it rains

 

Opener

– Möge der Beste gewinnen –

Quest 4 the Best Viertelfinale
Regular Single Match

http://pcwa.pcwa-entertainment.de/db/Pics/nfmaddog.jpg vs. http://pcwa.pcwa-entertainment.de/db/Pics/jamiehudson.jpg vs. http://pcwa.pcwa-entertainment.de/db/Pics/patriciaselladore.jpg

 

Mike Garland: „Und da wird der Ringgong geläutet, das Match kann beginnen. Aber noch herrscht hier die Ruhe vor dem Sturm, keiner will den ersten Angriff wagen...Mad Dog zuck...Nein, nur eine Finte...“

 

Vincent Craven: „JAMIE HUDSON greift jetzt an, streckt Selladore mit einer Arm Lariat nieder...wirbelt herum...CLOTHESL...NEIN! Mad Dog taucht unter der Clothesline ab, ein ENZUGIRI schickt Hudson zu Boden.“

 

Mike Garland: „Patricia hat nicht viel Zeit sich wieder auf die Beine zu rappeln, der Night Fighter ist auch sofort bei ihr...Aber sie wehrt sich, Kicks gegen die Knie von Mad Dog, die dem sichtlich weh tun...HEAD SCISSOR! Hier geht jetzt die Post ab zwischen allen drei Teilnehmern.“

 

Vincent Craven: „Und sie macht gleich weiter...Mehrere harte Kicks in den Rücken des Night Fighters. Mad Dog mag hier der Erfahrenste der drei im Ring sein, aber auch die anderen beiden wissen genau, was sie da tun.“

 

Mike Garland: „Und wie wir alle wissen: Mit dem Alter wird man langsamer und der Körper macht eben auch nicht mehr alles mit. Selladore nimmt noch einmal Maß...HUDSON IST ABER WIEDER AUF DEN BEINEN...GERMAN SUPLEX!!! Das Leichtgewicht in diesem Match fliegt hier fast von einer Ringecke in die andere!“

 

Vincent Craven: „Für Hudson natürlich ein leichtes Spiel, vor allem weil Mad Dog zwar schon wieder aufgestanden ist, aber die Tritte in den Rücken doch deutlich zu spüren scheint. Hudson „hilft“ ihm auf die Beine...Irish Whip...INVERTED ATOMIC DROP! ERSTES COVER IN DIESEM MATCH!“

 

EINS

 

Mike Garland: „Schöne Aktion von Hudson, die genau gesessen hat. Da muss Mad Dog erst einmal wieder...“

 

ZW...

 

Vincent Craven: „KICKOUT! Selladore wäre zwar auch wieder da gewesen, aber der Night Fighter kommt hier noch locker aus dem Cover heraus...“

 

 

 

Selladore nutzt den kleinen Augenblick, den Hudson sich noch ärgert, aus, um diesen mit zwei, drei Kicks von hinten zu bearbeiten. So sehr scheint das aber Jamie noch nicht etwas auszumachen. Sowohl er als auch Mad Dog sind schnell wieder auf den Beinen und die drei Kontrahenten um den Einzug in das Halbfinale des Quest for the Best Turniers stehen sich wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Wieder sieht es so aus, als ob alle drei auf etwas Bestimmtes warten, ein Signal, ein Zeichen, irgendetwas, damit es wieder losgeht. Erneut ist es Patricia, die als erstes zuzuschlagen scheint, aber dieses Mal sind ihre Kontrahenten etwas schneller mit der Reaktion. Mad Dog fängt den Kick ab und nutzt den Schwung, um sie auf die Matte zu befördern. Hudson versucht, den Night Fighter zu greifen, kassiert dafür aber einen Ellbogen und wird mit einem Irish Whip und einer folgenden Clothesline erst einmal aus dem Ring befördert. Zeit, sich der Dame in der Runde zu widmen.

 

 

Mike Garland: „Da hat jemand die Gefährlichkeit der Kicks von Selladore bemerkt...Mad Dog mit mehreren harten Kicks gegen die Knie von Patricia...Was macht eigentlich Hudson da draußen, Vincent?“

 

Vincent Craven: „Der rafft sich gerade wieder langsam auf die Beine, die Clothesline von Mad Dog hat gesessen...Der setzt im Übrigen derweilen weiter Selladores Knie zu... Boston Grab... Und das nCg Mitglied kommt da leicht ins Schwitzen...“

 

Mike Garland: „Sie hat hier natürlich auch einen gewissen Kraftnachteil, aber sie streckt und reckt sich... will irgendwie in die Seile kommen. Aber der Night Fighter kennt nur wenig Gnade und hält dagegen.“

 

Vincent Craven: „... hat aber dabei auch immer wieder Jamie Hudson im Blick, der jetzt gerade die Lage erkannt hat und zurück in den Ring eilt...Mad Dog lässt Patricia los...SPEA...NEIN! Huson weicht aus und lässt Mad Dog gegen den Ringpfosten laufen...AUTSCH.“

 

Mike Garland: „Er versucht ihn wieder hoch zu heben...ABER DA KOMMT SELLADORE...SPRINGT ÜBER DEN SICH BÜCKENDEN HUDSON UND LANDET AUF MAD DOG! Sie bleibt auf ihm „sitzen“ und schlägt weiter auf ihn ein ...“

 

Vincent Craven: „...Hudson reißt sie vom Night Fighter herunter, hebt sie aus....FRONT SLAM...COVER...“

 

EINS

 

Mike Garland: „HUDSON LIEGT MIT DEM GANZEN GEWICHT AUF IHR... Das wird verdammt schwer so...“

 

Vincent Craven: „WAR’S DAS HIER SCHON??? WO IST MAD DOG?“

 

ZWEI
DR...

 

Mike Garland: „DA!  Der Night Fighter unterbricht das Cover noch rechtzeitig und reißt Hudson wieder auf die Beine...KICK IN DEN MAGEN...DDT! Jetzt widmet er sich wieder Selladore ...packt sie an den Beinen, schleift sie in eine der Ringecken...“

 

Vincent Craven: „...SOCCER KICK gegen den Kopf von Selladore, Sitzt! Aber Hudson kommt wieder von hinten, wirbelt ihn herum...Iris...Reversal...FACEBUSTER! COVER! Der verrückte Hund hat hier jetzt die Oberhand!“

 

EINS

 

Mike Garland: „PATRICIA WURDE VOLL GETROFFEN....WAR DAS DIE VORENTSCHEIDUNG...“

 

ZWEI

 

Vincent Craven: „HUDSON ERKENNT DEN ERNST DER LAGE, VERSUCHT NOCH EINZU...KOMMT ABER ZU...“

 

DREI...

 

Mike Garland: „NEIN! Patricia kickt in letzter Millisekunde hier aus!!! Verdammt, war das knapp. Die Fans jubeln hier für Mad Dog...Aber das hilft ihm eben auch nichts im Moment. Kurz lässt der Night Fighter den Frust an der Matte aus, aber viel Zeit bleibt ihm nicht...“

 

Vincent Craven: „...Hudson ist wieder bereits an ihm dran und reißt ihn auf die Beine, um ihn in die Mangel zu nehmen.“

 

 

Der Mann aus Florida versucht, den Night Fighter auszuheben, aber sein Kontrahent hält dagegen. Mehrere Ellbogenhiebe zwingen Hudson dazu, wieder los zu lassen. Der Night Fighter versucht nun seinerseits, Hudson auszuheben, aber auch Hudson wehrt sich. Mad Dog bekommt ihn nicht nach oben, muss erneut loslassen und wird dann von Hudson umklammert und mit einem Belly to Belly Supplex auf die Matte befördert. Aber auch Hudson kommt nicht wirklich dazu, denn hinter ihm taucht wieder das nCg Mitglied auf, Patricia Selladore, auf. Sie wirbelt den deutlich größeren und schwereren Amerikaner herum, rammt ihm das Knie in den Magen, zieht den Kopf ein wenig nach unten und trifft noch einmal ins Schwarze. Scissors Kick folgt und der Amerikaner geht zu Boden. Derweilen ist Mad Dog gerade wieder dabei, sich aufzurichten, aber Selladore hat das genau im Blick. Kurzer Anlauf und der Kick gegen das Kinn sitzt genau. Und dann wirft sie sich zum Cover auf das Mitglied der Inflection Scale.

 

EINS

 

Mike Garland: „Mad Dog hier in der Klemme und Hudson rafft sich erst langsam auf... Das könnte eng...“

 

ZWE...

 

Vincent Craven: „Da kickt der Night Fighter aus! Patricia ärgert sich nur kurz, versucht den Night Fighter wieder auf die Beine zu reißen...ABER DA IST HUDSON...REISST PATRICIA AUF DIE BEINE...HEBT SIE NACH OBEN...“

 

Mike Garland: „GORILLA PRESS NACH DRAUSSEN! Da scheint jemand etwas versuchen zu wollen...KICK in den Magen von Mad Dog ... BACKBREAKER! Mad Dog wird wieder auf die Beine gerissen…“

 

Vincent Craven: „Der Kick in den Magen … und jetzt soll es für Mad Dog hoch nach oben gehen, Powerbombansatz…ABER DER NIGHT FIGHTER WEHRT SICH…HARTE TREFFER AUF HUDSONS KOPF…JAMIE MUSS LOSLASSEN, STOLPERT ZURÜCK IN DIE SEILE…“

 

Mike Garland: „DA IST PATRICIA… UND BEFÖRDERT HUDSON NACH DRAUSSEN! Sie steigt wieder zurück in den Ring… Federt sich ab…Yakuza Kick und Knee Drop hinterher. Und jetzt nimmt sie in einen CROSSFACE…“

 

Vincent Craven: „Und Mad Dog schnappt nach Luft… Der ist hier ziemlich unvorbereitet getroffen worden von Patricia. Und er hat Probleme damit, irgendwie die Seile zu erreichen.“

 

 

Aber der Night Fighter bemüht sich mit aller Kraft, während Patricia mit aller Macht versucht, den Griff zu halten. Die Fans hier in der Halle feuern das Inflection Scale Mitglied lautstark an, um ihm beim Durchhalten zu helfen.

 

MAD DOG! MAD DOG!

 

Und der verrückte Hund der PCWA nimmt die Anfeuerungsrufe der Fans an. Ein erneuter Kraftakt soll ihn in Richtung der Seile bringen, aber Selladore hält dagegen, so sehr es der Kraftunterschied zwischen beiden erlaubt. Aber langsam kommt der Nighfighter den Seilen näher.

 

MAD DOG! MAD DOG!

 

Ein kurzer Kameraschwenk an den Ringrand zeigt, dass auch Jamie Hudson mittlerweile wieder auf den Beinen ist und sich vom Sturz nach draußen wieder erholt hat. Aber sowohl für Hudson als auch für Mad Dog wird das hier zum Rennen gegen die Zeit. Aber es sind nur noch wenige Zentimeter, die dem verrückten Hund fehlen. Und auch Hudson schwingt sich wieder in den Ring hinein.

 

 

Mike Garland: „EIN LETZTES MAL STRECKEN…DA FÄHRT ER DIE HAND AUS…JA!!! Mad Dog hat es geschafft, er greift ins Seil! PATRICIA WILL NICHT LOSLASSEN…ABER DA IST JAMIE! Er reisst sie nach oben…“

 

Vincent Craven: „HEBT SIE AUS…PILEDRIVER!!! COVER! Mad Dog lehnt noch an den Ringseilen …”

 

EINS

 

Mike Garland: „MAD DOG ZIEHT SICH WIEDER NACH OBEN… ABER ER IST IMMER NOCH ANGESCHLAGEN… Oh, oh …“

 

ZWEI

 

Vincent Craven: „MAD DOG KOMMT ANGELAUFEN…DIE SCHULTER VON PATRICIA IST IMMER NOCH UNTEN…“

 

DREI???

 

Mike Garland: „NEIN! Das war’s noch nicht! Kickout! Ein Kickout von Patricia Selladore! UND MAD DOG WIRFT SICH OBENDRAUF…Drischt auf Patricia mit den Händen ein…HUDSON ist auch wieder auf den Beinen…“

 

Vincent Craven: „LEGDROP gegen Mad Dog…Er hat den Night Fighter wieder auf den Beinen…Nimmt Maß…BIG B…NEIN! Mad Dog kontert ihn aus und … ATOMIC DROP!“

 

 

Hudson wird wieder auf die Beine gerissen und mit harten Chops eingedeckt vom Night Fighter. Hudson schwankt unter den Schlägen seines Gegenübers, bevor er aber zu weit ins Hintertreffen gerät wirkt er dem ganzen mit einem Low Blow entgegen gefolgt von einem Mittelfinger Richtung seines Gegenüber. Er geht in die Seile und

 

I'M ME

 

Hudson schaut sich mit einem Grinsen seinen Gegenüber an, der sich das Gesicht hält er schaut ins Publikum und genießt die Reaktion der Fans. Die Unterschiedlich ausfällt.

 

Mike Garland: „Ich weiß nicht was passiert ist, aber das ist nicht die gleiche Art zu kämpfen von Jamie Hudson wie vor einer Woche.“

 

Vince Crave: „Na ja ein wenig Schräg war er schon immer, aber ja du hast irgendwie Recht. Eine solche unsaubere Aktion haben wir schon länger nicht mehr von ihm gesehen … Aber jetzt COVER von Hudson!“

 

EINS

 

Mike Garland: „Der Big Boot hat gesessen und genau auf die Zwölf getroffen…”

 

ZWEI

 

Vincent Craven: „PATRICIA  kann das Cover unterbrechen! ENZUGIRI gegen Hudson…Sie hebt Jamie auf… SURRÉALISME! JAWBREAKER GEGEN JAMIE HUDSON! Sie hebt Hudson wieder auf… ABER DER MACHT DA WEITER WO ER EBEN AUFGEHÖRT HAT…“

 

Mike Garland: „EYEPOKE und erneuter Irish Whip…RUNNING SHOULDERBLOCK! PATRICIA WIRD IN GRUND UND BODEN GERAMMT! Und jetzt ist Hudson hier am Drücker…Hebt Patricia wieder auf…“

 

Vincent Craven: „…FAME KISSER! HUDSON KRIEGT HIER SEINEN FINISHER DURCH…Jetzt muss er nur noch Mad Dog aus dem Weg schaffen…IRISH WHIP…CLOTH…NEIN! DER NIGHT FIGHTER TAUCHT DARUNTER WEG!“

 

Mike Garland: „IRISH WHIP von Mad Dog…HUDSON BLEIBT IM SEIL HÄNGEN…DROPKICK!!! UND HUDSON FLIEGT AUS DEM RING!“

 

 

Das Inflection Scale Mitglied ist nun alleine mit der einen Hälfte der next Century gods im Ring, eigentlich scheint das alles hier nur noch eine Formsache zu sein. Aber der Night Fighter lässt sich Zeit, genießt den kurzen Moment des Triumphs, bevor er die Verbündete von Barker wieder auf die Beine reißt. Er packt sie am Kopf, zieht den Oberkörper nach unten und ruft drei Worte aus, die die Fans hier in Berlin nur zu gut kennen.

 

Mad Dog: „MY NAME IS?“

 

Die Antwort kommt laut und schallend von den Rängen zurück.

 

MAD DOG! MAD DOG!

 

EINS

 

Vincent Craven: „COVER! Und dieses Mal ist niemand da, um einzugreifen. Hudson immer noch benommen am Boden… SVEN NITZSCHKE BEGINNT ZU ZÄHLEN!“

 

ZWEI

 

Mike Garland: „KEINE REGUNG MEHR BEI PATRICIA!!! WAR ES DAS SCHON? KANN ES DAS SCHON GEWESEN SEIN???“

 

DREI…

 

Vincent Craven: „JA…NEIN! PATRICIA KRIEGT IN DER LETZTEN MILLISEKUNDE DIE SCHULTER HOCH! Und Mad Dog ärgert sich jetzt dann doch einmal und hadert mit seinem Schicksal hier.“

 

Mike Garland: „Aber er lässt nicht nach, macht weiter…Hebt Patricia auf und auf die Schulter…RUNNING POWERSLAM! Und jetzt setzt er an zur … FIGHTER’S POWERBOMB! ER WILL JETZT HIER DAS MATCH BEENDEN!“

 

EINS

 

Vincent Craven: „WIEDER DAS COVER! DIE FANS IN DER HALLE STEHEN KOPF…”

 

ZWEI

 

Mike Garland: „KEINE REGUNG MEHR BEI PATRICIA!!! WAR ES DAS SCHON? UND WO IST HUDSON? WO IST…?“

 

DREI…

 

Vincent Craven: „DA IST HUDSON! Und unterbricht das Cover in letzter Sekunde noch irgendwie…Der Night Fighter schüttelt nur noch ungläubig den Kopf. Das kann doch nicht sein!“

 

Mike Garland: „Aber die Fans stehen weiter hinter ihm und feuern ihn mit voller Power an. HUDSON ist nicht wirklich mehr sicher auf den Beinen, aber diese Rettung in letzter Sekunde gibt ihm noch einmal einen Push…“

 

 

Hudson legt sich noch einmal kurz mit den Fans an und deutet an: Ihr könnt mich mal. Harter Tritt gegen den Kopf von Mad Dog. Die Fans quittieren das mit weiteren Chants für den Night Fighter.

 

MAD DOG! MAD DOG!

 

Aber Hudson lässt sich nicht beirren hiervon, hebt den Night Fighter, der sichtlich erschöpft ist, wieder auf die Beine, rammt ihm das Knie in den Magen und setzt zum Fame Kisser an…Aber Mad Dog kontert. Hinein in einen MNI. Dieses Mal zwar ohne Ansage, aber der Reversed DDT sitzt. Der Night Fighter hat jetzt hier klar die Oberhand, blickt kurz zu Selladore, die so langsam beginnt, sich wieder an den Seilen auf die Beine zu ziehen. Noch hat er einige Momente Zeit. Also trifft er eine logische Entscheidung.

 

Vincent Craven: „ANSATZ ZUR POWERBOMB! FIGHTER’S POWERBOMB NACH DRAUSSEN! HUDSON KRACHT AUF DEN HARTEN BETON! Jetzt muss er sich nur noch um Patricia kümmern,…“

 

Mike Garland: „… zerrt sie in die Ringmitte…KICK gegen den Kopf und sie kracht wieder auf die Matte…“

 

Vincent Craven: „… er will sie wieder auf die Beine bringen…NEIN! LOW BLOW! EINROLLER ZUM COVER…!“

 

EINS

 

Mike Garland: „AUS DEM NICHTS HIER DAS COVER! WIRD DAS MATCH SO ENTSCHIEDEN???“

 

ZWEI

 

Vincent Craven: „Jamie derweilen weiter ausgeknockt! DAS KÖNNTE ES WIRKLICH GEWESEN SEIN!“

 

DR…

 

MAD DOG! MAD DOG!

 

Mike Garland: „NEIN! KICKOUT! UND DIE HALLE STEHT KOPF… Mad Dog powert sich wieder nach oben…“

 

Vincent Craven: „Harte Chops gegen Patricia, die ist jetzt wieder vollkommen in der Defensive. KICK…Und da … JA! ER HEBT SIE AUS! ENTER NIGHT! COVER!!! EINS…ZWEI…DREIIIIIIIIIIIII!!!! AUS! Vorbei! Schluss!“

 

Erschöpft rollt der Night Fighter von der unterlegenen Kontrahentin herunter. Referee Sven Nitschke lässt das Match abläuten und Ringsprecherin Jane Nelson verkündet das Ergebnis, auch wenn ihre Ansage im Jubel der Fans von Mad Dog ein wenig untergeht.

 

Jane Nelson: „Der Gewinner dieses Matches und damit der erste Halbfinalist des PCWA Quest 4 the Best™ Turniers 2012…“

 

MAD DOG!

 

Die Arme des Night Fighters werden in die Höhe gestreckt. Ein lauter Schrei des Jubels ist zu vernehmen und auch die Menge stimmt mit ein.

 

MD schaut herab zu Patricia und greift sich eilig ein Mikrophon.

 

Mad Dog: „Wer hat gewonnen?“

 

Die Augenbrauen wandern fragend über den Maskenrand.

 

Mad Dog: „Wer hat dich besiegt… wer wird ins Halbfinale des Quest for the Best Turniers einziehen… Wer, Patricia…“

 

Er beugt sich vor, um Selladore näher zu sein.

 

Mad Dog: „HUH!? HUH!? HUH!?”

 

HUH!? HUH!? HUH!? Schallt es höhnisch von den Rängen, ehe die Musik des verrückten Hundes gespielt wird, der sich ein Lachen nicht verkneifen kann. Er ist ungebrochen…

 

 But I'm not home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left
No there's so much that's been stolen


I guess I've lost everything I've had
But I'm not dead, at least not yet
STILL ALONE,

STILL ALIVE,

STILL UNBROKEN
I'm still alone, still alive,
I'm still unbroken

 

Mike Garland: „Mad Dog wird seiner Favoritenrolle tatsächlich gerecht und gewinnt den Opener!“

 

Vincent Craven: „Ein wunderbares Match, an dem am Ende vielleicht das Fünkchen Erfahrung der Schlüssel zum Erfolg war.“

 

Mike Garland: „Sei es drum. MD wird bei Core gegen den Gewinner aus unserem zweiten Match heute antreten. John Smith, Blaze oder Pavus.“

 

Vincent Craven: „Bevor es aber soweit ist, geben wir nochmal in den Backstage…“

 

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Anna Richmond lächelt in die Kamera. Neben ihr steht der Gewinner des vorangegangenen Openers. Der imposante und vernarbte Oberkörper ist stark verschwitzt und auch die langen Haare des verrückten Hundes sind nass. Unter der Maske blitzt ein deutliches Zeichen der Freude auf: Ein Lächeln. Die funkelnden Augen starren herüber zu Miss Richmond, die die seltene Chance nutzen möchte, mit dem Night Fighter ein Interview zu führen.

 

Anna Richmond: „Der erste Sieg im Turnier, Mad Dog – hat sich die lange Vorbereitung gelohnt?“

Der Night Fighter hatte sich seit seinem Treffen mit Blake bei der letzten Vendetta arg zurückgezogen. Sowohl bei Presseterminen, als auch bei Meetings gefehlt. Der Fokus liegt ganz auf dem Quest.

 

Mad Dog: „Das wird sich erst bei Core zeigen! Ich hätte es auch Valkos gleich tun können und mich nun auf einen anderen Titel fokussieren können, mich vom Gerasy fernhalten können; aber, Anna, das ist nicht mein Weg. Bisher bin ich immer den steinigen Weg gegangen, habe mich zigmal verirrt, bin umgekehrt, gefallen und wieder aufgestanden, wurde vom Weg verdrängt und bin wieder zurück geklettert! Dieser Sieg eben war solch ein Zurückklettern, solch ein Aufstehen! Ich gehe diesen Weg bis ans Ende… dazu bin ich hier. Dazu bin ich in die PCWA gekommen. Um das Ziel zu erreichen, um endlich Gerasy Champion zu werden!“

 

Ein vorfreudiges Grinsen umspielt die Mundregion unter der Maske.

 

Anna Richmond: „Und das Finale ist Robert Barker, der Schlächter?“

 

Die Mine des Hundes versteinert bei der Erwähnung des Gerasy Champions.

 

Mad Dog: „Wenn Barker gegen Rage oder Milton bestehen kann, ja. Egal, wer die Krone dieses Sports aufhaben wird, ein Match zwischen Mad Dog und Robert Barker wird es so oder so geben.“

 

Auch hierfür braucht MD den Quest, auch für das Match gegen Robert. MD fletscht die Zähne. Ihn kotzt es an, dass Barker nun über ihm steht. Ein Verhältnis, das er glaubte durch sein Titelmatch beim Impact umgekehrt zu haben. Doch der Schlächter mogelte sich ebenso ins Match und gewann. Damit kann Robert erneut einem Duell aus dem Weg gehen, indem er MD keine Augenhöhe attestiert.

 

Mad Dog: „Doch zeigen seine billigen Abwertungen mir gegenüber nicht allein, dass er Angst vor mir hat? Wie wäre es mit einem Beweis? Huh, Schlächter? Wie wäre es mit einem verdammten Beweis, dass du über mir stehst? DASS DU BESSER BIST, HUH!? Feigling! Doch lange wirst du nicht fliehen können, denn dieser Sieg eben hat mich wieder auf Kurs gebracht. Ich werde den Quest gewinnen, ich werde zu Core fahren und mir das holen, was mir schon lange zusteht! Ich bin die unbekannte Konstante, die Konstante der PCWA! Ich bin bereits an der Spitze… die Krönung, die Krönung wird folgen… das ist… Gesetz!“

 

Anna Richmond will die nächste Frage stellen, wird aber offensichtlich vom Auftauchen einer weiteren Person unterbrochen, die gerade frisch vom Getränkeautomaten zu kommen scheint: John Smith.

 

John Smith: „Wow, bei all der Lobhudelei und Selbstbeweihräucherung könnte man meinen, du wärst gerade Undisputed Gerasy Champion geworden, Nightfighter.“

 

Richmond dreht sich Richtung Smith und hält ihm schnell ein Mikrofon unter die Nase.

 

Anna Richmond: „Immerhin hat er gerade…“

 

Smith legt den Zeigefinger auf die verschlossenen Lippen.

 

John Smith: „Pssssscht, Anna, jetzt reden die großen Jungs. Da kann so jemand wie du schnell zwischen die Fronten geraten. Wir wollen doch nicht, dass du wegen einem kleinen Unfall einige Zeit lang nicht deinem Job nachgehen kannst.“

 

Die PCWA Reporterin ist lange genug in diesem Geschäft, um den Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen. Abgang Anna Richmond.

MD kratzt sich gequält am Hals – er läuft seit der letzten Show ohne Bart rum. Das unerträgliche Kratzen hat noch nicht aufgehört; doch dachte er wäre es auch ein gutes Zeichen, um seine Ablehnung gegenüber Smith zum Ausdruck zu bringen.

 

Mad Dog: „Ist heute der Tag des Wiedersehens?“

 

Schon vor dem Opener hatte er eine unliebsame Begegnung mit Adam Reynolds und nun läuft ihm auch noch Smith über den Weg.

 

Mad Dog: „Ich habe bereits geschafft, was bei dir noch ansteht. Vielleicht weist du es ja nicht, Amerikaner, aber bei dir steht gleich ein Match an und wenn du wirklich willst, was du immer propagierst, solltest du dich vielleicht dem Kampf widmen, anstatt hier ein Interview mit deinem möglichen Halbfinalgegner zu stören, huh!?“

 

MD macht einen Schritt auf John zu.

 

Mad Dog: „Ich habe die Niederlage des Impacts gerade eben überwunden. Wenn du wirklich wieder Gerasy Champion werden willst, musst du es mir gleichmachen, huh!?“

 

Provozierend schaut MD John Smith an. In seinen Worten schwingt die Niederlage des Amerikaners gegen Azrael Rage beim Impact mit. Smith muss indes schon ein wenig schmunzeln. Auf eine bestimmte Art und Weise sind sich er und der verrückte Hund nicht ganz unähnlich. Sowohl er als auch der Night Fighter haben es auf den Gerasy abgesehen, vielleicht aus unterschiedlichen Gründen, aber sie beide wollen das Match gegen Barker. Aus unterschiedlichen Gründen zwar, aber nun ja.

 

John Smith: „Ja, der große Traum vom Gerasy Gürtel. Es ist ein tolles Gefühl, das Ding zum ersten Mal über die Schulter zu legen, um die Hüfte zu binden …“

 

Einen kurzen neidischen Blick schenkt MD Smith sogar für diese Äußerung. Doch kurz darauf verfinstert sich der Ausdruck des verrückten Hundes. Die Augenbrauen verschwinden hinter der Maske und die Mundwinkel werden nach unten gezogen. Lautes Schnauben.

 

Mad Dog: „Selladore hat eben die Strafe für ihren billigen Eingriff erhalten – und auch Lucifer bekommt noch sein Fett weg, das schwöre ich dir, Smith! Du weißt doch, dass man sich mit mir nicht anlegen sollte, huh!? Bist du es nicht, der nach seiner Begegnung mit mir kein Bein mehr auf den Boden bekam?“

 

Die Anspielung auf Smith Verletzung konnte er sich nicht verkneifen und so lacht er den Amerikaner, die Provokation unterstützend, aus. MD war es, der für die lange Pause von John sorgte, als er ihn im Keller wüst zusammen drosch. …Keller? Da war noch was…

 

Mad Dog: „Hör auf den großen Star zu spielen! DU BIST ES NICHT MEHR! Du bist NICHTS… nichts von dem, was dich mal auszeichnete. Und wie du dachtest mich durchschauen zu können und nicht mit der hinterhältigen Attacke rechnetest, so wird die ganze PCWA erfahren, dass ICH DIE UNBEKANNTE KONSTANTE BIN! Das vollendete Fragezeichen. Du bist kalkulierbar, Smith. Seit deiner Rückkehr hagelt es Niederlage um Niederlage… WAS WILLST DU NOCH HIER, VERDAMMT?“

 

Das Lächeln bei Smith verbreitet sich wieder. Er hat das erreicht, was er will, hat den Nightfighter ein wenig provoziert, ihn aus der Defensive gelockt.

 

John Smith: „Halt, mein Freund! Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zur …“

 

Er erinnert sich gerade noch daran, dass man Schleichwerbung in der PCWA nicht so wirklich mag. Vor allem wenn es sich um keinen Sponsor der Liga handelt. Er zieht zwei Zigaretten aus der Brusttasche seines Hemdes.

 

John Smith: „… Zigarette greifen, hm? Oh … stimmt, da war was. Nichtraucher, gell? Sorry. But anyway. Es gibt eh keinen Grund, sich über ungelegte Eier schon Gedanken zu machen. Um an deinen Shot heranzukommen, müsstest du eh erst einmal an mir vorbei kommen. Wirst also eh nicht in die Verlegenheit kommen, dich wieder winselnd vor Barker auf die Matte zu legen und pinnen zu lassen.“

 

MD schüttelt den Kopf und wendet sich ab.

 

Mad Dog: „John, das war nicht nur meine Meinung, die ich dir eben gesagt habe! Das ist die Realität! Wach endlich auf und gesteh dir ein, dass du gegen Blaze nicht den Hauch einer Chance haben wirst.“

 

John Smith: „Yeah … Dein Kumpel aus dem Club der gebrochenen Herzen. Sorry, aber ich werd ihm heute Abend auch das Herz brechen müssen und ihn auf die Matte befördern. One, two, three. Over and out.“

 

MD dreht sich wieder zu Smith um. Schaut ihm tief in die Augen. Der starre Blick und die trockenen, klaren Worte des Amerikaners scheinen Mad Dog nun tatsächlich etwas zu beeindrucken.

 

Mad Dog: „…entweder, du bist nicht mehr ganz richtig da oben oder aber…“

 

Noch eingehenderer Blick des Hundes. Smith fokussiert MD entschlossen.

 

Mad Dog: „…du kannst deine Selbstzweifel gut verbergen!“

 

Vielleicht aber ist Smith auch schon weiter als er selbst. Vielleicht hat er bereits seine Niederlagen verarbeitet, hat sich nicht darin geflüchtet von Grund auf alles zu hinterfragen. Die Maske zu hinterfragen, seinen Weg zu hinterfragen. Vielleicht hat Smith sogleich wieder Mut gefasst… ja vielleicht wäre Smith Sieg im kommenden Match für ihn nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Tropfen, wie es sein Sieg ist. Allein ein Tropfen auf die Frage, wann er endgültig scheitern wird. Wann er sein Scheitern nicht mehr ertragen kann.

MD windet sich raus, dreht den Kopf weg und stützt sich an der Wand ab.

 

Mad Dog: „Ach, wie dem auch sei… Ich bleibe dabei: Mit fairen Mitteln, und nur diese zählen ihm Quest, hast du gegen Blaze ebenso wenig eine Chance, wie gegen Rage!“

 

Tiefer Zug an der Zigarette.

 

John Smith: „Pah … I did what I had to do… Aber ich bin wieder bei einhundert Prozent. Das mit Rage war eine … ‚Ausnahme‘. Ich musste gleiche Verhältnisse schaffen. Für ein faires Duell sorgen. Aber jetzt? Ich treffe Blaze auf Augenhöhe, Pavus sowieso. Ich brauche keine Tricks, keine Gemeinheiten. Alles, was ich benötige sind meine beiden Hände und meine Beine.“

 

Nächster Zug, bevor er weiter spricht.

 

John Smith: „Sie hassen mich für das, was ich Rage angetan habe. Zu recht. Dem Pöbel dort draußen kann ich das verzeihen. Aber ich bin sicherlich nicht Barker, der die halbe PCWA abschlachtet, weil er grade mal Lust drauf hat.“

 

Mad Dog: „Nein, das bist du nicht!“

 

Der Kämpfer der Nacht schüttelt mit dem Kopf.

 

Mad Dog: „…aber trotzdem fehlt es dir momentan noch an Beweiskraft, verstehst du?“

 

Schnell reißt er die Augen auf, bemerkt, dass er sich hier in einen Wiederspruch verzettelt. Ein Wiederspruch zu den Worten, die er eben an Barker richtete. Nein, auch für ihn muss gelten: Um zu zeigen, dass er über Smith steht, muss er ihn besiegen! One on One.

Der Fighter wendet sich ein letztes Mal seinem Gegenüber zu.

 

Mad Dog: „Momentan befindest du dich in der Abwärtsspirale. Ein Pfad, der nur sehr schwer zu verlassen ist, ein Pfad, aus dem man sich rauskämpfen muss, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Wenn du es schaffst, Smith, wenn du es schaffst, so wie ich es mehrfach geschafft habe, mich zurück zu kämpfen… dann freue ich mich auf unser Duell bei Core! Aber… ganz ehrlich, glauben tue ich nicht daran.“  

 

Ein letzter, tiefer Zug an der Zigarette, dann wird sie zu Boden geworfen und ausgetreten.

 

John Smith: „Wir werden sehen. Du klingst wie Nowak: Ich habe einmal einen Pfad betreten, jetzt kann ich ihn nicht mehr verlassen. Noch einmal: Ich bin nicht Nowak. Ich bin nicht Barker.“

 

Der New Yorker zuckt mit den Schultern.

 

John Smith: „Sicher: Ich bin ein Egoist—und stehe dazu. Im Gegensatz zu solchen Blendern wie Blaze oder dir. Ihr versteckt euch hinter einem großen Etwas, einer großen Idee. Nennt euch Inflection Scale, nennt euch das Schild der PCWA, nennt euch was-weiß-ich-wie. Behauptet, ihr wollt die PCWA von Barker befreien, müsst ihm deswegen den Gürtel wegnehmen. Und lügt dabei allen doch nur ins Gesicht. Im Endeffekt geht es nur darum, das eigene Ego zu befriedigen. Darum, wer den Längsten hat. So face facts, Dog. Am Ende des Tages ist alle Rhetorik Schall und Rauch. Am Ende geht es darum, wer den größten Willen hat, das Ding zu gewinnen. Und Blaze und du haben bewiesen, dass ihr es nicht seid.“

 

MD legt den Kopf schief.

 

Mad Dog: „Wir haben gar nichts bewiesen. Niemand hat etwas bewiesen… selbst Barker nicht, obwohl er sich den Gerasy holte. Ist das nicht, das viel größere Übel? Wieso gehst du nicht zu Barker und machst ihm den Vorwurf, dass er nichts bewiesen hat, huh!? ER HAT GEWONNEN! ER MUSSTE DEN WILLEN BEWEISEN… und was hat er bewiesen? NICHTS! NICHTS! NICHTS! Gerade er hat dadurch das höchste Gut mit Füßen getreten, da er sich auf seinen Nichtbeweis einen Beweis einbildet. Doch er hat nicht bewiesen, dass er besser ist, als ich! Als wir. NICHT SO… SO FUNKTIONIERT KEIN BEWEIS!!! Nicht mit diesen schäbigen Mitteln…“

 

Smith wirft dem Nightfighter einen ernsten Blick zu.

 

John Smith: „Ja, wer immer nur über diese Mittel zum Erfolg kommt, hat es nicht verdient, den Erfolg zu haben. Und wird auch auf Dauer keinen haben. Die Lektion werden Barker und Lucifer auch noch lernen.“

 

Heftiges Nicken beim Kämpfer der Nacht.

 

Mad Dog: „JA, das werden sie… das werden sie.“

 

Vincent Craven: „Und da haben wir den Sieger des Opener sogleich im Gespräch mit einem seiner möglichen Gegner.“

 

Mike Garland: „Beide sind ja durchaus ähnlich, denn beide haben das große Ziel vor Augen. Nur MD ist bereits einen Schritt weiter als Smith.“

 

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Mike Garland: „So, eigentlich steht jetzt auf der Regieanweisung das unser „Renegade“ Das Wort erhalten soll.“

 

Vincent Craven: „Chris McFly Jr. hat heute kein Match. Und zwar auf eigenen Wunsch. Er hat auf eine Teilnahme beim Quest 4 the Best Turnier verzichtet und wie bekannt ist, hat Blaze seinen Platz eingenommen. McFly hat indes eine viel beachtete Brandrede als Video veröffentlicht, bei der er seine Absichten schon sehr deutlich formulierte.“

 

Mike Garland: „Das hat ihm viel Aufmerksamkeit beschert. Auch von Seiten, die er vielleicht gar nicht ansprechen wollte.“

 

Vincent Craven: „Wir werden sehen.“

 

Doch kein Enrance Theme wird gespielt. Kein Video läuft auf der Großbildleinwand. Auch keine Pyrotechnischen Anlagen werden abgeschossen als der Mann um den es hier geht in aller Ruhe auf die Rampe tritt. Sofort ist die Arena in einen Hexenkessel verwandelt. Eine Mischung aus Buhrufen und Respektsbekundungen bricht los als er das Mikro anhebt und nur kurz sagt…

 

Chris McFly Jr.: „Es sieht so aus als hätte ich eure Aufmerksamkeit.“

 

Der Lautstärkepegel schwingt sofort auf 100 dB und auch ohne, dass seine Musik läuft, hat der Chicagoer allen Impact, den man braucht.

 

„C-M-J!“    „Sucks!“

„C-M-J!“    „Sucks!“

„C-M-J!“    „Sucks!“

„C-M-J!“    „Sucks!“

 

Gekleidet in seiner Ringgear, der schwarzen Cargo, den rotten Pads und Schonern und einem T-Shirt, auf dem der Schriftzug „Renegade“ prangert. Langsam geht er den Weg zum Ring entlang. In der linken Hand der an den Druckknöpfen zusammen geknöpfte Cryption Crown Gürtel und in der rechten Hand ein Mikro. ER ist Kampfbereit. Auch wenn er heute keinen Kampf hat.

 

Vincent Craven: „Unglaublich. Hier ist das Publikum so was von gespalten. Die einem mögen das, was er tut, denn er bricht aus dem aus, was hier sonst passiert. Aber die anderen hassen seine bloße Anwesenheit.“

 

„You suck! – Chris McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“

„You suck! – Chris McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“

„You suck! – Chris McFly! - Fuck the indies! – Welcome back!“

 

Im Ring angekommen setzt sich der Cryption Crown Träger auf eines der Turnbuckle und lässt die ganzen Reaktionen auf sich einwirken. Und es wirkt, als wenn er nicht nur die Anfeuerungen zu genießen scheint. Er öffnet den Gürtel und wirft ihn in den Ring. Ein lautes Raunen geht durch die Zuschauerreihen und nach wenigen Sekunden ist es schon merklich ruhiger. Er hebt das Mikro an sein Kinn und die Kameras geben sein Bild auf den großen Bildschirm. Als er endlich beginnt zu sprechen, ist die Halle fast totenstill. Langsam laut und deutlich spricht er. Fast ohne Akzent.

 

Chris McFly Jr.: „Dieser Titel, dort in der Ringmitte, ist scheinbar nichts mehr wert!“

 

„Buuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhhhhh!“

 

Chris McFly Jr.: „Ja. Buht! Ihr wisst, dass ich Recht habe.”

 

Wieder wird es still. Einzelne Buhrufe sind noch zu hören, doch die meisten wollen ihn hören. Ihn, den Träger eben dieses Titels.

 

Chris McFly Jr.: „Rebel called Hate sagte dies mehr als einmal. Und ich neige dazu ihm Recht zu geben. Zwei Monate bin ich nun schon der „Träger der Cryption Crown“ und was habe ich dafür bekommen? Huh? Was habe ich dafür bekommen? Natürlich Geld. Jeder, der diesen Job macht, will auch gutes Geld verdienen. Aber was kommt dann? Huh, was kommt dann?“

 

Keine Reaktionen vom Publikum. McFly springt von dem Turnbuckle und schaut in die nächste Kamera.

 

Chris McFly Jr.: „Ich hätte am Quest 4 the Best teilnehmen können. Ganz toll. Wirklich. Ja wirklich. Der Sieger hat das Recht sich ein Match seiner Wahl anzusetzen, right? Jedes Match, was ich wollte, hätte ich haben können. Leute… ich will nicht JEDES Match. Ich will ein ganz bestimmtes. Ein Match. Nur ein fuckin’ Match bei dem ich diesen Titel, euren PCWA Cryption Crown Titel gegen irgendjemanden verteidigen kann.“

 

„Vaaaal-kos!“

„Vaaaal-kos!“

„Vaaaal-kos!“

„Vaaaal-kos!“

 

Chris McFly Jr.: „Damn right! Warum nicht er? Oder auch mir aus dieser andere Typ der MIR noch immer seit dem PPV eine Erklärung schuldet!“

 

„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*

„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*

„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*

„Caleb Yuma!“ *Klapp-Klapp, Klapp, Klapp, Klapp*

 

Er nickt und blickt sich in der weite der Arena um. Das PCWA Theatre weiß, was es will.

 

Chris McFly Jr.: „Ja genau der. Jedoch sind 2 Monate vergangen. 2 verdammte Monate sind vergangen. Ich habe immer noch keine Erklärung von Caleb, warum er sich in das Match zwischen Pavus und Mir eingegriffen hat. Alles was er hätte tun müssen ist sich mir erklären und dann hätten wir weiter gesehen. Aber nichts passierte. Und nun…“

 

„… Und nun, was?“

 

Unterbricht eine andere Stimme den PCWA Renegade. Dieser schaut sich um, am Entrance kann er niemanden erspähen. Seine Blicke wandern durch die Ränge des Publikums, doch er kann den Ursprung der Stimme, die ihm vertraut ist, nicht orten. Auf der Leinwand über dem Entrance sehen wir nun jedoch den Backstage Interviewbereich und dort tritt niemand geringeres als der soeben angesprochene Social Media King Of The Ring ins Bild.

 

Caleb Yuma: „Habe ich nicht gesagt, du sollst die Monitore und Bildschirme hier im Theatre im Auge behalten?!“

 

Chris ringt sich ein müdes Lächeln ab.

 

Caleb Yuma: „Ich schulde Mr. Indy also eine Erklärung? Wofür genau Chris? Dafür, dass ich dich zum heißesten Superstar des Jahreswechsels gemacht habe? Dafür, dass du nun bei den großen Jung in der besten Promotion unserer Industrie mitspielst? Dafür, dass man dir einen LKW voller Geld hinterher wirft? Dafür, dass du nun ein einzigartiger amtierender Triple Champion im Wrestling bist? Oh ja, ich schulde dir etwas. Korrekt!“

 

Der Blick des Renegades ist nun auf die Leinwand fixiert. Ein leichtes, süffisantes Lächeln huscht über sein Gesicht.

 

Chris McFly Jr.: „Ja Caleb. DU schuldest MIR eine Erklärung. Und zwar dafür, dass DU dich nicht daran gehalten hattest, was wir keine 30 Minuten vor dem Cryption Crown Titelmatch besprochen hatten. Sagte ich nicht, dass es nicht der Stil des „Swingin’ Wrestlers“ ist, dass sich Leute in seine Matches zu seinen Gunsten einmischen? Kein Geld der Welt, kann den Makel jetzt von diesem Titel wischen, dass Pavus mich besiegt hätte, wenn er den Stuhlschlag durchgezogen hätte. Da nützen auch deine Versuche mir jetzt erklären zu wollen, dass ich nur dank dir ein Superstar bin, nichts. Ich bin nicht umsonst da, wo ich jetzt bin. Die Fans, die überall in der Welt Geld ausgeben um mich zu sehen, sind der Grund, warum ich da bin wo ich bin. Und das, mein Freund, ist die verdammte Wahrheit. Und Ich bin nicht so naiv und halte mich für unbesiegbar. Ich bin ersetzbar wie jeder andere auch. Ich weiß genau, dass jedes Match bei null startet und nun habe ich ein Stück metallbesetztes Leder, das von seinen Trägern und Contendern schändlich behandelt wurde. Schließlich hattest du deinen Titelshot hergegeben!“

 

Der New Media Superstar lässt den Renegade ausreden, nur um dann wieder anzusetzen.

 

Caleb Yuma: „Und ich habe dir immer offen und ehrlich gesagt, dass ich meinen Shot einfordern werde. Ich habe euch eine Chance geboten, um meine Chancen auf einen Erfolg zu erhöhen.“

 

Chris McFly Jr.: „Sieht so dein Einfordern aus? Sich einfach zwei Monate nicht bei mir melden? Wie lange soll ich den Titel denn deiner Meinung nach für dich spazieren tragen, bevor du endlich mal deine Ansprüche anmeldest?“

 

Der Schützling von Valkos Heritage kann sich ein verächtliches Lachen nicht verkneifen.

 

Caleb Yuma: „Hast du vielleicht einmal daran gedacht, dass ich auch gerade relativ viel auf meiner Tagesordnung stehen habe? Kaum habe ich beim PPV das Kapitel next Century gods beendet, stehe ich im größten Match meiner Karriere. Habe die Chance Number One Contender auf den wohl wichtigsten Titel unseres Sports. Zeitgleich muss ich mir aber auch Gedanken um ein nicht minder bedeutsames Turnier machen, dass mir persönlich absolut am Herzen liegt – für das ich alles geben will! next Century gods, Battle Royal, Undisputed Gerasy Title, Quest 4 the Best, PCWA Cryption Crown – ich kann nicht alles innerhalb einer Show klären. Das übersteigt meine Grenzen.“

 

Die Internetsensation macht eine kurze Pause.

 

Caleb Yuma: „Aber wenn du es unbedingt hören willst: Sorry, dass i c h nicht auf nicht-existente Nachrichten d e i n e r s e i t s reagiere. Ich Unmensch. Oder doch nicht? So groß, konnte dein Gesprächsbedarf ja nun auch nicht sein, wenn du mir in zwei Monaten ebenso keine Message zukommen lässt.“

 

Chris McFly Jr.: „Caleb… wo warst du bei Vendetta #82? Wo zur Hölle warst du? Warum kannst du mir nicht von Angesicht zu Angesicht, vor all diesen Leuten

 

McFly macht eine auslandende Geste und deutet einmal in das Rund des PCWA Theaters.

 

Chris McFly Jr.: „…hier ins Gesicht schauen und sagen: Chris ich will einen Titelkampf! Warum? Ich bin ein viel beschäftigter Mann, noch viel mehr als du habe ich da draußen außerhalb der PCWA einige Dinge zu tun. Ich habe nur ein Interview von dir irgendwo gefunden, in dem du dich beschwerst, dass ICH mich nicht bei dir melde. Verstehe ich da etwas falsch oder ist es nicht deine Aufgabe gewesen zu mir zu kommen und MIR ins Gesicht zu sagen, WO du dein Match willst. Du hattest freie Auswahl. FireStar Pro Wrestling, Genesis Wrestling Society, Second City Wrestling, Wrestle Madness Germany, Titan Japan Wrestling, muss ich noch mehr auszählen? Caleb dieser Kampf hätte schon längst stattgefunden haben können. Doch du kommst jetzt an und faselst etwas von „Gesprächsbedarf“? Junge was ist dein Problem?“

 

Die stechenden Augen des Chicagoers weichen nicht eine Sekunde von der Leinwand. Und auch wenn einzelne Zuschauer schon die anderen genannten Ligen ausbuhen wollten, als sie McFly aufzählte, so wirklich traut sich keiner die Diskussion der Beiden zu unterbrechen. Schließlich ist der junge Holländer wieder am Zug. Und seine Tonlage ist nicht minder ernst als die von McFly.

 

Caleb Yuma: „Ich glaube unser beider Gesprächsbedarf ist aktuell gedeckt. Was gibt es noch zu sagen, außer, dass du schnell alles Geld mitnehmen solltest, dass du von Kerry & Gaelic kriegen kannst. Ich habe dich auf die Landkarte befördert, dich ins Spotlight gestellt und ich werde es auch wieder beenden. Ein einfaches Danke wäre nett gewesen. Wir zwei hätten das Jahr 2012 zusammen zu unserem machen können. Nun werde ich dein Highlight beenden, bevor es richtig begonnen hat. Oh ja, und weil du ihn angesprochen hast, am Anfang deiner kleinen Rede. Mein Mentor kann gerne versuchen, sich ins Rennen um die Crown einzumischen – mir egal. Ich habe die Crown nach der Prestige Challenge aus der Bedeutungslosigkeit herausgeholt und ich werde nun meinen Respekt und meinen Lohn dafür beanspruchen!“

 

Ein Nicken von McFly. Wieder dieses einfache Nicken.

 

Chris McFly Jr.: „Oh wirst du das? Dann werde ich auch jetzt endlich danke sagen. Danke, Caleb. Danke, dass du wirklich glaubst, dass du mich zu dem gemacht hast, was ich heute bin. Danke, dass du endlich wieder deine Nüsse gefunden hast und dich endlich hervor traust. Wobei also, mal ehrlich Caleb, wie willst du mich besiegen wenn du dich noch nicht mal Face 2 Face hierher traust. Und versuche ruhig mein Highlight zu beenden. Ich habe keine ANGST. Nur in einem muss ich dir Recht geben. Du wirst die Crown aus der Bedeutungslosigkeit herausholen. Jedoch wird sich niemand mehr daran erinnern, was die Prestige Challenge war. Denn Sieg oder Niederlage. Ob Caleb oder Chris oder vielleicht auch Valkos, die Geschichte der Cryption Crown wird neu beginnen an dem Tag an dem endlich jemand aus dem PCWA Roster mit mir sein Blut oder seinen Schweiß in einem Match vergießen wird!“

 

Caleb Yuma: „Ich bin bestimmt nicht die feige Sau von uns McFly. Ich glaube wir werden nächste Vendetta bestimmt wieder etwas richtige Face To Face Time haben. Vielleicht mehr als dir lieb ist. Und beim PPV wird es mir ein Spaß sein, mir zusätzlich zu meinem Quest 4 the Best Sieg auch noch im Vorbeigehen die PCWA Cryption Crown umzuschnallen. Und wer weiß, vielleicht finde ich ja Geschmack daran dich um Titel zu besiegen. Vielleicht komme ich dann einfach gleich noch zu FireStar Pro oder in die GWS und nehme noch deinen Indy World Title an mich!?“

 

Der Chicagoer Ex-Straßenschläger lauscht den Worten des Social Media King of the Rings bevor er wieder das Wort ergreift.

 

Chris McFly Jr.: „Siehst du Caleb, das ist dein Problem. Du willst zu viel auf einmal. Du willst all den Fame, den Titel, den Turniersieg, du willst sogar außerhalb der PCWA gegen mich kämpfen. Du brennst, weil du alles auf einmal erreichen willst. Du bist ein gold-geblendeter Rookie und hast keine Ahnung auf was du dich einlässt. You can’t expect to reach the top without a lil’ climbing! Und glaub mir wenn du diesen Achttausender, der hier und jetzt im Ring steht, bezwungen hast, dann mein kleiner fliegender Holländer… dann endlich wirst du verstehen was ich meine, wenn ich sage…“

 

Kurzes Moment des Spannungsaufbaus.

 

Chris McFly Jr.: „I LEAVE AN IMPRESSION! AND IF YOU DON’T LIKE IT, YOU CAN KISS MY NICE ITALIAN ARSE!!!”

 

Mit einer lässigen Handbewegung lässt der Renegade das Mikro fallen und ein lautes „Plong“ ist über die Anlage zu hören. Yuma verdreht die Augen und verlässt mit einem amüsierten Lächeln das Blickfeld der Kamera, womit einzig der verwaiste Backstagebereich auf der Leinwand zu sehen ist.

Wenige Schritte später verlässt der Chicagoer den Ring. Wieder diese gespaltenen Reaktionen, dieser Mischung aus Buhrufen und Respektsbekundungen verlässt der Chicagoer Freelancer die Ringside Area. Auf seinem Weg zurück macht er noch halt auf der Rampe und schaut sich noch verwundert die drei metallenen Fackeln an die auf einem Podest aufgebaut sind. Mit einem Kopfschütteln quittiert er das ganze, dreht sich noch einmal um und hält demonstrativ den Cryption Crown Titel in die Höhe bevor er wieder Backstage verschwindet.

 

Vincent Craven: „McFly ist definitiv anders. Er hat ein Ziel, er hat es formuliert und ihm bedeuten die alten Werte des Wrestlings scheinbar sehr viel.“

 

Mike Garland: „Ich bleibe aber über sein Vorgehen skeptisch. Sagte er nicht, dass ihm die Methoden hier in der PCWA nicht gefallen? Hat er nicht auch den Weg gewählt, aus dem Q4tB auszusteigen, wie es Caleb bei der Battle Royal tat?“

 

Vincent Craven: „Ich glaube seine Beweggründe sind komplett anders als die von Caleb Yuma. Und wie mir scheint nützt er eher das ganze um sich seine Ziele anders zu erarbeiten und seine Ideale anders durchzusetzen.“

 

Mike Garland: „Andererseits kann man ihn auch verstehen. Schließlich brennt er auf das Match gegen Yuma und dieser hat ihn einfach im Regen stehen lassen. Caleb scheut die Konfrontation.“

 

Vincent Craven: „Was bei all seinem Trubel auch verständlich ist… Naja… Auf jeden Fall ist das Rennen um die Cryption Crown extrem spannend. Neben dem möglichen Match zwischen Yuma und McFly hatte sich ja in der Tat auch Valkos Heritage ins Gespräch gebracht… Wir sollten mal einen Blick auf die Ladder wagen.“

 

Aktuelle Cryption Ladder:
Chris McFly jr. (c) 12
Valkos Heritage 9*
Blake Milton 6
James Godd 5*
Rebel called Hate 5*
Azrael Rage 5
Dr. Achill Vinzenz 4*
Jamie Hudson 4
Pavus Maximus 3
Caleb Yuma 2 (1#)
Elroy Schmidtke 2
Mad Dog 1*

*: In dieser Season noch ohne Gimmickmatch | 1#: Number One Contender

 

Mike Garland: “Heritage hat sofern sich diese Show nicht noch etwas tut, das Recht McFly herauszufordern. Und zwar in jeder der kommenden Shows. Sollte er es bis Core allerdings kein Gimmickmatch bestreiten, verliert er 4 Punkte und fiele damit hinter Blake Milton zurück.“

 

Vincent Craven: „Das Recht der Herausforderung besitzt allerdings auch Yuma durch seinen Sieg bei der Prestige Challenge. Und, was das Punktekonto angeht, kann Caleb eigentlich nur gewinnen…“

 

Mike Garland: „Mal abwarten, wie sich die drei einigen. Aber sofern Caleb und auch Valkos keine konkrete Herausforderung für eine Show aussprechen, ist laut Reglement jeder, der Punkte in der Ladder hat, dazu berechtigt McFly herauszufordern.“

 

Vincent Craven: „Vielleicht wäre das noch die witzigste Lösung. Valkos könnte so durchaus überholt werden und damit seinen Herausforderer Posten verlieren, und Yuma könnte im Fall der Fälle durchaus sein Match gegen McFly verlieren, auf welches er ja ebenso wie der Renegade hingearbeitet hatte.“

 

Mike Garland: „Wenn Yuma und sein Mentor also weiterhin keine Entscheidung treffen, freut sich vielleicht ein Dritter!? Beispielsweise Rage oder Milton, die im Falle einer Niederlage heute sicherlich einiges an Frust in Gimmickmatches bewältigen könnten…“

 

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Ein donnernder Schlag gegen hartes Leder. Hektische Atemzüge hallen durch die Kabine der Inflection Scale. Schweißtropfen perlen ihm von der Stirn. Das Rot seiner Bandanna ist noch dunkler als sonst – verschmiert und eingeweicht von seinen Körpersäften. Wieder knallt es, als seine Faust den Sack trifft. Wie die Hängebrücke über dem Tal im Wind ächzt er unter der Gewalt von Blaze Schlägen. Dann schwingt er zurück. Wird wieder getroffen. Die Aggressionen im Kubaner erreichen den Höhepunkt. Der Boxsack, der Quest 4 The Best. Blaze wird alles tun, ist zu allem bereit. Er muss siegen. Für die Wut, die er damit in Azrael Rage weckt. Für den Hass gegen die Firma. Für die Zukunft. Für seinen Traum. Für sich selbst. Brachial fegt er die Faust erneut ins Leder. Eine Mulde zeichnet sich ab, wo er seit einer halben Stunde wie ein Wahnsinniger rein drischt. Keine Politik mehr, keine Spielchen, keine Machtkämpfe. Er selbst ist stark genug, sie alle zu schlagen. Er braucht keine Hilfe, keine Unterstützung. Allein ist er am Stärksten. Der Zorn leitet ihn, treibt ihn an. Er braucht keine Sicherheit!

 

Noch ein Schlag, noch ein Treffer. Die Stahlkette beugt sich, als der Sack in die Höhe schnellt. Einige Betonstückchen fallen von der Decke herab. Gleich droht es den Sack aus der Verankerung zu reißen. Blaze ist das nur recht. Er ist nicht geblieben, um Kompromisse einzugehen. Er ist geblieben zu richten, zu handeln, zu siegen. Kein Hadern mehr, kein Zweifeln, kein Bedauern. Der Blick in seinen Augen blendet alles andere aus. Quest 4 The Best. Schlag um Schlag. Kampf um Kampf. Sieg um Sieg. Heute beginnt es. Am Core endet es. Viertelfinale. Halbfinale. Finale. Und dann ist er es. Zum Zweiten Mal. In Folge. Der Beste.

 

Das Blut in seinen Venen kocht, die Adern pumpen es brutal durch seinen Kreislauf. Und wenn er sich selbst dabei zu Grunde richtet, am Brawlin‘ Rumble wird er Undisputed Gerasy Champion. Löst ein, was ihm der Sieg im Quest 4 The Best verspricht. Wieder holt er aus, reißt seinen Arm so weit nach hinten, bis es ihm die Schulter fast zerrt. Nimmt ein Bein vom Boden, stürzt nach vorne, schlägt, trifft. Das Donnern hat ein Ende. Graue Splitter prasseln auf ihn herunter. Die Verankerung reißt. Der Boxsack fällt mit einem Poltern auf den Boden. Atemlos bricht jetzt auch Blaze zusammen und fällt auf das Lader. Hektisches Keuchen, dann schließt er seine Augen. Seine gereizte Lunge zwingt ihn bitter zu husten, Speicheltropfen treffen das Leder. Er könnte jetzt ruhen, doch er wird es nicht. Nicht, bis sein Match gleich vorbei ist, der Gong zum Zweiten Mal ertönt und Jane Nelson seinen Sieg verkündet. „Sieger und zweiter Halbfinalist der Quest 4 The Best 2012, die Rache, der Kubaner, BLAAAZZZEEEE.“

 

Erst jetzt registriert Blaze, dass er beobachtet wurde. Ein besorgtes Räuspern hat den Eindringling verraten, der eigentlich gar keine Zeit für diesen Abstecher hat. Blake ist auf dem Weg zu Gabriel Lucifer und will versuchen, was ihn schon seit Tagen in den Wahnsinn treibt – endlich und wieder mit dem Mythos sprechen, denn dieser hält ihn auf Abstand. Die Shows sind dementsprechend die einzigen Möglichkeiten, die sich dem Jungen bieten, um an den ehemaligen Principal der PCWA heranzukommen. Es sind die einzigen Möglichkeiten, seine Aufmerksamkeit zu erregen und ihn wiederholt daran zu erinnern, dass er NICHT an Barkers Seite gehört. Blake muss diese Chance einfach nutzen.

 

Dennoch schaut der junge Sicherheitschef bei Blaze nach dem Rechten, obwohl der Kubaner ihn neben Lucifer, Barker und Rage an noch ein weiteres ungeklärtes Problem erinnert, um welches sich Blake eigentlich lieber später hätte kümmern wollen – die Inflection Scale.

 

Blake Milton: „Alles in Ordnung?“

 

Langsam hievt sich Blaze vom Boden hoch, wischt sich Schweiß von der Stirn und blickt seinem Stablekollegen tief in die Augen. Mit gehetzter Stimme antwortet er ihm.

 

Blaze: „Sicher, mir geht es gut. Ich habe trainiert. Und wie geht es dir? … Manchmal werden Träume schneller Realität, als es einem lieb ist, nicht wahr?“

 

Angestrengt kneift Milton die Augen zusammen.

 

Blaze: „Du bist nervös. Kaum ein halbes Jahr Wrestler, schon hast du die Chance um den höchsten Titel anzutreten. Die Zeit scheint wie im Flug vergangen zu sein, plötzlich ist es so weit. Der Tag der Entscheidung naht. Du fragst dich, ob du bereit bist. Hast Angst davor zu versagen. Ich kenne das Gefühl.“

 

Kurz packt ihn die Wehmut und er ärgert sich über alte Fehler. Alte Ängste. Die Gründe dafür, dass jetzt die Angst regiert und nicht die Rache. Der Junge starrt den Kubaner regungslos an, dessen Worte irgendetwas in Blake bewirken. Nervosität? Oder hören einfach nur seine Tabletten auf zu wirken? – Ist er wirklich auf alles vorbereitet? Hat er wirklich alles eingeplant? Was ist, wenn er etwas vergessen hat? Was ist, wenn er wieder einen Fehler macht? – Es ist nicht die Nervosität. Es ist der Zweifel.

 

Blaze geht zwei Schritte auf einen Schrank an der Wand zu, greift sich eine Flasche Wasser und leert sie in einem Zug. Presst das Plastik dann knirschend zusammen und wirft die verbeulten Überreste zu Boden. Das Thema Inflection Scale verblasst in den Gedanken der Security.

 

Blaze: „Das Gute ist, du gewöhnst dich daran. Irgendwann hast du die Zweifel besiegt. Ich fühle mich töricht, dass ich so lange gebraucht habe. Doch jetzt weiß ich, was ich will und brauche, um zu siegen. Es tut mir fast Leid, dass ich die Inflection Scale gegründet habe. Nicht, weil sie schlecht wäre, ganz im Gegenteil, die PCWA braucht sie. Nur werde ich mich nicht länger um sie kümmern können. Als Einzelgänger müssen wir jetzt für Veränderung kämpfen. Es kann gar nicht anders sein, wenn ein Mad Dog und ein Blaze ein Stable gründen. Doch auch allein können wir etwas erreichen, so lang wir dem gleichen Ziel zustreben.“

 

Die Rache beginnt zu lächeln.

 

Blaze: „Und ich bin stolz auf dich, ich habe Recht behalten. Dein Talent scheint wie das rötliche Leuchten von Feuer am Firmament. Während du jetzt um ein Titelmatch kämpfst, muss ich mich erneut beweisen. Doch ich werde es! Endlich treffen sich Leidenschaft, Erfahrung und Erkenntnis in mir. Ich weiß, wer ich bin, habe gelernt es zu akzeptieren, kenne meine Ziele und bin gewillt für sie einzustehen. Das Quest 4 The Best Turnier ist perfekt für mich.“

 

Entschlossen ballt er seine rechte Hand zur Faust, während ihn Blake immer noch regungslos anstarrt und verzweifelt das „Was wäre wenn?“ durchgeht. Was passiert, wenn er heute gegen Azrael Rage verliert? Die Chance, das Schild davon zu überzeugen zu jobben, ist dank dessen Tochter vertan. Was passiert also, wenn Blake verliert? Wird er dann womöglich auch in den Quest 4 the Best gebookt? Mit Nr. 11, die bisher noch nicht vergeben wurde, würde er dann gegen Alistair und noch viel schlimmer, gegen seinen besten Freund Caleb antreten. Die Möglichkeit, endlich Hand an Robert Barker legen zu können, bleibt. Aber die Zeit, die der Security dabei verloren gehen würde, ist genau die Zeit, die der Schlächter dazugewinnen würde. Zeit, in der er so viel mehr schlechten Einfluss auf Gabriel ausüben kann.

 

Blaze: „Es ist wie ein langer Gang, an dessen Ende dir düster und klein eine Fackel das Paradies verspricht. Mit jedem Schritt, den du gehst, mit jedem Kampf kommst du ihr näher. Nichts lenkt dich ab, du bist auf dich allein gestellt, du gehst und gehst … und gehst. Wirst immer schneller dabei, weil dein Herz vor Spannung fast zerreißt. Wird es dir gelingen? Ja, du weißt, du kannst es schaffen. Du hast es bereits einmal geschafft. Also tu es einfach nochmal. Lauf auf dem Pfad des eigenen, körperlichen Verfalls, bis du vollkommen vernichtet das Ziel erreichst und in der Glückseligkeit des eigenen Ruins aufgehst. All das für deinen Traum, erneut an der Spitze zu stehen.“

 

Die Augen des Kubaners leuchten, die Fackel am Ende des Wegs liegt tief darin verborgen. Der wortkarge Sicherheitschef lässt ihn geduldig aussprechen und hebt beiläufig die Flasche auf, die Blaze kurz vorher zu Boden geworfen hatte.

 

Blaze: „Ich schweife ab. Caleb Yuma hätte sich jetzt wohl schon längst übergeben, aber in ihm brennt keine Leidenschaft. Er trägt eine Maske, spielt sein Spiel und ist noch stolz darauf. Genauso wie John Smith sich hinter seiner Ironie und seinem Sarkasmus versteckt, aus Angst davor, sich selbst eingestehen zu müssen, dass seine Zeit vorbei ist und er seinem Körper endlich Ruhe schenken sollte. Genau wie Azrael Rage, der sich hinter seiner Verzweiflung – seinem Regen…“

 

Verachtung liegt in Blaze Stimme, als er das Schild und dessen Regen erwähnt.

 

Blaze: „…versteckt, statt endlich zu handeln. Du hingegen sagst lieber gar nichts, statt zu sprechen, aber nichts dabei zu sagen. Du handelst einfach. Das schätze ich an dir und deswegen will ich meine Frage an dich einfach und prägnant halten. Bleibst du unserem Streben nach Veränderung treu – der Inflection Scale? Auch wenn das bedeutet, trotzdem auf dich allein gestellt zu sein?“

 

Der Junge horcht plötzlich auf. Es stimmt. Er ist allein. Kein Blaze, kein Mad Dog und kein Gabriel… und dabei sehnt er sich so sehr nach Lucifers Aufmerksamkeit. Das Schild, der Rächer und wie sie sich alle nennen – sie alle konnten mit der Aufmerksamkeit eines Mythos’ nichts anfangen. KEINER von ihnen hat es verdient, mit diesem unnachahmlichen Lächeln belohnt zu werden – und schon gar kein Robert Barker!

 

Blake seufzt verstört und beißt sich auf die Unterlippe. Diese wahnhafte Sucht nach Gabriel treibt ihn an und lässt ihn plötzlich etwas Entscheidendes erkennen – einen simplen Denkfehler in seiner eigenen Planung. Der Junge lächelt verschwiegen und nickt einfach nur bejahend.

 

Blake Milton: „Keine Angst...“

 

Blaze scheint zufrieden und will sich abwenden, als ihm etwas einfällt.

 

Blaze: „Ach ja, eins noch. Ich glaube langsam zu verstehen, warum du Gabriel und Mad Dog so viel mehr verehrst als mich. Doch vergiss eins niemals – ich habe es dir ermöglicht Wrestler zu werden, nicht Mad Dog und auch nicht Gabriel. Solltest du Rage besiegen und sogar Robert Barker entthronen, dann könnten wir am Brawlin‘ Rumble aufeinander treffen. Falls das passiert, werde ich keinen Moment lang zögern dir all das, was du erreicht hast, auch wieder zu nehmen. Sieh das nicht als Drohung, sieh es nicht einmal als Warnung, sieh es als das, was es ist. Ehrlichkeit. Ich bin es leid, Politiker zu sein. Was mir bleibt ist der Wille einsam zu streiten und nach dem Quest 4 The Best wieder an der Spitze zu stehen.“

 

Stolz streckt er sein Kinn nach oben.

 

Blaze: „Verdient – weil ich der Beste bin.“

 

Anders als zu seinem letzten Siegeszug am Quest 4 The Best. Den hat er durch einen einzigen Pinfall im Finale gegen Azrael Rage errungen. Diesmal wird Blaze kämpfen, schwitzen, bluten. Drei Mal klar und eindeutig siegen. Ein Blick auf den malträtierten Boxsack. Wie ein Symbol für die Zerstörung, die er über John Smith und Pavus in ihrem Match heute zu bringen gedenkt, liegt er dort verkrümmt und von Betonstaub bedeckt am Boden. Blaze ist bereit. Zeit sich zu duschen und umzuziehen, bevor das Match beginnt.

 

Blaze: „Viel Glück gegen den Heuchler.“

 

Sagt Blaze und lässt Blake Milton, ohne die Chance noch einmal zu reagieren, stehen.

 

Mike Garland: „Die Inflection Scale ist ein interessantes Stable. Gemeinschaftssinn sieht anders aus.“

 

Vincent Craven: „Blaze hat es doch gerade treffend gesagt – wie sollte ein Stable von ihm und Mad Dog auch aussehen? Beide sind die geborenen Einzelgänger und genau das macht sie stark.“

 

Mike Garland: „So in dem Sinne, wir streiten einsam und allein für ein gemeinsames Ziel? Ein Wiederspruch in sich, aber ich verstehe, was du meinst. Ein Wiederspruch in sich, Ambivalenz in Reinform, das war Blaze schon immer.“

 

Vincent Craven: „Blake Milton bleibt dabei wie immer wortkarg.“

 

Mike Garland: „Ist das die Konzentration wegen des anstehenden Matches oder die Angst davor?“

 

Vincent Craven: „Im Gespräch mit Azrael wirkte er ja doch sehr zuversichtlich. Hier sagt er zumindest den großartigen Satz: ‚Keine Angst‘…“

 

Mike Garland: „Das ist wohl sein sehnlichster Wunsch. Keine ANGST mehr in der PCWA. Mal sehen, ob er seinem Ziel heute näher kommt.“

 

Vincent Craven: „Ebenso wie Blaze… er wird im nächsten Match gegen John Smith und Pavus Maximus antreten.“

 

Während die Fans auf die nächste Szene warten, deutet eine Kamera noch an einen anderen Ort im PCWA Theater und zeigt, was da vor ihr steht. Drei metallene Fackeln, an ihren Mitten ist auf allen Seiten ein Zeichen eingelassen – das Logo des Quest 4 The Best Turniers. Ihre Machart mutet gotisch an, ihre Bedeutung ist unbekannt, ihre Flammen sind erloschen. Kaum zu glauben, dass sie ein Teil dieses Abends sein könnten. Tausende von Menschen, die ihren Idolen zujubeln oder sie ausbuhen, die laute Musik der Entrancetemes aus den zahlreichen Boxen und hunderte Scheinwerfer, die die Halle in grelles Weiß tauchen, während sich die Wrestler im Ring bekriegen. Klar scheint nur eins, sie werden eine Rolle spielen, wenn auch in diesem Jahr am Core PPV wieder die Frage beantwortet werden soll, wer der beste Wrestler dieser Liga ist.

 

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Der Ort unserer Wahl: Das Foyer des PCWA Theatres, Tempel des Konsums. Nur wenige Besucher haben sich derzeit zwischen den zahlreichen Merchandise-Ständen und Cateringbuden verirrt, um sich in der kurzen Pause zwischen den Kämpfen mit dem nötigsten einzudecken. Charlie Swanson, der heute Abend den Job des Ersatzringrichters bekleidet, sitzt gelangweilt bei einem Imbiss und vertilgt gerade die Reste eines großen Hot Dogs. Etwas Senf tropft ihm dabei auf das schwarz-weiß gestreifte Hemd und er verreibt es mit einem Papiertuch. Gerade einmal der Stand mit Shirts von Mad Dog ist nach seinem Sieg im ersten Qualifikationsmatch für das Quest 4 The Best Turniers von einer erwähnenswerten Gruppe von Fans umlagert; Jugendlichen, die mit dem Verkäufer um den Preis feilschen.

 

„Dreißig Euro? Für ein Shirt?“

 

„Das ist echte Qualitätsware.“

 

Doch blicken wir einmal an diesem Stand vorbei hinter die Kulissen. Dort, vor den Blicken allzu neugieriger Personen geschützt, schleicht gerade Alistair Brunswick in Richtung des Kabinentraktes. Er wirkt deutlich geknickt, verlief doch sein Date früher an diesem Abend nicht so wie erwartet. Fast hat der Tribune Champion die Tür zum Backstage-Bereich erreicht, als sich diese unvermittelt öffnet und er fast mit einer Person zusammen stößt, die aus dem Gang kommt.

 

Genervt verdreht Alistair die Augen.

 

Alistair: „Weg da!“

 

Mit gesenktem Kopf will er sich an der Gestalt einfach vorbei schieben, aber eine ihm wohlbekannte Stimme hält ihn auf.

 

„Oh, wer hat es denn da so eilig?“

 

Alistair blickt auf.

Der Anblick seines Gegenübers ist nicht gerade dazu geeignet, seine Laune zu heben.

 

Alistair: „Díego Alejandro Sanchéz.“

 

Sanchéz: „Das hast du ja sehr gut erkannt, muchacho. Wieso so grimmig?“

 

Alistair: „Das geht dich überhaupt nichts an.“

 

Er ist offenkundig nicht gewillt, sich näher mit dem Mexikaner zu unterhalten. Dieser aber setzt sofort nach.

 

Sanchéz: „Nun, lass mich kurz überlegen. Was könnte bei jemandem wie dir bloß solch eine Laune verursachen?“

 

Gespielt legt er sich eine Hand ans Kinn und streicht sich durch den kurzen  Bart.

 

Sanchéz: „Eigentlich kann es dafür ja nur zwei Gründe geben. Entweder eines deiner Opfer hat sich unerlaubt zur Wehr gesetzt oder du hattest ein missglücktes Date. Was letztlich wohl auf dasselbe hinaus läuft.“

 

Der Deutschmexikaner lächelt. Er kann die Show heute genießen, schließlich hat er heute nichts Besonderes vor.

 

Alistair verengt die Augen zu schmalen Schlitzen. In diesem Moment ist nichts von der überheblichen Gelassenheit zu erkennen, die er sonst offen zur Schau stellt.

 

Sanchéz: „Wenn wir das mal ein wenig genauer betrachten muss ich dir leider mitteilen, dass schon der halbe Locker Room darüber plaudert. Die kleine Rage, so schwer es mir fällt zu sagen, hat wohl doch mehr Geschmack oder Stil und ein wenig Klasse. Aber vielleicht lässt dich ja die Putzfrau ran.“

 

Nun reicht es Alistair. Deutlich lauter als zuvor fährt er Díego an.

 

Alistair: „Ausgerechnet du sprichst von Stil und Klasse? Scheiße, das ist so, als würde man einem Analphabeten eine Ausgabe von ‚Krieg und Frieden‘ in die Hand drücken und ihm viel Spaß bei der Lektüre wünschen. Wann merkst du endlich, dass du nicht einmal annähernd in meiner Liga spielst? Also noch einmal ganz langsam für dich: Mach Platz oder du hast ein Problem.“

 

Díego beißt die Zähne zusammen. Er hatte nicht viel Respekt von Alistair erwartet, doch irgendwann ist es auch genug.

 

Sanchéz: „Streng dein kleines Spatzenhirn mal an, Hijo de Puta! Du willst mir drohen? MIR?! Glaubst du, ich hab vor dir Angst, nur weil du mit Barker und Lucifer spielst? WAS hast du bisher als Tribune geleistet, das dir das Recht gibt, so mit mir zu reden? HUH?! NICHTS! Du hast deine Regentschaft Gabriel und Nowaks Schlagring zu verdanken. Doch weder ein geschenkter Sieg noch ein ergaunerter machen dich zu einem würdigen Champion!“

 

Die Wut steigt wieder in ihm auf, doch dieses Mal versucht er erst gar nicht sich zu beherrschen. Langsam müssen die Fronten geklärt werden.

 

Sanchéz: „Du sprichst mit dem längsten amtierenden Tribune in der PCWA Geschichte. ICH habe dem Tribune den Wert gegeben, der dir dein Spotlight gibt. ICH war es, der den Tribune endlich zum Titel des Volkes gemacht hat. NIEMAND SONST! Alle meine Nachfolger, sei es ein Keevan, ein Gabriel Lucifer, Robert Barker, James Godd oder auch du, ihr nehmt Worte in den Mund, die ich geprägt, die ich in die PCWA gebracht habe! Und endlich ist er jetzt auch unumstößlich das, was er immer war. Der Titel der Fans. Und warum? Weil ich ihm diesem Stellenwert gegeben habe. Du siehst nur die silbernen Platten, den Ruhm, doch du bist blind für die wahre Bedeutung. Du willst ein Fighting Champion sein? Dann verteidige den Gürtel auch wie ein Champ und nicht wie ein elender Feigling.“

 

Entgegen seiner Art spuckt der Deutschmexikaner dem Tribune vor die Füße. Alistair nimmt dies mit einem angedeuteten Gähnen zur Kenntnis, aber seine Augen verraten, dass er sich nur knapp beherrschen kann.

 

Alistair: „Bist du fertig mit deiner kleinen langweiligen Geschichtsstunde?“

 

Er tippt dem Mexikaner mehrmals mit dem Zeigefinger auf die Brust.

 

Alistair: „Ich habe also nichts geleistet? ICH, der von den Fans da draußen als Segen für diesen Titel bezeichnet wird. ICH, der Traum der Fangirls da draußen, die MEINE Shirts tragen, MEINE Poster an ihrer Wand haben und MEINE Actionfigur ihre Barbie heiraten lassen? ICH soll also nichts geleistet haben? Nun, vielleicht sollte ich dann einfach mal damit anfangen und dir dein vorlautes Mundwerk für immer stopfen! Na, wie wäre das?“

 

Er hebt drohend eine Faust, doch Diego A. Sanchéz kann darüber nur lachen.

 

Sanchéz: „Große Worte, Champ! Doch steckt hinter deinem großen Maul auch der Mut es zu beweisen?“

 

Alistair lacht kurz auf.

 

Alistair: „Ich habe mich noch vor keiner Herausforderung gedrückt, schon gar nicht vor so einem fettigen Burrito wie dir. Ich trage die Bezeichnung ‚Fighting Champion‘ nicht umsonst, denn ich drücke mich vor keinem Gegner. Vor KEINEM, hast du mich verstanden?“

 

Bedächtig dreht sich Díego im Foyer um. Mittlerweile hat sich eine größere Anzahl an Fans um die beiden versammelt. Also wendet sich der Deutschmexikaner direkt an die Fans.

 

Sanchéz: „Habt ihr das gehört, Leute?“

 

Natürlich haben die Fans das gehört. Eine Gruppe pickliger Jugendlicher, vermutlich versessen auf die Aussicht eines spontanen Matches direkt hier vor ihnen, beginnt lautstark eben diesen Kampf einzufordern.

 

Stell dich ihm! Stell dich ihm! Stell dich ihm!

 

Irritiert blickt Alistair sich um. Sollte diese zufällige Begegnung tatsächlich auf einen Kampf hinaus laufen? Er zögert, aber Díegos Stimme reißt ihn aus seinen Gedanken.

 

Sanchéz: „Du willst Tribune sein, Alistair? Dann musst du dich an die neuen Regeln halten! Die Fans bestimmen deinen Gegner. Und niemand hat gesagt, wie viele Fans diesen Gegner bestimmen müssen.“

 

Er schaut sich noch einmal um und scheint die Anzahl der Fans zu überschlagen.

 

Sanchéz: „Ich denke, die Stimmen sollten ausreichen. Außer natürlich du willst nicht mehr der Champion der Fans sein.“

 

Alistair blickt sich noch einmal um. Inzwischen haben sich alle Besucher des Foyers um die beiden versammelt.

 

Stell dich ihm! Stell dich ihm! Stell dich ihm!

 

Der selbsternannte ‚Superstar‘ schließt kurz die Augen. Er ist nicht auf diesen Kampf vorbereitet, noch vor wenigen Minuten erschien ihm die Aussicht auf einen netten Abend inklusive animalischem Sex noch weitaus greifbarer als eine körperliche Auseinandersetzung eben dieser Art. Aber das Kribbeln im Bauch ist dasselbe. Er blickt sich kurz um und seine Augen finden ihr Ziel.

 

Alistair: „Hey, du da…“

 

Er winkt Charlie Swanson zu.

 

Alistair: „Wir brauchen einen Referee – denn jetzt…“

 

Sein Blick wandert zu Díegó Alejandro Sanchéz.

 

Alistair: „HABEN WIR EIN MATCH. TITLE ON THE LINE!“

 

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PCWA Tribune Title Match

Falls count anywhere


 vs.

 

In der Halle ist das Geschehen natürlich nicht unbemerkt geblieben, die Übertragung über den großen Screen sei Dank. Mike und  Vincent sind natürlich gleich in ihrem Element.

 

Mike Garland: „WOW! Wir haben hier tatsächlich ein Match! ALISTAIR BRUNSWICK verteidigt seinen Tribune Title gegen DÌEGO ALEJANDRO SANCHÉZ! Falls count anywhere!“

 

Vincent Craven: „Und der Kampf geht sofort los! DER MEXIKANER GEHT GLEICH IN DIE OFFENSIVE!“

 

BRUNSWICK wird von seinem Gegner direkt überrumpelt und muss einen harten SPEAR kassieren! Allerdings kann er sich schnell wieder berappeln und einem KNEE DROP ausweichen! Schnell ist er wieder auf den Füßen und bekommt DÍEGO in den LOCK UP! Ein zähes Ringen entbrennt… und ALISTAIR verdreht DÍEGO den Arm! Wutentbrannt schickt BRUNSWICK zwei ELBOWS in das Gesicht des Herausforderers! Er schleudert ihn in einen Fanartikelstand, direkt in die Gruppe der abfeiernden jugendlichen Fans. DÍEGO aber wird von den Fans abgefangen, so dass sein Sturz weitaus weniger heftig ausfällt als vielleicht von seinem Gegner erhofft. Buhrufe für BRUNSWICK! Dagegen gibt‘s viel Schulterklopfen für DÍEGO, der seinen Fans in diesem Moment natürlich unfreiwillig ganz nah ist. ALISTAIR hat keine Zeit zu verschenken und stürmt auf DÍEGO zu, der sich wiederum von den Zuschauern gelöst hat! EINGESPRUNGENER KICK VON BRUNSWICK! SANCHÉZ weicht aus! FUSSFEGER-VERSUCH! Aber auch BRUNSWICK kann reagieren!! Er springt einfach nach oben, DÍEGOS rechter Fuss fegt ins Leere! BRUNSWICK wirft sich sofort nach vorne!! Er setzt hier von Anbeginn auf Offensive!! CLOTHESLINE aus dem Lauf gegen DÍEGO!! Der wird getroffen und an den gegen einen lebensgroßen Pappaufsteller von AZRAEL RAGE geschleudert, der neben dem Fanartikelstand steht. Diesen zerreisst es in zwei Teile.

 

Mike Garland: „Wenn das so weiter geht, dann bleibt von der Einrichtung unseres schönen Foyers nicht mehr viel übrig!“

 

Vincent Craven: „Den Fans scheint es zu gefallen. Viele sind von ihren Plätzen aufgestanden, um den Kampf direkt vor Ort zu verfolgen. Wenn das so weiter geht, dann sitzen wir beide hier gleich alleine…“

 

Mike Garland: „Die Stimmung unter den Fans scheint auf jeden Fall großartig zu sein! So hautnah bekommt man ja schließlich selten ein Match zu sehen!“

 

HOLY SHIT! HOLY SHIT! HOLY SHIT!

 

Für Fanbelange scheint sich BRUNSWICK gerade nicht zu interessieren, denn er hat sich DÍEGOS Kopf geschnappt und hämmert diesen zweimal hart auf einen Tisch am Grillimbiss! Die Buhrufe der Fans machen ihm da nichts aus, scheinen ihn eher noch zu beflügeln! Jetzt drückt ALISTAIR DÍEGO den rechten Fuß ins Genick und fixiert ihn somit. Er blickt sich nach einer nützlichen Waffe um… und greift schließlich nach einem Satz Plastikbesteck!

 

Mike Garland: „ALISTAIR RAMMT DÌEGO EIN PLASTIKMESSER INS GESICHT!“

 

Vincent Craven: „Aber das bricht natürlich sofort ab. SO GEWINNT MAN DOCH KEIN MATCH!!

 

Mike Garland: „DÍEGO rudert wie wild mit den Armen! Er kann sich nicht befreien!! ALISTAIR GREIFT NUN NACH EINEM SCHWEREN ASCHENBECHER!“

 

Vincent Craven; „ABER HIER HERRSCHT DOCH RAUCHVERBOT!“

 

Jetzt bekommt SANCHÉZ den Fußknöchel von BRUNSWICK zu fassen! Eine kurze Bewegung – und ALISTAIR stürzt zu Boden! DÍEGO springt schnell wieder auf die Füße, aber auch ALISTAIR ist wieder kampfbereit! ER PACKT IHN SICH UND WIRBELT IHN HERUM… OLYMPIC SLAM! Er schmettert ihn zu Boden und packt sich den Kopf seines Gegners! ANSATZ ZU EINEM DDT! ABER EIN KONTER VON DÍEGO! Er schleudert BRUNSWICK mit einem BACKBODY DROP im hohen Bogen von sich fort! ALISTAIR nimmt einen harten Bump auf den Boden! DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ kniet noch, erholt sich erst einmal langsam von den Strapazen! BRUNSWICK ist ebenfalls wieder auf den Beinen, hält sich dennoch den Rücken! Unter dem Jubel der immer zahlreicher anwesenden Fans kommt DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ mit schnellen Schritten auf seinen Gegner! DÍEGO muss nach unten schlagen, ALISTAIR hält sich noch an einer Säule fest!! FIST in das Gesicht von ALISTAIR!! Jetzt reisst DÍEGO seinen Gegner an den Haaren nach oben!

 

Mike Garland: „Er packt ihn sich… MICHINOKU DRIVER!“

 

Vincent Craven: „NEIN! KONTER VON BRUNSWICK!! Da hat er ein wenig geblufft! Er entgleitet dem Griff von Díego und zieht dessen Kopf nach unten!“

 

Mike Garland: „AUTSCH! DÍEGO KRACHT MIT DEM GESICHT AUF EINEN TISCH MIT VALKOS HERITAGE-ACTIONFIGUREN!!“

 

Vincent Craven: „ALISTAIR IST BEI IHM! REVERSE MAT SLAM!! UND DAS COVER!!“

 

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Kick Out!

 

Mike Garland: „KICK OUT! KICK OUT! SANCHÈZ KANN SICH IM LETZTEN MOMENT RETTEN!!“

 

BRUNSWICK ist jetzt wieder bei DÍEGO. Mit einer Hand hat er sich ein Kabelbündel geschnappt und würgt SANCHÈZ damit! DÍEGO gelingt es aber, ALISTAIR mit beiden Beinen von sich zu schleudern!! Aber der Tribune Champion ist sofort wieder bei dem Mexikaner! Forearm Smash gegen DÍEGOS Schläfe! Dieser torkelt benommen zurück… BRUNSWICK nimmt ihn hoch… NELSON SUPLEX! SANCHÉZ kracht mit dem Rücken direkt auf den Boden!

 

HOLY SHIT! HOLY SHIT! HOLY SHIT!

 

So aus nächster Nähe sehen die Fans so ein Match selten. DÍEGO rappelt sich wieder auf und taucht unter ALISTAIRS ausgebreiteten Armen hindurch. Er verpasst ihm einen Tritt in die Seite und läuft dann einige Schritte in Richtung des Kabinentraktes. ALISTAIR verfolgt ihn wenige Schritte dahinter. DÌEGO reißt die Tür zum Backstage-Bereich auf und… rammt sie dem heranstürmenden ALISTAIR direkt ins Gesicht! ALISTAIR taumelt,  der Herausforderer packt ihn an den Haaren, zerrt ihn nach oben…

 

Vincent Craven: „OH MEIN GOTT, NEIN!!“

 

SANCHÉZ rammt ALISTAIRS Schädel durch den Glaseinsatz in der Tür. Das Glas zerbricht mit einem lauten Scheppern!  ALISTAIR liegt benommen in den Scherben, während ein Aufruhr durch die Gäste geht.

 

HOLY SHIT! HOLY SHIT! HOLY SHIT!

 

Die Leute bilden eine Gasse, als DÌEGO seinen Gegner packt und durch das Foyer stößt. Er treibt ihn vor sich her, direkt zu einem bestimmten Fanstand – dem Stand mit Fanartikeln der next CENTURY gods! Dort greift er sich seinen Gegner… ASAI DDT! Er schleudert ihn direkt auf den Verkaufstisch, der polternd zu Bruch geht! ALISTAIR liegt wie ein Toter zwischen den Trümmern. Lässig stellt DÌEGO seinen Fuß auf dessen Brust, damit der Referee das Cover durchzählen kann…

 

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Kick Out!

 

Vincent Craven: „ALISTAIR KANN SICH BEFREIEN!“

 

Mike Garland: „MEHR NOCH – ER HAT DÌEGOS BEIN GEPACKT UND BRINGT IHN MIT EINEM RUCK ZU FALL! UND NUN RAMMT ER IHM EIN LESEGERÄT FÜR EC-KARTEN INS GESICHT!“

 

BRUNSWICK kommt wieder nach oben und wirft SANCHÉZ über den zerborstenen Tisch in Richtung der feiernden Fans! Die Leute weichen zurück und DÍEGOS KOPF KNALLT HART GEGEN EINEN MÜLLEIMER!! ALISTAIR setzt DÍEGO weiter mit einem BELLY-TO-BELLY-SUPLEX zu, dem SONNYBOY, einem seiner Trademark Moves. Mit einigen Tritten setzt er schnell nach und rappelt sich dann wieder auf. Was macht er dort? Er macht sich daran, um auf die Reste des Verkaufstisches zu klettern - doch er hätte lieber auf DÍEGO Acht geben sollen!! Der Herausforderer hat sich nämlich wieder auf die Beine gewuchtet – packt sich ALISTAIRS Kopf und… DONNERT IN ZU BODEN!! EINMAL, ZWEIMAL, DREIMAL, VIERMAL! Wie ein Besessener hämmert SANCHÉZ ALISTAIRS Kopf zu Boden! Als dieser benommen genug ist, schleudert er BRUNSWICK mit dem Rücken voraus in ein Regal hinter ihm!! Nun greift er sich ihn… MEXICAN SURFBOARD STRETCH! ALISTAIR BRÜLLT VOR SCHMERZEN! Der Tribune Champion gibt allerdings nicht auf, so dass DÌEGO den Griff nach einer Weile wieder ablässt und stattdessen  harte KNEESTRIKES in ALISTAIRS Magengrube folgen lässt! Der Champion ringt nach Luft, wird jetzt an den Haaren gepackt und aus dem Foyer in einen Backstage-Flur gezerrt!

 

Mike Garland: „ALISTAUR REISST SICH LOS UND FLÜCHTET VOR SEINEM GEGENÜBER! DÌEGO HINTERHER!“

 

Vincent Craven: „Hoffentlich sind unsere Kameraleute schnell genug, um das Geschehen einfangen zu können.“

 

Mike Garland: „Wo sind die beiden nun? Wir haben sie momentan aus den Augen verloren…“

 

Vincent Craven: „Die Kameras fangen Bilder von leeren Fluren ein. Seltsam, so schnell können die beiden doch garnicht…“

 

Mike Garland: „DA SIND DIE BEIDEN! EIN LAUTES POLTERN UND SCHON HABEN WIR SIE WIEDER IM BILD! ALISTAIR UND DÌEGO BEFINDEN SICH IN DER SAMMELDUSCHE DER JOBBER UND ROOKIES!“

 

BRUNSWICK ist gerade damit beschäftigt, SANCHÉZ einen European Uppercut ans Kinn zu hämmern!! Er packt sich seinen Kopf und rammt diesen gegen die Wand – und gegen einen Schalter für die Dusche, die natürlich sofort anspringt und die beiden von Kopf bis Fuß durchnässt! FRONTSLAM VON ALISTAIR… ABER ER RUTSCHT AUF DEM NASSEN BODEN AUS UND GERÄT INS STRAUCHELN! DÌEGO NUTZT DIE CHANCE UND KONTERT! GUILLOTINE LEG DROP! ALISTAIR GEHT ZU BODEN! DÌEGO packt ihn und schleift ihn zurück auf den Flur, wohin ihnen mittlerweile zahlreiche Fans gefolgt sind. DÌEGO nimmt Anlauf und verpasst seinem Gegner einen DROP KICK! ALISTAIR schlittert über den Parkettboden! Die Kameraleute plus Referee eilen sofort hinterher!! SANCHÉZ jagt auf BRUNSWICK zu, der sich an einer Wand nach oben zieht! ROLLIN‘ LARIAT! BRUNSWICK wird voll getroffen und weiter den Flur hinunter geschleudert! Panisch bilden die Fans wieder eine Gasse, der Referee versucht so gut es geht Platz zu schaffen für unsere beiden Kontrahenten. DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ schnappt sich einen herumstehenden Stuhl und klappt diesen zusammen! ALISTAIR steht taumelnd gerade wieder auf, aber… DÍEGO SCHLÄGT MIT DEM STUHL ZU! CHAIRSHOT!!!!! ALISTAIR GEHT ZU BODEN UND SANCHÈZ WIRFT SICH ZUM COVER AUF IHN!

 

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Reversal!

 

Vincent Craven: „ALISTAIR DREHT DAS COVER UM! ER BEKOMMT SANCHÈZ IN EINEN AUFGABEGRIFF!!”

 

Mike Garland: „CROSSFACE!!“

 

Vincent Craven: “DER REFEREE ZÄHLT SANCHÈZ AN! DER SCHÜTTELT ABER NUR ENERGISCH DEN KOPF! DER MEXIKANER WILL NICHT AUFGEBEN!“

 

Mike Garland: „ALISTAIR ZIEHT NOCH ETWAS FESTER AN!“

 

Vincent Craven: „ABER IMMER NOCH WILL SANCHÈZ NICHT AUFGEBEN! WAS FÜR EIN DURCHHALTEVERMÖGEN!“

 

Mike Garland: „UND DA! SANCHÈZ BEKOMMT ALISTAIRS BEIN ZU PACKEN UND REISST SO FEST DARAN, DASS ALISTAIR DEN GRIFF NICHT LÄNGER HALTEN KANN! SCHNELL SPRINGT DER HERAUSFORDERER WIEDER AUF DIE BEINE!“

 

Vincent Craven: „Aber statt nachzusetzen, läuft er einige Schritte den Flur hinunter! Wenn er in diese Richtung weiter läuft, dann kommt er gleich wieder hier in der Halle an!“

 

Mike Garland: „Ja, es scheint, als wolle er diesen Kampf im Ring beenden. Dort fühlt er sich wohl mehr zuhause als bei einem harten Street Fight!“

 

Aber da hat er seine Rechnung ohne ALISTAIR BRUNSWICK gemacht! Die beiden sind bereits kurz vor dem Durchgang zur Arena, aber kurz vorher erreicht der selbsternannte Superstar seinen Gegner. Er packt ihn an den Haaren und rammt seinen Kopf gegen eine Notausgangstür, die sofort aufspringt! DÌEGO geht zu Boden, nun auf einem kleinen Hinterhof! EINGESPRUNGENER ELBOW hinterher! ALISTAIR landet genau auf der Brust von DÍEGO! ALISTAIR springt auf die Beine, er will sofort nachsetzen!! Er dreht sich um, entdeckt einen dort achtlos abgestellten Besen und schwingt diesen wie eine Waffe! Breitbeinig stellt sich BRUNSWICK über SANCHÉZ!! DÍEGO sieht das Unheil kommen!! ALISTAIR schlägt mit dem Besen zu! ABER SANCHÉZ ROLLT SICH ZUR SEITE! KNAPP NEBEN IHM KRACHT DER BESENSTIL AUF DEN BETONBODEN UND ZERBRICHT! DÍEGO wird von BRUNSWICK ergriffen und hochgezogen!! KICK IN DEN MAGEN DES HERAUSFORDERERS! BRUNSWICK hebt ihn aus! FRONT SLAM! Und wieder ein Cover!

 

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Kick Out!

 

Mike Garland: „KICKOUT VON DÍEGO!!“

 

Vincent Craven: „DAS WAR ENG… VERDAMMT ENG!“

 

ALISTAIR BRUNSWICK flucht laut, dann zieht er DÍEGO hoch!! ELBOWS treiben ihn vor sich her!! Beide kämpfen sich in Richtung des Parkplatzes! BRUNSWICK schleudert seinen Gegner in Richtung eines dort stehenden Trucks. Er hechtet hinterher, greift seinen Gegner, bekommt ihn aber nicht richtig zu fassen! DÌEGO klettert auf den Anhänger und ALISTAIR folgt ihm… ABER IN DIESEM MOMENT SETZT SICH DER TRUCK IN BEWEGUNG!  BRUNSWICK FÄLLT VOM ANHÄNGER UND SEIN FUSS VERHEDDERT SICH IRGENDWO AN DER STOSSTANGE!

 

Vincent Craven: „HOLY SHIT! BRUNSWICK WIRD MITGESCHLEIFT!! ER VERSUCHT SICH WÄHREND DER FÄHRT HOCH ZU ZIEHEN!! UND DAS GELINGT IHM JETZT AUCH!!“

 

Mike Garland: „Die Kameraleute haben arge Mühe, dem Geschehen zu folgen! Der Truck stoppt an der nächsten Kreuzung und so können sie ein wenig aufholen!“

 

Vincent Craven: „ALISTAIR ist derweil auf die Ladefläche geklettert…“

 

DÍEGO „empfängt“ ALISTAIR auf der Ladefläche mit einem KICK!! Dieser wird fast wieder vom TRUCK geschleudert! BACK SUPLEX VON DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ GEGEN BRUNSWICK AUF DER LADEFLÄCHE!! DÍEGO drückt jetzt BRUNSWICK über die Ladefläche des Pick Up-Trucks!! ABER ALISTAIR HÄLT DAGEGEN… UND ALS DER TRUCK WIEDER ANFÄHRT, FALLEN BEIDE HINUNTER UND LANDEN DIREKT IN EINEM FRISCH ANGELEGTEN BEET! ALISTAIR schüttelt sich und klopft Erde aus seiner Ringkleidung… aber da kommt DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ angetaumelt! Schwankend richtet sich ALISTAIR auf und bemerkt, dass er direkt vor der ELROY-SCHMIDTKE-STATUE steht, die dieser dort vor einiger Zeit während seiner Fehde gegen SMARTIN PHYNIX errichtet hat. ALISTAIR scheint einen Plan zu haben, denn er klettert auf die Statue! Er zieht sich auf den Sockel des Denkmals, kniet dort, als müsste er sich auf die Ankunft von SANCHÉZ vorbereiten! DÍEGO ist zur Stelle, auch wenn er sehr geschafft aussieht! Er zieht sich von der anderen Seite auf das Denkmal! Auf dem Sockel treffen BRUNSWICK und SANCHÈZ! BRUNSWICK stürmt auf DÍEGO zu, viel Platz ist da oben nicht! DÌEGO kontert mit einem REVERSAL und erwischt ALISTAIR am Bein! Dieser kracht vornüber aufs Gesicht! DÍEGO mit wütenden TRITTEN in das Genick von BRUNSWICK!! Der kriegt einen Fuss zu fassen, reißt ihn nach oben! DÌEGO kracht mit dem Gesicht voraus vom Sockel der Statue!! ALISTAIR baut sich wieder auf, während DÍEGO sich mühsam wieder aufrichtet! FRONT SLAM GEGEN DÍEGO!!! Der wird erwischt und geht zu Boden! BRUNSWICK hakt sich bei DÍEGO ein! ANSATZ ZUM SIDE RUSSIAN LEGSWEEP!

 

Mike Garland: „HOLY SHIT!!!!!! HOLY SHIT!”

 

Vincent Craven: „ALISTAIR REISST JUBELND DIE ARME NACH OBEN!”

 

DÌEGO liegt auf dem Asphalt zu Füssen des Denkmalsockels und hält sich das Genick!! Auch BRUNSWICK ist schlecht aufgekommen und umklammert sein rechtes Knie!! Mit der linken Faust schlägt er in den Betonboden, um sich wieder hochzupushen! BRUNSWICK ist der erste, der sich wieder erhebt!! Er taumelt zu seinem Gegner… aber dieser bekommt ihn zu fassen und bringt ihn zu Fall! SANCHÈZ rappelt sich auf… TORNADO DDT GEGEN ALISTAIR! BRUNSWICK liegt nun mehr als Benommen auf dem Boden! DÌEGO KLETTERT WIEDER AUF DEN SOCKEL – MOONSAULT! ER ERWISCHT ALISTAIR BRUNSWICK VOLL! Sein Gesicht zeigt den Willen an, dieses Match jetzt zu beenden! DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ ist wieder auf den Beinen und zieht ALISTAIR an dessen mittlerweile blutverschmierten Kopf nach oben! Er hebt ihn aus!! INVERTED ATOMIC DROP gegen den Tribune Champion! BRUNSWICK taumelt und wird vom Mexikaner zurück in Richtung der Halle getrieben! Die beiden erreichen schließlich wieder den Notausgang. DÍEGO hat sich erneut BRUNSWICK gegriffen!!! Knallharter Whip Inn gegen die Wand! BRUNSWICK prallt direkt gegen die harte Mauer! SIDEKICK GEGEN DIE STIRN VON BRUNSWICK!!! Der kann sich kaum noch auf den Beinen halten! Es hagelt FISTS gegen den Schädel von ALISTAIR! Hat DÍEGO jetzt Blut gewittert und will das Match beenden? Dieser ist sichtlich angeschlagen, reckt seinem Gegner aber trotzig den erhobenen Mittelfinger entgegen. DÍEGO MIT EINEM ERNEUTEN KICK! ABER DIESMAL LÄSST SICH BRUNSWICK ZUR SEITE FALLEN!!!!!!!!! DAS KNIE VON DÍEGO TRIFFT DIE NOTAUSGANGSTÜR!! Schreiend vor Schmerz bricht DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ in die Knie!! Ein überhebliches Lachen von BRUNSWICK kommt an DÍEGOS Ohren!! Jetzt wird wohl zurückgezahlt!!

 

Mike Garland: „DER TRIBUNE CHAMPION MIT EINIGEN SEHR HARTEN SCHLÄGEN GEGEN DEN KOPF SEINES GEGNERS! ER HÄLFT DESSEN KOPF GEGEN DEN TÜRRAHMEN… UND KNALLT DIE TÜR ZU!“

 

Vincent Craven: „ARGH! DAS TAT WEH!“

 

Mike Garland: „Auch die Fans sind voll dabei. Sag mal, kann es sein, dass Teile unserer Zuschauer Blut und sinnlose Gewalt befürworten?“

 

HOLY SHIT! HOLY SHIT! HOLY SHIT!

 

Vincent Craven: „Da liegst du wohl nicht so verkehrt…“

 

ALISTAIR PACKT SICH DÍEGO und schleift diesen hinter sich her in Richtung der Halle. Die beiden treten durch den Vorhang am Entrance und tauchen schließlich auf der Rampe auf. Gefolgt von einer Unmenge Fans.

 

Mike Garland: „Da sind sie wieder! Die beiden direkt auf dem Weg zum Ring!“

 

Vincent Craven: „Ja, aber erst einmal bekommt DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ die Ringabsperrung zu schmecken!“

 

Mike Garland: „NEIN! DÌEGO STEMMT SICH MIT DEN HÄNDEN AB! ER WIRBELT HERUM UND ZEIGT EINEN DDT GEGEN ALISTAIR!!“

 

Er dreht BRUNSWICK an der Schulter herum! KICK IN DEN MAGEN! Er weicht zurück und nimmt Anlauf – YUCATAN SPLASH! ABER ALISTAIR WEICHT IM LETZTEN MOMENT AUS, SO DASS SANCHÈZ NUN DOCH IN DER RINGABSPERRUNG LANDET! BRUNSWICK SCHUBST DÍEGO VON SICH! IN EINER ÜBERRASCHENDEN AKTION SCHICKT BRUNSWICK NOCH EINE KOMBINATION AUS ELBOW UND CLOTHESLINE HINTERHER!! BEIDE AKTIONEN TREFFEN SANCHÉZ!! DÍEGO KRACHT ZU BODEN! BRUNSWICK MIT OBERWASSER!! IST DAS DER LETZTE KICK ZUM SIEG? ALISTAIR GREIFT SICH DEN SCHÄDEL SEINES GEGNERS UND SCHLEIFT IHN IN RICHTUNG DES RINGES! DIREKT DANEBEN DREHT ER IHN IN DER LUFT… IMPALER DDT!

 

Vincent Craven: „DAS IST DIE ‚MODERN DISEASE‘, SEIN FINISHING MOVE!“

 

Mike Garland: „ALISTAIR ZIEHT IHN DURCH!!!!!!! MODERN DISEASE GEGEN DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ!“

 

Vincent Craven: „DER MEXIKANER BEWEGT SICH NICHT MEHR! ALISTAIR ROLLT IHN JETZT IN DEN RING!“

 

Mike Garland: „UND KLETTERT SCHNELL HINTERHER! ER PACKT IHN SICH NOCH EINMAL…“

 

Vincent Craven: „UND SCHON WIEDER!! IMPALER DDT! DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ MUSS EINE ZWEITE MODERN DISEASE EINSTECKEN!!

 

Mike Garland: „DER REFEREE ZÄHLT DAS COVER AN!!“

 

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Kick Out!

 

Vincent Craven: „UNGLAUBLICH!!! WOHER NIMMT SANCHÈZ JETZT NOCH DIE KRAFT! ER MUSSTE ZWEIMAL DIE MODERN DISEASE EINSTECKEN!! EIN WUNDER, DASS ER SICH ÜBERHAUPT NOCH BEWEGEN KANN!“

 

Mike Garland: „ALISTAIR RAPPELT SICH AUF UND KANN ES GARNICHT FASSEN! ER BRÜLLT DEN RINGRICHTER AN UND FORDERT DIESEN AUF, BEIM NÄCHSTEN MAL SCHNELLER ZU ZÄHLEN! DÌEGO LIEGT IMMER NOCH SCHWER ATMEND AUF DER RINGMATTE!“

 

Vincent Craven: „ABER ALISTAIRS ZORN RICHTET SICH JETZT EINDEUTIG GEGEN DEN REFEREE! ER STÖSST CHARLIE SWANSON EINFACH ZUR SEITE UND SILDET AUS DEM RING! WAS HAT ER DENN JETZT VOR?“

 

Mike Garland: „DA! ER ZIEHT ETWAS UNTER DEM RING HERVOR! ES IST… ES IST TOM NOWAKS SCHLAGRING, WIR ERKENNEN IHN GENAU! ER WILL IHN SCHEINBAR AUCH GEGEN SANCHÈZ EINSETZEN!“

 

Vincent Craven: „ABER WAS IST DAS?! EINE GROSSE PRANKE PACKT IHN VON HINTEN UND ZIEHT IHN RUCKARTIG ZURÜCK!!“

 

Mike Garland: „DAS IST PAVUS MAXIMUS!!!! OH MEIN GOTT!!! DER NORDMANN HAT SICH UNTER DIE FANS GEMISCHT UND HINDERT ALISTAIR BRUNSWICK NUN DARAN, DEN SCHLAGRING AUCH GEGEN DÌEGO ALEJANDRO SANCHEZ EINZUSETZEN!!!“

 

Alistair: „FUCK THAT… WAS WILLST DU DENN HIER?!?“

 

Pavus: „DICH DARAN HINDERN, DIESES DING JEMALS WIEDER EINZUSETZEN!“

 

Vincent Craven: „DER NORDMANN REISST ALISTAIR DEN SCHLAGRING AUS DER HAND!!! DIESER WILL KONTERN, ABER BLITZSCHNELL FINDET ER SICH IM CHOKE SLAM WIEDER!! DAS IST DER ‚CLOCHARD‘!!“

 

Mike Garland: „PAVUS MAXIMUS SCHLEUDERT ALISTAIR BRUNSWICK ZU BODEN!!“

 

HOLY SHIT! HOLY SHIT! HOLY SHIT!

 

Vincent Craven: „CHARLIE SWANSON SCHEINT ETWAS ÜBERFORDERT MIT DER SITUATION! ER LÄSST DEN KAMPF ABLÄUTEN!!!“

 

Mike Garland: „ER ZEIGT ES AN – ALISTAIR BRUNSWICK GEWINNT DIESEN KAMPF WEGEN DES EINGRIFFES VON PAVUS MAXIMUS DURCH DISQUALIFIKATION!! DAMIT BLEIBT ER ZWAR TRIBUNE CHAMPION, ABER NUN MUSS ER HARTE SCHLÄGE VON PAVUS EINSTECKEN!“

 

Vincent Craven: „Wirklich unschöne Szenen hier. Securities trennen die beiden voneinander, während sich DÌEGO im Ring mühsam wieder aufrappelt…“

 

Mike Garland: „Auch Diego gelingt kein klares Ergebnis gegen Brunswick, was er mit deutlichem Unmut zur Kenntnis nimmt.“

 

Vincent Craven: „Die beiden anderen werden soeben von Securitys getrennt und in den Backstage gezerrt. Jetzt verlässt auch der Mexikaner den Ring. Noch hat er Alistair nicht vom Tribune loseisen können.“

 

Mike Garland: „Dies lag allerdings nicht allein am Champion, sondern auch am Hamburger Jung, Pavus Maximus. Dieser muss sich gleich selbst noch beweisen. Ob es daher eine gute Idee von ihm war hier einzugreifen?“

 

--------------------K&G/PCWA--------------------

 

Mit seinen Kopfhörern in den Ohren ist er für keine Person ansprechbar. Luke Tyler hat es probiert, Anna Richmond hat es probiert, doch seitdem er in der Kabine von Caleb Yuma war und dem Rookie eine klare Ansage gemacht hat, hat er kein einziges Wort mehr gesprochen. Die Augen geschlossen hält der Freakanite ein Bild in seiner Hand, welches er sich einzuprägen versucht. Wenn man eine geliebte Person verliert, will man das Gesicht nie vergessen. Die Stimme. Das Lachen. Den Geruch. Doch nach und nach versiegt die Erinnerung und alles, was uns bleibt, sind Fotografien, sowie Film- und Tonaufnahmen. Während die meisten audiovisuellen Quellen mit der PCWA zu tun haben und dies eine Zeit ist, die Valkos Heritage ausblenden will, hält er in den Händen ein Kinderfoto von sich und seiner Schwester Runa Lillith.

 

Ruckartig schlagen die Augen auf. Es war eine Straftat. Es war ein Mord. Er hat nun die Option, sich auf die Suche nach der Person zu machen und der PCWA für immer den Rücken zu kehren. Oder aber er lenkt sich ab und macht das einzige, was er gut kann. Sich verstecken oder jemanden beschützen, das liegt ihm offensichtlich nicht. Er ist nicht der Held, den seine Schwester benötigt hat.

 

Er setzt sich in Bewegung, läuft zur sogenannten Gorilla Position. Dort wo die Wrestler auf ihren Einsatz warten, steht auch jemand bereit, doch Heritage ignoriert sowohl ihn, als auch die Agents, die ihn versuchen aufzuhalten. Er läuft durch den Vorhang und steht dann den Fans in der Halle gegenüber. Keine Musik. Kein Feuerwerk. Keine Lichtshow. Nur er und tausende Fans, die alle ein überraschtes Gesicht machen, als sie ihn sehen. Das Gesicht des Freakanites wird dann von einer Kamera auf die Leinwand übertragen und dort können die Fans nun in Großaufnahme das Gesicht ihres Helden sehen.

 

Ich bin kein Held.

 

Langsam nimmt er die Kopfhörer aus den Ohren und hört ihren Jubel.

 

Warum jubelt ihr mir zu?

 

Er hört vereinzelte "VD4, VD4"-Rufe. Er reibt sich mit der rechten Hand durch das müde Gesicht, welches die letzten Nächte kaum geschlafen hat. Ein letzter Blick auf das Foto in der linken Hand, bevor es in der Jackentasche verschwindet. Dann läuft der Freakanite zum Ring, geht einmal herum und lässt sich von der Ringsprecherin Jane Nelson ihr Mikrofon geben. Mit diesem bewaffnet steigt Heritage in den Ring, setzt sich aber sofort in eine Ringecke mit dem Blick auf die Rampe. Ungewöhnliche Haltung des Freakanites, der sich sonst in der Ringmitte präsentiert.

 

Valkos Heritage: „Ich dachte, ich hätte alles gesehen. Ich habe hier Freunde gehabt... ich habe hier Familie gehabt.“

 

Der Blick senkt sich kurz. Es ist ihm rausgerutscht, er wollte kein Wort darüber verlieren. Doch er hat verloren. Einmal kurz tief durchgeatmet, dann spricht er weiter.

 

Valkos Heritage: „Ich habe Kriege ausgefochten, Schlachten geschlagen, ich habe mein Blut genau in diesem Ring verloren. Ich habe Matches gewonnen. Ich habe Titel verloren. Wenn ich gefragt werde, was ich hier noch erreichen kann, darüber lache ich. Es ist keine Frage danach, welche Optionen mir noch offenstehen, denn es gibt nur eine Option. Dies hier ist alles, was ich habe.“

 

Heritage lässt seinen Blick einmal kurz schweifen. Wie oft er gehört hat, dass er zum alten Eisen gehört, dass er ein Veteran ist, der abtreten sollte. Doch das will er nicht. Das kann er nicht. Trotz Rheumaerkrankung, die es ihm schon nicht leicht macht, das Mikrofon zu halten. Vielleicht sitzt er deswegen, um eine sichere Grundlage zu haben.

 

Valkos Heritage: „Ich stehe im Ring, weil ich nichts anderes kann. Ob ich meinen Zenit überschritten habe, spielt keine Rolle, denn ich werde in diesen Ring steigen, bis ich darin sterbe. Da hinten sitzt eine Person, der es genauso geht, wie mir. Sie verleugnet es, aber tief im Innersten weiß sie, dass sie nicht anders ist, als ich. Nicht wahr, Adam Reynolds?“

 

Die Stimmung in der Halle schwingt herum und laute Buhrufe machen die Runde. Die Frage ist, ob die Fans den Last Warrior einfach so nicht leiden können, aufgrund seiner Verbindungen oder weil er die Herausforderung von Valkos Heritage zu einem letzten Gefecht ausgeschlagen hat.

 

Valkos Heritage: „Reynolds, du bist ein Heuchler. Du verkündest mit einer Selbstsicherheit, dass es dir um die nächste Generation geht, und doch läufst du mit deiner Brut im Ring und badest in der Aufmerksamkeit. Du bist, wie ich. Die Reaktionen der Fans sind die Spritze und das Scheinwerferlicht die Droge, die wir uns Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr geben müssen, weil es das Einzige ist, was uns geblieben ist. Selbst wenn ich Cryption Champion werden würde um Grand Slam Champion zu werden…“

 

Die Antwort auf die Herausforderung von Chris McFly Jr. – Heritage ist Führender in der Ladder, hat darüber vorhin schon kurz mit Caleb Yuma gesprochen. Das Titelmatch liegt in der Luft, doch Heritage weiß selbst noch nicht einmal, ob er dazu in der Lage sein wird. Gesundheitlich. Psychisch.

 

Valkos Heritage: „… selbst wenn ich meine ANGST besiege und mich an ihr räche, finde ich wieder einen Grund um in den Ring zu steigen. Und auch wenn du glaubst, dass du fertig bist, Reynolds. Ich gebe dir einen Grund, warum du es nicht bist. Denn trotz all deiner Erfolge, trotz dem, was du geleistet hast, steht eine Sache eben nicht in deinem Resümee. Eine Trophäe hängt noch nicht an deiner Wand. Und diese sitzt hier gerade im Ring und wartet darauf, dass...“

 

Weiter kommt er nicht, denn ein lautes Krachen unterbricht ihn. Diese Auftrittsmusik haben wir lange nicht mehr gehört. Löscht die Lichter, stellt den Funkenregen an und öffnet eure Augen für das, was ihr zu sehen bereit seid. Ein überdimensionierter Schriftzug flammt auf dem großen Screen am Eingang auf, begleitet von metallisch donnernden Beats.

I am legend.

 

Immer schneller jagen kurze Szenen über den Screen, Momente einer langen Karriere. Große Siege, bittere Niederlagen. Adam Reynolds und Stevie van Crane. Adam Reynolds und Ares. Adam Reynolds und Keevan. Adam Reynolds und… Valkos Heritage.

 

adam reynolds

last warrior

 

 

Der Vorhang öffnet sich und heraus tritt ein Mann, der eigentlich gar nicht mehr existieren sollte. Lange war er aus der Öffentlichkeit verschwunden, tauchte nur hin und wieder als vage Erinnerung in unseren Köpfen auf. Bis zum Imperial Impact.

 

Alt ist er geworden. Das schulterlange Haar ist grau meliert und er hat viel an Muskelmasse verloren. Statt Ringkleidung trägt er eine normale dunkle Jeans, schwere Stiefel und ein einfaches weißes Hemd. Geblieben aber ist die Entschlossenheit in seinen stahlblauen Augen. Für einen Moment steht er einfach nur da und fixiert seinen Gegner, begleitet von den immer lauter werdenden Buhrufen der Fans.

 

All simple monkeys with alien babies

Amphetamines for boys

Crucifixes for Ladies

sampled and soulless

worldwide and real webbed

you sell all the living

for more safer dead

Anything to belong

 

Langsam macht Adam Reynolds sich auf den Weg in Richtung des Ringes, wobei er Valkos für keine Sekunde aus dem Blick verliert. Die Hände, die ihm entgegen gestreckt werden, ignoriert er ebenso wie die Beleidigungen und Schmährufe, die ihm aus den Reihen der Zuschauer entgegen gebrüllt werden.

 

Rock is deader than dead

Shock is all in your head

Your sex and your dope is all the we're fed

So fuck all your protests and

Put them to bed

god is in the tv

 

Einige Meter vor dem Ring bleibt er einfach stehen und deutet der Crew an, seine Musik zu beenden. Einen Moment ist alles still, dann setzen die Unmutsbekundungen der Fans wieder ein. Jemand reicht Adam ein Mikrofon und er setzt es an, aber die Buhrufe sind zu laut, als dass wir seine Stimme verstehen könnten.

 

Im Ring erhebt sich der Freakanite nun auch von seiner unbequemen Position, steht auf und läuft an die Seile. Er will Reynolds so nahe wie möglich kommen, doch es wirkt so, als seien Meilen zwischen den beiden Männern.

 

Valkos Heritage: „Du hast dich also endlich hergetraut. Hast du es dir anders überlegt, Reynolds? Reizt es dich doch, gegen mich in den Ring zu steigen? Du weißt ganz genau, dass es unvermeidlich ist, uns beiden bleibt nichts anderes übrig. Schnüre deine Stiefel ein letztes Mal und beweise, dass du dazu in der Lage bist, mich zu besiegen.“

 

Wieder setzt Reynolds das Mikrofon an. Diesmal aber übertönt seine Stimme den Lärm in der Halle.

 

Adam: „Well then…“

 

Er unterbricht noch einmal kurz, um einen Blick über die Reihenfolge der Zuschauer zu werfen. So viele Leute, so viele Emotionen. Fast wirkt er wehmütig, dann aber setzt er fort.

 

Adam: „Is this Berlin calling? Sind das hier die Fans der PCWA, die gespannt auf das nächste Match warten und nun zwei abgewrackten Männern zuhören müssen? Scheiße, ihr tut mir leid. Ich bin hier nur aus einem ganz bestimmten Grund heraus gekommen, bilde dir nichts darauf ein, Valkos. Ich habe da hinten meinen Namen gehört und es war mir klar, dass du dein trauriges Schauspiel nicht eher beenden würdest, bevor ich dir gegenüber trete. Nun. Hier bin ich. Du hast dein Sprüchlein aufgesagt, hast deine kleine Herausforderung wiederholt. Du willst also gegen mich in den Ring steigen… weil dir nichts anderes übrig bleibt? Ich höre diese Worte und denke mir: Was hat dieser arme Mensch durchgemacht, um in all seiner Verzweiflung zu solchen abgedroschenen Phrasen zu greifen? Warum hat er ihn verpasst, diesen einen Moment, in dem ein Mann merken sollte, dass die Zeiten sich geändert haben? Dass wir nicht von Zwängen und Schicksal und all diesem Bullshit reden sollten, weil wir uns damit gottverdammt einmal der Lächerlichkeit preisgeben. Schwach, Heritage. Schwach. Gott, was würde ich darum geben, wenn du mir wenigstens den Tod deiner Schwester in die Schuhe schieben würdest und mir und all den Zuschauern hier die Peinlichkeit deiner leeren Worte somit ersparen würdest.“

 

Pfui, Adam. Ein gellendes Pfeifkonzert quittiert Adams geschmacklose Entgleisung. Lachend wirft er den Kopf in den Nacken und stachelt die Zuschauer noch weiter an.

 

Adam: „Come on! Come on! Wäre das eine Story!“

 

Der Last Warrior spricht das sensible Thema an und jeder in der Halle hat davon gehört. Runa Lillith Heritage, tot aufgefunden mitten in Berlin, ermordet. Vom Täter fehlt jede Spur. Aber dass der Tod den Weg in die Shows findet, wollte Valkos Heritage sicher vermeiden. Doch der letzte Krieger ist skrupellos und weiß ganz genau, wo er die heiße Nadel ansetzen muss, um die Psyche seines Gegners zu verletzen. Adams Miene ist mittlerweile wieder ernst geworden.

 

Adam: „Nur zu gut kenne ich diesen Gesichtsausdruck. Nichts wird dir deine Schwester zurückbringen. Sie ist tot, du musst dich von diesem Gedanken lösen. Das ist das echte Leben, keine bunte Wrestlingwelt mehr, in der Menschen auf einmal wieder zurückkommen und alles dann wieder gut ist. Kein Kampf gegen mich, kein Match um die Cryption Crown kann sie dir jemals wieder zurück bringen. Ja, es steht dir zu, um sie zu trauern. Auch du bist nur ein Mensch, kein verfickter Superheld. Ja, du darfst verzweifelt sein, darfst keinen Sinn mehr in deinem Leben sehen. Trauer ist das stärkste aller Gefühle, viel stärker noch als Liebe oder Hass. Aber diese Momente gehen vorbei, wenn du bereit bist, sie loszulassen. Akzeptiere, dass sich dein Leben verändert und klammere dich nicht an die guten alten Zeiten, denn das Leben hat für Männer wie dich und mich keine bunten Überraschungen mehr bereit.“

 

Er schüttelt den Kopf.

 

Adam: „Ich stehe hier VOR diesem Ring, weil ich eine Aussage getroffen habe. Ich werde niemals, verstehst du: NIEMALS, in den Ring zurück kehren, um ein Match gegen dich zu bestreiten. Ich habe mit diesem Leben abgeschlossen und genau das solltest du auch machen. Ich sehe dich dort stehen, deine Hand krallt sich immer fester um ein Mikrofon, so als müsstest du dich daran festhalten. Ich höre dich den Namen dieses großartigen jungen Burschen Chris McFly jr. In den Mund nehmen und vernehme gleichzeitig, dass du es nur auf die Cryption Crown abgesehen hast, um diesen lächerlichen „Grand Slam“ zu erringen. Wie sehr kann man die Leistung eines Mannes verachten, Valkos Heritage? Nein, hier geht es nur um DICH, diesen verschissenen „Grand Slam“ und dein viel zu großes Ego. Kein Wort der Anerkennung, keine müde Andeutung, dass du gegen diesen Jungen in den Ring treten willst, weil du dich mit ihm in einem fairen Wettkampf messen willst? Valkos Heritage, diese Worte werden dir niemals über die Lippen kommen, weil du in Wirklichkeit Angst davor hast, dass ein junger Wrestler wie Chris McFly jr. inzwischen besser ist als du und dich im Ring besiegen könnte.“

 

Er blickt zu Valkos auf, um dessen Reaktion zu mustern. Diese gibt ihm Recht, also setzt er fort.

 

Adam: „Bei einem anderen Mann ist es genau dasselbe. Ich spreche von CALEB YUMA. Du nennst dich seinen Mentor, Valkos Heritage? Ich habe davon noch nicht viel gesehen. Ja, er hat meine Tochter Patricia besiegt, dafür gebührt ihm unser aller Respekt. Aber was macht ein Valkos Heritage? Ist er für seinen Schützling da, so wie es ein Mentor sein sollte? Nein. Wir alle haben es bei der letzten Vendetta gesehen, dass Caleb Yuma alleine dastand und niemand – ich wiederhole: NIEMAND – hinter ihm stand, um seinen Rücken zu decken. Sag, Valkos Heritage, wirst du auch tatenlos zusehen, wenn Yuma demnächst wieder Dummheiten wie bei der Battle Royal begeht und seine Karriere vollends den Bach hinunter spült?“

 

Er holt zum entscheidenden Punkt aus.

 

Adam: „Und genau deshalb werde ich nicht gegen dich in den Ring treten. Ich habe keinen Grund dafür und ich muss dir nichts beweisen. Und auch du wirst irgendwann loslassen müssen und aufhören, Valkos Heritage, der Wrestler, zu sein. Bevor du den Punkt erreichst, in dem du nur noch ein alter verbitterter Mann bist, den niemand mehr sehen möchte, der seinen geschundenen Körper aber immer noch Woche für Woche in diesen Ring schleppt, weil er von diesem Business nicht lassen kann wie ein Süchtiger von der Nadel. Auch du wirst dich irgendwann selbst neu erfinden müssen. Wenn du nicht von diesem Geschäft lassen kannst, dann kannst du wenigstens deine Erfahrung weiter geben an andere und damit die Fackel weiter reichen an diejenigen, denen heute das Rampenlicht gebührt. Dazu musst du aber einen Schritt zur Seite treten, denn der Schatten eines Valkos Heritage ist zu groß, als dass die nächste Generation in ihm aufblühen kann. Du wirst vielleicht nie erfahren, ob du mich jemals im Ring hättest besiegen können, aber das Gefühl, rechtzeitig den Platz für jemand anderen geräumt zu haben, wird so viel besser sein. Ich wünsche mir, Valkos Heritage, dass auch du diesen Moment irgendwann einmal finden wirst und großartigen Jungen Menschen wie Chris McFly jr., Caleb Yuma oder Patricia Selladore ihren kleinen Spot im Rampenlicht gönnst.“

 

Er wirft das Mikrofon fort, denn es ist alles gesagt. Für einen Moment ist es seltsam still in der Halle. Kein Pfeifkonzert gellt mehr durch die Halle. Sollte Adam Reynolds am Ende vielleicht Recht haben?

 

Mehrere Male wollte Valkos Heritage Paroli bieten, wollte eine Antwort geben, doch die Worte sind ihm im Halse stecken geblieben. Reynolds hat einen Nerv getroffen und der Freakanite muss sich an den Seilen festklammern, damit ihm der Boden unter den Füßen nicht entgleitet. Es ist die harte Realität. Runa ist weg und wird nicht zurückkommen. Dann scheint es für eine Antwort bereits zu spät zu sein, denn Reynolds läuft die Rampe rückwärts wieder hoch, emotionslos, das Leid des Freakanites ist ihm vollkommen egal. Verluste gehören zum Leben dazu. Manche werden dadurch stärker, andere zerbrechen daran. Und so, wie Valkos Heritage dem letzten Krieger hinterher blickt, gehört er zur zweiten Gruppe.

 

Vincent Craven: „Da haben wir wohl die Antwort für die bisher nicht erfolgte Herausforderung an den Träger der Cryption Crown. Valkos ist einfach zu fertig. Auch wenn er sicherlich Grand Slam Champion werden will, momentan ist er dazu nicht bereit.“

 

Mike Garland: „Zumindest sieht dies Adam Reynolds so. Der hat für sich abgeschlossen, verteilt allerdings immer wieder ein paar Spitzen. Zum zweiten Mal hier gegen Heritage und zuvor gegen Mad Dog.“

 

Vincent Craven: „Sieht in der Tat so aus, als würde er es ein wenig auf Kampf anlegen. Bei Valkos ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Schau ihn dir an, wie er den Ring verlässt.“

 

Mike Garland: „Selbstbewusst sieht anders aus. Aber gut… Adam hat es angesprochen. Verständlich, dass er momentan anderes im Sinn hat, als hier im Ring einen auf großen Meister zu machen.“

 

Vincent Craven: „Naja, wenn der Ring das einzige ist, was ihm geblieben ist, nicht ganz, oder!?“

 

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Azrael Rage: „Ein wenig frische Luft wird Dein Gemüt abkühlen, Azrael.“

 

Schulterzucken.

 

Azrael Rage: „Wie auch immer.“

 

Quietschend öffnet sich die kleine Außentür zum Dach des PCWA Theaters. Er bleibt direkt in der Tür stehen und schaut auf den Rücken eines Mannes, der wenige Meter vor ihm – auf eine Absperrung gestützt – dem bunten Treiben auf dem Phoenix Center von hier oben nachgeifert. Dort stehen zwei Gläser und eine Flasche Chianti. Ein gequält nostalgisches Kopfschütteln, dann begibt er sich zur Brüstung und beginnt zu sprechen, bemerkt kurz welches Unheil er mit einem leichten Stoß anrichten könnte – natürlich entschließt er sich sofort dagegen.

 

Azrael Rage: „Ich erinnere mich an eine Phobie gegen Höhen, Gab…“

 

Noch immer mag er den Namen nicht aussprechen und eigentlich fragt er sich, ob er überhaupt hier sein will, mit seinem Gegenüber – Gabriel Lucifer – sprechen möchte.

 

Azrael Rage: „Ist dem nicht mehr so?“

 

Die Frage wird gezielt ironisch gestellt. Rage erinnert sich, der Fall vom Sinister Cage. Ein traumatisches Erlebnis für Lucifer. Der Adressat der Frage dreht sich gespielt überrascht um und zuckt unschuldig mit den Schulterblättern. Dann lächelt er als würde er sich über die unerwartete Rückkehr eines alten Freundes freuen.

 

Gabriel Lucifer: „Azrael. Welch gnadenlos schöner Zufall. Da genieße ich lediglich ein wenig in Ruhe die Aussicht unter uns… ja… so bitter das ist, aber alte Menschen wie ich tun sowas gern, musst du wissen… ach… lassen wir das Gejammer… toll… da treffe ich ausgerechnet dich hier…“

 

Der eherne Mythos spricht dies wie immer so glaubwürdig daher, als könne es nichts als die reine Wahrheit sein. Vermutlich glaubt er es sogar selbst. Natürlich antwortet er auch nicht auf die gestellte Frage. Nichts Neues. Nicht für Azrael. Der ehemalige Oberste Teufel kennt diesen Mann zu gut, vielleicht besser als jeder andere. Zu lange hat er an seiner Seite verbracht als dass er nicht wüsste wie Lucifer agiert. Zufälle existieren für ihn nicht. Gabriel weiß genau, dass der Regenläufer vor wichtigen Kämpfen hier oben die finale Konzentration sucht. Dementsprechend reagiert Rage und deutet mit dem Kopf auf die Flasche Chianti und die zwei Gläser in der Ecke. Freudig lächelnd breitet Gabriel die Arme aus und tänzelt dorthin hinüber.

 

Gabriel Lucifer: „Das trifft sich wirklich gut! Lass uns doch direkt auf deine Rückkehr in die Top Riege der PCWA anstoßen. Ich meine, dieses lächerliche Match gegen Blake nachher, das entscheidest du doch mit links für dich. Und dann stehst du endlich wieder da, wo du hingehörst – zumindest deiner Meinung nach und ganz unberechtigt ist das nicht. Immerhin haben sie dir den Titel einst einfach aberkannt. Ganz unschuldig war ich daran damals ja auch nicht.“

 

Mit einem fiesen Grinsen schenkt der Principal, der von Kerry & Gaelic nach dem Eklat beim Imperial Impact zu einem ‚normalen‘ Wrestler degradiert wurde, die zwei Gläser mit dem roten Gesöff ein und streckt Azrael eines der Getränke entgegen.

 

Gabriel Lucifer: „Wie in alten Zeiten, mein Freund! Fehlen eigentlich nur noch die Zigarren.“

 

Fast angewidert wendet sich Rage eiligst ab. Ein Blick gen Himmel. Kein Regen heute. Eine Seltenheit im Leben von Azrael… zumindest in letzter Zeit. Stattdessen geht er zur Brüstung, lehnt einen Fuß an sie und blickt einfach in das Panorama Berlins… dies ist allerdings kein Hauch von Poesie oder Situationsschönheit, sondern der tiefe Wunsch nicht hier dem Dach mit Gabriel Lucifer zu stehen.

 

Azrael Rage: „Nichts ist mehr wie in alten Zeiten.“

 

Ein verächtliches Schnaufen dringt aus Lucifers Mund. Er leert fix in einem Zug eines der Gläser und schmeißt es nach hinten weg. Es zerschmettert an der Wand. Mit dem anderen Glas wandert er zu Rage, der den Blick zu Gabriel meidet.

 

Gabriel Lucifer: „Azrael, ich mache mir ernsthafte Sorgen um dich. Du wirkst so isoliert. Also, du warst im Grunde schon immer isoliert, aber da war es noch deine freie Wahl. Jetzt sehe ich dich aber ständig um Leute herumirren, die du früher gemieden hättest, weil dir ihr Geruch der Schwäche unausstehlich gewesen wäre. Es ist kaum mit anzusehen, wie du dich hier überall anbiederst. Und noch viel schlimmer ist, dass anscheinend keiner mit dir spielen will. So schlecht waren die alten Zeiten da doch gar nicht im Vergleich zu heute, oder?“

 

Der Mann im Regen wendet sein Haupt zum, aus dem eigentlich für ihn bestimmten Glas, Chianti schlürfenden Lucifer.

 

Azrael Rage: „Alte Zeiten? Du meinst die Tage in denen Du noch unser aller Rädelsführer warst? Du redest und redest, als wäre alles erst gestern gewesen. Vor vielen Jahren führtest Du Valkos Heritage, Mad Dog oder mich. Das ist wahr. Damals hingst Du noch nicht wie ein Diener, der nach Aufmerksamkeit giert, an den Fersen Deines Meisters. Aber nun ist Deine letzte Hoffnung die Nähe zur Macht? Blick Dich doch nur an!“

 

Verächtlich guckt zumindest Azrael Lucifer an, welcher dies genau verfolgt.

 

Azrael Rage: „Du verbringst Deine Tage damit literweise Wein zu trinken, zu torkeln, zu schwadronieren. Die Dekadenz, die Du der PCWA vor Jahren vorausgesagt und versucht zu verhindern hast, Du lebst sie jetzt selbst als Schatten Deiner Selbst… Erbärmlich.“

 

In seinen Gedanken fügt Azrael hinzu, dass er auch sein Dasein für erbärmlich hält und eigentlich heute Abend weder die Muße, noch die Kraft für ein solches Gespräch hat. Niemand ist wichtig. Niemand außer Blake… Barker. Was? Barker? Wieso kann er seine Gedanken nicht von ihm abbringen? Barker ist heute nicht sein Gegner… Heute?

 

Der Blick des Schilds verfinstert sich. Er nimmt seinen Fuß vom Sims und starrt sein Gegenüber bedrohlich an. Dieser gießt schnell einen Schluck Wein nach und reicht ihn Azrael. Rage schlägt Lucifer das Glas aus der Hand. Es segelt das Dach hinunter, klatscht nach einigen Sekunden auf den Boden und zerschellt in hundert Scherben. Einige Personen, die auf dem Gelände herum wuseln, starren nach oben und erblicken die beiden Gestalten. Schnell bildet sich eine Menschentraube. Die Fotoapparate blitzen auf.   

 

Azrael Rage: „Wie kommst Du darauf, dass DU mir Belehrungen erteilen kannst?“

 

Dieser Frage kann Gabriel nicht ausweichen, denn er wird vom mächtigen Koloss an die Wand gedrängt, ohne dass dieser ihn überhaupt berührt. Allein dessen Präsenz genügt. Lucifer hebt beschwichtigend die Hände.

 

Gabriel Lucifer: „Oh, sehe ich da ein bisschen was vom bösen alten Azrael?“

 

Reflexartig holt Rage mit der rechten Pranke aus und schlägt Gabriel diese an die Wange. Die Wucht fegt ihn zu Boden. Die Flasche zerschellt und hinterlässt einen roten Teppich. Lucifer lehnt an der Wand und beginnt laut zu lachen. Azrael hingegen wendet sich kurz ab, blickt irritiert zur Seite.

 

Gabriel Lucifer: „Wusste ich es doch. Du kannst es noch. Und genau davor fürchtest du dich so sehr, richtig?“

 

Richtig!

 

Gabriel Lucifer: „Es ist die Furcht vor deinem früheren Ich.“

 

Auch richtig!

 

Gabriel Lucifer: „Kämpfst du deshalb nur mit halber Kraft?“

 

Schallendes Lachen – gespielt, aber gut gespielt. Er ist ertappt! Doch es gilt dies zu verbergen.

 

Azrael Rage: „Kehre endlich ab von der absurden Idee Du könntest allwissend sein! Die goldene, alte Zeit ist längst abgebrannt… oder sollte ich in Deinem Fall  lieber sagen geschlachtet? Ga… Principle, Du bist ein Relikt. Ein alter Mann in einer neuen Welt. Wir sind gezwungen uns zu ändern, oder aber auszusterben. Diese gespielte Theatralik, Deine Zufallsbegegnungen, es wird langweilig, denn Du hast es so oft schon getan. Du hast den richtigen Zeitpunkt zum Gehen schlichtweg verpasst!“

 

Gabriel Lucifer: „Aber ich bin gegangen…“

 

Laut schreit der Regenläufer seinen ehemaligen Partner an.

 

Azrael Rage: „…UND KAMST WIEDER… immer und immer wieder…“

 

Schwunghaft springt Lucifer auf und schubst Rage nach hinten. Gabriel senkt sein Haupt, lächelt verlegen.

 

Gabriel Lucifer: „…Weil die PCWA mich braucht!“

 

Voller Elan schießen die Worte Rage entgegen. Der fuselgetränkte Atem lässt seine Nase rümpfen. Langsam hebt er seinen Blick und fokussiert dann den schnell aufgebracht vor ihm stehenden Lucifer.

 

Azrael Rage: „Tut sie nicht!“

 

Gabriel Lucifer: „Doch! Ich muss sie schützen!“

 

Ein entschlossenes Kopfschütteln ist die Reaktion.

 

Azrael Rage: „Nein, ich bin das Schild der PCWA!“

 

Mit dem Zeigefinger klopft Gabriel dem ehemaligen Undisputed Gerasy Champion auf die Brust und erntet dafür einen bitterbösen Blick des Schildes. 

 

Gabriel Lucifer: „Das Schild? Du? Der einstige Virus der PCWA schützt sie vor neuen Infektionen? Ein Märchen! Doch du glaubst tatsächlich dran, für dich ist es wahr. Deine Angst ist also nicht nur die Angst vor dir selbst, sondern es ist die Angst vor Ihm?“

 

Woher weiß Gabriel das nur immer? Azrael war wohl schon immer ein schlechter Lügner, wenn es um seinen einstigen Mentor ging.

 

Gabriel Lucifer: „Ja, ich spüre deine Angst, Azrael. Deine Angst vor Robert. Deine Angst dich einem Gegner stellen zu müssen, dem nicht der Sieg gegen seinen Gegner alles bedeutet, sondern für den nur die ultimative Vernichtung des Menschen hinter der Wrestlerfassade zählt. Es ist die Angst, welche du früher bei deinen Gegnern so sehr genossen hast. Es ist die Angst, die nun selbst in dir aufsteigt, eine Angst, die du nun aus einer völlig anderen Perspektive erlebst – als Opfer, nicht als Täter!“ 

 

… eine Angst nicht mehr die Aufgabe erfüllen zu können. Das wären die einzigen Worte, die noch gefehlt hätten, damit sie wirklich alles genau auf dem Punkt getroffen hätten.

 

Azrael Rage: „Was weißt Du schon?“

 

Gabriel Lucifer: „In deiner derzeitigen Verfassung bist du dir schlichtweg nicht sicher, ob du bereit für den Schlächter bist. Robert ist als der große Antagonist stets der finale Kampf eines jeden hier, er steht nicht am Anfang oder in der Mitte einer Karriere, sondern stets an deren Ende! Nach ihm kommt nichts mehr. Das weißt du, denn jedem, der früher gegen dich antrat, erging es genauso.

Indirekt wolltest du die Battle Royal doch gar nicht gewinnen und Blake opfern wie ein Schaf stellvertretend für die Kreuzigung von Jesus Christus.“

 

Das Haupt senkt sich. Ein Gefühl von Regen, bitterer Wahrheit, die ihm hier entgegen geschmettert wird. Es ist furchtbar, dass Gabriel ihn immer noch wie ein offenes Buch lesen kann, anhand seiner Bewegungen und Worte.

 

Azrael Rage: „Ja, Blake Milton ist ein fähiger, junger Mann. Ich respektiere seinen Willen und seine Art… auch wenn ich seinen Umgang nicht schätze.“

 

Ein abwertender Blick zu Lucifer.

 

Azrael Rage: „Aber er ist zu jung, zu unerfahren für einen Gegner, wie Robert… Barker.“

 

Dieser Name! Je näher er dem Gerasy Champion kommt, desto mehr läuft Azrael ein Schauer über den Rücken. Es ist wahr. Er fürchtet sich selbst, hasst sich selbst, aber er fürchtet die Niederlage gegen Robert Barker deutlich mehr… denn sie könnte endgültig sein.

 

Azrael Rage: „Blake Milton ist nicht bereit.“

 

Aber ist Azrael es denn? Er würde verneinen und fast hätte er tatsächlich in einem Anflug von Schwäche Milton die Battle Royal gewinnen lassen. Erst in letzter Sekunde konnte er sich doch dazu durchringen nicht fallen zu wollen und das war zu spät und so entstand der heutige Kampf. Wieder einmal ist Azrael Rage schuld am Unglück eines anderen. Regen…

 

Azrael Rage: „Ich muss Blake Milton besiegen. Ich werde Blake Milton besiegen.“

 

… sagt er und wünscht sich im selben Augenblick die Worte niemals ausgesprochen zu haben. Mit einer Sache hat Gabriel Lucifer so unendlich recht. Früher, in der goldenen, alten Zeit, war alles einfacher.

 

Gabriel Lucifer: „Ich bin davon überzeugt, Blake kann nicht gewinnen! Es wäre einfach auch zu schade um ihn. Irgendwann traue ich ihm zu ein wirklich lohnendes Opfer für den Schlächter zu sein, doch er ist noch ein kleines Lämmchen. Bevor wir ihn schlachten, müssen wir ihn gut füttern, damit er dick und rund wird, denn auch wenn das Fleisch des Lammes so wunderbar zart ist und der Stacheldraht sich genüsslich hineinbohren würde, so ist an einem ausgewachsenen Schaf einfach mehr dran…“

 

Ein heiseres Lachen dringt aus der Kehle des Principals als er zur Unterstützung der Aussage auf Rage zeigt. Ein aufmerksamer Blick von Rage. Irgendetwas ist ihm gerade eben aufgefallen.

 

Gabriel Lucifer: „…Also Azrael, Blake wird doch heute nicht gewinnen, oder?“

 

Die schwarzen Pupillen Gabriels fokussieren die Augen des Regenläufers geradezu fordernd.

 

Ein Silberstreif am Horizont… Nicht nur Azrael Rage fürchtet sich. Auch Gabriel hat eine Angst. Daher also des Pudels Kern. Es geht hier nicht um ein lohnenswertes Opfer für den Schlächter. Es ist Angst um eines der potentiellen Opfer…

 

Azrael Rage: „Welch merkwürdiges Leuchten in Deinen Augen, alter Feind. Jedes Mal wenn Du den Namen des jungen Milton aussprichst, glühen Deine Pupillen… Es geht hierbei weder um die alten Zeiten, noch um Robert…“

 

Ein Schütteln durch den Körper. Dieser Name… dennoch zeichnet sich jetzt kurz ein minimales Lächeln auf dem Gesicht Azraels.

 

Azrael Rage: „Nie zuvor konnte ich ein solches Leuchten in Dir entdecken, oder gar entfachen.“

 

Gabriel Lucifer: „…Eifersüchtig?“

 

Azrael Rage: „…Wie ich schon sagte, es ist nicht wie in alten Zeiten!“

 

Gabriel Lucifer: „…Alte Zeiten, ja. In welcher Zeit lebst du, Azrael? Befindest du dich in der Mitte oder am Ende deiner Karriere? Bist du bereit für dein großes Finale?“

 

Ohne eine Antwort wendet Azrael sich ab und begibt sich mit schweren Schritten in die Richtung aus der er vorhin gekommen ist. Gabriel schaut ihm undefinierbar hinterher und springt dann auf die Dachabsperrung, winkt den unten zahlreich versammelten Schaulustigen zu.

 

Gabriel Lucifer: „Übrigens habe ich keine Höhenangst mehr. Schau, jeder kann seine Angst überwinden, egal wie groß sie ist…“

 

Er balanciert auf der Brüstung und hüpft sogar, wackelt kurz, fängt sich aber, findet das Gleichgewicht und setzt sich lachend hin. Das Schild hat währenddessen die kleine Tür geöffnet. Erneut quietscht sie laut. Rage dreht, wendet seinen Fokus zur legendären Tränenmaske.

 

Azrael Rage: „Dann werden neue, größere Ängste entstehen, denen man sich stellen muss, immer und immer wieder. C’est la vie, Gabriel.“

 

Er hat es ausgesprochen… und zumindest einer Angst damit ins Auge geblickt… aber es war bei weitem nicht die Größte. Dennoch ein kurzes, wenn auch nur vorgetäuschtes Lächeln.

 

Azrael Rage: „Es sind nämlich genau diese Ängste, die Dich antreiben. Du weißt das besser als jeder andere. Wenn Barker Deine neue größte Angst entdeckt, bevor ich ihn entthronen konnte, nun, dann werden wir sehen, ob Du bereit bist für Dein Finale! Drück mir also die Daumen!“

 

Sprach das Schild und entflieht durch die Tür zurück in den Innenraum des Theaters. Zurück bleibt ein nachdenklich dreinblickender Gabriel Lucifer, der sich leicht nervös durch die fettigen Haare streicht, ehe er wütend den noch nicht vollständig zersplitterten Flaschenhals gegen die Balustrade kickt.

 

Gabriel muss seinen Plan wohl ändern… vielleicht sollte Robert davon erfahren, welches Monster nun durch den Kopf des einstigen Teufel spukt…

 

Vincent Craven: „Also ich fasse das mal zusammen: Rage fürchtet sich vor sich selbst, dass er wieder der Teufel werden könnte…“

 

Mike Garland: „Aber er fürchtet sich noch mehr vor Robert Barker.“

 

Vincent Craven: „Das wollte ich gerade sagen, bevor du mich unterbrochen hattest. Aber auch eine Furcht von Lucifer wurde aufgedeckt.“

 

Mike Garland: „Bist du da sicher?“

 

Vincent Craven: „Rage scheint sich sicher zu sein, und eigentlich irrt er sich nicht, wenn es um unseren ehemaligen Principle geht.“

 

Mike Garland: „Aber was bedeutet das für den Undisputed Gerasy?“

 

Vincent Craven: „Bisher bedeutet das nichts anderes, als es vorher auch bedeutet hat. Blake Milton oder Azrael Rage werden gegen den größten Antagonisten, den die PCWA jemals hatte, antreten.“

 

Mike Garland: „Aber um auf Rage zurückzukommen. Wirkt er für dich bereit?“

 

Vincent Craven: „Um ehrlich zu sein, tut er das nicht im geringsten. Im Gegenteil. Je näher er dem Gerasy und seinem Träger, dem Schlächter, kommt, desto mehr wirkt er verunsichert. So, als ob nur noch ein kleiner Schubs fehlt, bis die Angst aus ihm herausbricht und er sich selbst aufgibt.“

 

Mike Garland: „Ich muss gestehen, dass ich auch diesen Eindruck habe. Aber sollte Milton gewinnen heute Abend, wie wird dann Lucifer reagieren?“

 

Vincent Craven: „Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Weder Milton, noch Lucifer, noch Rage sind aktuell zu durchschauen. Die einzigen Dinge, die wir wissen ist, dass es heute Abend einen Number One Contender geben wird und dass die Bedrohung schon lauert. Denn eines ist ohne Zweifel zu sagen: Robert Barker bleibt egal gegen welchen Gegner gewappnet und in Lauerstellung!“

 

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Die Szenerie beginnt mit wackligen Bildern der Elroy Statur auf dem PCWA Gelände. Um genau zu sein mit wackligen Bildern dessen Gesichts. Es sieht aus wie das Werk eines schlechten Urlaubsvideos und wird begleitet von einer Stimme aus dem Hintergrund.

 

„Er sollte eigentlich mein Freund sein“

 

Dann wird das Bild wackliger und schnell wird klar, warum! Der Kamerahalter befestigt die Kamera auf einem Stativ und die Stimme aus dem Hintergrund bewegt sich in den Vordergrund.

 

Es ist RM der sich nun zwischen die Statur und die Kamera stellt.

 

RM: „Ihr dachtet ich würde mich umbringen, oder? Nee, irgendwer hat das schon vor 2 Monaten getan also ist das Gimmick schon besetzt! Auch wenn keiner meiner sogenannten Freunde auch nur irgendwas dafür getan hätte, um es zu verhindern.“

 

Nun deutet RM auf den Großen Elroy. Er schaut in die Kamera und dann auf Elroy und wieder zurück in die Kamera. Dieses Spiel wiederholt sich 3-4 mal und dann verbleibt er in die Kamera guckend.

 

RM: „Er hat gesagt wir sind Freunde! Er hat gesagt ich kann immer auf ihn bauen! Und jetzt?“

 

Der Kuchen grinst. Aber es ist ein Grinsen der Verzweiflung. Das Grinsen eines gebrochenen Mannes.

 

RM: „Er hat mich liegen lassen, wie alle meine sogenannten Freunde in diesem Geschäft? Baron Von Sieg, James D. Parker, Mystique Angel, Kevin Smash, Mad Dog und...“

 

Der Hallenser tritt nun an die Statur heran und schreit sie an.

 

RM: „Du, Elroy Omar Schmidtke!“

 

Ein Spucken gegen die Statur scheint wohl alles andere als eine Respektbekundung und vielleicht auch nicht der beste Weg um die Freundschaft zu erhalten.

 

RM: „So lang ich dir vom Nutzen war, war ich dein Freund und als ich dich brauchte, wo warst du? Bist du ans Telefon gegangen? Hat Kevin Smash meine E-Mails beantwortet oder hat Mad Dog vielleicht den Schlüssel zu seinem Briefkasten verloren? Huh?!“

 

Sagt es und hält sich den Mund zu.

 

RM: „Oh Verzeihung dieses Wort ist jetzt Urheberrechtlich geschützt. Weil Mad Dog nun ein Star ist.“

 

Der Kuchen schüttelt mit dem Kopf. Und schreit in die Kamera.

 

RM: „Ein Star den ich gemacht hab! Wer würde dich ohne mich kennen? Team RMD ohne RM ist nur D. Und was ist schon ein D. Ein Fetter Tanzlehrer aus dem Osten!“

 

Dann dreht er sich wieder zur Statur.

 

RM: „Und er kriegt eine Statur“

 

Wieder schüttelt er mit dem Kopf...

 

RM: „Wo ist meine Statur? Warum kriegt er alles und ich verliere alles?“

 

Der Kuchen sackt in die Knie. Ein gebrochener Mann.

 

RM: „Ich hab alles verloren wegen diesem Business. Mein Geld, meine Freunde, meine Familie und meine Würde und trotzdem komm ich nicht los davon.“

 

Eine Träne rinnt ihn über das Gesicht.

 

RM: „Es ist wie Heroin. Es zerfrisst deine Seele und zerstört deinen Körper und wenn du einmal damit angefangen hast. Kommst du nicht mehr davon los.“

 

Er schaut auf den Boden die Fettigen Haare schlagen vor das Gesicht.

 

RM: „Ich habe so oft versucht davon los zukommen. So viele haben es versucht. Wir sind alle Gescheitert. Gescheitert beim Versuch Clean zu werden. Es gibt keine Methadon für dieses Heroin“

 

Der Kuchen steht wieder auf.

 

RM: „Fuck!“

 

RM rauft sich die Fettigen Harre.

 

RM: „Lass mich in Frieden! Lass mich endlich los!!!“

 

Die Hände bedecken das Gesicht.

 

RM: „Ich...Ich kann das nicht mehr...“

 

Er schmeißt die Kamera um und damit endet das Video.

 

Mike Garland: „Und ein weiterer alternder Star. Er kann sich eigentlich gleich mal bei Valkos blicken lassen, vielleicht können sie ein wenig zusammen ihre Sucht betrauern…“

 

Vincent Craven: „Nun sei nicht so… anscheinend hat sich um RM ja wirklich niemand gekümmert. Und eben tat er dir ja auch noch leid.“

 

Mike Garland: „Ja, aber diese Entschuldigungen lass ich nicht gelten. Schließlich waren es alles Zweckverbindungen, die er da aufzählt… jetzt zu sagen, es ging um den Vorteil des anderen, ist Augenwischerei.“

 

Vincent Craven: „Ich weiß nicht, ob es alles Zweckbeziehungen waren. Ich denke RM meinte es durchaus ernst mit seinen Freundschaften.“

 

Mike Garland: „Na, selbst wenn… dann haben ihm Elroy oder auch MD doch mehrmals deutlich gemacht, dass sie dies nicht so sehen.“

 

Vincent Craven: „RM ist halt ein Idealist. Mir tut er jedenfalls leid. Ich hoffe er zieht nun aber nicht die falschen Schlüsse aus seiner Trauer.“

 

Mike Garland: „Vielleicht können ihn seine Fans ja aufbauen.“

 

Vincent Craven: „Einen gewissen Kultstatus hat er. Aber ich glaube nicht, dass er auf so viel Fanzuspruch hoffen kann.“

 

Mike Garland: „Na, aber ein Fan bestimmt – er hat ‚huh‘ gesagt!“

 

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Der Keller des PCWA Theatres ist nicht unbedingt die Bühne für große Auftritte. Stattdessen spielen sich hier, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, oftmals Szenen ab, an denen die eher zwielichtigen Gestalten beteiligt sind. Leute, denen nicht allzu viel an großer Aufmerksamkeit gelegen ist.

 

Vermutlich hat Kerry & Gaelic hier auch deswegen kürzlich einige versteckte Kameras angebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, die Zahl der häufigen Off-Camera-Szenen zu senken, allerdings auch mit dem angenehmen Nebeneffekt, in Zukunft viel besser über das Geschehen informiert zu sein.

 

Vermutlich wären Kerry & Gaelic ohne die Kameras auch die folgenden Szenen entgangen.

 

+ Zoom In +

 

Der dunkle Kunststoff seiner Maske lässt Mad Dog in dieser Umgebung nahezu unheimlich und bedrohlich erscheinen. Wie ein Schatten schält er sich aus der Dunkelheit, als die Kamera ihn eingefangen hat. Leise hören wir seine Stimme, können aber nicht genau verstehen, worüber er spricht. Eine weitere Person scheint bei ihm zu sein, die wir aber nur als dunkle Silhouette erkennen können.

 

+ Cut +

 

„Wo bringst du mich hin?“

 

Patricias Stimme klingt fragend, aber auch neugierig. Robert Barkers Antwort dagegen ist klar und kalt. Die Antwort des Schlächters.

 

Schlächter: „Das wirst du schon sehen.“

 

Wir erkennen die beiden eine Treppe hinunter huschen. Robert Barker scheint es eilig zu haben, denn er geht mit großen Schritten und lässt jede zweite Stufe aus, während er Patricia an der Hand hinter sich her zieht. Das „Living Dead Girl“ kichert mit deutlich dreckigem Unterton.

 

Patricia: „Willst du etwa hier im Keller über mich herfallen, wo niemand meine Schreie hört? Scheiße, das macht mich total…“

 

Weiter kommt sie nicht, denn Barker unterbricht sie recht rüde, während er eine Brandschutztür öffnet und die beiden über einen Flur gehen.

 

‚Schlächter‘: „Nein. Ich bewahre hier einige… Dinge auf. Kleinigkeiten für unseren heutigen Auftritt.“

 

Patricia blickt ihn fragend an.

 

Patricia: „Warum bewahrst du etwas im Keller auf? Hast du keine Kabine, um deinen Krempel zu verstauen?“

 

‚Schlächter‘: „Der Keller ist sicher, meine Kabine nicht. Ich hätte die Schlüssel direkt nach dem PPV kriegen sollen, stattdessen habe ich sie erst vor gut einer Woche erhalten. Im besten Fall will mich nur jemand nerven, im schlimmsten Fall hat jemand mittlerweile einen Zweitschlüssel und kann jederzeit ein- und ausgehen. Dieses Risiko gehe ich heute nicht ein.“

 

Die beiden erreichen einen abseits gelegenen Heizraum. Patricia stutzt. War dies nicht der Raum, in dem sie kürzlich ihren Vater dabei überraschte, wie er…

 

Nein, es musste sich dabei um einen Zufall handeln. Oder etwa doch nicht? Patricia verwirft diesen Gedanken so schnell wie möglich wieder.

 

Robert Barker blickt sie an. Sein Blick ist eiskalt.

 

‚Schlächter‘: „Wir halten uns an einen straffen Zeitplan. Du tust was ich sage. Egal was ich sage. Keine Widerworte, keine Fehler!“

 

Patricia verdreht die Augen und stöhnt leicht.

 

Patricia: „Erzähle es mir. Jedes Detail. Ich kann es kaum erwarten und möchte alles wissen. Erzähle mir, wie wir ihn…“

 

Sie öffnet die Augen wieder. In ihrem Blick erkennen wir deutlich Gier und Verlangen.

 

Patricia: „… erzähle mir, wie wir ihn SCHLACHTEN werden.“

 

‚Schlächter‘: „Zuerst müssen wir vermutlich ein paar Unschuldige ausschalten.“

 

Die lapidare Art wie er den unheilschwangeren Satz dahinsagt und wie er ‚Unschuldige‘ betont lässt sie ungewollt aufstöhnen.

 

‚Schlächter‘: „Ist das ein Problem für dich? Leute für Dinge zu richten, die jemand anders getan hat? Hast du ein Problem damit unschuldiges Blut zu vergießen?“

 

Bestimmtes Kopfschütteln. Patricia fährt sich mit der Zungenspitze über die Lippen.

 

‚Schlächter‘: „Ausgezeichnet. Denn wir werden heute Abend ein Kunstwerk kreieren. Blut ist unsere Farbe, Stacheldraht der Pinsel und Schmerz unsere Muse. Wir werden ihn verändern… wir werden zerschneiden, zerreißen und zertrümmern, bis er regungslos vor uns liegt, unfähig dazu um Gnade zu winseln… und DANN beginnt es erst richtig… gemeinsam werden wir ein Zeichen setzen und die Welt wird vor uns zittern!“

 

Gemeinsam.

 

Patricia schmiegt sich an ihn. Deutlich spürt der Schlächter, wie ihre Hände unter seine Kleidung gleiten und ihre Fingernägel blutige Spuren auf seiner Haut hinterlassen. Nur mit Mühe kann er sich einige lustvolle Laute verkneifen.

 

Patricia: „Hrr… die Sache bei Noah war heiß, aber das hier macht mich wirklich an…“

 

Sie packt Barkers Kinn und zieht seinen Kopf ruckartig zu sich heran. Ihre Zunge sucht seinen Mund und Sekunden später beginnt die Angelegenheit, nicht mehr jugendfrei zu werden. Der Schlächter genießt die aufsteigende Erregung genau wie den ihn plötzlich durchzuckenden Schmerz und das Blut, welches sich in seinem Rachen sammelt.

 

+ Cut +

 

Wieder erkennen wir Mad Dog. Die Erwähnung des Kellers vor dem Opener hatte ihn nicht in Ruhe gelassen. Die Neugier obsiegte. Der Night Fighter scheint sich immer noch angeregt mit jemandem zu unterhalten. Diesmal verstehen wir einige Wortzfetzen.

 

„… neue Konstellationen… neue Bündnisse… neue  Optionen…“

 

„… Misstrauen darüber nachdenken… geheim halten…“

 

Mad Dog und der andere Mann scheinen sich einig zu sein. Hände werden geschüttelt, dann verlässt die zweite Gestalt die Szenerie. Der verrückte Hund bleibt alleine zurück. Auch wenn er eine Maske trägt, so erkennen wir doch, dass er nachdenklich ist.

 

In diesem Moment wird die Tür geöffnet.

 

+ Cut +

 

„Mad Dog.“

 

Die Stimme des Schlächters klingt wenig überrascht, als er dem Night Fighter unvermittelt gegenüber steht.

 

Mad Dog: „Barker…“

 

Der Mann ohne Grenzen fährt sich mit der rechten Hand durch die Haare, um das Gesicht frei zu machen.

 

‚Schlächter‘: „Diesen Namen habe ich abgelegt, Mad Dog, also nenn mich Schlächter, so wie alle anderen auch… ich habe mir diesen Namen verdient.“

 

Im allgemeinen Hintergrundlärm des Kellers kann man ein kurzes, schabendes Geräusch vernehmen, auch wenn versucht wurde so leise wie möglich zu sein.

MD schüttelt mit dem Kopf. War es nicht das, was er eben im Gespräch mit Smith angesprochen hatte?

 

Mad Dog: „Verdient? So wie du den da „verdient“ hast?“

 

MD funkelt Barker und seinen Gerasy an. Fährt mit der Hand nach vorne, um wenigstens einen Funken seines Traumes zu stillen, um wenigstens eine Sekunde das Gold zu spüren… um wenigstens…

 

Mad Dog: „Du hast dir gar nichts verdient, Robert. Du hast auch nichts bewiesen. Genau, wie deine Schlachtungen nichts bewiesen haben – wir wussten, dass du über Leichen gehst. Bring mal was Neues!“

 

Mad Dog war nicht wie Barker, denn MD hätte nach solch einem Titelgewinn nicht den Heiland für Arme spielen können. Langeweile über die immer gleichen Anschuldigungen lassen den Schlächter mit den Augen rollen. An einer Stelle bleiben sie etwas länger stehen.

 

‚Schlächter‘: „Ich habe getan, was du nicht konntest, also spar dir deinen Spott, Hündchen.“

 

Der Nightfighter knurrt ihn aggressiv an.

 

Mad Dog: „Richtig!“

 

Der Night Fighter konnte es nicht, weil er es selbst bereits gemacht hatte. Als er cWc World Champion wurde, machte ein vorangegangener Eingriff jedes Erfolgsgefühl zunichte. Es war nicht die Erfüllung des Traumes, sondern ein weiterer… Aufschub. Es war ein Scheitern, so wie eine Niederlage ein Scheitern gewesen wäre. Und so fristet MD sein Dasein mit dem Verlangen endlich das Ziel zu erreichen… das so lang ersehnte.

 

Mad Dog: „Mit dem Gerasy rumlaufen und so tun, als hättest du ihn verdient, obwohl nur deine Schergen dafür sorgten. Den König spielen, obwohl die Krone gestohlen wurde? Eine neue Regierung ausrufen, obwohl die Wahl nicht gewonnen wurde? Nein, Robert, nein, das kann ich nicht!“

 

Kurz neigt sich das Haupt des verrückten Hundes. Sein Blick geht ins Innere der Maske. Vielleicht könnte sie es? Mit Sicherheit könnte sie es… aber sie ist nicht dazu da, um den grässlich hässlichen Weg bis ans Ende zu gehen. Nein, das muss er alleine machen.

 

Missmutig betrachtet MD im Moment der Stille Barker.

 

Mad Dog: „Was willst du hier, Robert? Versteckst du dich?“

 

‚Schlächter‘: „Ich verstecke mich nie. Ich bin die Angst und ich bin allgegenwärtig. Ich bräuchte am heutigen Abend nicht einmal hier auftauchen und doch wäre ich das Thema in jedem zweiten Einspieler und jeder Promo. Ich bin überall und solltest du jemals denken, dass ich mich verstecke, dann geh lieber schnell in Deckung, denn im nächsten Moment werde ich hinter dir stehen und dir das Genick brechen!“

 

In seinen Worten liegt ein ehrlicher, leidenschaftsloser Hass.

 

Mad Dog: „Du wirst mir von hinten das Genick brechen? Ja, das passt zu dir und deinem Methoden, Robert. Feige, unfair, illegal. Nur so kannst du agieren und nur so kannst du gewinnen… hättest du nicht deine ANGST gehabt, wärst du heute nicht Champion! Du verdienst diesen Titel nicht!“

 

Der Champion schüttelt den Kopf, aber es scheint nicht an die Worte des Nightfighters gerichtet zu sein.

 

‚Schlächter‘: „Du bist genauso naiv wie der Rest der Versager, die nicht den Mumm haben den Abzug zu drücken.“

 

Eine geschmacklose Anspielung. Alles nur um Mad Dog wütend zu machen. Um ihn abzulenken.

 

‚Schlächter‘: „Ich habe mich für diese Art des Titelgewinns entschieden, weil mein Sieg längst entschieden, weil er überfällig war. Der Undisputed Gerasy Titelgürtel gehört um meine Hüften, denn ich habe ihn gewonnen! Nicht, weil ich die ANGST erschaffen habe, sondern weil ich der gottverdammt beste Bastard in der PCWA bin!“

 

Nein, dieses Mal lässt er sich nicht provozieren. Barker wusste immer noch nicht, wen er da vor sich stehen hatte. Er wird sich noch wundern, denkt MD, sehr wundern.

Grinsend leckt der Hund mit seiner Zunge über die Lippen.

 

Mad Dog: „Mal sehen wie lange du noch Gerasy bleiben wirst…“

 

‚Schlächter‘: „Was soll das heißen? Meinst du Rage und Milton? Rage ist ein Schatten seiner selbst, das werdet ihr noch früh genug sehen, dafür sorge ich schon. Und Milton? Ich…“

 

Der Hund unterbricht ihn rüde.

 

Mad Dog: „Nein. Ich rede nicht von den beiden. Ich rede vom Quest For The Best Turnier… ich rede von einem Match seiner Wahl für den Sieger… ich rede von einem Titelmatch beim Brawlin Rumble… meinem Titelmatch!“

 

Ein zähnefletschendes Grinsen zeichnet sich in unter seiner Maske ab. Er hatte seinen Zenit noch nicht erreicht und noch nicht überschritten. Er war kein alter Mann wie Reynolds und er hing auch nicht am letzten Faden wie Smith dies tat. Nein, er hatte noch ein wenig Zeit… Zeit, sein Ziel zu erreichen. Und das Ziel, dies stand direkt vor ihm.

 

Mad Dog: „Deswegen hoffe ich, dass du beim CORE wieder irgendeine deiner Aktionen geplant hast und das Match mit dem Titel verlässt, denn nachdem ich die Quest gewonnen habe, werde ich mir holen, was mir gehört!“

 

‚Schlächter‘: „Dafür musst du es erst einmal bis zum Rumble schaffen, Mad Dog, denn ich beginne schon jetzt genug von dir zu haben. Ich denke es ist Zeit, dir Benehmen beizubringen…“

 

Der Schlag trifft Mad Dog unvermittelt. Ein heftiger Hieb, geführt mit vollem Schwung, der seinen Hinterkopf trifft. Für einen Moment ist da nur die Überraschung über diese unerwartete Attacke, die Mad Dog durch den Kopf geht. Dann aber obsiegt der Schmerz und er sackt in sich zusammen. Im Fallen erkennt er, dass Patricia Selladore hinter ihm steht. In ihren Händen hält sie ein abmontiertes Heizungsrohr.

 

Patricia: „Ouch. Das tat vermutlich weh.“

 

Fast mitleidig blickt sie auf den verrückten Hund hinab.

 

Patricia: „Weißt du, eigentlich fand ich dich immer ganz putzig. Aber ich habe dir gesagt, dass ich das Turnier erreiche… und da du den unglaublichen Fehler begangen hast, unser Match zu gewinnen, muss ich dich eben ausschalten. Uh. Das ist ein Problem. Zumindest für dich.“

 

Sie verpasst ihm einen heftigen Tritt mit ihren schweren Doc Martens in die Seite. Unschuldig blickt sie zu Robert Barker hoch.

 

Patricia: „Darf ich? Ich war auch ein ganz braves Mädchen.“

 

Ein eiskaltes Lächeln umspielt Robert Barkers Miene.

 

‚Schlächter‘: „Tob dich aus, wenn es dich heiß macht. Du hast fünf Minuten. Dann haben wir zu tun. Es gibt danach noch größeres vorzubereiten, er ist wie üblich nur zweite Wahl…“

 

Es ist ein hässliches Lachen, das Patricias Kehle entrinnt. Sie zieht etwas aus der Tasche. Ein Springmesser. Ein leises Klicken, als sie die Klinge herausfährt. Das ratschende Geräusch, als sie Mad Dogs Kleidung zerschneidet ist weitaus weniger schrecklich als seine gurgelnden Schreie, als das Messer Haut- und Muskelfasern zertrennt. Schreie, die in Mark und Knochen gehen. Schreie, unter die sich Worte mischen. Worte, die kaum zu verstehen sind. Kaum zu hören. Ein letztes Bellen. Ein letztes Knurren. Ein letztes Beißen.

 

Mad Dog: „…kein… Beweis…“

 

Ruhig blickt Robert Barker sich die schreckliche Szene an. Er spürt, wie die Erregung in ihm wächst und zündet sich eine Zigarette an.

 

Als Adam Reynolds aus dem Schatten neben ihn tritt, wendet er nicht einmal den Blick.

 

‚Schlächter‘:  „Er wird denken, du hättest ihn in eine Falle gelockt.“

 

Der ehemalige ‚Last Warrior‘ seufzt leise.

 

Adam: „Vor Spekulationen ist man im Leben nie sicher. Ich werde ihn nicht daran hindern können, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Armer Mad Dog.“

 

Stirnrunzelnd betrachtet er Patricia und ihr wehrloses Opfer. Dabei steckt er sich eine Zigarette an.

 

Der Mann ohne Grenzen beobachtet das grausige Schauspiel weiter. Sieht ein wildes Tier, das sich seinen Instinkten hingibt und kann es genießen. In diesem Moment weiß er nicht, wer von ihnen beiden kranker im Kopf ist. Was er allerdings genau weiß, ist, dass sie heute Nacht eine Narbe teilen würden.

 

‚Schlächter‘: „Patricia… Was zum Teufel stimmt nicht mit ihr?“

 

Adam blickt ihn lange und nachdenklich an.

 

Adam: „Es ist das, was die Welt mit uns allen macht. Wir sollten die Augen nicht davor verschließen. Ich weiß das, du weißt das.“

 

Schweigend betrachten die beiden Patricias Tun weiter. Nach einigen Minuten, die uns jedoch wie Ewigkeiten vorkommen, beendet ein gebelltes „Stop“ das schreckliche Schauspiel.

 

Patricia tritt auf den Schlächter zu. Ihr Shirt und auch das Gesicht sind blutverschmiert. Haare und Hautfetzen – weder ihre Haare, noch ihre Haut – kleben ihr in blutigen Klumpen an der Kleidung. Sie atmet schwer.

 

‚Schlächter‘: „Lebt er noch?“

 

Patricia grinst.

 

Patricia: „Sonst würde es keinen Spaß machen.“

 

‚Schlächter‘: „Gut. Das war der erste Akt. Crescendo.“

 

Ihr Vater hat sich derweil abgewandt und steht nun einige Schritte von den beiden entfernt.

 

Adam (leise zu sich selbst): „Das Energico kommt erst noch…“

 

Mike Garland: „Verdammt… diese verdammte ANGST!“

 

Vincent Craven: „Patricia schneidet MD die Haut weg… ist das ekelhaft!“

 

Mike Garland: „Da müssen sofort Sanitäter runter! Ich glaube sie sind auch bereits auf dem Weg…“

 

Vincent Craven: „Ob ihn Reynolds dorthin gelockt hat?“

 

Mike Garland: „Tja… das kann sein. Ich verstehe sowieso noch nicht, welche Rolle er in diesem Team spielt. Ich weiß nur, dass diese Attacken aufhören müssen. Das ist einfach zum Kotzen…“

 

Vincent Craven: „Ja, wir sind hier in einer Wrestlingshow und nicht auf dem Schlachthof.“

 

Mike Garland: „Richtig… das Wrestling muss im Vordergrund stehen.“

 

Vincent Craven: „Und deshalb sollten wir nun auch keinen Kommentar an der ANGST verschwenden, sondern unserem zweiten Match entgegen fiebern. Mad Dog sollte derweil von unseren Ärzten und Rettungssanitätern gut versorgt werden.“

 

Mike Garland: „Dann warten wir auf seinen Stablekameraden Blaze, den Amerikaner John Smith und den Hamburger Pavus Maximus. Viertelfinale Nummer 2 steht an!“

 

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Die Toten Hosen – Pushed Again. Die Hallenbeleuchtung wird gedimmt, während auf der Videoleinwand Szenen von einem trainierenden John Smith und einige Best-of Szenen aus der Vergangenheit gezeigt werden. Die Fans in der Halle sind schnell in Stimmung gebracht, die ersten Pfiffe und Buh-Rufe sind zu hören, während die ersten Takte des Songs zu hören sind.

 

Whispering voices in my head,
sounds like they're calling my name.
A heavy hand is shaking my bed,
I'm waking up and I feel the strain.

 

 

I'm feeling
pushed again

 

Mike Garland: „Wir sind alle gespannt, was John heute leisten kann. Große Töne hat er ja so oder so wieder gespuckt. Aber das hat er auch vor den Matches gegen Nowak und Rage.“

 

Vincent Craven: „John dürfte sich andererseits all dessen bewusst sein. Das dürfte wirklich DIE letzte Chance für ihn sein, es noch einmal allen zu zeigen. Sonst wird er wohlmöglich demnächst mit kleinen Indy-Ligen als Clown durch die Lande ziehen.“

 

Mike Garland: „Mancher hier im Publikum würde ihm das nur zu sehr wünschen, befürchte ich.“

 

Vincent Craven: „Man mag von seinen Aktionen halten, was man will. Aber eines muss man ihm lassen: Er hat immer noch das gewisse Etwas irgendwo in sich. Das wäre schon ein Verlust für uns …“

 

Why should I go where everyone goes?
Why should I do what everyone does?
I d
on't like it when you get too close,
I don't wanna be under your thumb.

 

I'm feeling
pushed again

 

In den Schatten unter dem Aliera Throne zeichnet sich die Silouhette des Mannes ab, der hier erneut versuchen will, seine eigene Reputation in der PCWA zu retten. Endlich den ersten Sieg nach seinem Comeback zu feiern.

 

Jane Nelson: „Meine Damen und Herren, der erste Teilnehmer dieses Quest 4 the Best Viertelfinals, mit einem Kampfgewicht von 92kg bei einer Größer von 1,89m … Aus New York City / USA …“

 

Rechts und links der Bühne wird ein Feuerwerk abgefackelt, als der ehemalige Undisputed Gerasy Champion hinein ins Scheinwerferlicht tritt. Schwarzer Kapuzenpulli, schwarze Hose, schwarze Stiefel. Meine Damen und Herren …

 

John Smith
<the ultimate weapon>

 

Das Feuerwerk ist beendet und das ist das Zeichen für den US Amerikaner. Er setzt sich in Bewegung. Die Pfiffe und Unmutsbekundungen aus allen Richtungen ignoriert er. Im Ring angekommen, entledigt er sich seines Kapuzenpullis und begibt sich in den Ring. Dort empfängt ihn bereits Referee Johannes Ulrich.

 

Mike Garland: „Die Ganzkörperdurchsuchung gefällt ihm offensichtlich gar nicht. Aber das hat er sich selbst zu zu schreiben. Da kann er uns so sehr versichern wie er will, dass er auf keine Tricks zugreifen möchte heute …“

 

Vincent Craven: „Mad Dog—selbst kein Kind von Traurigkeit—hat ihm das vorher ja auch nicht ganz abgenommen. Kein Wunder, wenn wir uns seine Aktionen gegen Rage vor Auge führen.“

 

Mike Garland: „Aber unser Ringrichter scheint nichts gefunden zu haben. Es kann also weiter gehen mit dem nächsten Matchteilnehmer …“

 

Die Arena verdunkelt sich, kaum die Hand ist vor den eigenen Augen zu sehen, nahezu die vollkommene Dunkelheit, allerdings nur kurz, denn sofort zucken regelrechte Lichtspots in einem dunkeln Blau durch das PCWA Theater.

 

ICH WILL…

 

Die Lichtspots weiten sich aus, durchfluten die Halle, erhellen sie wieder, ein kühles Blau, welches sofort den Eindruck verschafft, dass es gute 5 Grad kälter ist, während die Blicke immer noch den Entrancebereich fokussieren, diesen erfassen.

 

ICH WILL…

 

ICH WILL…

 

Der Vorhang wird zurückgeschlagen und aus dem dunkel der Katakomben tritt der Hamburger Jung, Pavus Maximus in die blau gefüllte Arena, betritt die Stage und ihm schlägt sofort der Jubel der Massen entgegen.

 

ICH WILL…

 

ICH WILL…

 

Der Hamburger setzt nun einen Fuß vor den anderen, setzt seine nicht unerhebliche Masse in Bewegung und schreitet langsam die Stage hinunter, während er ein leichtes Grinsen aufsetzt. Gilt dieses Grinsen nun der ihm entgegengebrachten Sympathie oder ist es die Vorfreude auf sein Match gegen John Smith & Blaze?

 

Ich will dass ihr mir vertraut.
Ich will dass ihr mir glaubt.
Ich will eure Blicke spüren.

Ich will jeden Herzschlag kontrollieren.

 

Pavus klatscht mit einigen Fans ab, die ihm euphorisch die Hände entgegenstrecken.

 

Ich will eure Stimmen hören
Ich will die Ruhe stören
Ich will dass ihr mich gut seht
Ich will dass ihr mich versteht

 

Bei den Lyrics, brandet lauter Jubel auf, die Crowd unterstützt das Verlangen des Textes, indessen der Hamburger am Seilgeviert angekommen ist, das Grinsen immer breiter wird und er über Ringtreppe, Apron und Toprope den Ring betritt.

 

Ich will eure Phantasie
Ich will eure Energie
Ich will eure Hände sehen
Ich will in Beifall untergehen

 

Die Fans tun, wie ihnen befohlen und spenden Pops vom feinsten, klatschen und grölen sich die Seele aus dem Leib. Pavus scheint das sehr zu gefallen, denn er breitet seine Arme aus und lässt die Stimmung auf sich wirken, saugt sie regelrecht in sich auf, bevor er eine kleine Runde im Ring dreht und alle 4 Ringecke abklopft.

 

Seht ihr mich?
Versteht ihr mich?
Fühlt ihr mich?
Hört ihr mich?

 

In der letzten Ringecke angekommen, steigt Pavus hinauf und schreit die Lyrics regelrecht mit, schreit sie in die Arena heraus und bekommt die Antwort der Crowd sofort entgegengeschleudert.

 

„Könnt ihr mich hören?“

 

„Wir hören Dich!“


“Könnt ihr mich sehen?“

 

„Wir sehen Dich!“

 

„Könnt ihr mich fühlen?“

 

„Wir sehen Dich!“

 

Der Hamburger steigt aus der Ringecke herunter, applaudiert in die Menge um den Leuten so seinen Respekt zu zollen für die Unterstützung die ihm entgegengebracht wird. Das Theme verstummt, die Arena bekommt ihre ihr zugedachte Beleuchtung zurück – jetzt bedarf er keiner weiteren Worte… jetzt sollen Taten folgen.

 

…to the other side

Zu den Klängen von Sirenias „The Other Side“ betritt der Pyromane steinernen Blickes die Halle. Feuersäulen untermalen das Intro des Liedes, Blitzlichtgewitter setzt mit den Drums ein. Stolz blickt der die eherne exekutive Gewalt durch das Publikum. Seine Augen fixieren die Ferne, starren ins Leere und wirken doch so fokussiert.

There’s a light and a darkened road
There’s a night and a fading hope

Sein Streben nach Rache ist gleichzeitig auch sein Streben nach Erlösung. Er will sich und die Welt befreien, der Sieg im Quest 4 The Best soll ihn endlich wieder an die Spitze bringen. Er will kämpfen, schwitzen, bluten.

There was a dream that once was mine
But now it seems it has passed with time

Ein schmales Lächeln ziert die Lippen des Kubaners, als der Jubel um seine Person noch weiter aufbrandet. Langsam nimmt er seine Gegner ins Visier, hält mit stetig langsamen Gang und seinem Ziel vor Augen auf sie zu. Schließlich erreicht er den Ring.

There’s a voice inside my head
There’s a hope, now long since dead

Mit einem kurzen Sprung aus dem Stand und dem Griff zu den Seilen bringt er sich auf Augenhöhe. Nun wartet er kurz ab, mustert seine Gegner und durchschaut sie wie ein Stück Kristall. Schließlich spannt er seine Arme an, lässt sie auseinander gleiten, ballt die eine Hand zur Faust und lässt sie krachend in die andere knallen. Der Rächer ist bereit zu richten.

It’s all a wonder, will I abide
I hear you calling from the other side

 

2nd Match
-Möge der Beste gewinnen-
Quest for the Best - Viertelfinale 2
Triple Threat

 vs.  vs.

Referee Johannes Ullrich geht noch einmal mit allen Teilnehmern durch, dass er hier ein sauberes und faires Match leiten will.

 

Mike Garland: „So kennt man Ullrich. Überaus gewissenhaft bei der Arbeit.“

 

Vincent Craven: „So sehr ich doch seine Ausführung der Sicherheitsregeln hier bewundere, würde es mich jetzt freuen, wenn er endlich das Match anläuten lassen würde.“

 

Mike Garland: „Ja, er fängt doch schon an.“

 

Und tatsächlich ertönt jetzt der Ringgong.

 

Vincent Craven: „Sofort stürzt sich Blaze hier auf Smith, welcher wohl von so viel Elan geradezu überrascht wirkt.“

 

Mike Garland: „Mehrere harte Schläge prasseln auf Smith ein, aber da ist Pavus.“

 

Der Hanseat zieht sofort Blaze zurück und will seinerseits wohl auf Smith, aber dies wird stattdessen gleich mit einem harten Knee Drop in den Rücken von Pavus bestraft. Blaze ist hier wie von der Tarantel gestochen. Wieder ist sein Ziel sofort Smith, welcher wieder mit harten Schlägen und Kicks zurück getrieben wird und nun in der Ringecke angekommen ist. Blaze scheint vollkommen von sinnen auf ihn einzuprügeln. Nach etwa zehn Schlägen geht Johannes Ullrich in seiner Funktion als Referee dazwischen und zieht Blaze weg, welcher wohl sogar kurz verwarnt wird, dass Ullrich dieses Match leitet und keine Unfairness zulassen wird. Die Rache muss sich kurz zusammenreißen, dass sie von Wut und Adrenalin nichts Dummes tut, aber geht dann wieder zur Sache.

 

Vincent Craven: „Jetzt weiß Ullrich mich zu beeindrucken.“

 

Blaze hat sich nun mit Pavus in den Tie Up begeben, aber diesen kann Blaze aufgrund der Kraft des Wikingers unmöglich gewinnen. Stattdessen muss er in einen Hammer Log. Der Arm des Kubaners wird abermals umgedreht und so muss Blaze jetzt die Rolle nach vorne machen und landet auf seinen Rücken. Doch sofort steht er wieder und ein greift sich Pavus. Whip In, aber dieser wird natürlich reversalt von dem Hünen. Blaze federt aus den Ringseilen und kommt mit einer harten Flying Clothesline angeflogen, die punktgenau trifft und Pavus auf den Boden der Tatsachen und auf den Boden des Ringes knallen lässt. Schnell steht der Rächer wieder und packt sich Pavus, welcher ebenfalls wieder aufstehen will. Ein harter Kick an den Hinterkopf des Zweimetermannes lässt diesen in die Seile torkeln. Blaze nimmt wieder etwas Maß und rennt los. Harte Clothesline gegen den Koloss und diese lässt Pavus über das Seil fliegen.

 

Mike Garland: „Oh, da ist Pavus hart aufgekommen.“

 

Vincent Craven: „Dafür scheint sich Smith von dem ersten Aufeinandertreffen mit Blaze erholt zu haben. Die Ultimative Waffe steht bereit, und nähert sich langsam Blaze.“

 

Mike Garland: „Doch der Kubaner scheint darauf eher gewartet zu haben, wenn ich das richtig erkenne.“

 

Vincent Craven: „Jetzt teilen John Smith und Blaze einige sehr hässlich Worte aus.“

 

Mike Garland: „Da fliegen die Schläge! Dieses Mal prügeln beide aufeinander ein.“

 

Tatsächlich gleicht das Ganze in diesem Moment mehr einer Barschlägerei als ein einem Wrestlingmatch. Smith und Blaze schlagen vollkommen ohne Schutz, oder Taktik aufeinander ein.

 

Mike Garland: „Glaubst du Blaze kann ewig dieses Tempo halten?“

 

Vincent Craven: „Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Er hat seit Beginn des Matches sofort voll Gas gegeben und das wird er gegen einen erfahrenen Gegner, wie Smith, der sich seine Kraft mit Sicherheit einteilen wird, auch nicht durchhalten.“

 

In der Tat scheinen sich in diesem Moment einige Verschleißerscheinungen bei Blaze deutlich zu machen. Smith weicht einem Schlag weg und kommt so hinter den Kubaner. Der US-Amerikaner umschließt seinen Gegner sofort und es folgt ein krachender German Suplex. Die Brücke wird gehalten und Ullrich ist sofort da, um das Cover zu zählen.

 

Eins

.

.

.

Zwei

.

Kick Out!

 

Vincent Craven: „Das war natürlich noch zu früh, aber ein guter Versuch.“

 

Mike Garland: „Aber guck dir mal Smith an. Der hält Blaze einfach fest und rafft sich wieder auf!“

 

Ein weiterer harter German Suplex folgt. Doch anstatt jetzt endlich loszulassen, kommt es ganz anders. Smith erhebt sich wieder und zerrt den Rächer wieder mit. Noch ein German Suplex! Erst jetzt muss Smith lösen und dabei hat er nicht auf seine Umgebung geachtet. Stattdessen steht er auf und wird sofort von der gewaltigen Pranke von Pavus Maximus gepackt. Smith will zuschlagen, aber der Arm wird einfach von dem Nordmann festgehalten. Headbutt Serie. Mehrere harte Headbutts preschen gegen den Schädel von Smith, und als der Wikinger ihn loslässt, fällt Smith zu Boden und hält sich mit Schmerzen seinen Kopf. Doch eigentlich hat Pavus kein Interesse daran jetzt nachzulassen. Im Gegenteil. Smith wird einfach gepackt und mit einem Choke Toss durch den halben Ring befördert. Noch einmal will Pavus Maximus dies ansetzen, aber stattdessen sticht Smith ihm einen Finger ins rechte Auge.

 

Mike Garland: „Eye Poke!“

 

Vincent Craven: „Die feine englische Art ist das aber nicht. Hat Smith nicht extra noch einmal betont, dass er fair wrestlen will und es allen damit beweisen möchte?“

 

Mike Garland: „Es war ja nur ein Eye Poke und kein Chair Shot. Ich denke das kann man zwar als unschön, aber nicht unfair bezeichnen.“

 

Nur langsam erhebt sich John Smith mit Hilfe der Seile, aber sofort beäugt er sein Ziel. Es ist natürlich der riesige Pavus, welcher in diesem Augenblick auch wieder angeschossen kommt. In letzter Sekunde kann Smith jedoch ausweichen und so kracht der Hanseat in die Ringecke. Sofort will Smith den zurücktorkelnden Pavus einen Reverse DDT verpassen, aber dieser hält sich in den Seilen fest und so kann Smith gegen die Kraft von Pavus auch mit seinem Gewicht nichts machen. Stattdessen fängt sich die ultimative Waffe einen harten Elbow gegen die Nase und torkelt zurück. Stattdessen hat der Wikinger sich wieder gefangen und geht wieder zu Smith, welcher immer noch sein Ziel ist. Ein wilder Schlagabtausch zwischen den Beiden beginnt.

 

Vincent Craven: „Vergessen die Beiden nicht irgendwas, oder besser gesagt irgendwen?“

 

Verbissen aus dem Nichts prescht Blaze nach vorne und überrumpelt seine beiden Gegner, die sich gerade in einem Schlagabtausch in der Mitte des Ringes befinden.

 

Mike Garland: „Aus dem Lauf heraus! TORCH OF CHANGE!“

 

Vincent Craven: „Der Running Liger Kick sitzt, Smith und Pavus sind am Boden.“

 

Ohne abzuwarten, steigt das einsame Feuer jetzt auf das dritte Seil der Ringecke. Lauernd wartet er ab, dass einer seiner Gegner auf die Beine kommt. Smith rappelt sich als erster wieder auf. Blaze springt ab. Der Boden bebt, als es Smith durch den Missile Dropkick wieder von den Beinen fegt. Auch Blaze hält sich jetzt kurz schmerzverzerrt seine rechte Schulter. Pavus, der inzwischen wieder steht, geht auf den Kubaner zu. Der Hamburger Jung greift ihn am Kragen, zieht ihn hoch und schlägt dann sofort auf ihn ein. Das Bimmeln im Schädel der Rache hört die alte Bahn noch. Mit einem Whip In geht es für den Rächer dann in die Seile und zurück. Pavus greift ihn sich schließlich und setzt zum Spinning Side Slam an.

 

Vincent Craven: „Konter von Blaze in der letzten Sekunde. Irgendwie bekommt er Pavus noch zu fassen und was dabei rauskommt ist eine Mischung aus DDT und Inversed Cutter. Schwer zu sagen.“

 

Mike Garland: „Außerdem hat auch Blaze diesen Konter nicht unbeschadet überstanden. Den Schwung des Side Slams hat er trotzdem abbekommen.“

 

Vincent Craven: „Smith, nun auch wieder auf den Beinen, wartet keuchend in der Ecke, wer zuerst aufsteht.“

 

Mike Garland: „Und Blaze hievt sich langsam an den Seilen hoch. Smith rennt los!“

 

Vincent Craven: „Mit einer harten Clothesline geht Blaze über die Seile und aus dem Ring.“

 

Mike Garland: „Wieder eine kurze starke Phase von Blaze, der hier wohl lieber mit Kanonen als Pistolen gewinnen will.“

 

Vincent Craven: „Ja, er packt hier nur die großen Moves aus, aber vielleicht ist das genau der richtige Weg, um die Gegner irgendwann mal kalt zu erwischen.“

 

Smith scheint sich auf jeden Fall nicht kalt erwischt zu fühlen. Im Gegenteil. Stattdessen zeigt er, dass Blaze nicht sonderlich gut leiden kann mit einigen Gesten nicht draußen. Jetzt gilt es aber wieder sich zu fokussieren. Wieder einmal ist Pavus das Ziel für die Attacken von Smith. Es wird ein wenig ein passender Moment abgepasst und dann rennt Smith los. KNOCKOUT! Der Thrust Kick wird aber von Pavus abgefangen. Stattdessen packt der Riese Smith am Hals! CLOCHARD! Es geht sehr hoch für Smith und schlussendlich wird er nach einer 180 Grad Wendung mit dem Chokeslam überaus kraftvoll auf die Matte gerammt. Ein abschließender Schrei entweicht der ultimativen Waffe und schon lässt sich Pavus auf ihn fallen. Sofort das Cover!

 

Mike Garland: „Da liegen jetzt 150 Kilogramm auf Smith. Da kommt er nicht mehr heraus.“

 

Eins

.

Vincent Craven: „Hat Pavus hier etwa am cleversten taktiert und nur so seinen Moment abgepasst?“

.

Zwei

.

Mike Garland: „Ich denke schon.“

.

Dre… Rope Break!

 

Vincent Craven: „Smith hat noch schnell das Bein ins Seil gekriegt. Das war wirklich knapp.“

 

Mike Garland: „Ich hatte schon gedacht, dass wir hier den nächsten Halbfinalisten bereits haben.“

 

Ein wenig enttäuscht kloppt der Hanseat jetzt kurz mit der Faust auf den Boden. Er weiß, dass er ohne das Rope Break jetzt vermutlich weitergekommen wäre. Er darf jetzt nicht nachlassen. So rafft sich der Hamburger Jung jetzt auf und greift sich gleich wieder Smith. Eigentlich will er einen weiteren Clochard zeigen, aber da sieht er, dass Blaze wieder in den Ring slidet. So widmet er sich diesen und wird stattdessen Smith nur zur Seite. Drop Kick von Blaze, aber dieser wird mit einem einfachen Handgriff von Pavus abgewehrt und so geht es unsanft für den Kubaner zu Boden. Eine kurz gezogene Lariat trifft auch gleich wieder die Rache, als diese aufstehen will.

 

Vincent Craven: „Da ist Smith. Er steht schon wieder auf.”

 

Mike Garland: „Aber Pavus hat das wohl gesehen, denn sofort packt er sich Smith und wieder knallen mehrere Headbutts gegen den Kopf von Smith.“

 

Vincent Craven: „Smith torkelt und fällt über das Top Rope.“

 

Mike Garland: „Aber er landet auf dem Apron.“

 

Maximus packt sich indessen wieder Blaze. Auch ihn trifft ein massiver Headbutt.

 

Mike Garland: „Blaze scheint ein wenig die Power verlassen zu haben.“

 

Vincent Craven: „Kein Wunder. Die Aktionen von Pavus sind mit Sicherheit überaus wirkungsvoll. Es würde mich nicht wundern, wenn sie die Stärke eines Azrael Rage hätten und dieser ist bekanntlich der kraftvollste Wrestler der PCWA.“

 

Mike Garland: „Naja der Kräftevergleich von Pavus und Rage steht noch aus. Thema Pavus und Rage. Glaubst du, dass die Beiden sich wieder vertragen?“

 

Vincent Craven: „Zumindest schien Pavus dieser Sache nicht abgeneigt, als er den Brief von Rage las.“

 

Mike Garland: „Naja, genug von der Freundschaft der Beiden. Rage sehen wir sowieso nachher noch und nun findet die Aktion im Ring statt. Ein weiterer harter Headbutt von Pavus Maximus und Blaze scheint immer noch durchzuhängen.“

 

Darauf wird Blaze in die Ecke geworfen und knallt hart gegen den Turnbackle. Eine Schlagserie fängt an und das Publikum zählt begeistert mit.

 

Eins!

 

Zwei!

 

Drei!

 

Vier!

 

Fünf!

 

Sechs!

 

Dass Blaze gerade etwas die Luft ausgeht, ist nicht von der Hand zu weisen. Kaum Zeit einzuatmen hagelt es einen Schlag nach dem anderen von Pavus. Erschöpft an den Seilen hängen, in der Ringecke eingeklemmt, zählt das Publikum die Schläge ganz traditionell mit.

 

Sieben!

 

Acht!

 

Neun!

 

Zehn!

 

Jubel, dann geht der Rächer wie ein Sack Kartoffeln zu Boden und fällt in sich zusammen. Smith hat diesen Moment genutzt, um sich außerhalb zu erholen. Als er jetzt zurück sliden will, stellt sich ihm Pavus sofort in den Weg und will ihm Tritte durch das unterste Seil geben. Smith zögert nicht lange und springt hoch.

 

Vincent Craven: „Hangman! Pavus hält sich hustend die Kehle. Jetzt rollt Smith endgültig zurück in den Ring.“

 

Mike Garland: „KNOCKOUT. Der Thrust Kick der ultimativen Waffe sitzt, Pavus liegt flach. Nun wirft sich Smith auf ihn zum Cover.“

 

Eins

.

.

.

Zwei

.

.

.

Dr

 

UGHHH. So stöhnt der Amerikaner, als ihm plötzlich Blaze mit einem Low Drop Kick in die Seite springt. Gerade noch so wird das Cover unterbrochen. Der Kubaner eilt der Ultimate Weapon jetzt sofort hinterher, als der sich an den Ringrand rollt. Ein Dropkick Kopfhoch ausgeführt knallt Smith allerdings gleich wieder auf die Matte. Nun wendet sich die Rache dem Hamburger Hünen zu, der gerade wieder auf die Beine kommt. Aus kurzer Entfernung springt Blaze ein High Knee gegen den Riesen, bevor er wieder ganz steht, dann sofort der Ansatz zum Half Nelson Bulldog.

 

Vincent Craven: „Blaze setzt jetzt einen seiner ganz seltenen Aufgabegriffe an. Du weißt, was das bedeutet, Mike.“

 

Mike Garland: „Ganz recht, nichts anderes als das Blaze physisch gerade am Ende sein muss. Submission Manöver sind für den Kubaner mehr ein Mittel zur Erholung als zum Sieg.“

 

Vincent Craven: „Pavus wehrt sich auch gerade nicht allzu sehr gegen den Crossface, zu angeschlagen ist er noch vom Bulldog.“

 

Mike Garland: „Als die Rache John Smith zurück auf die Beine kommen sieht, löst er den Griff sofort. Blaze rollt sich jetzt selbst taktisch aus dem Ring, stützt sich dort auf seine Knie auf und schnauft.“

 

Vincent Craven: „Recht hat er damit, soll er doch mal Pavus und Smith machen lassen. Bisher gingen sowieso sehr viele Aktionen von Blaze aus, der stark und mit viel Energie in dieses Match gestartet ist.“

 

Aber hier sieht jetzt Smith seine Gelegenheit drin. Jetzt will er den Sack hier zumachen und bereit sich auf seine finale Phase vor. Er steht bereit. Langsam erhebt sich auch Pavus wieder und sofort wird er von der ultimativen Waffe geschultert.

 

Vincent Craven: „Immer wieder beeindruckend zu sehen mit was für einer Leichtigkeit Smith Leute wie Pavus Maximus hochhebt. Ich könnte das nicht.“

 

Mike Garland: „Natürlich nicht, aber Smith ist schon immer ziemlich kräftig gewesen und konnte seinen Death Valley Driver schnell ansetzen.“

 

Smith will nun also die Ultimate Weapon zeigen, aber Pavus macht ihm das nicht leicht. Im Gegenteil. Sobald er auf den Schultern angekommen war, begann der Wikinger zu strampeln und es scheint Smith sehr schwer zu fallen seinen Move durchzuziehen. Er kann Pavus nur abwerfen, aber diesem dann zumindest einen harten Kick verpassen, der ihn in die Knie zwingt. Sofort soll mit weiteren Schlägen nachgesetzt werden, aber da ist auch Blaze. Diesen kann Smith allerdings mit einem Spear abwehren. Doch Pavus steht wieder.

 

Mike Garland: „KRACHENDE CLOTHESLINE!!! UND SMITH FLIEGT IN HOHEM BOGEN AUS DEM RING! Der Norddeutsche kann sich jetzt wieder ganz dem Kubaner widmen, BLAZE in arger Bedrängnis im Moment.“

 

Vincent Craven: „Pavus reißt den Kubaner wieder auf die Beine … IRISH WHIP … LABSKAUS AUF DIE ZWÖLF … Derweilen beginnt Referee Johannes Ulrich Smith auszuzählen. Der lehnt immer noch schwer atmend am Apron …“

 

Mike Garland: „Smith greift unter den Ring, keine Ahnung, was er da sucht. Aber im Ring geht die Action weiter. PAVUS WIRFT SICH AUF BLAZE ZUM COVER! EINS …“

 

Vincent Craven: „WAS MACHT JETZT SMITH?! DER BLICKT NUR KURZ AUF … ZWE…KICKOUT! Der Kubaner beweist hier einmal mehr seinen Fighting Spirit. Smith rollt sich jetzt wieder in den Ring. Hat er gefunden, was er da gesucht hat?“

 

Mike Garland: „Wir wissen es nicht. Aber er ist jetzt jedenfalls wieder mitten im Geschehen...“

 

Vincent Craven: „Blaze kann hier noch einmal aus dem Cover auskicken! Noch ist nichts entschieden.“

 

Pavus realisiert, dass auch Smith wieder da ist und er sich um ihn kümmern muss. Die ultimative Waffe und der Hamburger Jung rennen aufeinander zu. DOUBLE CLOTHESLINE! Beide gehen zu Boden. Nur Blaze kommt langsam wieder zu sich.

 

Smith und Pavus Maximus liegen nun beide auf der Ringmatte, nur noch der Vorjahressieger Blaze steht jetzt wieder auf den Beinen. Ein kurzer Moment des Zögerns, dann entscheidet sich der Kubaner dafür, sich dem Norddeutschen zu widmen. Smith scheint für den Moment erst einmal außer Gefecht gesetzt zu sein.

 

Mike Garland: „IRISH…REVERSAL! JOHANNES ULLRICH WEICHT GRADE NOCH AUS… LABSKAUS VON PAV…NEIN! BLAZE TAUCHT AB … UND MAXIMUS TRIFFT DEN REFEREE MIT DEM BIG BOOT!“

 

Vincent Craven: „ULLRICH GEHT ZU BODEN …  BLAZE realisiert das noch gar nicht richtig … JUMPING DDT GEGEN PAVUS! COVER…Jetzt erst bemerkt er das Malheur mit dem Ringrichter.“

 

Mike Garland: „Smith bewegt sich mittlerweile und hält sich die Magengegend. Blaze kommt auf ihn zu … Smith hält sich immer noch den Magen …“

 

Blaze reißt den Amerikaner auf die Beine. Eine Arm Lariat soll folgen, aber Smith schafft es noch irgendwie darunter wegzutauchen und sich in die Seile zu retten. Dort hält er sich wieder an den Seilen fest. Kurz blitzte auf Smiths rechter Hand etwas auf, aber es war nicht näher zu erkennen. Blaze zieht Smith an sich heran, der hält sich aber mit aller Macht am Seil fest. Eselstritt nach hinten, Smith wirbelt herum und …

 

Vincent Craven: „FAUSTSCHLAG MITTEN AUF DIE ZWÖLF! UND SCHAU DIR AN, WAS SMITH DA AN DER FAUST HAT! EINEN SCHLAGRING, den er jetzt ganz schnell wieder verschwinden lässt!“

 

Mike Garland: „BLAZE ist niedergestreckt von der Attacke, aber Pavus kommt wieder so halbwegs auf die Beine in der Zwischenzeit … SOCCER KICK gegen den Kopf und Pavus kracht wieder zusammen.“

 

Vincent Craven: „Smith reißt den Hamburger Jung wieder auf die Beine und lädt ihn sich auf den Rücken…ULTIMATE WEAPON!!! SMITH BRINGT SEINEN FINISHER ERNEUT DURCH! ABER DIESES MAL KANN BLAZE NICHT MEHR EINGREIFEN!!! COVER!!!“

 

Mike Garland: „KEIN REFEREE! Johannes Ullrich liegt immer noch vollkommen benommen im Ring!“

 

Vincent Craven: „Smith zählt schon selber unter dem Buhen und Pfeifen der Fans, aber es nützt nichts.“

 

Wütend, geradezu verzweifelt fasst sich Smith an den Kopf und blickt mit zorniger Miene zum Referee Johannes Ullrich, der sich immer noch nicht rührt. Langsam erhebt er sich und schüttelt mit dem Kopf. Der Gang zu Ullrich scheint in Zeitlupe für Smith zu vergehen. Nur mit der Fußspitze tippt Smith jetzt Johannes Ullrichs Kopf an und dieser scheint davon zu erwachen. Sofort wird er von Smith hochgezogen, der auf Pavus zeigt und dreimal auf die Seile haut.

 

Mike Garland: „Smith versucht Referee Ullrich zu erklären, dass er schon einen Three Count hier hatte.“

 

Vincent Craven: „Aber Ullrich weißt das alles von sich. Er hat davon nichts mitbekommen.“

 

Mike Garland: „Oh, oh, Smith ballt die Faust und droht Johannes Ullrich.“

 

Vincent Craven: „Ullrich scheint sich hier nicht drohen zu lassen. Er droht Smith zu disqualifizieren und ihn aus der Halle zu werfen!“

 

Mike Garland: „Gott sei dank, Smith lässt jetzt endlich von Johannes Ullrich ab und dreht sich weg.“

 

Vincent Craven: „Der dreht sich nicht weg. Guck mal auf seine Hand!“

 

Mike Garland: „DER SCHLAGRING!“

 

Just in diesem Moment wird Johannes Ullrich hart mit dem Schlagring von Smith getroffen. Mit blutender Stirn und vollkommen regungslos liegt Ullrich nun auf den Boden und Smith schnauft wütend aus. Er bemerkt selber, dass er sich hier hat kurz gehen lassen und man kann ein wenig Verzweiflung in seinem Gesicht erkennen, wenn er sich so umsieht.

 

Vincent Craven: „Alle, außer Smith liegen am Boden.“

 

Mike Garland: „Und dieser ist jetzt ein wenig verwirrt, was er da eben angerichtet hat und was er nun tun soll.“

 

Vincent Craven: „Und hör dir mal die Fans an. Sie buhen und pfeifen in ohrenbetäubender Lautstärke John Smith aus.“

 

In diesem Moment erscheint auf der Rampe Kim Feyerbach. Sie rennt sofort zum Ring, aber betritt diesen nicht. Stattdessen rennt sie hinten zu Jane Nelson. Diese setzt auch gleich das Mikrophon an.

 

Jane Nelson: „John Smith ist disqualifiziert und wird damit nicht in Halbfinale des Quest 4 the Best einziehen. Blaze und Pavus Maximus werden indessen das Match weiterführen bis es einen Sieger und Halbfinalisten gibt.“

 

Vincent Craven: „SMITH IST RAUS! DISQUALIFIZIERT!”

 

Wütend und mit üblen Worten tritt Smith noch einmal in Ullrich und erst dann lässt er sich hernieder und rollt sich aus dem Ring. Unter der Häme der Fans geht er nur langsam und immer wieder zum Ring blickend die Rampe hinauf. Erst als die ultimative Waffe hinter dem Vorhang verschwunden ist, begibt sich Feyerbach in der Ring und rollt langsam Johannes Ullrich zum Zeitnehmer, der hier eine helfende Hand bietet und Ullrich sicher auf den Hallenboden herunterbringt.

 

Mike Garland: „Feyerbach überprüft ob Pavus und Blaze noch wrestlen können. Die Beiden scheinen das zu bejahen, während sie langsam aufstehen.“

 

Vincent Craven: „Jetzt gibt Kim Feyerbach das Match wieder frei.“

 

Blaze blickt noch einmal zu den Fackeln, die bei der Rampe stehen, doch da kommt schon Pavus angerannt. LABSKAUS! Abgeduckt! Hart mit dem Fuß voran geht Pavus jetzt in die Ringecke und der Rächer sieht seine Chance. TORCH OF CHANGE an den Hinterkopf von Pavus! Der Wikinger fällt direkt in die Ringecke und federt dann zurück. Eilig hebt Blaze seinen Gegner an und blickt noch einmal zu den Fackeln.

 

Mike Garland: „Er lächelt und nickt!“

 

Vincent Craven: „Der will doch nicht etwa?“

 

Mike Garland: „WAS FÜR EIN KRAFTAKT!“

 

Vincent Craven: „BURN OUT! FISHERMAN DDT! BURN OUT GEGEN PAVUS!”

 

Trotz das Blaze den riesiegen Pavus nicht ganz halten kann, gelingt der Move und sofort halt Blaze die Brücke. Kim Feyerbach ist sofort zur Stelle um den Pin zu zählen.

 

Eins

.

Mike Garland: „Das ist es!“

.

Zwei

.

Vincent Craven: „In der Mitte des Rings. Das ist es!“

.

Drei

!!!

 

Sofort gibt Feyerbach das Zeichen, dass das Match vorbei ist und Blaze gewonnen hat.

 

Jane Nelson: „Sieger und damit im Halbfinale des Quest 4 the Best nach 17 Minuten und 48 Sekunden via Pin Fall… der Rächer BLAZE!“

 

Triumphierend reckt Blaze kurz seine Hand in die Höhe, geht dann aber sofort zielstrebig aus dem Ring und auf die Rampe zu. Seine Hand deutet auf die drei metallenen Fackeln, welche dort, leicht erhöht auf einem Podest, stehen. Knisternd steigt plötzlich eine Fäuersäule aus der vordersten und niedrigsten der Fackeln auf. Ein kurzes Raunen geht durch das Publikum. Zurück bleibt eine stetige Flamme in dieser Fackel und Blaze, der, erschöpft keuchend vom Kampf, kaum hörbar etwas in die Kamera brüllt. „Die erste brennt, zwei werden folgen!“

 

Unter tosendem Jubel setzt dann endlich die Entrance Theme der Rache ein. Blaze lässt sich nahe dem Podest, auf dem die drei metallenen Fackeln stehen, fallen und einen Moment zufrieden, entspannt und ebenso erschöpft feiern. Später wird er sich dann noch genauer erklären.

…to the other side

 

There’s a light and a darkened road
There’s a night and a fading hope

 

 

There was a dream that once was mine
But now it seems it has passed with time

 

There’s a voice inside my head
There’s a hope, now long since dead

 

It’s all a wonder, will I abide
I hear you calling from the other side

 

Nur langsam erhebt sich Pavus und offenbar ist er bestürzt darüber, dass er hier den Sieg nicht erringen konnte. Er ärgert sich sichtlich. Dabei war er doch teilweise so nah dran.

 

Mike Garland: „Schade für Pavus, aber es hat halt dieses Mal nicht sollen sein.“

 

Vincent Craven: „Ich bin sicher, dass die Zeit für den Hamburger Jung noch kommen wird. Er hat sich sehr gut geschlagen und zum Schluss hat sich hier halt doch die Erfahrung ein wenig durchgesetzt.“

 

Mike Garland: „Damit ist Blaze ins Halbfinale eingezogen und wird beim CORE darum kämpfen können ein zweites Mal den Quest 4 the Best zu gewinnen. Sein Weg geht dabei, ebenso wie im Vorjahr, über seinen Kollegen Mad Dog!“

 

Vincent Craven: „Für Pavus tut es mir etwas leid, aber dann bleibt da ja noch Smith, welcher sich hier von seiner übelsten Seiten gezeigt hat. Ich bin gespannt, ob wir nicht in einem Interview oder so vielleicht noch mehr erfahren können.“

 

Mike Garland: „Schauen wir doch einfach mal.“

 

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Bestimmt sind seine Schritte. Er stand im Ring und hat alles gesagt, was er zu sagen hat. Er hat die PCWA aus der Reserve gelockt und er teilt die Fans unter sich auf. Nicht wenige stimmen seinen Worten zu, haben erwartet, dass ein Wrestler von seinem Format mit mehr Respekt behandelt wird. Andere sind der Meinung, dass sich der Mann, der in anderen Ligen an der Spitze steht, in der PCWA eingliedern muss und straften seine Worte somit mit Buhrufen. Doch Chris McFly Jr. Ist es wichtiger, dass er einen Eindruck hinterlassen hat. Er ist diesmal nicht hier um Freunde zu finden. Er hat sich zur hälfte selbst in diese Situation gebracht und die andere hälfte sind Einflüsse denen er hier nicht viel entgegen setzen kann. Doch er hält an seinem Ziel fest: Die Cryption Crown wird wieder eine Geschichte erhalten.

 

Mit seiner Tasche in der Hand biegt der Träger der Cryption Crown nun in den Gang ein, der ihn direkt zum Mitarbeiterausgang des PCWA Theatres führt. Noch ein paar Schritte, dann öffnet er die schwere Tür und tritt in die kühle, kristallklare Nacht hinaus. Ihn irritiert allerdings der Rauch, der ihm von der Seite ins Gesicht geblasen wird. Der Kopf dreht sich und die Augen erkennen einen Mann, der es in den letzten Wochen nicht für nötig erachtet hat, auf die Tiraden von CMJ zu reagieren.

 

Valkos Heritage. Hatte bis zu dieser Zigarette mit dem Rauchen aufgehört. Doch nach den Hiobsbotschaften der letzten Tage, nach dem Streit mit Yuma und der Absage von Reynolds brauchte er sie einfach. In der Halle hat er sowieso nichts mehr verloren. Er will nicht in den Ring steigen um bei irgendeinem Turnier mitzumachen.

 

Chris McFly Jr.: „Oh, der Große Valkos Heritage tritt endlich den Träger der Krone entgegen? Was willst du, Valkos? Dein Match einfordern? Und es nicht nur so plump andeuten wie bei der letzten Show? Dann solltest du dich nochmal mit Yuma kurzschließen, der scheint schneller sein zu wollen.“

 

Heritage atmet tief durch und erinnert sich an sein Gespräch, welches er mit Yuma vor ein paar Stunden hatte. Das lief nicht sonderlich gut seitdem hat er auch nichts mehr von ihm gehört. Aber natürlich hat er das Gespräch von Yuma und McFly Jr. im Ring verfolgt. Dann antwortet er mit schwacher Stimme.

 

Valkos Heritage: „Lass Caleb aus dem Spiel. Du treibst keinen Keil zwischen uns…“

 

Chris McFly Jr.: „Das brauche ich scheinbar gar nicht, das schafft ihr schon ganz gut selbst.“

 

Doch Heritage ignoriert diese Bemerkung. Sein Blick spricht allerdings Bände. Das lief vorhin wirklich nicht gut, aber er kann daran nichts ändern.

 

Chris McFly Jr.: „Kommst du endlich mal zum Punkt, möchtest du jetzt deinen Kampf einfordern, Heritage? Ich wäre ja bereit gewesen dazu, aber ganz im Ernst, vergiss es. Ich bin hier mit hohen Erwartungen hergekommen und mich mit den Besten PCWA’lern zu messen, war ein Traum von mir. Du bist das Aushängeschild dieser Liga und von dir kam absolut gar nichts. Nur Andeutungen bei einer kleinen Promo. Der einzige Grund dir dieses Match zu gewähren wäre wirklich die Ladder, aber ansonsten sehe ich da nichts was es rechtfertigen würde.“

 

Heritage nimmt einen letzten Zug von seiner Zigarette und schnippt sie dann unachtsam und unsagbar knapp an McFly Junior vorbei. Ein guter Aufhänger für diesen, der das Gespräch dann fortsetzt.

 

Chris McFly Jr.: „Vor allem halte ich dich für ziemlich respektlos. Du warst selbst in verschiedenen Ligen unterwegs, hast Titel gehalten. Du müsstest wissen, wie ich mich fühle und dann behandelst du mich so? Du enttäuschst mich, Valkos. Dafür musst du mir erst zeigen dass du es verdient hast. So wie es Yuma eigentlich auch noch tun muss. Aber wahrscheinlich weißt du nicht einmal, wer ich bin, huh?“

 

Der Freakanite schüttelt den Kopf. Als ob er nicht wüsste, wer Chris McFly Jr. Ist. Ehemaliger NWA Tag Team Champion. Letzter Titelträger in der RSW. Amtierender GWS World Carnage und FSP World Champion. Sein Resümee liest sich beeindruckender als das vieler Veteranen, die mehrere Jahre in diesem Sport sind. CMJ gewann seinen ersten Gürtel Ende 2009. Andere Leute rennen dem Erfolg jahrelang hinterher, Chris McFly Jr. dagegen der Shooting Star der Wrestlingszene. Eine Position, die ihm viele Fans, aber auch viele Neider eingebracht hat.

 

Valkos Heritage: „McFly, nimm es nicht persönlich. Du bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort…“

 

Aber die Worte sprechen eine andere Sprache, als sein Blick. Denn der sagt: Aber wenn ich dich im Ring haben will, dann schlage ich dir den Schädel ein und schleife dich dort hin. CMJ antwortet nicht. Er weiß, dass es hier ganz kurz davor steht, dass es gewaltig knallt. Aber auch Heritage spürt die Spannung und hat in Anbetracht seiner Krankheit und seiner psychischen Situation nicht gerade das Bedürfnis nach einem Kampf auf einem Parkplatz. Dennoch weiß er, dass in ihm ganz große Frustration herrscht, die nach einem Ausbruch verlangt. Niemand ist hier. Niemand kann ihn davon abhalten, den Kopf seines Gegners hier und jetzt durch die nächste Wand zu rammen.

 

Allerdings weiß er auch nicht, was CMJ wirklich leisten kann. Wenn er schätzen müsste, dann in Moment wesentlich mehr als er selbst. Ihm fällt es schließlich schwer, überhaupt eine Faust zu ballen, geschweige denn, etwas zu greifen. Es wäre ein Fehler, hier nun in die Offensive zu gehen. Das weiß er. Und offensichtlich spürt das auch CMJ, der nun ein leichtes Grinsen aufsetzt.

 

Chris McFly Jr.: „Jeder weiß Bescheid, Heritage. Jeder sieht es an der Art wie du dich bewegst. Deine Uhr läuft ab und jeder wartet darauf, dass du endlich aufhörst. Dein Körper sendet dir Signale, hör auf sie zu ignorieren, wenn du in einem Jahr noch selbstständig laufen und atmen willst. Ich will nicht verantwortlich sein dafür dich zu einem Krüppel gemacht zu haben.“

 

Mit diesen Worten schultert Chris McFly Jr. seine Tasche und lässt den nachdenklich blickenden Freakanite buchstäblich im Regen stehen, der plötzlich eingesetzt hat. Langsam greift der Freakanite in seine Tasche und blickt auf das Foto von sich und seiner Schwester, als sie noch Kinder waren. Regentropfen vermischen sich mit Tränen. Wie geht die Reise weiter…?

 

Vincent Craven: „Und wieder wird Valkos mit seinem Alter und seinem möglichen Ruhestand konfrontiert.“

 

Mike Garland: „Und wieder kann er nichts dagegen sagen…“

 

Vincent Craven: „Schon seltsam. Die Anstregungen der letzten Jahre sind nicht spurlos an ihm vorbei gegangen und momentan scheint sich das Wort ‚Aufhören‘ gar nicht mal so schlecht anzuhören.“

 

Mike Garland: „Wobei McFly hier als junger Wrestler leicht reden hat.“

 

Vincent Craven: „Ja, wer weiß, wie er mal reagiert, wenn er so viele Jahre auf dem Buckel hat wie der Freakanite.“

 

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Lang ist's her, seit er das letzte Mal durch diese Gänge geschritten ist. Ungefähr ein Jahr, wenn er sich nicht grob verschätzt. Und nein, hier folgt nun nicht das Comeback eines großen umjubelten ehemaligen PCWA-Wrestlers, den die Fans in der Halle bejubeln und feiern können. Viel mehr ist der Mann, der, die Hände in den Taschen, über den Boden schlurft, wohl eher in Vergessenheit geraten, was nicht unbedingt ein Wunder ist, schließlich war sein letzter Besuch auch sein Einziger. Beim letztjährigen Brawlin' Rumble war er als Teil der GFCW-Invasion hier gewesen, er trat im Match an, flog irgendwann raus und trat unverrichteter Dinge den Rückzug an und ward seitdem nicht mehr gesehen.

 

Nun, hier ist er wieder. Manchmal fragt er sich, ob sich wohl irgendjemand an ihn erinnert. Schließlich sind seine beiden ehemaligen GFCW-Kollegen Pavus Maximus und Rebel called Hate hier gestandene, etablierte Angestellte und sind durchgehend in den Shows vertreten, beziehungsweise in Hate's Fall „für seine Verhältnisse durchgehend“. Seine Schwäche dafür, in den entscheidenden Momenten No-Shows hinzulegen, hegt er wohl wirklich in jeder Liga, in der er aktiv ist.

 

Trotzdem war letztlich weder Pavus Maximus noch Rebel called Hate eine wirklich gute Platzierung im Brawlin' Rumble vergönnt gewesen wohingegen Robert Breads als Viertplatzierter nicht nur der beste GFCW'ler war, sondern auch alles in allem durchaus überzeugend abgeschnitten hatte. Und eben dieser Robert Breads entfernt sich nun vom eigentlichen Geschehen im Ring der PCWA und begibt sich in Richtung des Ausgangs der Halle.

 

Eine Person jedoch steht mehr oder minder in seinem Weg Luke Tyler, seines Zeichens PCWA-Urgestein und Interviewer. Breads erblickt ihn kurz, nachdem die Kamera ihn erfasst hat, und zieht leicht überrascht über diese Begegnung die Augenbrauen hoch. In seiner Rolle als Interviewer einmal mehr gut ausgestattet hält Tyler selbstverständlich ein Mikrofon in der Hand, was auch „Canada's Own“, so Breads' Spitzname, nicht entgeht.

 

Luke Tyler: „Schönen guten Tag, Mr. Breads. Hätten sie Zeit für ein kurzes Gespräch und könnten sie genauer erklären, warum sie hier sind?“

 

Ein kurzes Zögern, dann zuckt der Kanadier mit den Schultern.

 

Robert Breads: „Natürlich, warum nicht?“

 

Mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der das schon Dutzende Male gemacht hat, stellt sich Breads neben den PCWA-Interviewer und blickt direkt in die Kamera.

 

Luke Tyler: „Fangen wir dann doch auch direkt mit meiner letzten Frage an – warum genau sind sie hier?“

 

Robert Breads: „Das ist nicht sonderlich kompliziert zu erklären. Nach über zwei Jahren GFCW, in denen ich absolut alles erreicht hatte, begann mich die Liga zu langweilen – meine Motivation war im Keller, es geschah nichts Interessantes mehr. Meine Versuche, die Liga wieder in einen Bereich zu ziehen, in dem es erträglich ist, sich die Shows anzusehen, wurden selbstverständlich nicht gewürdigt, denn niemand war bereit, aus dem müden Trott aus zu brechen. Diese Liga hatte meine Mühen nicht verdient. Also kündigte ich.“

 

Er sagt das nicht, als ob er traurig oder sehnsüchtig wäre, viel mehr klingt es wie eine simple Feststellung, als wäre das die logische Konsequenz. Bescheiden Sein scheint nicht zu Breads' Stärken zu gehören.

 

Robert Breads: „Danach reiste ich nach Hause, saß in meinem Haus in Toronto, starrte die Wand an und langweilte mich. Und es gibt absolut nichts was ich mehr hasse als Langeweile. Also telefonierte ich ein wenig...“

 

Der Kanadier macht mit der Hand eine kreisende Bewegung.

 

Robert Breads: „...und noch ein wenig... und noch ein wenig...und schließlich geriet ich an die PCWA, an die ich mich noch erinnern konnte, schließlich trat ich vor knapp einem Jahr beim Brawlin' Rumble an und übertraf nicht nur alle meine Kollegen aus der GFCW, sondern war auch der beste Nicht-PCWA'ler. Zumindest der Beste, der noch unter den Lebenden weilt.“

 

Kurz zucken die Mundwinkel von Breads, während Luke Tyler das Ganze wohl ganz und gar nicht lustig findet, seinen Kommentar aber herunter schluckt und Breads weiter reden lässt.

 

Robert Breads: „Dementsprechend dachte ich mir, dass das hier...“

 

„Canada's Own“ fuchtelt mit der Hand herum, er kann sich wohl nicht so ganz überlegen, auf was er nun zeigen soll, um zu verdeutlichen, dass er die PCWA meint.

 

Robert Breads: „...ein guter Ort sein könnte, um mir eine ganze Zeit lang die Langeweile vertreiben zu können. Ich meine, wenn man schon Pavus Maximus, der nichts großartig Anderes tut als mit möglichst vielen Leuten herum zu kuscheln, oder Rebel called Hate, dessen einzige Stärken das No-Showen in wichtigen Situationen und das leer trinken von Shampoo-Flaschen sind, anstellt, wird man ja wohl auch einen Platz für den Mann haben, der sie nicht nur im Brawlin' Rumble übertroffen, sondern auch beide schon besiegt hat. Für alle Vollidioten: Ich meine mich.“

 

So langsam ist Breads in seinem Element – sich selbst über alles und jeden heben und den Rest dabei noch möglichst runter machen. So sehr man auch seine fragwürdigen Aktivitäten im Ring hinterfragen kann, dass er leidenschaftlich andere Leute beleidigt, kann man ihm nicht absprechen.

 

Robert Breads: „Auch wenn mich wahrscheinlich sonst jeder vergessen hat, ist einigen Leuten in der PCWA-Office-Etage wohl nicht entgangen, dass der Mann, der den Award für den besten GFCW-Wrestler in den Jahren 2010 und 2011 erhalten hat, im Jahre 2012 ein Free Agent ist. Nach einem kurzen Gespräch war also klar, dass ich Vendetta 83 als Zuschauer in der ersten Reihe verfolgen durfte, um mir einen eventuellen zukünftigen Arbeitgeber anzusehen.“

 

Damit ist der lange Monolog von Robert Breads beendet und er schweigt erst einmal. Tyler nickt ihm zu, er überlegt sich im Kopf genau die nächste Frage, ehe er sie stellt.

 

Luke Tyler: „Nun, sie sprechen davon, dass man sie vergessen hat und das sie im Jahr 2011 erneut den Award für den besten Wrestler gewinnen konnten... Vielleicht möchten sie ja unseren Fans einen besseren Einblick in ihre Vergangenheit geben? Was ist denn in dem Jahr 2011, in dem man in der PCWA nichts mehr von ihnen gehört hat, vorgefallen?“

 

Breads bläst die Backen auf und lässt die Luft entweichen, als hätte Luke Tyler ihn vor eine unlösbare Aufgabe gestellt.

 

Robert Breads: „Ich versuche mal, es zu rekonstruieren... Also... Kurz nachdem ich den Brawlin' Rumble hinter mir ließ kam die GFCW-Legende Danny Rickson zurück und forderte mich im Main Event der Anniversary Show im großen Main Event um den Titel heraus, allerdings konnte ich ihn schlagen, was aber mein kleinstes Problem war, weil ein irrer Maskierter mit einem Messer in der Liga Amok lief und es auf mich abgesehen hatte, was unter anderem zur Folge hatte, dass meine Managerin entführt und aufgeschlitzt wurde und danach einen Riesenhass auf mich hatte, weil ich ihr nicht geholfen hatte.

 

Dann wurde er tatsächlich zum No. 1 Contender, aber ich wurde auch permanent von einem anderen Irren mit der gleichen Maske verfolgt der mir auch ständig auf die Fresse schlug und sich schließlich als Danny Rickson entpuppte der mir dann schließlich den Titel abnahm, nicht ohne dass mein eigener Präsident, mit dem ich seit über einem Jahr im Clinch war, mich anschließend aus der Halle beförderte.

 

Das passte mir natürlich mal so gar nicht, aber ein Match wollte er mir nicht geben, also musste ich leider Gottes seine Frau vor seinen Augen ein paar Mal schlagen, bis er dann endlich einem Match zustimmte, bei dem der Verlierer die GFCW verlassen musste und der Gewinner den Präsidentenposten erhalten würde. Bis zu diesem Match schaltete ich ausnahmslos alle seine Verbündeten aus, kündigte an alle seine Freunde zu entlassen, wenn er verlieren würde und baute meine persönliche Statistik gegen Jimmy Maxxx auf 8:0 aus, was vielleicht unwichtig erscheinen mag, aber ich erwähne es immer wieder gerne. Ähm... wo war ich jetzt...“

 

Seine Hand fährt nach oben und er kratzt sich am Kopf, ehe es ihm wieder einfällt.

 

Robert Breads: „Achja, Freunde entlassen, Karriere zerstören, den ganzen Kram. Naja, auf jeden Fall besiegte ich ihn dann nachdem er mich mit dem Kopf voran in einen Spiegel hämmerte und kochend heißem Wasser übergoss und hatte damit die über zehn Jahre lange Ära unseres Präsidenten beendet. Als Präsident feuerte ich dann hier und da ein paar Leute, setzte ab und an mal Matches zu meiner Unterhaltung an und hatte mit ein wenig Widerstand zu kämpfen, was letztlich darin mündete, dass mein Haus abgerissen wurde.

 

Irgendwann aber flachte das ab, man gab auf, und die GFCW gehörte mir. Toll. Mir gehörte ein Haufen langweiliger Spasten – denn leider hatte sich die GFCW im Jahr 2011 extrem gewandelt. Das Roster war bei weitem nicht mehr dasselbe, und die talentlosen Flaschen häuften sich. Am liebsten hätte ich sie gleich alle entlassen – dann hätte ich allerdings wohl einigen Ärger mit den Sponsoren bekommen. Aber es passierte nichts, was mich irgendwie unterhalten hätte – es war alles so furchtbar langweilig, Standardkost und Desinteresse an der eigenen Liga. So endete ein ganz normales Jahr in der GFCW. Und nun stehe ich, wie du sehen kannst, neben dir und erzähle dir, warum ich hier stehe.“

 

Der nächste, längere Monolog ist zu Ende – trotzdem ist Luke Tyler noch nicht eingeschlafen, sondern immer noch hellwach und hat scheinbar auch schon die nächste Frage in petto.

 

Luke Tyler: „Die wirklich interessante Frage, Mr. Breads, ist jetzt natürlich: Wie geht es nun weiter? Was sagen sie zu der Show, die sie gesehen haben?“

 

Dem Kanadier entfährt ein kurzes, lautes Lachen, scheinbar nimmt er diese Frage gar nicht ernst, was dem Interviewer ein Stirnrunzeln entlockt.

 

Robert Breads: „Hör mal, wenn ich diese Show gut fände, würde ich mich dann in Richtung Ausgang bewegen? Das hier ist doch auch nicht besser als die GFCW.“

 

Zum ersten Mal scheint Tyler wirklich überrascht zu sein, damit hat er nun nicht gerechnet.

 

Robert Breads: „Weißt du, was ich glaube, Luke Tyler, Interviewer der PCWA?“

 

Eine offensichtlich rhetorische Frage, denn Breads antwortet noch bevor Tyler überhaupt die Chance hat, auch nur den Mund auf zu machen.

 

Robert Breads: „Das hier ist langweilig. Das glaube ich. Ich glaube, das hier ist eine Ansammlung von langweiligen Leuten. Die einen reden davon, einen „Plan“ zu haben, aber der wird erst in vierhundert Jahren enthüllt, und das Ergebnis dieses Plans ist wahrscheinlich, dass es einen neuen Plan gibt. Die anderen reden so eloquent wie möglich und benutzen sogar um ihre Kafeepause zu beschreiben irgendeine bekloppte Metapher, statt EINMAL Klartext zu reden. Man würde wohl sogar einen Stein philosophisch interpretieren, würde er im Ring liegen. Und weil mich das persönlich langweilt, gehe ich.“

 

Gesagt, getan. Mit diesen Worten lässt Breads den armen Interviewer stehen – wurde noch nicht erwähnt, dass „Unhöflichkeit“ auch zu seinen negativen Eigenschaften zählt? - und marschiert schnurstracks um die nächste Ecke, weiter in Richtung Ausgang.

 

Robert Breads: „AUTSCH!“

 

Der Kanadier torkelt zurück, er ist offenbar in jemanden hinein gelaufen. Die Kamera bewegt sich nach vorne, bis man sehen kann, dass ein Mann vor ihm sich ebenfalls wütend den Kopf hält. Und ja, Breads kennt diesen Mann. Und ja, Breads mag diesen Mann nicht. Und ja, dieser Mann ist laut Breads die größte Witzfigur, die er je gesehen hat, aber hey, Murphy's Gesetz greift halt immer und überall und so fragt sich „Canada's Own“ gar nicht erst, was Jimmy Maxxx in den Hallen der PCWA macht, es ist sowieso egal, es interessiert ihn auch nicht. Er will nur möglichst vermeiden, zu lange in Maxxx' Gegenwart zu bleiben, damit er sich nicht wieder fühlt, als würde sein IQ sekündlich den Bach runter gehen.

 

Robert Breads: „Welch unglaublich unangenehme Überraschung, Jimmy Maxxx. Ich hoffe, du hast dir den Schädel gebrochen und stirbst nun langsam und qualvoll an einer Hirnblutung. Danke für das Gespräch.“

 

Mit genervten Blick will sich Breads in Bewegung setzen, als Maxxx auf die Aussagen des Kanadiers reagiert.

 

Jimmy Maxxx: "Meine Fresse Breads, so Nett und Charmant wie eh und je! Du hättest fast mein Bier verschüttet! Ne, mal ehrlich, was macht ein Mann und Wrestler von deiner Kragenweite an einem Ort wie der PCWA. Dort, wo es vor Selbstironie und Egomanie an jeder Ecke nur so stinkt ohne Ende. Normalerweise hätte ich ja gesagt, ein Mann wie du passt hier hin wie die Fäuste in deinem Gesicht Breads. Doch weisst du was? Nach all der Scheiße, die ich gefressen habe, bist sogar du ein Hauch von Kaviar auf dem leckeren Frühstücksei! Und bevor dir gleich der Schädel platzt vor lauter Grübellei, ja das war mein Versuch eines Kompliments dir gegenüber..."

Und da kippt sich Maxxx wieder einen Schluck Bier in den Rachen. Breads starrt Maxxx einen Moment lang an als wäre er irgendetwas Ekelhaftes, das man bestenfalls totschlagen und so tief wie möglich vergraben sollte. Rasch überlegt er sich den schnellstmöglichen Fluchtweg, blickt sich in der Gegend um und erblickt dann scheinbar etwas, denn seine Augen verharren auf etwas, ehe er zu sprechen beginnt.

 

Robert Breads: „Weißt du was, Maxxx? Warum erzählst du das nicht jemandem, der das nicht alles schon vierundzwanzig Mal gehört hat? Wie zum Beispiel...“

 

Tatsächlich geht Breads zwei, drei Schritte zur Seite, streckt die Arme aus und zerrt wie aus dem Nichts einen jungen Herren heran.

 

Robert Breads: „...ihm hier.“

 

Breads lässt den Mann los, der Maxxx nun direkt gegenübersteht und wirbelt auf dem Absatz herum, als er ein „Hey!“ hört und am Kragen gepackt und zurückgezogen wird. Es gibt kein Entkommen. Der Mann, den Breads noch eben ranzog, hält nun den Viertplatzierten des Brawlins Rumbles seinerseits fest. Für den Kanadier überraschend fest, doch in seinem Desinteresse an der Liga ist ihm offenber entgangen, dass es sich bei ihm um den zuvor debutierten Wiley Cuts handelt. Der junge Wrestler funkelt den Free Agent wütend an und lockert erst seinen Griff, als er sicher ist, dass Breads nun wirklich dort stehen bleibt, wo er ihn haben will. In der Mitte zwischen ihm und Jimmy Maxxx.

Wiley Cuts: „Und was wird das nun hier? Sollte das eben etwa ein pseudo-lustiger Abgang von dir werden, der dich lässig wirken lässt und mich wie einen Trottel hinstellt?“

Man sieht Breads an, dass er nun am Liebsten einfach „Ja“ sagen würde, doch er behält es für sich und blickt abwechselnd zwischen Maxxx und Cuts hin und her.


 

Wiley Cuts: „Aber wo ich schonmal hier bin, können wir ja auch gleich Bekanntschaft miteinander machen. Ihr seid also aus der GFCW...nicht mein Metier, aber beim Brawlin Rumble habe ich euch gesehen. Der Auftritt von dir...“

Er blickt Maxxx an.


Wiley Cuts: „...war ja nicht unbedingt die Krönung einer Karriere, wenn ich mich recht entsinne.“


Eine weiße Katze läuft kurz durchs Bild. Sie guckt Breads an. Breads guckt zurück. Die Katze geht weiter.

Cuts entblößt lächelnd seine Zähne, als er Maxxx nach der Provokation anschaut. Doch dann zuckt er mit den Schultern.

 

Wiley Cuts: „Ich will mich nicht unbeliebt machen. Kann ja Jedem passieren...bloß bitte nicht zu oft.“

 

Maxxx lacht, während er in Ruhe weiter an seinem Bier nippt.

Jimmy: „Sorry, bin ich hier in der PCWA oder der GFCW?"

Jetzt lacht Jimmy noch mehr.

Jimmy: „Versteh mich nicht falsch Wiley, aber du bist gerade erst angekommen, ein unbeschriebenes Blatt! Und du willst mir sagen, was ich richtig oder falsch mache? Ich will nicht Respektlos sein Junge, da ich finde dass du alleine schon deinem Auftreten nach, eine große Zukunft vor dir hast. Aber da wo Breads und ich hingeschissen haben, musst du überhaupt erstmal hinkommen mein kleiner, kapierste das?"

 

Lässig zuckt Cuts mit den Schultern.


Wiley Cuts: „Ist schon okay, wenn du mir so eine Standpauke gibst. Aber pass bitte auf, dass du nicht den Mund zu weit aufmachst, sonst kullert die ganze Scheiße wieder raus, die du im Laufe deiner Karriere fressen musstest.“


Beschwichtigend hebt er die Hände.


Wiley Cuts: „Doch, wie gesagt. Ich bin doch nicht zum Streiten da, sondern will mich nur einmal bei den Herren hier bekannt machen.“

 

Breads sieht zu Cuts, dann zu Maxxx, dann wieder zu Cuts.

 

Robert Breads: „Öhm... Okay. Das hast du getan. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im Reich der tiefgründigen Philosophie. Maxxx... ich spare mir jeden weiteren Kommentar. Richte Hate schöne Grüße aus, solltest du ihn finden, wie er sich Blumendünger spritzt. Wer weiß, vielleicht komme ich ja bei der nächsten Show nochmal vorbei, so wenig die Show mich auch interessiert, mit Hate würde ich doch noch mal gerne eine Kleinigkeit bereden. Bis dann...“

 

Der Kanadier macht einen vorsichtigen Schritt aus der Mitte der beiden Wrestler heraus. Niemand packt ihn am Kragen oder spricht ihn an.

 

Robert Breads: „... einen schönen Abend noch, meine Herren.“

 

Wenige Sekunden später ist „Canada's Own“ aus dem Bild verschwunden und hat Jimmy Maxxx und Wiley Cuts allein gelassen. Der Neuling blickt Maxxx noch einmal eindringlich an, die Stimmung scheint nach den Stichelleien doch etwas angespannt zu sein. Doch dann lächelt Cuts, auch wenn nicht unbedingt absehbar, inwiefern er das nun ernst meint, oder ob der junge Wrestler nur etwas vorspielt.

Wiley Cuts: „Nun dann. Unsere Wege kreuzen sich sicherlich noch einige Male. Dann entscheidet sich, wie wir zueinander stehen.“

 

Und damit verlässt er ebenfalls die Szenerie.


 

In Jimmy´s Gesicht zeichnet sich eine Mischung aus Lächeln und Stirnrunzeln. Der Rest Bier wird versenkt und die Dose in den Müll gepfeffert.

Jimmy: „Da brauche ich mich nicht wundern, dass Hate so schlecht aussah, bei unserem kleinen Gespräch vorhin...."

Dann wird das Bild schwarz...

 

Mike Garland: „Das ist doch mal was. Wir haben nicht nur den Viertplatzierten des Brawlin Rumbles, sondern auch ein weiteres bekanntes Gesicht und den vorher schon kennengelerntes Wiley Cuts gesehen.“

 

Vincent Craven: „Und der Abgang der Protagonisten lässt doch einiges offen. Wir können froh sein, wenn wir die Drei nochmal zu Gesicht bekommen, auch wenn Breads und Maxxx leider noch keinen Vertrag unterschrieben haben.“

 

Mike Garland: „Maxxx scheint ja allem Anschein nach bei Hate gewesen zu sein. Komisch, dass die Kameras das nicht eingefangen haben – aber Hate haben wir heute Abend sowieso noch nicht gesehen.“

 

Vincent Craven: „Und Wiley Cuts ist der typische großmaulige Neuling?“

 

Mike Garland: „Sieht bisher ganz so aus. Mal sehen, in wie weit er seinen Worten auch Taten folgen lassen kann.“

 

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Hudson läuft durch die Gänge. Auch wenn sein Match schon ein wenig her ist, sieht man ihm die Anstrengungen deutlich an. Er spuckt auf dem Boden, der Geschmack von Blut liegt ihm im immer noch Mund. Er greift sich immer wieder ans Kinn. Er läuft hier durch die Gänge mit einem zerknitternden weißen Hemd auf dem ein paar rote Flecken sind. Fast schon wie ein absurdes Kunstwerk sieht die Szene aus.

Hudson geht seinen Weg zu seiner Kabine bis er hinter sich eine Stimme hört.

 

???: „Ey, muchacho. Du siehst ja gar nicht gut aus. Vielleicht solltest du dich mal langsam umziehen? Oder den Doc aufsuchen? Wenn sich das neue Aushängeschild der Firma so hier präsentiert, wirft das doch ein schlechtes Licht auf Kerry & Gaelic.“

 

Seine Worte könnten kaum gleichgültiger sein. Das Wohl der Firma ist längst nicht mehr in seinem Interesse. Díego Alejandro Sanchéz, auch gezeichnet von seinem Match gegen den amtierenden Tribune, ist ebenfalls auf dem Weg in seine Kabine. Doch als vor ihm dieser Hudson aufgetaucht ist, konnte er sich einfach nicht zurück halten. Denn während die Firma für ihn keinerlei Bedeutung mehr hat, so interessiert ihn dieser junge Wrestler umso mehr.

 

Hudson knirscht mit den Zähnen, mit einem skeptischen Blick mustert er Sanchéz, noch einmal spuckt er auf den Boden. Dieses Mal provokativ vor Sanchéz‘ Schuhe. Mit schmerzverzerrtem Gesicht versucht er zu grinsen. Allerdings sieht das Grinsen eher wie eine schlechte Grimasse aus, mit der man kleinen Kindern Angst macht.

 

Hudson: „Ich wüsste nicht, was es dich angeht, immerhin bin ich jetzt hier derjenige, der K&G repräsentiert, und nicht du, oder?“

 

Der Deutschmexikaner spendet seinem Gegenüber höhnischen Applaus.

 

Sanchéz: „Das hast du aber schon gut gelernt, Jamie. Doch egal, was Sie dir sagen, welche Lehrgänge, Seminare und sonstige Dinge Sie dir anbieten, dich scheinbar fördern…verlass dich nicht zu sehr auf Sie. Denn wenn du erst Vertraust, können Sie mit dir machen, was Sie wollen.“

 

Hudson guckt Sanchéz immer noch mit dem „Grinsen“ an, so einen Spruch hat er mehr oder weniger erwartet. Immerhin wurde Sanchéz mehr oder weniger von der Firma verraten.

 

Hudson: „Willst du damit andeuten, dass ich genau so einfach zu überlisten bin wie du?

Ich denke nicht. Es gibt zwei Sorten von Menschen auf dieser Welt Diego, Gewinner und Verlierer und dann gibt es mich JAMIE HUDSON. Ich weiß nicht wie oft ich mich wiederholen muss, ich bin nicht wie andere Menschen, ich verlasse mich nicht auf Meinungen von anderen. Würde ich das tun, würde ich vielleicht genauso wie du enden.“

 

Díegos Blick verfinstert sich deutlich. Dieser Junge ist genauso naiv wie er es war.

 

Sanchéz: „Du solltest aufhören zu denken, dass dir die Firma Gutes tut. Dass sie DEIN Bestes wollen. Du solltest keinem, der hier im Anzug rumrennt auch nur ein Wort glauben. Ich weiß, was Sie einem versprechen. Ich weiß, wie schön das alles klingt. Es scheint wie das Paradies. Luxus, Erfolg und vielleicht sogar Macht. Und im Gegenzug muss man einfach nur vertrauen. Ist doch ein guter Deal, oder? Sieh mich an. Ich war auf dem Weg, den du gehst. Sie hatten mit mir größere Pläne, als du sie dir überhaupt erträumen kannst. Und doch hat es nur ins Verderben geführt. Und genauso wird es auch dir passieren, wenn du nicht endlich aufwachst.“

 

Hudson's Grinsen verschwindet langsam, so wie eigentlich fast immer wenn er in eine längere Konversation verwickelt wird zeigt sich wieder seine temperamentvolle Seite.

 

Hudson: „Ach, so ist das also. Ich dachte, du spricht nicht nur Spanisch aber vielleicht bist du auch nur taub, ich bin HUDSON nenne mir einen Grund wieso ich auf dich hören sollte. Los, tu dir keinen Zwang an.“

 

Der ehemalige Tribune lässt seinen Kopf sinken. Es gefällt ihm nicht, doch wenn dieser junge Amerikaner es darauf anlegen will…

 

Sanchéz: „Ich habe dich schon damals vor den Fängen der Firma gerettet. Doch wenn du nicht auf mich hören willst, Hudson, dann tu DU dir keinen Zwang an und renn in dein Verderben. Du willst den Harten spielen? Du willst zeigen, dass du etwas Besonderes bist? Besser wie John Smith, wie Tito van Nelle, Warren Black oder wie ich? Dann versuch es doch!“

 

Genug gesagt. Mehr Chancen wird er Jamie Hudson nicht mehr geben. Wenn dieser seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Narben sammeln will, obwohl er es besser wissen könnte…ja eigentlich besser wissen müsste, dann ist ihm nicht zu helfen. Er verschwindet in den Gängen des PCWA Theaters um in seiner Kabine die Wunden zu lecken.

 

Hudson ein wenig schockiert von der Wahrheit, die hinter diesen Worten steckt, er schlägt sich auf die Wangen als wolle er aufwachen. Wieso sollte die Firma ihn betrügen, was weiß dieser Diego schon. Er hatte ihn nicht gerettet, es hatte sich damals selbst gerettet. Genau, er will Hudson nur manipulieren, das ist was er vorhat.

Aber nicht mit ihm.

 

Hudson: „NICHT MIT HUDSON!“

 

Mike Garland: „Wenn sich da mal nicht zwei Leute in die Haare gekriegt haben.“

 

Vincent Craven: „Ich würde ja eher sagen, Hudson hat soeben einen starken Verbündeten verloren.“

 

Mike Garland: „Aber ob er das realisiert?“

 

Vincent Craven: „Ich weiß nicht. Andersherum könnte man auch fragen, ob Sanchéz realisiert hat, dass die Firma nicht mehr so aufgestellt ist, wie noch zu seiner Zeit an deren Spitze.“

 

Mike Garland: „Was die Wrestler, die sie vertritt angeht, ja. Hudson ist quasi der Einzige.“

 

Vincent Craven: „Und deshalb könnte es wie wir schonmal besprochen haben bei Jamie tatsächlich anders laufen als vorher.“

 

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Eine dunkle Gestalt und eine Rolle Stacheldraht. Die Klinge einer Schere blitzt im Licht des soeben aufflackernden Deckenlichtes auf.

 

„What the fuck!?“

 

Die Worte des Social Media King of the Ring lassen die Töle aufschrecken. Der Mann im Ganzkörperanzug, der sich letzte Vendetta als Nachfolger des Schlächters vorstellte, richtet sich auf und wendet seinen Kopf zum herankommenden Caleb Yuma.

 

Caleb Yuma: „Was machst du hier in meiner Kabine?“

 

Kombiniert wird diese Frage mit einem genervten Blick. Auch die Augen der Töle verraten eine gewisse Überraschung. Langsam folgen sie dem ausgestreckten Zeigefinger Yumas der auf ein Schild deutet. In der Tat sehen wir Caleb Yumas Namen an der Tür auf die Töle schaut. Dann fällt der Blick NFTs auf die Stacheldrahtrolle und die Schere, die er vor lauter Schreck aus der Hand fallen ließ.

 

NFT: „Ich?“

 

Der Mr. New Media der PCAW quittiert die Äußerung der Töle mit einem Augenrollen und schaut sich demonstrativ um.

 

Caleb Yuma: „Ist hier sonst noch jemand außer uns beiden?“

 

Auch NFT schaut sich um, doch außer den beiden fängt die Kamera keine weiteren Menschen ein.

 

NFT: „HAR HAR HAR...“

 

Bedrohlich schreitet NFT auf Yuma zu, der sofort in Angriffshaltung geht. Man kann ja nie wissen, egal wie lächerlich die potentielle Bedrohung aussieht.

 

NFT: „Das Schicksal hat mir mein erstes Opfer hierher gezaubert… DICH! Ist das nicht witzig? Da wollte ich mich auf die lange Suche machen, um ein angenehmes Opfer für meine erste Schandtat zu finden… die Schandtat, die mich dem Schlächter erneut einen Schritt näher bringen wird… und dann kreuzt du hier auf! Apropos Kreuz. GRRR!“

 

Mit dem Tiergeräusch macht die Töle Caleb auf zwei Holzpfähle aufmerksam, die sich hinter Stacheldrahtrolle und Schere möglichst unauffällig verhalten.

 

NFT: „Ach, bevor du geschlachtet wirst, sollte ich mich vorstellen. Nelson Friedrich… TÖLE! TÖLE! TÖLE!“

 

Caleb Yuma: „Das ist sehr nett, dass du dich vorstellst. Nur wenn ich geschlachtet werden will, dann lasse ich das medienwirksam durch den Undisputed Gerasy Champion Robert Barker geschehen. Davon habe ich dann wenigstens etwas. Also was soll das hier? Warum wird meine Kabine zur Müllhalde des neuesten Karnevalclowns umfunktioniert? Warum muss der Rookie hier mit den Freaks die Kabine teilen?“

 

Wild fuchtelt NFT mit den Armen und Beinen umher und schüttelt dabei heftig den Kopf.

 

NFT: „Schwachmat, du kennst dein eigenes Zuhause nicht? Hier geht der Schlächter umher und ich bin sein neuster Jünger! In der ersten Show, als der Schlächter seinen Gerasy Title um die Hüften trug, kam ich hierher, um es ihm gleichzutun. Spürst du unsere Magie, die uns seit der letzten Vendetta verbindet? Spürst du, wie sich unsere innersten Ströme miteinander kulmunieren und zu einem reißenden Strom der Angst werden? Spürst du es, Caleb? Sag es mir… SPÜRST DU MICH? GRRR!“

 

Caleb Yuma: „Ich bin der Guru des Social Web, ich weiß alles über die PCWA. Ich weiß, was die Internet Wrestling Community denkt, worüber sie diskutiert. Natürlich wurde dein Debüt in den Foren von der IWC diskutiert. Natürlich wurden Fragen gestellt, Kommentare gepostet. Was ich spüre, ist der Puls der Fans. Ich spüre ihre Bedürfnisse. Dich hingegen, möchte ich niemals spüren.“

 

Mit einem Kopfschütteln wendet sich Yuma ab und greift in seine Reisetasche, um sein Smartphone an den Strom anzuschließen. NFT beugt sich vor, aber bleibt ebenfalls in Bereitschaft falls sein Gegenüber nur ein Ablenkungsmanöver vollzieht und doch plötzlich einen Angriff wagen sollte.

 

NFT: „Heute erfolgt der zweite Streich. Das erste Opfer… mein erstes Opfer! Willkommen Caleb Yuma. Du wirst gleich auf dem Altar der Angst geopfert!“

 

Der Kopf der PCWA Internetsensation fällt in den Nacken. Ein lautes Stöhnen begleitet diese Gestik. Mit einer einfachen Handbewegung weist Yuma Nelson Friedrich Töle wortlos auf die zahlreichen Kameras hin, die dafür sorgen, dass den Fans und Kerry & Gaelic nichts in dieser Halle entgeht. Dann kommandiert der Soical Media King of the Ring mit dem Worten Blake Milton sein Smartphone. Dieses wählt nun das Handy Blake Miltons an, seines Zeichens Sicherheitschef der PCWA.

 

Caleb Yuma: „Dude, ist das dein ernst? Die Firma hat jede Ecke dieser Halle verkabelt. Nichts entgeht der Öffentlichkeit. Nichts, womit man Geld verdienen kann, soll unter den Tisch fallen. Zudem bin ich das personifizierte Social Web. Ich habe zig tausende Twitter Follower, besitze ein Smartphone, das andauert Inhalte ins Netz stellt. Glaub mir, selbst wenn du mich schlachten wolltest, die digitale Welt wird dafür sorgen, dass dies nie passiert. Diese Situation hier, wird nie eskalieren. Und ist das nicht der Sinn des Schlächtens? In der Anonymität der Dunkelheit und des Geheimen zu eskalieren?“

 

Die Töle wankt zurück und sieht zur Kamera empor. Sie legt den Kopf schief. Yuma hingegen packt sein, die Situation weiter aufzeichnendes, Smartphone auf die Bank.

 

NFT: „Du weißt dir selbst nicht zu helfen, also bemühst du diesen neumodischen Kram, um dich aus der Bredouille zu retten. Kannst du überhaupt etwas alleine? Oder läufst du nur diesen neumodischen Medien nach und versuchst dich ganz transparent zu machen? Weißt du, du bist es nicht wert geopfert zu werden! Ich möchte jemanden mit Charakter. Jemanden, der noch Geheimnisse hat, die ich durch Folter erfahren kann… HAR HAR. Du bist ein offenes Buch. Langweilig!“

 

Caleb Yuma: „Richtig, ich bin ein offenes Buch. Ich lebe die Transparenz der Web 2.0 Ära. Außerdem ist der Vorwurf, ich sei ein Mitläufer bzw. Nachläufer von etwas ist gerade aus deiner Maske absolut witzlos. Bist nicht du es, der dem neuesten PCWA Trend hinterher läuft? Dem Trend, dem auch Lucifer und die next Century gods nacheifern? Jedes Jahr gibt es solch einen Trend im Wrestling, dieses Jahr war es Barker. Ich vertrete einfach nur eine Lebensphilosophie – die des digitalen Tsunami. Du bist ein Pausenclown, der Anschluss in der aktuellen It Gruppe der PCWA sucht.“

 

NFT: „Du stellst den Schlächter in Frage?“

 

Mit einem heftigen Schlag hämmert sich NFT auf die Brust und damit auf den Bluttropfen, der seinen Ganzkörperanzug ziert. Selbstbewusst streckt er den roten Punkt nach vorne und demonstriert seine Zugehörigkeit zur Angst.

 

NFT: „NIEMAND STELLT DEN SCHLÄCHTER IN FRAGE, KAPIERT?“

 

Caleb Yuma: „Ich liebe es Robert Barker in Frage zu stellen. Er ist ein noch größerer Blender als ich es bin. Und er selbst weiß dies am besten. Allein deshalb waren seine Augen voller Trauer, als ich mich als Rookie selbst eliminiert habe. Barker sucht keine starke Herausforderung, er will Kanonenfutter. Deshalb umgibt er sich auch mit prägsamen Geistern, die dankbar als seine Entourage anheuern. Dich muss er lieben!““

 

Ehe das Brüllen der Töle verhallt, setzt sie fort.

 

NFT: „Ich laufe ihm nicht nach! Ich mache mich eins mit ihm. Aber diese Dimension vergesst ihr in der neuen Welt. Ihr seid auf den Terrorismus gar nicht vorbereitet!“

 

Mit dem in einen roten Handschuh gehüllten Zeigefinger deutet er auf sich selbst.

 

NFT: „Schau mich an! Ich sitze in einem Flugzeug und jage es schnurstracks in den Turm der Ignoranz. Du bist nichts weiter als ein Passagier, Caleb. All deine Maschinen, all deine Waffen und Spielzeuge, was nützen sie noch? Wenn wir das als Waffe brauchen, was ihr niemals gebrauchen würdet – unser LEBEN! Kapiert? Du willst alles aus deinem Leben rausholen und verkommst dabei zum Sklaven deiner selbstgeschaffenen Medien – ich aber gebe mein Leben, um etwas zu verändern. UM EUCH DIE ANGST ZU LEHREN. Das ist keine Sklaverei… DAS IST FREIHEIT!!!“

 

Caleb Yuma: „Damit gibst du schon mehr als dein Prediger. Barker würde niemals sein Leben geben. Barker würde gar nichts geben, lediglich seine neuen Follower. Ich hingegen gebe mich meinen Followern hin.“

 

NFT: „AHA… und wo ist Robert Barker? Wo ist er, frag ich dich! TOT! TOT! ES LEBE DER SCHLÄCHTER!“

 

Caleb Yuma: „Barker wird immer Barker bleiben. Schlächter, das ist nur ein Markenname der ein Image verkauft. Doch ich kaufe nichts. Ich verkaufe selbst!“

 

Der Social Media King of the Ring macht einen Schritt auf die Töle zu, was diesem weniger zu gefallen scheint.

 

Caleb Yuma: „Und jetzt nochmal eine Message für dich, damit wir zwei klar sind:Solltest du mich  noch einmal in meiner Kabine opfern wollen, schreibe mir vorher eine SMS. Ich habe diesen Witz hier wirklich genossen und ich treffe gern neue Leute. Aber ich will den Quest 4 the Best gewinnen – da kann ich keine Ablenkungen wie diese gebrauchen. Du scheinst ein witziger Kerl zu sein und ich bin ebenfalls ein netter Kerl. Deshalb sage ich es dir im Guten: suche dir andere Spielkameraden und komme mir nicht in die Quere. Dann bleiben wir beide coole Dudes. Und wer weiß, vielleicht predige ich dir mal etwas und erleuchte dich. Aber das verschieben besser auf die Zeit nach CORE. Verstanden?“

 

NFT: „Jetzt ist wohl jemand wütend geworden, was?“

 

Aufgeschreckt springt die Töle von einem Bein auf das andere.

 

NFT: „Oder…“

 

Nun beginnt er mit den Armen zu fuchteln.

 

NFT: „ODER…“

 

Der Kopf wackelt hin und her.

 

NFT: „ODER…“

 

Die Töle bebt.

 

NFT: „HAST DU ANGST???“

 

Plötzlich bleibt Nelson Friedrich stehen.

 

NFT: „HAR HAR… Es ist die Angst, die dich lähmt. Schon bei der letzten Vendetta, als du dich selbst eliminiertest. ANGST… ANGST… ANGST… Spürst du mich?“

 

Caleb Yuma: „Okay… von jeder Seite stecke ich Kritik ein. Aber von einem anderen Rookie in solch einem Aufzug? Oh bitte...“

 

Nelson schüttelt den Kopf.

 

NFT: „Du willst es nicht eingestehen, aber ich weiß es. Du hast Angst… vielleicht sehen wir uns ja wieder… vielleicht spürst du mich in deinem Nacken, wenn du den Backstagebereich durchschreitest. Vielleicht spürst du mich vor dir ehe du das nächste Mal das Licht deiner Kabine anmachst… Oder vielleicht spürst du mich unter dem Ring, wenn du nächsten Monat im Viertelfinale kämpfst. GRRR! Denn niemand… NIEMAND VERGISST EINE TÖLE!“

 

Fassungslos schaut Yuma sein Gegenüber an. Kopfschüttelnd dreht er sich um, stöpselt sein Smartphone aus und verlässt seufzend seine eigene Kabine. Er liebt es sein Netzwerk zu erweitern, aber manchmal fragt er sich, welchen Preis er dafür bezahlt. Grimmig schaut NFT Caleb Yuma hinterher, ehe dieser noch einmal zurück kommt und wortlos das Licht ausschaltet. In der dunklen Kabine bleibt einzig die Töle zurück, während auf dem Flur auch das letzte Licht von Yumas Smartphone Display erlischt.

 

NFT: „Spürst du mich?“

 

Mike Garland: „Oh man, noch einen Schlächter können wir hier nicht gebrauchen.“

 

Vincent Craven: „Wobei die Töle wirkt eher harmlos…“

 

Mike Garland: „Da wäre ich mir nicht so sicher. Zwar hat sie Yuma nicht angerührt, aber wer weiß, was da noch kommen wird. Vielleicht wurde sie hier von Caleb auch nur überrascht!?“

 

Vincent Craven: „Yuma kann einem heute ja fast schon leid tun. Erst läuft das Gespräch mit seinem Mentor in die falsche Richtung, dann reden er und McFly aneinander vorbei und zu guter letzt lauert ihm die Töle auf.“

 

Mike Garland: „GRRR.“

 

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Erst wenige Augenblicke ist es her, dass er noch selbst im Ring gestanden hat. Tief schnaufend, von Anstrengung gekennzeichnet, wabert Pavus Maximus durch die Katakomben auf dem Weg zu seiner Kabine.

 

Wie immer wenn ich nach dem Leben griff, blieb nichts in meiner Hand.

Ich möchte Flamme sein und Asche werden und hab noch nie gebrannt.

 

So viele Gedanken in seinem Kopf und doch wird er hart aus eben diesen gerissen, als ihm sein Gegner der letzten Show, Alistair, ins Auge fällt. Dieser macht sich, ohne Pavus  aus der Entfernung zu bemerken, schnellen Schrittes den Backstagegang entlang und der Hüne weiß ganz genau, dass das definitiv nichts, aber auch gar nichts Gutes zu bedeuten hat.

 

Ohne großartig zu überlegen nimmt der Hamburger die Verfolgung auf.

 

+ Cut +

 

Auch Rebel called Hate ist gerade auf dem Weg zu seiner Kabine. Direkt vor der Tür hält er aber kurz inne. Ist das etwa leise Musik aus dem Inneren des Raumes? Vorsichtig greift er nach der Türklinke und drückt sie hinunter. Mit einem leisen Quietschen drückt er die Tür auf, nur einen Spalt.

 

Tatsächlich. Leise Musik. Ein Kinderlied, begleitet von den klimpernden Klängen einer… Spieluhr?

 

Häschen in der Grube, saß und schlief, saß und schlief.
Armes Häschen bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf, Häschen hüpf, Häschen hüpf.

 

Häschen, vor dem Hunde hüte dich, hüte dich.
Hat gar einen scharfen Zahn,
packt damit mein Häschen an.
Häschen lauf, Häschen lauf, Häschen lauf.

 

Ungläubig packt Rebel called Hate die Klinke nun fester und stößt die Tür mit einem Ruck auf. Das, was er dort sieht, erstaunt und beängstigt ihn zugleich.

 

Direkt auf dem Boden vor ihm steht eine kleine Spieluhr aus weißem Porzellan. Auf der verzierten Spitze dreht sich die bunt bemalte Figur eines kleinen Häschens, der Hate mit lustigem Grinsen anstarrt.

 

Erschreckender aber ist die Gestalt, die direkt neben der Spieluhr auf dem Boden sitzt. Im Schneidersitz kauert dort Patricia Selladore. Sie trägt ein weißes Rüschenkleidchen, welches jedoch über und über mit Blut beschmiert ist. Den linken Ärmel hat sie hochgekrempelt und einen Gürtel eng um den Oberarm geschlungen. In einer blau angeschwollenen Vene in ihrer Armbeuge steckt noch eine Spritze.

 

„Chchchch…“

 

Hate weicht einen Schritt zurück, als Patricia plötzlich aufstöhnt und zu ihm aufblickt. Mit blutunterlaufenen Augen blickt sie ihn aus einem kreidebleichen Gesicht an. Dabei reckt sie ihm den rechten Arm entgegen. Auch hier erkennt Hate deutlich die Einstiche.

 

Patricia: „Komm zu mir. Komm, kleines Häschen.“

 

Skeptisch betrachtet der Rebell das Living Dead Girl. Nein, er will ihre Hand nicht nehmen. Verächtlich drückt er sie von sich fort.

 

Hate: „WHAT THE FUCK?! Was ist das hier schon wieder, erneut so ein Psychospielchen?“

 

Zu gut hat er noch seine erste Begegnung mit Patricia im Kopf. Damals als sie und Alistair ihm auflauerten und… Pavus ihm zu Hilfe kam. Rebel called Hate mag nicht mehr an diese Zeit denken…

 

Hate: „Verschwinde von hier! Noch einmal falle ich nicht auf deine Tricks herein!“

 

Patricia scheint seine Worte gar nicht wahrgenommen zu haben. Stattdessen hat sie mit einem Ruck die Spritze aus ihrem Arm gezogen. Ein dünner Strahl Blut tritt hervor, versiegt aber ebenso schnell wieder. Sie lässt die Spritze einfach auf den Boden fallen.

 

Patricia: „Guter Stoff. Ich habe noch mehr davon. Willst du auch etwas?“

 

Mit wackeligen Beinen steht sie auf. Dabei versagen ihre Knie den Dienst und sie fällt Hate direkt in die Arme.

 

Patricia: „Ich weiß doch, dass du es auch brauchst. Ich sehe es an deinen Augen.“

 

Hate atmet tief durch. Sollte er etwa dieser Versuchung nachgeben? Zu gut erinnert er sich noch an Zeiten, an denen er ein solches Angebot niemals ausgeschlagen hätte. Hatten sich die Zeiten wirklich gewandelt? Ja. Hate stößt Patricia von sich.

 

Hate: „NIEMALS! DU WEISST NICHT, WER ICH BIN UND WIE ES IN MIR TICKT! DU WEISST GARNICHTS ÜBER MICH! ICH WERDE DIESE VIELLEICHT LETZTE CHANCE HIER NICHT LEICHTFERTIG VERTUEN!“

 

Patricias Reaktion ist ein böses Fauchen.

 

Patricias: „Lügner! Du bist ein schlechter Lügner, du Bastard! Einmal an der Nadel, immer an der Nadel. Vermisst du dieses Gefühl etwa nicht? Wachst du nicht auch nachts auf mit einem Turkey und wünschst dir nichts anderes, als dir einen Schuss zu setzen? Nur einen einzigen, nur einmal noch dieses großartige Gefühl erleben. Komm, Hate, lass es uns zusammen genießen.“

 

Genießen. Ein Schauer jagt Hate über die Haut. Wie sehr er dieses wunderbare Gefühl vermisst, wie… nein. Er muss stark bleiben.

 

Hate: „Warum sollte ich dir auf einmal vertrauen? Aus purer Freundlichkeit machst du mir dieses Angebot sicher nicht, gerade nicht nach dem, was ich dir beim PPV angetan habe…“

 

Vor seinem inneren Auge spielen sich noch einmal die schrecklichen Szenen vom Imperial Impact ab. Aber das war ein anderer Hate, nicht er…

 

Patricia kichert in sich hinein.

 

Patricia: „Vielleicht, weil ich an diesem Abend eines erkannt habe, als du dich an mir und Alistair so richtig ausgetobt hast. Wir beide, wir sind uns mehr als ähnlich. Wir halten uns nicht an Konventionen, wir leben unser Leben nicht so, wie es die Gesellschaft von uns erwartet. Du hattest allen Grund, es mir so richtig heimzuzahlen. Ich war ein böses Mädchen und hatte es nicht anders verdient.“

 

Sie tritt wieder auf ihn zu und fährt sich dabei selbst mit einer Hand unter den Saum ihres Kleides.

 

Patricia: „Diese rohe Gewalt, die in dir steckt. Sie macht mich so verrückt. Komm, lass uns einen gemeinsamen Schuss setzen und es dann miteinander treiben.“

 

Hate: „NEIN! NIEMALS WERDE ICH MICH WIEDER IN DIESE HÖLLE BEGEBEN!“

 

Patricias Kreischen wird immer lauter.

 

Patricia: „Sei ein Mann! Nimm mich und besorge es mir! Komm schon, komm!“

 

Sie wirft sich ihm entgegen, aber Rebel called Hate weicht aus, so dass die taumelnde Patricia gegen die Wand hinter ihm läuft und zu Boden stürzt.

 

Hate: „Verschwinde von hier. Ich gebe dir noch eine Chance.“

 

Stöhnend richtet Patricia sich auf. Ihr Gesichtsausdruck ist auf einmal… anders. Mit funkelndem Blick sieht sie ihr Gegenüber an.

 

Patricia: „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“

 

Hate will etwas entgegnen, aber in diesem Moment tritt eine weitere Gestalt in den Raum. Alistair Brunswick. Der Tribune Champion bleibt einen kurzen Moment einfach im Türrahmen stehen, bevor er mit einer theatralischen Geste Tom Nowaks Schlagring aus der Tasche zieht und sich über die Faust streift.

 

Alistair: „Ich habe gerade ein Déjà-vu. Sieht so aus, als wären nur diesmal wir in der Überzahl.“

 

Grinsend tritt er auf Hate zu. Auch Patricia ist auf einmal auf den Beinen.

 

Patricia: „Manche Dinge sollte man besser mit Bedacht machen, da sie sich früher oder später rächen. Sag, wo sind jetzt deine jämmerlichen Schergen?“

 

Beide bauen sich direkt vor Hate auf.

 

Hate: „ICH…“

 

Alistairs erster Schlag trifft ihn mit einer Wucht, die er nicht erwartet hat. Ebenso die weiteren, die darauf folgen.

 

+ Cut +

 

Als Pavus um die Ecke des Ganges biegt sieht er noch wie Alistair direkt in der Kabine von Hate verschwindet. Genau dieser Rebel called Hate, genau dieser Mann auf dem so viele seiner Gedanken basieren.

 

Schreie hallen ihm entgegen, es sind die Schreie des Rebellen, diese Stimme kennt er, er wird sie nie vergessen. Viel zu oft hat er sie gehört – egal ob lüstern oder schmerzverzerrt – diese Stimme hat sich in ihm festgesetzt.

 

Kurz überlegt er, doch binnen weniger Sekundenbruchteile sprintet der Hamburger los und betritt schnurstracks die offene Kabine. Was er sieht, bestätigt seinen Verdacht.

 

Pavus sieht Rebel called Hate, der gerade von Patricia in den Schwitzkasten genommen wird. Alistair ist gerade dabei, einen Schlagring tief in der breiigen Masse zu versenken, die einmal ein Gesicht war.

 

Pavus: „Nehmt sofort eure dreckigen Finger von ihm!“

 

Fast schon schnaubend steht der Hüne im Türrahmen und die beiden next CENTURY gods lassen kurz von ihrem Opfer ab. Hate erbricht derweil einen dunkelroten Schwall Blutes auf den Teppich.

 

Alistair: „Da scheiß doch einer die Wand an! Wir haben gerade mit Hatee ein wenig Spaß und schon kommt Knecht Ruprecht aus seinem Wald und hilft diesem Wicht! Nicht schon wieder!“

 

Er wendet sich zu Pavus und hebt den Schlagring.

 

Alistair: „Wir beide haben ohnehin noch ein Wörtchen miteinander zu reden. Und dieser kleine Freund hier in meiner Hand hat dich auch schon vermisst.“

 

Pavus: „Ich habe dir vorhin nicht ohne Grund gesagt, dass du diesen Schlagring NIE WIEDER einsetzen wirst. Ich halte mich an das, was ich sage!“

 

Alistair: „Du hast mir vorhin schon mein Match kaputt gemacht, das hier werde ich mir nicht von dir versauen lassen.“

 

Alistair will auf den Hünen losgehen, Pavus geht sofort in Stellung zum erneuten Schlagabtausch, aber Patricias Stimme hält Alistair zurück.

 

Patricia: „Halt, Alistair. Erkennst du denn nicht das offensichtliche…?“

 

Sie schmettert Hates Kopf zu Boden und wendet sich nun ebenfalls Pavus zu. Kokett stemmt sie die Hände in die Hüften, legt den Kopf schief und blickt ihn an.

 

Patricia: „Du willst dich beteiligen, heh? Damals hast du ihm beigestanden, weil ihr Partner wart, aber seitdem ist viel Zeit vergangen. Hat es wehgetan, als er dich hintergangen hat? Es ist kein schönes Gefühl, von so betrogen und benutzt zu werden. Du willst ihm nicht helfen, right? Du willst nur verhindern, dass nichts mehr von ihm übrig ist, wenn wir mit ihm fertig sind.“

 

Kurz stockt der Hamburger, sein Blick fällt auf den Rebellen, wie er dort am Boden kauert und irgendwas regt sich im Hünen. Da ist irgendein Gefühl, dass ihm sagt, was er zu tun hat.

 

Pavus: „Ich sagte… nehmt eure…“

 

Alistair kommt ihm dazwischen, bevor er seine Gedanken weiter ausführen kann.

 

Alistair: „Oh shit, was für eine Zwickmühle das wohl sein muss für dich. Da sind wir, die räudigsten Bastarde auf diesem verdammten Planeten, die feige auf einen Wehrlosen losgehen. Was für eine Gelegenheit für den gutmütigen Wikinger, sich einmal wieder als Held zu beweisen. Aber was für ein Dilemma, wenn ausgerechnet das Opfer derjenige ist, den unser Nordmann noch mehr hasst als uns beide. Ja, für wen entscheidest du dich, Pavus?“

 

Erneut wirft Pavus den Blick auf Hate, eigentlich hatte er diesen nie von ihm abgewendet. Dieser Zwiespalt in seinem Inneren. Oh wie tut es ihm gut den Rebellen am Boden liegen zu sehen, sabbernd, in seinem eigenen Blut.

 

Gäbs nur einen Augenblick des Glücks für mich, nähm ich ewiges Leid in Kauf.
Doch alle Hoffnung ist vergebens, denn der Hunger hört nie auf.

 

Oh wie es schmerzt. Dieser Anblick von diesem kleinen, aber doch so zähen, straffen Körper.

 

Pavus: „Es ist mir scheißegal, wer da vor euch kauert. Ich habe eure unfairen Spielchen so satt. Immer wieder zwei gegen einen. Es kotzt mich so an und ich werde es nicht zulassen. Egal um wen es sich handelt, ich würde mich jedem, der euch alleine gegenübersteht an die Seite stellen.“

 

Patricia: „Das ist dein letztes Wort?“

 

Der Hamburger ballt die Fäuste.

 

Pavus: „Mein allerletztes.“

 

Kurz tauschen Alistair und Patricia Blicke aus. Ihr Blick fällt auch auf den immer noch am Boden liegenden Hate, der sich röchelnd aufzurichten versucht.

 

Plötzlich kommt Patricia eine Idee.

Warum sich um ein Opfer streiten, wenn der Retter vielleicht ähnliche Pläne hegt?

Mit einem knappen Nicken gibt sie Alistair zu verstehen, dass man besser das Feld räumen sollte.

 

Patricia: „Er gehört dir. Mache mit ihm, was du willst. Aber schiebe es nachher nicht uns in die Schuhe.“

 

Patricia bückt sich noch, um vorsichtig die Spieluhr aufzuheben. Alistair lässt den Schlagring wieder in seiner Tasche verschwinden,

 

Alistair: „Wir beide sehen uns ohnehin noch früh genug…“

 

Er wirft dem Nordmann ein höhnisches Grinsen zu, während der Hamburger leise murmelt.

 

Pavus: „Nemo Me Impune Lacessit!“

 

Lachend verlassen die next CENTURY gods die Kabine. Pavus hört Alistairs Stimme noch auf dem Flur.

 

Alistair: „Vom Regen in die Traufe…“

 

Besser hätte man es wohl nicht ausdrücken können. Pavus und Hate alleine. Wie oft gab es dieses Bild schon und wie vielen unterschiedlichen Situationen, mit so vielen verschiedenen Emotionen.

 

Pavus blickt Hate an, die Faust ist nach wie vor geballt.

 

Doch immer, wenn ich nach dem Leben greif, spür ich, wie es zerbricht.
Ich will die Welt verstehen und alles wissen und kenn mich selber nicht.

 

Die Faust zittert, genau wie der gesamte Körper des Hamburgers. Was soll er tun in diesem Augenblick, auf den er so lange gewartet hat, den er so herbeigesehnt hat? Und wieder dieses Gefühl, das ihm sagt was er zu tun hat.

 

Die Faust schnellt nach vorne, bremst kurz vor dem, was mal ein Gesicht war, ab und öffnet sich langsam. Der Hamburger bietet dem Rebellen, seinem ehemaligen Rebellen, hier wirklich die hilfreiche Hand an.

 

Blut läuft aus seinem Mund und ein seltsames Lächeln zeichnet sich ab als der Rebel erkennt das Pavus nicht zuschlagen wird. Seine müden Augen rollen wie wild umher und geben seinem Gesicht einen noch psychotischeres Antlitz.

 

Hate: "Ich... ich wusste es... ich wusste es einfach..."

 

Langsam erhebt sich der zerstörte Körper des Rebellen, er sucht Halt an einer Wand und schiebt sich eine Zigarette in den Mundwinkeln. Zitternd sucht er nach seinem Feuerzeug, als es in einer Hosentasche gefunden hat zündelt er damit vor seinem Mund damit herum. Doch es will nicht angehen, er bemerkt das Blut in die Verbindungen gesickert ist, dennoch versucht er immer und immer wieder das Feuerzeug dazu zu bewegen endlich die Flamme zu entzünden die er braucht.

 

Es gelingt ihm nicht, ein müdes Lächeln legt sich auf sein Gesicht.

 

Hate: "Weißt du, Pavus... Gott hat mich verlassen und spielt eine tragische Komödie mit meiner Existenz. Er will dass ich unendlich viel Schmerzen einstecke... und gleichzeitig sorgt er dafür dass Love endlich zu mir zurückkehrt. Er sorgt dafür dass ich Drogen vor meinen Augen habe und zwei widerwärtigen Kreaturen hilflos ausgesetzt bin... dann schickt er dich um diese zwei Kreaturen zu vertreiben. Es muss alles ein Ziel haben Pavus... findest du nicht, dass diese Situation Schicksal ist?"

 

Seine müden Augen öffnen sich schlagartig und versuchen in Pavus wundervolle Augen zu blicken.

 

Hate: "Als...als ich dich damals verraten habe verfolgte ich das Ziel zwei Sachen auf einmal in mir zu spüren... den wunderbaren Geruch einer Frau und diese unbändige Kraft welche du ausstrahlst... Pavus ich habe niemals aufgehört dich zu lieben. Lass es uns erneut versuchen... ich, du und Love... es wäre so traumhaft. Findest du nicht?"

 

Ungläubig, fast total verschreckt schaut Pavus den kleinen Körper und den blutenden Mund an, während sein Mund weit offen steht, fast schon entsetzt. In einer Art Trance greift er in die Hosentasche und erntet sein Feuerzeug und entflammt Hate so seine Zigarette.

 

Die Gedanken schießen ihm durch den Kopf, all seine Gefühle werden gebündelt auf diese eine Nacht gerichtet, in der Hate ihm den Rücken zukehrte und sich gegen ihn entschied.

 

Er ahnte nicht, dass ich verloren bin.
Ich glaubte ja noch selbst daran, dass ich gewinn.
Doch an diesem Tag geschahs zum ersten Mal.
Er starb in meinem Arm.

 

Dass der Nordmann nah am Wasser geboren ist, ist hinlänglich bekannt, doch anscheinend ist er auch nahe am Wasser gebaut denn seine Augen reichern sich mit Tränenflüssigkeit an, füllen sich mit Wasser.

 

Pavus: „Ist das dein Ernst, Hate? Ist das wirklich dein Ernst?“

 

Ungläubig schüttelt der Hamburger den Kopf, er kann es nicht verstehen. Warum tut Hate ihm das nur an, wieso bringt er ihn so dermaßen in eine Konfliktsituation?

 

Jeder glaubt, dass alles einmal besser wird,
drum nimmt er das Leid in Kauf.
Ich will endlich einmal satt sein,
Doch der Hunger hört nie auf.

 

Pavus: „Du dreckiger, verdammter Hund. Du hast es immer noch nicht verstanden. Noch nicht Mal ansatzweise. Du willst mich wirklich verarschen, oder? Hate… willst du mich verarschen, huh?“

 

Die Faust ballt sich langsam wieder. Hätte er die Situation doch nur ausgenutzt und auch das letzte Stück Scheiße aus diesem Körper geprügelt. Aus diesem so wunderbaren Körper.

 

Doch die wahre Macht, die uns regiert,
ist die schändliche, unendliche, verzehrende, zerstörende
und ewig unstillbare Gier.

 

Der Blick versteift sich, tastet Hate ab. Wut und Verlangen mischen sich, werden ein unausdrücklicher Cocktail an Gefühlen. Er ist überfordert. Mit allem. Die Faust wird nach vorne geschwungen und trifft Hate in die Magengegend. Nur ein einziger Schlag, ein fester Schlag, der so unglaublich gut tut, der befreit. Ein Schlag der ihm fast das Herz zerreißt.

 

Hate krümmt sich vor Schmerzen, Tränen laufen über sein Gesicht, doch plötzlich lacht er laut auf.

 

Hate: "Du verdammter Hurensohn!"

 

Wieder schafft er es sich keuchend aufzurichten, sein Blick entfesselt plötzlich eine Kälte, die man so von ihm nicht gewohnt ist.

 

Hate: "Du willst Krieg?"

 

Pavus verzieht keine Miene sondern ballt erneut die Fäuste.

 

Hate: "Du beschissenes, kleingeistiges Arschloch... Ich HASSE Dich! Ich habe dir ein Angebot gemacht, mit welchen wir hätten leben können...du Drecksack hast mich niemals verstanden, hast nur das gesehen was du sehen wolltest... hast meine Seele vergewaltigt wie all die Mösen, die ich leckte, bevor ich deinen Schwanz bei mir hatte. Du bist kein Stück anders... du machst hier überall einen auf "lieben Teddybären" doch NIEMANDEM hast du jemals deine wahre Fratze gezeigt. Du hast mich einmal in der PCWA fast vergewaltigt, weil dein lächerlicher Stolz angegriffen war, du hast mich bei einer BDSM Session dermaßen verdroschen, dass ich ins Krankenhaus musste und jetzt prügelst du erneut auf mich ein? Weil ich dir erneut ein Angebot gemacht habe? Warum hast du nicht einfach Nein gesagt? Es wär so einfach gewesen... es sind nur 4 Buchstaben... N E I N! Du bist Dreck Pavus, Du bist eine Lüge... und ich habe es vor 10 Sekunden zu meiner Aufgabe gemacht deine Lüge zu enttarnen."

 

Hate spuckt wütend auf den Boden, der Hass belebt seinen geschundenen Körper, das Adrenalin pumpt durch seine Venen wie damals Heroin. Genau wie jener Stoff belebt es seine Kraft für einen kurzen Augenblick.

 

"Mein Gott" schießt durch seinen Kopf, er wollte doch nur seine Autoschlüssel holen und findet sich plötzlich in einer Situation wieder in welcher er erst zusammengeschlagen wird und dann auch noch von seinem ehemaligen Liebhaber eine verpasst bekommt... nur weil er kurzzeitig naiv verblendet dachte. Was ist das für eine Welt in der er leben muss? Sind denn alle außer ihm mittlerweile völlig verrückt geworden? Ist er die einzige Person die noch in der Lage ist normal zu denken? Muss man ein Psychopath sein um in dem wrestlerischen Synonym für diese kaputte Welt Erfolg zu haben?

 

Hate kann es einfach nicht fassen was die Welt und ganz besonders Gott ihm antut, das ist einfach zu viel für ihn.

 

Hate: "Ich gehorche deinen Gesetzen und den Gesetzen dieser Liga, den Gesetzen dieser widerlichen Gesellschaft und doch krieg ich pausenlos nur aufs Maul... ist DAS mein Schicksal? Ich verachte es... ich verachte alles, ich halte diese Scheiße nicht mehr aus!"

 

Er schnappt sich seine Autoschlüssel und fixiert erneut diese wundervollen Augen seines ehemals geliebten, lebendigen Teddys.

 

Hate: "Ich hab das alles so satt...du bist offensichtlich noch immer derselbe blöde Kerl, der es nicht einsehen will, dass ich anders bin als alles, was diese Welt zu bieten hat. Entweder du bringst mich jetzt um oder du beweist einmal in deinem erbärmlichen Leben Eier... steig mit mir in den Ring... um diesen Mist endlich aus unseren Köpfen zu kriegen. Für die Liebe zu der Person, die ich wirklich bin, bist du ja offensichtlich nicht in der Lage..."

 

Die Fäuste des Hamburgers zittern vor Erregung, seine Wut macht sich in einem harten Röcheln bemerkbar, er schnaubt regelrecht. Das ist doch genau das, was er will. Hate im Ring. Das ist genau das, wovor er solche Angst hat. Aber er kann ihn schlagen, immer und immer wieder kann er seine Fäuste in diesen Körper rammen, bis dieser nicht mehr in der Lage ist selbstständig bei Besinnung zu bleiben.

 

Pavus: „Das was du glaubst zu sein, kann ich wirklich nicht lieben.“

 

Regelrecht knurrend wirft er Hate diesen Satz an den Kopf und der Rebell dreht sich um und ist schon im Begriff seine Kabine zu verlassen, als Pavus ihn am Arm packt und zu sich herumreißt. Zu schwach der geschundene Körper des Rebellen, um sich in diesem Moment zu wehren.

 

Der Rebel blickt Pavus in die Augen.

 

Hate: "Komm schon, Digger... schlag zu und offenbare damit der Welt dein wahres Sein... ich war niemals anders als ich es damals, als wir uns liebten, war... du hast es nur ignoriert... Bastard."

 

Ich will frei und freier werden
und werde meine Ketten nicht los.
Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein,
und bin doch nichts als eine Kreatur
die kriecht und lügt
Und zerreißen muss, was immer sie liebt.

 

Die Blicke der beiden Männer treffen sich, paaren sich regelrecht, baden in Ekstase – selten kam es vorher dass man diese Abneigung gegenüber dem anderen so anziehend findet. Die Augen spielen regelrecht miteinander, offenbaren die innersten Gefühle und wenn da nicht dieses Ressentiment gegenüber dem anderen wäre – es würde übereinander hergefallen werden.

 

Pavus: „Du elendes Stück Scheiße…“

 

Wieder schnellt die Hand des Nordmanns nach vorne. Doch es ist kein Schlag auch wenn der Griff alles andere als zärtlich ist. Er packt den Rebellen und zieht ihn an sich heran, ganz dicht an sich heran. Die beiden Körper beben und die Augen flammen regelrecht auf vor Ekstase.

 

Fast wie in Zeitlupe nähern sich die Gesichter an, Stück für Stück, bis nur noch ein kleiner Spielraum zwischen ihnen liegt. Eine außergewöhnliche Emotion zwischen tiefster Ablehnung und Aufruhr, der puren Wollust macht sich breit.

 

Kein Licht im Weltenmeer.
Kein falscher Hoffnungsstrahl.
Nur die Stille. Und in mir
Die Schattenbilder meiner Qual.

 

Es geschieht was geschehen muss – die beiden einstmals so geliebten Menschen überbrücken die letzte Distanz und verschmelzen regelrecht ineinander. Die Lippen aufeinandergepresst, die miteinander spielenden Zungen – der Geschmack des anderen, wie sehr es vermisst wurde.

 

Doch genau dieser Geschmack ist es, der anders ist als sonst. Ist es das Blut, das sich im Mundraum von Hate angesammelt hat oder doch die Abneigung, die hier so bitter schmeckt – so bittersüß?

 

Ich will hoch und höher steigen und sinke immer wieder ins Nichts.
Ich will ein Engel oder ein Teufel sein und bin doch nichts als eine Kreatur, die immer das will, was sie nicht kriegt.

 

Der so zart angefangene Kuss wird heftiger, es wird zu einem regelrechten Kampf – ein Beißen, ein Zerfleischen. All die Emotionen werden in diesem Kuss ausgetragen und der Geschmack des Blutes trägt das seinige dazu bei. Der Kuss endet in einer hemmungslosen Beißerei, bei der keiner der beiden Männer verschont bleibt – ihr Blut vermischt sich in den Mündern und Pavus hält das komplette Chaos in seinem Kopf, in seinem Körper nicht mehr aus.

 

Mit voller Kraft stößt er den Rebellen von sich weg, lässt den Körper an die Wand knallen und blickt ihn lüstern an, voller Zorn und Hass – voller Gefühl.

 

Pavus: „Du willst dieses verdammte Match gegen mich? Nein Hate – das ist es nicht wert. Genauso wenig wie du es je wert warst!“

 

Schwer atmend und sein eigenes Blut schmeckend, pumpt das Herz des Hünen das Blut, angereichert mit Adrenalin durch seinen großen Körper.

 

Pavus: „Ich wünsche mir seit geraumer Zeit nichts sehnlicher, als dieses Kapitel ein für alle Mal endlich zu beenden. Aber nicht so. Diese finale Schlacht werde ich in meinem Kopf auskämpfen. Du bist es einfach nicht mehr wert.“

 

Ein letzter Blick des Hamburgers in diese Augen, die ihn innerlich so zerreißen. Ein letzter Blick zu diesem wunderbaren Menschen, ehe Pavus die Augen schließ, tief durchatmet und die Kabine verlässt.

 

Übrig bleibt nur der Geschmack des jeweils anderen im Mund und die Gewissheit, dass hier und heute das Ende dieser Geschichte seinen Anfang genommen hat – oder vielleicht sogar noch viel mehr.

 

+ Cut +

 

Derweil nicht weit entfernt, getrennt vom Geschehen nur durch eine schmale Holztür, die einen Spalt weit geöffnet ist…

 

Alistair: „Das ist ja ekelhaft!“

 

Er schüttelt sich und blickt seine Partnerin an. Diese deutet ihm mit einem Nicken an, dass man nun besser verschwinden sollte.

 

Patricia: „Verschwinden wir von hier. Unser großer Auftritt kommt erst noch.“

 

Mike Garland: „Also… ich werde aus Pavus und Hate nicht schlau. Wollen sie jetzt gegeneinander kämpfen oder miteinander?“

 

Vincent Craven: „Das ist ihr Dilemma… was die Next Century Gods wohl wieder in ihnen geschürt haben.“

 

Mike Garland: „Aber sie scheinen noch nicht am Ende zu sein. Ich dachte vielleicht wäre Hate der geplante Anschlag… doch nachdem weder MD noch Hate das wahre Ziel waren… Was wird noch kommen?“

 

Vincent Craven: „Davor graut es mir auch. Aber irgendwie graut es mir auch vor einem möglichen Match zwischen Pavus und Hate.“

 

Mike Garland: „Puh… Die PCWA Welt steht Kopf.“

 

Vincent Craven: „Immerhin haben wir noch etwas Positives zu verzeichnen. Blake Milton wurde eben in der Krankenstation bei Mad Dog gesehen. Ob sich die beiden wieder annähren?“

 

Mike Garland: „Das steht in den Sternen und hängt wohl auch von unserem heutigen Main Event ab, oder?“

 

Vincent Craven: „Wohl wahr. Azrael Rage versus Blake Milton. Wer wird Number One Contender auf den Gerasy Titel? Nur noch wenige Minuten trennen uns von diesem Kampf.“

 

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„John, einen Moment bitte. Können wir bitte kurz ein Statement bekommen zu dem, was da eben im Ring passiert ist?“

 

Luke Tyler hechelt gerade dem Amerikaner durch die Katakomben des PCWA Theaters hinterher. Smith hat soeben seine Kabine verlassen, nachdem er sich geduscht hatte, und war wortlos an Tyler vorbeigeeilt. Aber der lässt eben als gut ausgebildeter Reporter nicht so einfach locker.

 

Luke Tyler: „Die Fans der PCWA haben ein Recht …“

 

Smith bleibt nun doch stehen, was Tyler dazu veranlasst, doch ein paar Schritte zurück zu zucken. Er hat im Ring gesehen, wozu Smith an diesem Abend doch fähig ist.

 

John Smith: „Worauf, huh? Schon wieder eine Erklärung für das Offensichtliche? Schon wieder ein großes Bla-Bla über Schicksal? Über Bestimmung? Über SELBST-Bestimmung?“

 

Smith schüttelt den Kopf.

 

John Smith: „Erinnerst du dich an Nowak?“

 

Natürlich tut Tyler das. Wie hätten er und alle anderen hier in der PCWA den Polen und das Ende seiner Geschichte auch so schnell vergessen können.

 

Luke: „Ja, sicher…“

 

Smith unterbricht ihn erneut.

 

John Smith: „Nowak hatte Recht. Nowak hatte Recht.“

 

Nur um den PCWA Interviewer dann schlichtweg links liegen zu lassen. Ein verdutzter Luke Tyler mit einigen offenen Fragen auf der Zunge bleibt zurück.

 

Flashback: Der Tag des Imperial Impact VIII

Der Pole verschränkt die Arme.

‚Boxer’: „Es war gut zu sehen, dass du dich bei Vendetta 80 entschieden hast. Ich hab’ dir gesagt, dass man manchmal keine Wahl hat. Dass man manchmal tun muss, was man eben tun muss. Weil man seine Rolle gefunden hat und einem niemand mehr eine andere gibt. Weil man sich entschieden hat. Und es keinen Weg mehr raus gibt. Wohin man auch sieht…“

Der Amerikaner nickt, aber so ganz überzeugt scheint er nicht zu sein von dem was der Boxer dort so predigt.

John Smith: „Yeah, vielleicht ist dem so. Vielleicht ist das dein Weg … nicht unbedingt meiner, aber. Irgendwie mag ich Einbahnstraßen nicht. Ich tue das was mir gefällt, lasse mich auf nichts festlegen.“

Er wiegt den Kopf nach rechts und links.

John Smith: „Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden. Ja, unsere Wege sind für einige Zeit parallel gelaufen. Ja, ich habe mir dein Symbol zu meinem eigenen gemacht für ein, zwei Shows. Aber ich bin nicht du. Ich gehe meinen eigenen Weg.“

Schulterzucken.

‚Boxer’: „Dann wirst du morgen scheitern und deine Karriere endgültig beenden, alter Mann.“

Der Ex-Gerasy schüttelt den Kopf. Nowak will und wird nicht verstehen. Aber er kann nicht anders.

John Smith: „Wir alle haben unsere Wahl, Tom.“

Nowak lacht auf.

‚Boxer’: „Ich hab’ dir schon das letzte Mal gesagt, dass ich keine Chance mehr hab’. Ich kann mich nicht mehr drehen. Ich hab’ mich entschieden, steh’ jetzt an der Seite von Robert Barker. Ich bin für die schiefen Töne zuständig. Ich bin der Schatten vor dem sich Leute wie du leuchtend abzeichnen können. Ich bin Tom Nowak. Ich geh’ meinen Weg bis zum Ende. Weil es keinen anderen Weg mehr gibt. Weil mir niemand mehr einen anderen Weg zeigt. Weil auch du mir nur schöne Worte und keine Taten mehr anbietest.“

Mike Garland: „Dürfen wir vorstellen: Darth Smith alias die ultimative Waffe. Oder anders gesagt: John Smith, der jetzt scheinbar endgültig durchgedreht ist und trotz aller gegenteiligen Bekundungen wieder zu mehr als brutalen Mitteln greift.“

 

Vincent Craven: „Wir haben es ja vorhin nach dem zweiten Quest 4 the Best Viertelfinale gesehen: Smith  hatte irgendwo einen Schlagring versteckt, ihn zwar im Match selbst nicht eingesetzt, dafür dann aber Referee Johannes Ulrich ausgeknockt und eine klaffende Platzwunde verpasst.“

 

Mike Garland: „Und all das nur, weil Nowak recht hatte? Womit überhaupt? Da hätten wir jetzt schon gerne eine Antwort darauf bekommen, würd ich behaupten.“

 

Vincent Craven: „Die beiden hatten sich ja mehrfach unterhalten, vor … ähm … den Ereignissen um Nowak beim Imperial Impact VIII. Und sie waren sich über viele Dinge ziemlich uneinig, so sehr sie sich vielleicht auch der Meinung vieler nach ähnelten.“

 

Mike Garland: „Eben. Da überrascht Smiths Erkenntnis schon ein wenig arg. Aber eine Antwort bekommen wir heute Abend wohl nicht mehr. Wir haben, wie gesagt, nur noch wenige Minuten bis zum Mainevent und Smith scheint schon aus der Halle abgehauen zu sein.“

 

Vincent Craven: „Das einzig Neue dazu, was wir nachreichen können: Johannes Ulrich scheint es wieder den Umständen entsprechend zu gehen. Unsere Chefetage behält sich weitere Maßnahmen gegen Smith vor, aber mehr wissen wir auch nicht.“

 

Mike Garland: „Wir machen also im Programm weiter, sind aber ebenso gespannt auf Antworten wie ihr zu Hause vermutlich.“

 

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Beide Arme sind getaped.

Augen weit aufgerissen.

Rabiat gestikulieren die Hände.

Kein Vertrauen in sich selbst.

Ein kurzes Innehalten.

Ruhe. Kurze Ruhe. Dann die Antwort, die eine Frage beantwortet, die nie laut gestellt wurde.

 

Azrael Rage: „Ohne Furcht soll man so jemanden aufhalten.“

 

Kurz wird der Wahnsinn des Regenläufers abgelegt, er versucht den Namen für einen Augenblick zu vergessen, doch dann…

 

Plötzlich knallt die Tür auf und die Pupillen des Regenläufers weiten sich. Mit einem hämischen Grinsen im Gesicht betritt der Schlächter in die Kabine. Sofort tritt Rage einige Schritte zurück an die Wand. Die Schultern fallen nach vorne und die Arme gehen in Abwehrposition vor die Brust. Das Grinsen weitet sich.

 

‚Schlächter’: „Bei Gott, versuch den Harndrang zu unterdrücken Rage. Ich bin nicht hier, um dich um deine… Chance zu bringen. Ich…“

 

Der Mann ohne Grenzen unterbricht sich, lässt seinen Blick für einen Moment über seinen goldenen Schatz gleiten.

 

‚Schlächter’: „Um ihn geht es, nicht wahr? Der Undisputed Gerasy Title... du willst ihn. Willst ihn unbedingt. Willst ihn so sehr, dass du ein Match bestreitest, dass dir eine Schlacht gegen den Schlächter aufzwingt…“

 

Dem Teufel schallt das bellende Gelächter des Schlächters entgegen.

 

‚Schlächter‘: „…der Gerasy ist wirklich mächtig. Ha! Aber lass uns schnell zum Punkt kommen, denn ich möchte es vermeiden anwesend zu sein, wenn der Regen beginnt durch deine Hose zu laufen.“

 

Im Gegenteil zum Regenläufer lässt sich Barker entspannt in einen Sessel fallen und blickt weiter in Richtung von Azrael, welcher sich fast selbst an die Wand drückt. Natürlich hat der Schlächter die Lage längst erkannt… zudem sprach sein Auftreten doch eine deutliche Sprache. Er wusste, dass Rage vor ihm Angst hat. Dies muss ein alternder Mythos ihn geflüstert haben.

 

‚Schlächter’: „Du also gegen die Security… ich kann nicht sagen, dass ich mit diesem Ergebnis sonderlich zufrieden bin. Erst dieses dumme, dumme Doppelfinish und dann auch noch ihr beide… aber ich vermute einen wahren Champion erkennt man daran, wie er mit solch widrigen Umständen zurechtkommt und deshalb…“

 

Eiskalte blaue Augen lassen den Teufel erstarren.

 

‚Schlächter‘: „Ich will, dass du mir zuhörst, Rage, und ich warne dich, ich werde mich nicht wiederholen. Also… hörst du mir zu?“

 

Der Blick zu Rage, welcher nur leise nickt.

 

‚Schlächter’: „Gemessen an dem Anblick, den du mir hier bietest, kann es mir eigentlich ziemlich egal sein, wer am Ende gegen mich untergehen wird, aber…“

 

Das große Aber hat schon so manchen schönen Satz kaputt gemacht.

 

‚Schlächter’: „…ich bin bereit dir ein Angebot zu machen, das mir ein langweiliges Match erspart und dich vor scheußlichen, scheußlichen Schmerzen schützen wird. Deine Aufgabe ist dabei im Grunde recht simpel, also…“

 

Der Mann ohne Grenzen springt auf und geht auf Rage zu, welcher versucht tiefer in die Kabine zu flüchten, bis er schließlich in einer Ecke angekommen ist. Ungehalten setzt er wieder an.

 

‚Schlächter’: „... erinnere dich an meine Aufforderung mit dem Zuhören, Rage, wir wollen doch nicht, dass du mich dazu zwingst dafür zu sorgen, dass dein nächster Regen aus deinem Blut besteht.“

 

Langsam, seine Rolle genießend, geht Barker weiter auf das Schild zu. Es erregt ihn zu sehen, wie weit er selbst mit Azrael Rage gehen kann. Ex-Undisputed Gerasy Champion und PCWA-Ikone… ein Häufchen Elend in seinen Händen.

 

‚Schlächter’: „Du wirst also folgendes tun… Du wirst heute Abend Blake Milton besiegen, um ihn endlich wieder in die Carddimensionen zurück zu schicken, in die er gehört. Das sollte der einfache Teil sein, Rage, er ist immerhin nicht mehr als eine verdammte Security… Anschließend wirst du einen Trip in die Vergangenheit starten…“

 

Der Teufel versucht sich von Barker so abzuwenden, wie er es von seiner Vergangenheit tun will, doch Barker fängt seinen Blick sofort wieder ein.

 

‚Schlächter‘: „…HEY! Aufpassen! Also! Vergangenheit… irgendwo in diesem erbärmlichen, schlotternden Körper wirst du eine Erinnerung daran finden, dass du einmal der Teufel warst, dass du in Wirklichkeit mehr bist, als dieser verweichlichte Aufwasch eines Ex-Champions und du wirst tun, was du als Teufel am besten getan hast… du wirst das Thema Blake Milton endgültig für die PCWA beenden!“

 

Das war der Plan, den Barker sich gemacht hatte, bevor er hier herkam, doch der Anblick des Regenläufers lässt ihn noch eins draufsetzen, lässt ihn noch einen weiteren Schritt in die Richtung gehen, in der er seine Grenzen vermutet.

 

‚Schlächter‘: „Und danach wirst du dich vor mir niederknien und auf dein Gerasy Match beim CORE verzichten.“

 

Vollkommen gelähmt wie ein Kaninchen vor der Schlange hört Azrael diese Worte und kann nur mit Mühe eigene Worte entgegenbringen.

 

Azrael Rage: „Aber ich… ich… ich bin kein Teufel mehr.“

 

Eine abwinkende Geste des Mannes, der offensichtlich wirklich keine Grenzen hat.

 

‚Schlächter’: „Oh Rage, nein, das bist du wirklich nicht mehr. Aber wenn dir deine Gesundheit irgendetwas wert ist, dann wirst du wieder einer werden. Der Regenläufer, so wie er mir hier gegenüberkauert kann und wird in der PCWA nicht überleben. Das garantiere ich dir. Aber der Teufel hat eine Chance, wenn er weiß, wem er sich unter zu ordnen hat, also tu was ich dir sage und du wirst Vendetta 84 noch erleben. Beende Blake Milton!“

 

Arrogant, in dem Wissen, dass Rage mental nicht in der Lage ist ihm irgendetwas zu tun, dreht Barker sich mit dem Rücken zu Azrael. Vielleicht ist es auch um diesen für einen Augenblick zu entspannen, da ihn das Gespräch in seiner Einfachheit fast schon enttäuscht.

 

‚Schlächter’: „Du bringst mich vom Thema ab, Rage… und du scheinst deine unglaubliche Chance, die ich dir biete, nicht zu realisieren. Anstatt beim CORE gegen den Schlächter in den Ring zu steigen und Gefahr zu  laufen dafür zerstört zu werden, biete ich dir einen Weg heil aus diesem Schlamassel, in das dich die Battle Royal getrieben hat, zu kommen.“

 

Dies wäre nun der Moment, indem der Prince of Pain voller Güte auf seinen Gegener geblickt hätte und ihm Honig ums Maul geschmiert hätte, doch der Schlächter ist zu weit entfernt vom Alltag eines normalen Menschen, um sich mit dem Konzept von „Güte“ abzugeben. Er erklärt Rage seine Optionen, doch seine Verachtung dafür trieft aus jedem Wort. Verachtung, weil es die Ziele für Zweitplatzierte sind. Ziele für Versager.

 

‚Schlächter‘: „Dann hättest du die Möglichkeit die PCWA weiter zu beschützen! Es gäbe so viele Chancen für dich etwas zu tun, die nicht in deinem schmerzhaften Ende resultieren würden… Hate ist zurück. Und der Rebell ist immer eine Bedrohung fürs Image der PCWA, sobald er seinen hundertsten Rückfall haben wird. Ihn könntest du sicherlich besiegen… McFly hat einen PCWA Titel und droht damit ihn in anderen Ligen zu verlieren, das wäre eine nette Geste für die PCWA… oder, nimm dir Smith vor, oder Blaze, oder sonst wen… vielleicht verstehst du was ich meine… suche dir realistischere Chancen, dann kannst du dir und den Fans weiter einreden, dass du der Schild der PCWA bist, dass du hier bist um uns alle zu beschützen… du könntest als verdammter Held gefeiert werden. Ist es nicht das, was du willst?“

 

Keine Antwort von Rage und der Schlächter verdreht die Augen angenervt. Blitzschnell dreht sich Barker wieder um und geht direkt an Rage ran, welcher sich in seiner Ecke zusammenkraucht.

 

‚Der Schlächter’: „Hör zu, Made, wach aus deinem Koma auf und realisiere, welche Chance ich dir biete. Es gibt nicht viele vor dir, die eine solche Chance geboten bekommen haben. Einer von Ihnen war Tom Nowak. Erinnerst du dich an ihn? Erinnerst du dich daran, was mit ihm passiert ist? Er hat mich enttäuscht, das ist passiert!“

 

Kurz erinnert sich der Schlächter an die Anfangszeit von Robert Barker… Damals drückte Barker ein Teufel an die Wand und Robert fürchtete um sein Leben und seine gerade begonnene Karriere… eine andere Zeit, zwei andere Leben…

 

‚Schlächter‘: „Also tu vieles, tu alles, was dir beliebt, ABER WAGE ES JA NICHT, MICH ZU ENTTÄUSCHEN!“

 

Von den Schreien gepackt, blickt Rage vorsichtig auf, sieht zum ersten Mal in die kalten Augen von Barker und er muss sich zusammenreißen, um nicht gleich wieder zu erstarren.

 

Azrael Rage: „Warum ich?“

 

Ein boshaftes Lächeln umspielt die Lippen von Barker, eh er wieder in die eiskalte Miene abweicht.

 

‚Schlächter’: „Weil ich es kann! Weil ich weiß, dass du es tun wirst, obwohl du es nicht willst. Weil es mich amüsiert!“

 

Zwei Schritte geht der Mann ohne Grenzen zurück.

 

‚Schlächter’: „Ich bin die Angst und die komplette verfickte PCWA fürchtet sich vor mir. Du fürchtest dich vor mir… Knie nieder vor der Angst und fürchte dich!“

 

Kurz überlegt Rage, fühlt den Regen, fühlt Furcht, fühlt sich hilflos. Die laute Stimme Barkers reißt ihn aus den Gedanken.

 

‚Schlächter’: „KNIE NIEDER UND FÜRCHTE MICH! ZWING MICH NICHT, DICH SCHON JETZT…“

 

In dem Moment geht Azrael in die Knie und lässt dabei demütig sein Haupt hängen. Zufrieden beobachtet Barker, wie Rage sich offenbar selbst aufgibt. Fast liebevoll wie bei einem Hund tätschelt Barker den Kopf des Schildes.

 

‚Schlächter’: „So ist es richtig, Rage.“

 

Rage kniet vor ihm, kniet vor seiner Verdammnis. Es ist ein Augenblick, ein Sprung über eine weitere Grenze, den Barker in vollen Zügen genießt.

 

‚Schlächter’: „Du bist erbärmlich… aber das weißt du, nicht wahr? Du bist nur noch ein Schatten deiner Selbst.“

 

Ein Schatten deiner Selbst… Kurz erinnert sich Rage diese Worte heute Abend schon einmal zu jemand anderen gesagt zu haben. Zu Gabriel Lucifer…

 

‚Schlächter’: „Du solltest mir wirklich dankbar sein, dass ich dir diesen Ausweg aus dem Gerasy Match biete, denn so wie du hier vor mir kniest, bist du kein Gerasy Material mehr, bist nicht einmal würdig um dir ein Match zu verdienen. Es mag sein, dass du einst der Teufel warst, aber in der PCWA bin ich euer aller Gott.“

 

So schickt er sich an zu gehen, aber bleibt im Türrahmen stehen.

 

‚Schlächter’: „Aber ich bin ein gütiger Gott und deshalb kriegst du die Chance endlich wieder Teil von etwas Bedeutsamen zu sein. Nutze sie, Rage. Wir sehen uns später…“

 

Der Regenläufer blickt auf, überprüft ob Barker wirklich gegangen ist.

 

Azrael Rage: „Erhebe Dich endlich.“

 

Eine Miene, die zeigt das Rage fast zum weinen zu Mute ist. Sein Stolz ist zerbrochen.

 

Azrael Rage: „Ich sagte, erhebe Dich endlich!“

 

Nur langsam steht er auf, und blickt sich um. Zögerlich beginnt er an sich herunterzugucken.

 

Azrael Rage: „Was dachtest Du Dir wie es alles sein würde, als Du zurückgekommen bist in die PCWA? Du sagst, Du kämpfst jetzt für die PCWA und alle würden Dich lieben. Die Feinde würden kauern vor Angst und Du würdest problemlos wieder Undisputed Gerasy werden?“

 

Leise spricht Azrael.

 

Azrael Rage: „Raus aus meinem Kopf!“

 

Ein Kopfschütteln.

 

Azrael Rage: „Guck Dich an! Was hat sich an Dir so sehr verändert, dass Du jemanden wie Robert Barker fürchten musst?“

 

Ohne Pause, spricht er weiter.

 

Azrael Rage: „RAUS AUS MEINEM KOPF!“

 

Wütend wird der kleine Tisch in den Spiegel geworfen und die Scherben gehen klirrend zu Boden.

 

Azrael Rage: „Fühlst Du Dich jetzt besser?“

 

Wieder kniet Azrael ab.

 

Azrael Rage: „Bitte geh weg. Bitte.“

 

Ein eindeutiges Kopfschütteln.

 

Azrael Rage: „DAS KANN ICH NICHT! Ich bin Du! Du bist ich, Du Narr! Wir laufen durch den Regen. Wir haben eine Aufgabe und wir können uns nicht einfach nach dem Wind richten, nur weil es jetzt schwer wird.“

 

Der Blick ist weiterhin ernst.

 

Azrael Rage: „Hör zu… Ich sagte, HÖR MIR ZU! Da draußen wird in wenigen Minuten ein junger Kämpfer uns entschlossen sich entgegenstellen. Er hat dieses Spiel noch nie gespielt, hat keine Ahnung, was Monster wie Barker ihn antun können und Du erwägst tatsächlich Dich kurzzeitig wie der Schlächter zu verhalten, nur um Deinen Kopf zu retten? Wie tief willst Du denn damit sinken?“

 

Wieder wirkt der Blick weinerlich.

 

Azrael Rage: „Was soll ich denn tun? Ich habe keine andere Wahl?“

 

Zorn im Gesicht.

 

Azrael Rage: „DAS was Du immer tust! Du hast eine Wahl. Kämpfe und ertrage die Konsequenzen und vielleicht gelingt es Dir Dich dann zu befreien. Denn wenn Du heute daraus gehst und das tust, was Barker von Dir verlangt, dann wirst Du nicht nur Blake Milton zerstören.“

 

Der Kopf neigt sich wieder gen Boden.

 

Azrael Rage: „Azrael, das hier heute ist ein entscheidender Moment. Heute zeigt sich, ob all Deine Worte einen wahren Kern hatten, oder aber ob Du nur bist, was Blaze und andere von Dir denken, nämlich ein Heuchler. Heute stellt sich die Frage, ob man als Held lebt, oder als Schurke vergeht. Deine Wahl… ich muss sie mit ertragen.“

 

Ein Klopfen an der Tür. Es ist ein Backstageworker der PCWA.

 

„In fünf Minuten ist ihr Match, Herr Rage.“

 

Langsam nur erhebt er sich, blickt auf das Scherbenmeer, das er selbst angerichtet hat.

 

Azrael Rage: „Bedenke Azrael, das hier ist größer als Du und ich. Es geht hierbei um viel mehr. Es geht um die Phoenix Crossover Wrestling Assiciation, um Blake Milton, um Dich selbst und natürlich um die Undisputed Gerasy. Ist es das nicht wert dafür zu bluten?“

 

Keine Antwort. Die Stille kehrt in den Raum und Rage setzt sich in Bewegung. Gleich betritt er eine Halle, doch sein Gefühl ist eher das eine Sturmes…

 

Das ist die Prüfung, Regenläufer!

 

Mike Garland: „Azrael Rage kniet vor Robert Barker und stimmt damit seinem Deal zu. Eine Verschwörung gegen Blake Milton! Rage ist also doch nur ein Heuchler.“

 

Vincent Craven: „Noch hat er es ja nicht getan und beim Selbstgespräch empfand er sich offenbar selbst als Heuchler.“

 

Mike Garland: „Aber das Ganze hier spricht doch eine klare Sprache. Nicht nur, dass er vor Barker zurückweichen wird, nein, er wird auch noch Milton opfern, um nicht gegen den Schlächter antreten zu müssen. DAS ist ein verdammter Skandal!“

 

Vincent Craven: „Würdest du dich bitte beruhigen?! Bisher ist noch gar nichts passiert, zudem muss Rage dazu erst einmal Milton besiegen!“

 

Mike Garland: „Ja, da hast du wohl Recht, aber was ist wenn Rage wirklich gewinnt? Was wird er dann tun?“

 

Vincent Craven: „Das sehen wir wohl nur, wenn er gewinnt. Schlussendlich wird er es entscheiden. Ich finde es erstaunlich, dass der Undisputed Gerasy hier zum ersten Mal nicht seinen Reiz auf Rage auswirkt. Er wirkt wirklich desorientiert, was er will? Ich meine, will er wirklich vor dem Schlächter flüchten, oder steht er jetzt wo es ernst wird zu seinen Worten und will die PCWA schützen?“

 

Mike Garland: „Du meinst, indem er Barker den Erfolg, den Gerasy, raubt?“

 

Vincent Craven: „Naja CORE steht immer noch auf einem anderen Blatt Papier, aber zumindest gegen Barker ins Match gehen muss er, falls er gewinnt, damit er seine Glaubwürdigkeit wieder erringen kann.“

 

Mike Garland: „Ich bin zwar nach diesem Segment ziemlich sicher, dass Rage genau das tun wird, was Barker von ihm erwartet, aber ich hoffe natürlich, dass es nicht so kommt.“

 

Vincent Craven: „In wenigen Minuten wissen wir mehr.“

 

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Drei metallene Fackeln, ihre Machart mutet gotisch an. Neben ihnen Blaze, der gerade noch im Ring gekämpft hat, gleich bei der Rampe. Mit dem Mikrofon bewaffnet deutet er auf die niedrigste der Fackeln neben sich. An ihrer Seite wirkt er klein, sie überragen ihn um das doppelte. In eben jener niedrigsten, welche vorne steht, brennt knisternd eine Flamme in der schalenförmigen Spitze. Entzündet hat sie sich kurz nach seinem Sieg im Viertelfinale. Das Publikum feuert ihn an zu sprechen, doch er nimmt sich Zeit, ordnet seine Gedanken. Der Abend verläuft bewegt. Seine Haare sind noch verschwitzt vom Kampf, auf seiner linken Wange zeichnet sich eine tiefe Schramme ab, seine rechte Faust hat geblutet und ist angeschwollen. Er hat alles gegeben.

 

Doch es hat sich gelohnt, der Sieg war sein, das Viertelfinale ist überstanden. Zwei Kämpfe trennen ihn noch vom Triumph im Quest 4 The Best Turnier. Vom zweiten in Folge.

 

Blaze: „Drei Fackeln. Einsam, allein und verloren. Ihr Licht war erloschen, kein Feuer brannte in ihnen. Sie erinnern mich an mich selbst vor langer Zeit, doch ich habe gelernt. Und so brennt die erste wieder. Ich bin im Halbfinale! Der erste Sieg ist mein! Das Risiko hat sich gelohnt, zu bleiben. Ich bin stark genug."

 

Die Fans jubeln, die Geschichte ihres Kubaners geht weiter. Von Erfolg gekrönt.

 

Blaze: „Sie sind so einsam wie ich. Passen nicht an diese Stelle, passen nicht in diese Welt. Es muss in mir selbst vergraben liegen, dieses Gefühl, allein im Sturm zu stehen, allein gegen die Welt. Doch es ist gut so, bei allem, was passiert ist! Ich will es nicht anders. Ich bin es, der Eremit, der tragische Einzelgänger, das einsame Feuer der PCWA. Ich ersticke an zu viel Nähe, verliere mich, ich brauche es gegen alles zu sein, nur dann spür ich diese Getriebenheit, die mich wüten und siegen lässt. Ich verliere mich zu leicht im vorgewärmten Bett, an der Seite von Freunden. Es geht zu schnell, sich dort fallen zu lassen und aus dem Blick zu verlieren, was mir wirklich wichtig ist!“

 

Ein Blick durch die Reihen der Fans.                                                                                                                      

 

Blaze: „So lange wurde ich gebremst. Kerry & Gaelic, die Schlange, sie hat gute Arbeit geleistet. Wie oft haben sie mir Honig ums Maul geschmiert, gaben mir Macht und Ansehen, Geld und Glorie – erblindet bin ich an ihrer Zuwendung. Die Sicherheit, die sie mir versprachen und gaben, auf einer Seite war sie schön, doch sie war nur ein Traum und geblendet haben sie mich, wer sie wirklich sind. Keine Wohltäter für die Welt, gefühlskalte Geister sind sie. Schlangen, deren Gift mich schwächt. Und betrogen mich, da ich mich endlich lösen wollte, befreien wollte aus diesem Puppenspiel. Danke dafür, ihr habt mir die Augen geöffnet. Ich habe mich erinnert, wer ich wirklich bin. Kein gefühlskalter Geist, sondern ein getriebener, ein einsames Feuer, dessen Stärke genau darin liegt, einsam für seine Ziele zu kämpfen, immer bereit zu fallen. Und so egoistisch wie ihr wart, mich wie eine Seuche zu befallen und zu schwächen, so egoistisch kehre ich jetzt zurück. Werde wieder siegen, einsam und getrieben, wer ist bereit, mich zu lieben?“

 

Viele der Fans sind es, verkünden es jubelnd und feiernd, doch Blaze spricht gerade davon nicht.

 

Blaze: „Nur ich, darum geht es! Wer sonst kann und will mich erlösen? Niemand! Rachgier ist kein Gefühl, welches man teilen kann. ICH MUSS ENDLICH WIEDER BRENNEN! Wo war mein Feuer nur so lang? Wo ist der Ring, ich kack aufs reden, lasst mich kämpfen, bluten, wüten,… Zorn zu Glorie, Blut auf meiner Zunge, ich schmecke das Leben wieder. Wozu ist es sonst da, wenn nicht im Moment zu sein? Ich richte mich gern zu Grunde, wenn es dann zumindest einen Sinn hat. Mad Dog, du weißt, was ich meine! Du verstehst mich. Und genau deswegen können wir nicht gemeinsam kämpfen. Veränderung ist unser beider Traum, wir haben das gleiche Ziel, doch wir müssen es allein erreichen. Ich will siegen, endlich wieder siegen, ganz an der Spitze stehen!“

 

Der Rächer wendet sich erneut an die metallenen Fackeln neben ihm. Sanft streichelt seine Hand über eines der Quest 4 The Best Logos, welches auf ihren Mitten eingelassen ist.

 

Blaze: „Ich darf mich nicht ablenken lassen, nie wieder! Genug der Stimmen, die auf mich einreden und mich vom Weg abbringen. Diese Fackeln sollen mich daran erinnern, was ich wirklich will. Sie sollen mein Polarstern sein. Jede von ihnen einzeln erneut, bis zum Core, bis ich zum Zweiten Mal in Folge der Beste bin, der Sieger des Quest 4 The Bests. Drei Tänze sind es, die ich dafür brauche und drei Fackeln stehen hier, bereit zu leuchten. Wenn nach dem Core alle drei brennen heißt das, mir ist es gelungen und ich bin der erste und einzige zweifache Gewinner des Quest 4 The Best Turniers. Wer auch immer dann Undisputed Gerasy Champion ist, soll beginnen sich zu fürchten. Denn am Brawlin‘ Rumble wird seine Regentschaft enden, wenn die Rache ihn entthront. Niemand ist gefeit vor ihrer rohen Energie. Jeder Sieg entfacht ein Feuer, eine Fackel mehr und meines mit! Endlich wieder. Wahrscheinlich ist, dass Robert Barker – nicht Schlächter, welcher Humbug – dann noch Champion ist. Und sagt mir, wer sonst sollte ihn entthronen? Der Teufel? Sicher nicht.“

 

Seine Stimme klingt plötzlich wehmütig.

 

Blaze: „Es umschließt mein Herz mit Trauer, dass ich mich lösen muss. Die Inflection Scale, sie hätte gut sein können. Und gebraucht wird sie! Doch ich muss egoistisch sein, ich bin allein am Besten. Es ist ja nicht so, dass unser Kampf für Veränderung nun endet. Wir haben immer noch ein gemeinsames Ziel. Doch nichts darf mich ablenken bis zum Core! Mein Feuer duldet keine Begleiter, sie bedrängen es, doch ich muss ausbrechen!“

 

Nun dreht sich die Rache unvermittelt zur Rampe.

 

Blaze: „Blake, du stehst jetzt vor mir, ich kann es kaum fassen. Ich wünsche dir alles Glück nachher gegen den Regenheuchler, du wirst es brauchen. Schlangen sind gefährlich und wie Kerry & Gaelic ist auch er eine Schlange. Mad Dog, mein Freund, du willst das gleiche wie ich. Und ich würde mich freuen gegen dich im Finale des Quest 4 The Bests zu stehen. Doch wir wissen beide, was dann passiert. Keiner von uns ist so grün hinter den Ohren, als dass er Skrupel kennt. Vergiss nur eins nicht – ich bin nicht der ewige Zweite, das ist deine Rolle! Meine ist es am Ende der Tage das Feuer am Horizont zu sein. Einsam, allein und verloren, dennoch alles überschattend in seinem Glanz. Zerstört vielleicht, mein Körper verfallen, aber doch siegreich.“

 

Die rechte Hand fährt über seine Brust.

 

Blaze: „Drei Fackeln. Drei Siege. Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Der Quest 4 The Best. Zwei Mal in Folge.  Das einsame Feuer wird brennen, die Fackeln des Polarsterns lodern! Ich werde SIEGEN! Genug gesagt, zu viel Zeit wurde schon mit Worten verschwendet. Ich weiß, was zu tun ist. Folgt mir auf meinem Pfad zum Verfall!“

 

Sanft fährt die Kamera nahe am Gesicht des Kubaners vorbei. Sein Blick ist ausdruckslos, sein Schweigen ist die Ruhe vor dem Sturm. Dann geraten wieder die drei metallenen Fackeln ins Bild. Ihr gotischer Stil ist kalt, furchteinflößend. Jede von ihnen steht für einen Kampf, einen Sieg oder eine Niederlage. Sie sind das sichtbare Maß für den Aufstieg oder Fall des einsamen Feuers. Bis jetzt stapft es voran, sein Traum lebt und die erste Fackel brennt.

 

Mike Garland: „Endlich erklärt sich, was die Fackeln bedeuten.“

 

Vincent Craven: „Sie sind der verdinglichte Fokus des Kubaners für den Quest 4 The Best.“

 

Mike Garland: „Und sie scheinen ihren Zweck zu erfüllen. Bei all dem, in das Blaze involviert ist – Inflection Scale, mit Azrael Rage, Robert Barker, bei all dem, hat er heute mit Leidenschaft für seinen Sieg gekämpft.“

 

Vincent Craven: „Und gewonnen. Die Rache zieht ins Halbfinale ein und vielleicht wird dieses Jahr der erste, zweifache Sieger des Quest 4 The Best Turniers gekrönt.“

 

Mike Garland: „Nicht nur der erste, zweifache, sondern auch der erste, zweifache in Folge.“

 

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Sein Denkfehler? Wenn Robert Barker keine Angst hat, bedeutet das auch, dass er eine entscheidende Schwachstelle hat.

 

Blake nimmt einen tiefen Zug von seiner Zigarette und wartet geduldig hinter den Kulissen. Sicherlich hätte er sich Gabriel Lucifer auch in der U-Bahn schändlich bemächtigen können, aber der Junge ließ ihn lediglich spüren, dass in einer dieser kleinen, dunklen Untergrundnischen große, helle Augen emotionslos auf ihn lauern.

 

Das Leben könnte so einfach sein, wenn einen das Gesetz mit der Auswahl der Methoden nicht so misslich einschränken würde. Dabei hätte er den ehemaligen Principal so gern bei sich, ganz für sich allein und weit weg vom Schlächter – weit weg von all dem hier. Welche Wahl hat er auch großartig, nachdem Gabriel ihn außerhalb der Shows ständig abweist? Blake kann ihn sich nur innerhalb der Veranstaltungen greifen, um ihn erneut daran zu erinnern, wo genau sein Platz ist…

 

…und Lucifer erschreckt sich fast zu Tode, als ihn eine schwarze Gestalt mit längeren Haaren und gefühlskaltem Blick in eine Ecke hinter die Kulissen zerrt. Fast schon panisch wischt der Mythos seinem Gegenüber die Haarsträhnen aus dem blassen Gesicht, nur um sicherzugehen, dass es nicht der Schlächter ist. Verärgert über diesen Schrecken, schreit Gabriel „seinen Schützling“ an: „VERDAMMT NOCH MAL, BLAKE!“

 

Er atmet schwer durch.

 

„Ich dachte schon, du wärst…“ – ein erleichtertes Kopfschütteln – „…egal. Tu mir einen Gefallen und lass dir die Haare schneiden!“

 

Blake hebt eine Augenbraue und übergeht die Bitte seines Gegenübers mit einem gewohnt abrupten Themawechsel. Er will Gabriel nicht an den Schlächter verlieren. Er muss gewinnen. Wenn er heute gegen Rage versagt, könnte er sich das niemals verzeihen. Wenn er heute versagt, gewinnt Barker genau DIE Zeit, in der Blake Lucifer hätte die ANGST ausreden können, ihn überreden können und…

 

Blake Milton: „Du gehörst nicht an seine Seite, Gabriel!“

 

…jetzt geht DAS wieder los. Lucifer will gerade sein Gesicht verziehen, als „sein Schützling“ plötzlich vor ihm auf die Knie fällt. Ein erneuter Schrecken. Gabriel weicht zurück.

 

Gabriel Lucifer: „Was zur Hölle soll das werden?“

 

Blake senkt den Kopf und obwohl es ihm gerade jetzt zutiefst zuwider ist, fängt er tatsächlich an zu betteln.

 

Blake Milton: „Gabriel, ich bitte dich! Merkst du denn gar nicht, dass du das alles hier nicht mehr unter Kontrolle hast? Ich… bitte sag… sag mir, was ich tun soll, damit du Barker verlässt... ich tu’s! Sag mir, was ich tun soll! Ich will… dir doch nur helfen, weißt du noch? Dafür…“

 

Das Szenario ist einfach nur elend.

 

Blake Milton: „…dafür hast du mich doch an deine Seite geholt... dafür bin ich doch da… für dich. Ich flehe dich an… das bist doch nicht mehr du selbst! Hast du… hast du die Angst denn so nötig? Hast du sie denn wirklich so nötig, dass du…“

 

Lucifer packt Blake wütend an dessen Arm und zieht ihn unsanft nach oben: „Steh gefälligst auf! Das ist ja erbärmlich!“

 

Blake Milton: „Aber ich…“

 

Gabriel Lucifer: „Wenn du mit diesem Mist nicht sofort aufhörst, werde ich nicht noch mal so viel Rücksicht nehmen, wie bei unserem letzten Treffen! Also mach, dass du wegkommst und hör auf, mich zu verfolgen! Das ist…“

 

Ihm fröstelt es innerlich.

 

Gabriel Lucifer: „…irgendwie unheimlich.“

 

Mit diesen Worten will er eigentlich Au Revoir sagen, wenn da nicht Blake wäre, der ihm hastig hinterher stolpert. Genervt dreht sich Lucifer zu ihm und rempelt dabei gegen eine dritte Person, die gerade eben um die Ecke biegt – Robert Barker.

 

Abwechselnd blickt der Schlächter zwischen Gabriel und Blake hin und her und kratzt sich reichlich introvertiert etwas imaginären Dreck unter einem seiner Fingernägel weg, während er in einem gefährlich interessiertem Ton fragt: „Was genau läuft da zwischen euch beiden…?“

 

Er mustert Milton mit einem gemütskranken Blick. Bisher hat dieser Junge ihm gegenüber immer geschwiegen.

 

‚Schlächter‘: „Sprich mit mir, Milton. Vielleicht lass ich ihn dann ab und zu zum Spielen rüberkommen. Das willst du doch, oder?“

 

Er will sich dem Australier nähern – nicht ohne vorher noch einmal seine Finger zu begutachten, die nun endlich tadellos sauber sind – doch der ehemalige Prinzipal stellt sich dazwischen. Nur mühselig kann Gabriel seine Sorge um Blake unterdrücken, also versucht er es zu überspielen.

 

Gabriel Lucifer: „Es wird Zeit, dass du gehst, Blake! Du solltest dich besser auf dein Match gegen Rage vorbereiten!“

 

Barker muss lachen. Er sieht an Lucifer vorbei.

 

‚Schlächter‘: „Oh ja, Blake. Er hat absolut Recht! Auch wenn Rage nicht mehr ist, was er mal war, ist er zu deinem Unglück leider kein Tom Nowak, der so überaus talentiert im Versagen ist… ich meine, war. Nein, Azrael ist ein ganz anderes Kaliber… und Gabriel muss es wissen, denn schließlich hat er Azrael Rage herangezüchtet, wie so viele, gegen die er schon verloren hat.“

 

Neben der bellenden Begeisterung des Schlächters kann der Mythos nur gequält lächeln. Blake hingegen bleibt schweigsam. Barker verstummt. Diese kleine, unbedeutende Security versucht ihn zu ignorieren, aber das würde sich schon ändern, wenn er es drauf anlegt. Der Schlächter weiß, wie man Aufmerksamkeit bekommt, doch für den Moment, belässt er es dabei.

 

„Geh mir aus dem Weg“, befehlt er Gabriel, der noch immer zwischen Milton und dem Schlächter steht, an und verweist ihn mit einem Fingerzeig in eine Ecke. Lucifer gehorcht widerwillig. Der Mann ohne Grenzen will, dass ihm dieser seltsame Jungen endlich antwortet.

 

‚Schlächter‘: „Komm, Milton, sag endlich was. Sprich dich aus. Du willst Wrestler sein, dann verhalte dich wie einer und steh deinen Mann. Nur Securities dürfen schweigsam in der Ecke stehen, bis jeder ihren Namen vergisst. Bist du eine Sicherheitskraft, oder ein Wrestler, Milton?“

 

Blake Milton: „…“

 

Lucifer schließt die Augen und hofft, dass Blake auch weiterhin nichts sagt und sein Gegenüber einfach stehen lässt.

 

‚Schlächter‘: „Ganz genau! Ganz genau das meine ich. Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum du immer noch nicht im Roster aufgeführt bist? Weil du kein Wrestler bist! Wie willst du also gegen Rage gewinnen? Wie willst du gegen mich gewinnen?“

 

Immer noch emotionsloses Schweigen seitens Blake. Gabriel hingegen spürt großes Unbehagen. Er kennt Blake. Und er kennt Robert. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.

Der Schlächter vergisst kurz seinen guten Umgangston.

 

‚Schlächter‘: „ANTWORTE MIR!“

 

Der Mythos hält geschockt inne, als sich „sein Schützling“ das erste Mal nach fast einem ganzen Jahr monoton zu Barkers Ausführungen äußert.

 

Blake Milton: „Das muss dir ja wirklich schwer zu schaffen machen, dass nach nur vier Matches eine einfache Security genauso gut ist wie Azrael Rage. Wie lange hast du gleich noch mal gebraucht, bis du endlich keine Angst mehr vor ihm hattest und ihm ebenbürtig warst – ein paar Jahre?“

 

Stille.

 

‚Schlächter‘: „Willst du es wirklich wagen uns beide zu vergleichen, Milton? Die Security und den Schlächter?! Sind deine ersten Worte zu mir wirklich so dumm? Willst du deine dreckige kleine Karriere wirklich vergleichen mit dem Schlachtfeld, das ich in der PCWA hinter mir gelassen habe?“

 

Unglauben und Empörung.

 

‚Schlächter‘: „Du hältst dich für ebenbürtig mit Azrael Rage? Vielleicht bist du das sogar, Sicherheitskraft, aber die PCWA ist keine simple Mathematik. Der Teufel vor dem Robert Barker einst Angst hatte, ist nicht der Azrael Rage, mit dem du mithalten kannst. Damals war er noch gefährlich. Wenn du mir wirklich imponieren willst, dann besieg heute Abend Azrael Rage und besuch mich bei Vendetta 84 auf deinen eigenen zwei Beinen. Dann kannst du wenigstens behaupten, dass du besser bist, als der Mann namens Rage.“

 

Kälte brennt aus den Augen des Schlächters.

 

‚Schlächter‘: „Ich gebe mich nämlich nicht mehr damit ab ebenbürtig zu sein. Ich bin der gottverdammt beste Bastard in diesem Business! Dieser Titel…“

 

Der Undisputed Gerasy Title, in dessen Nähe Blake noch nicht einmal ansatzweise kommen wird.

 

‚Schlächter‘: „…beweist das. Freu dich über diese kleine Battle Royal, freu dich, über deinen Sieg am heutigen Abend, falls du heute siegst...“

 

Er geht dem Australier noch näher vors Gesicht.

 

‚Schlächter‘: „…und dann vergiss all das schnell wieder, denn wenn du noch nicht mit mir im Ring gestanden hast, bedeutet das alles gar nichts. Niemand in diesem dreckigen Laden kann mir auch nur das Wasser reichen! Und deshalb fürchtet ihr mich, deshalb fürchtest du mich!

 

Ein dreckiges Grinsen lässt Barkers Zähne fletschen.

 

‚Schlächter‘: „Ist es nicht so, Milton? Für diesen alten Mann dort drüben…“

 

Er zeigt kurz auf Lucifer.

 

‚Schlächter‘: „…würdest du so ziemlich alles machen, obwohl er schon lange nicht mehr das ist, was er gerne sein würde, nicht wahr? Du hast Angst, dass ihm etwas passiert… und das zu Recht! Ihr beide verdankt es meiner Gnade, dass ihr hier überhaupt existieren dürft und du kannst das eigentlich mit am besten beurteilen, weil du genau weißt, zu was ich alles fähig bin.“

 

Er neigt sich leicht nach vorn und grinst mies.

 

‚Schlächter‘: „Erinnere dich… an den Geruch seiner Exkremente, als er dank mir noch Windeln tragen musste…“

 

Der Mythos senkt verbittert den Kopf. Nur Blakes plötzliches Nasenbluten macht deutlich, dass dieser Kommentar mehr als Wirkung zeigt. Mit seinem Daumen schmiert der Mann ohne Grenzen dem Jungen übertrieben mitleidig das Blut beiseite.

 

‚Schlächter‘: „Du Armer. Da habe ich ja direkt ins Schwarze getroffen, oder?“

 

Milton greift Barkers Hand und zieht ihn das Stück zu sich herunter, während ihm das Blut weiterhin ungehindert aus der Nase und über den Mund läuft. Leise wispert er: „Ich kenne deine größte Schwäche, Robert… und sollte ich heute gewinnen, werde ich sie dir schon zu Core zeigen, verlass dich drauf…“ Er leckt sich über die blutigen Lippen und nimmt einen erregten Atemzug, um sich diesen stechenden Geruch einzuprägen: „…denn ab sofort… gehörst du mir.“

 

Barker stößt ihn angewidert von sich.

 

‚Schlächter‘: „Ich kann es kaum erwarten, Sicherheitskraft, es wird mir ein Vergnügen sein dir zu zeigen, dass deine Fantasien dich nicht davor bewahren vom Schlächter beendet zu werden, denn in meiner PCWA ist niemand sicher!“

 

Von weitem beobachtet Lucifer, wie Blake ohne ein weiteres Wort den Schauplatz verlässt. Der Schlächter sieht ihm hinterher, richtet seine Worte jedoch an Gabriel.

 

‚Schlächter‘: „Glaubst du, dass er eine Chance gegen einen Rage hat, der es ablehnt wieder den Teufel zu spielen?“

 

Der Mythos überlegt, während Barker sich über diese Bedenkzeit wundert. Lucifer schüttelt energisch den Kopf, um den Schein zu wahren.

 

Gabriel Lucifer: „Azrael wird ihn zerstören, ganz sicher. Der Junge ist zu bemitleiden.“

 

Leidenschaftslos wendet Lucifer sich ab und versucht damit die suggerierte Siegesprophezeiung zu unterstreichen. Der Mann ohne Grenzen hingegen dreht sich wieder weg. Nur ein Jahr, nur vier Matches, NUR eine Security… und dieser seltsame Junge kämpft schon um den Platz des Number One Contender für SEINEN Undisputed Gerasy Title.

 

Vincent Craven: „Gabriel scheint sich, was Milton angeht in ganz brenzlige Situationen hinein zu manövrieren. Ich glaube ihm liegt wirklich was an Blake, auch wenn er hier so klat tut.“

 

Mike Garland: „Auch der Schlächter scheint mehr von Milton angetan zu sein als von Rage als möglichem Gegner.“

 

Vincent Craven: „Das liegt aber wohl am Teufel selbst. Und wir wissen ja immer noch nicht wie dieser sich entscheiden wird…“

 

Mike Garland: „Und wie stark Blake Milton gleich im Ring sein wird, wissen wir auch nicht…“

 

Vincent Craven: „Es ist gleich soweit… die Spannung liegt in der Luft.“

 

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Er wusste, dass der Tag kommen würde. Der Tag an dem er endlich damit beginnen würde all der Heuchelei ein Ende zu setzen. Und jetzt, genau jetzt ist dieser Moment gekommen. Innerlich lächelnd beugt er sich über sein erstes Opfer. Das erste von vielen die noch folgen werden. Sein Blut rinnt über den Asphaltboden und färbt diesen rot, vermischt sich mit dem Regen der vom Himmel über Berlin fällt. Ja, er wird den gleichen Weg gehen, den auch der Schlächter schon gegangen ist, doch er wird noch viel weiter gehen! Vor ihm liegt Jemand, der zum Symbol all dieser Heuchelei verkommen ist. Chris McFly Jr.!

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Schwer atmend liegt der PCWA Cryption Crown Träger auf dem Boden. Er spürt den Schmerz, der ihn durchflutet. Er weiß nicht einmal wirklich was geschehen ist. Alles ging viel zu schnell. Er versucht nach oben zu blicken in den Nachthimmel um zu sehen, wer ihm das angetan hat. Was er sieht ist eine ganz in schwarz gekleidete Gestalt, deren Gesicht durch eine dunkle Kapuze verhüllt wird. Er weiß nicht wer der Täter ist. Sieht nur die Regentropfen die von seiner Kapuze abperln. Seine Hand geht zu seinem Schädel. Er sieht das Blut, dass nun durch seine Finger fließt. Wieder geht sein Blick zum Täter, der nun laut und eindeutig boshaft auflacht. Wie in Zeitlupe sieht McFly nun den rechten Fuß der Gestalt auf sein Gesicht zukommen. Wieder trifft ihn der Schmerz!

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Er lacht laut auf. Er hat sein Statement abgegeben. Er wird es diesem undankbaren Gesindel zeigen! Er wird sie lehren was wirklich Furcht ist! Sie alle dachten sie hätten wahre Furcht bereits erlebt, als der Schlächter umherwanderte, doch alle haben sie sich getäuscht! Die Taten des Schlächters waren lediglich eine Vorstufe für das was noch kommen würde! Er tritt erneut mit voller Wucht gegen den Kopf seines Opfers, so heftig, dass manch Zuschauer das Gefühl haben könnte McFly wird der Kopf weggerissen! Ja McFly wird sich wieder erholen…weshalb auch nicht? Er ist lediglich der Anfang, und zum Anfang soll man ja bekannterweise sparsam sein! Doch nicht jeder wird so einfach davonkommen wie McFly! Nicht jedem wird dieses Privileg vergönnt sein. Es folgt ein weiterer harter Tritt gegen den Kopf. Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Wieder lacht er laut auf. Aber er wird nicht gehen ohne zumindest sein Symbol zu hinterlassen. Aus seiner rechten Hosentasche zieht er sie hervor. Seine Karte. Sein Symbol. Mit einem letzten Lachen legt er die Karte in die Blutlache neben den Kopf von McFly. Mit dieser letzten Tat verabschiedet er sich nun von der Szenerie, während die Kameras nun auf die Karte schwenken. Eine Mischung aus Blut und Regenwasser fließt in Richtung Gulli…

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Vincent Craven: „Oh mein Gott…“

 

Mike Garland: “Da muss dringend das medizinische Personal hin! McFly braucht Hilfe!“

 

Vincent Craven: „Unbedingt…“

 

Mike Garland: “Das kann doch nicht wahr sein! Wer macht sowas??? Wirklich dieser verrückte Nelson Friedrich Töle?“

 

Vincent Craven: „Vielleicht, aber erst müsste geklärt werden, was dieses Zeichen zu bedeuten hat… Vielleicht streift noch jemand anderes umher?“

 

Mike Garland: „Mehrere Verehrer des Schlächters?“

Vincent Craven: „Vielleicht kommen wir auch über das Opfer an den Täter… McFly, wieso McFly?“

 

Mike Garland: „Der Schlächter hat doch auch relativ willkürlich geopfert. Wieso sollte das hier einen Ausschlag geben. Bevor wir wieder an irgendeinem Phantom hinterherjagen, denke ich, dass es diese Töle war!“

 

Vincent Craven: „Hoffentlich geht es McFly gut… da muss wirklich drigend medizinisches Personal hin!“

 

Mike Garland: „Quasi schon der dritte Anschlag heute. Man, man, man… Wie soll das enden?“

 

Vincent Craven: „Wo soll das enden?“

 

Mike Garland: „Gerade mit dem Main Event vor Augen, der jetzt unmittelbar bevorsteht. Blake Milton oder Azrael Rage wollen bei Core gegen den Schlächter antreten.“

 

Vincent Craven: „

 

 

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~~~Denn ich laufe im Regen ~~~

~

Immer

~

Ich bin der Wanderer in Sturm und Nacht

~

Ich bin…

~

 

 

Marilyn Manson – Four rusted Horses

 

Who’ll ride this dying carousel?
Four Rusted Horses strangled by their own rope,
When children love our singing
We’ll know that their tired hearts have broke?
That their tired hearts have broke

 

Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I stay dead,
Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I stay dead,
- dead - –

 

Hier stehe ich wieder einmal.

Ich blicke in den Gang der Verdammten.

Ich sehe das Schlachtfeld.

Meine Waffen… meine Hände… meine Geißeln.

 

I can see the coffin shining through my tinted window,
Must have missed the sign that said it was a fire sale
I can see the coffin shining through my tinted window,
Must have missed the sign that said it was a fire sale

Everyone will come,

 

Will ich hier gewinnen?

Oder will ich vergehen?

Ich habe Angst.

Ich fürchte mich.


everyone will come to my funeral to make sure that I stay dead.
Everyone will come,
everyone will come to my funeral to make sure that I stay dead.

 

Zuspruch wird von mir erkannt und ich empfinde kurze Dankbarkeit.

Ich weiß nicht, ob ich will, aber ich muss KÄMPFEN… KÄMPFEN!

Azrael Rage – Number One Contender!

Undisputed Gerasy!

 

You can’t take this from me,
Forbidden in heaven and useless in hell.
You can’t take this from me,
Forbidden in heaven and useless in hell.

- Useless in hell -

Mike Garland: „Da haben wir also den Teufel. Azrael Rage auf dem Weg zum Ring. Er sieht nicht wirklich so aus als wenn er bei der Sache ist.“

 

Vincent Craven: „Nun Teufel würde ich ihn nicht mehr nennen. Aber du hast recht wenn du sagst das er nicht wirklich hoch konzentriert aussieht.“

 

Mike Garland: „Wer weiß wie sehr die Worte des ‚Schlächters’ ihn wirklich beeinflussen können.“

 

Langsam kommt Rage zum Ring und schaut sich um. Die Fans feuern ihn an. Noch vor einer gar nicht so langen Zeit, hätte man sich das nicht vorstellen können. Es wirkt jedoch als wenn seine Gedanken nicht im Hier und Jetzt sind. Doch er wird nicht mehr viel Zeit haben. Denn…

 

 

Die „Unreleased First Edit“ des Daft Punk Tracks „End of Line“ wird eingespielt und ein emotionsloser Blake Milton betritt die Rampe. Sofort tauchen pechschwarze Fansigns mit lichtreflektierenden Schriftzügen auf und das Gekreische der weiblichen Fangemeinde übertönt nahezu mühelos die allgemeine Begeisterung des Publikums.

 

Das Wort „Security“ zieht sich in weißen, strahlenden Lettern über die Rückseite seines schwarzen Shirts, genau wie bei all den anderen anwesenden PCWA-Sicherheitskräften, die statt ihrer herkömmlichen Uniform das gleiche markante Oberteil tragen. Es dauert nicht lange und Blake setzt sich in Bewegung, während die Kameras in eine medienwirksame Zeitlupe schalten.

 

Unter nicht minder großem Jubel kommt Blake Milton zum Ring. Er wirkt jedoch im Vergleich zu Azrael Rage hochkonzentriert und kaum im Ring angekommen macht er ein paar Lockerungsübungen, dehnt den Hals und die Schultern. Für den Jungen ist es das größte Match überhaupt und eine riesige Chance. Aus seiner sicht wohl nicht nur auf den Titel.

 

Vincent Craven: „Mir stellt sich wirklich die Frage wie Blake Milton das überstehen will. Und selbst wenn er irgendwie Rage besiegen kann, dann wartet das wohl schlimmste Match seiner Karriere auf ihn.“

 

Mike Garland: „Er wusste doch ganz genau worauf er sich eingelassen hat! Hier kann Mad Dogs Zögling zeigen was er kann. Er wollte Wrestler werden, hier ist sein ganz großer Fight. Heute kann er den Durchbruch schaffen.“

 

Ringrichter Nelson Frider ruft beide noch mal zu sich in die Ringmitte und erläutert noch einmal worum es heute geht. Ganz der Profi fragt er auch beide ob sie fit seien. Beide, Azrael rage und Blake Milton nicken ab und Nelson Frider gibt das Zeichen an den Zeitnehmer.

 

*Ding, Ding, Ding*

 

Rage versucht es auf die klassische Variante. Er will vorschnellen und Blake Milton so in den Lock Up zwingen. Doch die ewige Eröffnung des ewigen Schachspiels genannt Wrestling funktioniert nicht. Milton ist schneller und umkreist den größeren und schwereren Azrael Rage. Im Umkehrschluss versucht Milton mit einem Kick gegen das Knie von Rage seinen ersten Treffer zu landen doch als dieser versucht sein Bein zu greifen, weicht Milton wieder zurück.

 

 

Vincent Craven: „Hier kollidieren natürlich auch zwei vollkommen unterschiedliche Stile.“

 

Mike Garland: „Das herum springen vom Security ist für dich also ein Wrestling-stil?“

 

Vincent Craven: „Ja. In Japan nennt man das Strong Style.“

 

Mike Garland: „Ich nenne das Mist! Wieder der Versuch von Milton, Jumping Kneestrike… aber daneben.“

 

Wieder muss Blake Milton Zurück weichen. Über dreißig Zentimeter Größe und fast das doppelte an Gewicht machen Rage zwar zu einem großen aber keinesfalls einfachen Ziel. Immer wieder tänzelt Milton um Rage herum und bleibt in Bewegung. In einem In Fight hätte er wohl wenige Chancen. Rage muss das Spiel jetzt erst mal mitspielen und versucht seinerseits mit seiner großen Reichweite ein paar Treffer zu landen. Doch Milton ist flink und weicht den Schwingern von Rage geschickt aus.

 

Vincent Craven: „Tja, ich muss zugeben das erinnert gerade eben eher an einen MMA Fight. Nur das dort niemals zwei solch unterschiedliche Gewichtsklassen auf einander treffen würden.“

 

Mike Graland: „Dürfte technisch kein Leckerbissen werden.“

 

Doch dann wird es doch wrestlerisch. Milton versucht es erneut mit Kicks die Rage beinahe wieder in seine schon fast Schraubstockartigen Hände bekommen kann. In diesem Moment täuscht Milton einen Forearmstrike mit rechts an und will mit links nachsetzen. Doch Rage kann diesmal reagieren und bekommt die Arme von Milton zu fassen. Dieser wehrt sich natürlich und versucht mit einem Kneestrike wieder aus dem Griff zu entkommen doch Rage’s Kraft ist kein Maßstab und plötzlich greift der Regenläufer um und Blake Milton findet sich doch in so etwas wie einem Lock up wieder. Mit aller macht stößt Azrael Rage nun den Security zurück und dieser überschlägt sich fast rückwärts. Kommt aber abgerollt in einer Ringecke an. Erster Szenenapplaus vom Publikum.

 

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

 

Vincent Craven: „Milton in die Ecke getrieben. Aber Rage greift ihn nicht an. Da zeigt sich auch das er sich verändert hat. Er kämpft nun regelkonform und attackiert den Mann in der Ecke nicht.“

 

Mike Garland: „Er holt ihn noch nicht mal aus der Ecke heraus. Ich sage dir er hält sich böse zurück weil ihm die Worte des Schlächters zu denken geben.“

 

Vincent Craven: „Schon möglich. Und doch haben wir hie reinen Kampf am laufen.“

 

Rage lässt Milton alle Zeit der Welt sich aus der Ecke zu begeben. Und wieder soll es mit Strikes und Kicks weitergehen. Zumindest wenn man nach Blake Milton geht. Doch Rage hat andere Pläne. Während Milton es mit einem weiteren Kick versuchen will, packt Rage erneut zu. Und diesmal sitzt der Side Head Lock.

 

Mike Garland: „Oh Side Head Lock… Und Rage kann Lucifers Schützling nach unten drücken…“

 

Vincent Craven: „Rage packt Miltons Arm… und Kneedrop auf den arm. Das saß schon mal.“

 

Mike Garland: „Milton zappelt sich in Richtung Ringseil… Rage will zugreifen… er versucht die Beine zu packen.“

 

Vincent Craven: „Einmal Stiefelsohle gegen Brustkorb. Rage wankt zurück… Milton zieht sich an den Seilen hoch und... DROPKICK!“

 

*Platsch*

 

Und der Saß auch. Blake Milton hat es wirklich geschafft den wesentlich größeren Azrael Rage mit einem Dropkick zu überraschen und dieser landet auf seinem Hosenboden, was aufgrund seiner Größe und dem sprichwörtlichen aufplatschen nicht einer gewissen Situationskomik entbehrt. Blake Milton sieht seine Chance gekommen. Noch ein Dropkick gegen die Brust folgt. Und schnell holt der kleinere Sicherheitschef Schwung in den Seilen und setzt einen Legdrop hinterher. Eine ganze Serie von Legdrops folgt.

 

Mike Garland: „Legdrop Nummer zwei… und schnell auf Schwung in den Seilen… Legdrop Nummer drei…“

 

Vincent Craven: „Noch mal Schwung in den Seilen und… seated Senton. Simple aber effektiv. Blake Milton hat Rage am Boden wo der seine Stärken nicht ausspielen kann.“

 

Mike Garland: „Lucifers Schützling geht in die Ecke… er wartet das Rage aufsteht. Und ja… Rage versucht sich aufzurappeln… Blake stürmt los!“

 

Vincent Craven: „SHINING WIZZARD CONNECTED!“

 

*Boom!*

 

Der Running Enzuigiri sitzt und Blake Milton sieht seine Chance gekommen schnell wirft er sich Rage und Nelson Frider muss zum Fall Count runter.

 

„Eins!“

 

„Zwo!!“

 

„Yeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaaaaaaah!!!!“

 

Mike Graland: „KICK OUT!“

 

Vincent Craven: „Das war zu früh. Rage ist bei zwei draußen.“

 

Azrael Rage will aufstehen. Und so stürmt Blake Milton in die nächst gelegener Ringecke und springt an dieser hoch. Ein Whisper in the Wind soll folgen die Senton Bomb vom Top Turnbuckle. Doch Rage riecht den Braten und spurtet hinterher. Mit einem Forearmstrike in Miltons Nierengegend kommt dieser auf dem Top Turnbuckle zu Fall und landet mit den Weichteilen so auf eben jenem Turnbuckle wie es jedem Mann weh tun würde, mit den Beinen nach vorne. Aber er kann sich noch halten.

 

Mike Garland: „Uh… das tat bestimmt weh.“

 

Vincent Craven: „Bei dem Gesichtsausdruck von Milton gehe ich davon aus.“

 

Mike Garland: „Rage steigt auf das zweite Seil. Sein Kopf an Rage Torso… und… Side Suplex aus der Ringecke heruas.“

 

*Boom!*

 

Blake Milton hat sichtliche Schmerzen. Er hält sich auf der Matte windend die Nierengegend und die Schmerzen stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Langsam greift der Regenläufer nach dem Sicherheitschef. Wieder sind es seine Arme die sich um den Körper von Blake Milton herumschrauben und mit einem Ruck setzt es einen Belly to Belly Suplex.

 

*Rumms!*

 

Vincent Craven: „Könnte der Triablo werden.“

 

Mike Garland: „Jupp, wird es.“

 

Erneut holt Rage den jungen Sicherheitschef auf die Beine. Und keine 10 Sekunden später wiederholt sich das Schauspiel.

 

*Rumms!*

 

Doch es heißt nicht umsonst Triablo. Wieder holt Rage den jungen Australier in die Senkrechte. Doch er scheint zu zögern. Sein Gesichtsausdruck lässt leichte Zweifel erkennen. Doch letztlich zieht er erneut durch.

 

*Rumms!*

 

Vincent Craven: „Milton liegt in der Ringmitte und Rage hockt daneben.“

 

Mike Garland: „Der zöget zu lange! Der könnte das Match schon gewonnen haben!“

 

Tatsächlich schaut der Regenläufer auf den jungen Australier herab. Nur kann keiner von uns wirklich sagen was in seinem Kopf wirklich vor sich geht. Blake Milton hingegen windet sich erneut vor Schmerzen in der Ringmitte. Schließlich geht Rage doch herunter. Halbherzig, sehr halbherzig und Nelson Frider muss ihn schon fast dazu auffordern das Cover zu setzen da er sonst mit dem Knock Out Count beginnen müsste.

 

Vincent Craven: „Jetzt lässt sich Rage doch herab. Man wie das klingt als wenn es schlimm wäre einen Pin zu setzen.“

 

„Eins!“

 

Mike Garland: „Lateral Press ohne Bein einhacken. Und ich sage dir der ‚Schlächter’ hat es geschafft Rage zu verunsichern.“

 

„Zwo!!“

 

Vincent Craven: „Eigentlich schade.“

 

„Dr…..!!!“

 

„Yeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaaaaaaah!!!!“

 

Mike Garland: „KICK OUT!“

 

Vincent Craven: „Unglaublich! Milton ist draußen!“

 

Ungläubig schielt Rage auf den Sicherheitschef der sich irgendwie umgedreht hat und nun versucht sich in die Seile zu ziehen. Rage hat nicht mit letzter Konsequenz gekämpft bis hierher. Und das zeigt sich nun. Den Blake Milton beweist Kämpferherz und zerrt sich an den Seilen nach oben. Rage richtet sich erweil in der Ringmitte auf und scheint Maß zu nehmen. Kaum das Blake Milton sich am Seil hochgezogen hat will Rage zupacken. Doch Blake Milton lebt noch.

 

Mike Garland: „Forearmstrike von Milton in den Magen von Rage.“

 

Vincent Craven: „Milton packt Rage am Hals… zieht sich so an ihm hoch….“

 

Mike Garland: „Elevated Kneestrike gegen Rages Brust. Wieder ein MMA Move.“

 

Vincent Craven: „Ich dachte Milton war Freefighter?“

 

Mike Garland: „So hieß das in den 90ern als es noch halbillegal war. Ich dachte du bist Profi?“

 

Vincent Craven: „Hey ich bin Wrestling Kommentator und keiner für Octagon oder für irgendeinen Schrottplatz!“

 

Und während die beiden sich über Blake Milton’s Kampfstil unterhalten, ändert das nichts an der Tatsache das eben jener sich gerade Punch für Punch und Kick für Kick aus den Seilen heraus kämpft. Wieder ist da diese fehlende Konsequenz von Rage der gerade trotz seiner körperlichern Vorteile in der Defensive ist. Den Zuschauern gefällt es und so feuern die Fans gerade den jungen Australier an wie nichts Gutes. Mit zwei Roundhouse Kicks in Serie hat es Milton jetzt geschafft sich selbst wieder aufzuputschen und Rage in die Mitte des Ringes zu treiben. Kurz nimmt Blake Milton Anlauf und will seinen eingesprungenen Double Knee Chin Breaker zeigen. Doch Rage hat andere Pläne.

 

Mike Garland: „Double Knee Chin Brea… nein! Rage will die Final Sin Lariat anbringen!”

 

Vincent Craven: „Milton riecht was der Regenläufer kocht und taucht drunter weg!“

 

Mike Garland: „MD’s Zögling geht in die Seile…“

 

Vincent Craven: „Second Rope Crossbody!“

 

Körper kollidieren. Der Croosbody sitzt und reist selbst den gestandenen Azrael Rage um. Sofort hackt Blake Milton das Bein ein und ein weiterer Count soll kommen.

 

„Eins!“

 

„Zwo!“

 

Doch Blake Milton ist noch zu mitgenommen von den Attacken die ihm Rage vorher gegeben hat. Sein Rücken spielt noch nicht mit. Er kann den Hünen Rage nicht solange unten halten um das es wirklich einen Erfolg bringt.

 

Mike Garland: „Milton ist noch zu mitgenommen vom Triablo.“

 

Vincent Craven: „Beide jetzt angeschlagen. Milton hat noch mit seinem Rücken zu kämpfen während Rage noch vom Crossbody etwas überrascht ist.“

 

Mike Garland: „Aber beide schaffen sich auch langsam wieder in die Senkrechte. Kein Grund für Frider den Count zu beginnen.“

 

Vincent Craven: „Bis hierhin muss man sagen: es ist ein faires Match. Auch wenn die Highlight natürlich fehlen.“

 

Mike Garland: „Aber hier geht es ja auch nicht um einen Schönheitspreis für die beste Technik sondern darum wer die zweifelhafte Ehre haben wird den ‚Schlächter’ Robert Barker beim Cote PPV um den Undisputed Gerasy Titel fordern zu dürfen.“

 

In der Zwischenzeit haben sich beide wieder aufgerappelt in jeweils gegenüber liegenden Seilen. Die Blicke der beiden treffen sich und es stellt sich die Frage was wohl zurzeit in den Köpfen der beiden beteiligten vor sich geht. Ein Duell zum High Noon in irgendeiner Wüstenstadt des amerikanischen Wilden Westens könnte wohl nicht spannender sein. Fehlt nur noch der Weidebüschel der durch den Ring geweht wird. Auch die Zuschauer merken das jetzt wohl die entscheidende Phase des Matches anstehen könnte. Es wird totenstill im PCWA Theatre bevor beide wie auf Kommando aufeinander losstürmen.

 

Vincent Craven: „Jetzt geht es los beide kommen aus den Seilen, Rage will eine Clothesline setzen… Milton taucht wieder darunter ab…“

 

Mike Garland: „Nein! Rage kann ihn packen und schleudert Milton direkt noch mal in die Seile!“

 

Vincent Craven: „Blake Milton federt zurück… Rage packt zu… Körperdrehung… und…“

 

Mike Garland: „SIDEWALK SLAM!“

 

*Rumms!*

 

Schnell ist Rage wieder auf den Beinen und setzt sofort einen Elbowdrop hinterher. Lange zögert er nicht reißt den jungen Sicherheitschef schnell und umgehend wieder in die Höhe um ihn wieder mit einem Whip In in die Ringumspannung zu befördern. Was folgen soll ist eigentlich ein Back Body Drop. Doch Blake Milton zeigt erneut Kämpferherz und ersucht es mit einem Sunset Flip. Doch Rage ist zu groß und unhandlich um das wirklich hinzubekommen. Doch als Azrael Rage versuchen will den Sicherheitschef mit seinen bloßen Händen hochzuziehen verpasst ihm dieser wieder einen Kneestrike.

 

Vincent Craven: „Milton packt wieder nach dem Kopf Rage… was macht er da?“

 

Mike Garland: „Beim MMA würde man jetzt sagen sie gehen in den In Fight. Milton versucht Rages Standbein wegzutreten und ihn gleichzeitig in einen Choke zu bekommen. Aber das ist selbst für erfahrene BJJ Kämpfer eine schwere Taktik.“

 

Vincent Craven: „Ich hätte jetzt gesagt er klammert sich an Rage fest.“

 

Doch so ganz klappt das natürlich nicht. Es sei den Blake wollte sich so befreien um wieder weg zu kommen von Azrael Rage. Denn kaum hat er irgendwie den Regenläufer runter auf dem Mattenboden, da springt er auch schon weg von Hünen.

 

Mike Garland: „Okay ich habe mich getäuscht. Er geht nicht in den In Fight er hat Rage nur auf den Boden geholt um sich selbst von ihm zu befreien. Wahrscheinlich hat er realisiert das ein Submissionversuch nicht klappen würde.“

 

Vincent Craven: „Milton wieder auf Distanz zu Rage. Und immer noch hält er sich ein wenig den Rücken. Während Rage langsam sauer zu werden scheint.“

 

Mike Garland: „So richtig deuten kann ich den Blick nicht. Wie bewertet er wohl das was er hier gesehen hat?“

 

Vincent Craven: „Fest steht: Blake Milton versucht alles was er kann um gegen den Kampf gegen den ‚Schlächter’ zu bekommen.“

 

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

„Let’s go Milton! – Let’s go Rage!“

 

Und während Rage am Ringseil noch auf den Knien ist und sich Blake Milton immer noch etwas den Rücken halt feuern die Fans beide an. Plötzlich stürmt der junge Australier los und will sich am Hünen mit einer Headscissors Takedown versuchen doch Rage kann den heranstürmenden Blake Milton abfangen beziehungsweise den Takedown unterbinden indem er Milton wie zu einer Last Ride Power Bomb hochstemmt.

 

Mike Garland: „Die Headscissors geling nicht… Rage stemmt Milton hoch das!“

 

Vincent Craven: „Milton jetzt über zwei Meter hochgestemmt!“

 

Mike Garland: „Er wehrt sich! Rage kann die Power Bomb nicht durch ziehen!“

 

Vincent Craven: „Er hat seine Beine irgendwie über Rages Kopf bekommen… er rutscht runter… so NECKBREAKER!“

 

*Rumms!*

 

Mit seinem verlagerten Gewicht kann auch Rage den Australier nicht halten und das Ergebnis ist das dieser den Hünen mit einem Neckbreaker aus dem Fallen herunterreißen kann. Rage kommt hart auf und Milton zögert keine Sekunde schnell ist die nächste Ringecke anvisiert und der schnelle Free Fighter springt erst auf das Turnbuckle bevor er ein zweites Mal abspringt und mit einem Moonsault auf Azrael Rage landet.

 

*Boom!*

 

Und die Stimmung explodiert und erstmals wird hier auch seine technische Entwickelung deutlich die von den Fans auch dementsprechend gewürdigt wird.

 

„This is Wrestling!“

„This is Wrestling!“

„This is Wrestling!“

„This is Wrestling!“

 

Mike Garland: „Der Moonsault saß! Hier zeigen sich ja doch noch die Kabinettstückchen:“

 

Vincent Craven: „Na da zeigt sich doch ein wenig die Handschrift seines australienschen Trainers.“

 

Mike Garland: „Milton hatte auch einen Trainer?“

 

Vincent Craven: „Jupp. Ein gewisser Jason N Genious. Ebenfalls Australier. Und bei der Konkurrenz.“

 

Mike Garland: „Zurück zum Match. Blake hat sich auf den Apron geschafft. Er steht außerhalb am Ringseil.“

 

Und hier kann Milton endlich auch mal zeigen dass er mehr kann als ein paar Kicks verteilen. Was folgt ließe selbst die Luchadores aus Mexiko kurz mit der Zunge schnalzen. Ein wunderschöner, formvollendeter…

 

Vincent Craven: „SPRINGBOARD 450° SPLASH!!!!“

 

*Rumms!*

 

„Yeeeeeeeeeeeeeeaaaaaahhh!!!!“

 

Der Aufprall ist gewaltig und der Impact dahinter noch viel größer. Abgeschafft und angeschlagen legt sich der junge Australier zum Pin auf Rage und Nelson Frider muss zum Pin Fall erneut herunter. Wieder beginnt er mit dem zählen.

 

„EINS!“

 

Mike Garland: „Das könnte es gewesen sein.“

 

Vincent Craven: „Das wäre natürlich die Sensation.“

 

„ZWO!!“

 

Mike Garland: „Gott Bewahre!“

 

Vincent Craven: „Wenn er Rage besiegen kann, kann er auch den ‚Schlächter’ besiegen.“

 

„DR….!!“

 

Mike Garland: „Wieso bricht Frider ab?“

 

Ein Raunen geht durch die Menge der Fans. Aber Nelson Fridor zeigt hervorragende Ringübersicht. Azrael Rage’s Bein liegt unter dem Bottom Rope. Und jeder der nur ein bisschen Ahnung von Regelkunde hat weiß: Das somit das Cover ungültig wäre.

 

Vincent Craven: „Frider zeigt es auch noch mal an, er zeigt deutlich auf den Fuß unter dem Bottom Rope. Das Cover hätte nicht gezählt.“

 

Die Verzweifelung ist Blake Milton nun ins Gesicht geschrieben. Hätte er es sehen müssen? Wäre das einem Wrestler mit mehr Erfahrung aufgefallen? Nun jedenfalls hat er realisiert das er das Match noch nicht gewonnen hat.  Die Fans feuern Beide an.

 

*Klatsch!*

 

*Klatsch!*

 

*Klatsch!*

 

*Klatsch!*

 

Mike Garland: „Rage richtet sich langsam mit dem Oberkörper auf. Boa kuck dir seinen Blick mal an!“

 

Vincent Craven: „Blake Milton sitzt nur wie versteinert neben ihm und muss mit ansehen sie Rage wieder zu Kräften kommt.“

 

Mike Garland: „Milton muss jetzt reagieren. Oder aber er lässt Rage die Chance wieder ins Match zu kommen.“

 

Rage nickt. Ein kaum merkliches Nicken. Wohl mehr für sich selbst als für den Rest aller Zuschauer in der Halle. Was immer er noch brauchte um sich selbst darüber klar zu werden was er hier eigentlich machen wollte. Es ist ihm scheinbar jetzt klar. Eine wilde Entschlossenheit die in den letzten Minuten Gefehlt hat ist wieder in seinen Augen zu erkennen. Die „Rage“ des Rage ist in diesem Moment wieder da.

 

Vincent Craven: „Beide jetzt im Aufstehen.. Milton springt auf…“

 

Mike Garland: „So wie Rage jetzt auch! Blake versucht es mit einem Step Up Enzuig… Nein Rage packt sein Bein und reist ihn wie bei einem Arm Drag Takedown mit dem Bein um!“

 

Azrael Rage packt nun Blake Milton und holt ihn auf die Beine. Ein Schneller Whip In folgt. Milton federt aus den Seilen zurück, Rage stemmt ihn im Lauf in die Luft und will ihn wie zu einem Elevated European Uppercut hoch werfen. Bei diesem Gewichtsunterscheid kein Problem. Doch Milton gibt nicht klein bei. Noch in der Luft kann er die Beine anwinkeln und landet auf Rage mit einer Double Knee Press. Doch er kann kein schnelles Kapital drauß schlagen.

 

Vincent Craven: „Milton kann neues Cover daraus machen… oder… nein doch…“

 

Mike Garland: „SMALL PACKAGE!!!“

 

„EINS!“

 

„ZWO!!“

 

Vincent Craven: „KICK OUT RAGE!!!“

 

Mike Garland: „DAS GIBT ES DOCH NICHT!!!“

 

Und ob es das gibt. Beide wollen es jetzt wissen gehen volles Risiko. Kaum hat Milton das Small Package gelöst springen beide auf. Anhand der ganzen Flüsse von Schweiß auf den Körpern und dem schweren und schnellen atmen sieht man das keiner mehr bei hundert Prozent ist. Milton hat den schnellern Vorstoß. Mit einem eingesprungenen Cutter, Marke Ace Crusher versucht er den Hünen herunter zu reißen doch der stößt ihn weg.

 

Vincent Craven: „Rage packt Blake Milton kaum das er auf dem Boden liegt… Er greift zu…“

 

Mike Garland: „SNAP SUPLEX!“

 

*Rumms!*

 

Vincent Craven: „Und wieder der Rücken! Wieder hält sich Blake Milton den Rücken.“

 

Mike Garland: „Rage verpasst Lucifers Schützling noch einen Kick gegen eben den Rücken.“

 

Vincent Craven: „Uh das sah böse aus.“

 

Und Rage ist noch nicht fertig mit einem schnellen Griff hat der den kleineren Free Fighter wieder gepackt und nimmt ihn in die Mounted Possition. Ein Schneller German Suplex folgt. Doch keine Brücke zum Pin kommt. Mit aller Entschlossenheit holt Rage den Sicherheitschef noch einmal auf die Beine. Wieder ein Whip In. Wieder greift Rage zu und verpasst dem Jungen erneut eine Attacke gegen den Rücken. Mit einem Back Breaker steigert er die leiden des jungen Australiers erneut. Und erneut soll ein Pin Fall folgen.

 

„EINS!“

 

„ZWO!!“

 

„DRE….!“

 

Mike Garland: „WAHNSINN! KICK OUT!“

 

Vincent Craven: „MILTON KÄMPFT WIE EIN LÖWE!“

 

Blake Milton hat ein Ziel und dieses Ziel heißt ‚Schlächter’ Robert Barker. Aber nachdem ihn Rage nun so malträtiert hat. Ist er nur noch vom blanken Instinkt getrieben. Nichts anderes hält ihn jetzt noch am kämpfen. Langsam baut sich der Hüne vor ihm auf und holt ihn an seinen Haaren in die Höhe, böse Menschen würden in Rage nun wieder den Teufel sehen.

 

*PLATSCH!*

 

Mike Garland: „Krachender Open Hand Chop auf die Brust von Bilton!“

 

Vincent Craven: „Und Noch einer hinterher.“

 

Blake Milton bleibt die Luft weg. Er hat sich von diesem Schlag gefangen, doch er torkelt, sieht seine Umgebung nicht. Aus dem Nichts kommt Rage nun angerannt. FINAL SIN LARIAT! Milton dreht sich einmal um die eigene Achse und knallt hart auf den Nacken auf. Sofort pinnt Rage ihn und Nelson Frider zählt sofort.

 

„EINS!“

 

„ZWO!!“

 

Mike Garland: „KICK OUT AGAIN!!!“

 

Der Regenläufer kann es nicht glauben. Ungläubig blickt er auf die zwei Finger, die zur Anzeige von Nelson Frider schon wieder gehoben wurden, dass er noch nicht gesiegt hat. Er hat keine Wahl mehr. Er richtet sich auf und geht einige Schritte zurück.

 

Vincent Craven: „Das ist dieser unbeugsame Wille von Blake Milton.“

 

Mike Garland: „Das seh ich auch so. Er will hier nicht verlieren, obwohl er einen der wahrscheinlich härtesten Moves der PCWA kassiert hat.“

 

Azrael Rage hockt sich ab und winkelt den linken Arm an seinen Körper. Mit der rechten Faust schlägt er auf den Boden. Immer wieder. Er will Milton wecken. Langsam kommt dieser wieder zu sich, regt sich und erkennt, dass noch nicht alles vorbei ist. Schwindel und Kopfschmerz ziehen durch sein Haupt und dennoch muss er aufstehen. Dieses dumpfe Klopfen von irgendwoher. Langsam, wacklig wie ein Neugeborenes Reh, steht er und doch schnellt ihm plötzlich eine Frage durch den Kopf. Wo ist Azrael R… FINAL SIN LARIAT! Zum zweiten Mal! Noch einmal dreht Milton sich um die eigene Achse und knallt wieder hart auf seinen Nacken auf. Ein letzter Schrei von Milton und sofort das Cover von Rage. Frider zählt.

 

„EINS!“

 

 

 

„ZWO!!“

 

 

 

„DREI!!!“

 

*Ding, Ding, Ding*

 

Der Jubel ist Groß und auch für den Besiegten Blake Milton gibt es viel Applaus. Die Zuschauer haben einen Spannenden Kampf gesehen mit einem Blake Milton der ALLES was er hatte dem Regenläufer entgegen geworfen hat. Doch es sollte nicht sein.

 

Vincent Craven: „Rage hat es geschafft!“

 

Mike Garland: „Dadurch ist Azrael Rage unser Number One Contender für das Undisputed Gerasy Match bei CORE gegen Robert Barker. Aber was wird er jetzt mit Milton tun?“

 

Jane Nelson: „Sieger in diesem Match um den Number One Contender Spot auf den Undisputed Gerasy nach 22 Minuten und 13 Sekunden durch Pin-Fall… AZRAEL RAGE!“

 

Sofort ertönt das Theme von Azrael Rage und dieser bleibt hocken und sieht auf seinen Gegner.

 

Mike Garland: „Rage wird unentschlossen. Geht er jetzt auf Barkers Forderungen ein?“

 

Vincent Garland: „Noch hat er gar nichts getan, aber er scheint zu überlegen. Es ist wohl die Angst vor der ANGST, die ihm hier zu schaffen macht.“

 

Mike Garland: „Wenn man vom Teufel spricht.“

 

ETHS. Crucifere. Unter der Musik des Schlächters betritt die ANGST die Bühne. Mit Wahnsinn und Blutlust bewaffnet erscheinen sie einer nach dem anderen im Theater. Undisputed Gerasy Champion Robert Barker, der Mythos Gabriel Lucifer, Tribune Champion Alistair Brunswick und das Living Dead Girl Patricia Selladore. Die Securitys postieren sich währenddessen auf der Rampe. Die Anweisung von Milton war eindeutig. NIEMAND wird während und oder nach diesem Match eingreifen. Ein Fingerzeig des Schlächters zu den Next CENTURY gods und diese verschwinden noch einmal hinter dem Vorhang, nur um eine Sekunde später mit Stühlen bewaffnet wieder aufzutauchen. Sofort rennen Patricia und Alistair auf die Securitys zu und dann kommt es, wie es kommen muss. Es hagelt Stuhlschläge. Ein Security nach dem Nächsten geht zu Boden. Keine dreißig Sekunden später ist der Weg frei zum Ring. Barker und Lucifer setzen sich in Bewegung. Eilig slidet der Gerasy in den Ring und postiert sich vor Rage, welcher sich schützend vor Milton gestellt hat, welcher immer noch in der Mitte des Rings liegt. Eine Geste von Barker ist eindeutig. Zerstöre Milton und gib dem Gerasy auf!

 

Vincent Craven: „Wird Rage Barker Folge leisten?“

 

Mike Garland: „Das kann er nicht machen?“

 

Vincent Craven: „Aber wenn doch, was dann?“

 

Kurz blickt Rage zu Boden, durchdenkt sich die Sache. Währenddessen postieren sich Alistair und Patricia auch im Ring und sie stehen im Halbkreis um Rage und Milton. Alistair hat seinen an den Securitys zerschlagenen Stuhl inzwischen weggeworfen, während Patricia ihren noch in Anschlag hält.

 

Erst jetzt blickt der Regenläufer auf und schüttelt den Kopf.

 

Mike Garland: „RAGE WEIGERT SICH!“

 

Vincent Craven: „Aber sieh dir den Schlächter an!“

 

Im Gesicht des Schlächters scheint sich Wut aufzubauen. Doch es ist Rage, der als erstes Alistair mit einem weit ausgeholten Schlag attackiert. Offenbar ist die ANGST überrascht von diesem Verhalten, denn auch Gabriel Lucifer fängt sich sogleich einen Schlag ein. Der Schlächter, offenbar überrascht von so viel Initiative, weicht zurück, beschaut sich das Bild, nicht ängstlich, aber verwundert. Patricia will mit ihrem Stuhl zuschlagen und trifft nur die Stiefelsohle von Rage, der mit einem Big Boot kontert. Auch Alistair ist wieder zur Stelle, doch dieser fängt sich einen Spinebuster ein.

 

Vincent Craven: „Der Regenläufer teilt groß aus!“

 

Rage will nun mit ausgestrecktem Arm, bereit für seine Final Sin Lariat, auf Barker zustürmen, doch der Arm wird von Patricia mit dem Stuhl getroffen und Rage geht zu Boden. Plötzlich sind sie alle da. Gabriel Lucifer, Alistair und Patrica treten auf Rage gemeinsam ein, so dass dieser nach wenigen Sekunden sein letztes Aufbäumen ausatmet.

 

Mike Garland: „Sieh sie dir nur an. Wie die Geier stürzen sie sich auf Rage.“

 

Vincent Craven: „Ja, da ist Rage jetzt chancenlos. Und die Security ist auch schon ausgeschaltet. Wer kann hier noch helfen?“

 

Mike Garland: „Blake Milton!“

 

Vincent Craven: „Milton steht wieder.“

 

Mike Garland: „Stehen? Er torkelt!“

 

Vincent Craven: „Er versucht Barker zu fassen, der das Werk der Pest beobachtet!“

 

Doch noch bevor er ihn erreicht, stürzt sich Alistair auf ihn. Milton wird in die Ringecke gestoßen und fängt sich da mehrere Schläge vom selbsternannten Superstar ein. Jede Gegenwehr ist zusammengebrochen. Währenddessen buhen und pfeifen die Fans. Der Ring füllt sich langsam mit Müll, den die Massen der Angst entgegen werfen. Barker indessen blickt zu Lucifer, welcher Milton undefinierbar ansieht. Auch Gabriel bemerkt diesen Blick und muss handeln. Langsamen Schrittes geht er zur Ringecke in welcher Milton kauert, während Alistair ihn weiterhin mit Schlägen und Tritten bearbeitet. Vorsichtig packt Lucifer Alistair an der Schulter und bittet ihn abzulassen. Kurz blickt er Blake an und dann schüttelt das legendäre Tränengesicht den Kopf. An den schwarzen Haaren gepackt und hochgehievt von Lucifer und plötzlich fliegt Milton über das dritte Seil aus dem Ring. Von den Händen klopft sich der ehemalige Principle den imaginären Staub ab und scheint mit sich sehr zufrieden zu sein. Barker spendet höhnischen Applaus.

 

Nun geht es wieder auf das eigentliche Ziel - Azrael Rage. Wieder versammeln sich die Mitglieder der ANGST um ihn herum und Patricia hat plötzlich eine Tasche irgendwoher hervorgeholt. Diese wird Barker übergeben, der sie vorsichtig, mit einem diabolischen Grinsen, öffnet.

 

Mike Garland: „Der Schlächter greift in die Tasche!“

 

Vincent Craven: „STACHELDRAHT!“

 

Alistair verpasst Rage im Hintergrund einen weiteren Tritt an den Kopf, während der Schlächter seinen geliebten Stacheldraht in die Hände nimmt. Das silbrige Metall glitzert ihn verführerisch an und erinnert ihn an ihre schönen Stunden. Blutlust packt ihn, lässt ihn etwas Stacheldraht abwickeln und dann wie wild damit auf Rage einzupeitschen. Alistair kann sich gerade noch rechtzeitig wegbewegen, um keinen der wilden Schwinger abzubekommen. Die Haut des Regenläufers wird immer wieder von Dornen durchbohrt.

 

Mike Garland: „Der Schlächter legt den aufgewickelten Stacheldraht auf Rages Oberkörper ab.“

 

Vincent Craven: „Hat er etwa genug?“

 

Diese Frage beantwortet der Schlächter schnell. Er lässt sich in die Seile fallen, und springt mit Anlaufen mit einem Double Foot Stomp auf den Stacheldraht, landet auf der anderen Seite von Rages Körper, rennt weiter, wieder in die Seile, wieder ein Double Foot Stomp auf den Stacheldraht und Rages Körper. Und er rennt immer noch weiter, springt noch mal ab und zeigt eine Running Senton Bomb auf den Stacheldraht! Rage schreit auf, als der Draht ihn zum unzähligsten Mal durchbohrt und durch die Bewegung über die Haut gerissen wird. Barker sitzt mit nun auch eigenem Blut auf dem Rücken, neben dem Körper seines neuen Herausforderers und…

 

Vincent Craven: „Barker grinst! Dieser kranke Bastard grinst!“

 

Patricia will ihren Schlächter nicht alles alleine machen lassen und springt auf den regungslosen Rage. Sie greift schamlos in den Stacheldraht, schneidet sich damit selber in die Hand und reißt einige Risse in den Oberkörper des Regenläufers. Das Silber des Drahtes zeigt bereits erste Anzeichen von Rot, doch das Living Dead Girl hat noch lange nicht genug. Sie prügelt auf das Gesicht unter ihr ein, als wolle sie sichergehen, dass es niemand wieder erkennen würde. Durch die Stacheldrahtrolle in ihrer Hand wird jeder Schlag mit der Rechten extra schmerzhaft. Rage wird mit absoluter Sicherheit einige neue Narben davon tragen und alles was Patricia dazu zu sagen hat, ist ein irres Lachen nur Zentimeter von dem was einmal sein Gesicht war.

 

Mike Garland: „Das ist widerlich!““

 

Von der Seite ruft Alistair, der sich den Stuhl geschnappt hat, den Pat mit in den Ring gebracht hat und deutet ihr etwas an. Sie versteht, legt Rage den Stacheldraht aufs Gesicht und fängt den Stuhl, den sie sofort über das Gesicht und den Draht hält. Alistair nimmt Anlauf und…

 

Vincent Craven: „Running Leg Drop auf den Stuhl!“

 

Mike Garland: „Und den Stacheldraht! Verdammt! Mitten ins verdammte Gesicht!“

 

Vincent Craven: „Fuck!“

 

Während Alistair sich sein Bein reibt, ist Patricia die pure Freude ins Gesicht geschrieben. Sie lebt für solche Aktionen und der Schlächter, der mittlerweile neben ihr steht, sieht nicht aus, als wäre diese bereits beendet. Er deutet ihr an aufzustehen und in diesem Moment der Erregung ist sie bereit ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Auf sein Zeichen heben die next CENTURY gods Azrael hoch und schleudern ihn in Richtung Gabriel Lucifer, der Rage mit einem God Killer empfängt.

 

Mike Garland: „GOD KILLER!“

 

Vincent Craven: „Auch das noch… irgendjemand muss das hier doch stoppen!“

 

Mike Garland: „Aber wer? Wer würde sich freiwillig von der Angst schlachten lassen, nur um Rage zu helfen?“

 

Lucifer sitzt am Boden und blickt erwartungsvoll zu Barker. Dieser nickt. Der nun vollkommen bewegungsunfähige Rage wird vom Mythos wieder auf die Beine gehievt und dort steht Patricia bereits mit der Stacheldrahtrolle bereit. Eilig beginnt sie damit Rage mit dem Draht zu umwickeln. Um seinen Kopf, um seinen Hals. Um den Rumpf, um die Beine und zurück. Jeder Zentimeter Stacheldraht wird ausgenutzt. Rage steht nur noch, weil Lucifer ihn hält und doch kommt jetzt noch einmal der Schlächter angerannt.

 

Mike Garland: „PEACEMAKER!“

 

Vincent Craven: „Wann haben die endlich genug?“

 

Rage liegt am Boden. Unfähig sich zu bewegen. Unfähig sich zu wehren. Barker deutet gen Hallendecke und als die Fans seinen Blicken folgen, sehen sie, was Barker angewiesen hat. An einem Seil wird seltsam aussehende Halterung herunter gelassen. Bevor sich die Fans lange wundern können, wofür das gut sein soll, beginnen die next CENTURY gods schon damit Rage bei den Füßen zu packen und zu der Halterung, die nun unten im Ring angekommen ist, zu zerren. Ein paar Handgriffe später ist Rage fest verankert und auf einen weiteren Fingerzeig wird das Seil und mit ihm Azrael Rage wieder nach oben gezogen. Langsam. Zentimeter für Zentimeter, geht es nach oben. Genug Zeit für die nCg sich noch ein wenig auszutoben. Alistair jagt Rage einen weiteren Chairshot an den Kopf und Patricia lässt es sich nicht nehmen Rage noch eins ihrer Markenzeichen, einen Spinning Wheel Kick an den Hals zu treten. Rage schwingt durch die Wucht langsam hin und her, ist er doch nun komplett in der Luft, an den Füßen herabhängend. Wie ein Schwein im Schlachthaus. Gabriel Lucifer hält sich im Hintergrund. Er lässt sich nichts anmerken, was auf seine Gedanken in diesem Moment schließen ließe.

 

Mike Garland: „Ich glaub mir wird schlecht…“

 

Vincent Craven: „So wie Rage da hängt, erinnert er an Lucifer… Barkers erste Schlachtung…es… argh…“

 

Als Rages Kopf etwa auf Augenhöhe mit dem des Schlächters ist, zeigt dieser eine Cutthroat Geste und sofort hört der Anstieg des bluttriefenden Herausforderers auf. Ohne das er irgendwas sagen muss, reicht ihm Lucifer ein Mikrofon und Patricia seinen Undisputed Gerasy Gürtel. Zum Leidwesen der Fans hält er das Gold triumphierend in die Höhe.

 

‚Schlächter‘: „Ist es das, was du willst, Rage?“

 

Mit voller Wucht schlägt er dem Regenläufer seinen Gürtel ins blutige Gesicht. Amüsiert betrachtet er das Muster, dass die Blutspritzer auf dem Gold hinterlassen haben.

 

‚Schlächter’: „Schlag es dir aus dem Kopf. Du wirst den Undisputed Gerasy niemals zurückbekommen! NIEMALS! Ich bin der gottverdammt Beste in diesem Business und du wirst als weiteres Opfer enden, als Mahnmal für alle anderen, die mich herausfordern wollen, was passiert, wenn man den Schlächter beleidigt! FÜRCHTE MICH!“

 

Das Theme des Schlächters ertönt.

 

Mike Garland: „Unglaublich. Unser Number One Contender hängt blutend über dem Ring.“

 

Vincent Craven: „Barker und seine Schergen scheinen sich zu amüsieren. Mit einem Lächeln ziehen sie von dannen und hinterlassen abermals eine widerliche Schlachtung.“

 

Mike Garland: „Aber was heißt das jetzt? Ist Rage jetzt auch gelähmt, wie Lucifer es einst war?“

 

Vincent Craven: „Keine Ahnung! Die Angst von Rage vor Barker war auf jeden Fall nicht unberechtigt.“

 

Mike Garland: „Nein, aber ich finde er hat das Richtige hier getan, auch wenn der Preis hoch war und in Blut gezahlt wurde.“

 

Die medizinischen Kräfte der PCWA tauchen nun auf. Viele Backstageworker und Referees folgen ihnen, nachdem die ANGST endlich verschwunden ist.

 

Mike Garland: „Für heute müssen wir leider auch aufhören und verabschieden uns mit diesen deprimierenden Bildern für heute, liebe PCWA-Fans.“

 

Vincent Craven: „Nächste Vendetta wissen wir hoffentlich mehr und erfahren auch wie es Azrael Rage geht. Solange wir das nicht wissen, können wir nicht einmal sagen, ob es ein Gerasy Match bei CORE geben wird. Dennoch wünschen wir ihnen natürlich eine gute Nacht.“

 

Das letzte Bild zeigt einen furchtbar viel Blut verlierenden Azrael Rage, der in Stacheldraht gehüllt über den Ring hängt und einige Ärzte und Mitarbeiter der PCWA die versuchen ihn zu befreien.

 

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