
RISING PHOENIX
Die NR.1 PRE-SHOW im Wrestling
Business!
Exklusives Material von VENDETTA 82!
Nur für ECHTE Fans!

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K&G/PCWA ––––––––––––
++Flashback++
++Wenige
Augenblicke nach dem Ende des Imperial Impact 8++
Sich
den Kopf haltend sitzt er nun da, geschlagen, verprügelt, verspottet und was
noch.
Nicht
mal mit der Hilfe von Elroy und Person B konnte er es schaffen, den alten zähen
Sack Lucifer zu besiegen.
Was für
eine Lachnummer er nur ist. Aber was sollte er machen? In einem Ring würde er
jemanden wie Lucifer wohl kaum besiegen können, zuhause auf der Straße hingegen
hätte es vielleicht anders ausgesehen – ohne Regeln hätte er Gabriel Lucifer
durchaus auseinander nehmen können. Aber in einem Wrestling Ring, da ist er
klar im Nachteil. Langsam schließt er seine Augen.
Er
erinnert sich an seine Kindheit, was für eine Schöne Zeit das doch war. Damals
als er nur darauf achten musste sein Essensgeld in die Socken zu stecken. Ach,
wem will er was vormachen, seine Kindheit war kein Deut besser als seine
jetzige Situation!
~
Klein Hudson läuft nach der Schule nach Hause, durch diese
verkommene Gegend, direkt in Miami. Er zittert jedes Mal, wenn er wieder um
eine Ecke laufen muss. Die Leute hier nehmen auch kleine Kinder aus. Nur weil
er gerade mal Zehn ist, heißt das nicht, dass er sich hier sicher fühlen kann,
sollte er jemanden falsch angucken, wird er wie ein Erwachsener verprügelt,
deswegen hat er schon früh gelernt, der Boden kann ihm nichts antun, ihn kann
er so lange anstarren wie er will.
Als er wieder in Gedanken versinkt klopft ihm jemand auf
die Schulter, es sind seine Freunde aus der Schule, ja in der Schule da sind
sie die coolen „Nigger“, was wohl daran liegt, dass sie hier aus der Gegend
kommen und nicht aus dieser verweichlichten 18. Straße. Da wurden grade mal 2
Leute in den letzten 3 Monaten erschossen, sofort hört er ein Knallen und
Schritte, die schneller auf sie zu kommen. Ein Mann wird von einer Gang
verfolgt, er rempelt die kleinen Jungs an und zwei von ihnen fallen zu Boden.
Noch mehr Schüsse auch der Mann liegt am Boden, allerdings ist er nicht der
einzige. Einen der Jungs hat es auch erwischt. Hudson blickt ungläubig auf den
sich nicht regenden Körper seines Freundes, direkt in den Kopf, keine Chance
für den Jungen. Langsam fällt er auf die Knie, er kann sich kaum bewegen, noch
mehr Schüsse. Anscheinend wollen die Freunde des Mannes Rache an der Gang
nehmen. Fast wie in Zeitlupe sieht Hudson wie eine Kugel aus einem Lauf vom Weg
abkommt und auf ihn zukommt. Sollte sein kurzes Leben etwa jetzt schon enden
und zwar auf so eine Weise. Plötzlich wird er zu Boden gerissen, im ersten
Moment glaubt er einer seiner Freunde muss reagiert und ihm das Leben gerettet
haben. Doch Hudson blickt in ein ihm völlig unbekanntes Gesicht, es ist ein
Mann, einen Haut-ton dunkler als sein eigener. Dieser guckt ihm in die Augen
mit einem Grinsen und meint trocken:
‚Das war
knapp, was?‘
Hudson kennt dieses Grinsen, zu oft hat er es gesehen. In
diesem Moment sieht er sich um. Ein Haufen Leichen liegen um ihm herum, gerade
Mal zwei Jungs von seinen Freunden sitzen weinend in einer Ecke, alle anderen
hat es erwischt, Hudson wird es schwarz vor Augen, seine Erinnerung endet hier.
~
Hudson
schnellt hoch, schweißgebadet, er zittert am ganzen Körper, er schlägt gegen
die Wand, die rechts neben der Bank liegt auf der er eingeschlafen ist. Er
guckt auf die Uhr, es ist bereits 02:00 Uhr morgens, warum hat ihn keiner
geweckt? Bevor er es realisiert, fangen an Tränen an seinen Wangen herunterzulaufen,
schon lange hat er nicht mehr geweint. Schon lange hat er versucht diese aus
seinem Kopf herauszuhalten, versucht sich selbst abzulenken, indem er sich hier
mit irgendwelchen Leuten prügelt. Es hilft nichts mehr, er kann diese Sachen
nicht vergessen, immer noch weinend nimmt er seine Trainings Tasche und öffnet
die Tür.
Hudson:
„Fuck this, I'm tired of this shit! Just screw this world, nothing good comes
out from living on this retarded planet,
we are all damned to die. Why are we still trying to create something
meaningful in our Lifetime? BULLSHIT! Life's a
bitch, why me? Why not one of the other Niggers, dammit. Why can't I get
this Memories out of my head, I don't need Money, Bitches, Cars or whatever
just take those Memories away from me.“
Seit
langem sprach er wieder in Englisch, seine Muttersprache, ein Zeichen dafür,
dass er aufgebracht ist. Auf Englisch kann er immerhin noch halbwegs fluchen. Hudson,
diese Worte immer noch vor sich hinmurmelnd, nimmt eins seiner Tütchen aus der
Jackentasche. Nur dieses grüne Zeug hilft ihm diese Scheiße hier zu vergessen. Er
reibt sich die letzte Träne aus dem Gesicht und verlässt den Dome. Nächste Show
wird er hierher zurückkehren, sein Match gegen Lucifer verloren, seine Chance
sich zu beweisen vertan. Wieso kommt er eigentlich immer noch hierher? Er weiß
es nicht. Er setzt sich auf eine Parkbank, fängt an einen Joint zu drehen, ganz
ohne Tabak. Er braucht die volle Dröhnung jetzt. Vielleicht sollte er einfach
die PCWA verlassen – NEIN – dieses Mal darf er nicht wegrennen…
…Dieses
mal nicht, Life's a
Bitch, U just got to make sure that bitch is beatiful,
scheiß auf Lucifer, scheiß auf die Firma, scheiß auf alle hier. Er ist Jamie
Hudson, egal was passiert. Vielleicht liegt es am Weed, aber er hat seine Meinung
geändert. Lucifer denkt, er weiß was Schmerz ist? Dieser Nigga hat doch keine
Ahnung von Leiden. In der Sache mit ihm und Lucifer geht es schon lange nicht
mehr um gewinnen und verlieren, es geht darum den anderen zu zerstören. Mal sehen
was wir nächste Show so reißen können, was?! Er nimmt den letzten Zug und geht
Richtung Hotel, der alte Nigga, sein Vater, hat sich auch schon lange nicht
mehr blicken lassen. Verfickt nochmal, er braucht jemanden zum reden.
Hudson: „YO Nigga, I know ure here, Stop Hiding
U Bitch.“
Keine
Antwort, was hatte er auch erwartet, er hatte erwartet das sein Vater ihm
endlich antwortet. Mit getrübter Stimmung, setzt er seinen Weg fort, seine
psychischen Schmerzen übertönt mit Drogen. Das ist sein Leben, als Jamie Hudson
– in der PCWA!
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K&G/PCWA ––––––––––––
++
Flashback ++
++ Imperial Impact VIII ++
Er
wollte weg. Einfach weg. Er sah auf seine Sporttasche während er am Straßenrand
auf ein Taxi wartete. Ein Taxi was ihn weg bringen sollte vom PCWA Dome hin zum
Flughafen. Doch während er da so stand und auf seine Sporttasche starrte wurde
alles von Sekunde zu Sekunde unrealistischer. Hatte er jetzt wirklich gegen
Pavus den kurzzeitig vakantierten Titel der Cryption Crown gewonnen? Hatte er
wirklich diese „Dauerkarte“ in der Hand? War er wirklich hier oder spielte ihm
der Adrenalinrausch einen Streich? Er war doch eben noch beim Ausgang gewesen
und hatte mit dieser Person B geredet. Und jetzt wirkte alles so weit weg.
Chris McFly Jr. neuer Träger der PCWA Cryption Crown. Der FSP World Champion
als PCWA Titelträger. Alles so surreal.
Chris McFly Jr.: „Fuck… jus’ didn’t expect
this bullshit to happen.“
Er
wusste nicht mehr was er glauben sollte. Ob er sich über diesen Titel jetzt
freuen sollte oder nicht. Sollte er jetzt Caleb Yuma dankbar sein? Er hatte ihn
vor wenigen Minuten noch als „Guten Jungen“ bezeichnet. Aber wenn er sich
selbst gegenüber ehrlich war, fand er das gar nicht mehr so sportlich und
ehrenvoll was da vor kurzem noch im Ring passiert war. Er hätte genauso gut
besiegt sein können. Pavus hätte ihn genauso schon besiegen können. Und weder
er noch eben Pavus hatten das Match bekommen was sie beide eigentlich wollten.
Keiner von Beiden hatte gegen Rebel called Hate gekämpft.
„Und was hast du nun vor Champion? Wirst du einfach abhauen und das
hier als einmaliges Abenteuer ansehen?
Eine
bekannte Stimme kommt aus circa 10 Metern immer näher. Pavus Maximus. Der
Besiegte in einem Kampf der so nie stattfinden sollte.
Chris McFly Jr.: „Ich… ich weiß es noch nicht Pavus…“
Der
nordische Hüne baut sich langsam vor dem Chicagoer auf. Die Lippe ist leicht
geschwollen und ein Cut ist deutlich zu sehen. Der Cut der das Blut preisgab,
was seine Niederlage bedeutete.
Pavus: „Hast mich gut erwischt, kleiner Mann. Mein Respekt ist dir
sicher und genauso die Gratulation. Du hast es geschafft, mich besiegt und dir
den Cryption geholt.“
Chris McFly Jr.: „Es fühlt sich trotzdem nicht richtig an. Caleb
hätte sich nicht einmischen dürfen. Er hat klar gegen eine Bitte, ja eigentlich
eine Anweisung von mir verstoßen. Und langsam wird mir klar dass er ganz
bewusst wollte dass ich dieses Teil hier gewinne. Ich weiß noch nicht was ich
dazu sagen soll, wie ich ihm gegenüber reagieren soll. Ich fühle mich erneut
wie eine kleine Figur in einem riesigen Schachspiel.“
Der
Hüne streicht sich durch den Bart, betätschelt die Wunde an der Lippe und
grinst.
Pavus: „Aber du bist am Zug. Und du hast es selber in der Hand wie
deine Taktik nun aufgeht, ob sie aufgeht. Kleine Figur – große Bedeutung. Du
bist der Cryption Crown Träger verdammt. Du bist soeben zu einem Teil der PCWA
geworden. Wie du die Sache mit Yuma klärst ist deine Entscheidung, dazu kann
und will ich dir nix raten. Wie ich damit umgehen werde steht genauso wenig
fest. Fakt ist aber, dass er sich dadurch nicht beliebter bei mir gemacht hat.“
Der
Nordmann streckt seinem Gegenüber die Hand entgegen.
Pavus: „Du hast gewonnen, du bist der Champion. Für mich ist der
Traum von der Crown geplatzt. Aber ich bin froh dass ich diesen Traum von dir
beerdigt bekommen habe.“
Fast
schon gedankenverloren schaut sich Pavus die Umgebung an, sein Abend war nicht
so geplant. Kein Hate, Kein Titel, Erfahrungen die er nicht machen wollte,
angeeignetes Wissen welches zerstreut und nachdenklich macht. McFly schlägt ein und sieht den Hünen dabei
noch etwas nachdenklich an.
Chris McFly Jr.: „Ich fange an ihm zu misstrauen. Er hat
mittlerweile überall und mit jedem seine Connections geschlossen. Es wirkt als
wenn er überall ist. Und mir wird er bestimmt die Frage stellen wo er sein
Match gegen mich bestreiten darf.“
Der
Chicagoer löst wieder den Griff vom Handshake und schaut den nordischen Hünen
der seine Wunde abtastet wieder direkt in die Augen.
Chris McFly Jr.: „Eigentlich hättest du dir ein Rückmatch echt
verdient. Aber ich weiß nicht ob ich hierher zurückkommen werde oder ob ich die
PCWA ihre Leute mir nachjagen lasse. Jetzt muss ich erstmal zum Flughafen ich
habe in ein paar Stunden einen Weiterflug nach Japan. Kleine Tour mit gutem
Geld.“
Kurz
stockt er.
Chris McFly Jr.: „Oder kennst du hier noch irgendwo einen netten
Pup? Kneipe heißt das glaube ich auf Deutsch. Ich habe noch viel Zeit bis zum
Flug und wollte mir wegen 10 Stunden kein extra Zimmer nehmen.“
Wie
wird der Hamburger Jung reagieren? Vor kurzem wollten sie sich die Köpfe
einschlagen und nun lädt er den besiegten Gegner ein?
Pavus: „Stimmt, das Zimmer wäre nur unnötiges Geld, was man
sicherlich bei nem gemeinsamen Bierchen besser investieren kann.“
Ein
kurzes Grinsen flackert im Hamburger Gesicht auf, wird aber durch die vielen
offenen Fragen schnell wieder geschluckt. Pub, Kneipe, Bier… klingt nach nem
guten Plan.
Pavus: „Wenn ich mir ein Rückmatch verdient habe, dann wird es
irgendwann so kommen. Das Voting hat ja gezeigt dass mich die Leute sehen
wollen, egal wo und gegen wen. Für heute jedoch ist dein Vorschlag durchaus
angebrachter.“
Just in
diesem Moment fährt das Taxi vor, welches McFly eigentlich zurück in seine Welt
bringen sollte.
Pavus: „Ich kenn mich in Berlin auch nicht wirklich gut aus,
allerdings gehe ich stark davon aus dass der junge Mann dort…“
Fingerzeig
auf den anscheinend indischen Taxifahrer, der zum Takt seines Wackel-Elvis an
der Frontscheibe freudestrahlend mitwippt und sichtlich gut gelaunt ist.
Pavus: „… einen geeigneten Platz kennt wo wir beide den Abend noch
mal in aller Ruhe Revue passieren lassen können, ein bisschen ausspannen,
Wunden lecken können und ich dich einfach davon überzeugen kann, dass dieser
Titel hier her gehört.“
Ein
Blick auf die Cryption Crown. Nahe dran war der Hamburger…
Pavus: „Genau wie du…“
Der
Nordmann öffnet die Taxitür und bietet dem neu gekrönten Champion den Platz an.
Der Platz der ihm gebührt – ihm dem Champion. Doch wohin wird der Weg führen?
Wissen tut das momentan noch niemand – vorerst wird der Weg jedoch in einem
lustigen kleinen Trinkgelage enden. Grund zum feiern ist da. Ein neuer Champion
– 2 Männer mit neuen Zielen.
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K&G/PCWA ––––––––––––
++OFF-CAMERA++
Schwarz-weißes,
leicht verwackeltes Bild.
Ein
harter Fußtritt befördert den metallischen Müllkübel von seiner Position und
schleudert ihn scheppernd gegen eine Wand. Der Deckel springt auf und allerlei
Unrat landet auf dem Boden.
„Dreck. Alles nur Dreck.“
Nun
erkennen wir, wer sich gerade im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit befindet.
Alistair und Patricia Selladore, die next CENTURY gods. Die beiden scheinen
erst kürzlich im PCWA Theatre angekommen zu sein, denn sie tragen noch ganz
normale Straßenkleidung. Offenkundig befinden sie sich gerade in einem
Versorgungsflur, der vom großen Foyer abgeht.
Patricia
tritt noch einmal mit Schwung zu und verpasst der Tonne damit eine weitere
Beule. Wir erkennen, dass sie dabei ihr Gesicht verzieht, so als hätte sie
Schmerzen. Tatsächlich trägt sie an einem Bein einen Druckverband. Eine
unangenehme Erinnerung an ihr Match gegen Caleb Yuma und die missglückte Aktion
mit dem Klappmesser.
Patricia: „Wohin ich blicke, hier in der PCWA
gibt es nur Dreck.“
Alistair
pflichtet ihr bei. Er hebt eine Flasche auf und schleudert diese gegen die
Wand, wo sie in tausend Scherben zerbricht. Dann bückt er sich, um etwas
anzuheben.
Alistair: „Aber der größte Dreck ist immer
der, der von den Fans bejubelt wird.“
In den
Händen hält er ein schwarzes Shirt mit der Aufschrift ‚Security‘. Ein beliebter
Fanartikel von Blake Milton, wie auch immer er zwischen den Müll geraten ist.
Mit einem Ruck zerreißt Alistair den dünnen Stoff und lässt die Fetzen wieder
zu Boden fallen.
Patricia: „Komm, lass uns woanders hingehen
und noch etwas Schönes zerstören.“
Alistair
lacht und gemeinsam ziehen die beiden weiter.
„Wie Kinder irgendwie.“
Eine
andere Stimme aus dem Off. Die Kamera zoomt aus und nun erkennen wir, dass die
Bilder, die wir eben gesehen haben, auf einem kleinen Überwachungsmonitor
flimmerten. Wir befinden uns in einem leicht abgedunkelten Raum, in dem
rundherum zahlreiche solcher Monitore stehen, die unterschiedliche Bereiche des
PCWA Theatres zeigen. Auf zwei Stühlen zwischen diesen Monitoren haben zwei
Männer Platz genommen.
Wir
erkennen den Undisputed Gerasy Champion der PCWA, Robert Barker. In dunkle
Kleidung gehüllt, mit seinen langen, dunklen Haaren würde er in dieser Pose wie
der alte Robert Barker wirken, wenn da nicht dieser Blick wäre. Kälte,
Selbstzufriedenheit und Blutlust mischen sich zu einer Verbindung, die ihn
Menschlichkeit verlieren und nur einen einzigen Namen zulässt: ‚Der
Schlächter‘.
‚Schlächter‘: „Was hältst du von unseren
beiden Chaosstiftern?“
Er
blickt von einem der Monitore auf und hinüber zu dem Mann, der ihm beim
Imperial Impact half, den Undisputed Gerasy Title um seine Hüften zu schnallen.
Der von
der Firma wieder frisch entmachtete Principal erhebt sich von seinem Sitzgerät
und wandelt ein wenig durch den Raum, die Hände hinter dem Rücken verschränkt
und auf den Lippen sein undefinierbares Lächeln.
Gabriel
Lucifer: „Nun, Robert, ich denke, wir brauchen sie. Ich selbst bin nicht mehr
gerade dynamisch, geschweige denn sonderlich kreativ, wenn es darum geht,
dieser Liga die frischen Impulse zu geben, die sie dringend nötig hat. Und
du…?“
Der
eherne Mythos steht direkt vor Barker und schaut diesem direkt in die kalten
Augen.
Gabriel Lucifer: „Du bist jetzt der höchste
Champion der PCWA und damit auf dem besten Wege genauso satt zu werden wie ich es
bin. Tja, ich habe zu viel geopfert, um zuzulassen, dass du unser einziges
Machtinstrument, den Undisputed Gerasy Title, bei der erstbesten Gelegenheit
wieder verlierst, dich der Illusion hingebend mit Mad Dog, Blaze und Valkos
hättest du deine wichtigsten Konkurrenten bereits weggefegt… und damit meine
ich nicht den belanglosen Sieg gegen sie bei deinem schmutzigen Titelgewinn
beim Imperial Impact, sondern die Tatsache, dass du sie alle geschlachtet hast,
bevor sie wussten, dass du ihr mächtigster Gegner sein wirst. Ihre Angst war
schon da, du bist lediglich das Gesicht dazu…“
Das
Haupt leicht zur Seite geneigt, streckt Gabriel seine eiskalte Hand aus und
berührt die Wange des Schlächters, streichelt sie sanft mit der Rückfläche.
Angewidert schlägt Barker den Arm des Principals weg. Lucifer lächelt leicht
verlegen.
Gabriel Lucifer: „…Entschuldige – das darf
wohl nur Patricia, nicht wahr? Stopp. Warte. Antworte nicht. Diese Frau muss
wahrlich grandios abgehen im… ach lassen wir das, dein Blick verrät mir, dieses
Thema möchtest du nicht mit mir besprechen. Hauptsache, du verschreckst die
Kleine nicht, denn es ist besser, solche Personen in seinem engsten Umfeld zu
haben, um sie besser kontrollieren zu können, als sie als Gegner zu haben. Sie
werden dich antreiben. Sie werden dein Motor der stetigen Erneuerung sein. Sie
werden deine größte Angst sein!“
Erneut
erhaschen wir einen Blick auf einen der Monitore. Alistair und Patricia sind im
Foyer angekommen. Sie stehen vor einem Stand mit Fanartikeln von Pavus Maximus.
Alistair ist damit beschäftigt, einen Ständer mit Actionspielzeug zu plündern,
wahllos einige Figuren auf den Boden zu werfen und diese dann unter seinen
Stiefeln in Plastikmüll zu verwandeln. Patricia hat derweil den wild mit beiden
Armen rudernden Verkäufer in die Mangel genommen. Als sich die Security nähert,
ergreifen beide die Flucht.
‚Schlächter‘: „Es ist ein verdammtes
Meisterwerk, diese beiden unter Kontrolle zu halten… aber das ist, was die
Angst mit ihrer Umwelt macht.“
Ein
morbides Grinsen beim Undisputed Gerasy Champion. Es scheint, als hätte er
Lucifer bei dessen letztem Absatz gar nicht zugehört, sondern nur auf den
Bildschirm geachtet. Dann jedoch wendet er sich seinem neuen Verbündeten zu,
denn dieser sucht penetrant die Aufmerksamkeit Barkers.
Gabriel Lucifer: „Ich weiß zwar nicht so
recht, was Patricia wirklich motiviert, aber bei Alistair ist es einfach. Er
ist ganz klar auf Ruhm aus. Vor einigen Wochen noch hat der Knabe alles
versucht, um aus seinem Vertrag mit der PCWA heraus zu kommen. Aber kaum habe
ich ihm den Tribune-Title auf dem Silbertablett serviert, ist er plötzlich
Feuer und Flamme. Alistairs Loyalität ist ganz klar käuflich!“
Der
Mann ohne Grenzen lacht sein bellendes Lachen.
‚Schlächter‘: „Ich weiß nicht, ob mir
käufliche Partner gefallen…“
Diesbezüglich
würde er über kurz oder lang etwas unternehmen müssen.
‚Schlächter‘: „…aber Patricia ist pures Gold.
Wenn es jemanden in diesem Laden gibt, der so verdorben ist wie der Schlächter,
dann ist es das Living Dead Girl. Ich weiß ganz sicher nicht alles von ihr,
aber sie hat Dinge gesehen, die die meisten Leute hier zu Bettnässern machen
würde und doch steht sie in Einklang mit der Angst… Sie hasst dich, weißt du?“
Es ist
lapidar dahin gesagt und Lucifer winkt es einfach nur ab. In seiner
Interpretation ist dies ein Ausdruck der Angst, die das Mädchen vor ihm zu
haben scheint und den sie mit ihrer Respektlosigkeit zu überspielen versucht.
‚Schlächter‘: „Aber sie steht bedingungslos
hinter mir. Noahs Ende war der erste Test und Mad Dog beim Impact der zweite.
Die richtigen Worte zur richtigen Zeit und die Frau tut, was immer ich will.“
Der
Mythos stimmt nicht mit ein, als der Schlächter kurz auflacht. Wie versteinert
steht er vor dem Schlächter.
Gabriel Lucifer: „Das ist es, was ich vorhin
meinte. Du neigst zur Selbstgefälligkeit, zur grenzenlosen Überschätzung.
Niemand ist loyal bis zum bitteren Ende. Schon gar keine Frau. Und bei allem
Respekt für diese Furie – sie ist halt auch nur eine Frau, wenngleich eine
außerordentlich interessante. Sie dauerhaft zu bändigen kann jedoch harte
Schritte erfordern. Sie wird dich stets wachsam halten, denn eines ist sicher.
Eines Tages wird sie dir einen Dolch in den Rücken stechen und dir das rostige
Eisen mit einem liebevollen Lächeln tief in die Innereien bohren und zum ersten
Mal in deinem Leben wirst du selbst Angst verspüren. Aber keine Sorge, ich
werde da sein… und Alistair wird da sein, denn seinen Ruhm zu verantworten,
Robert, das ist wahre Kontrolle! Der Verlust des Ruhmes ist seine Angst! Unsere
Aufgabe ist es, diesen beiden die Angst zu lehren. Solltest du dazu bei ihr
nicht in der Lage sein, dann werde ich es tun!“
Keine
Reaktion bei Barker. Wieder einer der Monitore. Alistair und Patricia sind vor
der Security in den Kabinentrakt geflüchtet. Nun stehen sie vor einer Tür, auf
dessen Namensschild „Mad Dog“ prangt. Patricia zieht etwas hervor, was sich
schnell als Spraydose entpuppt. In großen und geschwungenen Buchstaben sprayt
sie das Wort „Inflection-Schlampe“ daneben.
Gabriel Lucifer: „Darum wird sich wohl der
Reinigungsdienst kümmern… oder die Security, wenn sie nicht schnell genug sind.
Sie beobachten ständig alles, gerade seit Blake hier ist.“
‚Schlächter‘: „Dann können sie mir ja
vielleicht sagen, wo die Schlüssel zur Undisputed Gerasy Champion Kabine sind,
damit ich endlich in meinem rechtmäßigen Thron platznehmen kann…“
Als er
vorhin den Schlüssel in das Schloss der besagten Kabine stecken wollte, musste
er feststellen, dass er nicht passte. Irgendjemand musste ihm den falschen
Schlüssel gegeben haben…
‚Schlächter‘: „…Egal. Dank deines durchaus
beeindruckenden Inventars hier, können wir den Vorteil der Inflection Scale
ausgleichen. Sie sehen durch Milton zwar alles, aber wir können das genauso.“
Gabriel Lucifer: „Nicht direkt. Das hier sind
meine alten Kameras, sie stammen noch aus Bracchus‘ Zeit…Blake hat ein
Vielfaches davon zur Verfügung. Die PCWA hat ihre Gebäude so vollgestopft mit
Kameras, dass er wirklich beinahe alles sehen kann, während wir auf diese Augen
beschränkt sind. Obwohl ich nicht leugnen möchte, dass wir alles wichtige damit
erfassen können.“
‚Schlächter‘: „Wie steht es um deinen Einfluss
als Principal? Sie haben dir sogar den Sick Room genommen… dabei war es so ein
nettes kleines Spielzeug.“
Lucifer
hatte bereits vor dem PPV das neue Showelement „Principals Office“ gebucht,
doch nachdem er sich mit dem Schlächter eingelassen und ihm zum Titel verholfen
hat, wurden ihm nicht nur all seine Rechte als Principal genommen, sondern auch
der speziell eingerichtete Raum für das Principals Office. Und so sitzen der
Schlächter und er nun in einem von Lucifers speziellen Überwachungsräumen.
Gabriel Lucifer: „Es ist noch nicht alles
entschieden. Die vertraglichen Klauseln habe ich extra wage formulieren lassen,
um Spielraum zu lassen, doch die Firma hat gute Anwälte. Doch das war es wert…
du als Undisputed Gerasy Champion… Patricia und Alistair an unserer Seite… die
pure Angst… das ist wahre Macht, die ein offizieller Dienstposten niemals besitzen
kann…“
Barkers
Blick schießt zur Seite, während Lucifer ununterbrochen einen Monitor fixiert,
auf dem gerade nichts geschieht.
Gabriel Lucifer: „Zehn lange Jahre habe ich
nach meinem Kronprinzen gesucht… zehn lange Jahre bin ich daran gescheitert.
Jeder einzelne von ihnen, egal wie sie hießen, ist an dieser monumentalen
Aufgabe gescheitert. Sie alle waren zu schwach, um diesen Weg zu gehen… zu
weich, zu harmlos, zu menschlich. Und nun habe ich endlich meinen Fehler
erkannt… ich mag nach einem Kronprinzen gesucht haben, doch finden wollte ich
immer den verlorenen König.“
Mit
großen, glasigen Augen schaut nun auch der Mythos zur Seite, blickt in die
Augen des Schlächters und hindurch.
Gabriel Lucifer: „In zehn Jahren warst du der
erste, der sich meinem Einfluss entziehen konnte… der erste, der stattdessen
Einfluss auf mich nahm… Erst hast du mir alles genommen und nun hast du mir ein
wahres Leben geschenkt… ja, du bist der erste wahrhaftige König, den die PCWA
schon immer gebraucht hätte, und als solcher verdienst du eine Krone!“
Er
greift in Richtung des Undisputed Gerasy Titles, den der Schlächter um seine
Hüften trägt, mangels Lockerrooms, wo er ihn ablegen könnte.
‚Schlächter‘: „Da hast du verdammt recht,
Gabriel. König… König! … ja, das klingt ausgezeichnet. Und wenn du weiter tust,
was richtig ist, wird der König…“
Es
klopft an der Tür.
Robert
Barker blickt Gabriel Lucifer fragend an. Dieser ist aus seinem tranceähnlichen
Zustand erwacht und nickt nur kurz.
Gabriel Lucifer: „… Apropos ‚Kontrolle‘. Ich
habe sie gleich hierher geordert…“
Nach
einem kurzen ‚Herein‘ öffnet sich die Tür. Patricia Selladore betritt den Raum.
Ihr Gesicht ist leicht gerötet und wir erkennen, dass sie humpelt. Sie schließt
die Tür hinter sich und blickt ihre beiden Gegenüber gelangweilt an, während
sie eine Kaugummiblase zerplatzen lässt.
Gabriel Lucifer: „Du kommst allein? Wo ist
Alistair?“
Patricia
steckt ihre Hände in die Hosentaschen und verdreht die Augen.
Patricia: „Wollte diesem Milton noch einen
Besuch abstatten. Wie es scheint, ist er gerade nicht so gut auf die Security
zu sprechen. Haben ihm doch glatt ein wenig Pfefferspray verpasst vorhin.“
Der
Schlächter hat seinen Blick noch immer auf Lucifer. Der Mythos hat Patricia
herbeordert? Vielleicht ist sein Verständnis von „unterordnen“ doch noch nicht
so gut, wie es sein sollte. Der Schlächter macht sich eine mentale Notiz, um
bei einem weiteren Vergehen einzuschreiten, damit auch Gabriel Lucifer merkt,
dass er in diesem Spiel nicht länger der Leiter ist.
‚Schlächter‘: „Lass Alistair spielen. Es kann
nicht schaden, wenn er der Inflection Scale ein wenig auf die Füße tritt.“
Er
tritt auf Patricia zu und will sie küssen. Sie aber drückt ihn zurück.
Patricia: „Wage es und du kannst dich von
deinem Lippen verabschieden. Dies ist nicht der Zeit und der Orte für
Sentimentalitäten. Es gibt heute viel zu tun.“
Lediglich
die für einen Moment aufgerissenen Augen verraten, dass Barker überrascht und
unzufrieden ist. Er blickt einmal kurz zu Lucifer, der sich ein schadenfrohes
Schmunzeln nicht verkneifen kann, und dann wieder zu Patricia. Der eine gibt
Kommandos, ohne ihn zu fragen, die andere gibt Widerworte, der dritte taucht
gar nicht erst auf. Es ist das pure Chaos… und doch fühlt er sich in diesem
Szenario so furchtbar wohl. Würden sie ihm wirklich alle blind folgen, müsste
er sie eliminieren, doch solange sie dem Chaos frönen, können sie ein Teil der
Angst sein. Während er sich an dieser Situation geradezu ergötzt ist Gabriel zu
Miss Selladore herangetreten und starrt sie ernst an.
Gabriel Lucifer: „Ich hoffe doch sehr, du
sprichst vom Main Event, Patricia. Wenn Alistair und Du zusammen haltet, ist es
nicht ausgeschlossen, dass…“
Der
Mann ohne Grenzen unterbricht ihn.
‚Schlächter‘: „…Klingt doch ausgezeichnet. Der
Schlächter gegen Alistair, Title versus Title! Oder der Schlächter gegen
Patricia, Psychopath versus Psychopath. Das klingt doch mal nach einem PPV, der
von der Angst dominiert wird!“
Er
lacht, aber Patricia blickt ihn mit böse funkelnden Augen an.
Patricia: „Wenn sich diese Gelegenheit ergibt,
dann werde ich alle Chancen nutzen, die ich habe. Und dann kenne ich keine
Freundschaften.“
Barker
lacht erneut.
‚Schlächter‘: „Wenn du im Ring genau so wild
bist wie im Bett, dann müssen ich und die Zuschauer sich auf einen heißen Tanz
vorbereiten.“
Patricia
knurrt ihn an, entgegnet aber nichts. Lucifer hingegen betrachtet die beiden
wie ein Vater seinen Sohn im Zwiegespräch mit der künftigen Schwiegertochter.
Er begibt sich zwischen die Fronten.
Gabriel Lucifer: „Wenn ihr schon bei der
Zukunft seid, dann erlaubt mir das Thema Inflection Scale anzusprechen. Dieser
Haufen darf nämlich keine Zukunft haben. Ich möchte daher ein Match der next
CENTURY gods gegen diese Scale-Bubis und werde heute backstage alles daran
setzen, dieses auf eine der nächsten Cards setzen zu lassen.“
Patricia
nickt. Soll es ihr recht sein.
Patricia: „Und deshalb hast du mich hierher
bestellt? Scheiße, eine SMS hätte auch gereicht. Willkommen im 21.
Jahrhundert.“
Keinerlei
mimische Regung beim Adressaten.
Gabriel Lucifer: „Mich interessiert außerdem,
welche Rolle Adam Reynolds genau spielt. Jetzt, da klar ist, dass er dein
Manager ist und er es war, der dich in die PCWA gebracht hat, hätte ich wenigstens erwartet, dass sich der ‚Last Warrior‘
mit mir für weitere Planungen auseinander setzt. Oder hält es Daddy nicht für
nötig, sich mit mir in Verbindung zu setzen? Oh, vermutlich ist er genauso wie
ich einfach auch noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.“
Patricia
zuckt mit den Schultern.
Patricia: „Ich weiß nicht, wo mein Vater ist.
Ich habe ihn seit dem Imperial Impact nicht mehr gesehen. Er wird es sich nicht
nehmen lassen, hier vor Ort zu sein, aber wann er sich mit wem trifft, das
bestimmt alleine er.“
Lucifer
ist nicht gerade erfreut darüber, aber es bleibt ihm zunächst nichts, als sich
damit abzufinden. Er winkt ab und schaut fordernd zum Schlächter, ehe er sich
genervt wegdreht.
Patricia
nickt.
Patricia: „Sonst noch etwas? Ich beginne mich
zu langweilen und habe heute noch ein Match zu bestreiten.“
‚Schlächter‘: „Boo-fuckin‘-hoo. Du kannst
gehen, wenn wir mit dir fertig sind, Patricia, und bis dahin zeigst du etwas
mehr Respekt! Lucifer hat seinen Part getan, als er seine Backstagemacht
geopfert hat, um sich uns anzuschließen, er hat sich verdient Fragen stellen zu
dürfen. Jeder von uns muss Opfer bringen, um die Angst über die PCWA zu
bringen. Jeder! Also halt dich mit deinem kindlichen Gezicke zurück, oder…“
Patricia: „Was also? Drohst du mir etwa?“
‚Schlächter‘: „Du hast mich schon verstanden.“
Unmittelbar
huscht ein Lächeln über Patricias Miene. Sie leckt sich über die Lippen und
sieht Barker mit einem Blick an, der nach Gier und Verlangen nahezu schreit.
Patricia: „So gefällst du mir schon besser,
Schlächter. Du weißt, wo meine Kabine ist.“
Provozierend
streicht sie Barker über den Brustkorb und lässt ihre Hand tiefer wandern. Dann
dreht sie sich um und geht in Richtung der Tür. Einen kurzen Blick über die
Schulter werfend, raunt sie Gabriel Lucifer noch etwas zu.
Patricia: „Aber dich fand ich irgendwie
niedlicher, als du noch ein ans Bett gefesselter Krüppel warst.“
Rumms.
Sie wirft die Tür hinter sich ins Schloss. Barker und Lucifer bleiben alleine
zurück.
‚Schlächter‘: „Ein verdammtes Biest… ich finde
sie passt ausgezeichnet in unsere kleine Runde, nicht wahr, Gabriel?“
Der
Mythos nickt, verdreht dabei jedoch gequält die Augen.
‚Schlächter‘: „Wir vier könnten viel
erreichen, könnten Dinge weit über die eigentlichen Titel aus erreichen. Wir
könnten die PCWA verändern und für immer in die Annalen unseres Sportes
eingehen…“
Gabriel Lucifer: „Das werden wir, denn endlich
ist die PCWA wieder im Gleichgewicht. Nicht nur die vielen kleinen Helden, die
immer wieder kommen und gehen, sondern durch die einzig nötige Konstante: Den
ultimativen Antagonisten!“
Nachdenklich
blickt er den Schlächter an.
Gabriel Lucifer: „All die Helden dieser Welt
werden kommen und gehen, doch die einzig wahre Konstante, der ultimative
Antagonist wird bleiben! Ich habe der Welt versprochen, dass es etwas
Schlimmeres gibt, als den Schlächter und das ist der Schlächter mit einem alles
für ihn opfernden Gabriel Lucifer! Und ich werde für dich alles opfern, denn Du
bist jetzt die PCWA und damit mein Lebenselixier!“
Die
beiden wirken wie Raubtiere kurz vor dem gemeinsamen Angriff.
‚Schlächter‘: „Der Alptraum hat begonnen!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Der
leitende Sicherheitsbeauftragte der PCWA wirkt abwesend. Man kann ihm die
vergangenen Wochen ansehen, denn die tragischen Ereignisse des „Imperial Impact
2011“ haben ihre Spuren hinterlassen. Er ist blass und die tiefen, dunklen
Augenringe entstellen sein sonst so unschuldiges Gesicht.
„Die
Erzählung um Tom Nowak verfolgt ihn…“
Blake Milton: „Ich spreche im Namen des
gesamten Sicherheitspersonals, wenn ich sage, dass mit dem Tod des ‚Boxer‘ Tom
Nowak, die Wrestlingwelt einen fantastischen Charakter und einen großartigen
Menschen verliert. Wir bedauern diesen Verlust zutiefst und fühlen mit der
Familie, den Freunden und Kollegen, denen unsere tiefe Anteilnahme gilt. Tom
Nowak war… eine Bereicherung für die PCWA… und es…“
Er
stockt, senkt den Kopf und bricht einfach ab.
„…denn
es tut ihm so unendlich leid, dass es kein Happyend gab.“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
– In Gedenken an Einen
von Uns –

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– The Show must go on –
http://www.youtube.com/watch?v=Rqh8Jqu8tIk
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VENDETTA 82
LIVE aus dem Phoenix Center in BERLIN!
DON’T miss!
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K&G/PCWA ––––––––––––
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KILL EACH OTHER / LIVE FOREVER
VENDETTA THEME by Scars on Broadway.
Strg+Click for YOUTUBE!

owned by

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I am the one that's calling inside of your brain
I am the one that makes you feel all the shame
Never mind my name
We don't wanna believe
That the world can still move on
We don't wanna believe
That the sun can still shine on
If we gonna kill each other, how we gonna live
forever?
If we gonna live forever, how we gonna kill each
other?
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LIVE
Aus dem PCWA THEATER, Phoenix
Center!
BERLIN, Deutschland.
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Cause the GCWF will never die!
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Stille.
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proudly presents

VENDETTA 82
- PCWA’ s
Bloody Christmas -
Today with:
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Special

Proudly Presents
REISE NACH JERUSALEM
III
(Nach zwei Siegen von
Elroy Schmidtke fordern die Begründer dieser besonderen
Disziplin den amtierenden King of Jerusalem sowie alle anderen heißen Typen der
PCWA zum härtesten Stuhltanz aller Zeiten heraus – Es kann nur einen geben,
oder zwei, nämlich, wenn Brutus Boyle und Timothy Toyle gemeinsam die Krone
dahin zurückholen, wo sie hingehört – The Pink
Revolution Begins)
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with |
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(Offizielles Statement der PCWA
Mehrheitseigner – Kerry & Gaelic: Dieses Segment wurde vom Principal der PCWA
noch vor seinem schändlichen Verhalten im Main Event des vergangenen Imperial
Impact gebucht. Die Firma hat Gabriel Lucifer als Konsequenz seines Verrates
jegliche bisherigen Kompetenzen weggenommen und auf Person B übertragen. Person
B hat entschieden, dass dieses Segment nicht stattfinden wird. Gabriel Lucifer
ist zwar noch der Principal, da er diesen Posten auf Lebenszeit besetzt,
allerdings hat er keinerlei Befugnisse mehr ins operative Geschäft
einzugreifen!)
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Main Event
– Suche nach dem
Unbekannten –
Number One Contender for the Undisputed
Gerasy Title
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Battle Royal |
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(1) |
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(2) |
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(3) |
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(1)
Number One Contender (PCWA Cryption
Crown) (2)
PCWA Cryption Crown Holder (3)
PCWA Tribune Champion |
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Gastkommentator: |
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Undisputed Gerasy Champion |
(Alle Teilnehmer
starten zeitgleich im Ring. Wenn ein Wrestler über das dritte Seil aus dem Ring
befördert wird und mit beiden Beinen den Boden berührt, ist er eliminiert.
Jeder, der ausscheidet, bekommt eine Nummer (bei 3 angefangen) zugewiesen. Der
Letzte, der übrig bleibt, gewinnt den Kampf – Alle Ringrichter der PCWA werden
das Geschehen überwachen.)
.
.
.

Aus den Nummern, welche die Wrestler bei ihrem
Ausscheiden zur Battle Royal erhalten, werden die Vorrundenkämpfe des Quest for
the Best 2011 ermittelt. Mad Dog und John Smith dürfen oder können nicht an der
Battle Royal teilnehmen und bekamen daher die Nummer 1 und 2 zugewiesen.
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Vendetta 83 |
Vendetta 84 |
PCWA Core |
|
VF1: Mad Dog vs. 5
vs. 9 VF2: John Smith vs.
6 vs. 10 |
VF3: 3 vs. 7 vs. 11 VF4: 4 vs. 8 vs. 12 |
HF1: Sieger VF1 vs. Sieger VF2 HF2: Sieger VF3 vs. Sieger VF4 Finale: Sieger HF1 vs. Sieger HF2 |
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Außerdem
angekündigt: |
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… und viele mehr! |
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–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
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Mike Garland: „Frohe Weihnachten liebe PCWA
Fans! Schön, dass wir das heilige Fest der Liebe mit euch ausklingen lassen
dürfen!“
Vincent Craven: „Allzu viel Liebe haben wir
allerdings nicht in Geschenkpapier eingewickelt. Wir suchen nämlich einen
Herausforderer für den neuen Undisputed Gerasy Champion!“
Mike Garland: „Oh ja, schändlich, was da
abgelaufen ist. Zu Recht haben sich alle aufgeregt. Wer die Foren mal
durchforstet hat, wird erlebt haben, wie sehr Barkers Titelgewinn auf Missgunst
der Fans gestoßen ist!“
Vincent Craven: „Wobei es weniger der Gewinn
an sich war, sondern wie dieser zustande gekommen ist. Ausgerechnet Gabriel
Lucifer, das erste Opfer des Schlächters, hat diesem zum großen Triumph
verholfen…“
Mike Garland: „…Nicht nur er. Auch Patricia
Selladore und Alistair Brunswick…“
Vincent Craven: „…Ja, Brunswick, der neue
PCWA Tribune Champion! Unfassbar. Auch diesem Mann hat Gabriel beim Impact
einen Titel zugeschanzt…“
Mike Garland: „…Aber er hat auch teuer dafür
bezahlt! Die Firma hat ihm jegliche Kompetenzen entzogen und damit ist sein
Principalposten nur noch auf dem Papier existent!“
Vincent
Craven: „Ja, Same Old Shit! Das
hatten wir alles schon zig Mal. Gabriel werden wir nie los. Naja, wen wir aber
wohl los sind, ist die Exekutive Gewalt – BLAZE!“
Mike Garland: „Oh, stimmt. Er hat durch die
Niederlage seinen Vertrag verloren. Dabei wäre er doch mit seiner Inflection
Scale der einzige, der in der Lage wäre, diese angsteinflößende Combo rund um
den Schlächter in Schach zu halten…jetzt könnte es bald ‚Au revoir‘ PCWA
heißen…“
Vincent Craven: „…So schnell schießen die
Preußen nicht, mein Lieber. Normalerweise bist du es, der die Firma hier
hochhält, aber ich denke diese Person B, egal von wem sie auch gerade
ausgefüllt wird, sollte man nicht abschreiben. Kerry & Gaelic hat zumindest
bewiesen, dass sie ein Gespür für Talente haben…“
Mike Garland: „…Großartige Talente wie die
Next Century Gods oder was?“
Vincent Craven: „Male mal den Teufel nicht an
die Wand…“
Mike Garland: „…Rage würde ich nicht als
Talent sehen, sondern eher als…ja…er ist das Schild…auf ihn können wir hoffen…“
Vincent Craven: „…Sicher, aber ich denke ein
Blake Milton, Pavus Maximus, Caleb Yuma oder aber, und hier kommen wir zum
vielleicht derzeit größten Gesprächsthema in der Wrestling Welt aktuell, CHRIS
MCFLY – Cryption Crown Träger der PCWA!“
Mike Garland: „McFly? Überall liest man
dessen Namen, das ist richtig. Aber ich mache mir eher Sorgen um den Titel. Ich
meine, wenn jemand aus dem Indy-Bereich beim Marktführer einen Titel entführen
kann, dann ist das kein gutes Indiz für all die von dir gefeierten Talente!
Denke immer daran – McFly ist keiner von uns! So wie es ein Tom Nowak war! Ach
ja, Tom Nowak…wie tragisch…“
Vincent Craven: „…sehr tragisch! Vielleicht
sollten wir sowas wie eine Schweigeminute einlegen…“
Mike Garland: „…War sowas nicht ohnehin
geplant?“
Vincent Craven: „Hatte ich auch gehört, aber
da müsste ja mal einer der offiziellen zu aufrufen.“
Mike Garland: „Oder wir machen es!“
Vincent Craven: „Gute Idee. Komm wir stellen
uns aufs Pult. Hol du dir mal ein Mikrofon von Jane…“
Mike Garland: „…Au ja, das mache
ich…Hey, Jane…wirf uns doch mal ein…“
(…Ahhh Ahhh Ahhh
Ahhh Ahhh Ahhh
Ahhh Ahhh Ahhh…)
WE DON’T KNOW YOU…!
………
……
…
http://www.youtube.com/watch?v=Vm1Fj8n6kWw
- KNIGHTS OF CYDONIA -
[Live at Abbey Road Version]
by MUSE
…
…….
………


…presented by…
.
..
…
E-K-O
E-K-O
E-K-O
productions
…
..
.
Mit
ungewohnt ernster Miene humpelt Elroy Schmidtke zum Ring und stoppt seine
ansonsten episch lange Einzugsmusik bereits nach einer Minute. Die Fans haben
längst ihre üblichen Schmähgesänge angestimmt, die das Aushängeschild
allerdings wenig zu interessieren scheinen. Er lässt sich umgehend ein Mikrofon
zuwerfen, oder besser gesagt, fordert er Kommentator Mike Garland auf, ihm
seines zu geben.
Vincent Craven: „Unfassbar, keinerlei Pietät
hat diese Nervensäge! Das schlägt hier dem Fass den Boden aus!“
Mike Garland: „Wie kann er es wagen, hier zu
einer seiner dämlichen Promos rauszukommen, wenn wir gerade eine Schweigeminute
organisieren wollen?“
Vincent Craven: „HA? Du brauchst uns gar
nicht so mit deinen grüngiftigen Augen anstarren, Herr Schmidtke…“
Mike Garland: „…Und wenn du das
Mikro willst, dann hole es dir doch selbst!“
Genervt
weist Elroy eine der Sicherheitskräfte an dem guten Mike das Mikrofon
wegzunehmen. Als diese sich jedoch weigert, steigt Elroy wütend aus dem Ring,
schreit den Sicherheitsmann zusammen, der sich vor ihm respektlos auftürmt und…
Vincent
Craven: „…EVIL-KNOCK-OUT! E-K-O
gegen einen Sicherheitsmann – das ist ein No Go! Schäme dich Elroy, schäme
dich!“
Mike Garland: „Oh…er kommt zu
uns…“
Ungeduldig
steht Schmidtke vorm Pult und deutet mit der rechten Hand an, dass Mike Garland
ihm das Mikrofon reichen soll, sonst passiert das gleiche mit ihm wie mit der
Sicherheitskraft. Irritiert schaut der Kommentator zu seinem Kollegen und in
diesem Moment reißt Schmidtke ihm den Sprechverstärker aus der Hand und geht
zurück in den Ring!
Vincent Craven: „…Dem hast du es aber
gezeigt, Mike…“
Mike Garland: „…Ich denke auch…“
Im
Seilgeviert hat Elroy, der heute einen der Standard Firmenanzüge trägt und
darin richtig schick aussieht, sich in die Ringecke gelehnt und sein vom
Goddlock lädiertes Bein auf das zweite Seil gelegt.
Elroy: „Liebes PCWA Publikum. Ich bin hier,
um im Namen der Firma eine Schweigeminute für den verstorbenen Tom Nowak
abzuhalten. Also los, schweigen wir alle!“
Der
Protagonist senkt seinen Kopf und ausnahmsweise hören mal alle auf ihn,
wenngleich dies allein aus Ehren zum Boxer geschieht. Es sind kaum zehn
Sekunden vergangen und der Saal gerade mal zwei Sekunden vollkommen ruhig
gewesen als Elroy bereits das Mikrofon wieder zum Mund nimmt.
Elroy: „Oh, es ist ein Weihnachtswunder!
Alle hören auf das Aushängeschild der Firma, auf mich! Toll, großartig! So
machen wir das nun immer!“
Ein
fieses Grinsen macht sich auf den Lippen des Man of Men breit. Die Masse buht
ihn gnadenlos aus und startet laute <<Boxer>> Chants, die Elroy wie
ein Dirigent mit den Händen verhöhnend begleitet.
Vincent Craven: „…Das ist doch unglaublich!
Diesem Typen müsste man…“
Mike Garland: „…Lass es, Vincent,
es ist Weihnachten!“
Nach
einer Weile hat Elroy das Interesse an den Fans verloren und beginnt
stattdessen mit dem was er am liebsten tut und das auch noch am liebsten sehr
lang.
Elroy: „Ich kann verstehen, dass ihr das
gerade als ziemlich würdelos und ekelhaft empfunden haben müsst. Jetzt seht ihr
mal, wie es sich anfühlt, wenn jemand, der einem wichtig ist, nicht mit dem
gebührenden Respekt behandelt wird. Ja, so ergeht es mir hier seit neun langen
Jahren! Allein ICH bin MIR selbst wichtig und außer der Firma und mir selbst
respektiert mich hier keine Sau!“
Szenenapplaus
der Zuschauer. Auch die Kommentatoren und das ganze herumstehende Personal
klatscht frenetisch Beifall. Schmidtke breitet die Arme aus und verneigt sich.
Elroy: „Ah, da habe ich ins Schwarze
getroffen. Und liebe Leute, ich mache euch keinen Vorwurf. Ich habe diese
Missachtung meiner Leistungen verdient, denn ich war all die neun Jahre ein
absolutes Weichei oder ein absolutes Arschloch. Es gab entweder keinen Grund
mich zu respektieren oder es gab keinen Grund mich zu mögen. Eure Reaktion ist
daher nachvollziehbar. Allerdings gab es einen Moment – ja, es gab eine kurze
Zeit, in der fiel beides zusammen – Ihr habt mich respektiert und ihr habt mich
gemocht! Es waren die letzten Züge meiner Gerasy Regentschaft, es war die Zeit,
in der Díego Alejandro Sanchéz und die Firma mich zu Freiwild erklärt hatten
und ich plötzlich euer Held war, euer Elroy, PCWA’s Own, ohne Chance gegen
Kerry & Gaelic zu bestehen und dennoch habe ich einen Ausweg gefunden…Ich wurde
einfach Teil der Firma und bin es bis heute!“
Buhrufe!
Diese werden abgelöst durch <<Díego Chants>>, die Elroy emotionslos
über sich ergehen lässt.
Elroy: „Ich weiß, dass viele mir vorwerfen,
es wäre Feigheit gewesen. Dabei war es einfach nur rational. Seien wir ehrlich,
es war nicht meine Rationalität, sondern die von Noah. Bei mir kam die
Erkenntnis über den Sinn meines Daseins in der Firma erst beim Imperial Impact,
genauer gesagt, erkannte ich meine Bestimmung in jenem Augenblick als Gabriel
Lucifer mit Alistair Brunswick heraustrat, um sich den Lohn zu sichern, den ich
in dreißig Minuten vorgearbeitet hatte. Ich hielt über zwei Minuten im Goddlock
aus und am Ende lag ich angeschlagen in der Ecke und musste zusehen wie ein
Rookie mir die Chance versaut hat, den Grand Slam nach Hause zu holen!“
Grimmig
starrt Elroy zu Boden und massiert dann sein angeschlagenes Bein!
Elroy: „Ob ihr es wahrhaben wollt oder
nicht, aber der Opener des Imperial Impact war der Showstealer der
Veranstaltung. Und das ist es, was mich auszeichnet. Jeder von euch wusste
doch, dass James Godd längst mit den Gedanken aus der PCWA verschwunden war.
Die Firma hatte ihn im Visier. Keine Airtime, keine PR-Auftritte, keine tollen
Videos, die ihn pushen. Das Match um den Tribune Belt interessierte keine Sau
mehr – bis das Match begann. Ich trug es allein auf meinen Schultern, bereits
zuvor war ich es, der es überhaupt im Gespräch hielt. Und dann klopfte ich
nicht ab, obwohl ich wusste, dass mein Bein irreparabel geschädigt wird. Na und?
Mein Rücken ist auch kaputt, seit dieser irre Rage mich vor ein paar Jahren
durch einen doppelten Tisch voller Reißzwecken geworfen hat. Mich hielt das
aber nicht auf. Ich stehe nämlich immer wieder auf, um nicht Hundert, sondern
Hundertzehn Prozent für diese Liga zu geben, für Euch, für den Pöbel, für
MICH!“
Es
bleibt ruhig, die Fans hören Elroy tatsächlich zu. Er scheint sie zu erreichen.
Elroy: „Auch wenn ich es seit meinem Bündnis
mit Medouni nicht länger wahr haben wollte, so muss ich mir eingestehen, dass
ich einer von euch bin, dass ich immer einer von euch war. Ich meine, schaut
mich an. Wenn ihr mir begegnet, wer würde mich für einen Wrestler halten? Nicht
mal dieser Sicherheitstyp da…“
Er
deutet auf den sich gerade aufrichtenden Mann, dem er vorhin seinen
patentierten E-K-O verpasste.
Elroy: „…Nicht mal dieser unterbezahlte
Penner hat Respekt vor mir! Hey, sorry, Großer. Nimm es nicht persönlich. Wenn
du es doch tust, dann wärst du nicht besser als all die Typen, denen ich
bereits einen E-K-O verpasst habe und das sind so ziemlich alle, die hier
rumlaufen. Und warum? Ganz einfach: Weil Elroy Schmidtke keine ANGST kennt,
Elroy Schmidtke ist auch kein RÄCHER und er treibt, bis auf die Ausnahme,
welche die Regel bestätigt, nicht in irgendwelchen sozialen Netzwerken rum, um
Aufmerksamkeit zu erregen. Elroy Schmidkte hat die Aufmerksamkeit, sobald er
irgendwo auftaucht. Die Leute kichern, die Leute lästern, die Leute weichen zum
Teil aus, eben, weil sie wissen, dass jederzeit ein E-K-O lauern könnte. Oder
ein ellenlanger Monolog, wie dieser hier – jeder hat einen anderen Grund, Elroy
Schmidtke nicht zu mögen…ABER: Verdammt noch mal – jeder von Euch müsste
mindestens einen Grund haben mich zumindest zu respektieren – Aber ihr seid
vergesslich, ihr denkt nur an die Gegenwart und selbst dort seht ihr nie das
wirklich wichtige! Dabei müsst ihr erkennen, um zu verstehen!“
Ein
Schnipsen lässt ein Video einspielen. Dort sieht man wie er durch Aufgabe beim
Brawlin’Rumble seinen Undisputed Gerasy Title gegen Valkos Heritage verloren
hat. Darauf folgen die Titelverteidigungen von Heritage, ohne jegliche
Beteiligung von Elroy Schmidkte.
Elroy: „ Na, fällt euch was auf. JA, ihr
habt mich nirgends gesehen. Das liegt daran, dass ich bis heute kein Re-Match
bekommen habe. So geht die PCWA mit ihren höchsten Champions um. Azrael Rage
oder John Smith, selbst Gabriel Lucifer erging es genauso. Niemals wieder
standen sie in einem Kampf um das wichtigste Gold der PCWA! Und auch Valkos
sieht dieser Zukunft entgegen. Um hier offen zu sprechen. Ich bot der Firma an,
dass es Zeit werde, jetzt, da mit Valkos, Blaze und Mad Dog, die drei Top
Contender durch diese verrückte Wahloption beim Imperial Impact gesperrt sind, dass
wir Ex-Champions endlich unser Re-Match erhalten. Naja, wie es im Kapitalismus
so ist, zählt der Erfolg von gestern nichts. Wir müssen wie alle anderen in
eine Battle Royal mit Leuten, die noch nichts geleistet haben. Yuma, Selladore,
Pavus, Milton, Brunswick, Vinzenz oder McFly bekommen geschenkt, wofür wir viel
Blut und Schweiß vergießen mussten. Aber gut, soll es so sein. Kämpfen wir!“
Angriffslustig
lässt er das Mikrofon zu Boden fallen, nur um es, kurz bevor er den Ring
verlässt nochmal aufzuheben.
Elroy: „Ich weiß, dass ich euch mit meinen
Worten nicht mehr viel mitteilen kann, denn viele von euch hören gar nicht mehr
zu. Das ist ok. Das ist nicht eure Schuld. Ich habe es all die Jahre einfach
überstrapaziert. Aber ich werde nicht aufgeben, denn ich glaube an Kerry &
Gaelic. Sie sind gut für die PCWA. Wie können sie auch schlecht sein, wenn man
sieht wie hier bisher mit Verdiensten umgegangen wurde. Aber es ist nicht die
Zeit der Vorwürfe an andere. Zuerst müssen wir an uns selbst arbeiten. Die
Firma steht für Veränderung, also werde ich mich verändern. Ab heute bin ich
das Aushängeschild von Kerry & Gaelic – TNE! Keine Nicknames mehr, keine
Witze, keine langen Monologe, keine Ausreden! Einfach nur Elroy Schmidtke! Und
um euch zu beweisen, dass ich ernst meine, stelle ich mir selbst ein Ultimatum:
Die glücklichste Zeit in meinem Leben war, wie ich vorhin sagte, die Zeit, in
der ihr mich respektiert und gemocht habt. Im kommenden halben Jahr gibt es für
drei Chancen diese Zeit wieder aufleben zu lassen. Drei Chancen, um EINE Chance
auf MEINEN Undisputed Gerasy Title zu bekommen. Da hätten wir heute die Battle
Royal. Danach folgt der Quest 4 the Best und am Ende steht die Crossover Battle
Royal des Brawlin’Rumble! Ich weiß wie man solche Chancen nutzt. Sollte ich
jedoch keine dieser Chancen nutzen können, dann war es das für mich in der PCWA
– dann bin ich weg!“
Sprach
Elroy Schmidkte und lässt das Mikro auf den Boden fallen. Die Zuschauer
reagieren gemischt. Einige jubeln, einige sind eher verwirrt. Viele strecken
ihrem Star die Hände entgegen und mit einigen klatscht er sogar ab. Das tat er
sonst nie. Ein Anfang. Vielleicht der Anfang vom Ende von Elroy Schmidkte.
Vincent Craven: „Hab ich gerade richtig
gehört? Elroy verlässt die PCWA, wenn er bis zum Brawlin’Rumble kein Titelmatch
um den Gerasy erkämpfen konnte?“
Mike Garland: „Naja, die Crossover Battle
Royal zählt er anscheinend mit! Drei Chancen noch…oha…“
Vincent Craven: „…So habe ich ihn selten
gesehen…“
Mike Garland: „…Abwarten wie
lange diese Ernsthaftigkeit vorhält. Bisher hat er uns noch jedes Mal verarscht
und enttäuscht!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Laut
dröhnt es über den Flur. „Ich bin die Sehnsucht in dir“ von den Toten Hosen. Die
Tür ist verschlossen. Die Tür, welche die Letter ‚Mad Dog‘ trägt. Die Tür, die
zur Kabine des Main Eventers führt. Zum Gescheiterten führt. Zum erneuten…
Verlierer… führt.
Wir kennen uns ein Leben lang,
ich hab dich schon als Kind umarmt.
Ich hab mit dir die Jahre gezählt,
mit deinen Träumen habe ich gespielt...
Cut – der Night Fighter sitzt in seinem Sessel. Wird von hinten
gefilmt. Die Maske ausgezogen, die Maske vor ihm. Sie starrt ihn an, sie sieht
ihn an. Schwarz und weiß. Hell und Dunkel. Doch nichts liegt dahinter. MD
betrachtet sie. Sieht das, was sonst nur seine Gegner sehen… oder besser sahen!?
Aufgebahrt auf einem extra dafür vorgesehenen Hocker. In eine
Schaumstoffvorrichtung gesteckt. Das nackte Gesicht des verrückten Hundes.
Viele Zuschauer würden es gerne sehen, doch nur das Hinterhaupt des Night
Fighters ist zu erkennen. Und zeitgleich die grässliche, die hässliche. Die
Maske. Angepasst für ihn. Für sein Gesicht gemacht.
Die Zuschauer sehen, was sie immer sehen. Jeher… die wilde
Haarpracht und sein Verschleierungsinstrument Numero Uno. Nur ungefüllt. Ohne
die entschlossenen, teils verrückt umher tanzenden Augen. Ohne die Augenbrauen,
die hervorzücken könnten. Nur sie… die grässlich hässliche. Die dunkle, die
helle. Die Unbekannte.
Ich hab dir deine Wege gesucht,
ich bin dein Glück und ich bin dein Fluch,
hab dir fast den Verstand geraubt,
du hast trotzdem an mich geglaubt.
Plötzlich
klopft es an der Türe. Der Rekorder wird gestoppt und damit das Lied, welches
die Maske mit Campinos Stimme allein für ihn zu singen schien. Helligkeit
dringt in den Raum, als die Türe kurz darauf geöffnet wird. Sogleich ist ein
Klicken zu hören. MD schmeißt eine Taschenlampe an, gibt dem Eindringling nicht
die Chance ihn zu sehen.
Mad Dog: „Was willst du?“
Der
plötzliche Lichtstrahl blendet ihn. Mad Dog will nicht gesehen werden und Blaze
respektiert es.
Blaze: „Das Match ist nicht gelaufen, wie es
sollte, der ganze PPV nicht. Ich nehme die Schuld auf mich. Entschuldige…“
Mad Dog: „Und dein Nichterscheinen, huh!?“
Man
merkt den noch immer gekränkten Unterton in MDs Stimme. Der Rächer ist zum
Treffen mit der Inflection Scale, welches zu Beginn des PPVs angesetzt war,
nicht erschienen.
Blaze:“Ich wollte klären, was noch zu klären
war. Nichts sollte unvorbereitet sein für den Fall… meiner Niederlage. Alles
sollte geplant sein. Doch so töricht das war, hast du mich erst recht
enttäuscht. Warum wollte ich denn dich als meinen Partner? Gerade von dir hätte
ich erwartet, dass du auf dich selbst aufpassen kannst.“
MD
steht auf und dreht sich von Blaze weg. Dreht ihm den Rücken zu. Doch auch die
Kamera kann sein Gesicht erneut nicht einfangen.
Mad Dog: „Blaze, ich wusste sehr wohl, was
zu tun ist. Mir war von Beginn an klar, wo die Reise hingehen sollte – ich weiß
nicht, ob dir das so klar war, wie mir, oder? Sei’s drum… Es ging darum,
Barkers Titelgewinn zu verhindern, das zu verhindern, dem wir uns nun
ausgesetzt sehen. Vielleicht hätten wir uns zu zweit gegen die Next Century
Gods und Gabriel Lucifer stellen können, ihnen Paroli bieten können – sie davon
abhalten können, Barker zu diesem geschenkten Sieg…“
Kurz
muss MD an die Worte denken, die er dem Schlächter vor dem Main Event gesagt
hatte und seine Stimme stockt. Hatte er ihn nicht vor solch einem Matchausgang
gewarnt!? War es nicht das, was MD geahnt hatte und was er zu diesem Zeitpunkt
unbedingt verhindern wollte. Barker schien noch einfältiger zu sein, als er
dachte. Das ihm solch ein Sieg etwas bedeuten konnte…
Mad Dog: „JÄMMERLICH! Ein jämmerlicher Sieg!
ACH WAS… EIN SIEG? HUH!? Blaze, was war das beim Impact? HUH!? GESCHENKT! JA!
…IST DENN HEUT SCHON WEIHNACHTEN??? Er hat es nicht… NICHT SELBST ERKÄMPFT!
KEIN WAHRER TRIUMPH! LÄCHERLICH… EIN LÄCHERLICHER CHAMPION!“
Ein
Kopfschütteln beim Kämpfer der Nacht.
Blaze: „Barker hier, Barker dort, ich kann
den Namen nicht mehr hören. Es ging darum, dass der richtige im Ring gewinnt.
Es war immer klar, dass das nicht Barker sein würde. Und doch hat er gewonnen.
Doch dieser Sieg ist nur ein Sieg auf dem Papier, ewig kann er dem
Unausweichlichen nicht ausweichen. Wir waren, nein, wir sind auf dem richtigen
Weg, vielleicht war es nur nicht die richtige Zeit.“
Der
Kopf des ehemaligen cWc Champions sinkt nach unten.
Mad Dog: „Ja… vielleicht… vielleicht hast du
recht. Wir werden es nicht mehr herausfinden können, oder?“
Ein
resignierendes Ausatmen, so wie es sonst nur hinter der Maske hervorkommt.
Mad Dog: „Und nun!? Ich meine… was steht nun
an? Du bist kein Teil der PCWA mehr, huh!? Hast alles auf eine Karte gesetzt,
alles für den Titel, alles für den Gerasy in die Schlacht getragen. Respekt,
mein Freund! Aber wo geht dein Weg nun hin? Kuba?“
Trotz
im Antlitz des Kubaners, dann ein frustrierter Blick zur Seite.
Blaze: „Ganz ehrlich – ich weiß es noch
nicht. Eigentlich geht es mir ganz gut, ich habe verloren, ich habe es zu
Recht. Du kannst nicht alles gleichzeitig tun, kannst nicht alles planen, nicht
alles gestalten wollen, zumindest ich kann es nicht. Das habe ich vergessen.
Die Frage ist, bin ich stärker, wenn ich das tue, was ich nicht kann, aber nun
mal alle starken tun oder bin ich der Stärkste, wenn ich das sein lasse und
dafür meine Stärken ausspiele … selbst wenn sie in diesem Spiel Schwächen sind?
Lasse ich die Maske fallen oder trage ich sie weiter? Das ist keine
Entscheidung für oder gegen die PCWA, es ist eine Entscheidung für mein Leben.
Egal wohin es mich treibt, auch dort wird es meine Zukunft bestimmen.“
Ein
Blick auf die echte Maske, die dort vor Mad Dog liegt.
„Was wirst du tun?“
Kurz
lacht MD bei dieser Frage auf. Aber sogleich verstummt er wieder. So als
mischten sich Freude und Trauer zugleich.
Mad Dog: „Ich weiß es nicht, Blaze. Soll ich
noch die unbekannte Konstante spielen, die ich bis dato spielte? Ist nicht
vielmehr Zeit für etwas Neues… Wenn der eine Weg scheitert, ist es nicht an der
Zeit einen neuen Weg zu beschreiten, etwas Neues zu starten? Ich war lange der
Night Fighter. Ich war lange Mad Dog… Ich habe viele Wege ausprobiert. War gut,
war böse. War Schlächter, war Rächer. War Spielfigur und Spieler. Vielleicht
ist die Urprämisse falsch, huh!? Vielleicht ist kein Platz… in diesem Geschäft…
für einen Night Fighter! Vielleicht kann ein Mad Dog hier seine Erfüllung nicht
finden…“
Nachdenklich
legt MD den Kopf in den Nacken.
Mad Dog:
„Quest for the Best, Finger, Legs and Skull, Brawlin Rumble, Tribune und
schließlich der Main Event beim Impact. Blaze, immer stand ich im Finale. War die große Konstante des
letzten Geschäftsjahres. Immer am Ende der Card. Immer im Finale. Egal, wer
teilnahm. Kein Weg ging an mir vorbei… doch scheinbar auch kein Weg an meinen
Niederlagen.“
Und sogleich
sackt der Kopf wieder nach unten. Ein Schluchzen.
Blaze: „Ich kenne mich mit dem Frust der
Niederlage aus. Das Gute ist, er vergeht und scheinbar, scheinbar bin ich
langsam abgehärtet. Jedem Ab folgt ein Auf, jedem Hoch ein Tief, doch langsam,
ganz langsam, da spür ich die Fahrt kaum noch. Sie ist zur Gewohnheit geworden.
Mad Dog … Freund, wenn du kein anderes Ziel einschlagen willst, dann fahr
weiter, verdammt! So du es denn willst. Deine Zeit wird kommen. Wenn ich
gescheitert bin, bin ich jedenfalls nie daran gescheitert, weil ich auf die
falschen Männer gesetzt habe. Barker geht die Abkürzung, du gehst den langen
Weg, doch irgendwann holst du ihn ein, schickst ihn in die Leitplanke und rast
davon… Für mich ist das jedoch wohl erstmals kein Thema mehr.“
Der
letzte Satz gilt ihm selbst, er flüstert ihn nur. Ein heftiges Nicken beim
Kämpfer der Nacht.
Mad Dog: „Ich weiß… ich weiß, Blaze. In
diesem System der Konstanten einfach die Säulen wegzuziehen, macht womöglich
wenig Sinn – aber du weißt genau wie ich, dass schnell und geschwind neue Namen
nachkommen. Neue Gesichter zu Konstanten werden wollen. Ihre Verwirklichung
suchen. Wahrscheinlich sind sie schon da und freuen sich sogar, wenn wir beide
ihnen endlich Platz machen, huh!?“
So ganz
scheint sich MD seinem ironischen Unterton folgend mit dem Gedanken noch nicht
abgefunden zu haben.
Mad Dog: „Aber… Blaze, keine Konstante,
keine wird je mehr die unbekannte Konstante sein. Keiner dieser Grünschnäbel
versteht auch nur im Ansatz, was das bedeutet! Ich bin die einzige unbekannte
Konstante und wenn ich gehe… wenn ich wirklich etwas Neues suche, werde ich für
immer die einzige bleiben.“
MD
greift sich ins Gesicht. Fährt mit Daumen und Zeigefinger über die Augenlieder,
über seine Nase, die Wangenknochen, die frisch rasierten Wangen und schließlich
über seinen Mund.
Mad Dog: „Und keine… keine… Konstante,
Blaze, keine Konstante wird je mehr ein Rächer sein! Ein Rächer, wie du es
warst und immer noch… sein könntest, José!“
Sein
echter Name, José… Nachdenklich streicht er sich durch die Haare.
Blaze: „Wann endet etwas schon, was fängt es
an? Wie zeigt sich der Anfang vom Ende? Ich wollte diesen Punkt einfach selbst
wählen. Es sollte meine Entscheidung sein, wann und wie ich gehe. Nur deswegen
habe ich diesen Entschluss vor dem Main Event gefasst. Ich wollte im Guten
gehen, mit mir im Reinen gehen.
Kurz
erwischt sich MD dabei, sich umdrehen zu wollen, doch schnell dreht er sich
wieder von Blaze weg.
Mad Dog: „Und du glaubst, jetzt ist es…
gut?“
Zögerlich
setzt Blaze zum Sprechen an, hält dann noch einmal inne, sucht die guten Worte.
Blaze: „Für mich war es gut in diesem
Moment. Für die PCWA? Wer weiß… und wer weiß schon, was gut in der Zukunft ist?
Jeder Anfang kann schlecht sein, jedes Ende gut, aber wie wir diese Momente
wirklich einmal deuten werden, das steht in den Sternen.“
Ein
letztes Mal nickt er dem Night Fighter – seinem letzten Verbündeten hier – zu.
Mad Dog:
„Mach’s gut, Blaze.”
Blaze: „Auf ein gutes Neues in der Zukunft,
mein Freund… was auch immer das sein wird.“
Jetzt ist der Rächer, der sich vom Night Fighter wegdreht und nachdenklich in den Gang tritt. In etwa einer Stunde tritt er ein letztes Mal vor die Fans. Und hat keine Ahnung, was er ihnen sagen soll.
Ich bin die Sehnsucht in dir.
Ich bin die Sehnsucht in dir.
Ich bin die Sehnsucht.
Vincent Craven: „Irgendwie sind alle auf
Abschied getrimmt heute!“
Mike Garland: „Naja, Blaze kommt ja nicht
drum rum. Immerhin war dies die Klausel, die mit Person B abgesprochen war!“
Vincent Craven: „Vielleicht gibt es ja einen
Ausweg. In der PCWA ist doch alles möglich!“
Mike Garland: „Ja, sogar eine
Show, die lediglich ein Match vorhält, so wie heute!“
Vincent Craven: „Dafür sind aber
fast alle im Roster beteiligt…“
Mike Garland: „…Das stimmt auch
wieder…und wir haben ja noch zwei Spezialsegmente…“
Vincent Craven: „…wobei ja das
Principals Office ausfallen wird, da Gabriel ja keine Kompetenzen mehr hat…“
Mike Garland: „…Ja, aber auf den Mist können
wir auch verzichten – zeigen wir stattdessen lieber die frischen Leute, die
verdienen ohnehin mehr Airtime als die Alten…“
Vincent Craven: „…Wir gehören doch auch zu
den Alten, oder?“
Mike Garland: „Deshalb hören wir jetzt auch
auf zu labern und geben Backstage!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Auf dem Bildschirm erscheint plötzlich ein schwarzes Bild,
welches immer und immer wieder von leichten Lichtpunkten durchzogen wird.
Eine Stimme durchzieht die Stille des paralysierten Publikums.
"Ich
kann dich nicht beleidigen... du warst immer ein Verlierer und euch Verlierer
kann man nicht beleidigen..."
Bilder von einem völlig geknickten Rebel called Hate werden
gezeigt.
"2004"
XPA International Champ
Valerie Raghnall (XPA): "Warum haben sie ihren International
Titel nicht verteidigt?"
"2004
Nr. 2"
XPA Xtreme Champ
Valerie Raghnall (XPA): "Wir hatten schon mal das Problem
mit ihnen, was ist mit ihnen los?"
"2004
Nr. 3"
XPA Cruiserweight Champ
Valerie Raghnall (XPA): "Der dritte Titel, das dritte Mal,
dass sie entweder gar nicht auftauchen oder eine absolut unterirdische
Performance im Ring abgeben, nachdem sie einen Titel gewonnen haben... wie kann
es sein, dass sie zu den besten Workern der ganzen Szene gehören und jedes Mal
ins Bodenlose absacken, sobald sie Erfolg haben?"
"2008"
"Die vergeigte Zwischenprüfung"
Francis Doyle (NWA): "Wir haben so unsere Probleme Herr
Hate, aber ich weiß, dass sie zur Wrestlingelite gehören könnten. Ich gebe
ihnen eine letzte Chance..."
"2009"
"Der Wandel und der Weg zurück..."
Dynamite (GFCW): "Sagen Sie mir einen verdammten Grund warum
ich sie noch einmal einstellen sollte... sie hatten genug Chancen."
"2011"
PCWA Crypton Crown Holder
Person B: "Wir haben ihren Cannabis und Alkoholkonsum
geduldet. Wissen sie eigentlich was in ihrem letzten Bluttest alles gefunden
wurde? MDMA, Amphitamine, Opiate... und das sind nur die Stoffe die mir bekannt
sind, das ist nicht mehr tragbar... packen sie ihre Sachen, sie sind mit
sofortiger Wirkung suspendiert."
"2004
Part 1"
Hate: "Ich weiß nicht was mit mir los war... auf einmal
konnte ich nicht mehr agieren..."
"2004
Part 2"
Hate: "Es wird nicht wieder vorkommen, meine privaten
Probleme...ich muss das abstellen..."
"2004
Part 3"
Hate: "Ich weiß es nicht Frau Raghnall... ich weiß es
wirklich nicht..."
"2008
NWA"
Hate: "Unsere Probleme sind nebensächlich, ich habe meine
alten Schwächen besiegt und denke, eine positive Bereicherung dieser Liga sein
zu können."
"2009
GFCW"
Hate: "Ich verkaufe Merchandising im fünfstelligen Bereich
und gehöre zu den Giantkillern der Szene, das wissen sie, wenn ich das Maximum
meines Leistungsvermögens abrufe besiege ich jeden Hurensohn der bepissten
Wrestlingwelt."
"2011
PCWA"
Hate: "Ich verstehe...fuck..."
Der Bildschirm wird kurz schwarz, erneut wird diese bemitleidenswerte
Kreatur mit dem Namen Rebel called Hate gezeigt, dieses Mal blickt er
melancholisch in die Kamera. Erneut verschwimmt sein Bild mit den Einblendungen
seiner Vergangenheit.
"2001"
Wütend rennt der Trainer von Rebel called Hate auf ihn zu und
schreit ihn an.
Bloody Ray: "WARUM HATE?! WARUM?! Es ist jedes Mal derselbe
Mist mit dir! Du gehörst zu den größten Talenten die ich je gesehen habe, aber
jedes Mal verbaust du dir alles, indem du dein Vorankommen sabotierst... du
sabotierst die Liebe zu den Frauen, die du liebst, du sabotierst dein
Vorankommen im Job indem du dich mit deinen Lehrern und Chefs anlegst... du
sabotierst dein athletisches Talent indem du mich abfickst und dich mit Drogen
zuknallst, obwohl du weißt, dass du dir damit alles kaputt machst! Hör verdammt
nochmal auf damit!"
Hate steht breit grinsend vor seinem Trainer und haucht ihm den
Qualm eines Joints ins Gesicht.
Hate: "Fick dich Ray! Ich bin besser als du! Hör auf dein
Versagen im Pro Wrestling auf mich zu übertragen! Ich bin kein Totalversager,
der zu schlecht war um in die GCW zu kommen... Ich bin über dich
hinausgewachsen und das trotz Drogen, trotz meiner labilen Psyche... Ich denke
mal, du siehst in mir die Chance dein Totalversagen in Sachen Liebe und Sport
zu kompensieren, indem du mich zum nächsten Superstar machst... Doch lass dir
eins gesagt sein: ich bin nicht das Produkt, welches du schaffen willst... Ich
bin nicht dein Kompensat um den Mord an deiner Verlobten rückgängig zu machen.
Ich bin nicht die Person, die deine fast schon verzweifelten Versuche gegen die
Creme de la Creme des Pro Wrestlings anzukommen, kompensieren kann... Du bist
ein Verlierer Ray... und da kannst du noch tausendmal Gabriels Offenbarung vor
mir zitieren... weißt du was? ICH HASSE GOTT... ICH HASSE JESUS... ICH HASSE
GABRIEL... UND GANZ BESONDERS HASSE ICH DICH... DU PENNER!"
Ray wird ruhig und senkt seinen Kopf.
Ray: "Meine Lehren sollten nur ein Leitfaden sein. Niemals
hatte ich im Sinn dich zu bekehren."
Hate: "Hör mir doch auf, du Pisser willst mich zu einer Art
Jesus machen, da spiel ich nicht mit... hörst du?! Und jetzt leck mich
kreuzweiße."
Mit einem Ruck wendet sich Hate von seinem Trainer ab und
schreitet zur Tür der Trainingshalle.
Ray: "Die Entscheidung ob du ein New Age Jesus wirst, liegt
nicht mehr bei dir, Hate. Du begehst einen niemals rückgängig zu machenden
Fehler wenn du jetzt diese Tür hinter dir zuschlägst, glaub mir."
Hate: "Heuchler... sagtest du nicht gerade dass deine Lehre
nur eine Art Leitfaden sein sollte? Und jetzt sagst du, dass mein Weg als New
Age Jesus von vornherein bestimmt ist... Ich werde niemals wieder den Worten
eines Schwanzlutschers... folgen... denn nix anderes bist du... ein
Schwanzlutscher eines sadistischen Tyrannen!"
Mit diesen Worten wirft Hate die Tür hinter sich zu und betritt
eine Pro Wrestling Welt, welche nix als Verluste mit sich bringt.
Ray: "Du warst erst auf der Hälfte deines Weges Hate... du
warst erst auf der Hälfte angekommen..."
"Die degenerierte Version von Jesus war geboren, eine verschobene
Version, welche zum Verlieren verdammt war."
Wieder sieht man Rebel called Hate, er starrt noch immer in die
Kamera. Sein Blick hat die bekannte Wut längst verloren, in seinen Augen liegt
nur noch der Schmerz der Niederlage und die Angst davor, dass dies ein
unendlicher Kreislauf ohne Entkommen ist. Er versucht seine müden Knochen nach
vorne zu bewegen, Schmerz ziert sein Gesicht, als er nach zwei Schritten fast
zusammenbricht. Doch sein Ziel ist der Weg... gebückt schnauft er durch und
erhebt erneut sein Haupt.
Hate: "Der einzige Gegner war immer ich... meine Nemesis war
niemals die Liebe, meine Nemesis war niemals das Leben, meine Nemesis war immer
mein Spiegelbild... ich selbst bin für all meinen Schmerz verantwortlich...
nicht die Dummheit der Menschen, nicht der Sadismus von Gott, nicht der Hass
und der Neid auf mein Talent. Ich bin mein größter Feind. Seien es die Drogen,
sei es mein Zorn auf alle Autoritäten... es sind Dinge, die ich
heraufbeschworen habe, die Reflektion dieser ewigen Niederlage habe ich
eigentlich vor Jahren abgeschlossen, ich dachte ich habe diesen Fluch besiegt,
doch die Tatsache, dass ich all meine Fans verloren habe, weil ich kampflos
meinen Titel verloren habe… oder sei es die Tatsache, dass ich die perfekte
Liebe verloren habe, weil ich plötzlich eine Muschi UND einen Schwanz bei mir
haben wollte… ohne Rücksicht auf die Gefühle der Beteiligten zu nehmen... sei
es mein Kampf gegen die Windmühlen des unabänderbaren Elends namens
Kapitalismus... wie er in der PCWA zelebriert wird…
Sei es die Tatsache, dass ich mindestens fünf Ebenen auf einmal
ausfechten will, anstatt den Kampf systematisch anzugehen... und eine Stelle
meiner inneren Verdammnis nach der anderen zu besiegen. Oder sei es die
Tatsache, dass meine Verdammnis eine selbst auferlegte, endlose Katharsis ohne
den heilenden Katharsis Effekt ist..."
Er steht, erneut steht er... seine endlos erscheinende Gabe wie
ein Phoenix aus der Asche aufzusteigen, ermöglicht es ihm erneut den Kampf
aufzunehmen.
Hate: "Das ist mein Endkampf… Ich kann nicht ewig
verbrennen… mich erheben um dieses groteske Schauspiel erneut zu durchleben...
das ist mein letzter Versuch, das Versagen von mir abzustreifen... das ist der
letzte Versuch, nach dem Erfolg, erfolgreich zu bleiben... dieses Mal werde ich
es schaffen..."
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Valkos Heritage – dieser Name
steht an der Tür, vor der sich die Social Media Sensation Caleb Yuma befindet.
Schüler und Mentor, Heritage und Yuma. Er selbst fragt sich seit Wochen, ob er
sich über den Wunsch seines Lehrers hätte hinwegsetzen sollen. Aber hätte er
seinem Mentor überhaupt helfen können? Bei der Übermacht die Barker versammelt
hat, um erfolgreich aus dem Match hervorzugehen?
Seit Tagen hat er nicht mehr
mit Valkos gesprochen. Er reagierte auf keine SMS, keine Mails, keine Messages.
Dann muss er eben persönlich vorstellig werden. Immerhin ist heute ein großer
Abend. Er hat eine einmalige Chance und benötigt die Tipps seines Mentors. Also
muss er Valkos aus der Lethargie reißen, die ihn scheinbar seit seinem
Titelverlust umtreibt.
Er klopft und will die Tür
öffnen, doch rennt nur gegen das Holz an. Verschlossen. Das darf doch nicht
wahr sein. Heute Abend bietet Yuma eine unfassbare Chance und sein Mentor ist
nicht da, um ihn zu unterstützen? Wütend tritt der der New Media Superstar
gegen die Tür. Aggression und Unverständnis kennzeichnen sein Gesicht. Sauer
verlässt er Valkos‘ Kabine.
… No Connection Possible… Network shutdown?…
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Die Schweigeminute für Tom Nowak ist vorbei. Langsam
aber sicher verteilen sich die Wrestler der PCWA wieder im Backstagebereich.
Auch John Smith hatte sich nach draußen in die Arena begeben, um des Polens zu
gedenken. Der Amerikaner kämpft sich gerade wieder auf beiden Krücken zurück in
die Richtung seiner Kabine als eine penetrante Stimme ihn stoppt.
„Hey, John, warte. Hast
du mal eine Sekunde für mich? Ich möchte mit dir etwas klären. Du und ich, wir
sind die einzigen in dieser Liga, gemeinsam mit Azrael und Valkos, naja, und
Lucifer, die wissen, was es bedeutet Undisputed Gerasy Champion gewesen zu
sein. Nur wir hätten ein natürliches Anrecht, Barker herauszufordern. Es ist
wichtig dies klarzustellen, denn all die Neuen haben heute die Möglichkeit nach
nur einer Battle Royal die größte Chance ihrer Karriere zu ergattern. Eine
Chance, die wir uns in vielen Jahren von Blut, Schweiß und Tränen erarbeiten
mussten. Die Zeiten haben sich geändert und das ist auch gut so. Wenn wir nicht
aufpassen, dann werden wir jedoch abgehängt. Deshalb müssen wir versuchen eine
gemeinsame Linie zu fahren, um der nächsten Generation eine gewisse
Orientierung zu geben, so wie wir sie früher hatten!“
Smith zieht die Augenbrauen hoch, solche Töne ist er
von Elroy nicht gewohnt. Der kleine, deutsche Giftzwerg scheint sich neu
orientieren zu wollen. Was auch nicht sehr wundert, wenn er ehrlich ist.
Lucifer ist wieder zurück in Aktion, Barker scheint Lucifers neuer Liebling zu
sein und die Firma auf dem absteigenden Ast. Da braucht man so etwas wie neue
Verbündete natürlich.
John Smith: „Guten
Abend, Herr Schmidtke …“
So förmlich kennt man das von Smith nicht. Aber
dahinter versteckt sich natürlich auch diese typische Form von leichtem
Sarkasmus, die Smith sich in den letzten Wochen immer mehr zugelegt hat. Die
Lippen verziehen sich zu einem schmalen Lächeln.
John Smith: „Ganz
ungewohnt, so bescheiden wie du heute bist. Hat dir Godd dermaßen das
Selbstvertrauen aus dem Körper geprügelt? Oder war es die neue Allianz von
Gabriel und Barker, die dich jetzt auf einmal in die Arme alter Feinde treibt?
Hast du Angst, dass dich jetzt auch noch die Firma fallen lässt, huh?“
Elroy: „Nein, mit Angst
hat das nichts zu tun, sondern mit Veränderung. Die Firma braucht ein
Aushängeschild, das dieser Liga gerecht wird. Dafür muss ich Frieden mit meiner
Umgebung finden. Doch ich werde nicht darum betteln. Mir ist bewusst, dass sich
in den letzten acht Jahren eine Menge Mist angehäuft hat und ich selbst trage
dafür die Verantwortung. Deshalb hat es keinen Zweck, um Vergebung zu bitten,
insbesondere, weil ich nichts, aber auch gar nichts bereue. Alles, was passiert
ist, hatte einen Sinn. Und so wird auch alles, was noch folgen wird, einen Sinn
haben. Diesen Sinn selbst zu definieren, erfordert allerdings die aktuelle
Situation anzunehmen wie sie ist. Darum, John, werde ich mich
ändern…müssen!“
Er muss schon ein wenig lachen bei dem Anblick: Ein
Elroy Schmidtke, der sich dermaßen anbiedert. Schon fast vor ihm auf die Knie
geht und um so etwas wie eine Partnerschaft bettelt.
John Smith: „Du hast
schon verdammt viel Glück, dass mein Knie immer noch solche Probleme macht.
Sonst würde ich es dir jetzt einfach in den Magen rammen und dich gegen die
Wand schleudern. Oder zumindest so schnell wie möglich davon laufen, um nicht
auf deiner Schleimspur auszurutschen. But hey, it’s your lucky day, würd ich
sagen. Kein John Smith, der hier mit dir kurzen Prozess machen wird. Kein John
Smith, der dich in deinem lächerlichen Kindergeburtstagsspiel besiegen kann.
Kein John Smith, der dir die Möglichkeit vor der Nase wegschnappen kann, Barker
heraus zu fordern.“
Der Amerikaner deutet mit einer einfachen Geste an,
was das eine Ziel, das er und Schmidtke teilen, ist: Den Undisputed Gerasy
Gürtel wieder um die Hüfte schnallen zu können.
John Smith: „Fällt dir
etwas auf, Elroy? In diesem Konzert gibt es nur EINE erste Geige. Jeder will
sie spielen, aber nur einer kann es gleichzeitig tun. Selbst wenn ich auf dein
kleines, feines Angebot hier eingehen würde … Nach wenigen Monaten würdest du
mir oder ich dir das Messer in den Rücken rammen und wir würden wieder alleine
da stehen. Dabei wär es vollkommen egal, ob du ein netter Kerl wärst oder das
kleine Arschloch, das du nun mal bist. Rage und ich haben uns—auf irgendeine
Art und Weise—immer näher gestanden als wir das zugegeben haben. Und guck dir
an, was wir uns angetan haben.“
Ein kleines, dreckiges Lachen.
John Smith: „Und jetzt
stell dir vor, was ich mit jemandem wie dir machen würde. Erst Recht da du nun
anscheinend – mehr schlecht als recht – versuchst den angepassten Firmenjunkie
raushängen zu lassen.“
Der Evil Citizen lächelt verschmitzt, nickt
verständnisvoll und deutet dann auf sein Bein, das nach dem über zwei-minütigen
Goddlock kurz vor Ende des Iron Man Matches beim Imperial Impact ebenso lädiert
ist wie die chronische Verletzung bei Smith.
Elroy: „Ich habe
bereits im Ring am eigenen Leib verspüren dürfen, wozu in der Lage bist, John.
Und ich ertrage deinen Schatten bei Kerry & Gaelic jeden verdammten Tag. Du
warst dort äußerst beliebt, hast nach wie vor diverse Fürsprecher innerhalb des
Firmenimperiums. Es wird heute als ein Fehler angesehen dich damals abserviert
zu haben. Doch es geht doch hier erst in zweiter Linie um irgendwelche
informellen Bündnisse. Vielmehr müssen wir zu einer neuen Form des Respekts
zurückfinden. Nicht den Respekt vor der Vergangenheit an sich, sondern den
Respekt vor den Leistungen der Vergangenheit ohne die es weder die Gegenwart,
noch irgendeine geartete Zukunft geben würde, die den Yumas, Selladores,
Miltons oder Brunswicks solche Gelegenheitsfenster wie im heutigen Main Event
eröffnet hätten. Unsere Aufgabe, John, ist es, den Übergang zu realisieren und
so ein Teil des Neuen zu werden. Diese Kinder brauchen Vorbilder und wer, wenn
nicht wir, die ehemaligen Gerasys dieser Liga, wären dafür geeigneter? Wir
dürfen dieses Feld nicht länger Gabriel allein überlassen. Ich glaube, Azrael
und du, ihr habt das ebenfalls erkannt und ihr seid euch der Verantwortung für
die PCWA bewusst.“
Schmidtke klopft dem Amerikaner mit einem ungewohnten
Geschäftslächeln auf die Schulter und macht dann auf dem Absatz kehrt. Eine
Sache will der leicht verdutzte Smith ihm aber noch mit auf den Weg geben.
John Smith: „Watch your back, Elroy … Watch your back …“
Der neuerliche Anzugträger bleibt stehen, den Rücken
weiterhin zu Smith gewandt.
Elroy: „…Bei dir, John, bin ich mir sicher, dass ich das nicht brauche. Du
musst ein Vorbild sein und du willst es auch, so wie Valkos ein Vorbild für
Yuma oder Azrael eines für Pavus ist und ich versuche eines für Stanley zu
sein. Jeder von uns will im Grunde, dass jemand zu ihm aufschaut. Das ist unser
wertvollstes Erbe. Die Analen der PCWA, unser Testament. Dort ist es
ungeschriebenes Gesetz, dass wir es nicht nötig haben, uns hinterrücks zu
attackieren. Dafür sind wir schon oft genug zu weit gegangen…“
Der Amerikaner kann sich ein Lachen nicht verkneifen.
John Smith: „…Naja,
einen hätte ich noch vom Out of Ashes gut, als du mir gegen mein kaputtes Bein
getreten hast.“
Elroy: „Die Antwort von
Vorbildern kann niemals die Rache sein, John. Es ist die Vergebung! Sie beweist
wahre Größe!“
John Smith: „Dich von
wahrer Größe faseln zu hören, entbehrt nicht einer gewissen Situationskomik.
Once again, watch your back!“
Genug der Worte sind getauscht. Smith dreht sich nun
ebenfalls um und humpelt auf den beiden Krücken weiter in die Richtung seiner
Kabine. Schmidtke, der immer noch auf seinem Platz verharrt, dreht sein Haupt
nach hinten und schaut seinem davon schreitenden Kollegen nachdenklich
hinterher.
Elroy: „Danke, John.
Ich sehe, wir verstehen uns!“
Vincent Craven: „Gerade noch eine eher ruhige
Szene mit Caleb Yuma, der wohl seinen Mentor Valkos Heritage gesucht hat und
dann…“
Mike Garland: „…sehen wir Elroy und John
Smith – unsere beiden Beingeschädigten!“
Vincent Craven: „Elroy versucht sich bei John
ein zu schleimen und versucht Gemeinsamkeiten aufzudecken und kriecht fast zu
Kreuze…dem scheint jedes Mittel Recht zu sein, seine Pechsträhne endlich
abzulegen!“
Mike Garland: „Oder er hat sich
wirklich geändert…“
Vincent Craven: „…Ja, genau! Das
wäre ja ungefähr so als würde sich ein Azrael Rage vom Teufel zum Beschützer
wandeln…ähm…“
Mike Garland: „…Schlechtes
Beispiel, richtig!“
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Heute
hat er keinen Kampf. Heute muss er nicht zwischen die Seile steigen und seine
Fäuste in das Gesicht einer anderen Person drücken. Dennoch ist er hier und
bereitet sich mental darauf vor, vor die Massen zu treten. Über zehn Jahre und
dennoch kriegt er jedes Mal davor noch Gänsehaut. Die Anspannung steht ihm im
Gesicht geschrieben, doch er muss ein paar Worte loswerden. Bald. Sehr bald.
Plötzlich
spürt der Mann, der beim Imperial Impact 8 noch als Undisputed Gerasy
angetreten ist einen kalten Blick auf sich gerichtet. Er kennt dieses Gefühl,
hat es schon viele Male gespürt. Die Drehung mit dem Kopf nach links bestätigt,
was er längst schon wusste.
Valkos Heritage: „Rage.“
Nur der
Name… keine Begrüßung.
Azrael Rage: „Valkos.“
Ein
Nicken als Reaktion des Regenläufers.
Azrael Rage: „Wir müssen reden.“
Das
leichte Grinsen des Freakanites dient als Zustimmung. Offensichtlich müssen sie
das, wobei das letzte Gespräch nicht lange her ist. Heritage lässt in seinem
Kopf währenddessen kurz das letzte Gespräch Revue passieren.
Azrael Rage: „Bin ich ein Prophet, Valkos?“
Die
Frage war rhetorisch und wird von Rage selbst mit einem Kopfschütteln
beantwortet.
Azrael Rage: „Mitnichten. Ich habe mir nur
meine Feinde genau angesehen, konnte Pläne erahnen und wollte dem
entgegenwirken. Leider ist es schwer, wenn man alleine steht und daher stehe
ich nun hier und frage Dich, Valkos, was wirst Du tun wegen des Undisputed
Gerasy Titles und Robert Barker?“
Der
Ex-Champ spannt seine Muskeln zusammen und hindert seinen Körper somit an der
natürlichen Reaktion des Schulterzuckens. Bloß keine Schwäche zeigen.
Valkos Heritage: „Was weiß ich? Ich bin in
dieser Season raus, was soll ich schon tun?“
Fassungslos
blickt Azrael Rage ihn an… alleine diese Frage… was soll er schon tun?
Azrael
Rage: „Was Du tun sollst? WAS DU VERFLUCHT NOCH EINMAL TUN SOLLST?“
Die
Fassungslosigkeit verwandelte sich eiligst in Zorn und kurz muss sich Rage
beruhigen, durchatmen, Klarheit in den Geist lassen… der Fokus muss weiter auf
dem Kampf liegen… vollkommen gleich, wie die Randbedingungen sind.
Azrael
Rage: „Mir ist sehr wohl bewusst, dass Du zum CORE nicht um den Undisputed
Gerasy antreten darfst, aber wir müssen den Titel zurückholen. Die Korrupten
dürften ihn nicht halten. Er ist ein Symbol… in ihren Händen für Dominanz… in
unseren könnte er ein leuchtendes Beispiel für Hoffnung sein. Daher sage ich
Dir, was Du jetzt tun sollst, du Held!“
Die
Faust wird geballt und vor den mächtigen, blassen Brustkorb gehalten.
Azrael
Rage: „Hör endlich auf wie ein Unbeteiligter durch die Gegend zu torkeln und
ziehe mit mir in diesen Krieg, denn wenn wir es jetzt nicht tun, brauchen wir
es gar nicht mehr tun!“
Kurz
durchdenkt der Ex-Undisputed Gerasy die Worte des Schildes. Dann winkt er ab.
Valkos Heritage: „Krieg? Das hier nennst du
einen Krieg, Teufel? Für mich ist das Alltag. Für mich sind die Geschehnisse
beim Imperial Impact nichts Anderes, als was ich in der PCWA jahrein, jahraus
erlebt habe. Oh nein! Irgendwer verrät mich, attackiert mich und schwupps,
haben wir eine neue, finstere Bedrohung an der Spitze. Drauf geschissen, Rage.
Partnerschaften, Gruppierungen, die kommen und gehen. Böse Verschwörung?
Unaufhaltsamer Bösewicht? Schall und Rauch, mein Freund. Solltest du eigentlich
genauso gut wissen, wie ich. Mag sein, dass ich den neuen Obermacker und seine
Spielzeuge auf die leichte Schulter nehme, aber nur weil mir Barker temporär
mein Gold gestohlen hat, ist das hier... Also mal im Ernst, für dich mag das
ein Krieg sein, für mich ist das nur ein weiterer, gottverdammter Dienstag.“
Jetzt
ist es doch die Wut, die deutlich Rage in den Kopf schießt. Man meint gar kurz
ein rotes Aufleuchten seiner Augen zu sehen.
Azrael Rage: „Dienstag? DIENSTAG? DIENSTAG!
Allmählich zweifele ich an Deiner Intelligenz, Valkos! Bist Du wirklich
entsprechend blind und blauäugig, wie Du hier tust, oder wärst Du schon längst
ein Verteidiger der PCWA, wenn es nicht Azrael Rage wäre, der hier Deine Hilfe
erbittet?“
Eine
abwinkende Handbewegung. Heritage aber bringt auch kein Gegenargument.
Azrael Rage: „Einerlei… ich werde Dich nicht
wieder belästigen, Valkos. Ich habe schließlich ein Match um den
Herausfordererposten für den Undisputed Gerasy zu gewinnen.“
Ach
daher der Name Hase… du alter Teufel. Ein kurzes Grinsen im Gesicht von des
Circuit Breakers.
Valkos Heritage: „Ah, langsam ergibt dein
Gebettel einen Sinn. Du brauchst Rückendeckung, um Herausforderer zu werden?
Natürlich wäre es ein wenig leichter für dich, wenn ich dich vom Mattenrand
anfeuern würde, nicht wahr? Vielleicht hier und da einen kleinen Schubser und
ZACK! Azrael Rage steht im Main Event von CORE.“
Fast
beleidigt blickt Rage ihn an… wieder einmal spürt er den Regen auf seiner Haut.
Azrael Rage: „Du hast immer noch nichts
verstanden und bist genau so närrisch wie es der selbsternannte Rächer, Blaze,
war! Ich will keinen Eingriff für mich… das würde meine Mission und meine
Wünsche behindern… ich will, dass du Partei ergreifst und einstehst, falls die
Dinge beginnen unfair zu werden… oder ist es Zufall, dass die next CENTURY gods
ebenfalls in dem Kampf vertreten sind?“
Scheinbar
will es das Schild jetzt dem Freakanite erklären, hofft durch Erklärung
Vertrauen zu finden.
Azrael Rage: „Ich habe nicht vor Feuer mit
Feuer zu bekämpfen. Ich bin kein Rächer und auch kein Feldherr. Ich bin
inzwischen, ob ihr es sehen wollt, oder nicht, ein Verteidiger. Ich halte das
Schild hoch. Ich will nicht mehr grundlos und aus Vergnügen Blut vergießen. Ich
werde es nur noch vergießen, wenn ich muss… Es ist der letzte Weg und dennoch
ist der Undisputed Gerasy wichtiger als alles hier für die PCWA. Wichtiger als
Du. Wichtiger als ich. Wichtiger als Robert Barker. Der Gerasy ist das Zeichen
dafür ganz oben am Firmament zu stehen und für ihn werde ich stehen… Ich werde
heute gewinnen, damit ich antreten darf, um die Hoffnung zurückzuholen, denn
wenn es um den Undisputed Gerasy geht, ist jeder Tag Feiertag, Valkos… C’est la
vie!“
Es wird
sich an den imaginären Hut gegriffen und auf den Absatz Kehrt gemacht. Zurück
bleibt Valkos Heritage. Sein Gesprächspartner hatte nicht Unrecht. Es macht
einen Unterschied, wer ihn um Hilfe bittet. Unbewusst greift sich der
Freakanite ins Gesicht, fährt mit den Fingern der rechten Hand über die Narbe.
Wieviele Jahre ist es schon her und sie lächelt ihn immer wieder aus dem
Spiegel an. Azrael Rage war der Teufel. Ein Teufel wird nicht urplötzlich zum
Engel. Heritage versteht es nicht und will es auch nicht verstehen. Einer seiner
Todfeinde will seine Unterstützung? Wogegen? Was steckt dahinter?
Valkos Heritage: „Viel Spaß beim Krieg
spielen, du Idiot!“
Brüllt
er hinterher und flüstert…
Valkos Heritage: „Und viel Glück heute
Abend…“
Ungehört,
unbemerkt, entweichen diese Worte in den leeren Gang ohne den Adressaten zu
finden.
Valkos Heritage: „Du Held.“
Ein
Kopfschütteln von Valkos. Gefühle sprudeln hervor. Es ist Azrael Rage… der
Teufel… Valkos hingegen fühlt sich dieses Mal dem Teufel überlegen. Er fühlt
sich wie Regen…
... und
Azrael fühlt den Regen, wie er in sein Gesicht peitscht. Jeder Schritt durch
tosende Wassermassen fällt ihm schwer. Krieg spielen? Warum nimmt Valkos die
Situation nicht ernst. Azrael hielt ihn immer für einen Patrioten der Heimat,
seiner geliebten PCWA. Möglicherweise ist es einfach, dass sich Azrael hier
tatsächlich verrennt. Vielleicht jagt er Luftschlösser? Sollten diese Gedanken
nicht einerlei in Anbetracht der heutigen Chance sein? Angeblich, so sein
Agent, vermissen sogar viele Menschen, den skrupellosen, und hinterlisten
Teufel, den er einst so lebhaft verkörperte. Diese Menschen… Kopfschütteln… Für
sie ist dieser Kampf nur Unterhaltung.
Der
Teufel ist im Nachhinein betrachtet für Azrael ein Gespenst der Vergangenheit,
dass stets wieder hervorkriechen möchte, aber er lässt es nicht, denn Azrael
hasst weder Leute wie den Principle, noch Robert Barker, oder Blaze… Er hasst
sich.
So
schlurft er nur langsam zu seiner Kabine. Kann der Undisputed Gerasy, diese
Glorie, dieses Symbol, diese Ehre, denn einen jahrelang verursachten Selbsthass
aufwiegen? Das ist die Frage… das ist der Regen.
Vincent Craven: „Azrael Rage findet keinen
Anschluss, ganz gleich wo er fragt.“
Mike Garland: „Da ist halt immer noch dieses
Misstrauen aus vergangenen Tagen. Ich meine, vertraust du ihm inzwischen?“
Vincent Craven: „Ich bin mir dort noch nicht
so sicher. Einerseits wirkt er gereift und nicht mehr derart bösartig, aber
andererseits ist es Rage, den wir seit vielen Jahren als den obersten Teufel
kannten.“
Mike Garland: „Also ich frage es mal heraus,
wenn du an Stelle von Valkos Heritage wärst, würdest du mit ihm
zusammenarbeiten.“
Vincent Craven: „Ich würde ihn wohl nicht so
angehen wir Valkos...“
Mike Garland: „Weil du keine 10 cm lange
Narbe im Gesicht trägst, die er verursacht hat.“
Vincent Craven: „Lass mich bitte ausreden,
Mike. Also ich würde ihn wohl nicht so angehen, aber aktuell wäre mein
Vertrauen noch nicht groß genug um mit Rage zusammenarbeiten zu können. Auch
wenn das alles aktuell einen guten Eindruck macht.“
Mike Garland: „Da hast du allerdings recht.
Schließlich wollte er im Main Event des Imperial Impacts 8 an der Seite von
Valkos stehen und diesem helfen. Dieser wollte sich nur nicht helfen lassen.“
Vincent Craven: „Vielleicht wäre Valkos wenn
er das Angebot von Rage angenommen hätte immer noch Gerasy Champion und Barker
wäre ein zweites Mal in die Suppe gespuckt worden.“
Mike Garland: „Darüber kann man streiten,
aber seine Chancen gemildert hätte es wohl nicht. Wir machen weiter.“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Die
Halle wird verdunkelt, der Tron leuchtet auf. „Phönix“ von L’Âme Immortelle
wird eingespielt.
„Einst habe ich geglaubt, Vertrauen sei der
einzige Schlüssel zum Erfolg. Ich habe mich geirrt.“
„Wenn sich alles was man glaubte
In das Gegenteil verkehrt
Und die Nacht unbeugsam, gierig
Auch den letzten Traum verzehrt“
„In diesem Irrglauben, habe ich Dinge getan,
die notwendig waren. Sie führten mich weg von meinem Ziel. Weg von meinem Weg.
Näher an den Abgrund.“
„Wenn man das Buch des eig'nen Lebens
Nicht mehr lesen kann
Kommt das Ziel des eig'nen Strebens
An seinem Ende an“
„Ich konnte nicht mehr zurück, alle Brücken,
die eine Flucht zurück ermöglicht hätten, hatte ich schon abgerissen. Ich
musste noch einen Schritt wagen, doch es war zu viel. Mein Weg war zu Ende und
ich fiel. Das Ziel vor Augen stürzte ich hinab in ein dunkles Loch. Doch der
geliebte Phönix fing mich auf. Seine lodernden Flammen löschten meine
vergangenen Taten aus. Er gibt mir eine weitere Chance unter seinen Flügeln zu
wachsen und unsterblich zu werden.“
„Ich hab` alles gehabt – Ich hab` alles
verloren
Doch in dieser Stunde
Werd' ich wiedergeboren“
Im
Entrance steigt leichter Nebel auf, durch den eine wage Silhouette erkennbar
ist. Die Fans recken ihre Hälse um zu sehen wer nun hier auftreten wird. Der
Bereich wird in rotes Licht getaucht und wir können erkennen, dass uns die
Person den Rücken zuwendet. Langsam lichtet sich der Nebel und wir sehen einen
leutenden Phönix, der auf den Rücken tätowiert ist. Außerdem, zeigt sich ein
kleines Tattoo auf dem rechten Schulterblatt…
Mike Garland: „Das ist doch…ein Drache!“
Vincent Craven: „Gabriel Lucifer hatte es
angekündigt und nun steht er wieder hier im Rampenlicht der PCWA!!
„Phönix“
verstummt, stattdessen wird „Perkins“ von
Peyote Asesino eingespielt.
Mike Garland: „DÍEGO ALEJANDRO SANCHÉZ IST
ZURÜCK!“
Die
Fans im PCWA Theater fangen an zu jubeln. Zumindest ein Teil. Wer nicht jubelt pfeift
sich die Seele aus dem Leib. Nicht jeder ist ein Hardcore-Sanchéz-Fan und
vergisst einfach seine Wandlung, die er bei Imperial Impact VII vollzogen
hatte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass jeder glücklich ist, ihn wieder zu
sehen. Vor allem Kerry & Gaelic wird ihm viele Steine in den Weg legen.
Der
Deutschmexikaner dreht sich zum Ring. Er trägt jetzt schon sein Ringoutfit,
scheinbar kann er es kaum noch erwarten, wieder in diesen Ring zu steigen. Aber
er hat auch eine Sporttasche in der Hand. Langsam bewegt er sich auf den Ring
zu. Genießt die Atmosphäre, genießt den Moment. Am Ring angekommen schiebt er
die Tasche in den Ring und rollt sich hinterher.
Jane
Nelson reicht ihm ein Mikro, was der Deutschmexikaner mit einem Lächeln
quittiert.
Sanchéz: „Das ist ein unfassbarer Moment für
mich. Es fühlt sich so gut an, so richtig, endlich wieder hier, in diesem Ring
zu stehen!“
Jubel
von den Fans, doch immer noch sind auch die Pfiffe deutlich zu hören.
Sanchéz: „Ja, ich habe Fehler gemacht. Ich
habe mich selbst verraten, habe stattdessen versucht, alles für die Firma zu
tun. Alles zu tun, was von mir verlangt worden ist. Ohne zu merken, dass dieser
Weg von Anfang an der falsche war. Ich habe Freunde verloren im Namen der
Firma. Und wenn ich ehrlich bin, wäre ich wohl immer noch ein willenloser
Anzugträger, wenn die Firma mich nicht entlassen hätte. Deshalb bedanke ich
mich bei Kerry & Gaelic, denn sie haben mir endlich meine Freiheit wieder
gegeben.“
Er
zieht einen imaginären Hut. Seine Augen leuchten. Man merkt an, dass ihm das
ganzen wieder Spaß bereitet.
Sanchéz: „Als ich nach eurer feigen und
hinterhältigen Aktion in einem dunklen Loch verschwunden war, bin ich endlich
erwacht. Meine Augen wurden mir geöffnet und ich zum ersten Mal habe ich es
wirklich erkannt und verstanden. Lasst euch nicht täuschen von dieser Sekte.“
Der
Deutschmexikaner wandert ein wenig im Ring herum, lässt seinen Blick überall
hin schweifen. Seine Worte hat er sich vorher gut überlegt, doch er weiß auch,
dass die Firma solche Ansprachen nicht befürworten kann.
Sanchéz: „Was ist aus der Firma geworden?
Sie besitzen die PCWA immer noch. Doch haben sie auch noch so viel Macht wie
früher? Nun ist eine weitere Bedrohung für Kerry & Gaelic zurück. ICH! Auch
wenn die Verantwortlichen alles versuchen mich wieder von hier zu vergraulen
oder mir Steine in den Weg zu legen. Ihr werdet mich nicht mehr los. Ihr wollt,
dass ich mir heute eine Kabine mit den Jobbern teile? Von mir aus. Eure kleinen
Spielchen lassen mich kalt!“
Er
steht am Ringseil und starrt in Richtung Entrance. Als wolle er direkt zu
Person B und allen anderen Firmenmitarbeitern sprechen.
Sanchéz: „Ihr habt einen verdammten Fehler
gemacht und das werdet ihr auch noch zu spüren bekommen.“
Díego
atmet kurz durch, lässt seinen Blick wieder schweifen.
Sanchéz: „Doch es ist noch viel mehr
passiert, während ich weg war. Titel haben gewechselt, Schlächter haben Blut
vergossen und Veteranen haben sich mit Neulingen zusammen getan um für
Gerechtigkeit zu kämpfen. Und bei all dem, wurde ich scheinbar vermisst. Der
stinkende Mexikaner, für den sich niemand interessiert wurde immer wieder
angesprochen. Nun Valkos, vielleicht war ich nicht gut genug. Doch gerade DU
solltest es besser wissen, als jemanden abzustempeln, der für einige Zeit nicht
mehr unter den Flügeln des Phönix wandert. Wo warst DU nach deiner Schlacht
gegen Rage? Wo bist du jetzt mit deiner Krankheit, wie es im Internet kursiert?
(Bezug auf Valkos bei Ven77 & OoA2011; Anm. d. Verf.)“
Vermehrte
Pfiffe, schließlich ist Valkos eigentlich unantastbar für die Fans.
Sanchéz: „Ich verurteile niemanden, denn
manche Umstände zwingen einen einfach dazu zu pausieren, zu verschwinden. Und
doch bietet sich immer wieder die Chance den Weg wieder zu finden und erneut zu
starten. Hier bin ich nun also wieder. Der gottverdammte Bastard, als den mich
der größte Bastard dieser Liga, Robert Barker, bezeichnet hat. (Out of Ashes
2011, Anm. D. Verf.) Du hast deinen Titel, cabron. Und sieh da, die ans haben
mich wieder erkannt. Sie werden sich ewig an mich erinnern, dafür werde ich
noch Sorgen.“
Zumindest
hier kann der Deutschmexikaner punkten. Denn Barker gehört sicherlich nicht zu
den beliebtesten Wrestlern der PCWA.
Sanchéz: „Irgendwann werde ich auch auf dich
treffen, Schlächter. Doch bis dahin wird es noch eine ganze Weile dauern.“
Zu
lange war er weg, als dass er sich mit dem Undisputed Gerasy Champion messen
könnte.
Sanchéz: „Denn ich fange hier wieder bei 0
an. Ich werde beweisen, dass ich auch ohne die Firma hier in der PCWA erfolgreich
sein kann. Keine Geschenke mehr, keine Abkürzungen. Heute wird ein erster
Schritt getan, bis es dann beim nächsten Mal im Quest 4 the Best richtig ernst
wird. Ich muss zurück zu meinen Wurzeln, zurück zu dem was mich ausmacht.“
Er
öffnet die Sporttasche und holt einen schwarzen Designeranzug hervor der schon
ein wenig zerknittert ist. Am Revers des Jacketts hängt ein TNE-Pin. Es handelt
sich also um einen alten Firmenanzug von Díego A. Sanchéz. Den Fans beäugen die
Szenerie misstrauisch. Was hat Díego vor.
Der
Deutschmexikaner nimmt den Pin ab, lässt ihn zu Boden fallen und tritt beherzt
drauf. Sowohl Hose als auch Jackett werden zerrissen, was Sanchéz sichtlich
Mühe bereitet. Es hebt die Fetzen auf und schmeißt sie ins Publikum. Bevor er
nun den Ring verlässt, hebt er noch ein letztes Mal das Mikro an seine Lippen.
„Denn ich habe endlich erkannt und
verstanden.“
Der
Jubel ist nun ein wenig lauter. Er konnte scheinbar einige Fans überzeugen.
Dennoch hat er noch viel Arbeit vor sich.
Vincent Craven: „Zeiten des Wandels! Alle
wollen einen Neubeginn!“
Mike Garland: „Die Alten zumindest. Sanchéz
hat es aber vermutlich leichter als Rage und Schmidtke, die wirklich eine Menge
dafür getan haben in der Vergangenheit, dass man sie nicht leiden
kann…geschweige denn vertrauen…“
Vincent Craven: „…Wobei Azrael es wirklich
versucht. Díego hingegen muss jetzt wirklich mal Konstanz zeigen. Stets
verfehlte er den großen Wurf!“
Mike Garland: „Viele der Neuen können nachher
im Main Event hingegen bereits am Anfang ihrer Karriere den großen Wurf landen!
Ich kann die Battle Royal kaum erwarten!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––


–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Leise,
fast geräuschlos nähert sich ein alter Mann. Gestützt auf einen braunen,
knorrigen Stecken, gehüllt in eine bis zu den Füßen reichende Robe. Die grauen
Haare sind sorgsam gekämmt. Der Blick ist milde, fast mitleidig. Der ‚Erzähler’
sieht sein Gegenüber mit zur Seite gelegtem Schädel an.
„Bitte nicht…“,
murmelt Blake erschöpft, denn er ist müde. Ausgerechnet heute, wo er erneut in
einem so wichtigen Main Event steht – gegen so viele. Er erinnert sich an die
Prestige Challenge und senkt resignierend den Kopf. Er wollte doch zu Mad Dog.
Er wollte ihm etwas zurückgeben, ist sich jedoch nicht sicher.
Vor ein
paar Nächten, hatte Milton eine kleine Mensch-ärger-dich-nicht-Figur in der
verschlossenen Kabine seines Mentors gefunden und behalten. Er wollte schlicht
und einfach etwas von ihm besitzen, ganz für sich allein, denn Mad Dog
ignoriert ihn. Genau wie Gabriel, aus dessen Weinglas er fast jeden Abend
trinkt.
Seit
diesem traurigen Kapitel der PCWA-Geschichte mit dem Namen „Imperial Impact
2011“ ist der Junge von allem und jedem verlassen, außer von einem.
„Auch für mich ist es ein seltsames Gefühl,
dir immer wieder gegenüberzutreten. Aber immerhin bist du der letzte Mensch,
der ihn noch lebend sah. Du bist auch derjenige, der den letzten Kampf gegen
ihn kämpfte. Und damit bist du ein wichtiges Glied in der Geschichte des
‚Boxers’ Tom Nowak, die von mir erzählt wurde…“
Der
‚Erzähler‘ macht zwei Schritte auf den Sicherheitschef zu. Lächelt, als ihn die
monotone Stimme von Blake wiederholt anfleht: „…bitte hör auf.“
Der
Junge vergräbt den Kopf zwischen seinen Händen, fährt sich durch die Haare und
wirkt für seine Verhältnisse ungemein irritiert. Ein erschreckender Anblick,
wenn man um Miltons eigentliches Erscheinungsbild weiß.
Blake Milton: „Bitte… hör auf… mir zu
folgen…“
„Ich bin nur hier, um mich zu bedanken. Ohne
dich wäre meine Geschichte nicht so glatt gelaufen, nicht so ergreifend
geworden… sie hätte nicht die Qualität erreicht, die sie nun hat. Selbst wenn
ich dir mit einem kleinen Tipp zu Toms Aufgabegriff unter die Arme greifen
musste, hast auch du dafür gesorgt, dass meine Geschichte so ablief, wie ich
mir das vorstellte.“
Blake Milton: „Du hast ihn… einfach so
geopfert… und ich habe es… einfach geschehen lassen.“
Der
‚Erzähler‘ zuckt mit einem traurigen Blick.
„Ja, ja das ist wahr. Die Geschichte des
‚Boxers’ war nun mal eine traurige. Ich hatte von Beginn an angekündigt, die
Geschichte eines Falls zu erzählen.“
Er
stoppt kurz. Scheint nachzudenken.
„Und natürlich ist diese Geschichte auch die
Geschichte Tom Nowaks gewesen. Doch gleichzeitig… war es meine Geschichte. Ich
war der Erzähler dieser Geschichte. Ich hatte die Verantwortung darüber, dass
sie so verläuft, wie sie verlaufen sollte. Nicht mehr und nicht weniger.“
Noch
immer fährt sich Blake durchs Haar, bis sich seine Finger darin festkrallen und
er leise vor sich hin murmelt: „Ich weiß… wer du bist…“
Schritte
in der Ferne. Jemand ist auf dem Weg.
Blake Milton: „…und Barker ist daran schuld…
dass du hier bist…“
Ein
Seufzen entfährt dem Alten.
„Wir hätten noch viel zu reden und ich
schulde dir Dank für deine Unterstützung, doch unsere Zeit läuft ab…“
Er
tritt aus dem Licht. Verschwindet kaum hörbar im Dunkeln.
Blake Milton: „Ich bitte dich…“
Der
Junge zerrt verstört an seinen Haaren.
„Es ist eine seltsame Situation, dass mit
dem Ende der Geschichte des ‚Boxers’ Tom Nowak... die Geschichte der
‚Security’ Blake Milton erst so richtig beginnt.“
Blake Milton: „Warum… tust du mir das an…?“
„Die
PCWA ist ein Schlachtfeld und er steht nun mittendrin… im blutroten Regen.“
Blake Milton: „Bitte… hör auf… zu
erzählen…!“
„Die
Angst beschäftigt ihn so sehr, dass er mehr als nur ein paar Tabletten
schluckt, um nachts wenigstens zwei Stunden am Stück durchschlafen zu können.
Es ist schwer, den Schuss zu ignorieren, der immer und immer wieder in seinem
Kopf nachhallt. Es ist schwer, den dumpfen Aufschlag des Körpers zu verdrängen.
Den Anblick der Leiche.“
Blake
schüttelt angewidert den Kopf.
Blake Milton: „Bitte… lass mich… in Ruhe…“
„Er,
die Security, hätte es wissen müssen. Aber er, der Wrestler, wusste es ja
besser. Es gibt so viele Dinge, die genau heute ihre Erwähnung finden sollten…
Der Zwiespalt zwischen Security und Wrestler. Zwischen Gewissen und Egoismus.
Untergang und Aufstieg.“
Blake Milton: „Hör auf…“
Er
zuckt zusammen, als eine Hand vorsichtig seine Schulter berührt und liebevoll
über seinen Arm fährt. Zögernd lässt Milton von seinen Haaren ab. Sein
verklärter Blick legt sich auf das überaus besorgte Gesicht von Cinderella
Rage, die eigentlich auf dem Weg zur Kabine ihres Vaters ist, den jungen
Sicherheitschef vorerst jedoch wesentlich interessanter zu finden scheint.
Cinderella Rage: „Ist alles in Ordnung?“
Blake
räuspert sich und antwortet mit einem emotionslosen: „Ja.“
Cinderella Rage: „Mit wem hast du da gerade
gesprochen?“
„Er
fängt an, sich Fragen zu stellen. Setzt er die richtigen Prioritäten? Trifft er
die richtigen Entscheidungen? Und kann er mit den Konsequenzen leben, die sich
plötzlich alle zu Wort melden?“
Verwirrt
weicht er ihrer Nähe aus und flüstert distanziert: „Mit niemandem.“
Cinderella Rage: „Ist wirklich alles in
Ordnung?“
„Ja, Blake. Sag uns, was dir so durch den Kopf schießt.“
Überrascht
wenden die beiden sich um. Im Türrahmen steht Alistair Brunswick, der ihnen
ungefragt Gesellschaft geleistet hat. Er verschränkt die Arme in theatralischer
Besorgnis.
Alistair: „Oder…“
In
diesem Moment realisiert Alistair überhaupt erst Cinderellas Anwesenheit.
Verdutzt blickt er sie an. Blake will reagieren, doch Cinderellas Vorliebe für
Antagonisten wie Alistair kommt ihm zuvor.
Cinderella Rage: „Du bist Alistair,
richtig?“
Alistair: „Höchstpersönlich.“
Sie
mustert ihn neugierig. Der Tribune Champion zwinkert Blake grinsend zu, als er
seine Hüften nach vorn reckt, um seinen Titel gebührend zu präsentieren und
überhaupt seine ganze Männlichkeit ins beste Licht zu rücken.
Alistair: „Und mit welchem bezauberndem
Wesen habe ich es hier zu tun?“
Cinderella
Rage stellt sich kurz vor. Bei der Nennung ihres Nachnamens zuckt er
selbsternannte ‚Superstar‘ unmerklich zusammen. Schnell aber findet er sein gewinnbringendes
Lächeln wieder.
Alistair: „Eigentlich bin ich hier um...“
… Blake
Milton eine Abreibung zu verpassen, so hatte er es eigentlich geplant. Als sein Blick aber auf die lächelnde
Cinderella Rage fällt, die sich durch das lange schwarze Haar streicht, besinnt
er sich anders. Er senkt den Blick, fast schüchtern und leicht errötend blickt
er zu Boden. Er zieht seine Hand, die sich in seiner Hosentasche bereits um den
dort befindlichen Gegenstand geschlossen hatte, hervor und reckt sie in die Höhe.
Blake
Milton zuckt zusammen. Er erkennt den Schlagring.
Alistair: „… dir etwas zu zeigen. Du
erkennst ihn? Diesen Schlagring trug Tom Nowak, er war etwas ganz besonderes
für ihn. Ja, wundere dich nicht. Ich habe ihn seit der letzten Show.“
Er hält
kurz inne, um die Reaktionen seiner Gegenüber zu mustern. Milton angespannt –
check. Diese süße Schwarzhaarige klebt lächelnd an seinen Lippen – check.
Alistair: „Ich habe kurz vor seinem Tod mit
ihm gesprochen. Ich schwöre dir, Blake Milton, Tom wusste, dass er nicht mehr
lange zu leben hat. Er kam zu mir und sagte ‚Alistair, ich habe nicht mehr viel
Zeit. Ich möchte dir diesen Schlagring schenken, damit du meine Mission weiter
führst. Bitte tue mir diesen Gefallen‘. Vielleicht hätte ich an dieser Stelle einfach
‚Nein‘ sagen sollen, vielleicht liegt diese Bürde nun zu schwer auf meinen
Schultern. Aber ich werde seinen Wunsch erfüllen. Ich werde Tom Nowaks Erbe
bewahren. Ich denke, du solltest dies wissen.“
Was für
eine Schmierenkomödie. Alistair muss sich beherrschen, eine traurige Miene zu
wahren. Vorsichtig hebt er den Blick und mustert seine Gegenüber, wobei sein
Fokus deutlich länger auf Cinderella als auf Blake liegt. Diese blauen Augen,
eingerahmt von diesen herrlichen langen Wimpern, die ihm frech zuzwinkern…
Blake Milton: „Das glaubst du doch selbst
nicht…“
Blakes
Stimme reißt Alistair ganz aus seinen – nicht ganz jugendfreien – Gedanken. Mit
einem leisen Seufzen löst Alistair seine Aufmerksamkeit von Cinderella und
sieht Blake genervt an.
Alistair: „So what? Nur, weil es nicht in
dein kleines seltsames Weltbild passt, dass tatsächlich jemand ehrlich um Tom
Nowak trauert und sein Andenken bewahren will? Er und ich, wir haben uns nicht
lange gekannt, aber man braucht nicht viel Zeit um festzustellen, dass man auf
einer Wellenlänge liegt. Freundschaft ist etwas, das sich nicht erzwingen
lässt. Das ist etwas anderes, als sich nachts heimlich wie Gabriel Lucifer zu
schminken und Rotwein zu saufen. Hey, come on, ich habe nichts gegen Männer wie
dich, aber das, was du da betreibst, ist Hörigkeit und keine Freundschaft.“
Blake
starrt ihn völlig entgeistert an. Er kann kaum glauben, was Alistair hier von
sich gibt, schafft es aber, sich zu beherrschen. Auch wenn es ihm Cinderellas
Kichern im Hintergrund schwermacht.
Blake Milton: „Wir sollten diese Diskussion
an anderer Stelle fortführen.“
Alistair
zuckt mit den Schultern.
Alistair: „Soll mir recht sein. In mir kam
ohnehin gerade der Drang auf…“
Er
reckt die Hand mit Tom Nowaks Schlagring noch einmal in die Höhe, lässt diesen
aber lächelnd wieder in der Hosentasche verschwinden. Stattdessen blickt er
Cinderella blinzelnd an.
Alistair: „… diese wunderbare junge Dame
hier auf einen Cappuccino einzuladen. Wenn sie denn mag, natürlich…“
Cinderella
wickelt sich mit gespielter Nachdenklichkeit eine Haarsträhne um den Finger,
aber diese Einladung lässt sie sich natürlich nicht entgehen.
Cinderella Rage: „Aber gerne doch!“
Alistairs
Lächeln wird noch breiter, als er Blake zum Abschied noch einmal ansieht.
Alistair: „Du entschuldigst uns dann bitte?“
Ohne
auf eine Reaktion zu warten, hakt er Cinderella unter und die beiden
verschwinden tuschelnd aus dem Raum. Blake Milton bleibt alleine zurück, mit
ihm, dem ‚Erzähler‘.
„Untergang
und Aufstieg.“
Vincent Craven: „Also Blake trauert
wahrhaftig um Nowak…“
Mike Garland: „…Er macht sich ohnehin immer
um alles und jeden Gedanken…Ein echter Sicherheitschef eben…“
Vincent Craven: „…Metaphorisch natürlich das
perfekte Gegenstück zur Angst…Wenn Sicherheit herrscht, dann braucht man keine
Angst mehr haben!“
Mike Garland: „Allerdings habe ich ein wenig
Angst um die kleine Rage, wobei sie ja gar nicht mehr so klein ist – aber ob
Brunswick so der beste Umgang ist für sie, wage ich zu bezweifeln!“
Vincent Craven: „Und vor allem,
was sagt ihr Vater wohl dazu?“
Mike Garland: „Vielleicht
erfahren wir das in der Battle Royal nachher!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
OFF-CAMERA
Schritte
nähern sich der Tür… Irgendwie beschleicht ihn ein unbehagliches Gefühl in
seiner Bauchgegend. Ein Gefühl, wie eine juckende Narbe vor dem Regen… Regen.
Dieses Wort ist für ihn essentiell geworden. Azrael Rage wandert im Regen. Die
Metapher, die sein aktuelles Leben perfekt beschreibt. Erst vor kurzen beim
Imperial Impact 8 konnte er einen Teilerfolg verbuchen. John Smith wurde
niedergeschlagen. Dennoch änderte das nichts an seiner Einstellung. Die
ultimative Waffe ist und bleibt ein Feind und das ist traurig. Es waren
sozusagen nur kurze Sonnenstrahlen zwischen dem Regentag.
Horch,
still. Die Schritte halten vor der Tür an. Ein Klopfen wird erwartet, folgt
aber nicht.
Während
er noch draußen vor der geschlossenen Tür steht schießen ihm so viele Bilder
durch den Kopf. Bilder die er nie gesehen hat, die er sich selber zusammenmalt.
Auf der Suche nach einer Person die ihm als Mentor und Vertrauensperson zur
Seite steht, hat er die nächste herbe Enttäuschung erleben müssen. So folgt
wohl eins auf das andere, so hat er es sich verdient. Hat er das? Nein, das hat
er nicht, und er will es auf den Punkt bringen, will die Wahrheit wissen, egal
wie hart sie sein wird. Keine Lust auf Träume und Vorstellungen. Es wird Zeit
Azrael zur Verantwortung zu ziehen, soweit der Nordmann dieses tun kann.
Die
Klinke wird gedrückt und die Tür öffnet sich. Anstatt von seinem Schüler wie
sonst mit Handschütteln begrüßt zu werden, blickt ihn der Wikinger nur aus
tiefen Augenhöhlen an. Azrael wagt es nicht zu sprechen, obwohl er mit so etwas
gerechnet hatte… dennoch war die Hoffnung groß, dass Pavus einsehen könnte, wer
er nun ist, aber stattdessen öffnet sich wieder einmal der Himmel und lässt das
kühle Nass unsanft auf das Schild herunterprasseln.
Pavus: „Wie konntest du diese Dinge Menschen
antun?“
Die
Stimme des Hanseaten wird während des Satzes lauter, erhebt sich und eine
regelrechte Wut schwingt mit den Worten mit.
Pavus: „Was ist deine Entschuldigung, oder
bist du ein scheußliches Monster wie Robert Barker? Sag mir, Azrael, sag es mir
ehrlich… wie konntest du das mit deinem Gewissen vereinbaren?“
Sich
schämend blickt Azrael weg, kann seinem Gegenüber nicht ins Gesicht gucken.
Stattdessen lässt er die langen schwarzen Haare in sein noch ungeschminktes
Gesicht fallen. Sein massiver Körper erschlafft kurz und fällt in den Sessel.
Azrael Rage: „Ich weiß es nicht.“
Das ist
die Wahrheit. Wenn Azrael heute über seine Zeiten als Teufel nachdenkt,
versteht er tatsächlich nicht wie er damals so gewissenlos, so skrupellos sein
konnte. Immer noch martert ihn der Blick von Pavus, versucht durch die
Schädeldecke des Mannes zu blicken den er noch vor so kurzer Zeit als Freund
bezeichnete.
Pavus: „Kennst du denn kein Mitleid?“
Mitleid…
ein Wort, dass ihm tatsächlich früher fremd war. Es ging nur um seine eigenen
Ziele. Alles andere war entbehrlich.
Azrael Rage: „Ich kenne es… jetzt… das musst
du mir glauben.“
Pavus: „Ich muss dir gar nichts glauben. Wie
könnte ich? Ich bin deinem Anliegen nachgekommen, habe mich informiert. Wie
könnte ich deinem Wort noch Glauben schenken?“
Der
Regen nimmt zu und verdeckt den Himmel. Dabei sollte es doch heute ein erster
Griff zu den Sternen sein… Azrael fühlt sich verletzlich. Es ist merkwürdig…
trotz aller vorhergegangenen Taten ist es nun ein Gefühl, wie der Tiefpunkt.
Die Scharm, die Erinnerungen an sich selbst, die Hoffnung auf eine bessere
PCWA, die wahrscheinlich Utopie ist, wirken auf ihm wie ein schweres Joch, dass
er selbst mit aller Muskelkraft kaum zu stemmen vermag. Selbst den Blick in die
strafenden Augen Pavus erträgt er nicht, kann ihn nicht halten.
Er
versucht in dem letzten ernsthaften Blickkontakt so etwas wie den Ansatz von
Reue seines Mentors zu erhaschen, will sehen dass es ihm Leid tut. Der Körper
des Hanseaten spannt sich an, erneut diese Enttäuschung – und er kann die
gesuchte Reue nicht recht entdecken. Er möchte dem Regenläufer ja glauben, er
möchte es wirklich.
Was
soll Azrael nun tun? Um Vergebung bitten? Möglicherweise auf die Knie fallen
und Pavus anbetteln, stellvertretend für all seine Opfer. Ja, das wäre eine
gute Lösung, ein guter Anfang, aber es würde den einzigen Lebenszweck, den
Azrael noch besitzt gefährden… die PCWA zu retten. Höchstwahrscheinlich ist er
dazu nicht einmal in der Lage, und es ist nur ein Traum, aber wie könnte er
sich noch länger ertragen, wenn er es nicht wenigstens versuchen würde. Ohne
dieses Ziel, diesen heiligen Kreuzzug wenn man es so nennen mag, hätte er sich
vermutlich schon längst an einem Baum aufgehängt und sich dem zugeführt, was er
schon lange verdiente.
Azrael Rage: „Du musst gehen, Pavus. Du hast
einen Kampf heute zu bestreiten und ich auch.“
Diese
Augenblicke sind es in dem der grenzenlose Selbsthass, die innere Lethargie im
Begriff ist ihn zu erdrücken, zu erwürgen und doch ringt seine Kehle nach Luft…
für den Kampf, der nötig ist.
Dabei
sind es diese Momente in denen er so gerne loslassen und sich befreien würde.
Am liebsten würde er den gesamten schwarzen, bluttriefenden Hass aus seinem
Inneren hervorwürgen, ausspucken und dann einfach die Augen in Friedlichkeit
schließen und es beenden. Bisher waren diese Gedanken stets von ihm verworfen,
der Geist war frei für das Ziel, aber es wirkt einfach so unendlich schwer,
wenn der einzige Mensch, der ihm vertraute ihn nun derart mit Abscheu ansieht
und er ihm nur erklären kann, dass heute Abend der Kampf wichtiger ist, als alle
Emotionen, Ängste oder Missetaten vergangener Jahre. Das ist der Regen…
Pavus: „Willst du mir nicht einmal sagen, dass
es dir leid tut.“
Ein
Kopfschütteln. Das würde alles was heute zählt nur verwässern. Es geht um die
Chance nach dem größten Symbol im Neuzeitkampf zu greifen. Da sind Emotionen
fehl am Platz. Jemand muss dem Undisputed Gerasy den Korrupten entreißen und
das ist der Pfad, den es zu wandern geht… für Pavus wie für Azrael. Es ist eine
Chance, die sich nicht derart schnell wiederholen lässt. Möglicherweise ist es
sogar die einzige Chance.
Ist
sein Gegenüber wirklich so stur oder versucht er nur das Bild aufrecht zu
halten, den Selbstschutz zu aktivieren. Pavus will dies Reaktion nicht
verstehen, er kann sie nicht verstehen.
Pavus: „Sag irgendwas, Azrael. Ist dieser
Kampf denn wichtiger, als dein einziger Freund in dieser Welt?“
Es
bricht ihm fast das Genick, aber er nickt und spürt dabei Nadeln in sein Herz
stechen. Erschüttert blickt der Hanseat ihn an, kann kaum glauben, welche
Entfremdung sich gerade zu dem Mann ereignet, dem er vertraut hat.
Azrael Rage: „Heute wirst Du gegen mich
kämpfen. Mit all Deiner Kraft. Hast Du das verstanden?“
Erschrocken
blickt Pavus ihn an, hatte damit nicht gerechnet.
Allerdings
meint der Regenläufer es ernst. Er möchte nicht, dass sein Freund sich aufgrund
von Emotionen zurückhält, möchte Schläge in sein Gesicht spüren, denn dieser
Schmerz ist deutlich erträglicher als der in seiner Seele und er lässt ihn kurz
vergessen. Lässt ihn kurz leben.
Azrael Rage: „Ich werde mich auch nicht
zurückhalten.“
Ein
Nicken des Wikingers, wenn das sein Wille ist, dann soll er ihn bekommen. Und
Azrael kann sich eines ganz sicher sein – Schonen wird Pavus ihn nicht.
Pavus: „Ich verstehe.“
Die
Hand des einstigen Teufels legt sich in sein Gesicht, verhindert endgültig den letzten Augenkontakt. Es geht heute nur
darum die eigene Konzentration zu finden, denn eins hat Azrael heute gelernt,
als er erst mit Valkos Heritage und nun mit Pavus Maximus sprach. Niemand wird
ihm verzeihen können. Er steht alleine da. Ganz mutterseelenallein.
Wahrscheinlich
haben sogar alle Recht. Es gibt keinen Krieg in der PCWA. Es ist einfach nur
das übliche triste Tag ein – Tag aus.
Ohne
weitere Worte zu sprechen, verlässt Pavus die Kabine, beschließt sich woanders
niederzulassen. Hier hat er heute nichts mehr verloren. Aber er wird Azrael mit
aller Kraft ins Gesicht schlagen. Heute hat er seinem Mentor zugehört. Es hat
ihm nicht gefallen was er gehört hat, aber so sei es.
Das
Türklappen hört das eigentliche Schild nicht. So versucht er sich doch zu
fokussieren auf den heutigen Kampf… auf seine Gegner zu denen jetzt auch sein
einstiger Schüler gehört. Dieses Match ist einfach zu wichtig, um sich von
Dingen wie der eigenen Schuld, Freundschaft, Feindschaften und das Ertragen des
eigenen Lebens, ablenken zu lassen.
Denn
obwohl er nicht darüber nachdenken möchte, tut er es, und gibt allen Recht.
Valkos Heritage hat Recht. Das hier ist kein Krieg. Es ist nur die PCWA.
Höchstwahrscheinlich machte die Vorstellung eines Krieges es Azrael nur
leichter, denn im Krieg muss man, wenn man bereit ist anzukämpfen eine Seite
wählen. Man kann nicht für sich alleine stehen, wenn man überleben möchte.
Vielleicht hatte er gehofft, dass durch die Vorstellung des Krieges sich andere
zu seiner Seite gezwungen fühlen würden, aber er täuschte sich, denn jetzt
sieht er was dieser Krieg wirklich ist. Melodramatische Narretei!
Es
heißt für sich alleine stehen… VERDAMMT! Schon wieder war die Konzentration
verloren, aber irgendwie spendet der Gedanke alleine um den Erfolg und um den
Gerasy zu kämpfen eine gewisse Ruhe. Ruhe und Fokus. Genau, was er jetzt
braucht, um sich vorzubereiten.
Möglicherweise
hätte er gar nicht nach Verbündeten suchen sollen. Vielleicht ist es einfach nur
das Versuchen, dass ihn aufrecht erhält. Versuche den Erfolg zu finden,
Versuche die PCWA zu schützen und Versuche ein wenig der furchtbaren
Erinnerungen in einem wohlig warmen Gefühl zu begraben. In einem Scheinen der
Sonne… in dem Scheinen des Undisputed Gerasys.
Heute
Abend ist seine Chance. Versuche es, Azrael Rage!
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––

–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Ein
kurzer Blick in den Hinterhof der PCWA reicht aus, um sicherzugehen, dass er
hier in Ruhe er selbst sein kann.
Langsam
atmet er ein, genauso langsam wieder aus. Vor seinen Augen kondensiert sein
Atem, es scheint schon fast so, als wenn er sein Leben aushauchen würde.
Genauso fühlt er sich auch, unzufrieden, unsicher, ob das was er tut richtig
ist, von Erinnerungen geplagt, wie sollte er in dieser Kondition kämpfen? Von
der letzten Show hat er nichts mehr mitgekriegt, nur irgendjemand soll sich
umgebracht haben, vielleicht wäre das eine Lösung. Wen würde es schon
interessieren, wenn er tot ist. Immerhin hat seine Mutter fünf andere Kinder um
die sie sich kümmern muss, also was würde es schon ändern, wenn er fehlen
würde? Nein, dann wäre er ja so jämmerlich wie all diese anderen Menschen auf
dieser Welt, genau er ist nicht so wie die anderen, er ist Hudson verdammt. Er
ist nicht hier um irgendjemanden zu gefallen, außer sich selbst…und…
„Hey,
Jamie, alles klar für den Main Event? Freust du dich auf unser erstes
gemeinsames Tait a tait in der Battle Royal nachher?“
Hudson
ist alles andere als in der Stimmung mit einem Elroy zu reden, zwar hat er ihm
gegen Lucifer fast zum Sieg verholfen. Das ändert aber nichts an der Tatsache,
dass er in Hudson's Augen ein hinterlistiges Dreckstück bleibt. Allerdings
fühlt Hudson auch sowas wie eine Verbindung zu Elroy, immerhin ist dieser auch
nicht wie diese anderen Menschen, die sich hier in der PCWA herumtreiben. Es
würde wahrscheinlich nicht schaden, mit Elroy zu reden. Außerdem ist Elroy
durch die gemeinsame Firmenzugehörigkeit so ziemlich der einzige Soziale
Kontakt, den er hat. Auch, wenn sie keine Freunde sind, so ist Elroy so
ziemlich das einzige was zumindest daran herankommen würde – so bitter das
letztlich auch ist.
Hudson:
„Über was soll ich mich freuen? Darüber wiedermal, mich mit irgendwelchen Typen
zu prügeln, die alle fast so muskelbepackt sind wie ich, nur um irgendwelche
fetten Typen in Unterhemden zu unterhalten und kleinen Kindern, die von ihren
Vätern hierher geschleppt werden, zu amüsieren? Ich denke nicht. Das alles hier
erscheint mir sinnlos. Wo soll das alles hinführen?“
Ein heiseres
Lachen dringt aus der Kehle des Firmenaushängeschildes. Der Ohmenhausener legt
seinem weitaus größeren Stable Partner die Hand auf die breite Schulter.
Elroy:
„Jetzt sei mal nicht so deprimiert, nur weil du gegen unseren allheiligen
Mythos verloren hast. Das ist schon ganz anderen passiert. Wichtiger als die
Vergangenheit zu bewältigen, ist es in unsere gemeinsame Zukunft zu schauen.
Und die ist alles andere als sinnlos. Ich muss ja zugeben, dass ich bisher in
meiner Rolle als Aushängeschild nicht wirklich das Firmenideal verkörpert habe.
Aber nach diesem Affront im Tribune Match durch Lucifer und diesen Alistair
gegen Mich, und noch viel mehr, nachdem Gabriel sich dann auch noch mit Barker
verbündet hat, wurde mir klar, dass Kerry & Gaelic das einzig realistische
Gegengewicht zur ANGST ist!“
Seine
Hand wandert von Hudsons Schulter zu dessen Arm. Die andere Hand umfasst
parallel dazu den anderen Arm seines Partners.
Elroy:
„Wir sind die ersten neuen Rekruten auf dem Weg Kerry & Gaelic hier nicht nur
wirtschaftlich zu verankern, sondern auch sportlich entsprechend zu
repräsentieren. Heute, Jamie, ist unsere große Chance diesen Menschen da
draußen zu zeigen, dass wir die Guten sind! Mehr noch. Wir sind alternativlos.
Ich kenne diese Situation. Damals hat mir auch keiner zugetraut mit den Großen
mithalten zu können. So wie sie es mir heute wieder nicht zutrauen. Doch damals
stand ich allein. Heute steht hinter mir das mächtigste Konstrukt, das diese
Liga je beherrscht hat und…DU! Ja, Jamie, wir sind in dieser Liga, um den Pöbel
und dessen Kinder zu unterhalten. Das ist unser Job und dieser Job ist nicht
sinnlos, denn es wird uns mit Stolz erfüllen, wenn die Fans zu uns aufschauen
und beginnen über eigenes Leben nachzudenken. Unser Erfolg, der Erfolg der
vermeidlich Erfolglosen, wird auch ihr Erfolg sein. Lass uns zusammen für Kerry
& Gaelic erfolgreich sein! Es gibt keine Alternative!“
Ein
Bündnis mit jemandem wie Elroy? Irgendetwas in ihm drinnen sagt, dass sowas
eine schlechte Idee wäre. Gleichzeitig ist Elroy die Person, die ihm gegen
Lucifer beigestanden hat. Man könnte glatt sagen, Hudson hat so etwas wie
Vertrauen in Elroy entwickelt. Immerhin war dieser immer da, wenn er in
Schwierigkeiten hatte, sei es als Auslöser, als Außenstehender oder als jemand
der ihm Mut zugesprochen hat, fast schon so wie sein Vater. Auch wenn Elroy
wahrscheinlich nicht wirklich geeignet ist als Vaterperson für einen Hudson, so
ist er hier im Haifischbecken PCWA geradezu alternativlos.
Hudson:
„Alternativlos? Nun ja, ich bin Teil von Kerry & Gaelic, du bist ein Teil
davon…Wir beide, das klingt ja so verrückt, dass es funktionieren könnte. Aber
wieso bist du auf einmal so anders, Elroy? Steckt da vielleicht noch etwas
anderes dahinter als die Firma?“
Schmidtke
setzt seinen Unschuldslammblick auf.
Elroy:
„Von nun an, wird nur noch die Firma hinter allem stecken, was passiert. Kein
Mythos, kein Schlächter, kein Rächer, kein Sicherheitschef, kein Teufel, kein
Schild, keine Schachfiguren, keine Bücher, keine sozialen Netzwerke, keine
alten Recken, die keiner mehr kennt und dennoch überraschend wieder auftauchen
und so weiter und so fort…wir nehmen das Heft nun in die Hand! Es kann keine
Hintergedanken geben, wenn klar ist für was wir kämpfen. Wir beide kämpfen in
erster Linie für Kerry & Gaelic – alles andere ergibt sich von selbst!
Beginnen wir also damit, dass einer von uns beiden nachher die Battle Royal
gewinnt und den beim CORE den Undisputed Gerasy Belt dahin zurückbringt, wo er
hingehört! Na, klingt das sinnvoll genug für dich?“
Hudson
hat genug andere Probleme als dieses Match, aber wenigstens eine gute Position
zu erlangen wäre sicher nicht schlecht. Was spricht also dagegen ein Bündnis zu
schließen?
Hudson:
„Gut, Elroy, immerhin hast du so nett gefragt. Aber merk dir eins solltest du
mich hintergehen, dann war es das letzte Mal, dass ich dir vertraut habe.
Brauchst du sonst noch etwas oder kannst du mich jetzt endlich in Frieden
lassen.“
Ein
erleichtertes Grinsen beim Green Eyed God. Er boxt Hudson freundschaftlich
gegen den Arm und erntet dafür einen bösen Blick.
Elroy:
„Na klar, Jamie. Fokussiere dich ganz und gar auf das Match. Genieße den
Frieden, um nachher mit mir zusammen in den Krieg zu ziehen! Weißt du, es war
kein Zufall, dass du mich damals besiegt hast. Du bist ein ungeschliffener
Diamant. Irgendwie bist du auch leicht irre und sehr unbeständig in deinem
Charakter und damit auch in deinem Tun. Aber genau das ist es, was diese Liga
braucht. Jemand unberechenbares. So war ich früher auch. Keiner wusste, wann
der nächste E-K-O kommen und vor allem wen er treffen würde. Bewahre dir das,
Jamie, bewahre es dir und nutze es für die gute Sache, für Kerry & Gaelic -
TNE!“
Es wird
ein High Five angeboten, dass Hudson aber desinteressiert abwinkt, aber der
Evil Citizen nimmt es entspannt und verlässt den Ort des Geschehens. Er hat,
was er wollte. Jamie schaut ihm hinterher bis er ganz aus dem Sichtfeld
verschwunden ist.
Aus der
Tasche von Hudson's Parka wird nun ein Flachmann gezogen. Vor einen Kampf zu
kiffen würde sich wahrscheinlich nur schlecht auf den Kampf auswirken. Auch
wenn der Alkohol auch eine schlechte Wirkung haben könnte, ist er Hudson im
Moment lieber als dieses grüne Zeug. Langsam nimmt er einen Schluck, mit einem
Mal wird der gesamte Flachmann geleert. Hudson setzt sich auf den Bordstein,
und sieht in die Ferne. Was wohl sein Vater zu seiner Situation sagen würde?
Vincent
Craven: „Hudson und Schmidtke! Mmh…Elroy
scheint sich dem doch arg verunsicherten Jamie anzunehmen!“
Mike Garland: „Und der nimmt dies
überraschenderweise an. Vielleicht werden die beiden noch Freunde?“
Vincent Craven: „Zumindest sind die erst mal
Firmenkollegen und werden nachher in der Battle Royal wohl zusammenhalten!“
Mike Garland: „Was noch zu
beweisen wäre!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Luke Tyler zuckt mit den
Achseln. Mit offenen Augen schaut er in die Kamera und sucht seinen
Interviewpartner. Ein weiteres Mal schaut er sich um. Rechts und Links. Lange
will er nicht mehr warten.
„ARRRRGGHHAHHHHARRRGGH!!!“
Ein röhrendes Gebrüll kommt aus
der Ecke, wie es eigentlich nur der Barbarian in der PCWA hervorbringt. Doch es
ist nicht der Brawlin Rumble Rekordteilnehmer, der im Bild der Kamera
erscheint. Ein schwarzer Ganzkörperanzug verdeckt alles. Rote Handschuhe. Ein roter
Bluttropfen auf der Brust, ein rotes Kreuz auf der Stirn. Ansonsten nichts.
Der Ganzkörperanzug lässt nicht
einmal die Möglichkeit, das Gesicht zu erkennen. Unter dem Anzug zeichnen sich
eine Mütze, ein T-Shirt und eine lange Hose ab. Diese sind allesamt ebenfalls
schwarz.
Der Unbekannte reißt dem
erstaunten Luke Tyler das Mikrophon aus der Hand.
„Ich bin Nelson Friedrich Töle! Und ich bin der neue Star am PCWA
Firmament!“
Entschlossen reißt Töle die
Arme auseinander und rückt so den roten Bluttropfen auf seiner Brust ins
Rampenlicht.
NFT: „JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!“
Luke Tyler schaut sich den
neuen Mann verwirrt an. Er hat schon viele Rookies in die PCWA kommen sehen.
Skeptisch nimmt er das Mikrophon wieder entgegen.
Luke Tyler: „Nelson… Friedrich…“
NFT: „TÖLE! TÖLE! TÖLE!!!“
Der PCWA Interviewer räuspert
sich.
Luke Tyler: „Herr Töle, die PCWA ist kein Ponyhof…“
Hektisch fliegt der Kopf NFTs
zum Interviewer. Könnte man unter den schwarzen Stoff sehen, wäre wohl ein
böser Blick zu erleben.
NFT: „Schwachmat, ich kenne die PCWA! Ich bin auf den Straßen
Berlins aufgewachsen. Hier kennt man diese Liga! Und irgendwann war sie auch
mein Ziel. Das Ziel meiner Existenz. Hier wollte ich hin. Hier will ich
bleiben. Kapiert?“
Tyler nickt.
Luke Tyler: „Verstanden! Soweit ich aber informiert bin, sind sie
noch nicht allzulange Fan der PCWA…“
Der Mann im Ganzkörperkondom
wendet sich nun völlig Tyler zu. Er überragt den Interviewer und versucht ihn
sichtlich einzuschüchtern.
NFT: „NEIN! Und auch jetzt bin ich kein Fan. Hat der Schlächter
nicht klar gemacht, dass Fan sein nichts bringt. Das Fansein muss abgelegt
werden und so bin ich erst gar kein Fan geworden, ich bin sogleich Wrestler!
GRRR!“
Töle schlägt auf den roten
Tropfen seines Anzugs.
NFT: „Als die Ära des Schlächters begann, weilte ich auf den
Straßen Berlins. Doch mit der ersten Schlachtung hat sich etwas in mir
verändert. All die Drogen, all die kleinen Kiddies, denen ich das Handy
wegnahm, alle die Nutten, die ich fickte... Das alles brachte mir nichts. Mit
dem ersten Opfer des Schlächters habe ich das hinter mir gelassen. Ich habe nur
noch den Schlächter gesehen! Der Schlächter hat mich zu dem gemacht, was ich
jetzt bin!“
Nelson lacht.
NFT: „Ich habe mich zum Wrestler ausbilden lassen, weil ich so
werden wollte wie er. Weil sein Ideal zu meinem geworden ist. Ich will ein Teil
der ANGST sein! Lange habe ich gearbeitet, um hier zu stehen und gekämpft,
damit ich einen PCWA Vertrag erhalte. Nun stehe ich hier, in der ersten Show, nachdem
der Schlächter seinen Weg mit dem Gerasy gekrönt hat. Kann es ein besseres
Zeichen für mich geben? Die erste Show der Angst-Ära und ich mache mein Debüt.
Nelson Friedrich Töle! NFT! Ich werde ab
heute für immer mit dem Schlächter verbunden sein! GRRR!“
Tyler schaut zu Boden, als er
den Worten des fanatischen jungen Mannes lauscht. Jetzt hebt er jedoch den
Zeigefinger.
Luke Tyler: „Man sollte nicht vergessen, dass der Imperial Impact
nicht nur der Tag war, an dem der Schlächter Gerasy Champion wurde, sondern
auch der Tag, an dem Barker den Tod seines ehemaligen Kumpanen Tom Nowaks
mitverschuldete!“
Auf einmal springt NFT auf
Tyler zu und packt ihn am Kragen. Der Interviewer kann sich nicht wehren und
wird gegen die Wand gedrückt.
NFT: „DER SCHLÄCHTER HAT DAS NICHT VERSCHULDET! KAPIERT? KAPIERT?
SCHWACHMAT!?“
Ängstlich starrt Luke Tyler den
Neuling Nelson Friedrich an. Als sich der Griff der Töle löst, atmet Luke
befreit auf.
NFT: „Nowak war einfach zu… schwach! Er war zu schwach! Einfach
zu schwach! Dieser Pole. Ein Schwächling sondergleichen. Fallobst. Ja, seine
Entscheidung war richtig! Auf dieser Welt ist kein Platz für Schwächlinge! AUF
DIESER WELT IST NUR PLATZ FÜR SCHLÄCHTER!!!“
Stramm streckt Nelson Friedrich
Töle die Brust erneut nach vorne und hämmert sich mit beiden Fäusten auf den
Bluttropfen.
NFT: „Ich bin Nelson Friedrich Töle. Ich bin hier, weil die Angst
mich gerufen hat. Das Faszinosum des Schlächters hat mich hierher gebracht. Ich
will ihn endlich kennen lernen. Den Meister. Den Macher. Den Schöpfer. Ich will
Teil seiner Kreation werden und ich will mit ihm die PCWA neu formatieren!“
Tyler hat langsam wieder seinen
Anzug gerichtet. Kurz überlegt er, ob er noch einen Vorstoß wagen soll.
Entschlossen ballt er die Faust.
Luke Tyler: „Fragt sich nur, ob Barker das auch will!?“
NFT: „DER SCHLÄCHTER!“
Der PCWA Angestellte rollt mit
den Augen.
Luke Tyler: „Fragt sich nur, ob der Schlächter das auch will?“
NFT: „Wieso sollte er nicht? WIESO SOLLTE ER NICHT??? Ich kann
ihm Opfer bringen! Ich kann ihm Narben schneiden! Rage, Milton, MD oder den
Gewinner der heutigen Battle Royal! Ich kann sie alle für ihn opfern! OPFERN!
AUF SEINEM ALTAR DER ANGST!“
Luke Tyler: „Wir werden sehen…“
Nelson schüttelt heftig mit dem
Kopf.
NFT: „Nein, ihr werdet spüren! DENN… denn… NIEMAND, NIEMAND
VERGISST EINE TÖLE!!!“
Und damit verschwindet Nelson Friedrich
Töle so eilig wie er gekommen ist. Luke Tyler schaut dem Neuen verblüfft
hinterher.
Luke
Tyler: „Verstärkung für den Schlächter!? Mit dieser Frage gebe ich zurück zu
Mike und Vincent.“
--------------------K&G/PCWA--------------------
Mike Garland: „Tja, was soll man wohl dazu sagen?“
Vincent Craven: „Der Schlächter wirft also seinen Schatten schon
über Berlin hinaus…“
Mike Garland: „Oh… da ertönt eine Musik…“
Whispering voices in my head,
sounds like they're calling my name.
A heavy hand is shaking my bed,
I'm waking up and I feel the strain.
YOU TAPED
OUT! YOU TAPED OUT!
Mike Garland: „Wir haben heute schon mehrfach über ihn gesprochen
und ihn auch kurz bei der Schweigeminute für Tom Nowak gesehen: John Smith!
Wenn man dem Internet glauben darf einer der großen Verlierer des Imperial
Impacts.“
Vincent Craven: „Die Niederlage gegen Rage hat weh getan, im
mehrfachen Sinn. Wie die Krücken zeigen, an denen wir ihn heute schon gesehen
haben. Der Eingriff am Knie scheint gut verlaufen zu sein, aber jetzt muss John
die Beine schonen.“
YOU TAPED
OUT! YOU TAPED OUT!
Ohne großes Feuerwerk betritt
der US Amerikaner die Arena. Das linke Knie ist stärker denn je bandagiert,
kein Wunder nach dem Eingriff in München vor zwei Wochen. Doch das Berliner
Publikum kennt nur wenig Mitleid für die ultimative Waffe. Die Schilder, die
man in der Halle hochhält, sprechen eine klare Sprache: Smith hat von Rage die nötige
Packung Prügel eingesteckt für seine Taten. Natürlich ist Smith nicht zufrieden
mit dieser Art von Publikumsreaktion.
I'm
feeling
pushed again
I'm feeling
pushed again
Aber er hat beschlossen, das
einfach zu ignorieren. Die letzten Wochen haben ihn gestählt, was diese Art von
Antwort der Fans angeht. Man sieht ihm die Mühe an, die er noch mit der
Fortbewegung hier hat, aber es gab kurz nach dem Eingriff Videos, auf denen das
schlechter aussah.
YOU TAPED
OUT! YOU TAPED OUT!
Mike Garland: „Was hältst du von der Geschichte um sein Knie?
Gesund sieht anders aus, möchte ich meinen.“
Vincent Craven: „Ja. Aber unsere Quellen haben ja auch eindeutig
davon gesprochen, dass das eine riskante Behandlung ist, für die sich Smith und
unser Ringarzt Dr. Häuser da entschieden haben.“
Mike Garland: „Smith wird sicher gleich noch was dazu sagen,
sobald er hier im Ring angekommen ist. Abwarten.“
John Smith
<the ultimate weapon>
Smith kämpft sich in den Ring
hinein, unterstützt von zwei Mitarbeitern der PCWA. In der Ringmitte
angekommen, wirft Smith eine der beiden Krücken zur Seite und lässt sich ein
Mikrofon reichen. Die Zwischenrufe von den Rängen ignoriert er derwielene.
John Smith: „Was seht
ihr?“
YOU TAPED OUT! YOU TAPED OUT!
Smith schüttelt den Kopf. Nein, er ist nicht Patricia
Selladore.
John Smith: „Not exactly … Aber ja. Ihr glaubt einen gebrochenen Mann zu
sehen. Einen Mann, der gegen seinen größten Feind erneut verloren hat. Einen
Mann, der im entscheidenden Moment einmal mehr eingeknickt ist. Wie bei
Brawlin‘ Rumble VI gegen Azrael Rage, als es um den Gerasy Title ging. Wie bei
Vendetta #80 gegen Tom Nowak, als es um meinen Vertrag ging. Und jetzt stehe
ich wieder hier. Auf einer Krücke mit einem stark bandagierten, frisch
operierten Knie. Ein Mann, auf dem die ach so tollen Fans herum trampeln
können.“
YOU TAPED
OUT! YOU TAPED OUT!
Smith hört auf sich darüber zu beschweren. Bringt ja
eh nichts.
John Smith: „Aber das
Spiel ist noch nicht vorbei. I’m still standing tall … Und kein verdammter
Azrael Rage kann mich stoppen, keine verdammte Knieverletzung. ICH stehe hier
immer noch. Angeschlagen? Ja. Als Verlierer des Imperial Impact VIII? Ja. Als
gebrochener Mann?“
Die Kamera zoomt an den Amerikaner heran. Die Lippen
formen vier Buchstaben, ein Wort.
John Smith: „NEIN!“
Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht.
John Smith: „Lasst mir
euch erzählen, was in den nächsten Wochen passieren wird: ICH werde zu Vendetta
#83 fahren, werde zwei anderen Kerlen solange in den Arsch treten, bis sie
darum betteln, bis zur ‚Drei‘ mit den Schultern auf der Matte liegen zu
bleiben. ICH werde zum PCWA Core 2012 fahren, werde mich Mad Dog, oder wer auch
immer das andere Viertelfinale da gewonnen haben wird, stellen. ICH werde ihn
besiegen. ICH werde ins Finale einziehen. Mich dem stellen, der sich im anderen
Halbfinale durchgesetzt hat. Und ICH werde ihn besiegen.“
Pause. Wenige Sekunden lang. Aber das Publikum scheint
zumindest für diese wenigen Augenblicke zu verstummen.
John Smith: „Und
dann werde ich meinen Blick auf das Stück Gold werfen, das allen hier so viel
bedeutet. Ich werde mein rechtmäßiges Match gegen den Undisputed Gerasy
Champion einfordern—beim Brawlin‘ Rumble IX. Ich werde das zurückholen, was ich
nie verlieren hätte dürfen. Ich werde drüben im Dome stehen, im großen Ring.
Ich werde den Undisputed Gerasy Title hochhalten. Und ich werde drei Worte
aussprechen.“
Erneute kurze Pause.
John Smith:
„Veni …“
Er spricht das so aus, wie Amerikaner nun einmal Latein
aussprechen. Oder sonstige Sachen, die nicht englischen Ursprungs sind.
John Smith: „…
Vidi …“
Er reißt den Arm nach oben, den imaginären Gürtel bereits
in seiner Hand. Die Augen geschlossen, die Lippen zu einem breiten Grinsen
verzerrt.
John Smith:
„…Vici.“
Die Regie schaltet zurück zu Mike und Vincent am
Kommentatorenpult.
Mike Garland: „Wie auch
immer man zu seinen Taten steht: John ist eine Kämpfernatur. Gerade frisch
operiert kündigt er schon die nächsten großen Pläne an. “
Vincent Craven: „Und vor allem hat er eine Mission: Den Undisputed Geray Title
wieder in den Händen halten. Die interessante Frage dabei: Wer kann, will oder
soll ihn auf diesem Weg stoppen?“
Mike Garland: „Da gibt
es sicher einige. Zum Beispiel sein möglicher Halbfinal Gegner Mad Dog. Oder
auch die anderen, die nachher die Battle Royal nicht gewinnen werden können.
Und dann eben ihren Blick auf den nächstbesten Preis neben dem Gerasy werfen
werden: Den Quest for the Best 2012 Sieg!“
Vincent Craven: „Wir
erinnern uns: Der Sieger darf JEDERZEIT ein Match gegen wirklich JEDEN Gegner
in der PCWA fordern. Egal wann, egal wo, egal um welchen Preis. Und selten
haben wir ein so hochkarätiges Teilnehmerfeld gehabt.“
Mike Garland: „Da ist
Smiths Ansage hier schon ganz schön mutig. Aber er hat es früher schon
bewiesen: Er kann alles erreichen. Den Willen, den Mut und das Können dazu hat
er immer gehabt.“
Vincent Craven: „Hat
gehabt. DAS ist genau der Punkt. Kann er das immer noch? Gegen Rage und Nowak
hat es nicht gereicht. Und vor allem: Was macht er, wenn er den Quest wieder
nicht gewinnt? Tritt er dann als gebrochener Mann ab?“
Mike Garland: „Die nahe
Zukunft von John Smith wird verdammt spannend! Verfolgt die PCWA und ihr findet
heraus, wie es weiter geht.“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––

–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Sicherheit. Ordnung. Aufgabe oder Hingabe?
Der Raum ist abgedunkelt. Das Licht aus. MD stützt sich auf dem kleinen Tisch ab. Wieder ist nur sein Hinterkopf zu sehen. Und sie. Die Maske. Allein sie ist im Fokus. Im Auge des Betrachters. Im Auge des verrückten Hundes, des Night Fighters.
Er hat sie lange getragen. Lange vor sich gehabt. Ihren Aufgaben erlegen. Hat sich hingegeben. In die Unordnung. In die Verschleierung. Wurde zu dem, was seine Väter für ihn erkoren. Und was er sich erkämpfte. Seine Sicherheit war der anderen Unsicherheit.
Resigniert atmet MD aus. Sein Blick fällt auf das Schachbrett vor ihm. Sein sicheres Spiel. Ehe ihm auffällt, dass die wichtigste Figur fehlt, dass seine Figur fehlt – die Figur aus einem anderen Spiel, Mensch ärger dich nicht – ehe ihm dies auffällt, keimt der Gedanke, den auch das Gespräch mit Blaze nicht zu beantworten vermochte, auf.
Die Maske singt…
Immer wenn ich
bei dir war,
hast du alles nur für mich getan.
Ich hab dich in die Irre geführt,
meine Versprechen waren so oft leer.
Das Schachbrett wird vom Tisch gefegt. Die Figuren fallen zu Boden, das Brett knallt zusammen. Barker, Heritage, Blaze, Blake, Yuma, Lucifer und Co fliegen und fallen. Er nicht. Denn er war nicht dabei – aber das weiß MD nicht. Noch nicht.
Er stöhnt. Lässt sich fallen. Wirklich. Nicht sein Symbol. In den Sessel. Zurück.
Cut – Blake betrachtet die Figur in seiner Hand. Mad Dog. Die unbekannte Konstante. Milton ist nicht ganz bei der Sache. Ausgerechnet heute, wo er in einem Main Event steht – gegen so einige. Er erinnert sich an das TLC Match und hält kurz inne. Er wollte doch zu Gabriel Lucifer. Er wollte ihn beschützen und ihn daran erinnern, wo genau sein Platz ist.
Er steht vor der falschen Tür, vergisst zu klopfen und öffnet sie ganz so, als wäre es seine eigene Kabine. Es ist dunkel.
„Er braucht Hilfe. Er braucht ein Ziel vor Augen… SEIN Ziel.“
Plötzlich ein Licht. Die gleisenden Strahlen einer Taschenlampe blenden ihn, fallen durch drei Löcher einer Maske, verborgen im Schwarz des Dunkels. Eine raue Stimme will ihn zurechtweisen, verliert sich jedoch in Gleichgültigkeit: „Seit wann klopfst du nicht mehr an, huh?“
Kein Schreien, kein Würgen, kein Schlagen – Mad Dog sitzt einfach nur da, anstatt „seinem Zögling“ für diesen Fauxpas die Seele aus dem Leib zu prügeln. Gedankenverloren leuchtet er mit dem Lichtkegel durch die Maske, die er extra dafür abgenommen hat. Sein wirkliches Gesicht lauert vakant im Dunkeln.
„Wie kann er sich auf das hier alles konzentrieren, wenn ihn der Ernst des Lebens immer wieder einholt? Oder hat er es nicht anders gewollt? Er wollte keine Security sein, sondern Wrestler. Er priorisierte seinen Kindheitstraum und entschied sich damit gegen den mächtigsten Mann der Liga... dem er so hoffnungslos verfallen ist.“
Blake weicht verunsichert zurück, denn erst jetzt realisiert er, dass er in der Kabine seines Mentors steht und nicht wagt, es auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen, den Lichtschalter zu betätigen, um sich zu vergewissern. MD, dessen Augen deutlich besser an die Dunkelheit gewöhnt sind und nicht vom Licht der Taschenlampe geblendet werden, klingt lustlos. Freudlos. Verbittert. Monoton.
Mad Dog: „Hatte ich dir nicht gesagt, dass ich dich nicht mehr sehen will? Was machst du hier? Willst du auch mich… retten?“
Zynisch. Irgendwann driftet er immer in Galgenhumor ab… Es kotzt ihn selbst an. MD. Aber Blake scheint das nicht gewahr zu sein.
„Er hat mitten auf dem Schlachtfeld die Orientierung verloren… zwischen seiner Aufgabe als leitender Sicherheitsbeauftragter der PCWA, seiner Rolle innerhalb der Inflection Scale, Gabriel und Mad Dog. Zwischen all diesem ganzen Entertainment und Turnieren… der ‚Prestige Challenge‘, dem ‚Quest for the Best‘, dem ‚Fingers, Legs and Skull‘ und dem kommenden ‚Brawlin Rumble IX‘.“
Ein Räuspern, bevor ihm Milton monoton entgegnet: „Es ist dunkel. Du siehst genauso wenig wie ich.“
Der verrückte Hund kichert gestört: „Keine gelungene Metapher für mich, den Unbekannten? Und für dich? Ja, du… wo standst du eigentlich?“
Er strahlt genau auf Blakes Kopf und die hellen Lichtpunkte legen sich verzerrt auf dessen Augen und Mund. MDs Fangzähne blitzen kurz auf, als er nach Blakes Musterung kurz darauf die auf dem Boden verstreuten Figuren zu sortieren und diejenige mit dem Aufkleber „Mein(!) Blake“ zu suchen versucht.
Mad Dog: „Gefällt mir… dein Mut.“
„Sein Zögling“ fährt sich mit einer Hand über das Gesicht. Er ist unruhig.
„SEIN
Ziel ist so nah… die Erwartungen so abnorm hoch. Caleb Yuma – Prestige
Challenge Gewinner und der eigentliche Number One Contender innerhalb der
Ladder. Cryption
Crown Holder Chris McFly Jr. und Tribune Champion Alistair Brunswick.”
Der Fighter nimmt das Licht von ihm und senkt seinen Kopf. Konfrontiert den Australier mit der Dunkelheit. Der Unsicherheit. Und ihr. Konfrontiert ihn mit der grässlich hässlichen Maske.
Mad Dog: „Blake, ich hab dich mal wieder unterschätzt. Dass du Nowak besiegst, hätte ich nicht gedacht. Nein, ich dachte er macht dich fertig. Schlachtet dich. Doch du hast ihn besiegt und damit…“
MD schüttelt den Kopf. Er wollte sich heute noch zum Tod des Polen äußern. Streift den Gedanken daran aber jetzt ab.
Mad Dog: „Du hast mich davon abgehalten, dir zu helfen. Gut so! Im Grunde hast du mich von Anfang an nicht gebraucht, huh!? Ist es nicht so? Ja, deine stoische, sture Art… Was hast du denn angenommen von mir? Beherzigt? HUH!? Glaubst du ich hab dich zum Spaß verprügelt, gewürgt, geschlagen und getreten? Nein, ich wollte, dass du kapierst – aber du hast nicht kapiert. Du hast das gemacht, was jeder macht: Dein Ding!“
MD dreht sich im Sessel um. Blake den Rücken zu. So wie vorhin Blaze. Starrt an die leere Wand, die aufgrund der Dunkelheit heller erscheint als sie ist.
Mad Dog: „Und es ist gut so! Mach weiterhin das, was du willst und denkst. Vielleicht gewinnst du ja heute Abend nochmal. Kämpfen kannst du! Also… mach’s gut, Blake!“
Die letzten Worte… nicht mehr monoton. Nein. Gekränkt. Verbittert. Verschluckt.
Blake Milton: „Aber…“
…ich brauch dich.
Ich dich auch. Aber du willst ja nicht.
…doch ich will. Bestimmt. Glaub mir. Will bei dir sein. Will so sein… wie… du es bist.
Wer bin ich denn, huh? Was bin ich denn?
Blake lehnt sich rücklings gegen die Tür. Es waren zu viele Tabletten. Ihm ist schwindlig und schlecht. Er fühlt sich unwohl, doch ausgerechnet heute kann keiner den anderen aufgrund der Dunkelheit deuten. Nur die Maske. Ach. Die Maske.
Mad Dog: „Was?“
Blake ist übel.
Mad Dog: „Aber… was, Blake? Du sagtest… aber! Aber… was?”
Hoffnung in der Stimme des Hundes. Blake räuspert sich, hört den Willen seines Mentors.
Blake Milton: „Ich wollte doch nur…“
Eine Entschuldigung für den Impact? MD wird hellhörig. Miltons Unterton wird seltsam besitzergreifend.
Blake Milton: „…mein
Match. Tom Nowak gehörte ganz allein mir.
Es war mein Sieg. Oder wie du es
nennen würdest… mein Triumph. Ein
wahrer Triumph. Denn nur ein wahrer Triumph…“
Mad Dog: „…bringt Sicherheit!“
Stille. Ehe das Lachen des Night Fighters durch die Dunkelheit hallt. War es billige Psychologie, die der Junge da mit ihm versuchte oder die Wahrheit? Hatte er was mitgenommen… gelernt von ihm, der unbekannten Konstante?
Mad Dog: „Wie dem auch sei, Blake. Ich bin kein guter Vater!“
Die Gedanken an seine Tochter, sie müsste jetzt fünf Jahre sein, waren schon immer das Kontra zu den Zielen seiner Karriere.
MD schüttelt sich, blendet Blake wieder an, als er sich zurück zu ihm dreht.
Mad Dog: „Und ich bin kein guter Mentor! Du hingegen bist ein guter Wrestler… und ja, vielleicht schaffst du heute einen wahren Triumph und zeigst dem Banausen am Kommentatorentisch, Barker, was es heißt zu gewinnen. Einen Sieg zu fühlen, einen Triumph mit den eigenen Händen zu erkämpfen. Das überströmende Siegesgefühl. Gehen wir vor dem Segen aus der Kirche, Blake? Nein! Unser Orgasmus ist in der Frau. Barker aber ging mal wieder in sein Kämmerlein und spritzte die Vorstellung eines Sieges an. Blake, zeig ihm heute Abend, was Erlebnis bedeutet. Zeig ihm heute Abend, was Schöpfung bedeutet, Blake. Zeig ihm einen wahren Höhepunkt!“
„Azrael Rage und Elroy Schmidtke – ehemalige Träger des Gerasy Title. Vinzenz, Pavus, Hudson und ein schwer einzuschätzender Díego A. Sanchéz. Alle gegen alle. Und er weiß nicht, ob er mehr Angst davor hat, zu verlieren, oder davor… tatsächlich zu gewinnen.“
Mad Dog: „Und wenn nicht… dann hast du immer noch den Quest, verstehst du?“
Der Blick des Fighters fällt auf die Maske. Und die Sehlinien der beiden Protagonisten treffen sich hier. Stoßen sich an der grässlich Hässlichen. Zögernd. Traurig.
Mad Dog: „Verfolge dein Ziel, egal, was kommt! Hab es immer vor Augen, immer! Versuche alles, um es zu bekommen… erst…“
Wegen mir hast
du vor Wut geweint,
wegen mir hast du dich selbst zum Feind.
Es ist meine Schuld, du kannst nichts dafür.
Ich bin die Hoffnung und du stirbst mit mir.
Ich bin die Sehnsucht in dir.
Die Maske singt das Trauerspiel.
Mad Dog: „Erst, wenn du weißt, dass du es nicht erreichen kannst. Erst, wenn das Scheitern dein Versagen und Nichtkönnen offenlegt… erst dann musst du es wohl…“
Blake sieht die Hand MDs, wie sie sich zur Maske vortastet. Zittert. Schwitzend. Sieht die Narben, sieht die Blässe. Die Schwäche. Das Verlangen. Und das Scheitern, als sie vernichtend zurückgezogen wird. Weg. Fort.
Mad Dog: „…aufgeben! Dein Ziel… verneinen.“
„Ist es das wert?“
MD dreht sich wieder
weg. Will nicht mehr. Nicht mehr hinsehen. Sie. Die Hässliche. Sein Spieglein,
Spieglein an der Wand. Seine Identität nicht mehr sehen. Wo will er hin? Ohne
sie nur Leere. Ohne sie. Er! Allein er. Kann er noch ohne sie sein?
„Er braucht ihn. Es hat einen guten Grund, warum er ausgerechnet ihn als Mentor erkoren hat. Und dieser Grund ist so entscheidend, dass er sich jedes Mal den Speichel aus den Mundwinkeln wischen muss, wenn er Mad Dog sieht. Er darf ihn nicht verlieren…“
Mad Dog: „Ich kann das nicht…“
„Aber wenn Mad Dog es nicht schafft… ist er dann auch zum Scheitern verurteilt? Hier, inmitten der Schlacht… inmitten all der Leichen und dem Glauben, den schon zu viele verloren haben.“
Blake erkennt, wie der Handrücken des verrückten Hundes ganz dicht unter dessen Auge fährt. Eine Träne. Wegwischt. Sein Kopf schaut zum Boden. Die Figuren verstreut. Das wirre Spiel. Es ist zu Ende gespielt.
Mad Dog: „Ich kann nicht… dein Mentor sein.“
Blake Milton: „Bitte tu mir das nicht an…“
„Er kann es sich nicht leisten aufzugeben, denn was wird dann aus seinem Ziel? Aus Gabriel und der PCWA?“
Mad Dog: „Was willst du denn von mir? HUH!? WAS!?“
Blake Milton: „Ich brauche dich…“
Der Night Fighter schüttelt den Kopf und fängt tatsächlich an, Blake auszulachen. Galgenhumor.
Mad Dog: „Du weißt doch noch nicht mal, wer ich wirklich bin, du Idiot! Versteh endlich, dass du nur dich brauchst! Und mach, dass du hier rauskommst! Ich kann dich nicht mehr sehen!“
Blake Milton: „Ich gehöre an DEINE Seite – weißt du noch? Du brauchst mich, genauso wie ich dich!“
Mad Dog: „Hör auf, mich herauszufordern, Blake. Du weißt nicht, auf was du dich hier einlässt…“
Mad Dog erhebt sich. Er wirkt größer… bedrohlicher, mit der Maske in der Hand und nicht über seinem Gesicht. Es ist das Unbekannte, was es für einen Moment tatsächlich unerträglich macht, mit ihm in ein und demselben Raum zu sein und nicht zu wissen, ob er wirklich Mad Dog ist.
Blake Milton: „Wer… bist du…?“
Mad Dog: „Wen meinst du?“
Irritiert zeigt MD auf die Maske, dann auf sich selbst. Der verrückte Hund geht auf den Australier zu, den es Überwindung kostet, sich nicht zu übergeben. Blake schließt seine Augen und versucht seinen miserablen Gesundheitszustand zu ignorieren.
Mad Dog: „Warum willst du mir nicht ins Gesicht schauen, huh?“
Hat er keines? Bzw. liegt sein Gesicht in seinen Händen?
Der Junge dreht sich weg, sucht nach der Türklinke, während Mad Dog „seinen Zögling“ an der Security-Uniform packt… und ihn einfach nur aus seiner Kabine wirft.
Mad Dog: „Ich habe gesagt… RAUS HIER, DU IDIOT! ES IST VORBEI!“
Ich bin die
Sehnsucht und du stirbst mit mir.
Vincent
Craven: „Der arme Blake. Er kriegt
es aber richtig dicke. Jetzt will auch noch sein Mentor anscheinend nix mehr
von ihm wissen!“
Mike Garland: „Abwarten, Mad Dog wirkte
bereits in der Szene mit Blaze vorhin äußerst angespannt. Milton auf alle Fälle
will bei Mad Dog bleiben!“
Vincent Craven: „Am Ende wird es aber die
Entscheidung des verrückten Hundes sein. Vorerst hat er ihn aus der Kabine
geworfen.“
Mike Garland: „Ein anderer hat bisher noch
Niemanden in irgendeiner Kabine angetroffen, konnte also gar nicht rausgeworfen
werden, und so geht es anscheinend weiter…schau mal auf die Leinwand…“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Ein
neuer Gang, eine neue Kabine, ein neuer Anlauf. Dieses Mal versucht der Social
Media Superstar Caleb Yuma seinen Freund Blake Milton aufzusuchen. Er klopft an
die Kabinentür, will eintreten, doch nichts tut sich. Verschlossen! Unmut
kennzeichnet das Gesicht des Prestige Challenge Gewinners 2011. Erst sein
Mentor, nun sein bester Freund. Niemand ist für ihn zu erreichen, mit niemandem
kann er Sachen besprechen. Dabei wäre eine Taktikbesprechung für die Battle
Royal bitter nötig. Yuma will gerade von dannen ziehen, als Luke Tyler vor ihm
auftaucht.
Luke Tyler: „Caleb, alles in Ordnung bei
dir? Du siehst sauer aus.“
Caleb Yuma: „Alles gut Luke. Alles gut.“
Sein
Gesicht spricht eine andere Sprache.
Luke Tyler: „Heute Abend ist ein ziemlich
wichtiger in deiner Karriere. Du hast hier eine ultimative Chance dargeboten.
Wie hast du vor, die Battle Royal anzugehen?“
Der Mr.
New Media der PCWA kneift die Lippen zusammen. Wenn er es nur wüsste. Genau das
tut er aber nicht. Weil niemand mit ihm spricht.
Caleb Yuma: „Ich habe einen Plan. Und wenn
ich bisher einen Plan hatte, dann war dieser am Ende auch von Erfolg gekrönt.
Mein bisheriger Weg sollte dies eindrucksvoll belegen.“
Luke Tyler: „Daran besteht kein Zweifel. Im
Internet fällt dein Name sehr häufig, wenn nach dem strahlenden Sieger des
heutigen Abends gefragt wird. Fühlst du dich bereit, einem Schlächter Robert
Barker gegenüber zustehen?“
Caleb Yuma: „Ich schätze, das wissen wir
erst, wenn ich ihm tatsächlich gegenüber stehe. Aber heute Abend kann ich ihm
ja schon einmal in die Augen blicken und sehen, ob er auch bereit ist, sich mit
mir auseinanderzusetzen. Auf Robert Barker wartet die womöglich schwierigste
Aufgabe von allen: er müsste sich einem absolut nicht berechenbaren, nicht
bekannten Wrestler stellen, der vielleicht ein ganz anderer ist, als es
bisherige Auftritte vermuten lassen, der vielleicht noch viel mehr kann, als er
bisher gezeigt hat. Der vielleicht nur darauf wartet, dass man ihm eine Chance
gibt, einen unglaublichen Upset zu landen. Ich glaube, sollte es zum Duell
Schlächter und Social Media King of the Ring kommen, sollte ich nicht
grundlegend und auf jeden Fall derjenige sein, der sich fürchtet – denn Robert
Barker, hat bereits viele Stunden Videomaterial produziert.“
Ein
Grinsen umspielt seine Lippen. Man könnte fast meinen, Yuma wüsste etwas, das
alle anderen nicht wüssten.
Luke Tyler: „Wie hat Valkos dich auf die
Battle Royal vorbereitet.“
Sofort
verschwindet das Lächeln wieder. Der Unmut kehrt zurück.
Caleb Yuma: „Das Luke, wird die Battle Royal
zeigen.“
Luke Tyler: „Wie schätzt du deine
Konkurrenten ein?“
Caleb Yuma: „Ach Luke, ist es nicht so, dass
bereits zig andere Teilnehmer ihre Meinung über alle anderen kund getan haben?
Hat nicht bereits Rage einen ellenlangen Monolog gehalten, wo er eine
Einschätzung über jeden abgibt, nur um am Ende offen oder im Subtext
auszudrücken, dass eh nur er gewinnen kann? Jeder sagt so vieles über die
anderen, da wird keine weitere Meinung verlangt. Am Ende spricht das Match für
sich selbst und alle Worte von zuvor sind Schall und Rauch. Und sorry, ich muss
das Interview hier leider beenden. Ich muss noch andere Gespräche führen.“
Gesagt,
getan. Abrupt wird der Dialog abgebrochen und Luke Tyler ohne Verabschiedung
allein zurück gelassen.
… No Connection Possible… Network
shutdown?…
––––––––––––
K&G/PCWA ––––––––––––

––––––––––––
K&G/PCWA ––––––––––––
Vincent Craven: „Vielleicht findet Yuma ja
bis zum kommen Pay Per View endlich jemanden in einer Kabine vor…“
Mike Garland: „…Das war gemein…naja…irgendwie
nervt es, eine Show so ganz ohne Matches, findest du nicht?“
Vincent Craven: „Es ist ungewohnt, besser
gesagt außergewöhnlich! Sowas gibt es nur in der PCWA!“
Mike Garland: „Einen Elroy,
Lucifer oder Barker gibt es auch nur bei uns, aber ist das gut?“
Vincent Craven:
„Abwechslungsreich…“
Mike Garland: „…Oh, sorry, da
kommt jemand…endlich mal was im Ring anscheinend…NEIN…ausgerechnet der
Typ…hätte ich mal lieber nix gesagt…“
Turn the lights off.
Für
einen Moment, einen Augenblick nur, ist es still im weiten Rund des PCWA
Theatres. Dann zerreißen helle Lichtblitze die Dunkelheit, ersetzen sie durch Farben.
Blau. Weiß. Rot. The Star Spangled Banner, in einem immer schneller werdenden
Rhythmus.
NO respect
NO loyality
NO regrets


Mit weit ausgebreiteten Armen
schreitet er durch den Entrance. Über die Schultern hat Alistair einen
extravaganten Mantel mit Fellbesatz geworfen, der uns einen guten Blick auf
seinen nackten Oberkörper gewährt. Alistair weiß um die Wirkung seines
perfekten Sixpacks und der wohlgebräunten Haut und verharrt für einen Moment,
während die Kameras einige weibliche Fans in den ersten Reihen einfangen. Um
die Hüften hat er den blitzblank polierten Tribune Title geschnallt, seinen
neuesten Blickfang.
where do i put the hate?
to a pixilated screen
i can't watch anymore
Für
einen Moment verharrt Alistair am Entrance, während „Here“ von VAST laut durch
die Arena hallt. Auf dem Screen sehen wir noch einmal die Szene vom Imperial
Impact, in der Alistair den ausgelaugten James Good coverte und ihm so den
Tribune Title entriss.
all i know is that i'm
here
drifting somewhere in the vast
somewhere in eternity
and i never want to leave
Fast
schon majestätisch schreitet Alistair, der Tribun des Volkes zum Ring. Ein
überlegenes Lächeln umspielt seinen Mund, als er die Reaktionen der Fans
vernimmt, die von seinem lauten Theme nahezu übertönt werden.
where do i put the lies
there's so many i could say
but it seems they're in the books
Er
streift seinen Mantel ab und baut sich in der Mitte des Ringes auf. Als sein
Theme verstimmt, sind die Reaktionen der Fans nahezu ohrenbetäubend.
Arschloch! Arschloch!
Arschloch!
Alistair
zieht eine Augenbraue nach oben, blickt sich um und greift dann nach einem
Mikro. Als er es ansetzt, können wir seine Stimme kaum vernehmen, so laut
gellen die Unmutsbekundungen der Fans durch die Arena.
Arschloch! Arschloch!
Arschloch!
Einige
Momente vergehen, bis die Rufe langsam abebben. Minuten, in denen Alistair
einfach nur lächelnd in der Mitte des Ringes steht.
Alistair: „Danke.“
Er hält
kurz inne, um sich den Tribune Title abzuschnallen und ihn mit der Rechten in
die Höhe zu recken.
Alistair: „Ich danke euch für diese
Erkenntnis. ‚The Times They Are A-Changing’. Viel zu lange war der Titel in den Händen
James Godds, eines kleinen hässlichen Mannes, der genau so wenig Airtime wie
Charisma hatte. Viel zu lange bemühte sich jemand wie Mad Dog um diesen Belt,
der schon so unglaublich alt ist, dass man sich über seine Mittelmäßigkeit gar
nicht mehr wundern muss. Und wen hat’s interessiert? Richtig: NIEMANDEN!“
Mad Dog! Mad Dog! Mad Dog!
Alistair: „Aber nun haben sich diese Zeiten
geändert. Nun ist der Titel in MEINEN Händen. Ich bin der Archetyp eines
Athleten UND Entertainers des 21. Jahrhunderts. Ich bin perfekt im Ring, meine
Bilanz in Einzelmatches ist makellos. Ich löse Emotionen aus. Ihr hasst mich,
weil ich nicht der fette und hässliche Kerl bin, den ihr jeden Morgen im
Spiegel oder im Bett neben euch erblickt. RIGHT INTO YOUR FACE! Aber genauso bewundert
ihr mich auch. Ich nehme in euren persönlichen Lieb-Hab-Charts
Spitzenpositionen ein. Warum? Weil ich nicht der Langweiler bin, der mit dem
Strom schwimmt. Ich stelle mich jeder Herausforderung und so habe ich auch die
Chance genutzt, um diesen Gürtel hier…“
Er
streichelt mit der Hand über das glatt polierte Metall.
Alistair: „… wieder zu dem zu machen, was er
in den Zeiten von Keevan oder Gabriel Lucifer einmal war – ein wahrer Titel des
Volkes in den Händen eines würdigen Champions. Ja, sogar Díego A. Sanchéz war…“
Die Fans unterbrechen ihn.
Sanchéz! Sanchéz!
Alistair:
„Oh, wait. Das ist
putzig. Ihr ruft Namen und wir gucken gemeinsam, wer sich heraus traut?“
Er legt den Kopf leicht schief
und scheint nachzudenken.
Alistair: „Ich glaube kaum, dass ein Chris
McFly jr. dieser Herausforderung gewachsen wäre. Oder Blake Milton, dieser
hochgejubelte Grünschnabel?“
Er
deutet eine Geste an, als müsse er sich übergeben. Dann setzt er seine Rede
fort, bevor die Fans nach Milton rufen können.
Alistair: „Oder Caleb Yuma, der es mit Müh
und Not schafft, eine ohnmächtige und schwer verletzte Frau zu besiegen? Pavus
Maximus, der zu groß geratene Teddybär, der immer noch seinem Buddy Hate
hinterher weint? RIGHT INTO YOUR FACE! Seht ihr es nicht…? NIEMAND von diesen
armseligen Gestalten wird sich heraus wagen, denn sie alle haben Angst vor
einer sicheren Niederlage.“
Die
Menge fordert ihre Lieblinge.
McFly! Milton! Pavus!
Milton! Yuma! Pavus! McFly!
Pavus! Yuma! Pavus!
Während
die Rufe immer lauter werden, steht Alistair einfach nur da, breitet erneut die
Arme aus und wirft den Kopf in den Nacken. Mit winkenden Gesten stachelt er die
Fans dazu an, noch lauter zu rufen.
Alistair:
„Come on. Ist das alles? IST DAS
ALLES, WAS IHR KÖNNT? Schreit nur noch lauter… denn niemand wird hinaus kommen.
Sie alle sitzen backstage und bereiten sich auf den Main Event vor, denn jeder
einzelne von ihnen giert nur nach einer Chance auf den Gerasy Title. Niemand,
ich wiederhole: NIEMAND wird heraus kommen, denn sie alle SCHEISSEN auf das
Volk!“
Arschloch! Arschloch! Arschloch!
Alistair: „Seht ihr. Niemand.“
Doch da
knallt es auch schon aus den Boxen – Zwei Worte, wie aus der Pistole
abgefeuert.
ICH
WILL!
Die
Crowd im Theater rastet förmlich aus, sie haben ihn gefordert und hier ist er.
Immer wieder wiederholen sich die Worte
just in dem Moment als der schwere Bass einsetzt betritt der Hamburger
Hüne die Stage.
Ich will dass ihr mir vertraut.
Ich will dass ihr mir glaubt.
Ich will eure Blicke spüren.
Ich will jeden Herzschlag kontrollieren.
Laute
„Pavus“-Chants schwappen durch das Theater – wie schon beim Impact haben auch diesesmal
die Fans einen großen Anteil daran, dass Pavus hier und jetzt auftaucht – sie
wollen den jungen Mann aus dem Norden sehen. Er hat es in kürzester Zeit
geschafft sich zu einem ihrer Lieblinge hochzuarbeiten, was auch daran deutlich
wird, dass ihm alle Hände entgegengestreckt werden als er sich den Weg zum
Seilgeviert bahnt.
Ich will eure Stimmen hören
Ich will die Ruhe stören
Ich will dass ihr mich gut seht
Ich will dass ihr mich versteht
Bei den Lyrics, brandet lauter Jubel auf, die Crowd
unterstützt das Verlangen des Textes. Der Hamburger ist indessen am Ring
angekommen, betritt diesen und lehnt sich in eine der Ringecken.
Ich will eure Phantasie
Ich will eure Energie
Ich will eure Hände sehen
Ich will in Beifall untergehen
Anstatt wie üblich mit den Fans zu feiern, verharrt er
in Ruhe und blickt ernst drein. Die Fans stört das nicht. Sie jubeln weiter für
den Wikinger.
Seht ihr mich?
Versteht ihr mich?
Fühlt ihr mich?
Und wie
die Crowd dieses tut. Das Theme verstummt und Alistair
blickt Pavus entgeistert an.
Alistair: „Holy Shit. Ich hätte nicht damit
gerechnet, dass ausgerechnet DU hier heraus kommen würdest.“
Pavus: „Hast du nicht, Alistair? War es dir
nicht klar, dass sich irgendwer hier her bewegen würde um deinem Gelaber ein
Ende zu setzen? Glaubst du wirklich, mich lassen die Fans kalt, es ist mir
egal, wenn sie nach mir verlangen?“
Der
Hamburger geht einige Schritte auf Alistair zu, bleibt stehen und blickt ins
große Rund, ein leichtes Lächeln ziert sein Gesicht.
Pavus: „Sie wollten mich beim Impact und sie
wollen mich heute. Und genau das ist ein Grund warum ich jetzt hier stehe. Ich
bekomme die Unterstützung, die ich suche, die ich brauche, von diesen Leuten.
Pavus
lässt den Finger bei diesen Worten durch die Zuschauerreihen gleiten und seine
Aussage wird mit lauten Pops und Chants beantwortet, während er einen weiteren
Schritt direkt auf Alistair zugeht.
Pavus: „Aber es ist nicht der einzige Grund,
denn wie du dich sicherlich noch erinnern kannst haben wir beide auch noch eine
kleine aber feine offene Rechnung. Ich denke du erinnerst dich an unser Match
bei Out of Ashes, huh?!“
Ein
Lächeln huscht über Alistairs Gesicht. Zu gut erinnert er sich noch an den PPV,
seinem ersten großen Sieg in der PCWA.
Alistair: „Schon damals habe ich dich
besiegt. Was macht dich nun so sicher, dass es nun besser laufen für dich
laufen könnte?“
Pavus: „Es ist schlicht und ergreifend die
Tatsache, dass DU mich nie geschultert hast. Du hast das schwächere Glied in
meinem Team, nämlich Hate auf dem Boden gehalten. Genau das hab ich auch das
ein oder andere Mal geschafft.“
Ein
kleines, lapidares Augenzwinkern vom Nordmann.
Pavus: „Außerdem macht es mich wirklich
sauer, dass du dich hier hinstellst und die Leute beleidigst, wegen denen wir
überhaupt hier sind, durch die wir in der Lage sind überhaupt hier arbeiten zu
können. Sie geben alles für uns – nun gut, für dich nicht gerade, welch Wunder
bei solch einem charakterlosen Bastard. Aber genau diese Fans sind es, die mir
immer wieder den Rücken stärken, für die ich jeden Abend in diesem Ring
versuche die einfach nur beste Show abzuliefern, zu der ich in der Lage bin.
Diese Leute sind es, die mich erneut hochgepusht haben nach der Niederlage
gegen McFly und genau DIESE Leute sind es, die mir einen Titelgewinn
ermöglichen wollen. Sie wollen mich sehen, sie verstehen mich und für sie bin
ich bereit alles zu geben und dir zu beweisen, dass ich dich besiegen kann.“
Er baut
sich direkt vor Alistair auf, überragt ihm um ein ganzes Stück. Die beiden
Männer starren sich an, eine Spannung liegt in der Luft, die jeden Moment zu
explodieren droht.
Alistair: „Oh Gott. Das sind nicht mehr die
80er, Pavus. Die Leute haben solche Sprüche schon vor 20 Jahren gehört und
finden sie immer noch langweilig. Geschwätz. Nichts als Geschwätz. Bist du
wirklich bereit für dieses Match, Pavus?“
Pavus: „Nie zuvor war ich bereiter, diesen
fantastischen Leuten einen Gefallen zu tun und dir das Maul zu stopfen.“
Alistair: „Beweise es. Beweise all diesen
Leuten, dass du wirklich bereit bist, dieses Match zu bestreiten? Und zwar…
JETZT. Wir beiden sollen nachher in der Battle Royal um einen Shot auf den
Gerasy Title antreten. Beweise mir, dass dir dieses Match gegen mich wichtiger
ist als diese Chance und trete JETZT gegen mich in den Ring.“
Alistair
tritt einige Schritte zurück und winkt Pavus provozierend zu sich heran. Pavus
Maximus blickt sich erstaunt um.
Pavus! Pavus! Pavus! Pavus!
Pavus!
Die
Chants dröhnen durchs Theater, die Meinung der Fans ist klar, sie wollen Pavus
sehen – gegen Alistair – und zwar JETZT!
Pavus: „Azrael Rage wird heute nicht der
einzige Mann sein, dem ich hart ins Gesicht schlagen werde. Natürlich nehme ich
diese Herausforderung an.“
Der Nordmann dropt das Mikro und sieht entschlossen aus, für die
Fans - für SEINE Fans - alles zu geben.
PCWA Tribune Title Match
vs. 
Die beiden Kontrahenten lassen sich nach dem Ringgong
noch einen Moment Zeit, um sich im Ring gegenüber zu stehen. Beide taxieren
einander, niemand verzieht eine Miene. Alistair grinst überheblich, während
Pavus hochkonzentriert ist. Langsam schreitet der Nordmann auf seinen Gegner
zu…
Mike Garland: „DENKSTE! PAVUS MAXIMUS WILL
SEINE CHANCE NUTZEN!!!! ER JAGT AUF ALISTAIR BRUNSWICK ZU UND TRIFFT IHN MIT
HARTEN SCHLÄGEN!!!
Vincent Craven: „Da zögert er keine Sekunde!
Aber Brunswick hat sich natürlich darauf vorbereitet… KONTER gegen Pavus
Maximus!! So schnell lässt er sich hier nicht in Bedrängnis bringen!“
Mike Garland: Sieht so aus, als wolle
Alistair heute allen beweisen, dass er nicht nur ein Champion von Gabriel
Lucifers Gnaden ist, sondern sich diesen Titel auch redlich verdient hat.“
Eine wilde Schlägerei entwickelt sich im Ring... VERSUCH
EINES LARIAT VON PAVUS!!!! ABER BRUNSWICK DUCKT SICH DRUNTER DURCH! ER ERWISCHT
DEN WIKINGER MIT EINEM SCHNELLEN UPPERCUT! Pavus Maximus torkelt zurück… WHIP
IN von Brunswick… ABER EIN BIG BOOT VON PAVUS! DAS IST DER ‚LABSKAUS‘ WIE ER
IHN NENNT! UND CLOTHESLINE! Aber Alistair Brunswick ist schnell wieder auf den
Beinen. Pavus Maximus packt sich dessen Arm… weiterer WHIP IN… ABER ALISTAIR BRUNSWICK GEHT GANZ TIEF IN DIE
HOCKE UND STEMMT SICH DAGEGEN!!! Der Herausforderer muss nachgeben… WHIP IN VOM
TRIBUNE CHAMPION! Pavus Maximus geht mit viel Schwung in die Seile… OLYMPIC SLAM! OLYMPIC
SLAM VON ALISTAIR BRUNSWICK!! UND GLEICH DAS COVER!
1
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Kick Out!
Vincent
Craven: „KICK OUT!!! Pavus
Maximus drückt Alistair von sich weg und nun stehen sie sich gegenüber!!“
Mike Garland: „Hör mal, wie das Publikum
seinen Favoriten anfeuert!“
PAVUS!! PAVUS!!
PAVUS!!
Die beiden Kontrahenten belauern sich und warten auf die
Reaktion des Anderen… BRUNSWICK STÜRMT NACH VORNE!!!! Aber der Hüne weicht aus
und tänzelt lässig durch Ring!! ALISTAIR SETZT NACH, ABER ER LÄUFT DIREKT IN
EINE MASSIVE FAUST! FIST VON PAVUS MAXIMUS! FIST VON ALISTAIR BRUNSWICK! Jetzt
geht die Prügelei in die nächste Runde! Pavus Maximus dreht sich um den Tribune
Champion… doch der dreht sich ebenfalls gleich wieder… BELLY TO BACK SUPLEX!!
Und wie ein Ringer versucht Brunswick seinen Gegner in Mattennähe zu halten. Er
hat ihn weiterhin umgriffen. LOW BLOW!!! Pavus Maximus fährt das Bein nach oben
aus und trifft Alistair an einer sehr empfindlichen Stelle! Und sofort ist
Pavus Maximus da! FRONT SUPLEX!!!! Pavus Maximus
schleudert seinen Gegner damit auf das Top Rope! Brunswick kann sich zunächst
nicht wehren… UND KASSIERT EINEN EUROPEAN UPPERCUT! ALISTAIR GEHT ZU BODEN!
SITOUT FACEBUSTER GEGEN DEN SUPERSTAR!!!! COVER VON PAVUS!!!
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Kick Out!
Vincent
Craven: “NEIN!!!! KICKOUT
VON ALISTAIR BRUNSWICK!!! Beide sind sofort wieder kampfbereit…“
Mike Garland: „Pavus Maximus mit einem
Tritt!!! ABER ALISTAIR FÄNGT DAS BEIN AB!!!! PAVUS WIRFT SICH NACH VORNE UND
VERSUCHT ALISTAIR ZUM CLOCHARD ZU PACKEN, SEINEM CHOKESLAM!“
Vincent Craven: „ABER DAS WIRD NICHTS, WEIL
DER CHAMPION DEN KOPF EINZIEHT!!“
Mike Garland: „ALISTAIR NUN EINDEUTIG IM
AUFWIND! Schlechte Karten für den Herausforderer…“
Alistair schnappt sich seinen Gegner, bekommt ihn
tatsächlich zu packen… INVERTED POWERBOMB!!!!! Brunswick zieht den Hünen auf
die Beine… WHIP IN!! Pavus kommt mit
Schwung aus den Seilen… BACK BODY DROP!!! Und Alistair Brunswick hat den
Vorteil wohl nun auf seiner Seite!! Pavus Maximus ist nach dem Aufprall auf
einem Knie und hält sich den Rücken. Brunswick will ran… ELBOW IN SEINEN
MAGEN!!! So einfach geht es doch nicht! LOCK UP!!! Brunswick kann sich im
Moment nicht durchsetzen. Zu groß ist der Willen des Nordmannes. Pavus Maximus
drängt den selbsternannten Superstar in eine Ringecke… FIST!!! Und noch ein
hammerharter SCHLAG ins Gesicht hinterher!!! ABER ALISTAIR SCHLÄGT EBENFALLS
ZURÜCK!
Vincent Craven: „Die beiden schenken sich
hier wirklich nichts.“
Mike Garland: „Das ist Action um den Tribune
Title, wie wir sie sehen wollen!“
Nach dieser Schlagsalve von Alistair hat der
Nordmann offenbar genug und stößt seinen Kontrahenten einfach von sich weg,
gefolgt von einem bitterbösen Blick. Sofort stürmt Pavus auf den Tribun des
Volkes zu und fegt ihn mit einer Clothesline von den Beinen, doch Alistair
spingt sofort wieder auf.
Mike Garland: „Pavus kommt schon wieder!“
Vincent Craven: „Er reißt das Bein hoch und
der Champ sieht nur noch die Fußsohle.“
Pavus hat zum Labskaus ausgeholt und schickt
seinen Kontrahenten damit auf den Boden der Tatsachen zurück. Laute Pops der
Crowd untermauern das breite Grinsen, mit dem der Hamburger nun über seinem
Gegner steht, bereit nachzusetzen. ABER WAS IST DAS? ALISTAIR BRUNSWICK WIRFT
SICH NACH VORNE IN DIE KNIE SEINES GEGNERS UND BRINGT DIESEN SO ZU FALL! PAVUS
STÜRZT ZU BODEN! BLITZSCHNELL IST ALISTAIR ÜBER IHM… UND VERSUCHT EIN CROSSFACE
ANZUSETZEN!! ABER PAVUS WEHRT IHN AB! ALISTAIR IST SCHNELL WIEDER AUF DEN
FÜSSEN… HOLT SCHWUNG… HEADBUTT VON
BRUNSWICK!!! UND DER SITZT!! JETZT SCHUBST ER PAVUS MAXIMUS IN DIE ECKE! ABER
DER HERAUSFORDERER KONTERT SEINERSEITS MIT EINEM KICK IN DEN MAGEN! WHIP IN…
Brunswick fegt durch den Ring… UND SCHLÄGT MIT DEM RÜCKEN IN DER ECKE EIN!! Der
Wikinger nimmt Anlauf… UND SPRINGT HOCH AB!
Mike Garland: „ABER ER LANDET OHNE ALISTAIR
ZU TREFFEN!!! Der hat sich geistesgegenwärtig von dort wegbewegt! Er ist hinter
Pavus Maximus…“
Vincent Craven: „NECKBREAKER!!!
NECKBREAKER!!!! Und er covert ihn…“
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Shoulder
Up!
Mike Garland: „NEIN!!!!“
Vincent Craven: „Die Schulter von Pavus
Maximus ist oben!! Doch man bemerkt ganz deutlich, dass er schon einen gewissen
Tribut an die Anfangsgeschwindigkeit dieses Matches zollen musste.“
Mike Garland: „Eindeutig. Er ist bedeutend
kräftiger als Alistair, aber das hohe Tempo scheint ihm alles abverlangt zu
haben.“
Schnaufend kommen beide Männer wieder auf die Beine und
starren sich giftig in die Augen! LOCK UP!! Keiner der beiden will sich vom
anderen niederringen lassen!! PAVUS RINGT SEINEN GEGNER LOCKER NIEDER! ER SETZT
ZUM CHOKESLAM AN, PACKT SEINEN GEGNER AM HALS… CLOCHARD! PAVUS MAXIMUS HAT
ALISTAIR AN DER KEHLE, STEMMT IHN NACH OBEN UND SCHMETTERT IHN DANN ZU BODEN!
PAVUS!! PAVUS!!
PAVUS!!
Brüllend reckt der Hüne beide Arme nach oben als Zeichen
dafür, dass er Alistair nun in den Gorilla Press nehmen will. Er geht auf ihn
zu… aber da hat er sich zu viel Zeit gelassen. Alistair umklammert sein rechtes
Bein, stemmt sich dagegen und bringt den Nordmann abermals zu Fall. Nun beweist
Alistair seinen ringerischen Hintergrund. Er verdreht das Bein seines Gegners,
bringt sich in eine bessere Position – SCORPION DEATHLOK! ABER PAVUS BÄUMT SICH
AUF UND KANN IN DAS SEIL GREIFEN… der Referee ermahnt Alistair, den Griff
loszulassen und dieser kommt der Aufforderung widerwillig nach.
Vincent Craven: „Ein paar Sekunden früher
wäre fairer gewesen.“
Mike Garland: „Fairness gehört nicht
unbedingt zu Alistairs Leitattributen.“
Alistair whippt Pavus in die Ringseile und dieser nutzt den
Schwung aus um zurückzufedern und setzt eine Clothesline an, unter der sich der
Tribune allerdings abduckt.
Vincent Craven: „Pavus stoppt ab und bleibt direkt hinter seinem
Kontrahenten stehen.“
Mike Garland: „Elbow vom Hamburger, noch einer hinterher.“
Pavus legt die Hände um Alistairs Bauch. Man
kann keinerlei Anstrengung im Gesicht des Hünen sehen, als er seinen Gegner
hochhebt und über sich nach hinten wirft. Die eine Hälfte der next CENTURY gods
knallt mit dem Nacken auf die Ringmatte, dieser German Suplex hat ihm deutlich
zugesetzt. PAVUS hinterher, er packt sich seinen Gegner… und nun GORILLA PRESS
BACKBREAKER! ALISTAIR LANDET AUF DEM BODEN! PAVUS WIRFT SICH ZUM COVER AUF IHN…
ABER ALISTAIR BEKOMMT IM ALLERLETZTEN MOMENT DIE FÜSSE NACH OBEN! PAVUS BEKOMMT
RAMMT SICH DIE FÜSSE SEINES GEGNERS DIREKT IN DEN MAGEN UND SACKT ERST EINMAL
ZUSAMMEN!! ALISTAIR AUF DEN BEINEN UND MIT EINEM SIDE HEADLOCK!! ABER PAVUS KONTERT MIT EINEM HAMMERLOCK
und Alistair schreit vor Schmerz auf!! Er versucht zu kontern, aber Pavus nun
mit einem NECKBREAKER!!! Pavus macht sofort weiter und tritt auf den am Boden
liegenden Alistair ein!! LEGDROP HINTERHER! NOCH EIN LEGDROP! Und sofort das
Cover!!!
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Kick Out!
Vincent Craven: „NEIN!”
Mike Garland: “Im wirklich allerletzten
Moment kann sich Alistair noch einmal retten!“
Alistair hat die Schulter oben und rollt sich erst einmal
aus dem Ring, um ein wenig zu verschnaufen. Im Ring brüllt ihm Pavus Maximus
etwas entgegen! Gegner solle wieder in den Ring kommen! Aber Alistair lächelt
nun und schielt in Richtung des Ausganges. Ob er sich etwa auszählen lassen
möchte, um den Titel so zu verteidigen? PAVUS NIMMT ANLAUF, FEDERT SICH SELBST
VOM OBERSTEN RINGSEIL AB!!! HEADBUTT!!! ER TRIFFT ALISTAIR BRUNSWICK UND REISST
IHN ZU BODEN! WAS FÜR EIN AUFPRALL! Beide krachen in die Absperrung… Alistair
mit dem Rücken zuerst! Und dort bleiben beide erst einmal liegen. PAVUS kommt
als erstes wieder auf die Beine und schnappt Alistair an den Haaren! KICK IN
DEN MAGEN DES TRIBUNE CHAMPS!!! Und Pavus zieht in zu sich heran…. nimmt
Anlauf…
Vincent Craven: „OH MEIN GOTT!!”
Mike
Garland: “EIN GEWALTIGER BACK SUPLEX AUF DIE RINGTREPPE!!!”
Vincent Craven: „Mittlerweile ist der
Ringrichter auch schon beim Anzählen der beiden Kontrahenten. Aber der Hüne
macht auch gleich weiter!!!“
Mike Garland: „Er packt den Kopf des
Champions und hämmert ihn in die Absperrung! UND WIEDER….. UND NOCH EINMAL!!!
UND NOCH EINMAL!!!!!!“
Vincent Craven: „Gott, was hat Pavus vor?
Will er Alistair etwa hinrichten?“
Mike Garland: „Nein, er will heute Abend den
Tribune Title gewinnen! Und so, wie es momentan aussieht, hat er auch sehr gute
Chancen!“
Auf der Stirn des selbsternannten Superstars hat sich
bereits eine leichte Platzwunde geöffnet! Doch Pavus grinst nur höhnisch und
drückt Alistair in die Seile! LARIAT GEGEN BRUNSWICK UND DER MUSS ABERMALS HART
MIT DEM RÜCKEN IN DIE ABSPERRUNG! Und der Ringrichter ist schon bei 7! DOCH
ALISTAIR KONTERT MIT EINEM ELBOW IN DEN MAGEN DES HÜNEN!!! NOCH EINER! UND ZUM
ABSCHLUSS NOCH EIN HIGH KNEE LIFT! So schnell wendet sich das Blatt. Jetzt hat
der Tribune Champion den Wikinger an den Haaren gepackt und rollt ihn wieder in
den Ring! Alistair rollt sich ebenfalls wieder in den Ring und nimmt sofort
Anlauf! BIG SPLASH GEGEN DEN HÜNEN!!! Alistair schlägt am Boden auf Pavus
Maximus ein!! Er packt ihn sich… BELLY TO BELLY SUPLEX!! ALISTAIRS „SONNYBOY“
UND DER SITZT! PAVUS MAXIMUS LANDET MITTEN AUF DER RINGMATTE! ALISTAIR IST BEI
IHM… und zerrt ihn mühsam wieder nach oben, um ihn in eine der Ringecken zu
schleudern. ABER DABEI ERWISCHT IHN DER HERAUSFORDERER MIT EINEM HARTEN KICK IN
DIE SEITE, SO DASS DIESER SICH VOR SCHMERZEN KRÜMMT!
Vincent Craven: “All zu lange kann dieses
Match nicht mehr gehen, beide Männer sind bereits merklich angeschlagen…“
Mike Garland: „Die Frage ist nur: Bekommt wir
einen neuen Tribune Champion?“
Nach dieser Aktion von Alistair hängt Pavus
in der Ringecke, schnappt nach Luft und versucht sich etwas zu orientieren, was
ihm offensichtlich gut genug gelingt, denn fast torkelnd stapft er auf den
Tribune zu und verpasst diesem eine krachende Lariat die ihn auf den Boden
befördert. Pavus legt sich daneben, da ihn der Matchverlauf doch deutlich
gekennzeichnet hat.
Mike Garland: Sowohl Alistair als auch Pavus scheinen regelrecht
fertig zu sein.
Vincent Craven: „Kein Wunder bei dem Matchverlauf.“
Einige harte Faustschläge von PAVUS ins
Gesicht von ALISTAIR, der sich schützend in die Ringecke rettet. Doch Pavus
will nicht von ihm ablassen und wird vom Referee jetzt dazu gebracht etwas
Abstand zu wahren. Doch augenscheinlich war das nur eine kleine Finte des
Tribune Champions, denn als wäre nichts gewesen stürmt dieser nun auf den
Hamburger zu. Jedoch hat Pavus seinen Gegner nicht aus den Augen gelassen,
fängt ihn ab und schickt ihn mit einem krachenden Sidewalk-Slam wieder auf den
Boden. Ein breites Grinsen macht sich in Pavus‘ Gesicht breit, als er neben
seinem Gegner sitzt und in die jubelnde Menge schaut.
PAVUS!! PAVUS!!
PAVUS!!
Pavus hat offensichtlich genug, er will das
Match hier und jetzt beenden – seine Mimik und Gestik sprechen eindeutig dafür,
er pusht das Publikum noch mal an, bevor er seinen Augenmerk wieder auf
Alistair legt, der sich gerade wieder auf die Beine kämpft. Sofort ein
gezielter Griff und der Champion wird geschultert und sofort hinunter aufs Knie
geworfen. Das Gesicht Alistairs küsst das Knie, doch noch bevor dieser
zurückfallen kann, schnappt sich Pavus seinen Gegner, klemmt den Kopf zwischen
seinen Oberschenkeln ein und reißt ihn in die Höhe zur Powerbomb. Der Tribune
klatscht auf die Ringmatte, der NBN ist vollendet und Pavus die Menge tobt!“
PAVUS!! PAVUS!!
PAVUS!!
Vincent Craven: „DAS WAR’S DENN WOHL!! NACH
DIESEM VERNICHTENDEN FINISHER WIRD ALISTAIR BRUNSWICK SICH NIEMALS ERHOLEN
KÖNNEN!“
Mike Garland: „DAS – WAS IST DAS DENN? PAVUS
HAT SICH WOHL EINEN MOMENT ZU LANGE VON DEN FANS FEIERN LASSEN! ALISTAIR HAT
SICH EINFACH AUS DEM RING GEROLLT!“
Vincent Craven: „PAVUS MAXIMUS STARRT
UNGLÄUBIG AUF DIE STELLE, AN DER SICH SEIN GEGNER EBEN NOCH BEFUNDEN HAT… MIT
EINEM WUTSCHREI STÜRMT ER AN DIE SEILE!“
Mike Garland: „Und dort sieht er gerade noch,
wie ALISTAIR UNTER DEN RING KRIECHT!“
Vincent Craven: „ER STÜRZT HINTERHER! DER
REFEREE BEGINNT NUN BEIDE ANZUZÄHLEN!“
1
.
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2
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Mike Garland: „PAVUS BÜCKT SICH UND REISST
DIE RINGABDECKUNG ZUR SEITE!“
Vincent Craven: „Es sieht so aus, als sei
ALISTAIR BRUNSWICK bereits in die Mitte gekrochen, so dass PAVUS ihn nicht mehr
erreichen kann…“
3
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4
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.
Mike Garland: „Für einen Moment sehen wir
beide Kontrahenten nicht!“
Vincent Craven: „ABER DA! ALISTAIR BRUNSWICK
ERSCHEINT AUF DER ANDEREN SEITE DES RINGES WIEDER! Mühsam zieht er sich nach
oben, der Finishing Move seines Gegners hat ihm sichtlich zugesetzt“
5
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6
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7
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Mike Garland: „Und sieh, was ALISTAIR IN DER
HAND HÄLT! EINEN SCHLAGRING!“
Vincent Craven: „DAS IST DOCH DER SCHLAGRING
VON TOM NOWAK!! ALISTAIR BRUNDWICK MIT DEM SCHLAGRING DES ‚BOXERS‘!!“
Mike Garland: „DA ERSCHEINT PAVUS MAXIMUS
UNTER DEM RING! ER BLICKT NACH OBEN, ERSPÄHT SEINEN GEGNER… ABER NEIN! ZU
SPÄT!! ALISTAIR SCHLÄGT MIT DEM SCHLAGRING AUF IHN EIN!!“
Vincent Craven: „ICH KANN ES KAUM GLAUBEN!!
ER FÄLLT DEN HÜNEN WIE EINEN BAUM!!!“
Mike Garland: „NEIN!! NEIN!!! NEIN!!! DER
REFEREE HAT’S GESEHEN! ER BRICHT DIESEN KAMPF SOFORT AB! ALISTAIR BRUNSWICK
WIRD DISQUALIFIZIERT!!“
Vincent Craven: „ICH KANN ES KAUM GLAUBEN!
PAVUS MAXIMUS LIEGT AUSGEKNOCKT AUF DEM BODEN!! ER HAT DIESEN KAMPF GEWONNEN,
ABER DEN TITEL BEHÄLT ALISTAIR BRUNSWICK!! WAS FÜR EIN MIESES SPIEL!!
Mike Garland: „UND WAS FÜR EIN MIESES ENDE
FÜR DIESES GROSSARTIGE MATCH!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––

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K&G/PCWA ––––––––––––
OFF-CAMERA
Die
Katakomben im Keller des PCWA Theatres. Ein willkommener Rückzugsort für
Personen, die nicht entdeckt werden wollen. Oder für solche, die nach genau
diesen Menschen suchen. Wir hören Schritte, die sich nähern. Laut hallen die
Sohlen schwerer Stiefel über den nackten Betonboden. Ein Licht wird angeknipst
und wir erkennen, dass es sich dabei um Patricia Selladore handelt. Das ‚Living
Dead Girl‘ hat mittlerweile Ringkleidung angelegt. Über ihren dunklen Combat
Pants, die sie über den Knien abgeschnitten hat, trägt sie ein zerrissenes
Shirts, dessen blutbefleckte Vorderseite Caleb Yuma zeigt. Ihr linker
Oberschenkel ist dick bandagiert und immer noch macht sie bei jedem Schritt ein
schmerzverzerrtes Gesicht.
Angestrengt
lauscht sie. Ihre Miene erhellt sich leicht, als sie aus einiger Entfernung ein
gedämpftes Geräusch hört. Dies ist ihr Ziel. Schnell macht sie sich auf den Weg.
<
>
Der
Lärm des Bohrers ist ohrenbetäubend. Bis zum Anschlag drückt Adam den Bohrkopf
in die Wand, lässt die rotierende Spitze den Stahlbeton fressen. Erst als das
Loch tief genug ist, schaltet er die Maschine aus und legt sie beiseite. Aus
einem Beutel zieht er einen kleinen Gegenstand und schiebt ihn in das kleine
Loch. Zufrieden begutachtet er seine Arbeit und beginnt dann, die Öffnung mit
etwas Spachtelmasse zu verschließen. Dabei ist er so in seine Arbeit vertieft,
dass er nicht bemerkt, wie sich von hinten jemand nähert.
<
>
„Was machst du hier?“
Adam
Reynolds wirbelt herum. Er mag alt geworden sein, aber seine Reflexe
funktionieren immer noch perfekt. Aus der Drehbewegung hechtet er zurück und
rammt die hinter ihm stehende Person um. Erst auf dem Boden erkennt er, um wen
es sich dabei handelt.
Adam: „Jessie… verdammt!“
Die
Angesprochene entwindet sich Adams Griff und rappelt sich auf. Mit böser Miene
blickt sie ihren Vater an.
Patricia: „Verdammt, soll das eine Begrüßung
sein? Und… nenne mich nie wieder Jessie. Das bin ich nicht mehr.“
Adam
mustert seine Tochter nachdenklich.
Adam: „Vielleicht sollte ich DICH fragen, was
du hier unten zu suchen hast?“
Patricia
wirft einen Blick auf die Gerätschaften, die neben Adam auf dem Boden liegen.
Eine Bohrmaschine und ein kleiner Sack, in dem sich etliche Gerätschaften
befinden. Daneben ein halb entrollter Grundrissplan des Gebäudes, auf dem an
bestimmten Stellen mehrere rote Kreuze vermerkt sind.
Patricia: „Was für ein seltsames Schauspiel
ist das hier? Du hast dich seit dem Imperial Impact nicht mehr blicken lassen,
warst wie vom Erdboden verschwunden. Gerade vorhin musste ich das Gefasel
Gabriel Lucifers ertragen, der mich nach dir befragt hat. Verdammt, ich kann
meine Zeit besser verbringen als mich um die Probleme alter Leute zu kümmern.“
Adam
verharrt kurz. Dann aber, ohne jegliche Vorwarnung, macht er einen schnellen
Ausfallschritt und packt Patricia. Er umklammert sie, schleudert sie zu Boden
und verdreht ihren Oberkörper – Anaconda Vise. Urplötzlich findet sich Patricia
in Caleb Yumas Aufgabegriff wieder.
Adam: „Spürst du den Schmerz, Patricia?“
Er
zieht fester an, die Muskulatur seiner Arme zittert vor Anstrengung. Patricia
bleibt die Luft weg, aber ihre Stimme ist entschlossen.
Patricia: „Ja, verdammt. Und ich liebe ihn.“
Adam
lacht auf, lässt den Griff aber nicht locker.
Adam: „Siehst du. Deshalb konnte Yuma dich
besiegen. Du bist nicht vorbereitet, lässt dich überrumpeln. Deine Gedanken
kreisen viel zu sehr darum, dem Schmerz zu wiederstehen. Zu zeigen, was für ein
hartes Mädchen du bist. So wird ein Caleb Yuma dich immer besiegen können. Es
bringt dir nichts, dagegen anzukämpfen, bis du ohnmächtig wirst. Du hast nur
eine Chance und nur ein einziger Gedanke sollte dein Denken beherrschen: Du
musst deinem Gegner genau diesen Schmerz zufügen, musst ihn genauso leiden
lassen wie du selbst leidest. Und wenn dein Gegner erkennt, dass du am Ende
bist, dann gibt es einen Moment, in dem er unachtsam ist. Dies ist der Moment,
in dem du einen Caleb Yuma besiegen kannst. Seinen Triumph voreilig auskostet.
Er ist noch ein blutiger Anfänger, mehr nicht.“
Patricia
Stimme ist nur noch ein unverständliches Röcheln. Ihr Körper erschlafft und sie
sackt in sich zusammen. Mit einem Grinsen lässt Adam von ihr ab, aber in diesem
Moment bäumt seine Tochter sich auf und verpasst ihm einen gezielten Tritt in
die Leistengegend.
Adam
schreit auf, aber in den Schmerz mischt sich auch ein Lachen, während Patricia
auf die Füße springt.
Adam: „Du lernst schnell. Du bist meine
Tochter.“
Patricia
blickt ihn böse an, reicht ihm aber die Hand, an der sich Adam hochzieht.
Patricia: „Devil’s Bitch brachte mir viel bei.
Vor allem über das Leben. Und was Leute wie Yuma angeht…“
Adam
steht nun direkt vor seiner Tochter.
Adam: „Nein. Lass ihn. Ich weiß, welche
Gedanken dir durch den Kopf gehen. Du könntest ihn beseitigen. Und da du beste
Lehrmeisterin hattest, würde auch nie jemand auf deine Spur kommen. Aber wäre
das eine Genugtuung? Nein. Du wirst keinen Frieden finden, bis du ihn eines
Tages dort draußen, vor allen Kameras gedemütigt hast, in einem Ring und in
einem fairen Match. Danach solltest du trachten und nicht den einfachen Weg
wählen. Dieser Moment wird kommen.“
Patricia
verdreht trotzig die Augen.
Patricia: „Und wenn ich nun einfach nichts
darauf gebe? Was wäre, wenn es mir einfach reicht, ihn winselnd und flehend am
Boden zu sehen, während ich ihm den Lauf einer 45er in den Anus schiebe und
dann abdrücke? Was wäre, wenn mir das als Genugtuung reicht?“
Adam: „Dann hättest du noch mehr zu lernen als
ich geahnt habe.“
Patricia
blickt neugierig an ihrem Vater vorbei und mustert die dort am Boden liegenden
Sachen.
Patricia: „Du hast meine Frage noch nicht
beantwortet. Was ist das da?“
Sie
will den Beutel aufheben, aber Adam schiebt sie sanft zurück.
Adam: „Das geht dich nichts an. Noch nicht.
Nennen wir es… ein kleines Spiel, mehr nicht. Ein Spiel, bei dem ich lieber
ungestört bin.“
Keine
zufriedenstelle Antwort. Aber Patricia hat keine Lust mehr auf Frage-und-Antwort-Spielchen.
Patricia: „Mach, was du willst. Wie gesagt: Da
draußen gibt es einige Leute, die dich sprechen möchten. Gehe zu ihnen oder
nicht, aber sorge dafür, dass mich niemand mehr mit Fragen nach dir nervt.
That’s it.“
Adam
nickt. Patricia dreht sich daraufhin um und schickt sich an, den Keller zu
verlassen.
Patricia: „Man sieht sich. Oder auch nicht.“
Adam: „Früher oder später.“
Ohne
weitere Reaktion verschwindet Patricia. Ihre Schritte hallen noch für eine
ganze Weile durch die Kellerräume, dann ist es wieder ruhig. Seufzend steckt
Adam die Bohrmaschine in den Beutel und schultert diesen. Er hat noch so viel
zu erledigen heute.
Adam (leise zu sich selbst): „21.11.12.“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Seine Hände stecken in den Hosentaschen. Alles in allem wirkt er
wie bestellt und nicht abgeholt, bis sich die Tür öffnet. Er richtet sich auf,
will einen guten Eindruck machen, auch wenn dieser Stuhl so unbequem ist, wie
eine Nutte fünf Minuten vor Feierabend. Person B betritt den Raum und bildet in
ihrem strengen Anzug einen netten Kontrast zum Rebellen, der sich mit Baggy und
T-Shirt eher für den Hauskino-Look entschieden hat.
Person B: „Wissen sie, warum sie hier sind?“
Hate verzieht erst das Gesicht, bevor er sich dazu entscheidet doch
besser brav auszusehen.
Hate: „Weil sie mich wieder einstellen wollen.“
Person B sieht ihn von oben herab an und Hate kommt sich vor wie
bei einem Verhör, zwischen Kaffee, Kippen und seinen letzten Pott-Reserven.
Person B: „Sie haben…“
Hate: „Hören sie zu! Ich weiß, ich hab so einiges verkackt, ok…
aber wenn das hier ein schlechter Scherz ist, zerdresch ich die versteckte
Kamera, du Penn…“
Sofort bemerkt der Rebell dass er schon wieder dabei ist, sich zu
weit aus dem Fenster zu lehnen. Seine derzeitige Situation lässt es aber nicht
zu so handeln zu können. Die Erkenntnis jener Tatsache, lässt ihn zurückfedern,
lässt ihn verstummen. Die derzeit oberste Führungsperson sieht ihn erstaunt an.
Er unterbricht sich und sinkt auf seinem Stuhl zusammen.
Hate: „Tschuldigung… War nicht so gemeint.“
Sein Gegenüber setzt sich zu ihm.
Person B: „Wissen sie, WARUM wir sie wieder einstellen wollen?“
Natürlich weiß er das. Hate gehört zu den besten Athleten die das
Pro Wrestling jemals hatte. Ein 1,68 Meter großer Typ mit gerade mal 65
Kilogramm Kampfgewicht, der in der Lage ist einen Zweimeterriesen in all seine
Bestandteile zu zerlegen. Er ist die unbesiegbare Nemesis aller Psychopathen,
sich selbst überschätzender Soziopaten. Die Antithese zu dem, was in der PCWA
so erfolgreich ist. Des Weiteren verfügt er über eine Erfahrung im Pro
Wrestling von welcher sogar der Führer nur zu träumen vermag.
Er hat in vielen verschiedenen Ligen gefightet, sei es solche
Hardcore Ligen wie XPA oder sei es der Mainstream Hauptgegner aus Dortmund.
Dass derzeit ein ähnlich weit gereister Athlet wie Chris McFly Jr. einen Titel
in der Liga hält, wird wohl der Hauptgrund sein, Hate als erneute Antithese zu
etablieren. Denn eins ist sicher, so ähnlich wie die Karrieren von Hate und McFly
sind, so unterschiedlich sind ihre Charaktere. Hate wischt abwertend mit einer
Hand über den Stapel Vertragspapiere vor sich.
Hate: „Wer soll denn daraus schlau werden, bitte? Aus diesem
ganzen Bürokratenschei…“
Erneut hebt Person B aufmerksam eine Augenbraue. Wieder bemerkt
der Rebell dass er seine Impulsivität zurückschrauben sollte, er packt lieber
den billigsten aber effektivsten aller Psychotricks aus.
Hate: „Tschuldigung… Erklären sie es mir.“
Person B: „Läuft ihre Therapie gut?“
Der Rebell rutscht genervt auf seinem Stuhl hin und her. Er hat
sich nach seiner Suspendierung einem Drogen- und Alkoholentzug unterzogen, weil
er realisierte, dass er zu weit gegangen ist. Danach fand er relativ schnell
eine ambulante Borderline-Therapie, was ihn allerdings verwunderte, da es für
Menschen mit einem anerkannten Borderlinesyndrom schwierig ist, einen
geeigneten ambulanten Therapieplatz zu finden. Inwieweit die PCWA-Führung dabei
ihre Hände im Spiel hatte liegt wohl hinter der Iris von Person Bs Augen. Zynisch
schaut er in diese und flackert mit seinen Augen.
Hate: „Steht das nicht in ihren Unterlagen?“
Die Führungskraft legt ihre Hände ineinander und mustert Hate
eindringlich, der seine Augen verdreht.
Er hasst es wenn Autoritäten so kalt agieren und sich durch
Schweigen versuchen über ihre Mitmenschen zu erheben, allerdings wäre eine
verbale Entgegnung nicht im Sinne dessen, was er hier eventuell herausschlagen
könnte, daher sucht er weiterhin den Weg des geringsten Widerstandes.
Hate: „Ja, tut sie... die Therapie läuft richtig gut...“
Person B: „Schön zu hören.“
Hate versucht den Fokus wieder auf seine Rehabilitierung in der
PCWA zu legen.
Hate: „Also? Warum ich?“
Person B: „Wissen sie… jeder Held braucht einen Gegenspieler.
Oder lassen sie es mich so formulieren: eine gute Geschichte braucht ein Für
und ein Wieder. Die Sache mit der Cryption Crown, mit Chris McFly Jr. läuft
hervorragend. Fast schon zu reibungslos. Wo bleibt denn da die Spannung, der
Spaß…“
Wer hätte das gedacht? Hate wusste es schon seitdem er
telefonisch um dieses Gespräch "gebeten" wurde...
Hate: „Die Schokolade, ja, ja, ich versteh schon!“
Person B: „Der Kampf um die Cryption Crown verlangt einen
Nemesis. Und da wir derzeit in Ligen übergreifenden Verhandlungen sind, was
diesen Titel betrifft, legen wir großen Wert darauf, auch jemanden ins Rennen
zu schicken, der schon Erfahrungen in Drittligen gesammelt hat. Warum also
nicht sie?“
Innerlich dreht der Rebell durch, er will kein Instrument der
K&G sein, er will keine Marionette sein, doch wenn er nicht dieses
lächerliche Spiel zu spielen bereit ist verliert er endgültig seine
Perspektive, zumal er hier in der PCWA früher oder später eine Art Vorstufe zur
Revolution der Menschheit etablieren möchte. Er muss das Spiel der K&G mitspielen,
egal wie sehr es ihm schmerzt.
Hate: „Prima.“
Der Sarkasmus springt Person B förmlich an.
Person B: „Falls sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlen,
finden wir auch jemand anderen dafür. Sie sind kein Publikumsliebling mehr. Wir
machen das aus… reiner Wohltätigkeit und hoffen, dass wir es auch
dementsprechend bei der Steuer absetzen können.“
Ein Seitenhieb der wohl endgültig zeigen soll, dass Hate die
ambulante Therapie nur durch die K&G bekam.
Hate: „Witzig.“
Person B: „Kleiner Scherz am Rande. Überlegen sie es sich. Ein
Angebot wie dieses in einer Situation wie ihrer auszuschlagen wäre gelinde
gesagt… dumm.“
Als die Person den Raum verlassen will, meldet sich Rebel called
Hate hastig zu Wort.
Hate: „Ich bin dabei!!!“
Er knirscht mit den Zähnen. Dann hält er all seinen Sarkasmus und
seine Wut auf Person B zurück und quält sich ein ehrlich klingendes...
Hate: „...Danke für diese Chance....“
...heraus.
Person B: „Sie müssen sich keinen abbrechen. Wir alle wissen,
dass sie mit Autorität nichts anfangen können. Zudem… kalkulieren wir ihr
Versagen ein.“
Die Tür fällt ins Schloss und keine Sekunde später springt Hate
von seinem Stuhl auf und tritt frustriert dagegen.
Hate: „Ihr Penner! ICH HASSE EUCH.... und... ich hasse MICH...
FUCK!“
Benommen taumelt der Rebell in der Kabine umher, er hat keine
Drogen oder Alkohol konsumiert, allerdings beeinträchtigt es seinen Kreislauf,
tief verwurzelte Prinzipen verraten zu müssen, er sinkt langsam auf die Knie
und lässt ein letztes, dieses Mal seufzendes "... fuck..." aus seiner
Kehle.
––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
In der Halle brennt
lauter Jubel auf, als die Fans die ersten Takte des bekannten Monster Magnet
Songs „Unbroken (Hotel Baby)“ erkennen. Sie mussten bei dieser Show eine Weile
warten und haben ihren Helden bereits in einem Backstage Segment gesehen, doch
endlich wird Valkos Heritage nun ein Statement im Ring zu seiner aktuellen
Situation abgeben.
Heritage, gekleidet in
eine dunkelblauen Jeans, mit schwarzen Chucks, einem schwarzen Shirt mit
silber-mattem Aufdruck einer 4 und einer schwarzen Stoffjacke, kommt unter dem
Zuspruch der Fans hinter dem Vorhang hervor und klatscht mit ein paar Fans auf
dem Weg zum Ring ab. Dort angekommen, lässt er sich von der Ringsprecherin Jane
Nelson ein Mikrofon reichen und die Musik wird langsam ausgeblendet. Die Fans
werden immer lauter. Vereinzelte „Heritage, Heritage“-Rufe, laute „VD4,
VD4“-Schreie der ganz alten Hardcore-Fans. Der Freakanite lächelt leicht, sieht
aber deutlich mitgenommen aus. Psychisch.
„In den Jahren, bin ich von einem Mann der
großspurigen, vielen Worte zu einem Mann geworden, der nur noch dann spricht,
wenn er wirklich etwas zu sagen hat. Ich habe zum Imperial Impact geschwiegen.
Ich habe zum Verrat von Gabriel Lucifer geschwiegen…“
Heritage muss stoppen,
da die Fans die Erwähnung des Principals mit lauten Buhrufen quittieren. Dann
spricht er weiter.
„Und ich habe geschwiegen zu den Gerüchten um meinen
Gesundheitszustand. Doch ich bin es mir und vor allem aber bin ich es euch
schuldig, ein paar Worte zu verlieren. Zuerst zum letzten Punkt: Ich bin auf
meinen eigenen Beinen zum Ring gelaufen und kann das Mikrofon problemlos
halten. Bin ich bei 100 Prozent? Wahrscheinlich nicht. Aber ich bin auch noch
nicht am Ende meiner Karriere angelangt. Valkos Heritage hat noch ein paar
Kämpfe in sich und Valkos Heritage hat noch ein paar Ziele vor Augen!“
Die Fans jubeln laut
bei den Worten ihres Lokalpatrioten. Berlin für Berlin. Einige hatten schon mit
seinem endgültigen Karriereende gerechnet und auch wenn Valkos Heritage nicht
verneint, dass er an einer Krankheit leidet, er will weitermachen.
„Doch was sind meine Ziele?“
Berechtigte Frage, mit der Heritage umgehend die Aufmerksamkeit seiner
Zuschauer zurückgewonnen hat.
„Ich habe viele offene Rechnungen. Allerdings muss ich
den Ausgang des Imperial Impacts ein wenig hinten anstellen, da entschieden
wurde, dass die Unterlegenen des Main Events bis zum CORE nichts mehr mit dem
Undisputed Gerasy Title zu tun haben dürfen. Gefällt mir auch nicht, aber
dagegen kann ich wenig tun. Für mich bieten sich aber noch andere
Möglichkeiten. So läuft seit dem Impact nicht nur Robert Barker mit Gold herum,
welches ihm nicht gehört…“
Die letzten Worte des
Freakanites gingen in den Buhrufen fast völlig unter, da er zum ersten Mal den
Namen des Mannes genannt hat, der ihn nur mit der Hilfe von Lucifer besiegte.
„… auch die Cryption Crown hat einen Träger, der
diesen Titel nicht halten sollte. Das letzte Mal, als ich nachgeguckt habe,
stand ich an der Spitze der Cryption Ladder. Dementsprechend winke ich nun
freundlich lächelnd in die Kamera und sage: Chris McFly Jr. – mein Name ist
Valkos Heritage. Und früher oder später wirst du mich noch persönlich
kennenlernen…“
Eine deutliche, offene
Herausforderung des ehemaligen Cotatores, DanMen, Tribune und Gerasy Champions
an den amtierenden GWS World Carnage und FSP World Champion.
„Viel ist passiert, beim Imperial Impact. Eine neue
Herausforderung hat sich aufgetan, ein alter Bekannter ist wieder in mein Leben
getreten. Er nennt sich selbst den letzten Krieger. Ein Mann mit seiner
Vergangenheit tritt nicht wieder ins Scheinwerferlicht, um den Koffer von
anderen Leuten zu tragen. Eher früher, als später werden sich unsere Schwerter
kreuzen, Krieger.“
Auch hier ist klar,
wem diese Herausforderung gilt. Heritage will Reynolds. Beide verbindet eine
Geschichte, die nicht nur in der PCWA Wurzeln geschlagen hat. Auch bei
Heritages Ausflug in die GCW, eine der renommiertesten Ligen in der deutschen
Wrestlinggeschichte, hatten die Beiden miteinander zu tun.
„Doch niemals aus den Augen verlieren werde ich dich,
Robert Barker.“
Und wieder buhen die
Fans lautstark und lassen ihren Unmut über den neuen Undisputed Gerasy Champion
freien Lauf. Heritages Blick verfinstert sich, als er den Namen des Schlächters
ausspricht.
„Zwischen uns Beiden steht es Eins zu Eins. Nach
deiner Auffassung habe ich Blaze gebraucht, um dich zu schlagen. Du selbst
konntest aus eigener Kraft nicht Gerasy Champion werden, sondern brauchtest die
Hilfe eines Mannes, der vor wenigen Wochen seine Suppe noch durch einen
Schlauch geschlürft hat. Ich vergesse dich nicht, Barker. Du wirst noch heute
Abend einen neuen Spielgefährten bekommen, aber ich stelle mich hinten an und
werde warten, werde lauern…“
Weiter kommt Heritage
nicht, denn er wird von einer trockenen, skandierenden Stimme unterbrochen…
‚Schlächter‘: „Vee Dee Four… Vee Dee Four…“
Gemächlich betritt der
Schlächter mit dem Titelgürtel um die Hüfte geschnallt das PCWA Theater. Das
Publikum explodiert. Fetzen des Hasses schleudern ihm entgegen, doch der
Undisputed Gerasy Champion watet unbeeindruckt durch sie hindurch. Er ist
bewaffnet: Ein Mikro in der Hand, Spott auf den Lippen.
‚Schlächter‘: „Vee… Dee… Four…“
Seinen eigenen,
hämischen und langsamer werdenden Chant unterbrochen von einem bellenden
Lachen, das mehr an einen ungesunden Husten erinnert, nimmt der Mann ohne
Grenzen seinen Weg die Rampe herunter.
‚Schlächter‘: „Vee… … Dee… … Four… …“
Wieder dieses Lachen,
das Barker so krank wirken lässt, wie Valkos Heritage in den Medien gemacht
wurde.
‚Schlächter‘: „VD4... Der Name einer Legende… Valkos
Heritage… die traurige Realität. Das Böse
Erwachen auf den Traum all dieser Fans, die immer wieder kommen, um den
guten, alten VD4 zu sehen und stattdessen einen alten, beinahe gebrochenen Mann
geboten bekommen.“
Die zu erwartende
negative Reaktion der Fans lässt nicht lange auf sich warten.
‚Schlächter‘: „Das Schlagwort in diesem Satz,
Ex-Champ, ist ‚beinahe‘. So bleibst
du doch recht wage in deinen Ausführungen, wann du nun endlich endgültig
zusammenbrechen und deine viel zu lange Karriere beenden wirst, deshalb will
ich all deinen Fans den Gefallen tun und sie darüber aufklären, wann sie ihre
lächerlichen Hoffnungen aufgeben können… Der Moment indem du deine angebliche
Lauerstellung aufgibst und in einem verzweifelten, zum Scheitern verurteilten
Versuch die Dreistigkeit besitzen solltest mich um meinen Titel
herauszufordern, wird der Moment sein, in dem Valkos Heritage beendet wird!
Nicht VD4, nicht die Larger-Than-Life Version deines Ichs, die du durch den
Backstagebreich schleppst, sondern Valkos Heritage der Wrestler. Mach diesen
einen falschen Schritt und ich werde dich zerstören! Ich werde dafür sorgen,
dass nie wieder an eines deiner vielen Comebacks zu denken ist und
eigenständiges Laufen wie ein ferner Traum wirkt!“
Geifer fliegt übers
Mikro hinweg, dem ehemaligen VD4 entgegen. Der Schlächter redet sich in Rage,
doch er meint jedes Wort so wie er es sagt, verspricht hiermit essentiell, die
Karriere des Valkos Heritage zu beenden, sollten sie jemals wieder
aufeinandertreffen.
‚Schlächter‘: „Du magst dir und deinen Fans die Qualen
der Realität erleichtern, indem du ihnen erklärst, dass ich die Hilfe des
Mythos‘ benötigte, um dich zu besiegen, aber die Wahrheit ist, dass mein Sieg
unausweichlich war und das weißt du! Der endgültige Sieg des Schlächters war
immer nur eine Frage der Zeit und ich habe entschieden, dass es der Main Event
des Imperial Impacts sein würde! ICH! Niemand, nicht Mad Dog, nicht Blaze,
nicht du, niemand, konnte es
verhindern. Ich habe den Zeitpunkt
gewählt und ich habe die Art des
Sieges gewählt. Ich hätte dich zur Aufgabe zwingen können… ich hätte Mad Dog
bewusstlos choken können… ich hätte Blaze pinnen können… alleine, ohne Hilfe.
All diese Optionen standen mir jederzeit offen, Valkos, weil ich der Beste bin,
der verdammt nochmal Allerbeste!“
Wogen der Abscheu
brechen über ihn hinein, jagen die immerwährende Flut des Hasses in Richtung
des Schlächters, der, anstatt zu ertrinken, in ihr zu wachsen scheint.
‚Schlächter‘: „Warum also der Eingriff von Lucifer? Weil ich es so wollte und es ihm
aufgetragen habe! Weil er Teil meines Spiels geworden ist, als er seine
Backstagemacht geopfert hat, um mir meinen Spot im Main Event zu sichern, und
weil er deshalb etwas Spaß… etwas Leben verdient
hat! … Ihn und mich verbindet ein tiefes Band, seit ich ihm bei der Vendetta
nach dem Imperial Impact VII in meiner ersten öffentlichen Schlachtung sein
Leben genommen und es ihm beim Imperial Impact VIII, als ich ihm in der Angst wieder einen Wert gab,
zurückgegeben habe. Er hat rechtzeitig erkannt, dass ich in unserer kleinen
perversen Welt der PCWA ein verdammter Gott bin und deshalb bin ich für ihn ein König und für dich und für jeden anderes Aspiranten
auf diese höchste Krone unseres Sportes ein fleischgewordener Alptraum!“
Mit der freien linken
Hand macht der Schlächter die Cut-Throat-Geste in Richtung Valkos Heritage.
‚Schlächter‘: „Was das bedeutet ist simpel. Solange ich der Undisputed Gerasy Champion bin,
wirst du niemals wieder einen Finger
an dieses Gold legen dürfen und solltest du es doch wagen, wirst du erfahren,
warum jeder Versager im Backstagebereich seit Monaten die erste Regel beachtet:
FÜCHTET MICH!“
Unter den Buhrufen der
Fans lacht Barker, noch immer auf der Rampe positioniert, wie der Alptraum
eines tollwütigen Hundes. Es wirkt wie ein Schlusspunkt, als hätte er endlich
das von seiner schwarzen Seele geredet, was ihm seit dem PPV auf der Zunge lag.
Es ist schwerer alte Gewohnheiten abzulegen, als man meinen sollte.
‚Schlächter‘: „Aber das weißt du alles längst, nicht
wahr? Deshalb wartest und lauerst du, anstatt mir die Fresse
einzuschlagen… deshalb bin ich der Mann ohne Grenzen und du kaum ein Mann.“
Heritage geht im Ring
auf und ab. Ist unruhig, die freie Hand zittert etwas. Es scheint, als wäre er
noch nicht bereit, hier einen Kampf anzuzetteln, den der Schlächter nur allzu
gern sehen würde. Er blinzelt unvermittelt oft und verlässt dann den Ring,
blickt auf die Rampe, blickt zu Robert Barker.
Valkos Heritage: „Du kennst die Regel, Barker. Ich
werde in dieser Season nichts mit dem Gerasy Title zu tun haben. Ich verspreche
dir auch, dass ich in der Season danach nichts mit dem Gerasy Title zu tun
haben werde.“
Tatsächlich macht der
Freakanite nun ein paar Schritte auf Barker zu. Dieser weicht allerdings nicht
zurück, sondern bleibt mit dem Gold schön im Sichtfeld des Freakanites mitten
auf der Rampe stehen.
‚Schlächter‘: „Diese glückliche Fügung des Schicksals
beschützt dich für eine Season davor deinen Mann zu stehen, doch was ist mit
der darauf folgenden. Willst du etwa öffentlich zugeben, dass du Angst hast,
Heritage? Steckt doch mehr Mann in dir, als man realistisch annehmen darf? Mich
zu fürchten ist schließlich keine Schande, es ist ein Axiom. Doch solltest du
darauf warten, dass ich diesen Titel verliere, damit ich in unserem ReMatch
nicht der Henker deiner Karriere sein werde, dann stell dich auf einen
titellosen Rest deiner Karriere ein, denn der Gerasy wird meine Hüften noch
sehr, sehr lange Zeit schmücken, egal, wer heute Abend die Battle Royal
gewinnen wird!“
Heritage zwingt sich
ein Lächeln hervor und geht einen weiteren, sehr zögerlichen Schritt auf Barker
zu. Er braucht jetzt keine Konfrontation. Er will sie nicht. Aber sein Körper
spricht eine andere Sprache, als seine Worte.
Valkos Heritage: „Das hoffe ich sehr, Barker. Ich
hoffe, dass du den Titel lange trägst, dass du dich richtig an ihn gewöhnst.
Denn wenn ich den Brawlin‘ Rumble IX gewonnen habe, werden wir uns im Main
Event wiedersehen. Und dann wird das Gleiche passieren, wie bei unserem letzten
Einzelkampf.“
Heritage will noch
einen Schritt gehen, befindet sich dann in Barkers Reichweite. Der Champion
bemerkt das Zögern des Freakanites und grinst das überlegene Grinsen eines
sadistischen Jägers mit Blick auf angeschlagene Beute.
‚Schlächter‘: „Was ist los, Valkos? … Angst?“
Heritage antwortet
nicht, aber seine Augen glühen vor Zustimmung. Angst steht ihm in der Iris
geschrieben, in den Pupillen, an den Schweißtropfen, die sich auf seiner Stirn
bilden. Er hat noch Pläne, die könnte Barker hier und jetzt vernichten.
‚Schlächter‘: „Die Gerüchte entsprechen also der
Wahrheit? Bist du ein so großes körperliches Wrack wie alle sagen? … Ein gesunder
Heritage würde wenigstens die Eier haben, mir von Angesicht zu Angesicht
gegenüber zu stehen. Du traust dich keinen Schritt weiter zu gehen, nicht wahr?
Soll ich ihn für dich gehen? Ich habe keine Problem damit einen Krüppel zu
schlagen…“
Der Freakanite macht
den Schritt. Er blickt dem knapp größeren Schlächter in die Augen, doch seine
Knie scheinen zu zittern. Heritage macht hier absolut kein gutes Bild.
Valkos Heritage: „Ja… ich habe Angst. Ich habe Angst
wie ein wildes Tier, welches vom Jäger in die Ecke gedrängt wurde. Aber dieses
verängstigte Tier ist gerade dann am Gefährlichsten. Erfreue dich an dem Gold,
Barker. Nachdem ich den Brawlin‘ Rumble gewonnen habe, wirst du dir wünschen,
du hättest abgedrückt, als du das Gewehr im Anschlag hattest.“
Heritage lässt das
Mikrofon direkt vor Barkers Füße fallen und zieht dann am Undisputed Gerasy
Champion vorbei. Ganz dicht, dass sich die Schultern gerade so berühren. Barker
bleibt stehen und sieht dem Freakanite nicht einmal hinterher. Die Zeit ist noch
nicht gekommen, aber wenn Heritage es darauf anlegt, dann kann er ihn auch
vorher ausschalten. Heritages Karriere hängt an Barkers Fäden.
––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Er
schüttelte den Kopf. Nahm einen tiefen Zug an der Zigarette und starrte auf die
Hintereingangstür. Vendetta musste schon Life auf Sendung sein. Und wenn er
jetzt da durch ging, durch diese Tür ging, dann hatte er seinen inneren Kampf
verloren. Dann war er wieder in dem Gebäude drin. Das er vor ein paar Wochen
verlassen hatte mit dem Vorsatz nicht wieder hierher zurück zu kehren. Aber nun
stand er hier nun wieder. Wegem dem Inhalt einer E-Mail. Diese E-Mail war kurz
und knapp gewesen: „Sie sind bestätigt für eine 11 Mann Battle Royal bei
Vendetta #82. Doppelte Gage wie für ein Singles Match. Wir würden uns freuen
wenn wir mit ihrer Teilnahme rechnen könnten.“ Einfacher Text. Klare Aussagen.
Große Wirkung. Und nun? Gehen oder bleiben? Noch hatte er die Chance zu gehen.
Noch hatte keiner Notiz davon genommen ob er hier war oder nicht. Umdrehen,
wieder in das Taxi steigen und weg. Und vielleicht vorher noch etwas auf die
Treppe legen. Einen Gürtel.
Da
stand Chris McFly Jr. nun. Der vertraglose Träger der PCWA Cryption Crown.
Pavus hatte ihn noch vor ein paar Wochen beim Bierchen nach dem Event klar
machen wollen das er „hierher gehört“. Wieder ein tiefer Zug an der Zigarette.
Hier in Berlin war die Luft seltsam. Warum sonst rauchte er in Berlin fast
dreimal so viel wie sonst in einer Woche London? London. Von dort war er erst
aufgebrochen. Um heute wieder hierher zu kommen. Und hiernach? Gleich nach
Needles. Er kniete sich hin und holte aus seiner Reisetasche den Titelgürtel
der PCWA Cryption Crown. Er sah auf zur Tür. Hinlegen und verschwinden? Einfach
abhauen und so tun als wäre nie etwas gewesen? Innerlich schlugen zwei Herzen
in seiner Brust. Der stolze Champion der nach dem Credo lebt allen Dingen die
er im Ring tut eine Bedeutung zu geben.
Und dann der Wrestler der diese politischen Tricks und Backstage Strategien
hasste die hier in Berlin herrschten. Das hatte doch nichts mehr mit Wrestling
zu tun. Aber einfach abhauen? Zur Hölle nein! Er kann doch nicht einfach
abhauen und dabei selbst seinen eigenen Worten widersprechen. Der Titel war
laut Rebel called Hate nichts wert. Aber warum war er nichts wert? Weil der
letzte Träger nichts für ihn getan hat. Und er würde das zur Hölle noch mal
jetzt ändern.
Doch
wieder in dieses Haifischbecken zugehen wo alles so anders war als das was er
sonst kannte? Eine Firma die eine Wrestling Promotion kontrolliert und jeder
findet es gut, ja will sogar am liebsten einen Vertrag mit dieser Firma direkt
haben? Ein „Prinzipal“ der über allem schwebt. Ein Chaos und Angst Regime. Und
dazu er. Er, der einzige nicht unter Vertrag stehende Wrestler. Und er hatte
auch noch das Stück Edelmetall gewonnen was nun nicht im Besitz von Lucifer und
seinen Spiesgesellen war. Dazu kannte er keinen Menschen. Und der einzige von
dem noch vor ein paar Wochen ein gutes Bild hatte, verhielt sich immer
undurchsichtiger und hielt sich nicht an Absprachen. Gegen einen einzigen
Wrestler, gegen den er bisher gewrestled hatte, und das gleich zweimal, hatte
er den Titel gewonnen und war mit diesem Wikinger danach noch einen Saufen
gewesen. Also allerbeste Voraussetzungen um einen Heidenspaß zu haben in
Berlin.
Auf
seinem MP3 hatte er einen Song gefunden der so gar nicht zu dem passte was er
sonst an Musik hörte. Aber er passt jetzt hierher. Das Schicksal will manchmal
das so was passiert, und so was passiert nun mal wen man seinem Heavy Metal
hörenden Schüler und Tag Team Partner mal den „Walkman“ leiht. Illdisposed’s
„Ich bin verloren in Berlin.“ Ein in Deutsch gesungener Titel einer Dänischen
Death Metal Band. Passend für den heutigen Tag. Und doch strange. Wie die ganze
Situation hier. Aber nicht so strange das man nicht doch versuchen kann das
Beste daraus zu machen. Langsam zog er die Kapuze seines vom Berliner Regen
durchnässten Hoodys zurück. Ein letzter Blick auf den Zigaretten Stummel in
seiner Hand. Er musste unbedingt wieder mit dem Rauchen etwas kürzer treten.
Langsam legte er den Titelgürtel auf die Sporttasche und ging die letzten
Schritte über den Gehweg zum Hintereingang. Wenn er die Tür geöffnet haben
würde, gab es keinen Weg mehr zurück. Also rein ins Vergnügen.
Und es
gibt Zufälle die wohl kaum größer sein können. Wie als wenn jemand auf der
anderen Seite dieser Tür gewartet hätte, stand dort natürlich ein Kameramann
bereit als Chris die Tür geöffnet hatte.
In der Halle selbst war gute
Stimmung die Kommentatoren wollten gerade den nächsten Programm Punkt ansetzen
als Vincent Craven per Kopfhörer eine Meldung rein bekommt.
Vincent Craven: „Oh, bekomme gerade von der Regie einen Meldung
auf den Kopfhörer. Die Kameras haben da jemanden am Hintereingang entdeckt den
wir ihnen auch nicht vorenthalten wollen.“
Mike Garland: „Na dann bin ich ja mal gespannt.“
Und die
Kameras geben nach hinten zum Hintereingang wo Der „Swingin’ Wrestler“ Chris
McFly Jr. nun in den Backstage Bereich gehen will. Durchnässt vom Berliner
Regen und der Titelgürtel des PCWA Cryption Crown Holders ruht auf seiner
Sporttasche. Der Kameraassistent der diese Bilder durch Zufall aufnimmt bekommt
von der Regie die Anweisung McFly anzusprechen um so ein Statement vom
„Renegade“ Champion zu bekommen. Und so nimmt er sich schließlich die Zeit und
auch all seinen Mut zusammen.
Kameraassistent: „Mr. McFly, gibt es
irgendwas was sie uns und den Zuschauern in der Halle und an den Bildschirmen
sagen wollen?“
McFly
dreht sich um und schaut den Kameraassistent von oben bis unten an.
Chris McFly Jr.: „Das Ding läuft?“
Kameraassistent: „Ja. Und sie sind quasi
Life auf Sendung.“
Chris
schaut genau in das Objektiv. Als wenn er am anderen Ende in die Augen der
Menschen sehen will. Schließlich beginnt er zu sprechen.
Chris McFly Jr.: „Ich bin zurück. Und ich
werde mich nachher noch ein wenig äußern. Und an all diejenigen die mich nicht
wieder hier erwartet haben. I Leave an Impression, and if you don’t like it? You can kiss my nice Italian arse!“
Dann
dreht er sich um und geht in Richtung der Umkleidekabinen. Der Kameraassistent
hält noch einen Moment drauf bevor die Regie wieder in die Halle gibt. Zurück
zu Vincent Craven und Mike Garland. Und die schauen nicht schlecht.
Mike Garland: „Ich wusste es! Die derzeit verantwortliche
Person B würde ihn hierher zurückholen! Man kann den Träger der PCWA Cryption
Crown nicht von der PCWA fern halten!“
Vincent Craven: „Ich finde es auch gut das er
wieder da ist. Ich habe nur da nur meine Zweifel, ob das wirklich der Verdienst
der Firma ist ob er wieder da ist oder nicht. Es würde nicht zu einem Mann wie
McFly passen.“
Mike Garland: „Du willst nur nicht
eingestehen das es die Firma geschafft hat einen der heißesten Free Agents des
Business zu verpflichten.“
Vincent Craven: „Warten wir mal ab, wie sich
die Sache entwickelt.“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
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–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Er sitzt im Sessel. Vor ihm die
Maske. Doch bevor er sie verabschiedet gebührt jemand anderem Ehre. Dem Boxer,
Tom Nowak.
Mad Dog: „Tom, du hast das bejaht, was du ein Leben lang
verneintest… zu dem ‚Ja‘ gesagt, den du ein Leben lang bekämpftest. Du hast den
Tod bejaht, Tom!“
Stille. Der Mann, der Tom Nowak
für ein erstes Engagement in die PCWA brachte, schweigt.
Mad Dog: „Du hast dein Dasein nicht akzeptiert. Ja, mit deinem
Tod hast du diese Inakzeptanz zum Ausdruck gebracht. Den Widerstreit zwischen
Unannehmbarem und Bejahenswertem des Lebens zugunsten des Unannehmbaren
entschieden. Wissentlich hast du das gemacht, was du dein Leben lang eigentlich
nicht wolltest…“
Ein Schniefen. Schon bald
wandte sich Nowak von ihm ab. Ging zu Barker, dem Schlächter.
Mad Dog: „…das Nichtgewollte... den Tod.“
Der Kopf wird gehoben.
Mad Dog: „Nein, du wolltest leben, die Möglichkeiten ausschöpfen,
Erfolge feiern, den Traum des Westens verfolgen… doch hast du verdrängt, dass
man sich im Leben schließlich – so oder so – den Tod holt. Erst am Ende… als
Möglichkeiten, Erfolge und Träume zerplatzen, schienen dir die Jahre, die dir
geblieben wären, angesichts dessen, was dir genommen wurde, völlig
inakzeptabel. Schwachsinnig. Nonsens. Unnütz.“
Tiefes Ein- und Ausatmen.
Eigentlich kannte er Tom doch…
Mad Dog: „Wir werden als Sterbliche geboren, Tom! Jeder Akt das
Leben anzunehmen, war bei dir ein Akt der Verzweiflung. Und so ist dein Tod
keine Erlösung, Tom! Nein. Dein Tod ist die verzweifelte Bejahung des
Unakzeptablen. Das kann nie und niemals Erlösung sein.“
MD steht auf… er hätte es
wissen müssen.
Mad Dog: „Tom, dein verfluchter Traum vom Westen… die verfluchte
Prämisse… dass das Leben… allein… das Ausschöpfen von Möglichkeiten ist… allein
Selbstverwirklichung. Dass das Leben allein daraus besteht, aus ihm etwas zu
machen, aus sich etwas zu machen, sich einen Namen zu machen… Die gottlose
Prämisse, dass das Leben allein daraus besteht deinen keinen Rückschritt
kennenden Namen in die keinen Rückschritt kennende Geschichte zu schreiben.“
Wieder neigt sich der
schüttelnde Kopf. Stockend… nur leise kommen die letzten Worte hervor.
Mad Dog: „Ich hätte… dir… einen… einen anderen… Weg… vermittelt.
Aber du… du… du wolltest… Barkers… Weg gehen…“
Mike Garland: „Wieder mal ist das traurige
Thema Tom Nowak präsent. Mad Dog hatte versucht ihn aus Barkers Fängen zu
befreien…“
Vincent Craven: „…Der Schlächter scheint aber
eine geisteskranke Faszination auf viele auszuüben. Allein all das Merchandise,
dass die PCWA verkauft – geschmacklos!“
Mike Garland: „Solange die Firma damit Geld
verdient, ist es ihr egal.“
Vincent Craven: „Wirst du jetzt zum Kritiker
unserer Herren und Meister?“
Mike Garland: „Nein, aber ich gebe Mad Dog
Recht, dass Barker kein guter Umgang ist!“
Vincent Craven: „Aber Menschen können sich
ändern, vielleicht ändert sich eines Tages auch Robert Barker…ähm…nein, eher
nicht…was rede ich da?“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Bevor
er seinen letzten Gang antritt und seine Abschiedsrede hält, nötigt sein Willen
es ihm ab hier zu erscheinen, zu ihm zu gehen. Er hasst diesen Mann. Weil er in
Blaze Augen seine Worte Lügen straft und weil Azrael Rage eigentlich doch
Teufel ist, nur zu feige, sich das selbst einzugestehen. Die Tür schmeißt Blaze
einfach auf und geht stürmisch auf ihn zu.
Blaze: „Sag mir, Schild, willst du die PCWA
schützen?
Keine
Reaktion von Azrael Rage.
Blaze: „Wirklich? Ich sage nein! Am PPV
hättest du etwas tun können, du hättest beispielsweise Patricia Selladore
stoppen können, du hättest die Angst verhindern können, doch genau du – das
selbstproklamierte Schutzschild – hast nichts getan! Du hättest eingreifen
können in so vielen Momenten, doch immerzu warst du nur hier in dich gekehrt.
Ich hingegen habe alles getan, was in meiner Macht steht. Und ja, ich habe
versagt, aber zumindest, Rage, ich habe versucht. Du bist das Heucheln, Teufel,
nicht mehr, nie mehr gewesen und wirst nie mehr sein.“
Blaze
geht einen Schritt auf Azrael zu.
Blaze: „Du willst den Gerasy zurück, dann
steh doch wenigstens dazu. Steh wenigstens jetzt dazu, gesteh dir ein, dass du
dich selbst belügst.“
Immer
noch in seinem Sessel sitzend, blickt Azrael erst jetzt zu Blaze, dessen Stimme
er zwar erkannt, ihn aber noch nicht angesehen hatte.
Azrael Rage: „Ah, Blaze… Du gehst jetzt
besser!“
Die
Augen des Rächers zucken erzürnt. Seine Lippen formen einfache Worte. Du? Mit
mir? So? Was bildest…? Ein tiefes Grollen aus der Kehle. Der Rächer legt nach.
Blaze: „Jetzt soll ich gehen? Wer von uns
beiden war es denn, der einen Pakt wollte, der unbedingt Teil der Inflection
Scale sein wollte zu Beginn? Du! Nun bin ich gescheitert und nun fall ich dir
zu Last, nun willst du mich vertreiben … die Art des Teufels, wie er leibt und
lebt. Der Schlächter hätte es nicht anders gemacht. Schließlich hast du jetzt
deine Chance, nun kannst du es wieder sein – Number. One. Contender.
Undisputed. Gerasy. Champion! Und dann? Dann besiegst du vielleicht Barker und
alles ist vergessen. Der Teufel regiert von seinem Thron, wacht über das Elend…
Die Tafel und das opulente Mahl der PCWA, du frisst dich wieder durch. Noch
magst du die Fans täuschen, aber wenn ich es kann, werden dich auch andere durchschauen.
HÖRST DU MICH?! JEDER SIEHT BALD WIEDER DEINE WAHRE FRATZE!“
Keine
Reaktion. Da muss man wohl noch etwas tiefer bohren.
Blaze: „Die Kunst des Teufels – scheine wie
das Lamm, blicke wie der Hase, säusel die Sirenenmelodie und dann irgendwann…
schert er sich, gafft und spuckt sein Gift, zeigt er sich wieder!“
Erst
jetzt scheint sich eine gewisse Wut auf dem Gesicht des Regenläufers
auszubreiten. Sicherlich gefällt dies dem Kubaner, denn er weiß nicht woher
diese Wut wirklich rührt. Sie hat nichts mit den Worten von Blaze zu tun. So
merkwürdig es klingen mag, es ist Rage in diesem Augenblick vollkommen gleich,
ob Blaze ihn für den Messias oder den Antichristen hält. Es ist eher der
Gedanke immer noch nass zu sein… vom Regen. Kraftlos, weil die Klamotten durch
das Wasser so schwer wiegen. Zudem ist es Neid… Neid auf Blaze. Wieso hasst
Blaze sich nicht? Sie sind doch eigentlich gar nicht so unähnlich. Beide haben
ein boshaftes Dasein geführt und versuchen damit fertig zu werden, es zu
überwinden. Während Blaze allerdings keinerlei Probleme alles Vergangene von
sich abzustreifen, klebt dies jede Sekunde an ihm und es ätzt sich in seinen
Geist.
Azrael Rage: „Wieso laufen hier hinten
eigentlich ständig Menschen, die hier weder angestellt sind, noch einen
Gastvertrag haben, herum?“
Eine
wegwinkende Handbewegung.
Azrael Rage: „Einerlei! Geh jetzt bitte,
Blaze.“
Ein
Grinsen von Wahnsinn im Gesicht des Rächers. Dann das Bildnis von Zorn. Es
stimmt ja, der Kubaner hat keinen Vertrag mehr. Seine Faust fliegt gegen die
Wand. Azrael Rage kann jetzt schalten und walten, wie er will und wer will ihn
aufhalten? Sobald er seine Maske fallen lässt, wäre er vermutlich Barkers
bester Freund. Doch noch weiß er zu wenig über die Pläne des angeblichen
Schildes. Er muss nachhaken.
Blaze: „Beantworte mir doch einfach diese
eine Frage. Warum willst du Gerasy sein? Ich wollte es um der Symbolkraft
wegen, um ein Leuchtbild zu sein am dunklen Horizont. Du jedoch, was willst du
mit ihm? In welchem Einklang steht er mit dem Schild? Wäre es für ein Schild
nicht viel vernünftiger heute auf das Match um den Nummer Eins Herausforderer
zu verzichten und stattdessen am Ring dafür zu sorgen, dass es fair zugeht?“
Tatsächlich
hörte Azrael diesen Satz in seiner Lethargie und durchdenkt ihn. Obwohl die
Worte von Blaze kommen, sind sie nicht einfach nur dumm. Hat er möglicherweise
damit sogar Recht? Wäre das richtig. NEIN!
Kopfschütteln.
Es wäre
falsch! Der Undisputed Gerasy ist mehr wert als jedes einzelne Match! Zudem
wäre es nur eine kurze Lösung auf Zeit. Selbst ein Hüne wie Azrael könnte nicht
jedes Match überwachen und sicherlich kann auch er übertölpelt werden und damit
würde sich der Regen nur verstärken.
Der
Blick geht direkt auf Blaze und zeigt zum ersten Mal heute Abend Kampfgeist!
Azrael Rage: „Es wäre eine Torheit, wenn ich
heute auf dieses Match verzichten würde. Es wäre weder im Sinne des Kampfes für
den PCWA steht, noch im Sinne der Gerechtigkeit, die ich anstrebe.“
Kurz
ein höhnischer Blick zu Blaze, da Azrael vollkommen einleuchtend ist, dass
dieser seine Worte nicht versteht, nicht verstehen will.
Azrael Rage: „Der Gerasy ist in der Hand der
Korrupten. Der Principle, Barker, seine Gespielin und selbst der neue Kronprinz
verkörpern die Angst. Der Gerasy in ihren Klauen zeigt, dass sie siegreich
sind. Das darf nicht sein. Ich weiß, ich weiß, Du bist der Ansicht, wenn ich
Menschen wie Barker und den Principle zerstören möchte, muss ich sie zerstören,
dass ihre Körper nicht mehr laufen können. Das ist aber nicht mein Weg.“
Ein
übertriebenes symbolisches Kopfschütteln.
Azrael Rage: „Es wird immer skrupellose
Kämpfer in der PCWA geben. Es ist wie eine Hydra. Schlägt man einen Kopf ab,
wachsen neue nach. Daher sollst Du nun meinen Plan zur Verteidigung der Heimat
erfahren. Ich werde ihnen den Erfolg stehlen und der größte Erfolg an diesem
Hort, den ich mein Zuhause nenne, ist der Undisputed Gerasy. Er ist das Symbol
für Dominanz, für Stärke, für Ehre – Er ist die ultimative Krone unseres
Kampfes! Er ist der Stern nach dem wir alle greifen.“
Blaze
lacht laut auf.
Blaze: „Siehst du, damit offenbarst du dich.
Nichts anderes habe ich jemals gesagt. Entweder bist du also bereits dem
Alzheimer verfallen oder… es ist, wie ich es sage, du hast die ganze Zeit
gelogen. Nein, mich umgarnst du damit nicht.“
Ein
kehliges Hauchen in das Gesicht des Schildes.
"Du richtest deine Worte nach dem
Wind,..."
Wahrheit.
"...und jetzt, Schild,..."
Zukunft.
„…unterbinde ich das…“
Seine
Hände schnellen zur Form der Faust.
"...schicke ich dich zurück in die
Hölle..."
Verderben.
"...brenne ich dir meinen Hass ins
Leib, bis sich wieder zeigt, wer du wirklich bist."
Das
Bündnis der Werte zur Zerstörung des Bösen,…
"Der Teufel!"
…entladen
in zwei einfachen Worten. Doch Azrael sieht, was Blaze nicht sehen kann und
seine Glut in der PCWA endgültig zum erlöschen bringt.
Azrael Rage: „Deine Kindermädchen sind da,
um dich anzuholen, mein Junge.“
Ein
irritierter Blick des Rächers hinter sich. Dort stehen sechs der Kerry &
Gaelic Offiziellen – Securitys scheinbar – in Anzügen und möchten den Rächer
mitnehmen, was dieser nur mit Argwohn und Aggression quittiert.
„Mister Gômez… Person B möchte mit ihnen
sprechen. Sie werden uns folgen – jetzt!“
Der
Funken zündet.
Blaze: „Befehle. Erteile. Ich. Nicht ihr…
MIR.“
Sein
Knie zerreißt den ersten Kiefer. Der Security geht zu Boden, ein zweiter folgt
ihm nach einem wuchtigen Schlag in den Bauch. Schreiend vor Schmerz sackt er in
sich zusammen. Der dritte wirft sich auf Blaze von hinten, umschlingt seine Arme.
Doch der Rächer schüttelt ihn ab wie einen räudigen Hund. Plötzlich dann trifft
ihn der erste Schlag. Kurz muss er sich besinnen. Dann wird sein linker Arm
gepackt, sein rechter Arm gepackt. Ein Fuß bohrt sich in seine Kniekehle, ein
weiterer Schlag trifft ihn im Bauch. Er ist am Boden, es gibt kein Entkommen.
Sein Stöhnen ist schmerzverzerrt. Langsam kommen die geschlagenen Drei wieder
auf die Beine, während Azrael das ganze anguckt und sich dabei allmählich aus
seinem Sessel erhebt.
Azrael Rage: „Auf Nimmerwiedersehen,
Rächer.“
Die Tür
wird von Azrael zugeworfen. Man hört Blaze noch brüllen, während dieser
weggezerrt wird.
Blaze: „WIR SIND NOCH NICHT FERTIG, TEUFEL!
HÖRST DU MICH? ICH BIN NOCH NICHT FERTIG MIT DIR!“
Es wird
leiser und irgendwann hört man Blaze gar nicht mehr. Endlich wieder Ruhe… Auch
wenn Azrael Rage in Blaze nichts anderes als ein Ärgernis sieht, so hat dieser
es doch geschafft zu ihm vorzudringen. Es wird Zeit.
Eiligst
wechselt er sein rotes Sakko gegen den freien muskulösen Oberkörper, die
Stoffhose gegen die Lederhose und die feinen Lackschuhe gegen die schweren
Wrestlingstiefel.
~ Alle denken, ich bin der Teufel ~
Eine
kleine Tasche wird hervorgeholt und vor dem Spiegel ausgebreitet. Ein Pinsel,
weiße Grundierungsfarbe und die schwarze Schminke fehlen nämlich noch. Die
Kriegsbemalung. Ein letzter Mal wird ins ungeschminkte Gesicht geguckt und es
dann mit einem entschlossenen Blick verabschiedet. Mit dem Pinsel wird schnell
die weiße Grundierung aufgetragen. Ein dünnerer Pinsel wird gegriffen für die
schwarze Schminke, und auch in diese eingetaucht, aber dann stoppt er…
~ Der Regen zeichnet kein Gesicht ~
Der
Pinsel wird weggeworfen und stattdessen wird die Dose mit der Farbe gegriffen
und der Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden in die schwarze Masse
eingetaucht. Noch einmal blickt er in den Spiegel und versucht durch sein
Gesicht seine Seele zu erblicken. Dann zieht er die Finger willkürlich durch
sein Gesicht.
~ Regen ist unregelmäßig ~
Schlussendlich
lässt er die Dose einfach ins Waschbecken fallen und starrt sich an.
Azrael Rage: „Wer bist du?“
Er
verzieht das Gesicht fast freudig.
Azrael Rage: „Ich bin Du und doch bin ich in
den Wolken, denn ich laufe mit dem Regen.“
Die
Miene wird kurz weinerlich.
Azrael Rage: „Du weißt, dass Du nicht mehr
existierst um Freude zu haben, nicht wahr? Mehr als ein kurzes gestelltes
Lächeln gibt es für Dich nicht mehr. Das ist der Preis für Deine Sünden.“
Kurz
blickt er wieder ganz normal… doch dann starrend, suchend.
Azrael Rage: „Aber wieso sollte ich dann
weiterleben wollen? Wieso folge ich nicht Tom Nowak?“
Ein
Kopfschütteln.
Azrael Rage: „Weil ich Dich nicht gehen
lassen kann. Du hast eine Aufgabe. Du musst kämpfen… Nicht aufgeben.“
Fragend
blickt er drein.
Azrael Rage: „Warum muss ich das? Warum kann
nicht jemand anderes diese Aufgabe erfüllen?“
Erschrockener
Blick.
Azrael Rage: „Aber nein, es ist Deine
Aufgabe, Azrael Rage. Du siehst aus, als ob die Welt Dich erdrücken würde.“
Kurz
wird das Haupt gesenkt.
Azrael Rage: „Aber ich ertrage den Regen
nicht länger.“
Wieder
ein kurzes Lächeln, als er wieder aufblickt.
Azrael Rage: „Du siehst das alles zu
negativ, Du Dummerchen. Regen mag für Dich trist und unangenehm sein, und doch
bringt er auch das Wasser, dass die Felder blühen lässt. Regen ist genau wie
Du. Er hat zwei Seiten. Eine hässliche, die die Menschen verachten und die sie
traurig stimmt… und eine die für Freude und Hoffnung der Menschen stehen kann.“
Ein
Schulterzucken.
Azrael Rage: „Aber was hat das mit meiner
Aufgabe und mit dem Undisputed Gerasy zu tun? Ich stehe heute schließlich in
einem Match um den Nummer Eins Herausforderer und ich kann mir nicht einmal
selber erklären, warum ich da bin? Ich sehe nur den Regen und fühle nur die
Nässe.“
Der
Zeigefinger wird gehoben und geschüttelt.
Azrael Rage: „Aber, aber, wer wird denn so
kurzsichtig sein in einem derart glorreichen Kampf heute Abend? Sieh Dir nur
Deine Gegner an – Pavus Maximus, Jamie Hudson, Achill Vinzenz, Caleb Yuma,
Elroy Schmidtke, Patricia Selladore, Blake Milton, Diego Alejandro Sanchez,
Chris McFly Jr. und Alistair Brunswick – All diese scheinenden Namen. Meinst Du
einer von ihnen steht jetzt vor dem Spiegel, bemitleidet sich selbst und führt
Selbstgespräche mit seinem Spiegelbild? Mitnichten! Sie bereiten sich vor auf
eine große Chance.“
Wieder
zeigt das bemalte Gesicht ein Fragezeichen.
Azrael Rage: „Welche Chance?“
Ein
angestrengtes Auspusten.
Azrael Rage: „Du verstehst es wirklich
nicht, oder? Ich erkläre es Dir. Der Undisputed Gerasy ist der Schlüssel zu
Deiner Aufgabe. Heute Abend hast Du Deine erste Prüfung, wenn Du ihn wieder in
Deinen Händen halten willst. Solange Du ihn nämlich hältst, kann kein anderer
der Korrupten eine hundertprozentige Erfolgsquote vorweisen. Danach musst Du Dir
nicht mehr Deine Gefechte für die Aufgabe suchen. Sie werden zu Dir kommen. Er
gibt Dir Bedeutung. Du gibst der PCWA damit Hoffnung und vielleicht gibt sie
Dir damit auch die Chance Dir endlich selbst zu verzeihen. Denn wie können
andere über Deine Taten hinwegblicken und dir vergeben, wenn Du es selbst nicht
kannst?“
Kurz
wird das Gesicht wieder traurig.
Azrael Rage: „Ich weiß es nicht… ich weiß
gar nichts… eigentlich dachte ich das hier ist Krieg, aber keiner sieht Krieg
außer mir.“
Ein
spielerisches Zwinkern.
Azrael Rage: „Das hier IST Krieg. Aber kein
Wunder, dass niemand außer Dir Krieg fühlt. Es ist ein Krieg von Dir gegen
Dich… Der Gerasy kann Deine größte Waffe sein… Doch bist Du bereit es, bis es
irgendwann, möglicherweise bei CORE, möglicherweise erst später, soweit ist, zu
ertragen? Das ist nämlich Deine Bürde, Azrael Rage, Dein Kreuz. Bis zu diesem
Tag wirst Du den Regen nur als unerträglich empfinden.“
Ein
konzentrierter Blick.
Azrael Rage: „Ich muss wohl bereit sein,
denn ich bin in einem Gefecht aufgestellt um den Nummer Eins Herausforderer.
Ich bin, was ich bin. Ich bin der Regenläufer…“
Eine
kurze Freude im Gesicht.
Azrael Rage: „Endlich hast Du es verstanden.
Nun geh…“
Wieder
der konzentrierte Blick.
Azrael Rage: Ich danke Dir für das gute
Gespräch. Ich habe meine erste Prüfung nun zu bewältigen.“
Noch
während Rage sich abwendet die abschließenden Worte.
Azrael Rage: „Dank ist nicht nötig. Ich bin
Du. Jetzt ist der wichtigste Kampf, seitdem Du den Regen begleitest und dem
Teufel abgeschworen hast. Es wird Zeit, dass Regen die Feuer die PCWA zu
löschen beginnt… Heute ist der Anfang!“
~ Der Regen greift nach den Sternen ~
Azrael Rage: „Ach eins noch!“
Er
blickt ein letztes Mal zum Spiegel und lächelt.
Azrael Rage: „Viel Glück und frohe
Festtage.“
Kopfschütteln
und Augenrollen.
Azrael Rage: „Ach bitte!“
Mike Garland: „Ich weiß nicht, ob ich über
den Schluss lachen soll, ob ich die Selbstmordhotline anrufen soll, ob ich die
Jungs mit den weißen Kitteln informieren soll, oder aber ob wir gerade bei
diesem Selbstgespräch Rage tief in seine verletzte Seele gucken konnten.“
Vincent Craven: „Ich würde sagen von allem
ein wenig. Blaze scheint hier auf jeden Fall wie ein Katalysator gewirkt zu
haben auf Rage.“
Mike Garland: „Wie meinst du das?“
Vincent Craven: „Nun ja, während Blaze hier
auf ihn mit Worten alles abfeuerte was er hatte, erklärte Rage nur den
Undisputed Gerasy. Erst im Selbstgespräch, da er scheinbar niemanden hat, der
ihn versteht und mit dem er reden konnte, musste er sich endlich aussprechen.“
Mike Garland: „Mit sich selber?“
Vincent Craven: „Es gibt ja sonst offenbar
niemanden, der nach seinen Problemen fragt.“
Mike Garland: „Und wie können wir das
bewerten, wenn es um die Number One Contender Battle Royal geht?“
Vincent Craven: „Schwierig. Ich glaube es war
nicht zu überhören, dass seine Probleme irgendwie mit dem Undisputed Gerasy
verknüpft sind und er ihn auch deshalb gewinnen will. Daher muss auch ein Sieg
heute her und dessen scheint er sich überaus bewusst. Ob er allerdings wirklich
einen Fokus auf dem Sieg behalten kann, wird sich erst später zeigen. Nämlich
im unserem Main Event, oder sollte ich lieber Super Event sagen?“
Mike
Garland: „Super Event, Vincent?“
Vincent Craven: „Irgendwie bist du gerade
begriffsstutzig, Mike. Bei so vielen tollen Wrestlern in einem Kampf wollte ich
mal das ganze etwas hypen.“
Mike Garland: „Und was hat das mit Azrael
Rage und den eben gesehenen Bildern zu tun?“
Vincent Craven: „Er ist auch in dem Match…
Egal, wir machen jetzt weiter!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––


–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Die
Umkleidekabine der next CENTURY gods.
Einige
leere Pizzakartons und zerbrochene Flaschen stapeln sich vor dem Raum, aus dem
laut dröhnend Musik schallt. KMFDM. Alistair und Patricia befinden sich in der
Kabine und bereiten sich gerade auf die Battle Royal vor.
Nur
einen Raum weiter versucht ein anderer Mann, sich vor dem großen Event noch
einmal zu konzentrieren. Wir sehen Díego Alejandro Sanchéz, der sich auf
Anweisung von Kerry & Gaelic eine Kabine mit zahlreichen Jobbern teilen
muss. Doch als wäre es nicht schon schlimm genug den Abend mit dem Incredible
Idiot, Apfel Andy, „Pretty“ Mike Hübner, Hara Kiri, dem "King of Puch" Johnny "Puch-Puch-Puchy-Puch" Puchler
und noch 4 weiteren Jobbern, deren Namen er schon längst wieder vergessen hat,
zu verbringen, wird dieser ganze Kindergarten auch noch von der Nachbarkabine
beschallt. Nachdem er schon erfolglos versucht hat, den Kindergarten zu
bändigen, scheint er nun zumindest versuchen zu wollen, die zusätzliche
Lärmbelästigung zu unterbinden.
Als er
die Tür der Nachbarkabine öffnet, schallt ihm die Musik noch lauter entgegen.
REBELS IN KONTROL
LIVE THE LIFE WE KNOW
DON’T SECOND-GUESS THE BUCKSHOT
GIVE A DAMN
MAKE THE RULES UP AS WE GO
REBELS IN KONTROL
Alistair
und Patricia sind gerade damit beschäftigt, auf einen von der Decke baumelnden
Sandsack einzudreschen und sich somit warmzumachen. So bemerken sie auch nicht,
wie der Deutschmexikaner ein paar Schritte in den Raum tritt und einen Schalter
an der laut dröhnenden Anlage drückt. Sofort verstummt die Musik.
Die
next CENTURY gods wirbeln herum.
Alistair: „Hey! Was soll das?“
Díego mustert die beiden, die er bisher
noch nicht persönlich kennen lernen konnte.
Sanchéz: „Was das soll? Nun, auch wenn ich
eure Party ungern störe, aber dieser KRACH, den ihr Musik nennt, hat mich
schlichtweg gestört. Da muss ich mich schon den ganzen Abend von diversen
Jobbern nerven, anpöbeln und volljammern lassen. Ich soll Spielchen mitspielen,
weil ich ja auch, verdammt noch eins, nichts Besseres zu tun habe. Und dann
kommt ihr Halbaffen auf die Idee, ihr müsstet aus dem PCWA Theater eine
verdammte Disco machen. MIR REICHT’S! Seid froh, dass ich eure SCHEISS Anlage
nicht gleich aus‘m Fenster geworfen hab!“
Aufbrausend
humpelt Patricia einige Schritte auf ihn zu.
Patricia: „Was gibt dir dreckigem Mexikaner
das Recht dazu? Verzieh dich oder du wirst es bereuen, jemals diesen Raum
betreten zu haben.“
Ihre
Augen funkeln wild, als sie direkt an ihn heran tritt und die geballten Fäuste
hebt.
Díego atmet einmal tief durch. Seine Nerven
sind mittlerweile so sehr angegriffen, dass er sich stark zusammen reißen muss,
die Kabine und alle Anwesenden hier nicht zu verwüsten. Nach außen hin wandelt
er sich aber zur Gelassenheit in Person.
Sanchéz: „Sachte, Schätzchen. Wenn wir nun
durch diesen glücklichen Umstand einmal das Vergnügen haben, sollten wir uns
vielleicht einmal vorstellen. Auch wenn ihr scheinbar schon wisst, wer ich bin,
kennt man mich hier in der PCWA unter dem Namen Díego Alejandro Sanchéz!“
Patricia
blickt ihn irritiert an, aber Alistair lacht im Hintergrund schallend auf.
Alistair: „Ein Mexikaner mit Manieren. Ha!
So etwas ist eine echte Seltenheit, diesen Moment sollte man sich glatt einrahmen
und an die Wand hängen, wenn man das könnte.“
Sanchéz: „Du solltest dir dein Urteil über
Mexiko nicht durch jemanden bilden, der gerade mal einen Tropfen mexikanisches
Blut in sich trägt, hier reihenweise Leute schlachtet und sich mittlerweile zum
Undisputed Gerasy gemacht hat. Doch wo ich gerade bei Titeln bin… kommen wir
doch einmal zu dir und deinem Match gegen den Wikinger.
Alistair
verzieht kurz das Gesicht.
Alistair: „Was ist damit?“
Sanchéz: „Nun, lass mich dir als erstes
sagen, dass ich positiv überrascht bin. Du scheinst ja vor keiner
Herausforderung zurück zu schrecken. Trotzdem solltest du dir nicht zu viel
darauf einbilden, muchacho. Denn so wie du den Titel gewonnen hast, solltest du
erst mal ernsthaft beweisen, dass du auch ein würdiger Tribune bist.“
Alistair
nickt ihm knapp zu.
Alistair: „Was willst du mir damit sagen?
Wenn du ein Autogramm möchtest, dann ist das jetzt der verdammt falsche
Zeitpunkt dafür. Fanboy, heh?“
Sanchéz: „Das kannst du verstehen wie du
willst. Jedoch werde ich es nicht zulassen wenn irgendein Typ, sei er Tribune
oder Herausforderer, den Tribune in den Dreck zieht und damit auch die
ehemaligen Titelträger, so wie ich einer war. Ich weiß, was es bedeutet, diesen
silbernen Schatz zu tragen, denn ich hätte seinen Gewinn beinahe mit meinem
Augenlicht bezahlt. Ich habe ihn von Heritage gewonnen und gegen Gabriels Alter
Ego Mai Eht verteidigt. Verdammt! Ich habe den Tribune zu dem gemacht, was er
nun endlich auch durch die Wahl beim Impact unwiderruflich ist. Der Titel der
Fans.“
Patricia
gähnt provozierend.
Patricia: „Du beginnst mich zu langweilen,
Mexikaner. Wo hast du diese lustigen Phrasen her? ‚Der Titel der Fans‘,
Scheiße, wie mich solche Sprüche ankotzen.“
Mit einem finsteren Blick schaut der
Deutschmexikaner zu Patricia.
Sanchéz: „Verzeih mir, Patricia, dass ich
dir weder die Aufmerksamkeit noch das Interesse zukommen lasse, wie es Robert
Barker tut. Doch ich frage mich, falls du es heute Abend tatsächlich schaffen
solltest zu gewinnen, wirst du gegen deinen Schatz
in den Ring steigen um zu kämpfen?“
Aus dem Mund des ehemaligen Tribune klingt
dieses „Schatz“ wie eine ekelhafte Krankheit, mit der man sich lieber nicht
anstecken möchte.
Patricia
fährt ihn direkt wieder an.
Patricia: „Darauf kannst du Gift nehmen. Ich
lasse mir diese Chance nicht entgehen.“
Alistair
setzt ihren Satz direkt fort.
Alistair: „Vor allem werden wir beide es uns
nicht entgehen lassen, es Leuten wie dir zu beweisen. Du bist eines dieser
Relikte aus längst vergangenen Zeiten. Du kommst in die PCWA zurück und
rechnest gleich damit, wieder ganz oben auf der Card aufzutauchen. Leuten wie
dir wird alles hinterher geworfen. Ein Titelmatch gefällig? Es interessiert uns
nicht, wie toll du vielleicht als Champion einmal warst. Du brauchst uns nicht
mit deinen Geschichten zu langweilen, denn nun sind wir alle gleich. Auch du
bist wieder ein Neuling und musst dir deine Lorbeeren neu verdienen. Und,
Scheiße, dagegen haben wir etwas, denn niemand drängt uns aus dem Spotlight,
das wir uns in den letzten Monaten hart erarbeitet haben. Du bist in der
Jobberkabine genau richtig aufgehoben.“
Sanchéz: „Aber, aber. Hast du mir vorhin
nicht zugehört? Natürlich muss auch ich wieder von ganz vorn beginnen. Nicht
nur, weil ich jetzt die Firma gegen mich habe, nein, ich will es sogar. Zurück
zum Start. Doch dieses Mal ohne eine Firma, die… ach, was versteht ihr denn
schon davon? Ihr habt keine Ahnung, was es bedeutet, in den Klauen dieser Sekte
gefangen zu sein. Doch eines verspreche ich euch. Ich werde nachher in diesen
Ring rausgehen und alles geben. Ich werde beweisen, dass ich noch kein Relikt
aus alten Zeiten bin.“
…und dann hole ich den Quest 4 the Best.
Das hat er sich zumindest vorgenommen.
Patricia: „Wir sehen uns gleich… und bereite
dich auf alles vor…“
Sanchéz: „Da bin ich aber mal gespannt.“
Díego wendet sich zur Tür, dabei streift
sein Blick noch einmal die Anlage der beiden next CENTURY gods. Mit einem
beherzten Schlag verwandelt er das Teil in einen Haufen Schrott.
Sanchéz: „Wir wollen doch sichergehen, dass
es ruhig bleibt, auch wenn ich diesen Raum hier verlassen habe, oder?“
Er
wirft die Tür hinter sich zu, bevor Alistair und Patricia überhaupt reagieren
können.
Mike Garland: „Die Next Century Gods machen
ihrem Namen alle Ehre und legen sich mit den Göttern des vergangenen
Jahrtausends an!“
Vincent Craven: „Und nie war es so deutlich
wie in dieser Szene. Der neue Tribune, der sicherlich alles ist, aber kein
Champion des Volkes, liefert sich ein Wortduell mit dem vielleicht legendärsten
Tribune der Vergangenheit.“
Mike Garland: „Assistiert wird Alistair dabei
von Patricia, die den Rückkehrer Díego Alejandro Sanchéz gleichmal bedroht und
jetzt wohl in der Battle Royal Hand ihn anlegen will…“
Vincent Craven: „…Ob der Mexikaner sich da
die richtigen Feinde gemacht hat, wage ich zu bezweifeln.
Mike Garland: „Was sind schon die richtigen
Feinde?“
Vincent Craven: „Auch wieder wahr!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Special

Proudly Presents
REISE NACH JERUSALEM
III
Because We Can schallt aus den Boxen des PCWA Theaters
und die ehemaligen PCWA Cotatores und amtierenden Pink Collins on the Rocks Champions
tänzeln mit Weihnachtsmützen auf dem Kopf in die Halle. Begleitet von ihrem
Manager A.C. Gäfft, liefern sie eine sehr lustige Show am Entrance ab. John
Travolta hätte keine bessere Tanzeinlage liefern können, als es LBT hier im
Theater tun. Das hat Stil, das hat Klasse… das ist sexy!
Auf dem Weg zum Ring verteilen sie immer wieder
Handküsse in Richtung Publikum, welche jedoch nur von den wenigsten begeistert
aufgenommen werden. Im Seilgeviert angekommen wird die Halle in ein rosa-rotes
Licht getaucht und es gibt noch eine weitere kurze Tanz-Choreographie von Le
Boy Toy und A.C. Gäfft zusammen! Dann hat der Song auch schon ausgesetzt und
Brutus Boyle und Timothy Toyle warten auf ihre Gegner. Insbesondere auf Elroy
Schmidtke haben sie es abgesehen. Doch es kommt Niemand. Sie sehen all die
Stühle im Ring und beginnen einfach selbst mit dem Spiel zu einem Song von
Andrea Berg. Da vielmehr Stühle als Teilnehmer da sind finden sie alle Platz
und feiern dann ihren Sieg, indem sie sich gegenseitig abschlecken. Frenetisch
stimmen sie einen Schmähsong auf Elroy an, der nun entthront wurde. Jetzt sind
sie endlich die Kings of Jerusalem. Fröhlich tanzen sie aus der Halle.
Mike Garland: „Ohne Worte! Das ist das
miesteste Segment, was ich je gesehen habe!“
Vincent Craven: „Absolut. Unfassbar grottig!
Elroy hat ja vorhin gesagt, er hat auf sowas keinen Bock mehr, auf all das
Comedy Prozedere.“
Mike Garland: „Das ist hier ist keine Comedy,
sondern Horror!“
Vincent Craven: „Schnell vergessen und aus
dem Gedächtnis löschen!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Die
Kameras geben mach hinten in den Backstage Bereich des PCWA Theaters. Und, wie
sollte es auch anders sein, so bekommen wir einen der Wrestler zu Gesicht.
Jedoch nicht irgendeinen. Den Free Agent Chris McFly Jr. bekommen wir nun
zusehen. Angelehnt an einen Türrahmen und mit dem Titelgürtel der PCWA Cryption
Crown auf seiner Schulter ruhend. Das Outfit ist noch sehr leger, weite Baggy
Jeans und das T-Shirt mit dem Schriftzug „Chris Mc Who?“ welches ihm Pavus beim
PPV gegeben hatte kleiden ihn. Er wirkt seltsam angespannt während er von der
Seite auf ein Werbeplakat für den kommenden PPV „Core 2012“ schaut. Schließlich
beginnt er zu sprechen.
Chris McFly Jr.: „Well. Well. Well. Da bin
ich also wieder. Wieder hier an dem Ort der mir eigentlich nicht gefällt.“
Über
die Schaltung zur Halle kann man einige wenige Fans hören die nun schon ein wenig
gegen ihn skandieren.
Chris McFly Jr.: „Aber ich bin wieder da.
Ich habe den PCWA Titel der Cryption Crown gewonnen in einem Kampf gegen Pavus.
Und da ich jemand bin der sich nicht aus seiner Verantwortung stiehlt, bin ich
wieder hier. Hier in Berlin im PCWA Theater. Um am nächsten Match teilzunehmen.
Eine Battle Royal welche den next number one contender für den höchsten Titel
dieser Promotion küren soll. Dabei kann ich mit meinen noch nicht ganz so guten
Deutschkenntnissen diesen Namen noch nicht mal richtig aussprechen. Immer wenn
ich versuche den Namen auszusprechen kommt bei mir Undisputed Garyson Titel
heraus.“
Ein
bisschen muss er dabei schmunzeln. Kaum kann er den Namen eines Wrestlers
richtig aussprechen hapert es mit einem Titelnamen. Aber das bringt ihm
wenigstens ein paar Lacher ein.
Chris McFly Jr.: „Gleichzeitig gilt es aber
eine Art Setzliste für das Quest 4 the Tourney zu erkämpfen. Oh boy! Und schon
sind wir wieder bei Politik. Es wird irgendwelche Leute geben die zu einem
gewissen Zeitpunkt über das Seil gehen werden weil zu einem gewissen anderen
Wrestler ins Match wollen oder einem gewissen anderen Wrestler aus dem Weg
gehen wollen, right? Ich meine so was fördert solche Entscheidungen doch nur.
Also was muss ich wohl tun um z.B. Mad Dog aus dem Weg zu gehen, huh?“
Kopfschütteln
vom Triple Title Holder.
Chris McFly Jr.: „Mich interessiert dieser
Main Titel eigentlich nicht. Das ist nicht das wofür ich hierher kam. Ich kam
für das hier…“
Mit der
rechten hand klopft er auf den Titelgürtel und blickt sehr entschlossen in die
Kamera.
Chris
McFly Jr.: „Der Cryption Crown Titel. Dafür kam ich hierher. Und es gibt da jemanden dem ich noch ein
Match schulde. Nicht wahr Caleb? Wie immer hast du in den Netzwerken dieser
Welt deine Meinung frei gepostet. Jeder kann auf Facebook alles nachlesen oder
deine Tweets sehen. Nur weist du was ich nicht darin lesen kann, Caleb?“
Die
Stimme ist nun sehr tief. Ja schon fast bedrohlich. McFly scheint nicht mehr so
gut zu sprechen zu sein auf den jungen Holländer.
Chris
McFly Jr.: „Warum, Caleb? Warum
zur verfickten Hölle hast du dich in dieses Match reingehängt obwohl wir keine
halbe Stunde vorher darüber gesprochen hatten und ich dir gesagt hatte das ich
es nicht gut finden würde wenn du dich in dieses Match einmischst? Du hast es
getan. Pavus hätte mich beinahe besiegt. Er ist ein guter Kämpfer und lieferte
eine Top Performance. Ich hätte es nicht als Schande empfunden gegen ihn an
diesem Abend zu verlieren. Doch nun… nun habe ich diesen Titel und stecke in
einem echten Dilemma. Soll ich einen Titel halten den ich mir vielleicht gar
nicht verdient habe? Soll ich dir auch noch eine Belohnung dafür geben das du
mich nicht ernst genommen hast?“
Die
Stimme ist immer noch düster. Aber lauter und deutlicher geworden mit jeder
Silbe.
Chris McFly Jr.: „Ich könnte den Titel
dropen. Einfach abhauen und diese Geschichte einfach so vergessen. Doch dann
breche ich mit mir selbst und meinen Prinzipien. Egal wo ich war, egal welcher
Titel es war, ich habe sie immer in ehren gehalten und alles getan um einen
Titel wertvoll zu machen. Egal ob der Träger vorher Dragon Warrior, Andy
Menace, Rebel called Hate oder Melina war. Was heißt das also nun?“
Gute
Frage, was heißt es?
Chris McFly Jr.: „Dieser Titel hier, dieses
schöne Stück Metal mit Leder unterliegt gewissen Regeln, nicht wahr? Der zweite
in einer Chartlist darf mich fordern, right? Dieser Titel hat eine Geschichte
die mit dieser Chartlist einhergeht, right? Und dazu kommt das ich mich von,
Caleb verarscht fühle! Und wenn es nach mir ginge würde Pavus ein sauberes
Rückmatch bekommen. Was also tun, huh? Soll ich da weiter machen wie es Hate
getan hat? No fuckin’ way!“
Immerhin
hat der Cryption Crown Holder schon erkannt dass er ein dickes Fadenkreuz auf
dem Rücken hat.
Chris McFly Jr.: „Ich sagte es bereits beim
PPV. Ich bin der jagende Gejagte. Und falls ihr nicht verstehen wollt was das
heißt? Machen wir es doch ganz einfach. Caleb, ich werde dich für deinen
Eigensinn nicht belohnen. Wir werden diesen Titel nicht in Needles, Kalifornien
noch in London, England noch in Chicago, Illinois auskämpfen! Es wird hier sein
in der PCWA und du wirst den Ruhm nicht bekommen den du dir erhofft hast.“
Wieder
ein Raunen unter den Fans.
Chris McFly Jr.: „Pavus! Du bist ein ehrlicher
und aufrecht gehender Krieger. Und es wäre mir ein Vergnügen dir ein faires
Rückmatch zu geben. Einfach weil ich der Meinung bin das du es dir verdient
hast. Du hast alles Recht der Welt mir nicht zu trauen. Aber wer und wem willst
du glauben wenn nicht mir? Ich biete dir eine Chance. Nimm sie oder lass es
bleiben.“
Klingt
zumindest aufrecht vom Chicagoer.
Chris McFly Jr.: „Und nun… Valkos Heritage…
der Mentor von Caleb Yuma, der ehemalige Main Champion dieser Liga. Urgestein.
Stolzer Kämpfer. Und der zweite in der Cryption Ladder. Also derjenige der sich
anschicken könnte diesen Titel zu fordern. Ich weiß eigentlich so gut wie
nichts über dich. Nur das du wohl schon eine Ewigkeit bei der PCWA bist und
schon fast alles geholt hast bis auf eben dieses schöne Stück Metal mit Leder.“
Einmal
alle durchexerziert. Ein nicht unübliches vorgehen von CMJ. Wer mal über den
PCWA Tellerrand geschaut hat könnte sich jetzt denken dass diese Promo auch an
jedem anderen Ort der Wrestling Welt stattfinden könnte. Doch irgendetwas
scheint anders zu sein. Ein Grinsen huscht über das Gesicht des Free Agents.
Chris McFly Jr.: „Habt ihr drei genug Nerven
und Mumm in den Knochen um mit mir in die Hölle zu kommen?“
McFly
greift in eine Ecke die außerhalb des Kamerawinkels zu sehen ist.
Chris McFly Jr.: „Nachher gehen wir in eine
Battle Royal bei der ihr euch alle wieder in Bündnissen und politischen
Entscheidungen flüchten könnt. Und wer weiß, vielleicht gewinne ich Ding sogar
weil keiner den Mumm in den Knochen hat es mit dem Schlächter Robert Barker
aufzunehmen? Ich werde jedenfalls alles geben um diese Battle Royal zu
gewinnen, denn ich fürchte mich vor niemandem!“
Ins
Bild holt er eine Leuchtstoffröhre und wedelt mit ihr vor der Kamera herum.
Chris McFly Jr.: „Ich bin wieder hier. Und
das obwohl ich mehr als einen Zweifel hatte. Und ich habe mir vorgenommen
diesem Titel hier…“
Er
klopft mit der Leuchtstoffröhre leicht gegen das Relief des Titels.
Chris McFly Jr.: „…wieder eine anständige
Geschichte zu geben. Und sie wird eine sein, von der ich mit Stolz sagen kann
dass es meine Geschichte ist. Also kommt heute die Battle Royal und am PPV? Quest 4
the Best? Why not! Und wenn
nicht, dann dürfen die anderen die ich eben noch angesprochen habe sich auf
einiges gefasst machen. Denn…“
Er holt
leicht Schwung und zertrümmert die Leuchtstoffröhre am PPV Poster..
**KLIRR!!**
…und
hält den abgebrochenen und abgesplitterten Rest, eine Art Stumpf, in seiner
Hand.
Chris McFly Jr.: „Falls ich den Titel beim
PPV verteidigen muss, dann am liebsten in einem Fatal Four Way gegen die
anderen die ich aufgezählt habe. Und am allerliebsten, auch wenn es leider wohl
nicht so kommen wird, in einem fuckin’ Lighttubes Deathmatch. Bringin’ back
Hardcore to this Title!”
Das
Grinsen in seinem Gesicht wird zu einem leisen Lachen.
Chris
McFly Jr.: „I leave an impression! You better count on it!”
Er
wirft den Rest der Leuchtstoffröhre auf den Boden und deutet noch einmal auf
das Poster. Nickt noch einmal und verlässt mit einem zufriedenen Lächeln das
Bild. Und Die Kameras geben zurück zu den Kommentatoren.
Vincent Craven: „Erfrischend. Einfach
erfrischend der Typ.“
Mike Garland: „Er hat anscheinend
realisiert, dass es die Cryption Ladder gibt und, dass er Yuma ein Match
schuldet!“
Vincent Craven: „Oder aber am
liebsten Pavus sauberes Rematch für Pavus!“
Mike Garland: „Spannung ist
garantiert, mal gucken, wie die PCWA diesen Mann vielleicht verändern wird oder
er so bleibt wie er war!“
Vincent Craven: „Die PCWA
verändert jeden!“
Mike Garland: „Irgendwann, ja!“
–––––––––––– K&G/PCWA ––––––––––––
Traurig
sitzt der Kubaner allein in seinem Lockerroom. Niedergeschlagen wandert sein
Blick wieder einmal auf den Fernseher, auf dem die Siegesszene Robert Barkers
nach dem Main Event wiederholt wird. Es ist seltsam, aber er empfindet keinen
Zorn dabei, ihn triumphieren zu sehen. Er empfindet nicht mal Zorn bei dem
Anblick Gabriels oder Selladores. Es ist nicht ihre Schuld, dass er verloren
hat. Schuld ist er selbst. Zeit, sich zu verabschieden.
Szenenwechsel.
Blaze hinter der Rampe in die Halle. Das Raunen der Fans, die Halle bebt. Er
ist so weit. Sein letztes Segment, seine letzte Ansprache, sein letzter Atemzug
im Ring. Sein Blick gleitet langsam durch den Raum, bleibt an einem Tisch
hängen, neben dem ein Getränkeautomat steht. Unter ihm steht ein Kasten voller
leerer Flaschen. Einige Blätter liegen verteilt auf dem Holz. Der Showplan,
sein letzter Showplan. Zwischen ihnen liegt, einsam und fehl am Platze, ein Feuerzeug. Die Augen des Kubaners beginnen zu funkeln.
Zerbrechlich wandert seine Hand ihm entgegen. Wie eine Mutter ihr Kind
streichelt er zärtlich mit dem Zeigefinger darüber. Greift danach. Faserig
lässt er das Metallrädchen gleiten, schwelgt in der Melodie des Klickens.
Erinnerungen werden wach. Ein Lächeln umspielt sein Gesicht. Alter Freund… Die Wehmut packt ihn. Er hätte es wirklich gerne getan, er wäre gerne
diesen Weg gegangen, doch er kann es nicht, nicht nachdem, was passiert ist.
Nicht, nachdem er verstanden hat. Sie ist schuld, sie hat ihm diese Tür
geschlossen, er ist zu anderem berufen.
Ein
Road Agent tippt ihm auf die Schulter. Der Moment des Friedens zerbricht, die
Fackel der Gegenwart lodert wieder hell.
„Du musst jetzt raus, wir spielen deine Theme
an.“
…to the other side

Zu den
Klängen von Sirenias „The Other Side“ betritt der Pyromane steinernen Blickes
die Halle. Feuersäulen untermalen das Intro des Liedes, Blitzlichtgewitter
setzt mit den Drums ein. Stolz
blickt die eherne exekutive Gewalt durch das Publikum.
There’s a light and a darkened road
There’s a night and a fading hope



Die
Fans feiern ihren Rächer. Feiern ihn bei seinem letzten Gang über die Rampe,
greifen ein letztes Mal mit ihren Armen nach ihm, verbeugen sich ein letztes
Mal vor ihm und rufen ihm zu. Ein neues Ziel wartet auf Blaze. Doch welches? Chants
seines Namens reißen ihn aus seinen Gedanken. Es wird Zeit zu sprechen.
Blaze: „Wie beginnt man etwas, dass gerade
endet? Versuchen wir es.“
Ein
Blick durch die Reihen der Fans, Ruhe kehrt ein.
Blaze: „Als ich in die PCWA kam war es
Gabriel Lucifer, der mich als seine Obsession auswählte und willkürlich Feuer
auf dem Gelände des Phoenix Centers legte, um den Verdacht auf mich – den
Pyromanen – zu legen. Eines Tages erfuhr ich davon. Er selbst war es, der sich
verriet. Er war es, wegen dem ich so kurz nach meinem Debüt schon wieder vor
meiner Entlassung stand. Ich kochte vor Wut, er sollte brennen, im Feuer
schmoren für diesen Verrat. … Und er brannte.“
Wieder ein Blick durch die Reihen der Fans. Und
ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen des Rächers.
Blaze: „In der Zeit danach war es Robert
Barker, der ein faires Match mit mir wollte und mich davon überzeugte, wir
würden es kriegen, auskämpfen und sehen, wer der Bessere von uns beiden ist.
Wir sollten gemeinsam die Show stehlen und uns gemeinsam ein Stück auf der
Karriereleiter nach oben hieven. Doch es stellte sich heraus, dass nichts von
seinem Gerede nur im Ansatz der Wahrheit entsprach. Und so betrog er mich. Ich
wollte ihn büßen lassen und schließlich … musste er büßen.“
Das
gleiche Lächeln wie gerade weicht dem gleichen Ausdruck der Kälte wie in den
zuvor gesprochenen Worten.
Blaze: „Ihm gelang es schließlich doch mich
loszuwerden. Doch ich kam zurück, bereitete mich darauf vor, ihn erneut büßen
zu lassen, doch stattdessen musste ich am eigenen Leib erneut Betrug erfahren.
Barqas nahm mir die Chance, mich zu rächen. Gerade er, der einzige Freund, der
mir geblieben war, vielleicht der einzige, echte Freund, den ich je hier hatte.
Der Hass in mir war grenzenlos und die Bestrafung, die er dafür erfuhr, ebenso
brutal. Ich beendete seine Karriere und griff nach meinem ersten Gold, der
Cryption Crown.“
Ein
weiterer Ausdruck der Zufriedenheit, ein weiteres Bildnis des Winters. Und der
bittere Geschmack der Niederlage auf seiner Zunge.
Blaze: „Am Imperial Impact griff ich wieder
nach Gold, dem Undisputed Gerasy Title, endlich. Ein langgehegter Traum sollte
wahr werden. Befreien wollte ich mich, so oder so, dachte, wenn ich mich selbst
zwinge, mich meiner Angst vor dem Abgrund zu stellen, könnte ich gar nicht
verlieren. Und vielleicht ist es sogar so, dass ich tatsächlich nicht verloren
hätte, wäre da nicht Patricia Selladore gewesen. Ich bin mir dessen jedoch
nicht mehr sicher. Was ist es denn schließlich, dass die großen Siege
verbindet, die ich gerade rekapituliert habe?“
Ein
plötzlicher Ausbruch des Zorns. Der Ringboden donnert, als Blaze ihm einen
Schlag versetzt.
Blaze: „VERRAT ist es und der Wille ihn zu
rächen! Ich Narr,… Allen habe ich vergeben, dachte das ist es, was den guten
Rächer vom bösen unterscheidet, der nur seiner Rachgier frönt! Und an wem hätte
ich mich diesmal überhaupt rächen sollen? An Robert Barker? Das hatten wir doch
schon. An Mad Dog? Er ist noch am ehesten das, was ich hier einen Freund nennen
könnte. An Valkos Heritage? Er hat mir nie etwas getan.“
Jetzt
brüllt Blaze ins Mikrofon, vorbei ist es mit der Kälte.
Blaze: „Ich habe meinen Fokus verloren! An
so vielen Ecken und Enden habe ich gewerkelt, Verbindungen geschaffen, meine
Macht ausgebaut und Konfrontationen gesucht, dass ich völlig vergessen habe,
worum es beim Wrestling eigentlich geht. Darum Champion zu sein! Der Undisputed
Gerasy Title ist das höchste Gut im Wrestling – in der PCWA – nicht dieser
andere Firlefanz, diese Backstagepolitik, diese Psychospielchen… Scheiß auf das alles! Ich Narr habe mich
selbst verraten, habe den Blick nach innen gerichtet auf mich, auf alle habe
ich ihnen gerichtet, nur auf den Titel nicht! Und dafür habe ich den Preis
bezahlt. Patricia Selladore mag jetzt stolz auf sich sein, doch verdient hat
sie das nicht. Eine Göre ist sie, doch nie hätte sie mich aufhalten können,
wenn ich gewütet hätte, wie ich wüten kann. Die Maske lähmt mich…“
Jetzt
erwischt es eine der Ringecken, als ein böser Tritt ihr Metallgerüst zum
Kreischen bringt.
Blaze: „Der Preis für meine späte Erkenntnis
ist, dass ich heute Abend kein Teil der Battle Royal sein kann. Der Preis für
meine späte Erkenntnis ist, dass ich nicht mal mehr ein Teil dieser Liga bin.
Doch ich kann mich glücklich schätzen. Immerhin habe ich nicht mit dem wertvollsten
bezahlt, was mir als Mensch bleibt. Mit meinem Leben… Ganz im Gegensatz zu Tom
Nowak. Manch einer mag meinen, dass ich ihn als Barkers Lakai hassen müsste,
doch das habe ich nie. Er stand mir nur im Weg, also besiegte ich ihn. Doch
das,… das, was da am Imperial Impact passiert ist, hat er nicht verdient…
Stattdessen hat er Respekt verdient. Als Gegner im Ring hat er meinen
jedenfalls gewonnen. Und daher, bevor ich fortfahre, lasst uns kurz für ihn
schweigen und dann lasst uns jubeln, um ihn positiv in Erinnerung zu behalten.“
Während
Blaze schweigt bricht die Menge sofort in Jubel aus. Teils für den toten Tom
Nowak, teils wohl auch aus Respekt für Blaze, der dem Boxer hier großen Respekt
erweist. Nach einiger Zeit des Jubels und „Rest in Peace“ Chants fährt der
Kubaner fort.
Blaze: „Tom Nowak soll mir ein Mahnmal sein,
er sollte uns allen ein Mahnmal sein. An Zielen und den eigenen Ansprüchen kann
man zerbrechen so wie er, doch man darf sie auch nie aus den Augen verlieren.
Und im Gegensatz zu früher bin ich nun schon länger gefestigt genug, um nicht
mehr an meinen eigenen Ansprüchen zu zerbrechen. Ich bin nicht Undisputed
Gerasy Champion. Na und, ich bin trotzdem frei und ich bin trotzdem… „
Unvollendet
lässt er den Satz im Raum stehen.
Blaze: „Um auf meine erste Frage
zurückzukommen…. Wie beginnt man etwas, dass gerade endet?“
Schweigen.
Spannung. Erlösung.
Blaze: „Indem man es nicht enden lässt! Ich
habe mir bewiesen, was zu beweisen war, nämlich das ich auch mit dem Abgrund
leben kann, jetzt muss ich trotzdem vorwärts schauen, statt mich in ein Loch zu
verkriechen und alles aufzugeben, was ich mir hier aufgebaut habe. Ich bin
trotzdem… WRESTLER!“
Vollendet
ihn und malt den Rahmen seines Lebensbildes.
Blaze: „Und diesbezüglich solltet ihr etwas
erfahren. Mein Gespräch mit Person B gerade, ich ließ es aufzeichnen.“
Seine
Hand weist auf den großen Tron über der Rampe, wo jetzt ein Video eingespielt
wird.
*** CUT
***
Die
Kerry & Gaelic Securitys schleifen ihn brutal in das Büro von Person B. Dort
steht eben jene Person B, in Begleitung weiterer Anzugträger.
Person B: „Blaze.“
Mit
einer achtlosen Geste deutet er den Securitys Blaze loszulassen, setzt sich
dann auf einen Sessel hinter einem großen Arbeitstisch.
Person B: „Unsere Anwälte haben deinen
Vertrag noch einmal genau unter die Lupe genommen. Lächerlich… Es hat keine
Stunde gedauert und wir hatten ein Schlupfloch gefunden. Wenn du also weiterhin
darauf bestehst die PCWA zu verlassen, so müssen wir dich leider darüber
informieren, dass du Kerry & Gaelic eine Menge Geld schuldest. Ich will
dich jetzt nicht mit rechtlichen Details langweilen, aber Fakt ist, dass du
überhaupt nicht das Recht hast so eine Klausel in deinen Vertrag einzuarbeiten.
Und da dein ursprünglicher, überaus hochdotierter Arbeitsvertrag auch eine
überaus hochdotierte Vertragsstrafe beinhaltet, sind wir uns ziemlich sicher,
dass du dir diese Kündigung vielleicht noch einmal durch den Kopf gehen lassen
möchtest. Es sei denn natürlich, du willst als armer, mittelloser Mann nach
Kuba zurückkehren.“
Geistesabwesend
starrt Blaze in die Leere, zeigt keine Reaktion auf die Worte von Person B,
obwohl er sie offensichtlich verstanden hat. Es ist ihm egal, was sie sagen. Er
hat seine Entscheidung für die PCWA längst getroffen. Egal, welche Häme ihn
dafür erwartet, welcher Spott. Er wollte sich beweisen, dass er frei sein kann
auch ohne Sicherheit und er hat es sich bewiesen. Gehen und die PCWA verlassen
wiederum, das muss er nicht.
Person B: „Du willst nichts dazu sagen? Nun,
ich denke in deinem Abschiedssegment wirst du schon noch etwas sagen, oder
nicht? Du spielst schon so lange einen Machtmenschen, Blaze, aber wir wissen
schon viel länger, dass du eigentlich keiner bist, nie einer warst. Du liebst die
Fans und du liebst den Ring – du wirst bleiben. Erkenne es und du wirst
verstehen.“
Kaum
hat Person B das gesagt, packen ihn die Securitys wieder und schleppen ihn
raus. Dort drehen sie sich herum, lassen ihn liegen und gehen zurück ins Büro.
Blaze blickt ihnen kurz hinterher, dann auf den Boden in die Leere.
„Ich habe verstanden.“
*** CUT
***
Buhrufe
hallen durch die Arena. Es ist klar, an wen sie gehen. Schon während dem Video
hat es sie gehagelt, als Person B gesprochen hat.
Blaze: „Kerry & Gaelic ist das Übel. Die
Firma ist es, die die PCWA zu diesem Morast aus Politik, Verdrossenheit und
fehlendem, gegenseitigen Respekt gemacht hat. Sie hat den Samen erst gelegt,
aus dem ein Schlächter wachsen kann. Ich muss mich endlich darauf besinnen, was
ich will. Und ich habe es getan. Ich will egoistisch sein und mich nicht um
andere kümmern. Ich will der tragische Einzelgänger sein, den ihr schon im
Pyromanen lieben gelernt habt. Ich bin tatsächlich kein Machtmensch, ich bin
kein Politiker, selbst wenn ich die Gabe habe wie einer sprechen zu können. Ich
will doch nicht wirklich Veränderung. Ich brauche Kuba nicht, ich brauche keine
Heimat. Ich brauche keine Inflection Scale.“
Kaum
Jubel, kaum Buhrufe, die Fans warten ab. Und Blaze spricht so emotionsgeladen,
mit so viel Intensität wie schon lange nicht mehr.
Blaze: „Ich will den Undisputed Gerasy
Title, nichts anderes. Ich will euren Jubel wieder, aber nicht den für große,
gerechte Ziele. Ich will ihn für den Menschen, der ich wirklich bin. Für diesen
gestörten Einzelgänger aus Kuba, der gern mit dem Feuer spielt und sich nie
beherrschen kann. Ich will ihn für all meine Schwächen und Stärken, ich will
ihn für das Mitgefühl, dass ihr empfindet, wenn ihr mich leiden seht. Ich will
ihn dafür, dass ich einer von euch bin und keiner von ihnen!“
Drohend
deutet Blaze auf eins der zahlreichen K&G Logos in der Halle. Verachtung
erbricht sich aus seinen nächsten Worten.
Blaze: „Diesen Anzugträgern,… auch wenn ich
lange einen gespielt habe.“
Diesmal
kommt lauter Jubel als Antwort. Blaze genießt ihn, lässt sich in den Schoß
ihrer Stimmen fallen. Zwischen Chants seines Namens mischen sich schließlich
„Welcome Back“ Chants. Blaze lacht, lacht fröhlich, lacht so ehrlich und offen,
wie er lange nicht gelacht hat.
Blaze: „Also, ich bleibe! Mein Abschied wird
zur Rückkehr, das Ende ist gleichzeitig auch ein Neubeginn. Kommen wir zur
Zukunft.“
Zuversicht
liegt in seiner Stimme, als er weiterspricht.
Blaze:
„Der Undisputed Gerasy Title ist in nächster Zeit keine Option für mich,
leider. Doch es gibt genug zu tun. Wenn die Firma glaubt mich erpressen zu
können hat sie sich getäuscht. Ich bleibe, aber nicht des Geldes wegen. Ich war
einmal arm, ich kann wieder arm sein. Ich bleibe, weil wir nun eine Rechnung
offen haben. Glaubt nicht, dass ihr so davon kommt. Macht euch auf eine blutige
Rache gefasst.“
Wieder
explodiert die Halle, doch diesmal deutet der Rächer umgehend an, dass er noch
nicht fertig ist, spricht ohne Umschweife weiter.
Blaze: „Und dann gibt es da noch einen
anderen, der eine Tracht Prügel verdient. Auch er ist ein Verräter. Allerdings
hat er zugegebenermaßen nicht nur mich verraten. Ganz im Gegenteil, er hat vor
allem euch verraten, denn er spielt – so wie ich es getan habe – seine Rolle
nur. Er gibt vor etwas zu sein, was er nicht ist. Und ich werde es beweisen!
Reiße ihm seine Maske von der Haut, prügle ihm sein Kostüm vom Körper, bis er
endlich wieder sein wahres Gesicht zeigt.“
Mit
weit aufgerissenen Augen ballt Blaze seine linke Hand zur Faust und schreit dem
Backstagebereich einen letzten Satz entgegen.
Blaze: „Du willst nicht mit mir sprechen,
wirfst mich raus? Dann lasse ich dich bluten und stehle dir deinen Traum!“
Jetzt
den Blick auf die Fans gerichtet.
Blaze: „Vor euch steht der zukünftig erste
und einzige zweifache Sieger des Quest 4 The Best Turniers. Ich werde wieder
siegen, zum zweiten Mal… in Folge! Zeig dich, Teufel…“
Das
Mikrofon wird achtlos zu Boden geworfen, die Soundanlage knackst und schon
verlässt Blaze eilig den Ring. Die Fans jubeln und feiern ihren Rächer, so
voller Inbrunst, als wäre er Champion geworden, dabei will er den aufhalten,
den sie außer ihm am meisten bejubeln. Doch das ist egal, denn für sie zählt
nur eins, der Rächer bleibt ihnen erhalten. Und so hält er an der Rampe nochmal
inne, sein rechter Arm deutet an die Decke der Halle.